Same procedure as every year, James : der Jahresrückblick – Teil 1

aber vielleicht doch nicht so ganz wie erwartet, geht es nun auch damit bei mir los, hatte ich bereits am 8. Dezember damit angefangen. Etwas verfrüht, berichtete ich unter dem Titel „Mein Kinojahr 2019“ über all die Filme, die ich dieses Jahr gesehen hatte – ohne daran zu denken, dass dies doch noch nicht alles gewesen sein könnte. Entstanden ist dabei ein Querschnitt durch verschiedene Genres (Biopic, Komödie, Horrorfilm, Drama, Blockbuster, Independent-Film, usw) – nur eines fehlte noch: ein Film in Schwarz-Weiß. Das änderte sich am letzten Sonntag vor Weihnachten mit einem Kinobesuch zur Mittagszeit und dem Horrorfilm „The Lighthouse“ (Der Leuchtturm) in der Originalversion ohne Untertitel. Danach war ich so beeindruckt – und das auch noch Tage später, dass ich im Überschwang schrieb, dieser Film könne sich bei meinen bisherigen drei Anwärtern auf den Titel „Film des Jahres“ einreihen. Heute muss ich meine Meinung revidieren. Für mich ist „Der Leuchtturm“ nicht bloß ein Anwärter, sondern tatsächlich Film des Jahres.

Und damit habe ich ihn auch schon gefunden, den Einstieg in meinen persönlichen Rückblick auf das vergangene Jahr, den ich der Länge wegen zweigeteilt habe und dem eine Zusammenfassung meiner persönlichen Highlights und Flops in verschiedenen Kategorien (z.B. Film des Jahres) folgt. Lasst Euch überraschen…

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Januar

Schon zu Beginn des Jahres hatte ich das Gefühl, einmal etwas völlig anderes machen zu müssen. Etwas, das von meinen Gewohnheiten abweicht, und wenn es eine Reise in einen ganz anderen Teil der Welt ist. Japan vielleicht. Oder Hawaii. Oder Australien. Oder… ach, wäre das schön. Aber dafür reichen drei Wochen Urlaub lange nicht aus – also musste ein Reiseziel her, das nicht ganz so weit entfernt ist: Kanada. Dahin wollte ich schon mit Anfang Zwanzig. Auch während meiner Ehe kam dieses Thema einmal kurz zur Sprache, aber setzen Sie einmal einen Raucher für einen Langstreckenflug unter Rauchentzug. No way! Aber was hindert mich eigentlich daran, den verpassten Traum der Jugend jetzt nachzuholen? Richtig: Nichts! Leider führte die Suche im Internet zu keinem brauchbaren Ergebnis. Aber der Gang ins Reisebüro, nachdem ich meinen Urlaub eingetragen hatte, brachte mich meinem Ziel ein großes Stück näher, denn in einem Katalog entdeckte ich eine Busrundreise, die genau in dem Zeitraum meines eingetragenen Urlaubs stattfinden sollte. Das war die Lösung, und kurzerhand buchte ich noch zwei Nächte in Toronto hinzu. Nun fehlte nur noch der Reisepass, und die Planung war so gut wie durch.

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Februar

Im Februar habe ich die Schreibplattform wattpad für mich entdeckt und bin dort auf jede Menge kurzweilig zu lesender Bücher, Kurzgeschichtensammlungen und einer wahren Flut an sogenannter Fan Fiction gestoßen, sowohl in deutsch als auch in englisch. Und weil mich das ganze Spektrum an Literatur so unglaublich fasziniert, lese ich inzwischen viele Geschichten parallel nebeneinander her; eine Marotte, die ich jahrelang mit Hingabe gepflegt habe. Nebenbei dachte ich mir bei dem, was andere so veröffentlichen, dass ich mich mit meinen zusammenfabulierten Geschichten nicht verstecken muss, hatte aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, dass damit die Saat gestreut war für meine spätere, regelmäßige Teilnahme an einem Projekt, bei dem jede/r mitschreiben kann. Also meldete ich mich bei wattpad ausgerechnet am Valentinstag an und lud etwas später mein erstes Werk, eine Kurzgeschichte namens „Contact“ hoch, die ich hier im Rahmen einer Bloggeraktion bereits vor längerer Zeit veröffentlicht hatte.

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März

In diesem Monat war fleißiges Editieren bisher noch nicht veröffentlichter Texte angesagt, mit denen ich mich in deren bisherigem Zustand unmöglich an die Öffentlichkeit wagen konnte. So dachte ich, und dann kam mir ausgerechnet ein Thema bei dem Projekt „Das Werk zum Wort“ in die Quere, mit dem ich mich schon länger nicht mehr beschäftigt habe, aber das nun förmlich danach schrie, dass ich mich damit erneut auseinandersetzte. Leider kommt es in Wellen, da ich alle für mich wichtigen Personen im Oktober verloren habe: den ersten am 29. Oktober 1992 und den nächsten am 6. Oktober 2016. Manch einen mag das Thema „Trauer“ triggern, bei mir können es immer noch ganz kleine und unerwartete Dinge sein, die mich triggern, und dann ist sie auch schon wieder da, die nächste Welle; aber inzwischen kann ich es aushalten.

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April

Der 1. April ist traditionell der Tag des Aprilscherzes. Der fiel dieses Jahr auf einen Montag und war mein erster Urlaubstag. Wer aber in Urlaub fuhr, war nicht ich, sondern mein Auto, das sich ganz dringend eine Auszeit in der Werkstatt nehmen wollte und mit einem Platten winkte. Ja, ich hatte das Schwenken mit dem Zaunpfahl schon verstanden: Mein Cuore macht Wellnessurlaub, und ich werde zu Sport im Freien verdonnert. Laufen war angesagt – viel Laufen, denn das war die Gelegenheit, für den Ketteler-Lauf im Mai zu trainieren, für den ich mich angemeldet hatte. Letztes Jahr war ich zwar nicht auf dem letzten Platz gelandet, aber jetzt hatte mich der Ehrgeiz gepackt, die fünf Kilometer in weniger als 50 Minuten zu laufen. Bei diesem Training ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie schön manche Ecken der Heimatstadt sein können, wenn man sie zu Fuß erkundet, anstatt nur mit dem Auto daran vorbeizufahren.

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Mai

An dieser Stelle zitiere ich Lückentext Nr. 7 aus dem „Media Monday“ vom 27. Mai

7: Zuletzt habe ich nach dem Kettelerlauf versucht, vom Bett aus noch einen Film zu sehen und das war vergebene Liebesmüh, weil ich von 5 Kilometern und zwei Weißweinschorlen auf Eis danach dermaßen platt war, dass ich über zwölf Stunden durchgeschlafen habe.

Der Ketteler-Lauf war für mich das herausragende Ereignis des Monats, das seit seiner Entstehung unter dem Motto „Lauf dem Krebs davon“ firmiert. Eine sehr gute Freundin von mir hat ihren Mann 2017 nach einer langen Leidenszeit mit dieser tückischen Krankheit, die jeden Teil des Körpers befallen kann, für immer verloren. Und seitdem ist es für mich Ehrensache, an diesem Charitylauf teilzunehmen. Mir geht es dabei nicht ums Gewinnen, sondern meine Grenzen neu zu setzen und daran mitzuwirken, dass der Erlös Sportprogrammen für Krebskranke zugute kommt – Sportangebote, die von der Krankenkasse nicht bezahlt werden.

Kam ich im letzten Jahr noch als fünfundneunzigste von 120 Walkern durch die Ziellinie, so stellte der diesjährige Lauf eine riesige Verbesserung meines Laufergebnisses dar, denn ich brauchte für die Strecke von fünf Kilometern tatsächlich nur 49 Minuten und erreichte somit Platz 35 bei den weiblichen Walkern. Da kann man auch mal zwölf Stunden durchschlafen, bis am nächsten Tag die Sonne lacht.

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Juni

Nachdem ich mein selbstgestecktes Ziel für den Mai mit Bravour erreicht hatte, stand das nächste Projekt auf dem Plan: Kreatives Schreiben unter dem Motto #Writing Friday auf dem Blog von elizzy. Was hatte ich schon groß zu verlieren? Den Pulitzerpreis werde ich mit meinen Texten nie erreichen, aber das ist auch nie mein Ziel gewesen. Beim #Writing Friday geht es darum, sich zu einem oder mehreren vorgegebenen Themen kreativ mit Worten auszudrücken, in welcher Form auch immer. Da unsere Texte immer Freitags auf unseren Blogs erscheinen, hatte meine Woche nun nach dem Sonntag mit dem Media Monday (medienjournal) und dem Werk zum Wort (stepnwolf), dem Serienmittwoch (Corly) und den 5 Besten am Donnerstag (passionofarts) einen weiteren „fixed point in time“ – am Freitag. Schon länger hatte ich damit geliebäugelt, aber nun war die Zeit reif dafür. Zur Auswahl standen folgende Themen:

1) „Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?   —   2) Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich.   —   3) Du kannst plötzlich fliegen. Würdest du jemandem davon erzählen? Was tust du mit dieser neuen Fähigkeit?   —  4) Deine Vorratsdosen starten einen Aufstand, berichte davon.   —   5) Was bedeutet Freundschaft für dich?

Meine Wahl fiel auf die ersten drei Themen; Mit der vierten Aufgabe konnte ich nichts anfangen, und die letzte war mir (noch) zu persönlich. Dass sich aus der Geschichte zur ersten Aufgabe, die ich „Am Haken“ genannt habe, so etwas wie eine Miniserie entwickeln würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Die wichtigste Regel von den wenigen, die elizzy aufgestellt hat, lautete: Habt Spaß. Und das machte es definitiv. Ich bekam Lust auf mehr und machte bis zuletzt regelmäßig mit. Ein Ende ist nicht abzusehen.

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An dieser Stelle folgt eine Pause vor den Monaten Juli bis Dezember – zu Teil 2 geht es hier.

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Ein Kommentar zu “Same procedure as every year, James : der Jahresrückblick – Teil 1

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