Serienmittwoch bei Corly # 310 – Serien-Remakes

 

Die aktuelle Frage beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly beschäftigt sich damit, welche Serie wir im Remake besser finden als das Original. Leider kenne ich nicht viele Serien, von denen Neuauflagen gedreht wurden, und die wenigen, die in die ich reinschauen konnte, haben mir nicht gefallen, wie z.B. „Charmed“ oder „Beverly Hills 90210“; und mit der neuen Miss-Marple-Serie, die zur Zeit mittwochs auf ARD One läuft, bin ich auch noch nicht so richtig warm geworden.

Doch keine Regel ohne die berühmte Ausnahme, und das war bei mir das britische Period Drama „Poldark, das ich fünf Staffeln lang von 2015 bis 2019 immer sonntags auf BBC One verfolgt habe. Als man mir damals sagte, dass die beliebte Romanverfilmung aus den Siebziger Jahren in einem neuen Gewand daherkommen würde, war ich zunächst skeptisch. Doch Bild, Ton, Kostüme und die Handlung, die in meinen Augen näher dran war an der Romanvorlage, haben mich eines besseren belehrt.

Ganz wichtig sind die Schauspieler, denn mit denen steht und fällt oft das ganze Projekt. Und die waren für mich in beiden Versionen überzeugend. Wen und wieviele ich in welcher Version gelungener finde, hält sich im großen und ganzen die Waage. Einzelne Figuren wie der faule Bedienstete von Ross Poldark oder Caroline, die Frau des Arztes fand ich in der Originalversion gelungener porträtiert – bei den Hauptpersonen ist es genau anders herum.

Und selbst George, der Bösewicht und Kontrahent des Helden, den in der Originalversion niemand leiden konnte, hat in der Neuverfilmung Pluspunkte bei mir sammeln können, und das will was heißen. Die sorgfältige Auswahl der Kostümgestaltung trägt m.E. auch nicht unmaßgeblich zum Gelingen eines solchen Kostümdramas bei. In der alten Version erschienen sie mir teilweise sehr überladen und weniger opulent.

Wo die neue Version aber richtig punkten kann, ist die Bildqualität, was nicht ganz fair ist, denn so weit wie heute war die Technik 1975 bzw. 1977 noch nicht, und das merkt man den DVDs, die ich davon besitze, auch an. Mein Mann meinte einst, als er mit mir zusammen eine Folge schaute, nachdem ich mir die DVD in London gekauft hatte, dass das wohl doch nur bessere Videoqualität sei. Zum Vergleich mag das folgende Bild dienen, auch wenn man da schon genauer hinschauen muss, um Qualitätsunterschiede zu erkennen – links Robin Ellis & Angharad Rees (1975), rechts Aidan Turner & Eleanor Tomlinson (2015) – Bildquelle: https://interactive.wttw.com/sites/default/files/styles/full/public/images/2017/10/16/PoldarkDouble.jpg:

 


 

Gut gefallen hat mir an der Neuverfilmung, dass sie einen größeren Zeitrahmen als die Erstverfilmung umspannt und dezent eingestreute Rückblenden, die mir manche Handlungsstränge nachvollziehbarer machten. Einzig die Idee, für die fünfte und letzte Staffel eine eigene Handlung zu erfinden, um eine zeitliche Lücke von zehn Jahren zwischen zwei Romanen zu schließen, fand ich bei Bekanntwerden etwas befremdlich, aber als ich dann das Resultat sah, habe ich meine Meinung wieder geändert. Sollte jemand beschließen, auch die restlichen vier der insgesamt zwölf Romane noch zu verfilmen, hat er oder sie hier einen oder mehrere Punkte, an die ein Anknüpfen locker möglich ist, obwohl ich an eine Fortsetzung nicht glaube.