Serienmittwoch bei Corly # 315– Besondere Filmerlebnisse

 

Beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly gibt es heute eine Frage zu Filmerlebnissen, die etwas besonders für uns sind bzw. waren. Davon habe ich so einige, aber ich verbinde sie eher mit dem Drumherum als bloß mit dem Film an sich. Hier sind meine Top Ten, in wahlloser Reihenfolge:

 

1) Mein erster Kinofilm an sich: Bernard und Bianca – ein Disney-Klassiker, da war ich noch klein, und meine Mama hat mich und meine Schwester ins Kino begleitet. Damals sind wir dann immer einmal im Jahr ins Kino, in einen Disney-Film.

2) Open-Air-Kino: Mein Mann und ich hatten bei einem Gewinnspiel unserer Zeitung zwei Karten für eine Freiluft-Kinovorstellung gewonnen. Der Film hieß „L’Auberge Espagnole – Barcelona für ein Jahr“, und wir fanden ihn sehr amüsant. Dass Audrey Tautou mitgespielt hat, war für meinen Mann die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

3) Stummfilme mit Orchesterbegleitung: „Nosferatu“, der Klassiker aus den Zwanziger Jahren, mit Max Schreck als Untoter – uuuuahhhh, war das gruselig. Aber die Orchesterbegleitung war auch nicht ohne. Von „Panzerkreuzer Potemkin“ war meine Freundin, die sich sowieso stark für alles Russische interessiert, sehr angetan. Vor allem die Treppenszene auf der gefühlt kilometerlangen Treppe von Odessa war nichts für zarte Gemüter. Schüsse fallen, und viele werden niedergetrampelt.

4) Mein erster Konzertfilm: Meine Schwester, die ein riesiger U2-Fan ist, hat mich damals in den Film „Rattle and Hum“ mitgeschleppt. Ich mochte die Musik von U2 zwar schon immer, habe mich aber nie als Fan bezeichnet. Da gab es ganz andere Bands. Im Kino herrschte damals gähnende Leere, aber das war mir egal, denn den Film fand ich sehr beeindruckend.

5) Mein erster Film, den ich im Ausland gesehen habe: „Der Name der Rose“ in der Originalversion. Der hat mich so begeistert, dass ich ihn gleich nach meiner Rückkehr aus Schottland nochmal in einem Frankfurter Kino sehen musste.

6) Ein Film, bei dem mich vor allem das Kino begeistert hat: „Sunshine on Leith“, ein Musicalfilm, bestehend aus lauter Hits des schottischen Duos „The Proclaimers“. Die Dame, bei der ich wohnte, lud mich ein, weil unter den Komparsen eine ihrer Schülerinnen in einer Massentanzszene am Ende des Films zu sehen war und der Film fast komplett in Edinburgh spielt, wo ich gerade bei ihr zu Gast war. Das Kino war wunderschön. Mit gemütlichen Liegesitzen und Getränkehalterungen.

7) Filme, die ich hoch über den Wolken gesehen habe: Kino in zehntausend Metern Höhe, das gibt es nur auf Langstreckenflügen. Letztes Jahr habe ich mir gleich zwei in voller Länge gegönnt. „Three Billboards outside Ebbing Missouri“ auf dem Flug von Frankfurt nach Toronto und „Crazy Rich Asians“ auf dem Flug von Toronto nach Frankfurt.

8) Ein Film, den ich im Stau gesehen habe: Stundenlang im Stau zu stehen, ist sowas von öde. Gut, wenn man ein Laptop dabei hat und sich den Käpt’n-Blaubär-Film anschauen kann. Haben die anderen um uns herum vielleicht dämlich geguckt.

9) Ein Film, für den ich extra weit gefahren bin: Eigentlich waren es zwei Filme, und zwar die Komödie „Book Week“ (Samstagabend) und die Dokumentation „Mystify: Michael Hutchence“ (Sonntagabend) – sie liefen beide beim australisch-neuseeländischen Filmfestival „Down Under Berlin“. 550 Kilometer einfache Strecke habe ich zurückgelegt und mir mein Sightseeingprogramm um die Filme herumgebastelt.

10) Und zum Schluss – die erste private Filmvorführung meines Lebens: Ein Trickfilm mit Bugs Bunny, vorgeführt vom Papa im abgedunkelten Wohnzimmer. Corpus Delicti waren eine Filmrolle und ein Projektor. Weiß der Geier, woher er beides hatte, aber für den größten Lacher hat das Rückwärtslaufen des Films gesorgt.

 

Das waren meine Top Ten der besonderen Filmerlebnisse.