ABC -Etüden – Wochen 21 & 22 : Der Mann Deiner Träume? – Ällabätsch !

 

Noch ’ne Etüde, und siehe da: Es geht noch kürzer. Die Fingerübung, bei der drei Wörter in einen Text aus maximal 300 Wörtern eingebaut werden sollen, ist etwas, das mir unglaublichen Spaß macht, seit ich sie auf Christianes Blog entdeckt habe. Die Wörter, die von Gerhard (Blog „Kopf und Gestalt“) vorgegeben wurden, lauten: Zeitplan – schlimm – fallen

Daraus lässt sich bestimmt was tolles backen, äh, basteln… Die Illustration stammt übrigens von Christiane:

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Der Mann Deiner Träume? – Ällabätsch !

Als Single auf eine Party eingeladen zu werden, hat schon seltsame Seiten: Pärchen, aufgepaßt! Nehmt Euch in acht! Frauen, bringt Eure Männer in Sicherheit – die Singlefrau ist im Anmarsch und hat es auf alles abgesehen, was nicht bei Drei auf dem nächsten Baum ist. Oder so. Ich weiß ja nicht, was in den Köpfen mancher Leute vorgeht, aber seit ich wieder alleinstehend bin, werde ich nur noch selten auf Feten eingeladen. Das ist nicht nur nervig, sondern sogar richtig schlimm. Wenn ich dagegen jemanden mitbrachte…

Aber wer sollte das sein? Steffi, die mich für den kommenden Samstag zu ihrer Einweihungsparty in ihre neue Wohnung eingeladen hatte, war der Meinung, dass der richtige Mann für mich erst noch gebacken werden müsste. War ich wirklich so wählerisch? Einen Mann backen? Es gibt Sprüche, mit denen kann man mir echt auf die Nerven fallen. Aber halt! Plötzlich hatte ich eine Idee.

816544… Steffis Nummer wusste ich auswendig. Mit gespielter Arglosigkeit flötete ich ihr durch den Hörer die Frage entgegen, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich noch jemanden mitbrächte. Warum auch nicht, antwortete sie und fragte sich bestimmt, wer das wohl sein könnte. Grinsend legte ich auf.

Jetzt konnte ich beruhigt in die heiße Phase durchstarten. Alles was ich dazu brauchte, waren noch die richtigen Zutaten, mit denen mein Plan konkrete Formen annahm. Mein Anruf, der zwischen der Entstehung meines Plans und der Party lag, kam wie immer auf den letzten Drücker, doch noch lag ich gut im Zeitplan.

Steffi würde staunen, wenn sie Schrödi zu Gesicht bekam – ein wahrer Prachtkerl aus Hefeteig und Rosinen. Ein Mann, den ich mir selbst gebacken hatte.

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Do-it-yourself, lautet meine Devise. Mit 272 Wörtern.

30-Days Song Challenge – Day #25

 

 

Day #25 : A song you like by an artist no longer living

 

Und wieder gibt’s von mir nicht das, was mancher vielleicht erwartet hat. Aber wartet, wartet nur.  Die Challenge ist noch nicht vorbei.

Ich für meinen Teil prophezeihe jetzt schon mal für diesen Frühsommer eine Hitzewelle, eingeläutet von dem richtigen Song dazu – George Michael mit Freedom ’90 :

 

 

Da kocht nicht nur das Wasser über – die singenden Supermodels haben ebenfalls ihren Anteil daran.

George Michael – Freedom ’90 – https://www.youtube.com/watch?v=diYAc7gB-0A

Serienmittwoch bei Corly # 128 – Darsteller in mehreren Serien

 

Seit längerem bin ich mal wieder beim Serienmittwoch auf dem Blog von Corly dabei; es geht heute um die Frage, welche Schauspieler/Schauspielerinnen wir schon in mehreren Serien gesehen habe; vereinzelte Auftritte in einzelnen Episoden zählen nicht dazu.

 

1) David Tennant: Doctor Who (als Time Lord vom Planeten Gallifrey), Broadchurch (als Kommissar), Der Anwalt des Teufels (als Anwalt).

2) Aidan Turner: Poldark (als namensgebender Hauptdarsteller), Being Human (als Vampir), And then there were none (als einer der zehn Eingeladenen).

3) Angela Bassett: American Horror Story (in verschiedenen Rollen), 9-1-1 Notruf L.A. (als Polizistin).

4) Kate Mulgrew: Star Trek „Voyager“ (als Captain Janeway), Orange is the new black (als Gefängnisinsassin).

5) Jennifer Love Hewitt: Ghost Whisperer (sie kann nicht nur Geister sehen, sondern auch mit ihnen reden), 9-1-1 Notruf L.A. (hier nimmt sie Notrufe entgegen).

6) Mekhi Phifer: Emergency Room (als Arzt), Torchwood – Miracle Day (als FBI-Agent).

7) Willie Garson: White Collar (als Best Buddy des Serienhelden), Sex and the City (als bester Freund von Carrie Bradshaw).

8) Kristin Davis: Sex and the City (als Charlotte York), Melrose Place (als Brooke Armstrong-Campbell).

9) Marcia Cross: Melrose Place (als Kimberly Shaw-Mancini), Desperate Housewives (als Bree).

 

Eigentlich wollte ich noch einen fünften Schauspieler bei den Herren unterzubringen, aber leider ist mir keiner mehr eingefallen. Und ich denke, neun Personen reichen auch. – Alle Neune! kann ich da nur sagen

„Broken Strings“ : Chapter 18 – Songduell

Wenn er mir das Telefon nur zu diesem Zweck geschenkt hatte, dann konnte er es gerne wieder zurückhaben. Mich so in Verlegenheit zu bringen. Aber jetzt war das blöde Ding aus, und das würde es auch bleiben. Mich zuzutexten, würde ihm rein gar nichts bringen, außer einer Menge ungelesener Nachrichten im Speicher. Welchen Charakter die hatten, konnte ich mir nach diesem Video sehr gut vorstellen. Was für ein Blödmann (wenn auch ein charmanter Blödmann)! Vielleicht war es doch nicht so clever gewesen, so schnell nachzugeben und bei seinen Flirtspielchen mitzumachen. Ihm einen kleinen Dämpfer zu verpassen, indem ich mich tot stellte, würde ihm bestimmt nicht schaden.

In Frankfurt ist es jetzt neun Stunden später als in Vancouver. Du könntest Jenny anrufen. Du hättest gute Chancen, sie zu erreichen. Komisch, wie schnell man auf das am nächsten Liegende kommt, wenn man nicht durch im Sekundentakt eintrudelnde Zweideutigkeiten abgelenkt wird. Hatte ich mich nicht neulich noch darüber geärgert, dass ich seit dem Diebstahl meiner Sachen noch keine Möglichkeit zum Telefonieren gehabt hatte? Jetzt konnte ich nicht nur Jenny, sondern auch meine Familie jederzeit anrufen und war nicht mehr darauf angewiesen, dass mir jemand sein Handy für einen kurzen Anruf nach Hause lieh; und vorbei war auch die Zeit der Suche nach Münzfernsprechern, die gerade dann nicht verfügbar waren, wenn man sie brauchte.

Weit hatten wir heute nicht zu fahren; trotzdem hatte Dave beschlossen, dass wir bei einem Diner eine Pause einlegten. Nachdem ich mir ein Root Beer bestellt und eine Nische im hinteren Teil des Restaurants gesucht hatte, schaltete ich das Telefon ein und wählte Jennys Nummer, die ich von Hand in mein Notizbuch eingetragen hatte. Zu Hause hatten sie sich darüber lustig gemacht, dass ich ganz oldschoolmäßig noch auf handschriftliche Notizen zurückgriff. Jetzt war ich froh darüber, dass ich mein Adressbuch als Backup ganz unten in meinem Rucksack mit mir herumtrug. Jennys Nummer war die erste, die ich als Kontakt auf dem Handy abspeicherte, bevor ich die „Call“-Taste drückte.

Beep – beep – beep – ♪♫ ♪♫ ♪♫ Words like violence, break the silence, come crashing in, into my little world ♫ ♪♫ ♪♫ ♪ „Hi, hier ist Jenny. Ich bin momentan nicht da, wo mein Phone ist, aber ich ruf Dich später gerne zurück. Hinterlass doch einfach Deine Nummer nach dem BEEP. Ciao.“

Ende der Durchsage.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass sie wahrscheinlich gerade im Fitneßstudio oder bei unserem Lieblingsitaliener war. Na gut, seufzte ich, wäre ja auch zu schön gewesen, wenn es gleich beim ersten Mal geklappt hätte; also hinterließ ich ihr per WhatsApp einen kurzen Gruß und die Information, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte und es mir gut ginge, wo sie und die anderen sich sicherlich schon gefragt hatten, was mir passiert war, weil ich mich so lange nicht mehr gemeldet hatte…

Erwischt!“ Aaaaaaaaaaaaaargh! Wer zum Teufel… Verdammt: musst Du mich so erschrecken?

Hinter mir war wie aus dem Nichts Mike aufgetaucht und musterte mich amüsiert. „Wolltest Du das Teil nicht ausgeschaltet lassen?“

Das dachte ich auch. Aber dann…“

Eine bessere Antwort fiel mir darauf nicht ein, da mir immer noch das Herz bis zum Hals klopfte, nach diesem Schreck über sein unverhofftes Auftauchen. Aber was musste ich mich auch so an diesen Tisch setzen, dass mein Rücken dem Eingang zugekehrt war.

… aber dann war die Versuchung doch zu groß.“ Das war mehr ein Statement als eine Frage. Wenn er sich da mal nicht selbst überschätzte.

Ha ha. Sehr witzig – welche Versuchung?“

Herauszufinden, was ich Dir sonst noch so geschrieben habe?“ Eingebildet war er ja gar nicht.

Keine Angst, so neugierig bin ich auf diese Peinlichkeiten dann doch nicht.“ Genau, Andrea, reib es ihm noch mal so richtig unter die Nase. Hattest Du ihm nicht Revanche geschworen?

Peinlichkeiten… Hmmm… Süße, warum sollten mir meine Grüße an Dich peinlich sein?“

Weil, äh, weil…“ stammelte ich, unfähig, eine sinnvolle Antwort zu formulieren oder sie gar in vernünftige Worte zu kleiden, denn ich hatte wieder Frau Newton Johns Aerobic-Klassiker im Ohr… ‚Let’s get physical, physical‘... und Bradleys missglückter Versuch, ernst zu bleiben. Was für eine groteske Szene. Unwillkürlich musste ich schmunzeln.

Aha. Wusste ich doch, dass Deine Entrüstung nur gespielt war….“ Wenn Sie sich da mal nicht irren, Mr. Mitchell. „… und Du es doch witzig fandest.“

Witzig! Ach, glaubst Du. Wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett?“

So, wie Du grinst…“ Mist! Ertappt! Der Blick in den Spiegel, der die Wand in der Nische ausfüllte, bestätigte dies. „Und wie witzig Du es fandest.“

Okay, gewonnen, aber mir zweideutiges Songmaterial zu schicken, kann doch unmöglich der einzige Grund für dieses Geschenk sein.“, hakte ich nach und erhob mich von der Bank. Wenn ich ihn schon festnagelte, dann wollte ich ihm dabei ins Gesicht sehen, und im Sitzen konnte ich das so schlecht.

Meinst Du, ich hätte nicht mitbekommen, wie verzweifelt Du Abend für Abend nach einer Möglichkeit zum Telefonieren suchst? Glaub mir, an Deiner Stelle hätte ich auch keine Lust, ständig andere bitten zu müssen,mir mal kurz ihr Phone zu leihen …“

Wie gut er mich doch kannte. „… auch wenn es nur um einen kurzen Anruf nach Hause geht. Zu Hause haben sie sich bestimmt schon Sorgen um Dich gemacht.“

Mit allem hätte ich gerechnet, nur damit nicht. ‚Der Kerl muss Dich ja sehr lieben“ Wie recht Bradley doch gehabt hatte; nur ich hatte ihm mal wieder ausschließlich eigennützige Motive unterstellt. Wenn hier jemand Abbitte leisten musste, dann war das ich.

„Außerdem ist das die Gelegenheit, unterwegs miteinander in Verbindung zu bleiben.“

Das sah ihm ähnlich! Warum überraschte mich das nicht? „Du bist echt der Knaller!“ rief ich laut aus und lachte schallend; ein Lachen, das ansteckend wirkte.

Du aber auch,“ rief er verblüfft. „Wie schnell Dein Ärger doch verraucht ist. Böse scheinst Du mir ja nicht mehr zu sein.“

Ach was. Schon lange nicht mehr.“ – eine einfache Wahrheit, laut ausgesprochen: Warum mir das nicht längst klar geworden war, konnte ich mir selbst nicht erklären, aber zum Nachdenken darüber kam ich auch nicht, weil er mich im selben Moment in die Arme schloss und herumwirbelte. „Strike!“ – Der höchste Wurf beim Bowling…

Na, da hat aber jemand gute Laune“, kam es feixend vom anderen Ende des Raumes. Kevin, der mir als Mitfahrer das Ende der Pause ankündigen wollte, stand in der Tür. „Aber ich glaube, eure Feier zur Wiedervereinigung solltet ihr auf später verschieben.“ Schon wieder? So langsam bekam der Witz einen Bart. „Wir müssen leider aufbrechen, auch wenn wir bald da sind. Aber ihr wisst ja, wir…“

… haben noch wahnsinnig viel zu tun.“ Leg doch mal eine andere Platte auf. „und nicht den ganzen Tag Zeit.“

Ach, übrigens – große Preisfrage: Warum liegen zwischen Location A und B noch nicht mal dreißig Kilometer? Gab’s Probleme mit den Besitzern der Halle oder warum könnt ihr nicht zwei Abende hintereinander am selben Ort auftreten? Aber das während der Fahrt am Telefon laut auszudiskutieren, würde wahrscheinlich zu nichts führen. Auch das würde, wie unsere sogenannte Feier zur Wiedervereinigung vorerst warten müssen. Denn eigentlich hatte ich vorgehabt, meine Familie gleich nach Jenny anzurufen, nur war ich da unterbrochen worden. Das würde ich jetzt während der Fahrt nachholen.

Leider machten es mir die vielen Funklöcher unterwegs dieses Vorhaben nicht einfacher. Nach drei Anläufen und zwei Wiederholungen, weil die Verbindung immer wieder abriss, hatte ich es wenigstens so weit geschafft, dass sie wussten, dass es mir gut ging. Nur auf die Frage, wann ich genau zurückkommen würde, konnte ich Nico keine Antwort geben, denn das hing ganz davon ab, welchen Flug Brian für mich zu reservieren gedachte. Gehört hatte ich nämlich immer noch nichts von ihm. Und auch das wollte ich mit ihm nicht am Telefon besprechen.

Vertagen wir’s auf später, just like Scarlett O’Hara. Obwohl ich es mir nicht leisten konnte, das ganze noch länger hinauszuzögern. Also dann eben heute Abend, oder spätestens morgen. Nachdem ich das für mich geklärt hatte, leerte ich den Rest des Glases in einem Zug, schnappte mir meine Siebensachen und verabschiedete mich für den weiteren Teil der Reise von meinem Schatz, was aber nicht hieß, dass er von mir nichts hören würde; und ich hatte auch schon eine Idee, welcher Song sich für meine angekündigte Revanche eignen würde.

Dir werde ich die Fahrt schon versüßen, darauf kannst Du Gift nehmen. Jetzt musste nur noch das Mobilfunknetz mitspielen.

Aber in dieser Hinsicht schien mir das Glück gewogen zu sein. Denn ich schaffte es tatsächlich, meine etwas lang geratene Nachricht einzutippen und abzusenden: „Wie war das vorhin nochmal? ‚You gotta know that you’re bringing out the animal in me‘ – here’s my answer. Take this: youtube.com/watch?v=u_uYs7YOZKc –  ♪♫ ♪♫ ♪♫ If you could only see the beast you’ve made of me I held it in but now it seems you’ve set it running free. Screaming in the dark I howl when we’re apart Drag my teeth across your chest to taste your bleeding heart – and so on ♫ ♪♫ ♪♫ ♪“

Eine bessere Antwort als „Howl“ von Florence & The Machine konnte ich mir nicht vorstellen. Das von irgendeinem Typen eingestellte Video, das im Grunde nichts anderes war als die Einblendung des kompletten Songtextes zum glasklaren Sound meiner bevorzugten Künstlerin des neuen Jahrtausends war in meinen Augen sogar noch besser als der Live-Mitschnitt des Oxegen Festivals von 2010, der mir zuerst vorgeschwebt hatte.

Hier hatte er Schwarz auf Weiß, was theoretisch passieren konnte, wenn er mit dem „animal in me“ anfing. Sei vorsichtig mit dem, was Du Dir wünschst – es könnte Wirklichkeit werden. So, diese Meldung war jetzt draußen. Auf die Fortsetzung war ich gespannt, aber für eine Weile tat sich nichts, so dass ich schon befürchtete, in ein weiteres Funkloch geraten zu sein.

MM: ♪♫ ♪♫ ♪♫ Live baby live …. ♫ ♪♫ ♪♫ ♪ – „Howl? -Ernsthaft? Wie gut, dass wir gerade keinen Vollmond haben.“

AM: „Wieso das? Macht Dir die Vorstellung etwa Angst?“ Mal sehen, was er darauf antwortete.

MM: „Das nicht, aber schon allein der Gedanke, dass Du durch die Wälder streifst, während ich mit meinen Jungs auf der Bühne stehe.. und am nächsten Morgen nicht zu wissen, wo ich Dich aufsammeln soll? Mir ist lieber, wenn ich weiß, dass Du in Deinem Bettchen liegst…“ – in das Du dann später ebenfalls schlüpfen willst, ergänzte ich in Gedanken, Deine Hintergedanken kenne ich schon, aber wenn Du denkst, dass ich das nicht gemerkt habe, bist Du auf dem Holzweg.

AM: „Dass Dir das lieber ist, glaube ich dir gerne.“

MM: „Wie ist denn das gemeint?“

AM: „Quizsendungen sind doch genau Dein Fall – also viel Spaß beim Raten.“

MM: „???“

AM: „Sprachlos?“

MM: „No – but take this: youtube.com/watch?v=vzerbXFwGCE – ♪♫ ♪♫ ♪♫ So go on, go on – Come on leave me breathless …. ♫ ♪♫ ♪♫ ♪ Wish you were the hottie behind the curtain.“

Mich mit Andrea Corr, die in dem Video mit einem knackigen Kerl auf einem Flugplatz mitten in der Pampa flirtet, zu vergleichen: Wenn das nicht schlagfertig war, dann wusste ich auch nicht…

MM: „And the best thing of all – her name is Andrea, too.“

Wow. Jetzt war ich zur Abwechslung sprachlos. Wenn wir schon bei Künstlern als Namensvettern waren, dann konnte ich noch einen drauf setzen.

AM: „Nu pagadi!“

MM: „???“

AM: „Oh, sorry – Nu pagadi ist Russisch für ‚Warte nur‘. Du wärst gerne atemlos? Das kannst Du haben…“ – nein, mit Helene Fischer würde ich jetzt nicht kontern, aber mit einem passenden Video. – „… gonna deal with this? youtube.com/watch?v=w-rv2BQa2OU – ♪♫ ♪♫ ♪♫ … so slide over here and give me a moment… ♫ ♪♫ ♪♫ ♪ I’m not sleeping – and the best thing of all: his name is Michael, too.“

Jetzt La Paloma pfeifen und unauffällig verschwinden.

MM: „You’re lonely? Should I slide over to where you are?“

AM: „Warum nicht, aber leider hast Du keinen Scotty, der Dich zu mir rüber beamt – oder eine TARDIS.“ Oops! Was für einen Blödsinn hatte ich da gerade geschrieben?

MM: „Einen Scotty oder eine TARDIS brauche ich nicht.“

AM: „???“

MM: „Wenn ich mich nicht irre, sind wir bald da. Nu pagadi…“

Hui. Das wurde mir wirklich langsam zu heiß. Ich kam mir vor wie der Typ in der Fernsehwerbung, der am Zaun entlang geht und den aggressiven Hund dahinter ärgert und immer wütender macht – bis sich in dem Zaun eine Lücke auftut. Nur hatte sich in unserem Fall die Stimmung immer weiter hochgeschaukelt, bis es mir zu heiß wurde.

Wahrscheinlich kam mein Wunsch nach einem Themenwechsel zu spät; aber daran war ich ja auch selbst schuld, denn wer die Flammen scheut, sollte nicht mit dem Feuer spielen. Und noch eine Textnachricht, allerdings bestand das Signal aus einer anderen Melodie. Wer zum *** hatte „Sunday bloody Sunday“ als Erkennungsmelodie und drängte sich in unser Duell?

JM: ♪♫ ♪♫ ♪♫ I can’t believe the news today… ♫ ♪♫ ♪♫ ♪ – „Hey Andrea, ich bin gerne bereit, den Platz mit Dir zu tauschen. Wenn Ihr Euch weiter gegenseitig per Youtube-Video antörnt, kriegt hier jemand bei dem Gedudel echt die Krise.“

Huch, das klang aber ganz schön genervt. Aber für die Beschallung bzw. deren Lautstärke konnte ich nichts. Dass Musiker aber auch immer gleich so empfindlich sein mussten! Da waren meine Mitfahrer wesentlich pflegeleichter. Aber wenn es ihn glücklich machte…

AM: „Na gut. Schließlich wollen wir ja nicht, dass dieser Jemand noch durchdreht. Message received. Ach, bevor ich’s vergesse: Dieses ‚Gedudel‘ ist übrigens Teil eures eigenen Repertoires.“

JM: „Ja, aber bald nicht mehr, wenn ‚Need you tonight‘ weiter in Dauerschleife läuft.‘

Was für ein Kindskopf! Da würde selbst ich die Krise kriegen; wenigstens war ich so schlau, mein Handy wieder auf lautlos zurückzustellen. So bekam mein Nachbar wenigstens nur Bilder zu sehen und musste nicht den blechernen Klang aus dem winzigen Lautsprecher ertragen.

AM: „Dann sag ihm, dass es für alle besser ist, das Phone auszuschalten, bevor er einen gewissen Jemand damit noch in den Wahnsinn treibt. Ich mache meins jetzt übrigens aus. Ach, by the way: Du kannst ruhig zugeben, dass Du Dich mit diesem Jemand selber meinst.“

JM: „Ich? Wieso ich? Meinetwegen kann er diesen Song so oft abspielen wie er will. Ich stöpsele mir Ohropax in die Ohren. Aber außer uns sind noch zwei andere mit an Bord. Und deren Laune war auch schon mal besser.“

Miller und Kelly. Mist, daran hatte ich nicht gedacht. Nach dem ernsthaften Gespräch, das Brian heute morgen erst mit ihm geführt hatte, hätte ich ihm allerdings mehr Grips zugetraut. Ihn mit so einem Blödsinn zu reizen, war bestimmt nicht der klügste Schachzug. Bevor er auf noch dümmere Gedanken kommen konnte, schrieb ich, dass ich jetzt offline gehen würde, und sendete die Botschaft an Mike und John. Zum Telefonieren würde ich jetzt ohnehin nicht mehr kommen, denn wir passierten die Schilder der nächsten Ortschaft, wo die übliche Arbeitsroutine auf uns wartete.

Diese wurde dadurch aufgelockert, dass die Halle hier ein ganzes Stück kleiner als beim letzten Auftritt war, und mit ihr auch die Bühne. Ach so, und deshalb spielt ihr hier gleich an zwei Abenden hintereinander? Vielleicht ließ sich das Rätsel um die geringe Entfernung zwischen dem letzten und dem aktuellen Veranstaltungsort heute klären – jedenfalls konnte ich die Frage, warum sie nicht zwei Abende hintereinander am selben Ort auftraten, hiermit als beantwortet abhaken.

Zwei Abende hintereinander, das bedeutete zwei ganze Tage und gab mir genügend Zeit, mit Brian das leidige Thema meiner Abreise zu besprechen – vorausgesetzt, es gelang mir, ihn rechtzeitig zu erwischen, ohne dass von den anderen jemand dabei war. Natürlich war ich mir im Klaren darüber, dass dies von Anfang an nur ein Gastspiel gewesen war; mich zu verlieben war jedoch nicht Teil des Plans gewesen. Diesen Bumerang hatte ich mir selbst zuzuschreiben. Ich gab es nur ungern zu, aber das hatte ich wohl gründlich vermasselt, denn diese Affäre würde mich nirgendwohin führen.

Dieselben Gedanken aber immer wieder und wieder zu wälzen, genauso wenig. Hätte ich mich doch bloß niemals darauf eingelassen auf diese Geschichte, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Niemals hättest Du Dein Herz so an ihn hängen dürfen, und wenn Du in ein paar Tagen diesen Kontinent verlässt, wirst Du Dir wünschen, niemals hierher gekommen zu sein… Zieh einen Schlußstrich, auch wenn es wehtut. Und zwar jetzt.

Aus dieser Sackgasse kam ich nur im Rückwärtsgang wieder heraus. Aber wie? Meine Einstellung ändern? Die Zeit mit ihm genießen, so lange es dauerte, auch wenn es nur ein paar Tage waren? Sieh’s als Urlaubsflirt… Warum nicht? Wenn Du erst mal weg bist, wird er sich ohnehin schnell mit der nächsten trösten… Und bis dahin am besten noch schnell alles mitnehmen, was ich kriegen konnte? Was für ein durchdachter Plan, dachte ich zynisch; das mag ja bei anderen funktionieren. Aber bei mir? In der Theorie konnte ich mir alle Pläne der Welt schönreden, aber sobald wir aufeinandertrafen, lösten sich die guten Vorsätze in Luft auf. Ach, es war zum Verzweifeln…

Noch so ein Seufzer, und ich fürchte, ich muss ein ernstes Wort mit Dir reden“, unterbrach mich Bradley. Verwundert blickte ich ihn an. „So wie Du seit Deiner letzten WhatsApp guckst und an Deinen Nägeln kaust… irgendwas stimmt nicht mit Dir.“

War ich so durchschaubar? „Ach ja? Wie gucke ich denn?“

Wie jemand, dem es ziemlich schlecht geht…“ – ist das so offensichtlich? – „… vorhin noch außer Rand und Band und kaum zu bremsen, und jetzt? Ein Häufchen Elend.“

Das klang gar nicht gut. Anscheinend führte ich mich gerade schlimmer auf als ein Teenager mitten in der Pubertät: gerade noch himmelhoch jauchzend und kurz darauf zu Tode betrübt. Mood swings available every ten minutes. Ab jetzt riss ich mich wohl besser zusammen – wenn ihm das aufgefallen war, wem noch?

Weißt Du, Bradley, mir ist vorhin etwas klar geworden…“

Bestimmt konnte er sich schon denken, worauf ich hinaus wollte, aber da ja alle so taten, als wäre alles prima und wie immer, beschloss ich, die Büchse der Pandora zu öffnen und die unangenehme, bisher so erfolgreich verdrängte Wahrheit auszusprechen

„… nächste Woche werde ich weg sein, und zwar für immer. Dann werde ich keinen von euch wiedersehen. Keinen….“ – warum geriet ich jetzt ins Stocken? – „… aber am meisten wird mir…“

Es ging nicht. Schon davor hatte ich gespürt, wie mir die Stimme versagte. Bei den letzten Worten hatte ich zusätzlich auch noch einen dicken Kloß im Hals.

Statt dessen vervollständigte Bradley den Satz: „.. und am meisten wird Dir er fehlen.“

Scheiße. Jetzt heulen wir beide. Okay, das nicht, aber so fühlte es sich an.

„O Mann, das ist echt hart, aber…“

Aber was? Aber ich hab Dich vorher gewarnt? Aber Du wusstest, dass jener Tag einmal kommen wird? Aber so ist das Leben? Wehe! Komm mir bloß nicht auf die besserwisserische Tour!

„… ist ihm das ebenso so klar wie Dir? Ich wette, ihr habt das Thema totgeschwiegen.“

Shit. Bradley hatte recht. Darüber nachgedacht hatte wahrscheinlich nicht nur ich, aber geredet? Hier ließ mich meine Erinnerung kurzzeitig im Stich, und ich konnte nur hoffen, dass sie auf dem schnellsten Wege zu mir zurückkam, denn so langsam lief uns die Zeit davon.