ABC -Etüden – Woche 12 & 13 : Oster-Alarm

Es ist Zeit für eine neue literarische Fingerübung mit weniger als 300 Wörtern – bekannt unter dem StichwortABC-Etüden, diesmal mit drei frühlingshaften Begriffen (Substantiv, Adjektiv und Verb), die fett hervorgehoben in meinem Beitrag erscheinen (laut Statistik übrigens der 1111. insgesamt auf meinem Blog):

Forsythien/lächerlich/erfrieren

In österlicher Vorfreude, auch wenn der Osterhase diesmal schlappmacht, ist sie nun da, meine neueste Etüde mit 224 Wörtern:

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Oster-Alarm

Ostern fällt diesmal aus. Wegen Bodennebel!“

Ungläubig schaute ich Tim an. Aprilscherze zu reißen, hatte ihm noch nie gelgen, aber der hier war an Dämlichkeit kaum zu überbieten. Wo war die versteckte Kamera? „Mach dich doch nicht lächerlich“, fauchte ich.

Das ist kein Witz, Delia.“ Tim warf mir die Zeitung zu. Stirnrunzelnd überflog ich die Meldungen auf der Titelseite. „Kälteschock in Holland: Tulpen erfrieren in Amsterdam. Massensterben bei den Osterglocken“ Aber diese Nachricht konnte er kaum meinen. Nach nochmaligem Suchen fand ich es dann doch: „Bistum Mainz sagt Ostergottesdienste ab.“

Wegen der Kältewelle?

„Nein, wegen Corona“, antwortete er, und zog ein Gesicht, als ob man dem Osterhasen zu Quarantäne verdonnert hätte. Klar, bei der Hiobsbotschaft: „Ich bin mit dem LKW unterwegs. Damit die Märkte endlich ihren Klopapiernachschub bekommen. Dieser Monat ist echt für den Allerwertesten!“

Wie passend! Ostern ohne Tim, weil er wegen der blöden Hamsterkäufer jetzt Sonderschichten fahren musste. An Ostern Waren ausliefern… resigniert seufzte ich. Und dabei hatten wir uns so auf ein paar freie Tage gefreut. Wegfahren war ja nun gestrichen – nur gut, dass wir noch nichts gebucht hatten. Und Urlaub in Balkonien konnte durchaus auch etwas für sich haben. Gut, dass wir von der Kältewelle verschont geblieben waren und ich mich an unserem Garten erfreuen konnte. Dort blühten schon Tulpen, Hyazinthen und Forsythien. Hoffentlich noch lange genug.

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Die Wortspende stammt diesmal übrigens von Elke H. Speidel (Transworte auf Litera-Tour) – auf die nächste Sonderetüde, die in zwei Wochen erscheint, freue ich mich schon.

Mein Kinojahr 2020 : Der Monat März im Zeichen der Erschöpfung

 

Wegen eines Unfalls in der Familie hatte ich mehr als sonst zu tun und war abends zu nichts mehr zu gebrauchen. Doch dann fand sich doch noch ein Abend, an dem ich allerdings nicht mehr bis nach Frankfurt gondeln wollte. Deshalb habe ich beschlossen, den Besuch der Filmvorführung von „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ noch einmal zu vertagen. Statt dessen habe ich mir den gerade erst angelaufenen Film „The Gentlemen“ angesehen und diese Umdisponierung nicht bereut. Auf noch mehr Drama konnte ich an diesem Abend verzichten. Mir stand der Sinn nach leichter und gleichzeitig schräger Unterhaltung. Für eine wahre Geschichte wie die von „Bombshell“ hätte ich keine Energie mehr aufgebracht.

Verschieben wir’s auf Morgen – mit diesem Zitat aus „Vom Winde verweht“ eröffne ich den vorgezogenen Monatsrückblick wegen akuter Planänderung, denn wegen jenes Unfalls hatte ich keine Lust, mich abends auf den Weg ins Kino zu machen. Dafür hätte es wirklich genügend Filme gegeben, die ich mir gerne angesehen hätte.

Russland von oben   —   Für Sama   —   Bombshell – das Ende des Schweigens   —   Die perfekte Kandidatin   —   Jean Seberg – Against all Enemies

Zwei Dokumentarfilme und drei Filme, die sich um Frauen drehen – ob ich wenigstens einen davon sehen werde, steht noch in den Sternen. Der Start des Films über Jean Seberg wurde wegen Corona erst einmal verschoben. Vielleicht gibt ja mein DVD-Regal einen passenden Ersatz her. Aber „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ gehört sicherlich nicht dazu.

Außerdem hatten meine Freundin und ich Karten für den 17. März – für eine Übertragung der Oper Fidelio aus dem Londoner Royal Opera House ins Kino. Nach einem unerfreulichen Erlebnis in der S-Bahn im Zusammenhang mit dem grassierenden Virus benutze ich seit jenem Montag keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Das Risiko, diesen Sch*** an meine 80 Jahre alte Mutter zu übertragen, möchte ich so gut es geht vermeiden, da wir in einem Haus zusammen leben.

Also habe ich mir lieber Serien auf DVD angeschaut: die zweite Staffel von „Nashville“ und den Zwölfteiler „Titanic : Blood and Steel“, der sich mit dem Bau der Titanic in der Belfaster Werft Harland & Wolff beschäftigt sowie die politischen und gesellschaftlichen Spannungen Nordirlands thematisiert. In verschiedenen Rollen glänzen Derek Jacobi, Kevin Zegers, Neve Campbell und Chris Noth.