# Writing Friday 2020 – Januar, 5. Woche : Das erste Buch in diesem Jahr

 

Einer muss immer der erste sein, und wenn’s der Kandidat für die 5. Aufgabe des Schreibprojekts #Writing Friday auf dem Blog von elizzy ist. Anstatt mir selbst etwas auszudenken, dürfen es heute mal ein paar Worte über die Kreativität anderer Leute sein: Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Ich lese gerne Krimis und Thriller. Auch makaber dürfen sie gerne sein. Wenn es zu brutal wird, stößt mich das eher ab – wenn aber die Brutalität durch den Kakao gezogen wird und der Autor einen gewissen Trend bei sogenannten Life Coaches und Ratgebern für alle Lebenslagen aufs Korn nimmt, dann werde ich neugierig.

Ein schönes Beispiel für absurde Komik, gepaart mit knallharter Kriminalität, bietet „Achtsam morden“ von Karsten Dusse, mit dem sinnigen Untertitel „ein entschleunigter Krminalroman“, der sich um einen Anwalt dreht, der von seiner Frau wegen seiner unausgeglichenen Work-Life-Balance zu einem Achtsamkeits-Seminar geschickt wird, das sich am Ende nützlicher erweist als geahnt. Denn als ihn laut Beschreibung auf dem Einband sein Mandant Dragan in Schwierigkeiten bringt, befördert er ihn nach allen Regeln der Achtsamkeit geradewegs ins Jenseits. Der Weg ist frei für eine steile Mafiakarriere.

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Karsten Dusse : „Achtsam morden – ein entschleunigter Kriminalroman“

 

Anwalt Björn handelt im Namen seines Mandanten und versammelt alle dessen sogenannten Officer zu einem Meeting im Kindergarten. Dessen Übernahme steht als nächstes auf der To-Do-Liste – ein cleverer Schachzug, wenn man etwas von allen Beteiligten will. Und was Björn nicht will, ist ein Bandenkrieg mit Boris – statt dessen sähe er gerne eine gewisse Person mundtot. Schauen wir mal, wie man eine unangenehme Person aus dem Konzept bringt – Zitat (Seite 330):

Kennt ihr eigentlich noch den Schweigefuchs?“, fragte ich in die Runde. Kinderstühle, Fischstäbchen und der Wunsch nach Capri-Sonne hatten die Gruppe für weitere Kindheitserinnerungen geöffnet.

Sascha und Carla machten sofort das Handzeichen des Schweigefuchses in Richtung Toni.

Was bedeutet das?“, wollte Walter wissen.

Wer den Schweigefuchs gezeigt bekommt, muss das Maul halten“, erklärte Stanislav und zeigte Walter, wie der Schweigefuchs ging: Mittel- und Ringfinger auf den Daumen, Zeige- und kleiner Finger als „Ohren“ gespitzt.

Vier Schweigefüchse zeigten daraufhin auf Toni.

Toni schaute nur sprachlos. Er war Waffen und Fäuste als Argumente gewohnt. Mit Schweigefüchsen konnte er nicht umgehen. Ich machte weiter im Text. (Zitatende)

Achtsam morden“ von Karsten Dusse ist erschienen im Wilhelm Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-43968-9 und umfasst 415 Seiten. Jedem Kapitel vorangestellt sind Zeilen aus dem Achtsamkeitsratgeber, den sich Björn während seines Coachings zu Gemüte führen darf und dessen Regeln er fortan bei allen weiteren Unternehmungen konsequent anwendet, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen, die schreiend komisch geschildert werden. Schwarzer Humor ist genau das richtige für mich in dieser tristen Jahreszeit.

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Die Regeln des Projekts „Writing Friday“ auf dem Blog von elizzy sind diese:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Und das waren die Schreibthemen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Serienmittwoch bei Corly # 311 – fesselnde Film/Serienschauspieler

 

Beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly gab es Anfang Januar sämtliche Fragen für den Monat auf einmal – heute ist folgende Frage dran: Welche Schauspieler habt ihr in welchen Filmen/Serien entdeckt, die euch heute noch nicht loslassen? Warum ist das so?

Aller guten Dinge sind drei, und deshalb widme ich meinen Beitrag heute drei Damen und drei Herren, jeweils in der Reihenfolge, wann sie mir jeweils in welcher Rolle bzw. Serie oder Film zum ersten Mal begegnet sind. Und zwar nach dem Motto „Ladys first“

 

1) Margaret Rutherford als Miss Marple:

Wenn ein Film erfolgreich ist, wird oft eine ganze Reihe daraus. Meine erste „Serien“-Heldin, an die ich mich erinnern kann, war Miss Marple. Die vier Filme mit der resoluten Dame aus dem beschaulichen St. Mary Mead, die sich stets mit dem treuen Mr. Stringer an ihrer Seite auf Mörderjagd begibt, habe ich in den 80er Jahren entdeckt und meine Begeisterung für das englische Landleben nachhaltig geprägt. Aber nicht nur als Miss Marple fand ich sie top, sondern auch witzig in der Komödie „Ernst sein ist alles“, wo sie eine schusselige Gouvernante mimt, der ihr Schützling abhanden kommt (https://cloud10.todocoleccion.online/cine-fotos-postales/tc/2012/02/17/30617542.jpg):

 

2) Jennifer Lawrence (Die Tribute von Panem) – vor 2015

Jennifer Lawrence in der Rolle von Katniss Everdeen, der Heldin der Film- und Buchtrilogie, war der Auslöser, dass ich zuerst die Bücher von Suzanne Collins lesen musste. Mit dem Ergebnis, dass ich begeistert davon war und mit dem Nebeneffekt, dass ich dann auf mehr Filme mit ihr achtete, wie z.B. „Joy – Alles außer gewöhnlich“ oder „Silver Linings“ (https://i.pinimg.com/474x/cd/fb/d5/cdfbd52b35595c063af0685054e91bba.jpg):

 

3) Angela Bassett (American Horror Story) – nach 2016

Ich mag Schauspieler, die ihre Rollen mit Bedacht wählen, anstatt sich für die leichtere Bank entscheiden und dann feststellen müssen, dass sie auf einen Typ festgelegt worden sind. Bei Angela Bassett muss ich das nicht befürchten: Sie spielt die weiblichen Fieslinge bzw. Unsympathen in American Horror Story mit Bravour, da war ich begeistert, dass sie in „9-1-1: Notruf LA“ eine andere Facette zeigen konnte.

 

1) David Tennant (Doctor Who) – vor 2010

Mein persönlicher Lieblingsdoktor, und damit stehe ich nicht alleine da. Die Kultserie war aber nur der Auftakt zu meinem Wunsch, noch mehr Produktionen mit ihm zu sehen. Nachdem er der Rolle des Timelords den Rücken gekehrt hatte, war der Weg frei für andere Rollen. Der nächste Geniestreich, den ich mir auf BBC vor ein paar Jahren im Weihnachtsprogramm ansehen durfte, war Hamlet. Als Aufführung, die als Film im britischen Fernsehen gezeigt wurde. Es folgten weitere Produktionen wie „The politician’s husband“ oder „The escape artist“ (Der Anwalt des Teufels) – das letzte Glanzlicht auf dem Bildschirm mit ihm war für mich „Broadchurch“, und zwar alle drei Staffeln. Spannung auf höchstem Niveau, die mir an die Nieren ging (https://i.pinimg.com/474x/12/89/66/1289660a9aa4d222496ca9a030a149a7.jpg):

 

2) Patrick Stewart (Star Trek) – vor 2015

Patrick Stewart kann mehr, als nur den Captain der Enterprise, Jean-Luc Picard, zu spielen. Gute Beispiele: „X-Men“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“, in der er den geizigen Ebenezer Scrooge spielte. Sehr überzeugend, wie ich finde.

 

3) Aidan Turner (Poldark) – 2015

Hier spricht das Fangirl. Als die Nachricht kam, dass die Serie aus den 70er Jahren, die ich in den 80er Jahren geliebt habe, neu verfilmt wurde, war ich skeptisch. Remakes gehen so oft daneben, da befürchtete ich ähnliches. Doch als ich 2015 die neue Fassung sah, änderte ich meine Meinung. Optisch genau meine Kragenweite, fand ich auch seine Darstellung des Titelhelden einfach wunderbar, und ich wollte mir einen Überblick über andere Serien und Filme mit ihm verschaffen. Gut, dass ich es getan habe, denn mit „Being Human“ habe ich eine Serie entdeckt, die mich von der ersten Folge an begeistert hat. Mr. Turner als sexy Vampir. Wow – und die dreiteilige Miniserie „And then there were none“ nach einem Roman von Agatha Christie (Und dann gab’s keines mehr) war sogar noch besser. Schön düster, und die Rolle des Kandidaten Philip Lombard, der ziemlich spät den tragischen Serientod sterben muss, fand ich wie geschaffen für ihn.

Einen Vorteil haben solche Entdeckungen: Man stößt auch auf andere Schauspieler, die man gut findet, aber in dieser Konstellation nicht erwartet hätte. Dass Aidan Turner zusammen mit seiner Partnerin Eleanor Tomlinson (The White Queen) aus „Poldark“ in dem genialen Film „Loving Vincent“ zu sehen war, empfand ich persönlich als das Tüpfelchen auf dem I (https://i.pinimg.com/474x/0a/51/2c/0a512ce16b3a5c14fe7c787ebfc9a5c5.jpg):

 

Die sogenannten „honorable mentions“ oder wen ich noch erwähnen wollte:

Bradley Cooper,: „A Star is born“ und „Silver Linings“   +++   Colin Farrell in „Nicht auflegen“, „Kill the boss“ und „Ondine, das Mädchen aus dem Meer“   +++   James Franco in „127 Hours“, „Die fantastische Welt von Oz“ und „11.22.63 – Der Anschlag“    +++   Emilia Clarke in „Game of Thrones“ und „Ein ganzes halbes Jahr“   +++   Reese Witherspoon in „Walk the Line“, „Natürlich blond“ und „Pleasantville“   +++   Sandra Bullock in „Speed“, „Miss Undercover“ und „Während du schliefst“.

Dienstags-Gedudel : mein Einstieg in eine Serie von nellindreams

 

Mit „Dienstags-Gedudel“ hat Bloggerin nellindreams eine Reihe eröffnet und den Fokus musikalisch auf den Dienstag gelegt. Die von ihr aufgeworfene Frage, ob sich ihr jemand anschließen möchte, kann ich nach der dritten Ausgabe mit Ja beantworten.

Das ist die Gelegenheit, meinen musikalischen Horizont auszuloten. Es kann doch nicht sein, dass ich von meiner 253 Songs starken Playlist immer nur das gleiche abspiele – es wird Zeit für Musik, die sich bisher außerhalb meines Radars bewegt hat oder für Künstler, denen ich bisher eher weniger meine Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Toutes directions“ ist das Zauberwort: Frei nach der Devise „see no evil in all directions“ starte ich mit meiner Reise nach Norden, besser gesagt nach Island – an das Stück „Fjara“ der isländischen Band Sólstafir hat mich der Kommentar von Stepnwolf erinnert. Und tatsächlich war es auch das Lied, das mir bei dem 3. Beitrag des Dienstags-Gedudels als erstes in den Sinn gekommen ist und dessen Video ich auf youtube vor längerem als „gefällt mir“ markiert habe (Video gefunden auf https://www.youtube.com/watch?v=XmGdSOhBx8E&feature=youtu.be) – deshalb gibt es das Werk heute als ersten Beitrag bei mir:

 

 

 

Man mag es glauben oder nicht, aber auf mich haben diese Klänge eine beruhigende Wirkung, die Atmung wird ruhiger, und der Puls verlangsamt sich. Dass ich von den Worten kein einziges verstehe, spielt keine Rolle… die Bilder mögen verstörend sein, die Landschaftsaufnahmen sind grandios, und zusammen zeigen sie mir auf eindringliche Weise, wie schwer das Loslassen sein kann.

Media Monday # 448: Matcha! Oder wenn der Sonntag auf den Magen schlägt…

 

dann war entweder der Burger vor dem Kinobesuch schlecht oder die Kombination aus Stress und Kaffee nicht gut. Eine Woche krankgeschrieben zu sein, ist das eine, aber auf Koffeinentzug zu sein, ist das Fiasko schlechthin. Der Kreislauf fährt dann Achterbahn, und die Müdigkeit ist der ständige Begleiter. Die wenigen halbwegs wachen Stunden habe ich zum Nachholen der bisher noch nicht gesehenen dritten Staffel von „The Royals“ genutzt und dem letzten Album von Florence & The Machine eine zweite Chance gegeben. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt hin und weg von der CD bin, und weil’s so schön war, habe ich die Doppel-CD  „Aerial“ von Kate Bush rauf und runter gehört.

Und was den Koffeinentzug betrifft: Zum Glück habe ich mich dann doch noch rechtzeitig erinnert, dass ich noch Matcha-Tee im Haus hatte. Das Gebräu aus grünem Teepulver erinnert geschmacklich zwar an feingemahlenen Rasenschnitt, hat aber genug Koffein, das über einen längeren Zeitraum an den Körper abgegeben wird als Kaffee. Und Tee durfte ich ja trinken. Nur welchen, das hat der Herr Doktor nicht gesagt. Übrigens war Matcha schon den Höhlenmenschen bekannt, denn dieses edle Produkt war wie kein anderes dazu geeignet, in Enthusiasmus auszubrechen, wenn man den großen, bösen Dino überlisten konnte – hier ein lehrreiches Video aus dem Jahr 1981, der (nicht ganz ernstznehmende) Beweis ab der 58. Sekunde  –  und zugleich ein echtes Highlight der (Trash)-Filmkunst (Quelle: https://youtu.be/Dy6s4IGRcko?t=58)

Was sich sonst noch ereignet hat, versuche ich in den sieben Lückentexten des Media Monday zu verarbeiten:

Media Monday # 448

1. Nach knapp vier Wochen auf etwaige Neujahrsvorsätze zurückblickend, kann ich sagen, dass ich bei einigen Punkten gut vorgelegt, aber bei einem anderen vorschnell die Flinte ins Korn geworfen habe.

2. Die Aussagekraft von Filmpreisen und Awards im Allgemeinen möchte ich ab und an doch ziemlich anzweifeln, wenn ich z.B. an den Film „MASH“ von 1970 denke, den ich mir am Samstagabend auf DVD angesehen habe. X Nominierungen, aber so nachvollziehen konnte ich diese nicht. Allein das Footballspiel am Ende des Films und der konfuse „Abspann“ waren mir persönlich die fünf Euro wert, die ich vor Jahren für diese Klamotte ausgegeben habe.

3. Die Flut an Film-News im Netz versuche ich, schon frühzeitig von eventuellen Überschwemmungen abzuhalten und greife lieber zu Filmzeitschriften.

4. Einmal Zeit/Geld/Spontanität besitzen, um genau das zu erleben, wovon ich schon länger träume – das wär’s!

5. David Tennant als Doctor Who zu besetzen, war meiner Meinung nach ein echter Coup, denn durch ihn ist die Messlatte für diese Rolle hoch gelegt worden. Und weil ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich angefangen, mich für weitere Filme und Fernsehserien seiner schauspielerischen Laufbahn zu interessieren. Dadurch konnte ich mich davon überzeugen, was für ein vielseitiger Schauspieler er ist.

6. Schade, dass Pushing Daisies niemals fortgesetzt worden ist, schließlich fand ich die Art, wie das Thema vom Kuchenbäcker, der die Liebe seines Lebens wieder zum Leben erweckt, sie aber nicht berühren darf, damit sie nicht stirbt, so liebevoll und skurril zugleich umgesetzt.

7. Zuletzt habe ich meine Plattensammlung um ein Album aus farbigem Vinyl erweitert, und das war ein Zufallskauf, weil ich eigentlich auf der Suche nach dem Doppelalbum „Aerial“ von Kate Bush war, aber dann doch bei Joan Baez gelandet bin, und von dieser Dame habe ich noch keine einzige Platte. Asche auf mein Haupt!

# Writing Friday 2020 – Januar, 4. Woche : Obi-Wan

 

Ob ich beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy diesmal zu allen Themen etwas schreiben kann – die Frage bleibt für mich spannend. Weihnachten ist vorbei, die guten Vorsätze sind gefasst, der Fortsetzungsroman ist am Wachsen. Nach Teil eins und zwei muss Teil drei auf sich warten lassen, denn die vierte Aufgabe passt nicht dazu – sie lautet: Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. Eine Übersicht über sämtliche Themen für den Januar und die Regeln findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

 

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Obi-Wan

Love it, change it, or leave it. – Als dieses Sprichwort entstand, hat man nicht an mich gedacht. Love it? Really? Are you kidding me? Weihnachten geht maximal drei Tage, und dann gewährt man mir noch eine Gnadenfrist von knapp zwei Wochen? Den Rest des Jahres liege ich dann wieder zusammengeklappt in meiner Schachtel, bis wieder der Vierundzwanzigste naht. Ja, ja, alle Jahre wieder. Ich weiß… Als sie mich damals im Baumarkt holten, hoffte ich, dass wenigstens der Mann so helle sein würde, mich mal wie der Kollege seiner Frau schon Anfang Dezember aufzustellen, damit dessen Frau ihre Freude an ihm hat. Aber Fehlanzeige! Welche Chance habe ich Kunstbäumchen schon gegen eine echte Nordmanntanne… Ach ja – change it. Hm, wenn ich darauf warte, dass sich bei Madame was ändert, werde ich noch alle überleben. Einmal war es fast so weit – Madame hatte erwähnt, dass manche ihren Christbaum bis Mariä Lichtmess stehen lassen, aber da war im Hause S. vielleicht was los! Wie – den Baum den ganzen Januar stehen lassen? Du hast wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne! Nix da – nach Heilige Drei Könige wird der Obi-Wan abgeräumt und weggepackt. Den Baum bis zum 2. Februar stehen lassen… Und täglich grüßt das Murmeltier. Da bleibt nur noch die dritte Option übrig: Leave it. Genau, einfach abhauen. Damit ihr alle mal wach werdet!“

Beleidigt feilte Obi-Wan an seiner Weihnachtsansprache. Besser gesagt an dem Bekennerschreiben, das er zu fälschen gedachte – das genauso echt war wie seine von ihm eigenhändig geplante Entführung. Darauf gekommen war er, als Frau S. mal wieder eine ihrer Lieblings-CDs durchs Haus hatte dröhnen lassen. Light beams from outer space, drifting to your satellite, your dish responds … Communication – disinformation – So entertaining“ – das geheime Leben der Bäume? Nein, Freunde der Nacht, sinnierte er vor sich hin, das geheime Kommunikationsnetz der Aliens. Eine Satellitenschüssel hatten Herr und Frau S. schon seit Jahren auf dem Dach installiert, und Herr S. hatte einen Teil seiner Freizeit in das Projekt „SETI“ (Search for Extraterrestrial Intelligence) investiert. Das Abhören des Himmels nach Signalen von außerhalb der Erde nahm ihn dermaßen in Anspruch, dass ihm mit Sicherheit nicht auffallen würde, wenn Obi-Wan nach außen kommunizieren würde. Er würde nicht mal bis ins All funken müssen; die erfolgreiche Aufnahme eines Kontakts zu anderen Leidensgefährten würde schon genügen.

Soweit die Theorie. Aber was nach einem ausgefuchsten Plan klang, entpuppte sich als schwieriger als von Obi-wan-Tannobi geplant. Den Namen hatte Andy dem künstlichen Bäumchen, das schon seit mindestens zehn Jahren treu und brav seinen Dienst tat, verpasst, nachdem er einen Glühwein zu viel intus gehabt hatte. Der arme Baum, einen noch blöderen Namen hatten sie ihm wohl nicht geben können – da half auch nicht die Drohung mit dem bösen Obi-Hörnchen. Im Gegenteil. Im nächsten Jahr hielt ein neuer Baumschmuck Einzug in den Haushalt: ein Eichhörnchen, aber Herr S. nannte es „das Obi-Hörnchen“. Zum Glück war das die letzte Peinlichkeit gewesen; dennoch hielt Obi-Wan hier nichts mehr – das Equipment für die Kommunikation stand – sein SOS, das er über die Lichterkette in den Vorgarten auf der anderen Straßenseite funkte, kam bei dem rotleuchtenden Stern der Nachbarn zwar mit Verzögerung an, aber dann flackerte sein Licht dreimal kurz auf, zum Zeichen, dass der Hilferuf vernommen worden war. Den Plan hinüberzumorsen, war ein Kinderspiel gewesen – was nun noch fehlte, war ein geeigneter Zeitpunkt. Und der kam schneller als erwartet.

Ding Dong! Frau S hechtete aus dem Badezimmer. Sie hatte sich gerade abgetrocknet und freute sich auf ihr samstägliches Pflegeritual, da schellte es Sturm. Der Paketbote! Mist – den hatte sie ja gar nicht mehr auf dem Radar gehabt. Ihr Mann war auch keine Hilfe, denn der saß schon wieder vor dem Rechner und war mit SETI beschäftigt. Außer Atem und ohne Schuhe hechtete sie nach draußen. Mit einem fulminanten Sprint erreichte sie das Hoftor genau in dem Augenblick, als der Mann in der braunen Uniform sich bereits zum Gehen anschickte. Das kostbare Paket, auf das sie so lange gewartet hatte, war endlich da. Andy würde begeistert sein, wenn er in ein paar Stunden die Werner-Komplettbox auspacken würde. Große Augen würde er machen. Augen groß wie Teller? Aber nicht so groß wie ihre, als sie die Stelle im Wohnzimmer erblickte, die ihr leer entgegen gähnte. Nur die abgerissene Lichterkette war stummer Zeuge, dass hier bis vor kurzem noch ein Baum gestanden hatte.

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Und zum Schluss nun die Regeln für dieses Projekt:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die Themen im Januar lauten:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Die 5 Besten am Donnerstag – Die besten Buddy Movies

 

Wie definiert man einen Buddy Movie? Gute Frage, aber bei den 5 Besten am Donnerstag auf dem Blog von passionofarts geht es heute genau darum. Laut Wikipedia handelt es sich dabei um ein Filmgenre mit zwei Filmcharakteren gleichen Geschlechts. Na, denn. Bei den von mir ausgewählten Filmen sind die Charaktere nicht zwangsläufig grundverschieden, sondern werden durch eine besondere Situation zu einem Team zusammengeschweisst. Wie immer fünf „Movies“ ohne bestimmte Rangfolge:

 

1) Lethal Weapon – Danny Glover und Mel Gibson sind nach allgemeinen Begriffen das klassische Beispiel für einen solchen Film, und weil ich die Lethal-Weapon-Reihe im Kino so gerne gesehen habe, sind mir die beiden als Gespann auch als erstes eingefallen (http://de.web.img3.acsta.net/r_640_360/newsv7/18/02/05/16/13/2017387.jpg):


 

2) Blues Brothers – der musikalische Kultfilm. Zwei Brüder – eine Mission: „Wir sind im Namen des Herrn unterwegs“ – mit diesen Worten begeben sich Dank Aykroyd und John Belushi als die Brüder Jake und Elwood Blues auf eine Reise, an deren Ende die absurdeste Verfolgungsjagd aller Zeiten steht (https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/d82a5533-0001-0004-0000-000000859481_w996_r1.77_fpx57.29_fpy50.83.jpg):


 

3) Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers – gleich vier Buddies machen sich auf, um die Leiche eines toten Jungen zu suchen und diese zu finden, bevor es eine Bande Fieslinge kann (https://bilder.t-online.de/b/78/71/49/84/id_78714984/610/tid_da/vier-jungs-erleben-in-stand-by-me-ein-grosses-abenteuer-l-r-gordie-wil-wheaton-vern-jerry-o-connell-teddy-corey-feldman-und-chris-river-phoenix-.jpg):


 

4) Thelma & Louise – hier bin ich mal so dreist, einen Film mit Frauen als Best Buddies in den Ring zu werfen. Aber der Film ist als Roadmovie ein Klassiker. Und wer hat gesagt, dass Buddies immer nur Kerle sein müssen? (https://www.laweekly.com/wp-content/uploads/2019/05/thelma-and-louise-book-susan-sarandon-gina-davis-759×500.jpg):


 

5) Cap und Capper – zwei Freunde auf acht Pfoten – Eigentlich können Fuchs und Hund (Originaltitel „The Fox and the Hound“) keine Freunde sein, aber Füchslein Cap und Jagdhund Capper verstehen sich auf Anhieb. Okay, als Disney-Zeichentrickfilm fällt dieses herzerweichende Stück Animationskunst so ziemlich aus dem Rahmen, und zwischendurch droht die Freundschaft zu zerbrechen, aber ich finde den einfach zum Heulen schön (https://assets.cdn.moviepilot.de/files/b9b0bbfc48736bfa588f13875617b0b4aff2dfb36619060c7afddd92749c/fill/1440/691/Cap-und-Capper.jpg):

 

 

Serienmittwoch bei Corly # 310 – Serien-Remakes

 

Die aktuelle Frage beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly beschäftigt sich damit, welche Serie wir im Remake besser finden als das Original. Leider kenne ich nicht viele Serien, von denen Neuauflagen gedreht wurden, und die wenigen, die in die ich reinschauen konnte, haben mir nicht gefallen, wie z.B. „Charmed“ oder „Beverly Hills 90210“; und mit der neuen Miss-Marple-Serie, die zur Zeit mittwochs auf ARD One läuft, bin ich auch noch nicht so richtig warm geworden.

Doch keine Regel ohne die berühmte Ausnahme, und das war bei mir das britische Period Drama „Poldark, das ich fünf Staffeln lang von 2015 bis 2019 immer sonntags auf BBC One verfolgt habe. Als man mir damals sagte, dass die beliebte Romanverfilmung aus den Siebziger Jahren in einem neuen Gewand daherkommen würde, war ich zunächst skeptisch. Doch Bild, Ton, Kostüme und die Handlung, die in meinen Augen näher dran war an der Romanvorlage, haben mich eines besseren belehrt.

Ganz wichtig sind die Schauspieler, denn mit denen steht und fällt oft das ganze Projekt. Und die waren für mich in beiden Versionen überzeugend. Wen und wieviele ich in welcher Version gelungener finde, hält sich im großen und ganzen die Waage. Einzelne Figuren wie der faule Bedienstete von Ross Poldark oder Caroline, die Frau des Arztes fand ich in der Originalversion gelungener porträtiert – bei den Hauptpersonen ist es genau anders herum.

Und selbst George, der Bösewicht und Kontrahent des Helden, den in der Originalversion niemand leiden konnte, hat in der Neuverfilmung Pluspunkte bei mir sammeln können, und das will was heißen. Die sorgfältige Auswahl der Kostümgestaltung trägt m.E. auch nicht unmaßgeblich zum Gelingen eines solchen Kostümdramas bei. In der alten Version erschienen sie mir teilweise sehr überladen und weniger opulent.

Wo die neue Version aber richtig punkten kann, ist die Bildqualität, was nicht ganz fair ist, denn so weit wie heute war die Technik 1975 bzw. 1977 noch nicht, und das merkt man den DVDs, die ich davon besitze, auch an. Mein Mann meinte einst, als er mit mir zusammen eine Folge schaute, nachdem ich mir die DVD in London gekauft hatte, dass das wohl doch nur bessere Videoqualität sei. Zum Vergleich mag das folgende Bild dienen, auch wenn man da schon genauer hinschauen muss, um Qualitätsunterschiede zu erkennen – links Robin Ellis & Angharad Rees (1975), rechts Aidan Turner & Eleanor Tomlinson (2015) – Bildquelle: https://interactive.wttw.com/sites/default/files/styles/full/public/images/2017/10/16/PoldarkDouble.jpg:

 


 

Gut gefallen hat mir an der Neuverfilmung, dass sie einen größeren Zeitrahmen als die Erstverfilmung umspannt und dezent eingestreute Rückblenden, die mir manche Handlungsstränge nachvollziehbarer machten. Einzig die Idee, für die fünfte und letzte Staffel eine eigene Handlung zu erfinden, um eine zeitliche Lücke von zehn Jahren zwischen zwei Romanen zu schließen, fand ich bei Bekanntwerden etwas befremdlich, aber als ich dann das Resultat sah, habe ich meine Meinung wieder geändert. Sollte jemand beschließen, auch die restlichen vier der insgesamt zwölf Romane noch zu verfilmen, hat er oder sie hier einen oder mehrere Punkte, an die ein Anknüpfen locker möglich ist, obwohl ich an eine Fortsetzung nicht glaube.

 

Media Monday # 447: Ja, mach nur einen Plan…

 

oder vielleicht doch besser nicht, denn frei nach einem Zitat aus „Parasite“, ist der Plan, der todsicher aufgeht, der Plan, der nie geschmiedet worden ist. Wahre Worte – mein Plan für den ersten Kinobesuch dieses Jahres war ein ganz anderer Film. Gelandet bin ich bei dem südkoreanischen Film „Parasite“ und hatte einen tollen Abend. Bei der Vorpremiere zu „Little Women“, der am 30. Januar in die Kinos kommt und auf den ich mich schon seit längerem gefreut habe, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ja, der Film war schön, aber doch nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Hoffentlich setzt sich das nicht dieses Jahr als Muster fort.

Jetzt ist aber erst einmal Zeit für die sieben Lückentexte des Media Monday:

Media Monday # 447

 

1. Wenn ich mir etwas für das Filmjahr 2020 wünschen könnte, so wären das mehr positive Überraschungen wie die, die ich mit „Parasite“ erlebt habe.

2. „Depeche Mode – SPIRITS in the Forest“ ist gemessen an vergleichbaren Filmen gerade deshalb so ungewöhnlich und großartig, weil nicht einfach nur ein Konzert abgefilmt worden ist, sondern auch sechs interessante Geschichten unterschiedlicher Fans erzählt werden.

3. Lange hat mich keine Lektüre mehr so gefesselt, wie die Ostfriesenkrimis von Klaus Peter Wolf.

4. Die Art und Weise, mit der man dieser Tage beinahe täglich mit neuen Serien anderen Veröffentlichungen bombardiert wird bekomme ich ehrlich gesagt, gar nicht mit, aber ab und zu lese ich Empfehlungen auf diversen Blogs.

5. Nostalgisch blicke ich auf meine Cornwall-Reise vor 20 Jahren zurück, einfach weil in jenem Jahr alles stimmte und ich die Drehorte einer von mir über alles geliebten Serie besichtigen konnte und außerdem den Hauptdarsteller und den Schriftsteller der literarischen Vorlage getroffen habe. Vielleicht kommt deshalb nicht von ungefähr mein Wunsch, dieses Jahr dort noch einmal hinzufahren – diesmal aber in eine andere Gegend. Denn es gibt dort diese eine Insel.

6. Autor*in/Regisseur*in/Darsteller*in Alfred Hitchcock ist für mich eigentlich immer eine sichere Bank, schließlich habe ich noch keinen wirklich schlechten Film von ihm gesehen, und so ist die Wiederaufnahme von „Alfred Hitchcock präsentiert“ ins Programm von ARD One für mich ein besonderes Highlight in der Serienlandschaft des Fernsehens.

7. Zuletzt habe ich mein neues 3D-Puzzle fertiggestellt, und das war im Gegensatz zu „Big Ben bei Nacht“ ein voller Erfolg, weil es beim schiefen Turm von Pisa keine knickbaren Teile gibt, die auseinanderbrechen können. Wenn es mir jetzt noch gelingt, Ersatz für das kaputte Puzzleteil des Big-Ben-Glockenturms zu bekommen und ich dieses blöde Dach zusammensetze, könnte das genauso hübsch aussehen, wenn das Bauwerk in voller Beleuchtung erstrahlt.