Konzerterlebnisse XXL : „Live Baby Live“ – Wembley 1991

 

Wenn man dem Drummer und dem Keyboarder auf die Finger schauen kann, der Frontmann dekorativ in Szene gesetzt wird und man sieht, wie im Hintergrund Kameraleute herumwuseln, dann war nicht nur eine Kamera zugegen, sondern viele – frei nach dem Motto „VHS: von vorne, von hinten und von der Seite“, erweitert um Aufnahmen aus der Frosch- und aus der Vogelperspektive.

In so einem Fall kann man davon ausgehen, dass all jene in den Genuß der Filmaufnahmen kommen sollen, die nicht das Vergnügen hatten, beim Konzert dabeigewesen zu sein. DVD sei Dank. Eine sinnvolle Sache auch für all jene, die beim Konzert von ihrer Lieblingsband nicht viel zu sehen bekamen außer sechs kleinen Männchen. Ein Umstand, den ich leider viel zu oft erlebt habe. Rühmliche Ausnahmen waren kleine Hallenkonzerte oder Festivalkonzerte, die am Nachmittag vor maximal 300 Leuten stattfanden. Aber mehr als 70.000 dicht aneinandergedrängte Fans im Wembleystadion sind dann schon wieder eine ganz andere Hausnummer.

Natürlich kann eine DVD keinen echten Konzertabend ersetzen, vor allem schon allein deswegen, weil es zu Hause oft an einem vernünftigen Bildschirm und einer leistungsfähigen Soundanlage mangelt. Aber auch, wenn letztere vorhanden ist, danken es einem Haustiere und Nachbarn, wenn man den Lautstärkeregler und die Bässe nicht bis zum Anschlag hochdreht. Was war ich deshalb aus dem Häuschen, als ich davon hörte, dass genau dieses Konzert, von dem ich die DVD seit letztem Jahr habe, jetzt noch einmal in einer restaurierten und um einen Song erweiterten Fassung ausschließlich am 27. November in allen möglichen Kinos gezeigt werden sollte (Quelle: https://youtu.be/8R6VHy_HaBg)

 

 

Auch auf die Gefahr hin, dass im Kino viele Plätze frei bleiben würden, im Gegensatz zu Depeche Mode, bei denen die wenigen Vorstellungen ruckzuck ausgebucht waren. Fairerweise muss ich sagen, dass Depeche Mode immer noch auf Tournee gehen, Alben aufnehmen und vor allem eine riesige internationale Fangemeinde jeden Alters haben. Da ist alles dabei – von Anfang zwanzig bis Mitte fünfzig. Im Fall von INXS gibt es erstens die Band seit 2012 nicht mehr, und die übriggebliebenen Fans werden auch nicht unbedingt jünger und gleichzeitig gefühlt immer weniger. Wenn’s hochkommt, waren vielleicht 10% des Kinos an besagtem Abend ausgelastet, aber wir paar Leute hatten merklich unseren Spaß.

Zeitweilig hatte ich das Gefühl, dass sich das Gesehene auf der Kinoleinwand doch ziemlich von dem auf dem Fernsehmonitor bei meiner letzten DVD-Session unterschied, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass mir beim Kinobesuch viel mehr Details aufgefallen sind als beim Mitgrooven im Wohnzimmer. Dafür gab es aber auch keine Rahmen- oder Nebenhandlung wie bei „SPIRITS in the forest“, sondern die Show, bei der ich einen Eindruck bekam, was für eine ausgelassene Stimmung im Publikum herrschte. Da steht niemand einfach nur so da, um zu filmen oder zu fotografieren – tja, diese Möglichkeit gab es 1991 nämlich noch nicht.

Gab es in dem Filmporträt „Mystify : Michael Hutchence“ nur wenige Ausschnitte aus allen möglichen Auftritten zu sehen, weil die Charakterstudie des Sängers im Vordergrund stand, konnte ich hier endlich die gesamte Show pur und ungefiltert und vor allem in Großaufnahme genießen. Die zweiundzwanzig Songs, von denen einer auf der DVD fehlt, stammen von den beiden am kommerziell erfolgreichsten Alben „KICK“ und „X“, ergänzt um drei ältere Stücke aus den frühen 80er Jahren. Bestimmt geht einigen mein Retrofimmel und meine Schwärmerei inzwischen schon auf den Keks, aber irgendwo muss ich mit meiner Freude ja hin – und wenn nicht hier, wo dann? It’s a small world but it’s mine… mit erweiterungsfähigem Horizont.

Für den Fall, dass mir’s vielleicht keiner glaubt: Auch wenn ich INXS sogar eine eigene Kategorie gewidmet habe, bin ich nicht nur auf diese eine Band festgelegt, oder gar auf eine einzige Musikrichtung. Und manchmal steht mir der Sinn nach Durcheinander – das hat mir meine diesjährige Auswahl von Musik, Serien und Filmen sehr deutlich vor Augen geführt. Die Playlist auf dem mp3-Player meines Smartphones ist der beste Beweis dafür. Dazu gibt es demnächst noch ein paar gesonderte Beitrge sowie einen Extrabeitrag im Stil eines Rückblicks auf das vergangene Jahr, und das ist ja noch nicht zu Ende. Und weil ich Gefallen an dieser Art von Kinounterhaltung gefunden habe, steht demnächst noch ein besonderes Erlebnis vor der Tür: Aretha Franklin mit James Cleveland und dem Southern California Community Choir – gefilmt 1972 und bisher noch nie veröffentlicht. Damit es noch weihnachtlicher wird (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gkKOIQwTiKE)

 

 

Lassen Sie die Taschentücher zu Hause, bringen Sie gleich ein Handtuch mit!“ – Das sagt doch schon alles und mir, dass ich dort genau richtig bin.

 

 

 

 

 

 

Die 5 Besten am Donnerstag – Ergothek : Die besten männlichen Sidekicks in Filmen

 

Die Besten am Donnerstag“ bei passionofarts sind zurück und durchkreuzen die Erwartung, dass nach den besten männlichen Sidekicks in Serien nun die weiblichen Gegenstücke dran wären. Dem ist nicht so, jetzt kommen die männlichen Sidekicks in Filmen dran. Das finde ich jetzt noch schwieriger als bei den Serien, denn ich war zwar dieses Jahr sehr oft im Kino. Aber auf Anhieb fällt mir nichts passendes ein. Und was tun, wenn die Grenze zwischen Haupt- und Nebenrolle verwischt. Am besten gehe ich Stück für Stück zurück.

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Le Mans 66 – gegen jede Chance

Matt Damon spielt den Autokonstrukteur Carroll Shelby, der die Vision hat, mit einem völlig neuartigen Rennwagen eine ernsthafte Bedrohung für Ferrari zu werden oder am besten gleich ganz aus dem Rennen zu drängen. Fahren soll diesen Wagen Ken Miles, gespielt von Christian Bale. Den Sidekick findet man in dieser Kombination nicht, aber Miles hat noch einen Sohn, und der tut bei der Präsentation des neuen Ford Mustang sein Fachwissen kund, sehr zum Ärger des Marketingchefs, der Miles von der ersten Sekunde an nicht leiden kann. Selbstverständlich ist der kleine Peter (Noah Jupe) bei den Rennen dabei, wenn der Papa fährt, nur nicht beim Vierundzwanzig-Stunden-Rennen in Le Mans. Das verfolgt er mit der Mama zusammen unter Hochspannung am heimischen Fernseher – Quelle: https://www.thesun.co.uk/wp-content/uploads/2019/11/NINTCHDBPICT000539823516-e1573771179250.jpg

 

 

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Noch ein Trip in die Vergangenheit – in die Zeit, als Russland und die USA darum wetteiferten, als ersten jemanden zum Mond zu schicken. Hier sind die Frauen die Hauptpersonen. Bei der NASA sind weibliche Ingenieure jedoch Mangelware. Als Mathematikerinnen führen sie hochkomplizierte Berechnungen durch und unterstützen die Ingenieure. Einer von ihnen, Paul Staford, traut der Expertin für Vektorgeometrie nicht sehr viel zu – witzigerweise wird Stafford von Jim Parsons verkörpert, dessen bekannteste Rolle die des Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“ ist – Quelle: https://www.telegraph.co.uk/content/dam/films/spark/hidden-figures/landmark-jim-parsons-in-hidden-figures.jpg

 

 

 

Rocketman

In dem im Musicalstil gehaltenen Biopic über Elton John ist es Bernie Taupin (gespielt von Jamie Bell), der sich nicht nur als brillianter Songschreiber, sondern auch als echter Freund für den exzentrischen Sänger erweist – Quelle: https://i.dailymail.co.uk/i/newpix/2018/09/11/14/50067763000005786155181-image-m-53_1536671326209.jpg

 

 

Fright Night

An diesen Horrorfilm kann ich mich noch sehr gut erinnern. Allein schon die Idee, Colin Farrell einen richtig fiesen Vampir spielen zu lassen, und Toni Collette seine Gegenspielerin, fand ich interessant. Wenn dann noch David Tennant als Showstar ins Spiel kommt, der sich damit brüstet, ein echter Vampirexperte zu sein, dann ist das ein Fall von „Muss ich sehen“. Hinter der ganzen Verkleidung hätte ich ihn beinahe nicht erkannt – Quelle: https://phantanews.de/wp/wp-content/uploads/2011/05/fright-night-david-tennant.jpg

 

Donnie Darko

Düstere Filme sind meine Leidenschaft. Darum darf „Donnie Darko“ in dieser Liste nicht fehlen. Der Film hat es zwar nicht ins Kino geschafft, sondern direkt auf DVD. Aber hey, Film ist Film, und wer nach dem Sidekick sucht, den will ich jetzt nicht mehr länger auf die Folter spannen und zeige auf den Typen im Hasenkostüm. Der taucht nämlich ständig in Donnies Nähe auf, wobei die Frage offen bleibt, ob er wirklich existiert oder ein Hirngespinst von Donnie ist. Ob eingebildet oder real – schaurig ist er so oder so – Quelle: https://i.ytimg.com/vi/3S89DDszDgA/maxresdefault.jpg

 

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