# Writing Friday 2020 – Juni, 26. Woche : Herrchen gesucht

 

Auch ein weiteres Schreibthema im Juni beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy hat mit dem Urlaub zu tun, allerdings nicht mit meinem eigenen. Zum Abschluss des Junis findet das Drama um Suzanne und die Enttäuschung ihres Lebens eine Fortsetzung, und zwar mit der dritten Aufgabe, die folgendermaßen lautet:

Schreibe eine Geschichte und flechte darein folgende Wörter mit ein: Sonne, Stimmung, Freunde, liebevoll, Verständnis

Um ihren Liebeskummer zu verarbeiten, ist Suzanne an die Ostsee gefahren und hat beim Spazierengehen einen ausgesetzten Hund gefunden. Schon damals habe ich mich gefragt, wie es wohl weitergegangen ist. Die Auflösung kommt heute.

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Herrchen gesucht

Drei Wochen Sonne und Wind hatten aus ihr zwar keinen neuen Menschen gemacht, aber ihre täglichen Wanderungen über den Deich zwischen Kalifornien und Brasilien hatten ihr trotzdem gutgetan. War sie anfangs überhaupt nicht in Stimmung dazu gewesen, so hatte sich nach und nach der Schmerz etwas gelegt und nur noch dumpf auf ihr gelastet. Eigentlich hatte sie es hier doch gar nicht so schlecht getroffen. Die Pension war gemütlich, ihre Zimmerwirtin hatte sie herzlich empfangen, und das Frühstück konnte man auch weiterempfehlen. Das Achtern Diek lag zwar nicht direkt am Strand, aber zum Deich hatte sie es nicht weit, und die frische Brise war eine wahre Wohltat im Vergleich zu der drückenden Luft zu Hause, die in den engen Gassen nur mit Mühe zirkulieren konnte. Außerdem hatte sie sich den Ort nicht ohne Grund ausgesucht: Ihre Freunde zu Hause hatten bestimmt gekichert, als sie die Karte „Schöne Grüße aus Kalifornien“ in der Post gefunden hatten. Nein, um nach Kalifornien zu fahren, musste man nicht um die halbe Welt reisen. Dazu reichte auch schon ein Intercity nach Kiel.

Es war purer Zufall gewesen, dass sie genau während der letzte Tage der Kieler Woche angereist war. Und ein glücklicher obendrein, dass es mit dem Zimmer geklappt hatte. Die meisten Urlauber bevorzugten eine Unterkunft direkt am Strand oder zumindest mit Meerblick, und so war im Strandräuber oder Hotel California bestimmt schon alles ausgebucht. Ja, hätte sie sich für Camping im 700 Meter entfernten Brasilien entschieden… Dann hätte ihr wohl nicht der Zufall ein weiteres Mal in die Hände gespielt und sie zu dem Kleinen geführt, den irgend so ein mieses Schwein am Strandkorb 1492 angebunden hatte. Ausgesetzt! Vergessen war Suzannes Liebeskummer – wenn es um Grausamkeit gegenüber Tieren ging, konnte sie glatt auf die Barrikaden gehen. Ohne zu zögern, hatte sie den Hund losgebunden und mitgenommen. So freundlich, wie sie im Achtern Diek begrüßt worden war, hatte sie keine Sekunde daran gezweifelt, dass ihre Zimmerwirtin Verständnis zeigen würde, wenn sie plötzlich einen zusätzlichen Gast bekam. Einen mit vier Beinen.

Und richtig: Mit ihrer Vermutung, oder besser gesagt: Hoffnung, hatte sie nicht falsch gelegen. Frau Jensen zauberte einen Wassernapf aus der Abstellkammer hervor und telefonierte mit dem Tierarzt, der den Neuankömmling gründlich untersuchen sollte. Verwahrlost oder krank war er zum Glück nicht, nur etwas ausgezehrt, aber mit etwas Geduld würde sie ihn schon bald so weit aufgepäppelt haben, dass er die lange Zugfahrt überstehen würde. Wie schön, dass ihre Eltern ihr erlaubt hatten, den kleinen Hund, den keiner mehr haben wollte, zu behalten – es wurde Zeit, dass er ein neues, liebevolles Zuhause bekam.

 

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Ende gut, alles gut. Da hat sie nun einen Freund fürs Leben gefunden. Und ganz kurz und schmerzlos. So kann’s auch gehen. Der Abschluss einer Trilogie in 432 Wörtern, an einer normalen ABC-Etüde knapp vorbei, aber durchaus geeignet für eine Extra-Etüde.

Die Schreibthemen im Juni lauteten: 1) Jasmin trifft eine mutige Entscheidung. Erzähle, welche dies ist und was Mut für sie bedeutet +++ 2) Du wachst auf und stehst mitten in deinem aktuellen (oder vor kurzem gelesenen) Buch, was geht da vor? Und welches Buch ist es? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Sonne, Stimmung, Freunde, liebevoll, Verständnis. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Der Regen fiel in Strömen auf sie herab, nun…“ beginnt. +++ 5) Deine vier Wände unterhalten sich darüber, dass Du nun so viel zu Hause bist. Über was plaudern sie? Schreibe einen kreativen Dialog.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

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