ABC -Etüden – Wochen 19 & 20 : Sommergedicht

 


Übung macht den Meister, vor allem wenn ich einen neuen Versuch unter dem Motto „Fasse Dich kurz“ bei den abc-Etüden auf Christianes Blog wage: diesmal mit einem Gedicht aus maximal 300 Wörtern, in dem die von Olpo Olponator gespendeten Wörter „Katamaran“, „großspurig“ und „totschweigen“ vorkommen.

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Sommergedicht

Ein Sommertag…  ich seh Dich winken
an diesem See. Dort schwimmt ein Schwan
Du lädst mich ein, etwas zu trinken
mit Dir auf dem Katamaran.

Großspurig habe ich verkündet
„Bestimmt gibt’s jemanden da draußen
denn heißt es nicht ‚wer sucht, der findet?‘
– den Fernsehabend lass ich sausen“

Nun ist er da, der Augenblick
Dein Bild, es sprach mich an.
Von nun an gibt es kein Zurück
bei diesem Traum von einem Mann.

Ein Traum, zu schön um wahr zu sein,
das dachte ich, als ich Dich sah.
Nicht immer aber trügt der Schein
und ich bin Dir so nah.

Ein Rendez-vous auf einem Boot
gab’s immer nur in meinen Träumen
Nun steh’n wir hier im Abendrot
und nähern uns unter den Bäumen.

Du siehst mich an, reichst mir die Hand
mein Glück kann ich nicht fassen.
Du führst mich über diesen Strand
und kannst den Blick nicht von mir lassen

Vergessen hab ich Zeit und Raum,
Musik schwingt durch die Lüfte
Ich wand’le mit Dir wie im Traum
und schwebe durch die Blumendüfte.

Beseelt betrete ich die Planken
und fühle mich leicht schwummerig,
der Weg an Deck beginnt zu schwanken.
Im Kerzenlicht wirkt alles schummerig.

So schlidd’re ich, verlier den Halt,
entgleite Dir und fall‘ von Bord,
stürze ins Wasser, elend kalt.
und hasse diesen finst’ren Ort.

Du traust Dich nicht, mir nachzufolgen.
Mein Traumgebilde, es stürzt ein.
Ernüchtert fall‘ ich aus den Wolken:
Mein Rendez-vous sollt‘ wohl nicht sein.

Mein Date, es war mir nicht vergönnt,
an jenem Tag am See.
Totschweigen bis in den Advent
sollt‘ ich’s, wenn fällt der Schnee.

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Für den Schrifttyp kann ich nichts, der hat sich bei dieser Formatierung automatisch gezogen. Die Illustration zu meiner 268 Wörter kurzen Etüde stammt diesmal von mir.

10 Kommentare zu “ABC -Etüden – Wochen 19 & 20 : Sommergedicht

    • Ja, das ist der Charakter von Enttäuschungen: Wenn die Täuschung endet, sollte man sich mal überlegen, ob man das nächste Mal mit einem echten Menschen und nicht nur mit einer Traumperson zur Tat schreitet.

  1. Tja, so ist das. Nicht immer enden alle Träume erfreulich – und manches/mancher/manche, was zuerst vielversprechend aussah, entpuppt sich dann als Luftblase.
    Trotzdem: Bestimmt gibt es jemanden da draußen. Nur ob es für ein Date auf einem Katamaran langt, ist die Frage. Schick gereimt, übrigens. 😉
    Liebe Grüße, schönen Sonntag
    Christiane 😀

    • Ich würde mir übrigens nie ein Schiff, ein Boot, eine Yacht, whatever für ein Date aussuchen, auch kein Drehrestaurant… sondern da, wo mir nur von dem Datingpartner schwummerig wird. 🙂 Der Fall ist dann nicht ganz so tief

      • Na, das würde ich nicht so sagen. Ich glaube man kann eher loslassen, wenn man es einem Fremden bzw. Fremdverschulden in die Schuhe schieben kann. Sonst bleibt doch immer ein Zuviel an Selbstzweifel haften.
        Und last but not least: sehr schön gereimt und sehr schöne Stimmung geschaffen!

  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 21.22.20 | Wortspende von Kopf und Gestalt | Irgendwas ist immer

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