Mein Kinojahr 2020 : Der Monat April im Zeichen von Corona

 

Ja, mach nur einen Plan… Dass der Februar der letzte Monat für mich sein würde, in dem es mich ins Kino zieht, hätte ich mir zu Beginn des Jahres auch noch nicht gedacht. Nun denn, nun haben wegen eines neuartigen Virus‘ sämtliche Lichtspielhäuser geschlossen, und somit ist es mit dem Weggehen Essig, denn es gilt, Zusammenkünfte mit anderen Menschen zu vermeiden. Das ist zwar blöd, ermöglicht mir aber den Einsatz im Home Office und eine Beschäftigung mit meinem Bestand an DVDs.

Da hier fast so gut wie jedes Genre vertreten ist, habe ich die Qual der Wahl: Welcher Klassiker darf es heute sein? Lasst Euch überraschen…

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Der Zauberer von Oz

West Side Story

The Breakfast Club

We want sex

Loreena McKennitt – Nights from the Alhambra

In guten Händen

The Living and the Dead *)

Ray

Die Nebel von Avalon

Wie angelt man sich einen Millionär

Zimt und Koriander

Vom Winde verweht

25 km/h

Murder in the first

The witness for the prosecution

Good Morning Vietnam

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Der Zauberer von Oz (1939): „Ding Dong, die Hex‘ ist tot!“: ein Lied mit Ohrwurmpotential in einem Evergreen aus den Dreißiger Jahren, für alle Junggebliebenen. In der Hauptrolle glänzt die unvergessene Judy Garland. Ein Film den ich mir immer wieder ansehen kann und dabei immer noch etwas Neues entdecke. Irgendwie hat mich die Burg der bösen Hexe an die Festung erinnert, aus der ein Heer der Orks heraus marschiert. — FSK 0

West Side Story (1961) : Romeo und Julia in New York. Die Idee ist nicht neu, aber die Musik und die Choreografie sind für mich das Beste, was ich bisher in Musicalfilmen zu sehen bekommen habe. „Life is alright in America – if you’re a white in America“, wenn das keine Kritik am Rassismus ist, dann weiß ich auch nicht. Jets gegen Sharks, und mittendrin zwei Liebende, die den verfeindeten Lagern angehören und zwischen die Fronten geraten: Man spürt das Unheil kommen und möchte es so gern verhindern, und wer das Original kennt, der weiß, wie es ausgeht. — FSK 12

The Breakfast Club (1985) : fünf zum samstäglichen Nachsitzen verdonnerte Jugendliche müssen im Verlauf der Strafaktion erkennen, dass ein jeder von ihnen mit Vorurteilen zu kämpfen hat und mit dem Druck durch Eltern oder eigene Clique klarkommen muss. Freundschaften fürs Leben entstehen dadurch zwar vermutlich nicht, aber am Schluss kommen sie zu der Einsicht, dass der Aufsatz, den sie schreiben sollen, wenig Sinn hat, wenn der Leser desselben an seiner Meinung über sie festhält und sie auch weiterhin nur so sieht, wie er sie sehen will. — FSK 12

We want sex (2010) : Huch! Da ist es, das böse Wort mit S. Was für Filme sieht die sich denn an? Ich kann Eure Gedanken schon förmlich hören, aber… ein Schelm, der sich was bestimmtes dabei denkt. Dabei würde ein Blick auf die Altersfreigabe schon die passende Erklärung liefern, aber wie so oft sehen Leute nur das, was sie sehen wollen. In besagtem Fall übersehen die Leute auf der Straße das letzte Wort auf dem Transparent, das die streikenden Näherinnen von Ford im britischen Dagenham bei ihrer Demo aus Schusseligkeit nicht ganz aufgerollt haben. Im Original heißt der Film „Made in Dagenham“, was nicht sehr spektakulär klingt, und vielleicht hatte man ja deswegen die Idee zum reißerischen Titel der deutschen Fassung. — FSK 6

Loreena McKennitt – Nights from the Alhambra (2007) : Am Karfreitag war mir nach Musik. Viel Musik. Am besten solche, die das Herz bewegt und bis in die Tiefen der Seele vordringt, auch wenn ich dadurch in Tränen ausbreche. Was Unto Ashes mit ihrem Album „Empty into White“ nicht geschafft haben, bewirkt dieses Konzerterlebnis der Extraklasse. 2005 gab die kanadische Künstlerin ein Konzert in den altehrwürdigen Gemäuern der Alhambra, und was hätte ich dafür gegeben, dabei sein zu dürfen. Nicht nur, weil ich ihre Musik so liebe, sondern allein schon wegen des Ortes, an dem das Publikum die Ehre hatte. — FSK k.A.

In guten Händen (2011): In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts greift eine neue Krankheit unter den Frauen um sich: die Hysterie. Eine Sammeldiagnose, die für so ziemlich für alle Symptome herhalten muss, unter denen die Patientinnen leiden. Mit Hand auf- bzw. anlegen allein ist es da nicht getan, da braucht es schon die Erfindung eines portablen, elektrischen Massagegeräts, um die Massen an Hilfesuchenden zufriedenstellend zu behandeln. — FSK 12

The Living and the Dead (2016): 1894 geschehen unerklärliche und böse Dinge in Shepzoy (Somerset), nachdem der Londoner Psychologe Nathan Appleby mit seiner Frau Charlotte dort einzieht, nachdem er das Landgut geerbt hat. Es kommt verstärkt zu Erscheinungen von Geistern, und Nathan gerät auf der Suche nach der Wahrheit immer stärker in den Sog des Bösen. Es sind nicht nur die Geister anderer Verstorbener, sondern vor allem auch der seines beim Spielen ertrunkenen Sohnes Gabriel, die ihm zu schaffen machen. Vollends rätselhaft sind die seltsamen Zeichen wie Kondensstreifen von Flugzeugen, Autoscheinwerfer und eine geheimnisvolle Dame mit dem Tablet, die nachts durch Shepzoy streift. Mit nur einer Staffel à sechs Folgen und einem verwirrenden Ende hat mich diese BBC-Mysteryserie mit Horrorelementen zugegeben etwas ratlos zurückgelassen. — FSK k.A.

Ray (2004): Biopic über Ray Charles – mit Jamie Foxx in der Hauptrolle. — FSK 12

Die Nebel von Avalon (2001): Durch das sensationelle Konzert von Loreena McKennitt in der Alhambra bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, mir diese drei Stunden lange Verfilmung des gleichnamigen Romans von Marion Zimmer Bradley anzuschauen. Das Lied „The Mystic’s Dream ist in dieser Version der Artus-Sage aus Sicht der Frauen von Avalon allgegenwärtig. Wann habe ich zuletzt einen Film von drei Stunden Länge am Stück gesehen? Letztes Jahr im Kino, aber dieser Fernsehfilm, so sehr ich ihn auch mag, hat leider auch teilweise ziemliche Längen, so dass ich ihn auf zwei Abende verteilt habe. — FSK 12

Wie angelt man sich einen Millionär? (1953): Drei Mannequins (Lauren Bacall, Betty Grable und Marilyn Monroe) schließen sich zu einer WG zusammen, um einen durchdachten Plan in die Tat umzusetzen: für jede von ihnen einen Millionär zu finden und diesen zu heiraten. Zunächst scheint auch alles gut zu laufen, doch dann verlieben sich zwei von ihnen in Habenichtse, und die dritte erliegt dem Charme eines vermeintlich ebenso armen Schluckers und verschmäht wegen ihm den heiratswilligen, dreißig Jahre älteren texanischen Tycoon – um am Ende zu erfahren, dass der Favorit doch millionenschwer ist. So viel zum Thema Menschenkenntnis und dem Sprichwort „Kleider machen Leute“. Man(n) muss nur in legerer Kleidung und ohne Krawatte überall auftauchen, und man hat den Ruf weg, am Hungertuch zu nagen. — FSK 12

Zimt und Koriander (2003): Mit hungrigem Magen sollte man sich diesen Film, der sich nicht nur um den griechisch-türkischen Konflikt und die Zypernfrage dreht, nicht ansehen; denn es wird sehr viel gekocht und gegessen, und das in sehr ruhigen, poetischen Bildern. Als der kleine Fanis und seine Familie aus Konstantinopel, das sie nur „die Stadt“nennen, 1964 ausgewiesen werden, erleben sie ein Paradoxon: Für die Türken in der Stadt sind sie „die Griechen“, für die Griechen auf dem Festland sind sie „die Türken“ und müssen allenthalben beweisen, dass sie echte Patrioten sind, auch nach Jahren noch. — FSK 0

Vom Winde verweht (1939): Dieses Südstaatendrama konnte ich nicht am Stück gucken, sondern habe daraus mehrere Filmabende gemacht. Vier Stunden Lauflänge sind eben nichts für zwischendurch. Als ich an Ostern beim Zappen durch die Kanäle feststellte, dass ich diesen Film wieder einmal in der Mitte eingeschaltet habe, stand der Plan fest, mir dieses Epos auf DVD anzusehen. Streckenweise droht der Kitschalarm, und viele Dialoge und Szenen waren für mich mit ihrem Pathos eine harte Nuss. Dennoch waren es drei unterhaltsame Abende. — FSK 12

25 km/h (2018): Ein Roadmovie der anderen Art, mit Bjarne Mädel (Mord mit Aussicht) und Lars Eidinger, das ich damals leider im Kino verpasst habe. Dabei fand ich die Idee so witzig: Zwei Brüder brechen auf zu einer Reise durch Deutschland mit besonderen Aufgaben (schubse eine schlafende Kuh, Arschbombe vom Zehnmeterbrett) – auf ihren Mopeds, mit denen sie nicht schneller als 25 km/h fahren können. — FSK 6

Murder in the first (1995): Gerichtsdrama mit Christian Slater als Anwalt und Kevin Bacon als Angeklagter. Zu Beginn ist es ein eindeutiger aber aussichtsloser Fall, am Ende ist der eigentliche Angeklagte das amerikanische Justizsystem und Alcatraz mit seinen unmenschlichen Haftbedingungen. — FSK 16

The Witness for the Prosecution (2016): noch ein Gerichtsdrama, diesmal ein Zweiteiler der BBC, basierend auf der Originalgeschichte von Agatha Christie, mit einem Ende, das sich von der Adaption durch Billy Wilder von 1957 unterscheidet. Ein Happy End sucht man auch hier vergeblich, nur ist in der Neuadaption das Ende noch heftiger. — FSK k/a

Good Morning Vietnam (1987): Der Vietnamkrieg aus der Sicht des amerikanischen AFN-Radiomoderators Adrian Cronauer, der von Kreta nach Saigon versetzt wird und für seine respektlose Art des Moderierens und seinen bissigen Humor zwar von den Soldaten geliebt wird, aber sich dadurch auch seinen bösartigen Vorgesetzten Sergeant Major Dickersen zum Feind macht. Um ihn loszuwerden, schreckt dieser nicht davor zurück, den ahnungslosen Cronauer für ein Interview auf eine von den Viet Cong kontrollierte Strecke zu schicken. Besonders grotesk wirkten bei diesem Film vor allem die Szenen, die den Terror zeigen und von lieblicher Musik untermalt werden. — FSK 12

*) diese Serie war die einzige, die ich mir als Streamingversion bei amazon gekauft und online angesehen habe.

30-Days Song Challenge – Day #7

 


 

Wie, schon wieder eine Woche vorbei? Kommen wir zu Tag Nummer Sieben der 30-Days Song Challenge

 

Day #7 : A song to drive to

 

Die sind schuld, dass ich im Sommer 2018 wegen zu schnellen Fahrens geblitzt worden bin: INXS – Taste it (https://www.youtube.com/watch?v=77U0PVdF80w)

 

 

und zur Strafe gibt’s deshalb nur das Test- äh: Standbild mit Gedudel.