30-Days Film Challenge – Day 2 : a film you like that starts with the first letter of your name

 

Day 2 : Welchen Film, der mit dem ersten Buchstaben Ihres Namens anfängt, mögen Sie?

 

Finden Sie bei der von aequitasetveritas initiierten 30-Tages-Challenge einen Film mit „U“! Ultraviolet, Universal Solder, Unendliche Geschichte… Alles Quatsch: Keine ist so cool wie Kate Beckinsale in „Underworld“…

 

 

… außer vielleicht noch Keanu Reeves in „Matrix“. Leider ließ für meinen Geschmack die Qualität der Filme mit Fortschreiten der Reihe etwas nach (https://i.pinimg.com/474x/90/99/52/909952c5ddcfc8c72f6fd167fb0c4940.jpg).

 

„Broken Strings“ : Chapter 24 – The Indian

Der Morgen danach bringt Ungemach, denn oft zeigt sich dann, wie weit Theorie und Praxis auseinanderklaffen können. Wenn ich Brians Worte richtig in Erinnerung hatte, hätte für seinen Freund, dem die Werkstatt gehörte, doch alles ganz easy sein müssen. Die Wortfetzen, die ich auf dem Weg zur Toilette unfreiwillig mitbekam, signalisierten das Gegenteil.

„… und dann trudelst Du lange nach Deinen Leuten ein…“

Dass Jake von Brians Organisationstalent nicht überzeugt war, lag daran, dass er mit sechs Personen am 15. September und nicht mit fünfzehn Leuten schon am Sechsten gerechnet hatte. Und dann noch mitten in der Nacht.

Das fand wiederum Brian merkwürdig: „Ich hätte schwören können, dass Deine Lady Dich informiert hat, dass wir heute kommen.“

Ich wollte ja nicht lauschen, aber das Rumoren und Knallen mit irgendwelchen Schubladen war selbst durch die geschlossene Tür nicht zu überhören.

Das hier geht Dich nichts an, Andrea. Sieh zu, dass Du im Bad verschwindest, und Dich gleich danach wieder in die Heia legst. Schließlich erwartet morgens um acht ja auch niemand, dass Du fit bist wie ein Turnschuh. Im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten, denen anscheinend drei, vier Stunden Schlaf reichen.

Wenn jemand gedacht hatte, dass ich im Bad von dieser Unterhaltung am frühen Morgen nichts mitbekommen würde, hatte derjenige die Rechnung ohne das antike Lüftungssystem mit vergitterten Luken in jedem Zimmer, wie in alten Filmen, gemacht. Brians Stimme konnte ich von der Toilette aus klar und deutlich hören.

Organisieren soll also nicht mein Ding sein? Ha ha, sehr witzig“.

Und so was nannte sich nun Stilles Örtchen. Ob Jake wusste, wie hellhörig seine Bude war, die er Clubhaus nannte?

Andrea, Du vergisst am besten, was Du bis jetzt gehört hast, umso schneller bist Du hier fertig und kannst zu Deinem Liebsten wieder unter die Decke schlüpfen.

Mist, dieser Gedanke war einer schnelleren Abwicklung meines Geschäfts genauso wenig dienlich. Vielleicht ging es ja besser, wenn ich mir die Ohren zuhielt.

BÄÄNG! RRRRUMS! SCHEPPER! Zu hülf – was zum… Mit einem Satz war ich vor Schreck über dieses unerwartete Geräusch von der Schüssel aufgesprungen und stand nun mit klopfendem Herzen in dem winzigen Toilettenraum.

Na Bravo!“ brüllte jemand in einer Lautstärke, die nicht normal war. „Was für ein Saustall!“

Irgendwas wurde mit Schwung auf eine Tischplatte geknallt, dann herrschte Stille… in die mitten hinein eine weibliche Stimme ein trockenes „Aber sonst, Herr Doktor, geht’s uns gut.“ fallen ließ. Dann folgte ein trockenes Husten, und Jake antwortete: „Okay, Kell, sorry for that. Aber Herrgott! Muss sich dieser ganze Kram hier stapeln? War doch klar, dass irgendwann alles mal vom Tisch rutscht. Wer soll sich denn da noch zurecht finden?“

Aha, sehr interessant: Die Ordentlichsten schienen weder Jake noch Kell zu sein. Aber Brian damit zu kommen, er hätte keinen Überblick über seine Termine und die der Band. Zu blöd, dass ich ihm das bei der nächsten Gelegenheit nicht unter die Nase reiben konnte, denn dann hätte ich zugeben müssen, dass ich sie belauscht hatte. Das ließ ich dann wohl besser bleiben. Ich setzte mich also wieder hin.

Hier! Ich hab den Block gefunden“ hörte ich die weibliche Stimme triumphieren, „hier steht’s: Brian und Crew…“ dann plötzliches Schweigen, das von Jake mit einem ungeduldigen „Ja?“ unterbrochen wurde.

Brian sagte wohlweislich gar nichts, dann fuhr sie, hörbar unangenehm berührt, fort „Äh, tja, das ist jetzt… hm… etwas blöd.“

Lasst mich raten, in ihren Notizen steht etwas anderes als die Information, die Jake hat.

Dem wurde es dann mit ihrer Umständlichkeit dann auch prompt zu bunt und knallte den Block, über dessen Auftauchen Kell gejubelt hatte, auf den Tisch. „15 Leute – 6. September. Verdammt, Kelly, und warum erzählst Du mir dann was anderes?“

Oops, diese Fehlinformation ging dann wohl auf ihre Kappe; die Variante, die Nachricht zwar fehlerfrei zu notieren, aber falsch weiterzugeben, kannte ich bisher auch noch nicht. Aber gut, dass die beiden Männer nochmal kurz vorher miteinander am Telefon gesprochen hatten, sonst wäre wer weiß was aus Brians durchdachtem Plan geworden. Das kommt davon, wenn man seine Termine über Dritte koordiniert.

Aber mir darüber Gedanken zu machen, hatte ich genau so wenig Lust wie darauf, mir den Rest dieser Diskussion anzuhören. Jetzt Gas geben, die Spülung betätigen und dann einen Sprint hinlegen, der sich gewaschen hatte, um so schnell wie möglich wieder in der Koje zu verschwinden, klang nach einer besseren Strategie. Auf dem Gang war die Luft rein, und so huschte ich in Rekordzeit an den mit unzähligen Bilderrahmen dekorierten Wänden den Korridor entlang und schlüpfte an dessen Ende so leise wie möglich durch die Tür in das abgedunkelte Zimmer. Alles war gut, niemand hatte mich gesehen.

Der Morgen danach bringt Ungemach, wenn man bei Leuten unterkommt, die zwar ein großes Grundstück und eine gut laufende Werkstatt haben, aber auf plötzlich vor der Tür stehenden Besuch von so vielen Leuten nicht eingestellt sind. Sonst hätte uns Jake nämlich nicht kurzerhand zu viert in einem Zimmer einquartiert.

Blöd nur, dass er mit vier Kerlen gerechnet hatte und nicht mit einem gemischten Quartett. So viel zum Thema Organisationstalent. Als ich mitten in der Nacht, irgendwann zwischen zwei und drei Uhr, auf das Bett unterm Fenster gefallen war, hatte ich gerade noch so nebenbei registriert, wo sich die beiden anderen aufs Ohr hauen wollten: Brian auf einem Sofa und John auf dem dazu passenden Relaxsessel; aber in meinem übermüdeten Zustand hatte ich keinen weiteren Gedanken daran verschwendet, was Mike von dem Arrangement hielt und war sofort unter der Decke verschwunden.

Sollten sie sich doch morgen um die Neuverteilung der Zimmer kümmern. Die nächsten paar Stunden gehörten meinem Kissen und mir. Bis das Verlangen, das Bad aufzusuchen, uns scheidet. Wenigstens erleichterte mir das wenige, sich durch die Ritzen in den Jalousien hereinstehlende Licht die Orientierung, und ich lief nicht Gefahr, über John und seinen Sessel zu stolpern, sondern fand nahezu lautlos an mein Ziel zurück.

Dass Mike bei meiner Rückkehr eventuell nicht mehr tief und fest schlafen könnte, hatte ich dabei ausgeklammert. Das wurde mir klar, als ich wieder unter die Decke schlüpfte; er schlang seine Arme um mich und zog mich an sich.

Da bist Du ja“, schnurrte er mir ins Ohr. „Du glaubst gar nicht, wie sehr ich Dich vermisst habe.“ Oh ja, und wie… das glaube ich Dir unbesehen, so wie Du Dich an mich schmiegst… Wer das nicht spürt, ist ein Idiot… Wie lange ist das jetzt her, dass wir uns das letzte Mal so nahe waren?

Aber so sehr ich diesen unerwarteten und leidenschaftlichen Überfall auch genoss, auf die Anwesenheit anderer Personen hätte ich dabei gerne verzichtet. Beim Austausch von Zärtlichkeiten wäre ich lieber ungestört gewesen. So leise, dass dies unbemerkt blieb, konnten wir gar nicht sein, und dumme Sprüche von den anderen zu kassieren, brauchte ich so dringend wie einen Kropf.

O doch“, flüsterte ich, während ich mich zu ihm langsam umdrehte, „aber wir sind nicht alleine hier…“

Ist mir egal, Süße…“ murmelte er und zog mich noch fester an sich, „weißt Du nicht, wie lange ich darauf jetzt schon warte?“

Natürlich wusste ich das. Mir ging es ja selbst nicht anders, aber wenn ich jetzt nicht das leidenschaftliche Wandern unserer Hände stoppte… warte, warte noch ein Weilchen… so wie du rangehst, ist bei Dir wirklich der Notstand ausgebrochen… dann würde es nicht mehr lange dauern, bis Mikes immer noch im Sessel schlummernder Freund wach wurde und Wind von unseren Aktivitäten bekam.

Doch, Schatz“, gab ich im gleichen Ton zurück… verdammt, ist das heiß hier drinnen, und dabei ist die Heizung noch nicht mal an… wir sollten wirklich mal langsam aufhören, sonst… „aber ich kann das nicht, jedenfalls nicht so.“

Dass ‚No risk, no fun‘ mein bevorzugtes Motto war, konnte ich nun wirklich nicht sagen. Dass ihn das enttäuschen würde, nahm ich notgedrungen in Kauf, und zunächst dachte ich auch, dass er sich jetzt frustriert von mir abwenden würde, um zum Rauchen nach zu verschwinden. Statt dessen erwachte in seinen Augen ein verdächtiges Funkeln. Diesen Gesichtsausdruck kannte ich. Gleich würde ein hinterhältiges Grinsen folgen. Irgend etwas führte er im Schilde… aber was?

Wie wär’s mit einem Wechsel der Location?“

Aha, wir ändern unsere Taktik. Im Prinzip keine schlechte Idee. Und ich wette, Du hast auch schon einen bestimmten Ort im Sinn.

 „Wir brauchen nur noch die Schlüssel.“

Welche Schlüssel? Doch nicht etwa die vom Ford?

„Genau die.“ – Ich bewunderte seine telephathischen Fähigkeiten, aber ging das nicht etwas zu weit? Ich wusste nicht, was riskanter war: Sich die Autoschlüssel zu schnappen, die sich in Brians auf dem Boden liegender Jacke befanden, oder alle guten Vorsätze über Bord zu werfen und hier an Ort und Stelle in die nächste Phase durchzustarten.

‚No risk, no fun‘ war nicht mein Fall? Von wegen – noch heute kann ich sehen, wie ich meinen Lover angrinse, mich aus seiner Umarmung schlängele und die Schlüssel stibitze. Wie es uns gelang, uns unbemerkt in die Garage zu schleichen, um unser Stelldichein im Wagen fortzusetzen, ist mir heute immer noch ein Rätsel. Ob es daran lag, dass alle anderen noch schliefen, während Jake, Brian und Kelly anderweitig beschäftigt waren?

Get out of my dreams, get into my car? Oh my stars! This is the strangest date with the hottest guy in the coolest place.

So cool, dass sich der begrenzte Raum im Fond des Wagens in kürzester Zeit so aufheizte, dass die Scheiben beschlugen. Falls sich doch jemand dort hin verirrte: Erkennen konnte man von außen nichts, obwohl wir nicht gerade leise waren. Aber warum sollten wir auch? Es war ja niemand außer uns da.

Hinterher staunte ich, wieviel Platz man auf so einer Rückbank haben kann, wenn man nur dicht genug zusammenrückt. Eng umschlungen, tiefenentspannt und keinen Faden mehr am Leib… Hatte Mike dieses Bild vor Augen gehabt, als ihm eingefallen war, den Ort zu wechseln… und sich für diesen Platz entschieden, damit wir einander noch näher kamen? Noch näher? Unverbindlich war das hier schon lange nicht mehr. Sonst wären wir längst verschwunden. Statt dessen fing er an zu reden…

Weißt Du eigentlich, warum ich es so liebe, mit Dir zusammen zu sein?“

Lass mich raten, weil Du mich liebst? Ach nein, das wäre ja, wie auf die Frage, warum der Himmel blau ist, mit ‚weil der Himmel blau ist‘, zu antworten.

Weil ich dann die ganze Scheiße vergessen kann.“

Oh, wow! Das war nicht ganz das, was ich erwartet hatte; eher wie in dem Song ‚An Ordinary Life‘ von Amy MacDonald, wo sich die Hauptperson wünscht, ein ganz normales Leben führen zu können anstatt von Paparazzi an den Rand des Wahnsinns getrieben zu werden. Paparazzi hatten die Band, in der er sang, noch nicht auf dem Kieker, aber ich wusste auch so, was er meinte.

Andie, Süße, in letzter Zeit stelle ich mir immer öfter vor, wie es ist, ein ganz normaler Durchschnittstyp zu sein. Einer mit einem ganz normalen 08/15-Tag.“

Do you miss your life back home, were these the best days that you had? ♪ – Durchschnittstyp? Unwillkürlich musste ich grinsen, denn das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Was ist los? Woran denkst Du?“ Nachdenklich strich er mir übers Haar. Hey, zwirbelst Du gerade wieder eine meiner Strähnen um deinen Zeigefinger?

Wenn es eins gibt, das Du nicht bist, Mike Mitchell, dann ist das ein Durchschnittstyp. Und das wirst Du auch nie sein.“

Hatte ich das wirklich gerade gesagt? So viel Lobhudelei sah mir doch überhaupt nicht ähnlich. Dass ich so einen Blödsinn schwafelte, konnte nur an meinem durcheinander geratenen Hormonhaushalt liegen. Oder daran, dass ich mich so leicht und unbeschwert fühlte, weil ich gerade den Morgen meines Lebens gehabt hatte. Und wenn wir schon bei den Bekenntnissen waren, konnte ich auch gleich noch den Rest auspacken.

„Dafür ist für mich alles so einfach, wenn ich mit Dir zusammen bin.“

Hey, Süße, vielleicht liegt das ganz einfach daran, dass Du zu viel grübelst und Du Dir zu viele Gedanken machst…“

War ich wirklich so finster drauf, wie er mich gerade beschrieb?

… vielleicht solltest Du nicht immer von dem Schlimmsten ausgehen und alle möglichen Katastrophen annehmen?“

Ach, du Sch****… als Emo oder moderne Ausgabe einer Amélie Poulain wollte ich eigentlich nicht durchgehen.

Andie, Schatz, genau das meine ich: jetzt siehst Du aus, als wäre Dir der Teufel persönlich begegnet. Dabei bist Du wunderschön, wenn Du strahlst, wie vorhin. Ich glaube, Du weißt gar nicht, wie sexy Du eigentlich bist, wenn Du…“

Wenn ich lachte? Hatte ich das nicht schon mal gehört? Nur zu gerne hätte ich diesen Gedanken weiter verfolgt, doch leider kam es nicht mehr dazu …

KLIRRRRR…. SCHEPPER!

Mein Herz tat einen Sprung. Mite einem Satz fuhr ich in die Höhe. Wie war das nochmal mit dem Morgen danach? Der Morgen danach bringt Ungemach? Definitiv ja, wenn man denkt, dass niemand außer einem selbst anwesend ist und sich das Ganze dann als Irrtum herausstellt, weil draußen jemand einen Schraubenschlüssel fallengelassen hat. Dies war schließlich immer noch eine Werkstatt, und in der gab es außer Jake Reed auch Personal.

Durch das winzige Guckloch, das ich in die beschlagene Scheibe gerieben hatte, erspähte ich draußen einen Typen, der mit dem Rücken zu uns saß und an einem knallroten Motorrad herumschraubte. So ein Mist! Wenn der da schon länger saß, hatte er garantiert alles mitbekommen. Dies war definitiv die Zeit, zu verschwinden.

Wir sollten uns jetzt besser anziehen“, wisperte ich und sammelte die über den gesamten Fußboden verteilten Klamotten ein.

Sich möglichst unauffällig anzuziehen und dann auf der anderen Seite genauso unauffällig zu verschwinden – wenn das der Plan gewesen war, so ging dieser nur teilweise auf. Der Teil mit dem Ankleiden funktionierte zwar einwandfrei, allein am unbemerkten Verlassen der Fahrzeughalle scheiterte unser Vorhaben. Um genau zu sein, war Mike der einzige von uns beiden, der damit durchkam. Ich hatte da weit weniger Glück.

Bei meinem Versuch, mich möglichst unauffällig davonzuschleichen, hatte ich nicht mit dem Typen am Motorrad gerechnet, der beschlossen hatte, dass jetzt der ideale Zeitpunkt für eine Pause wäre. Er erhob sich und drehte sich um, genau in dem Augenblick, als ich die Tür hinter dem Beifahrersitz schließen wollte. Wie paralysiert hielt ich den Griff der Autotür fest. Ihm dagegen fielen vor Schreck die Zigaretten aus der Hand.

Natürlich hatte er keinen von uns wahrgenommen, wie ich jetzt erkennen konnte; logisch, wenn man hoch konzentriert arbeitet und dabei über Kopfhörer laute Musik hört. Geistesgegenwärtig umrundete ich den Ford und steuerte geradewegs auf die heruntergefallene Packung zu.

Hi“, hörte ich mich sagen, während ich ihm die Kippen zurückgab, „schönes Teil, das da.“ und zeigte auf das Motorrad.

Ach herrje, in meinem Leben hatte ich auch schon originellere Sprüche von mir gegeben – und das zu jemandem, der mich um gut zwei Köpfe überragte und jedes Recht hatte, Unbefugte hochkant aus der Werkstatt zu werfen – in diesem Fall mich.

„Ach, übrigens, mein Name ist Andrea.“

Angenehm. Luke“, erwiderte er perplex und streckte mir die Hand entgegen. Höflich war er ja. „Freut mich, dass Dir die Maschine gefällt.“

Was für eine Untertreibung; ‚Gefallen‘ war gar kein Ausdruck, es war ja schließlich eine Indian. Was nur alle immer mit ihren Harleys hatten. Dieses feuerrote Schmuckstück war um Längen schöner und eleganter, zumal es ein älteres Modell war und für mich zur gleichen Liga zählte wie der Wagen von Mark. Was an ihr kaputt war, hätte mich nun schon interessiert, aber Luke jetzt danach zu fragen, hielt ich dann doch für ein wenig zu dick aufgetragen, denn ich hatte das Gefühl, dass er mir mein Interesse an Motoren nicht abkaufen würde.

Dass er mich fragen würde, was ich hier überhaupt zu suchen hatte, war da schon wahrscheinlicher. Aber hatte ich nicht mit den Autoschlüsseln, die ich in der Hand hielt, das perfekte Alibi? Was konnte jemand um diese Zeit bei seinem Auto schon wollen, wenn nicht das Gepäck zu holen? Jetzt musste ich nur noch glaubhaft rüberbringen, dass ich spontan stehengeblieben war, um die Indian zu bewundern.

Und wie sie mir gefällt. Ist irgendwas da dran kaputt?“ Meh. Andrea, was für eine saudumme Frage, so einen Quatsch kannst aber auch nur Du absondern. Wir sind in einer Werkstatt! Spätestens jetzt nimmt er Dir Dein Theater nicht mehr ab.

Aber für ihn war das eine ganz alltägliche Frage. „Nee, das Teil braucht nur mal ’ne Generalüberholung.“ Na dann.

So hübsch ich dieses Schätzchen auch finde, aber eigentlich wollte ich ja unser Gepäck holen“, erklärte ich und machte mich am Heck des Ford zu schaffen.

Ach, dann gehörst Du zu der Gruppe da draußen?“ ging ihm endlich ein Licht auf. „Da habt Ihr aber ganz schön viel Kram dabei. Wenn Du Hilfe brauchst…“

Die brauchte ich zwar nicht, aber mich machte etwas ganz anderes sprachlos. Was für ein Chaos, dachte ich und kratzte mich ratlos am Hinterkopf. So, wie der Innenraum neulich ausgesehen hatte, ging es jetzt mit dem Kofferraum lustig weiter – von strukturiertem Packen schien derjenige, auf dessen Konto dieses Durcheinander an Taschen und Koffern ging, jedenfalls nichts zu halten. Ein Wunder, dass er die Heckklappe überhaupt zubekommen hatte.

Der Rucksack war das einzige Gepäckstück, von dem ich mit Gewissheit sagen konnte, wer sein Eigentümer war; aber da ich keine Ahnung hatte, wem das ganze andere Zeug im Einzelnen gehörte, hievte ich kurzerhand so lange ein Stück nach dem anderen aus dem Kofferraum, bis dieser leer war.

Luke stand daneben und musterte den Berg an Reisegepäck, der sich langsam auftürmte: „Und Du bist Dir wirklich sicher, dass Du das ganz alleine schaffst…“

Das nicht, aber warum sollst Du den Gepäckträger für uns spielen? Das sollen die Jungs mal schön selber tun, schließlich ist das ja ihr Zeug. Und glaub mir, die sind schon groß. Die schaffen das.“

Übrigens hatte sich von ihnen bisher noch keiner blicken lassen, aber von einem wusste ich mit Sicherheit, dass er sich noch immer draußen aufhielt. Wahrscheinlich hatte er schon einige Kippen geraucht, nachdem er sich vor mir aus aus der Halle verdrückt hatte. Da wurde es Zeit, dass sich Mike nützlich machte und sich seinen Kram schnappte. Außerdem konnte er dann auch gleich die anderen zusammentrommeln, damit die so langsam mal in die Gänge kamen.

Wenn ich Brian richtig verstanden hatte, sollte der Ford nämlich als nächstes durchgecheckt werden, weil der Motor Geräusche von sich gab, die ihm nicht gefielen. Mit dem Rucksack über der Schulter stapfte ich nach draußen und winkte Mike herbei, der sich tatsächlich gerade eine Zigarette angezündet hatte.

„Hey, Schatz – der Ford ist leer, hilfst Du mir mal bitte mit Eurem Gepäck? Ich habe keinen Schimmer, wem was gehört.“

Seine Kippe würde warten müssen.

Die Taschen hatten wir dann doch schneller verteilt als erwartet. Ryans Sachen klemmte sich Mike als letztes unter den Arm und stapelte die Taschen draußen, wo er zuletzt eine geraucht hatte. Er wusste genauso wenig wie ich, wo der Drummer und der Rest der Truppe geblieben waren, aber früher oder später würden sie uns über den Weg laufen. Vorerst aber mussten wir mit Luke vorlieb nehmen, der jetzt doch neugierig geworden war, wen sein Boss da zu Gast hatte.

Mit ein paar Bierflaschen in den Händen kam er auf uns zu. Fein, ein Frühschoppen mitten am Vormittag. Aber es war nicht das Bier, mit dem er offenbar mit uns anstoßen wollte, das mich stutzen ließ, sondern sein Outfit, das er extra für seine Bier- und Zigarettenpause gewechselt hatte. Er trug eine schwarze Weste. Wir waren mitten im Hauptquartier eines Motorradclubs gelandet.