# Writing Friday – Dezember, 51. Woche : Loch Lomond

 

Weihnachten naht – auch beim „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy und hoffentlich auch woanders. Wie das Ganze funktioniert, steht am Ende meines Beitrags. Mitmachen kann jeder, und aus einem von fünf vorgegebenen Themen, die elizzy auf ihrem Blog in der letzten Novemberwoche veröffenlicht, kann man sich jeden Freitag eines aussuchen und dazu seinen Gedanken freien Lauf lassen. Hier sind die bisherigen Schreibthemen für diesen Monat:

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Weihnachtsmann war verschwunden, wer würde Weihnachten jetzt…” beginnt. +++ 2) Du wachst auf in einer Schneekugel – wie sieht deine Welt darin aus?+++ 3) Welches ist dein liebstes Buch zur Weihnachtszeit? Stell es uns kurz vor. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Karussell, Zimtschnecken, bitterkalt, grosse Augen, Liebe +++ 5) Welches Schreibthema hat dir am meisten Spass gemacht? Verlinke uns nochmals deine liebste Geschichte beim Writing Friday von 2019.

Den Weihnachtsmann überspringe ich, denn ich habe nie an ihn geglaubt. Als ich klein war, kam immer das Christkind – aber das habe ich nie zu Gesicht bekommen.

 

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Loch Lomond

Draußen jammern und jammern sie… „Weihnacht ist’s und noch kein Schnee und kein Eis liegt auf dem See!“ Ha Ha, ihr seid auch bloß glücklich, wenn ihr was zu meckern habt – ja, kommt nur, kommt, hinein zu mir in meine beschauliche Hütte, vor deren Fenster das weiße Zeug von oben rieselt, als gäbe es kein Morgen mehr. Dann und wann bebt es, dass ich mich festhalten muss und die Gläser im Schrank klirren, die weiße Pracht wird hochgewirbelt, und der ganze Spaß geht von vorne los. Mittlerweile sollte ich mich dran gewöhnt haben, doch manche Tage sind nur mit schottischem Whisky in Faßstärke zu ertragen. Selber schuld – mir das einzureden, hilft nur bedingt. Dabei war vermutlich genau das der Grund: Ich habe zuviel genörgelt, dass mich der viele Schnee nervt und ich keinen Bock auf Schneeschippen morgens um sechs Uhr habe. Et voilà: Als ich eines Morgens aufwachte, lag ich zwar noch im Bett, aber es war nicht mehr meines, und als ich aus dem Fenster sah, erstreckten sich die malerischen Hügel der schottischen Highlands unter einer knusprig-weißen Puderschicht. Macht nur so weiter – dann geht es Euch wie mir.

Natürlich war alles nur Illusion. Von wegen Bonnie Bonnie Banks – Loch Lomond ist überall, nur nicht hier. Und die Hügel ufern auch nicht in die Unendlichkeit aus, sondern enden so jäh wie mein Eintreffen hier an einer Wand aus Glas. Ich brauchte zwei volle Tage, um das gesamte Ausmaß meiner fatalen Situation zu ermessen. Was oder wer auch immer es war, das mich in diese Kugel aus Glas verbannt hat – er, sie oder es hatte eine seltsame Art von Humor, mit einer leicht sadistischen Note. Die Glaswand zieht sich rings um die Hügel und den Tümpel. Zu essen habe ich auch noch genug, und im Keller befindet sich ein gut gefülltes Whiskyfass. Eine Axt zum Holzhacken ist im Schuppen, und im Tümpel schwimmen ein paar Fische herum. Für meine Ernährung ist gesorgt, wenn auch auf eine ziemlich einseitige Art. So schön und idyllisch dieser wahrgewordene Traum von einer Landschaft auch sein mag, hier komme ich mir vor wie im Knast. Sei dankbar mit dem, was Du hast, und vorsichtig mit dem, was Du Dir wünschst – diese Lebensweisheit hätte ich besser beherzigt, als es noch nicht zu spät war. Orange is the new black? Fast so, nur ohne Mithäftlinge und ohne Wärter. Wobei… Der Wärter war das Schicksal, das mich in diese Lage gebracht hat -oder meine eigene Dummheit.

Aber wartet. Wartet nur… Ich habe nämlich einen Plan, aber den verrate ich nicht. Wenn es einen Weg nach drinnen gibt, muss es auch einen nach draußen geben – und wenn nicht durch ein Wunder, dann durch die Kraft der Natur. Man muss nur erfinderisch sein. Möge der Wald mit seiner Fülle an Material mir den Weg weisen.

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Und das sind die Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 20

 

 

 

Für mehr Action in der Bude, egal in welchem Zimmer, sorgt heute Lenny Kravitz mit

The Chamber“

Da ich gestern schon einen langen Film im Adventskalender hatte, darf es heute die kürzere Version sein, die mir besser gefällt als die verschärfte „explicit“-Edition. Nun, länger ist nicht immer besser, und wenn man genau hinsieht, kann man auch den Text erkennen: https://www.youtube.com/watch?v=3ATxLct2jDo   

 

 

Da sage noch einer, es gäbe keine kreativen Fans mehr. Morgen darf es allerdings wieder die Originalversion zu einem Song mit U sein.