ABC -Etüden – Wochen 21 & 22 : Die Maschine

 

Wir haben Mitte Mai, und auf Christianes Blog gibt es eine neue Etüde – eine Fingerübung, bei der drei vorgegebene Wörter in einen Text aus maximal 300 Wörtern eingebaut werden sollten – in welcher Form auch immer. Ob Lyrik, ob Prosa oder Sachtext – alles ist möglich. Ich habe mich mal wieder für die mir liebste Textform entschieden: eine Kurzgeschichte, in die ich die von Gerhard (Blog „Kopf und Gestalt) gespendeten Wörter eingebaut habe. Sie lauten:

Zeitplan
schlimm
fallen

Ein Gedicht schreibe ich diesmal übrigens nicht auch noch, denn ich habe andere Pläne. Die Illustration stammt übrigens von Christiane:

Und nun geht es auch schon los mit einer Momentaufnahme, die die Obergrenze von 300 Wörtern komplett ausreizt.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die Maschine

Diese Sauklaue ist echt schlimm! Wer soll denn das lesen können? K.Mahoney, K.Mallory, K.Marley… dieses Geschmiere könnte alles mögliche heißen.“

Julia seufzte genervt. Die Unterlagen waren ein Chaos, die Steuer machte sich nicht von selbst, und die Kaufabrechnung für die Harley würde dem Finanzamt sicherlich nicht gefallen, wenn weder Name noch Adresse leserlich darauf ausgewiesen waren. Noch lagen sie gut im Zeitplan, aber wenn noch mehr solche Highlights auf sie warteten, sah sie schwarz. Sie würde wohl Max danach fragen müssen. Der hatte die Maschine schließlich angeschleppt, aber der wäre erst wieder am Samstag da.

Eine tolle Aufgabe hatte sie sich mit diesem Chaosbüro aufgehalst. Berge von Papier: Das war keine Zettelwirtschaft mehr, sondern eine ausgewachsene Gastronomiekette. Bildlich gesprochen. Sie hatte jetzt schon keine Lust mehr, und dabei war erst Montag. Aber à propos Gastronomie. Ein Kaffee wäre jetzt schön. Während die schwarzbraune Flüssigkeit in der altersschwachen Kaffeemaschine vor sich hin blubberte, ließ Julia ihren Blick durch die Glasscheibe der Trenntür zwischen Büro und Werkstatt fallen.

Da stand die Maschine, an der Chris jetzt schon seit Wochen herumwerkelte. Max hatte sie zu einem Spottpreis erworben. Ein unschlagbar günstiges Angebot, hatte er gesagt; ob das Teil aus einer Konkursmasse stammte oder aus einem Nachlass, entzog sich ihrer Kenntnis, spielte aber auch keine Rolle. Vermutlich war das Bike weit unter Wert zwangsversteigert worden, und so wie sie Max einschätzte, würde er es mit einem satten Gewinn weiterverkaufen, wenn Chris mit seiner Arbeit fertig war. Ach ja, seufzte sie, manche Dinge änderten sich eben nie.

Wozu leider auch gehörte, dass sie nie selbst in den Genuss einer Fahrt darauf kommen würde. Selbst wenn er nur die üblichen Kosten auf den Kaufpreis drauf rechnete, würde die Harley für Julia nur ein Traum bleiben. Ein Traum in Rot und Silber, maßangefertigt, für wen auch immer.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Falls die Personen in dieser Momentaufnahme jemandem bekannt vorkommen: Ja, es sind die gleichen wie in einer meiner letzten Etüden, denn das hat einen Grund. Während eines anderen Projekts, bei dem ich seit letztem Sommer mitmache, habe ich kurze Storys geschrieben, die zum Teil aufeinander aufbauen und sich aufeinander beziehen; und mir schwebt vor, daraus ein Buch zu machen.

Der grobe Plan steht bereits, nun fehlen nur noch eine ganze Reihe von Kapiteln, eine sinnvolle Reihenfolge und ein gewisses Feintuning.

 

 

5 Kommentare zu “ABC -Etüden – Wochen 21 & 22 : Die Maschine

  1. Eine Harley wäre fein, aber vielleicht doch erst im nächsten Leben, derweil suche ich mir andere Träume, keine Schäume, aber feines und leichtes, das durch den Tag trägt wie eine massive harley.

  2. Das mit der Zettelwirtschaft und der Gastronomiekette finde ich großartig – und ebenso deine Pläne für ein Buch. Planst du, es als Selfpublisher herauszugeben, weißt du das schon?
    Auf jeden Fall drücke ich dir die Daumen, dass es funktioniert wie gewünscht.
    Liebe Grüße
    Christiane, die so was immer interessiert 😉

    • Als gedruckte Ausgabe ist das Projekt nicht geplant, aber ich bin wie eine andere WordPress-Bloggerin auch, bei der Plattform „wattpad“ angemeldet, und da wird es dann auch zu lesen sein.

      Mit copyright-Vermerk, damit mir keiner die Rechte daran mopst.

      Einige Bücher, die dort erschienen sind, gibt es auch bei amazon zu kaufen, aber ich lasse die Kirche lieber im Dorf und bleibe realistisch – zum Beruf möchte ich das Schreiben nicht machen, so wie z.B. Anna Todd.

  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 23.20 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s