# Writing Friday 2020 – Juli, 29. Woche : Nephthys – Teil 1

 

Zeitreisen per Zeitmaschine? Neben der von H.G. Wells fallen mir dazu nur noch der DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ und die TARDIS aus „Doctor Who“ ein. Dass der blaue Schrank in Wahrheit eine blaue Police Box ist, mit der sich die TARDIS tarnt, war meine Lösung für das erste Thema beim #writing friday von elizzy:

Du gerätst über eine Zeitmaschine ins alte Ägypten, erzähle von diesem Abenteuer

Von der Realität des Jahres 2020 zuerst in die Romanwelt des Jahres 1941, und von da mittels Zeitmaschine aus einer Fernsehserie in das Alte Ägypten? Welche Realitätsebene darf es sein?

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Nephthys – Teil 1

Von innen größer als von außen… und eine Stimme, die spricht „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Trust me – I’m a doctor.“ – O Gott, ein Time Lord, der durch Raum und Zeit reisen kann. Ich kann mein Glück kaum fassen, doch es währt nur kurz: Das rote Licht und die wie geborsten klingenden Glockenschläge weisen auf eine Fehlfunktion der TARDIS hin. Doch was ist das? Wir werden unsanft hin und her geworfen, dann endet der Schleuderkurs mit einem mächtigen Knall. Endstation. Trotz meiner Benommenheit von dem Aufprall möchte ich doch wissen, wo wir gelandet sind. Groß scheint der Schaden nicht zu sein, denn die Tür lässt sich öffnen. Vorsichtig spähe ich durch einen schmalen Spalt nach draußen und erblicke Sand. Sand, wohin das Auge reicht. Ich höre das Meer rauschen, und in der Ferne sehe ich ein Licht, das in der Dämmerung leuchtet. Kaum habe ich die TARDIS verlassen, fällt mein Blick auf die Statue einer geflügelten Figur. Ja, spinne ich denn? Ist es tatsächlich das, wonach es aussieht? Die Bestätigung folgt auf den Fuß.

Okay. Das hätte nicht passieren dürfen“, entfleucht es dem Doktor. „Das alte Ägypten stand nicht auf der Agenda.“ Er zieht mich in die TARDIS zurück und hält mir ein Display vor die Nase. Das Gemälde, das darauf erscheint, zeigt genau jene Figur, die ich draußen gesehen habe. Die Göttin des Südens, auch bekannt als Nephthys, repräsentiert die Göttin Nut, an die das Sternbild der Himmelskuh erinnert.“

Sternbild der Himmelskuh? Altägyptische Mythologie ist noch nie mein Lieblingsthema in Geschichte gewesen, und nun sind wir im Alten Ägypten. Aber in welcher Ära? Nofretete oder Kleopatra? Eigentlich spielt es für mich keine Rolle – wenn das so weitergeht, lande ich noch in der Steinzeit.

Keine Panik“, spricht der Doktor, „dazu lasse ich es nicht kommen. Aber Du hast recht – wir sollten uns langsam mal schlau machen, wer gerade an der Regierung ist. Das da vorne dürfte Alexandria sein, also auf in die Bibliothek! Tutanchamun werden wir also schon mal nicht begegnen.“

Als ob ich Wert darauf legte, einem Pharao zu begegnen. Ich möchte überleben, da halte ich mich am besten schön vom Palast fern. Wenn wir uns unterwegs möglichst unauffällig verhalten, haben wir gute Chancen. Vorausgesetzt, sie existiert überhaupt, denn laut dem Doktor ist sie 48 vor Christus zerstört worden. Am besten bleibe ich dicht bei ihm, andernfalls… Mich alleine durchzuschlagen in einer Stadt, die wegen der anstehenden Feierlichkeiten aus allen Nähten platzt? Alle sind in heller Aufregung. In den engen Gassen ist nur schwer durchzukommen, hinzu kommt ein die Sinne verwirrendes Gemisch verschiedenster Gerüche. Ohne meinen Begleiter hätte ich in diesem Gewirr von Läden längst den Überblick verloren, und ich frage mich, ob er eine Art inneren Kompass besitzt, der ihn auf Umwegen ans Ziel zu führen scheint. Bald schon nähern wir uns dem Hafen, in dem unzählige Schiffe vor Anker liegen. Eines von ihnen sticht mir besonders ins Auge. Es liegt ein wenig abseits und leuchtet golden im Fackelschein. Der Doktor stößt einen anerkennenden Pfiff aus.

Sieht mir ganz nach der Prachtgaleere Kleopatras aus, und dem ganzen Rummel nach zu urteilen, soll hier die Party des Jahrhunderts steigen – pardon, der große Empfang für Antonius…“

Sinn würde es ergeben, schließlich ist es lange her, dass ich so viel Wachpersonal auf einem Haufen gesehen habe.

Au weia!“ höre ich den Doktor rufen. „Der große Empfang für Marcus Antonius war 41 vor Christus…. ich fürchte, was die Bibliothek angeht, haben wir ganz schlechte Karten.“

Das allein klingt schon deprimierend, aber es kommt noch schlimmer – wir werden voneinander getrennt, und ich kann ihn nicht einholen, weil mich Uniformierte ergreifen. Unsanft werde ich vorwärts geschubst und finde mich inmitten einer Gruppe Gefangener wieder. Als ich mir die anderen Pechvögel näher ansehe, bestätigt sich meine Ahnung: Sie sehen aus wie entlaufene Sklaven, und man hält mich für eine von ihnen.

Haben Sklaven Schutzgötter? Ich würde es so gerne glauben, aber man hat uns zusammengetrieben und in Schach gehalten, bis der Oberaufseher erscheint und uns vorwärts scheucht. Fliehen ist zwecklos. Wohin sie uns wohl bringen? Den knappen Befehlen des wortkargen Oberaufsehers konnte ich leider nicht entnehmen, ob er einem ägyptischen oder römischen Haushalt er angehört. Für mich ist das wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Soll ich wirklich so für immer spurlos verschwinden? Vor meinen Augen flimmert es, purpurn und golden.

Wir betreten Kleopatras herausgeputzte Galeere. Das letzte, was ich sehe, ist ein weiteres Standbild in Gestalt einer geflügelten Figur? Schon wieder Nephthys? Plötzlich fröstelt mich, und ich fange an, mir Sogen zu machen. So langsam wird mir die Sache unheimlich. Aber vielleicht gibt es ja doch eine Gottheit, die mich beschützt, denn man teilt mich bei denen ein, die Speisen und Getränke auftragen sollen. Zwar könnten mich immer noch Gäste dieses opulenten Banketts begrapschen, aber wenigstens werde ich nicht in spärlicher Kleidung zur Schau gestellt, um die Meeresnymphe zu geben oder gar „besonders nett“ zu den hochrangigen Gästen sein. Ein Alptraum, wenn ich daran denke, wie berüchtigt die ägyptische Herrscherin für ihre ausschweifenden Feste ist.

(Fortsetzung folgt)

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Mit dieser Reise von 1941 nach Christus in das Jahr 41 vor Christus hat „Die blaue Tür“ von letzter Woche ihre Fortsetzung gefunden – eine Reise, die noch nicht beendet ist. Begonnen hat sie allerdings noch früher, und deshalb kommt an dieser Stelle eine Zusammenfassung dessen, was bisher geschah:   1/4 Landmädchen, Du bist bekloppt  +++   2/4 Die blaue Tür.

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Die Schreibthemen im Juli lauten: 1) Du gerätst über eine Zeitmaschine ins alte Ägypten, erzähle von diesem Abenteuer. +++ 2) Emma ist gerade in ein neues Haus gezogen, als sie dort den Wandschrank öffnet weht ihr ein kühler Wind entgegen, sie tritt hindurch und ist in einer anderen Welt… (Erzähle die Geschichte weiter) +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Hund, Badeanzug, rosarot, gehüpft, Eiscreme. +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Kurt war zum Mörder geboren, könnte man meinen, wenn da nicht…” beginnt. +++ 5) Berichte aus dem Alltag von Simon – ein kleiner bunter Spatz, mit Pilotenbrille und einem mutigen und grossen Herzen.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

 

8 Kommentare zu “# Writing Friday 2020 – Juli, 29. Woche : Nephthys – Teil 1

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