30-Days Song Challenge – Day #20

 


 

Day #20 : A song that has many meanings to you

Das wird hart. Es ist hier nämlich nicht nur die Jahreszeit, die hier von Tori Amos besungen wird (Winter), sondern auch die Erinnerungen an den Vater. Und an einen anderen geliebten Menschen, der mich zu Lebzeiten noch für die Zeit starkmachen wollte, wenn er nicht mehr unter uns weilen würde. Was am Ende ja auch eingetreten ist.

 

 

 

Tori Amos – Winter – https://www.youtube.com/watch?v=_PDlGUdDF8Y

# Writing Friday 2020 – Mai, 20. Woche : Strandkorb 1492

 

Mit der dritten Schreibaufgabe des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy gibt es bei mir heute eine Fortsetzung zu der Liebeskummergeschichte aus dem April:

 

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Warnung, unglaublich, Windmühle, vergessen, gelogen,

denn ich hatte das Gefühl, dass ich mit dem Thema noch nicht durch war.

 

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Strandkorb 1492

Jetzt war sie schon sechs Tage hier – sechs Tage von sich schier endlos vor ihr ausdehnenden drei Wochen an der Ostsee. Lustlos schlurfte Suzanne den Deich entlang. Drei Wochen, die ihr dabei helfen sollten, zu vergessen, wie unglaublich naiv sie gewesen war.

Zu glauben, dass ihr Schwarm, ihre große Liebe, und sie je ein Paar werden würden… nicht die Bohne hatte sich Marc für sie interessiert; dabei hätte das Tuscheln der anderen ihr Warnung genug sein sollen. Aber wie hieß es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt? Von wegen: Sie war genau in dem Moment gestorben, als Suzanne ihn mit Alexandra gesehen hatte.

Und nun war sie hier, an diesem sterbenslangweiligen Ort in der Nähe von Kiel. Hier auf andere Gedanken kommen? Ja, träumt weiter – und dieses Jahr kommt der Osterhase im Dezember. Wer auch immer ihr diesen Tapetenwechsel vorgeschlagen und ihr damit Besserung versprochen hatte, konnte nur gelogen haben.

Hoch am Himmel strahlte die Sonne, doch für Suzanne war der Himmel rabenschwarz. Für die Schiffe mit ihren geblähten Segeln, die in der Bucht dahinzogen, hatte sie keinen Blick. Nur die Seeschwalben mit ihren tollkühnen Flugmanövern entlang des Deichs sorgten dann und wann für etwas Ablenkung, wenn auch nur für kurze Zeit – Momente, in denen sie wahrnahm, wie alleine sie an diesem Morgen tatsächlich war.

Aber vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass außer ihr kein Mensch den Deich entlangwanderte und dass auch die Strandkörbe zu ihrer Linken heute unbesetzt waren. So konnte wenigstens niemand ihre Tränen sehen, die sie lautlos weinte. So lautlos wie ihre Schritte auf dem Dünengras. Noch 700 Meter bis Brasilien. Wäre sie in besserer Stimmung gewesen, hätte sie über diese Kuriosität gelächelt, aber so… Verlassen waren die Strandkörbe. So wie sie. Seufzend blieb sie stehen, um den Reißverschluss ihrer Jacke bis unters Kinn hochzuziehen, denn so langsam wurde ihr kalt. Da hörte sie ein Geräusch. Ein Scharren, begleitet von schnüffelnden Geräuschen und einem Winseln. Wo das wohl herkam? Ratlos drehte sich Suzanne um.

Strandkorb 1492. Das Geräusch kam von dort. Sand flog durch die Luft. Da war doch etwas… Suzanne verließ den Deich und betrat den Sandstrand. Nur noch wenige Schritte, dann war sie am Ziel, und ihr Herz tat einen Sprung: Vor sich sah sie einen Hund, den jemand an dem verwaisten Korb angebunden hatte. Ausgesetzt! Wie herzlos konnten Menschen sein. Das hatte sich derjenige ja fein ausgedacht – er hatte ganz genau gewusst, dass heute keiner wegen der großen Windjammerparade hier war und deshalb sein Werk unerkannt verrichten können. Das arme Tier saß wer weiß wie lange schon hier – den Übeltäter finden zu wollen, diese Suche nach der Nadel im Heuhaufen, konnte sie vergessen. Da war ja ein Kampf gegen Windmühlen aussichtsreicher. Aber etwas musste sie tun, auch wenn es nicht viel war.

Vorsichtig band sie ihn los und führte ihn vom Strandkorb weg. Sie war sich sicher, dass man in der Pension ein Herz für Tiere haben würde.

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Die Schreibthemen im Mai lauten:

1) David wird aus dem Gefängnis entlassen. Berichte in Rapport Form, was seine Straftat war. +++ 2) Welches ist das älteste Buch auf deinem Stapel ungelesener Bücher? Stell es uns vor, wieso hast du es noch nicht gelesen? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Warnung, unglaublich, Windmühle, vergessen, gelogen +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er war sich seiner Sache so sicher, dass er…“ beginnt. +++ 5) Schreibe die letze(n) Szene(n) einer Geschichte und beende diese mit “Das war doch mal ein richtiges Abenteuer!“

 

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.