Media Monday # 437 : Wenn man nach dem Äußeren urteilt…

 

kann man nur enttäuscht werden, oder? In der Regel werfe ich einen Blick auf die DVD-Hülle und entscheide anhand der Beschreibung, worum es in dem Film geht, ob ich die Scheibe mitnehme oder nicht. Ab und zu habe ich mit dieser Methode gründlich daneben gegriffen, aber nicht diesmal. So etwas packendes und dann auch noch toll gefilmtes wie „The Walk“ von Robert Zemeckis aus dem Jahr 2015 habe ich schon lange nicht mehr gesehen – dieses Werk toppt noch meine Horrorfilmliste aus dem Oktober. Aber mehr darüber gibt es demnächst – jetzt steht erst mal der Media Monday vor der Tür. Mein persönliches Highlight eines jeden Sonntags – und heute wieder bereit für das Startsignal um 18 Uhr.

Media Monday # 437

1. Film-Genres gibt es wie Sand am Meer. Was aber meine persönliche Erwartungshaltung bezüglich einer bestimmten Art Film angeht sind das jetzt zur Abwechslung mal Konzertfilme und Live-Übertragungen von Opern- und Ballettinszenierungen, da ich so zum einen auf eine brilliante Ton- und Bildqualität setze und zum anderen ich mich über die Tatsache freuen kann, dass die Eintrittspreise erschwinglich sind, es kein Gedränge gibt und ich die Darsteller auf der Bühne nicht als klitzekleine Männchen sehe.

2. Was ich dieses Jahr definitiv viel zu selten getan habe ist das Nähen von Kleidung und das Mähen unseres Rasens.

3. Mitunter meistgesehener Film müsste bei mir „Der Club der Teufelinnen“, dicht gefolgt von „Der Teufel trägt Prada“ sein, denn die Schauspielerinnen Meryl Streep, Diane Keaton, Goldie Hawn und Bette Midler finde ich hier einfach klasse – außerdem bin ich selbst jetzt bald in dem Alter der von ihnen porträtierten Damen.

4. Warum hat mir eigentlich niemand früher gesagt, wie großartig es ist, Kilometer um Kilometer zu Fuß zurückzulegen – mit der richtigen Musik im Ohr war das dieses Jahr mein persönliches Highlight im Urlaub.

5. Manchmal träume ich ja schon davon, einmal Japan zu besuchen, denn gerade im Herbst oder im Frühjahr muss die Landschaft dort fantastisch sein.

6. Fernab derzeit gehypter Werke habe ich jüngst still und heimlich beim Horrorctober einen Low-Budget-Film für mich entdeckt und war begeistert darüber, wie man maximale Spannung mit minimalem technischen Aufwand erzeugen kann.

7. Zuletzt habe ich das Drama „Utøya 22. Juli“ gesehen, und das war genau so, wie der Regisseur in dem Vorwort sagte, man könne den Film nicht genießen, sondern ihn sich nur ansehen , weil er das Attentat auf ein Jugendcamp auf der gleichnamigen Insel zum Thema hat. Beklemmend wird die auf realen Erfahrungsberichten basierende fiktive Geschichte nicht nur dadurch, dass sie aus der Sicht eines der Opfer erzählt, sondern in einer einzelnen Einstellung gefilmt wurde. Das Grauen manifestiert sich hier eher weniger in den blutüberströmten Opfern, sondern in den Schüssen, die man hört, aber nicht erkennen kann, woher sie kommen und wieviele Personen sie abgeben. Am schlimmsten ist die Ungewissheit, die in Todesangst mündet, und die wirkt bei mir jetzt noch nach.