Mein Kinojahr 2020 : Es lebe die Vielfalt!

 

Ja, mach‘ nur einen Plan – und dann gehst Du nicht in „Knives Out“ oder „The Peanut Butter Falcon“, und schon gar nicht in „Pavarotti“, sondern in „Parasite“, der von verschiedenen Bloggern und auch woanders dermaßen gelobt wurde, dass ich neugierig geworden bin. „Der beste Plan ist der, der nie geschmiedet wurde“ – dieses Filmzitat könnte auch als Motto für den ersten Abend im Januar stehen, der mir einen richtig guten Film beschert hat. Vermutlich wird dies nicht die einzige Planänderung sein, die auf mich wartet, denn ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr noch mehr Überraschungen auf mich warten, was die Fülle von neuen Filmen betrifft.

Für zwei Sondervorführungen liegen schon die Tickets bereit, und mit dem Ausprobieren neuer Lichtspielhäuser habe ich gerade erst begonnen. Das Lobpreisen der Vielfalt bezieht sich daher nicht allein auf meine Filmauswahl. Und wenn ich schon dabei bin, ergänze ich die Liste der Veränderungen um die Uhrzeiten der Vorstellungen. Doch zunächst mal ein kurzer Rückblick. Man kann nie zu früh damit anfangen.

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Was bisher geschah

2018 war ich viermal im Kino: „Ocean’s Eight“, „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Alles sehenswerte Filme – kein einziger Flop. Ich war begeistert. Vor allem schon allein deswegen, weil ich da erst gemerkt habe, wie sehr ich es früher geliebt habe, ins Kino zu gehen und manche Filme sogar mehrmals zu sehen (zuerst in der Originalversion, danach in der Synchronfassung). Die Anzahl der 2019 von mir in verschiedenen Kinos gesehenen Filme beläuft sich auf siebzehn. Eine Vervierfachung der Vorjahresmenge. Aber Quantität und Qualität decken sich nicht immer. Hier meine äußerst subjektive Einteilung, von Top bis Flop

Einer hat mich regelrecht umgehauen: The Lighthouse. Schade, dass der in den Nominierungen für den Oscar fehlt. 


 Vier haben mich nachhaltig begeistert:  Wir, Le Mans 66 – gegen jede Chance, Official Secrets und Amazing Grace – Aretha Franklin.  Bei solchen Filmen ist mir dann auch die Überlänge egal.


Bei fünf weiteren führte der Fangirl-Faktor zu einem Kinoerlebnis der besonderen Art:  Downton Abbey, Mystify: Michael Hutchence, M C Escher – Reise in die Unendlichkeit, Depeche Mode : SPIRITS in the forest und INXS : Live Baby Live.  Die hätten auch ruhig noch länger sein dürfen (kleiner Joke).


Vier von dieser Liste fand ich insgesamt ganz okay:  Manhattan Queen, Plötzlich Familie, Green Book – eine besondere Freundschaft und Book Week. Da hätte es auch ein DVD-Abend getan.   —


Und drei haben mich dagegen regelrecht enttäuscht: Yesterday, Once upon a time in Hollywood und Nurejew The White Crow. Hier habe ich mich dabei ertappt, wie ich zwischendurch immer wieder auf die Uhr geschielt habe. Ein typischer Fall von Zeitverschwendung, und gerade im Fall von „Yesterday“ hätte ich mir statt dessen viel lieber „Kursk“ angesehen, aber als ich dann wieder Zeit hatte, lief er nicht mehr. Kurzer Nachtrag zwischendurch: Inzwischen gibt es den Film auch auf DVD – einem Abend, an dem ich den Film dann doch noch sehen kann, steht eigentlich nichts mehr im Wege.

Und bevor gleich der große Aufschrei beginnt („Was? Once upon a Time… – Aber das ist doch ein Tarantino!“) kommt hier meine Gegenfrage: „Ja – und?“ Der Name eines Regisseurs ist nicht immer ein Garant dafür, dass mir ein Film gefällt. Zum Beispiel mag ich „Kill Bill“, aber mit dieser hochgelobten und für einige Oscars nominierten Hommage an Hollywood konnte ich einfach nichts anfangen. Dafür können andere meine Begeisterung für einen Teil der Filme auf meiner Liste nicht teilen. Wie meine Bilanz für 2020 aussieht, werden die kommenden Monate zeigen. Dann folgt eine Rückschau – pro Monat eine.

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meine Bilanz für 2020

Eine monatliche Rückschau mit Datum und Ort, ergänzt durch Pro und Kontra, erscheint mir sinnvoll. Ein Jahresrückblick, fortlaufend geschrieben und zeitnah aufbereitet, solange die Eindrücke noch frisch sind, und ergänzt um meine Vorlieben bei den Veranstaltungsorten.

Bisher waren meine Lieblingskinos in Frankfurt die sogenannten Arthouse-Kinos: Das Cinema am Rossmarkt und die Harmonie am Lokalbahnhof. Ich kenne beide noch unter der Bezeichnung „Programmkino“, und was sie gemeinsam haben, sind wechselnde Zeiten bei den Vorführungen, anders als bei den großen Kinos, die vorwiegend Blockbuster zeigen. Einen Star-Wars-Film oder das neueste Werk von Quentin Tarantino wird man dort vergeblich suchen. Statt dessen darf man sich dort auf Filme wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ oder „Das geheime Leben der Bäume“ freuen. Auch Biografien wie die über Miles Davis oder Luciano Pavarotti sind ein Fall für diese Lichtspielhäuser. Das ist schön, hat aber einen Haken: Manchmal kollidieren die Termine der Vorführungen mit meinen Feierabendaktivitäten. Genug der Vorrede – let the show begin – schon sehr,  sehr bald in diesem Theater.

5 Kommentare zu “Mein Kinojahr 2020 : Es lebe die Vielfalt!

  1. Ich kann mit Tarantino gar nichts anfangen und weiß nicht, was so viele an seinen Filmen finden. Inzwischen habe ich gelernt, dass allgemeine Begeisterung gar nichts über meinen persönlichen Geschmack aussagt. Jüngst auch wieder mit 1917 erlebt, dessen guten Kritiken mich zum Kinobesuch bewegt haben. Ich muss echt mal daraus lernen 🙂 .

    • Ich habe mich neulich mal über 1917 informiert und festgestellt, dass der dann doch nicht so weit oben auf der Liste der Filme steht, die ich UNBEDINGT sehen will.

      Wenn demnächst Bombshell ins Kino kommt, schaue ich mir den an.

      • 1917 wurde von vielen so begeistert gefeiert, dass man den sehen müsste (was natürlich Quatsch ist). Dennoch habe ich mich hinreißen lassen. Technisch ist er wirklich sehr gut, aber emotional hat er mich kalt gelassen und das ist eigentlich immer kein gutes Zeichen.

      • Das wird es gewesen sein, was mich abgeschreckt hat. So ein Erlebnis hatte ich letzte Nacht mit „The Lodge“, ein als Horror/Drama bezeichneter Film mit Richard Armitage. Ein eskalierendes Familienwochenende im Schneesturm. Irgendwie hat es keine der Figuren geschafft, dass ich mit ihnen mitfühlen konnte. Den Film fand ich etwas langatmig, zwar nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

        Vielleicht liegt’s daran, dass „Der Leuchtturm“ bei mir neue Maßstäbe gesetzt hat, was Ansprüche angeht.

      • Da hat ein Film schon massive Probleme, wenn man nicht mitfühlen kann. Die Story von 1917 war einerseits sehr vorhersehbar, teilweise sogar unlogisch und andererseits hat es mich bis auf kurze Momente nicht berührt. Dabei muss ein Film mich eigentlich nicht drei Mal bitten, zu heulen, wenn er anrührt.

        „Der Leuchtturm“ – wieder ein Beispiel für einen Film, der hier gar nicht lief/läuft. Vielleicht noch im Zuge der Oscars. Mal sehen.

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