30-Days Film Challenge – Day 9 : a film you hate that everyone else liked

 

 

Nach dem, was wir lieben, kommt nun bei der Challenge (näheres ergibt der Klick aufs Bild oben) die Möglichkeit, Filme zu verreißen. Ich versuche trotzdem, sachlich zu bleiben.

 

Day 9 : a film you hate that everyone else liked

 

Oh, was hat man uns damals von The Big Lebowski vorgeschwärmt. Ein Kultfilm, den man gesehen haben muss… und was ist herausgekommen?

 

 

Ich saß vorm Bildschirm und habe mich gefragt, was an diesem Film nun so spektakulär sein soll – gefallen hat er mir nicht. Gut, dass es nur eine Leih-DVD war (https://i.pinimg.com/474x/f7/1c/c1/f71cc17720b7886f0131b92224d6893c.jpg). Und wenn es schon ein Typ im Bademantel sein soll, dann ist mir Martin Freeman als Arthur Dent in „Per Anhalter durch die Galaxis“ lieber.

„Broken Strings“ : Chapter 26 – License to grill

Luke war ein Schatz. Nicht nur, dass er an dem Zustand des Impala nichts zu meckern hatte, obwohl ich mich als Laie daran zu schaffen gemacht hatte, sondern auch, dass er fast schon beiläufig erwähnte, wie er erst neulich den Verstärker seiner E-Gitarre getestet hatte, was nur bedeuten konnte, dass er über die entsprechende Ausrüstung verfügte. Vielleicht war das die Lösung für unser Problem.

Am meisten aber freute ich mich darüber, dass ich mit meinem Versuch, den Impala wieder in Gang zu bringen, keinen Schaden an dem Auto angerichtet hatte. Mark würde begeistert sein. Vom Meister persönlich die Bestätigung zu erhalten, dass man saubere Arbeit geleistet hat – wer hätte sich da nicht gefreut? Wenn wir jetzt noch den Verstärker retten konnten, dann wäre das die Krönung.

Witzig fand ich in diesem Zusammenhang, dass er selbst mit Freunden in einer Garage Schlagzeug, Bass und Gitarre übte, auch wenn das, was sie spielten, noch weit entfernt von professionell klang, sondern mehr aus Spaß an der Freud geschah und zudem noch stilistisch keinem von uns sonderlich gefiel. Obwohl ich gerne Rockmusik mit Metaleinschlag hörte, konnte ich Speed Metal nicht viel abgewinnen.

Meine Vorlieben lagen eher bei Within Temptation und Lacuna Coil als bei Megadeth und Motörhead. Ja, der Bassist hatte so ein Oszilloskop, er war nur heute den ganzen Tag mit dem Laster unterwegs und hätte spätestens am Abend Zeit. Das war zwar nicht optimal, aber besser als nichts. Während ich mich mit dem Teil an einen besser beleuchteten Platz zurückzog, ließ ich die Herren weiter debattieren. Gerade hatte ich damit begonnen, den Verstärker von seinem Gehäuse zu befreien, da tauchte hinter mir Bradley mit John im Schlepptau auf.

Ich dachte, schaden kann’s nicht“, verkündete er und schob John einen Hocker zu, damit der darauf neben mir Platz nehmen und einen Blick in das nun offen vor uns liegende Gerät werfen konnte.

Der OP ist eröffnet, Dr. McIntyre, greifen Sie nun zum Skalpell und tun Sie Ihr Werk.

Irgendwie hatte ich Grey’s Anatomy anders in Erinnerung. Dort wartete man nie sehr lange auf das Ergebnis eines in letzter Minute angeordneten CTs, während wir hier nicht sicher waren, wie die Diagnose lauten würde, jedenfalls nicht vor dem Abend.

Andrea, ich habe echt keine Ahnung, wie ich Euch hier helfen kann…“

Ratlos kratzte John sich am Kopf. Das hätte mir von vornherein klar sein müssen: Ein Instrument mit Hilfe eines Bausatzes nachzubauen – Du hast das Ding nicht selbst erfunden, sondern Lew Termen, und das ist auch schon über hundert Jahre her – war eine Sache, aber einen kaputten Verstärker, der ganz anders aufgebaut war, wieder zum Laufen zu bringen?

… aber vielleicht hilft es ja, wenn Du die Lötstellen untersuchst und dann die Stellen nachlöstest, die gebrochen sind. Die Buchsen zu reinigen, könnte unter Umständen auch helfen.“

Mehr konnte ich tatsächlich nicht tun – außer ihn zu fragen, ob er sich das Ergebnis meiner Reparaturarbeiten noch einmal anschauen würde. So würde er jedenfalls nicht die ganze Zeit untätig herumsitzen. Das hätte ich nämlich genauso gehasst wie er, aber es war auch nicht notwendig, dass er die ganze Zeit bei mir blieb, während ich das Gerät reinigte und die Schwachstellen einer genaueren Inspektion unterzog.

Mir war lieber, wenn mir nicht dauernd jemand auf die Finger schaute, egal wie gut ich mich mit ihm verstand. Gequatsche konnte ich bei extrem fummeligen und kleinteiligen Arbeiten sowieso nicht gebrauchen, also kramte ich meinen mp3-Player hervor und suchte mir die entsprechenden Lieder heraus, die den Puls am wenigsten beschleunigten, denn eine ruhige Hand war das A und O.

Sobald ich fertig war, würde ich mich schon melden. Vorausgesetzt, er wäre dann noch da, denn ich hatte so nebenbei mitbekommen, dass für den Abend ein Barbecue geplant war und irgend jemand Getränke und Grillgut besorgen musste. Seufzend machte ich mich ans Werk. Das hier konnte gut und gerne noch Stunden dauern.

What kind of fuckery is this – you make me miss the****** ♪

Iiiiiieeek!

Mit einem Schrei ließ ich den Akkuschrauber fallen. Eine Hand lag auf meiner Schulter und riß mich aus meiner Konzentration, mein Herz tat einen Satz, dass ich dachte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen.

Ja, selbst schuld, ärgerte ich mich über mich selbst, Du hättest ja auch von selbst darauf kommen können, dass Du um Dich herum nichts mehr wahrnimmst, wenn Du so in die Musik vertieft bist.

Dabei war es nur eine Frage der Zeit, bis irgend jemand bei mir vorbei schauen würde. Schon allein, weil es inzwischen drei Uhr nachmittags war und ich seit der Besichtigung unser Behausung für die nächsten Tage nichts mehr zu mir genommen hatte. Hektisch zog ich die Kopfhörer aus meinen Ohren und ließ Amy Winehouse alleine vor sich hin dudeln.

Sorry, erschrecken wollte ich Dich nicht“, ertönte Bradleys markante Stimme. Hast Du aber; ist aber nicht Deine Schuld. „Hier, für Dich, trink erst mal was.“

Die Flasche mit dem Schriftzug 0,0% landete dann auch prompt direkt vor meiner Nase, mitten auf dem Tisch. Wie schön, dass mein Kollege mitdachte und von selbst darauf gekommen war, welche verheerenden Auswirkungen Alkohol auf nüchternen Magen bei mir hatte, auch wenn es nur leichtes Bier war.

„Und, wie weit bist Du gekommen?“

Dass ich fast fertig war, aber nicht wusste, ob meine Mühe für die Katz gewesen war, konnte Bradley nicht ahnen.

So gut wie, aber die Endkontrolle müsste dann einer von euch vornehmen. Vielleicht Dave oder John?“

Gut, dass mir das noch eingefallen war, wo ich ihn doch extra gefragt hatte und er damit einverstanden gewesen war.

„Obwohl wir das eigentliche Ergebnis erst dann sehen können, wenn sich Lukes Kumpel das Teil auch nochmal angeschaut hat.“

Das Argument hielt ihn aber nicht davon ab, die anderen beiden einen Blick auf mein Werk werfen zu lassen, bevor ich das Gehäuse wieder montierte. Acht Augen sahen schließlich mehr als zwei. Wirklich? Das einzige, was man hier sah, war, ob ich die unterbrochenen Kontakte wieder hatte herstellen können, aber ob das Gerät wieder so wurde wie vor dem Unfall, stand auf einem anderen Blatt – Qualitätsprüfung hin oder her.

Das sahen zwei von dreien offenbar ähnlich, nickten das Produkt ab und verschwanden wieder nach draußen, wo einige Bierfässer auf ihren Abtransport warteten. Wenn wir mithelfen, wird’s bestimmt billiger, ging es mir für einen Moment durch den Kopf, bevor ich mit dem Gehäuse weitermachte. Du solltest jetzt wohl besser einen Zahn zulegen, wenn Du heute noch fertig werden möchtest. Aargh! Warum zum Henker funktioniert das Auseinanderschrauben immer besser als das Zusammenbauen?

Ich sah schon, mit Hektik würde hier gar nichts funktionieren. Dann schon eher im Schneckentempo. Ob mir Bradley dabei Gesellschaft leisten wollte? Anscheinend wollte er mir etwas sagen, aber nicht, solange die beiden anderen dabei waren. Warum nur hatte ich das Gefühl, dass mir die Frage nicht gefallen würde? So nervös waren für gewöhnlich Leute, die anderen einen Heiratsantrag machen wollen. Das musste ja eine wichtige Mitteilung sein!

Oder irrte ich mich, und er war der Überbringer einer schlechten Nachricht? So langsam begann ich wirklich, mir Sorgen zu machen, so wie er herumdruckste. Nun gib Dir doch schon endlich einen Ruck, dachte ich, und mach’s nicht so spannend. Mein Scharren mit den Hufen kam jedoch etwas zu spät, denn jetzt kam’s: die Enthüllung, dass man meinen „göttergleichen“ Gesang klar und deutlich in der gesamten Halle hatte hören können.

Autsch! Wie peinlich war das denn? Das hatte mir gerade noch gefehlt. Mir wurde ganz heiß bei dem Gedanken, dass ich nicht alleine gewesen war, als ich zur Musik von Amy Winehouse lauthals mitgesungen hatte.

Äh, wie lange hast Du mir schon zugehört?“ platzte es entgeistert aus mir heraus.

Lange genug“, lautete seine Antwort, dicht gefolgt von einem Räuspern.

Räuspern war nicht gut. Räuspern bedeutete, dass man jemanden mit solchen Sangeskünsten auf den Plan rief, wenn man die letzten hartnäckigen Gäste aus einer Kneipe werfen wollte und jemanden brauchte, der sie mit seinem Gejaule in die Flucht schlug. Räuspern bedeutete, dass meine Showeinlage zu der eher peinlichen Sorte gehörte; und ‚Lange genug‘ war dann wohl eine knappe Umschreibung dafür, dass meine Vorstellung am besten nach keinem weiteren Publikum verlangt hätte – außer ihm.

Lange genug, um mich zu fragen, wie sich Dein Gesang wohl mit Begleitung anhören würde.“

Wie bitte? Das sollte wohl ein Scherz sein. Welchen Clown hast Du heute morgen gefrühstückt, Bradley Jackson? Und welches Instrument soll das sein? E-Gitarre? Dudelsack? Falsch gestimmtes Klavier? Ungläubig schaute ich ihn an; es schien ihm doch tatsächlich ernst damit zu sein.

Wie meinst Du das?“ versuchte ich, ihn auszuquetschen. Doch seine Antwort machte mich nicht wesentlich schlauer.

Wie ich es sage. Erinnere Dich an den Soundcheck, als Du die Mikrofone mit Florence und diesem elektronischen Zeugs ausprobiert hast.“

Oha! Meine Karaokeversion von Conjure One – wie konnte ich mich nicht daran erinnern: mein Auftritt, bei dem ich mich vor Mike bis auf die Knochen blamiert hatte und dann am nächsten Tag… Aber lassen wir das! schüttelte ich innerlich diese unangenehme Rückblende von mir ab.

Oh ja, ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich DAS gehört habe.“

Wie jetzt? Gestaunt? Er hatte gestaunt? Mich wunderte, dass er nicht entsetzt davongelaufen war.

Andrea, Andrea, ich wusste gar nicht, was für ein Talent in Dir schlummert.“

Dass er mir das jetzt noch deutlicher sagte, überzeugte mich immer noch nicht vollständig. Und selbst wenn es stimmte, was konnte ich mir schon dafür kaufen? Er sollte bloß nicht auf die Idee kommen, seine Erkenntnisse vor den anderen breitzutreten. Am Ende bekam Madlyn noch den Eindruck, dass ich nicht nur auf ihren Danny, sondern auch noch auf ihren Job scharf war. Und das würde den absoluten GAU bedeuten und alle Versuche einer Versöhnung mit ihr torpedieren.

Mag sein. Aber selbst wenn es stimmt… ehrlich gesagt, hätte ich lieber, dass das unter uns bleibt.“

Damit machte ich deutlich, dass ich dieses Thema nicht länger zu vertiefen wünschte. Mein Wunsch war es noch nie gewesen, im Rampenlicht zu stehen, und das sollte auch so bleiben. Ich hatte nur noch einen Wunsch: die Arbeiten an dem Verstärker zu beenden und mich dem Rest der Gruppe anzuschließen. Kelly konnte bestimmt jede Hilfe brauchen, bevor das Barbecue anfing. Viel Zeit blieb ja nicht mehr. Nur noch ein paar Handgriffe, dann hatte ich das störrische Gehäuse wieder an Ort und Stelle platziert. Meinetwegen konnte es jetzt losgehen.

Da Bradley so nett war, auf mich zu warten, konnte er mir auch beim Transport des reparierten Geräts helfen. Das sollte wieder zurück in den Truck. Bis Lukes Kumpel den finalen Test durchführte, würde es noch etwas dauern. Auf dieses Gespräch war ich jetzt schon gespannt. Noch mehr fieberte ich dem Barbecue entgegen. Bei uns achtzehn Nasen würde es sicherlich nicht bleiben, dementsprechend üppig würden die Portionen an Speisen und Getränken ausfallen.

Von den zahlreichen Bierfässern hatte ich schon gehört, nun war ich aufs Essen gespannt. Burger, Steaks, Chicken Wings – alles war möglich, und bei der Zubereitung der Salate tippte ich auf Kelly. Wen sie wohl dafür eingespannt hatte? Ich tippte auf eine missmutige Sue und eine noch schlechter gelaunte Madlyn, bei denen ich das Gefühl hatte, dass ihnen solche Hilfsarbeiten grundsätzlich nicht behagten. Aber vielleicht irrte ich mich auch, und sie waren gar nicht die verwöhnten Luxusladys, für die ich sie hielt.

Umso größer war meine Überraschung, als ich statt ihnen Danny und John in der Küche stehen sah. Von Sue und Madlyn keine Spur. Bevor mir die Kinnlade herunterklappte, griff ich erst mal nach einer Flasche Bier aus dem Kühlschrank.

Hui, so fleißig, Ihr beiden?“

Genau, Andrea, schleudere den beiden erst mal das Offensichtliche, in knackige Worte verpackt, entgegen. Das hilft beim Eröffnen des fröhlichen Smalltalks ungemein.

„Hat man Euch zum Küchendienst abkommandiert?“

Genau: Stating the Obvious. Das ist genau das, was sie jetzt noch gebraucht haben.

Okay, eine rhetorische Glanzleistung war das nicht von mir. Aber so, wie ich die beiden inzwischen kannte, nahmen sie mir das bestimmt nicht übel. Und damit lag ich richtig. Den ‚Küchendienst‘ hatten sie von Sue und Madlyn übernommen, weil diese ganz dringend eine Pause benötigten. Dumm nur, dass sie ihnen nicht gesagt hatten, wie lange diese Pause dauern sollte. Vermutlich, bis mit dem Grillen angefangen wurde, während die beiden Damen sich ins Fäustchen lachten und erst mal eine Runde gepflegt chillten.

Da es nicht so aussah, als ob die beiden in nächster Zukunft zurückkehren würden, bot ich den beiden meine Hilfe an. Glücklich darüber, dass ihm jemand das Zwiebelschneiden abnahm, legte Danny das Messer weg und bot sich an, uns mit Getränken zu versorgen. Mein Bier war nämlich auch schon wieder fast alle, und da eine Hand die andere wäscht… So standen wir nun in schönster Eintracht beieinander, John und ich, und beobachteten durch die großen Panoramascheiben, was draußen vor sich ging. Nicht nur ein Grill wurde startklar gemacht, sondern vorsorglich auch noch ein zweiter, der doppelt so groß war.

Meine Güte, wieviele Gäste wurden denn noch erwartet? Das gesamte Chapter der Red Knights hier vor Ort? Lieber nicht so genau darüber nachdenken – ich ging jetzt einfach mal davon aus, dass das Grillgut und die Salate ausreichen würden. Und wenn nicht, so war Bier auf jeden Fall zur Genüge vorhanden. Außerdem Bourbon, Wodka und Tequila. Soviel verriet mir der Blick in den riesigen Kühlschrank, in dem bereits mehrere große Schüsseln standen.

Die Zwiebelringe, die Danny produziert hatte, sollten in den von John angerührten Bierteig getaucht und dann in heißem Fritierfett ausgebacken werden. Mensch, wer hatte denn diese geniale Idee gehabt? Krosse Zwiebelringe hatte ich ja schon ewig nicht mehr gegessen. Wenn der Rest genauso lecker war wie dieser Snack, dann würde der Grillabend bestimmt kein Reinfall werden. Wenn es uns jetzt noch gelang, auf hochprozentige Exzesse zu verzichten, dann bestand sogar die Aussicht auf einen richtig schönen Abend.

Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Mit meiner Vermutung, dass außer uns noch sämtliche Red Knights anwesend sein würden, hatte ich richtig gelegen, und bei Anbruch der Dunkelheit tummelten sich an die dreißig Personen auf Jakes Grundstück. Mit dem Erscheinen der Polizei mussten wir nicht rechnen, da sich die Anwesenden zivilisiert benahmen und nicht mitten in der Nacht mit ihren Maschinen einen Burnout veranstalteten. Außerdem war das hier kein zwielichtiger Verein, sondern ein allgemein akzeptierter Club, dessen Mitglieder zum größten Teil Feuerwehrleute von Berufs wegen waren, während der kleinere Teil, wie zum Beispiel Kelly und zwei ihrer Kollegen sich in der freiwilligen Feuerwehr engagierten.

Nun erfuhr ich auch, dass Jake und Luke als Familienangehörige zu den sogenannten Social Members zählten, und das seit ungefähr zehn Jahren, oder sieben, wie im Fall von Jake. Was man eben so aus Liebe tut, wenn man sich auf einem Sommerfest in der Nachbargemeinde sich in eine hübsche Rothaarige in ihrer Uniform verliebt, auch wenn das nicht die Berufsfeuerwehr war, sondern die Freiwillige.

Von wegen ‚Seattle Firefighters – die jungen Helden‘: Der Held mit Werkstatt musste dann doch erst einmal schlucken, als er in die Familie seiner Angebeteten einheiratete, besonders bei dem ‚Brüderchen‘. Aber da dieser ebenfalls gerne an alten Mühlen herumschraubte, war auch diese Hürde bald überwunden. Gegen romantische Geschichten war ich dann doch nicht so immun, wie ich gedacht hatte.

Immun war ich aber auch genauso wenig gegen die Pläne unseres Managers. Auf der Bühne stand Brian nur noch gelegentlich, denn Bass konnte Mark genauso virtuos spielen wie sein Bruder. Aber da er genug damit zu tun hatte, sich um Auftritte, Unterkünfte und Kontakte zu kümmern hatte und nebenher auch noch die Gruppe zusammenhalten musste, weil die untereinander nicht immer so klarkamen, wie er es sich wünschte, hatte er diesen Part in der Band immer mehr zurückgefahren.

Seine Sorge galt nach wie vor dem Keyboarder, der Brians Meinung nach bestimmt nicht deshalb tiefer ins Glas schaute, als gut für ihn war, weil ihm dessen Inhalt so gut schmeckte, sondern entweder aus Langeweile oder – was für ihn weitaus alarmierender war – aus Frust. Was er bei unserem letzten Gespräch gesagt hatte, leuchtete mir inzwischen ein, und nun fand ich den Gedanken, ihn in der Freizeit im Visier zu behalten, so wie jetzt, gar nicht mehr so abwegig.

Wie schön, dass das so ein entspannter Abend war“, lautete mein Statement zu der Grillparty, als Mike und ich spät in der Nacht die Leiter zu unserem Zimmerchen hinaufkletterten.

Ach ja?“ erwiderte er nachdenklich. „Wieso auch nicht? Oder hattest Du Zweifel daran?“

Das war eine gute Frage, aber ich war zu müde, um ausführlich darüber nachzudenken. Das Essen hatte für alle gereicht, die meisten hatten außer Bier nichts anderes trinken wollen, weshalb das befürchtete Besäufnis mit Spirituosen aus dem Kühlschrank ausgeblieben war, und der Bassist von Lukes Garagenband war vorbeigekommen und hatte sich bereiterklärt, am nächsten Tag den von mir zusammengelöteten Verstärker an das bei ihm stehende Oszilloskop anzuschließen. Dass er so kurzfristig Zeit gefunden hatte, freute mich sehr, doch meine Begeisterung wollte auf Mike nicht überspringen.

„Erzähl das nicht mir, sondern Mark… oder Danny“, brummte er, wobei er den Namen seiner Kollegen auf eine ganz seltsame Weise betonte.

Dann ließ er sich auf den Futon fallen und drehte sich auf die Seite. Kein In-den-Arm-Nehmen, kein Kuss, und vor allem kein ‚Gute Nacht‘ oder ‚Schlaf schön‘ – statt dessen gleichmäßiges Atmen, das mir anzeigte, dass er augenblicklich eingeschlafen war. Mir war ein Rätsel, was er für ein Problem hatte. Ob es daran lag, dass ich den Abend über mehr Zeit mit Mark, Danny und Madlyn verbrachte hatte als mit ihm?

Dabei war dieses Zusammentreffen von meiner Seite gar nicht geplant gewesen, sondern hatte sich ganz zufällig ergeben und sich in meinen Augen als Glücksfall herausgestellt. Zum einen hatte uns Mark nach Lukes Gutachten den Ausflug mit seinem ‚geborgten‘ Auto endgültig verziehen und einen Schlussstrich unter dieses Kapitel gezogen; und zum anderen ergab sich endlich für mich die Gelegenheit, mich mit Madlyn auszusprechen und das Missverständnis auszuräumen, das durch Ryans blöde Bemerkung entstanden war.

‚Ob er jetzt glücklich mit dem ist, was er mit seinen dämlichen Sprüchen angerichtet hat?‘ hatten wir uns beide gefragt und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass jedes Gramm Hirnschmalz, das wir in ihn investierten, es nicht wert war.

Schade fand ich nur, dass sich Mike nun plötzlich so divenhaft aufführte. Wenn er solche Sehnsucht nach mir hatte, warum schwirrte er dann sonstwo auf dem Gelände herum und setzte sich nicht zu mir?

Jetzt Gedanken lesen können, das wär’s. Dann wüsste ich genau, ob Du Dich wirklich so blendend amüsiert hast.

Ich hätte nur zu gerne gewusst, wie er den Abend verbracht hatte, denn wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann hätte ich ihn schon gerne an meiner Seite gehabt. So aber konnte ich nur hoffen, dass ich bald herausfand, was hinter seiner temporären Verstimmung steckte. Irgendetwas brütete er aus. Aber was?