Das Alphabet | Etüdensommerpausenintermezzo III-2020 – I see stars

 

My stars!

Einer ist mir noch zum Etüdensommerpausenintermezzo von Christiane eingefallen, als ich mich gestern mit meinem nächsten Beitrag für den #writing friday beschäftigt habe. Zur Zeit tut Abkühlung not, und wo ist es kühler als im Weltraum?

Der Weltraum – unendliche Weiten: Mein zweites Alphabet driftet ab… into the outer space. Möge die Kreativität auch weiterhin mit euch sein. Mich erinnert die Illustration übrigens an die Initialen, mit denen die Kapitel der Unendlichen Geschichte von Michael Ende anfangen:

Und wo ich persönlich nicht so recht weiterwusste, habe ich andere Quellen zu Rate gezogen. Bei den mit einem Stern *)gekennzeichneten Begriffen gilt: Fragen Sie nicht mich nach Details oder ausführlichen wissenschaftlichen Erklärungen, sondern lieber wikipedia und/oder einen Astrophysiker.

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Sternenkunde von A bis Z

Astronomie: Hieß es nicht früher Himmelskunde – im Gegensatz zur Erdkunde, der Geographie? Sternenkunde trifft es vermutlich besser, und den Anfang des astronomischen Alphabets könnte genausogut auch eine App machen, die ich auf mein Handy laden kann, um sofort zu wissen, auf welchen Himmelskörper mein Smartphone zeigt. Leider habe ich noch keine App gefunden, die mir zusagt.

Beteigeuze/Betelgeuze: Der Riesenstern im ohnehin schon markanten Sternbild des Orion befindet sich auf der linken Seite, im Verhältnis zum Stern an der Spitze auf ungefähr zehn Uhr. Ohne ihn als Quell der Inspiration, wären wir vermutlich nicht in den Genuss von Klassikern wie „Per Anhalter durch die Galaxis“, „Planet der Affen“ und „Beetlejuice“ gekommen, auch wenn mit letzterem Tim Burton diesen schönen Namen doch arg verballhornt hat.

Challenger-Katastrophe: Die häßlichen Seiten der Raumfahrt. Der 28. Januar 1986 war ein schwarzer Tag für die bemannte Raumfahrt, denn kurz nach dem Start zerriss es die Raumfähre in 15 Kilometern Höhe. Die gesamte Besatzung kam bei diesem Unglück ums Leben, und an die Bilder erinnere ich mich heute noch.

Delta-Quadrant: Wenn mich Astronomie oder Astrologie nicht weiter bringen, sollte ich es mal mit Science-Fiction versuchen. Im Delta-Quadranten findet sich die Besatzung der Voyager, unter der Führung von Captain Janeway wieder und ist nun verzweifelt auf der Suche nach einem schnelleren Weg nach Hause.

Eisriesen *): Neptun und Uranus sind die beiden äußersten Planeten unseres Sonnensystems, nachdem man Pluto im Jahr 206 offiziell den Planetenstatus aberkannt hat und dieser nun zu den Zwergplaneten zählt. Wegen ihrer immensen Größe und ihrer Zusammensetzung aus flüchtigen chemischen Verbindungen (auch Eis genannt) zählen sie zu den Eisriesen: Neptun hat das 58fache Erdvolumen, Uranus das 65fache) – und beide erscheinen auf Voyager-2-Aufnahmen von 1986 und 1989 blau. Wenn man den Planetenweg zwischen Hainburg und Seligenstadt am Main entlang radelt, muss man jedenfalls ganz schön lange strampeln, bis man die beiden Metallkugeln erreicht hat. Dann hat man sich auf jeden Fall ein Eis verdient.

Finsternis: Mondfinsternisse habe ich schon einige gesehen – diese kommen öfters vor. Meine Ausbeute an Sonnenfinsternissen ist dagegen eher gering. Was war ich aufgeregt, als ich am 11. September 1999 mit dem ICE nach Stuttgart fuhr und dann eine riesige Enttäuschung erlebte, als sich der Himmel zuzog und es in Strömen zu regnen begann. Die totale Sonnenfinsternis konnte man nur anhand der einsetzenden Dunkelheit erahnen. Gesehen habe ich dafür jede Menge Regenschirme, die im Blitzlichtgewitter lustig bunt flackerten. Ähnlich meine verpasste, diesmal ringförmige Sonnenfinsternis am 3. Oktober 2005 auf Ibiza: Kurz bevor es losgehen sollte, versperrten Wolken die Sicht und zogen erst wieder fort, als das Spektakel, das man nur erahnen konnte, vorbei war.

Geklappt hat es dann leider erst im März 2015, und das war dann auch die letzte – totale Sonnenfinsternis -, die ich nicht nur zusammen mit meinem Mann erleben durfte, sondern vermutlich auch für den Rest meines Lebens. Es sei denn, ich hätte die Möglichkeit, nächsten Juni nach Nordkanada zu reisen, doch wegen Corona wird vermutlich nichts draus. Um sicherzugehen, könnte ich auch bis 2022 warten, dann gibt’s in Europa eine partielle, oder bis 2023 – dann gäbe es eine hybride, allerdings in Australien. A propos Corona – mit K geschrieben, bezieht sie sich auf den Strahlenkranz bei einer totalen Sonnenfinsternis.

Gravitation: Angeblich soll Sir Isaac Newton hinter ihr Geheimnis gekommen sein, als er unter einem Baum saß und ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. Er ist nicht der erste, der sich mit diesem Phänomen beschäftigte – neben einer Reihe anderer Namen in ihrer Entdeckungsgeschichte ist auch der Galileis verbürgt. Galileo Galilei wird auch von David Randolph Scott zitiert, als er als Commander der Apollo-15-Mission mit einer Feder und einem Hammer beweisen möchte, dass Objekte im luftleeren Raum gleich schnell fallen, egal wie groß oder schwer sie sind.

Heliozentrisches Weltbild: „Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten“, diese Eselsbrücke veranschaulicht, in welcher Reihenfolge – von innen nach außen gesehen – die Planeten um die Sonne kreisen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto. Okay, seit 2006 sind es nur noch acht, und die Suche nach einem richtigen neunten Planeten geht weiter. Aber wie auch immer: Diesen Wissensstand zu erreichen, war harte Arbeit, denn lange Zeit herrschte das geozentrische Weltbild vor, demzufolge Sonne und die anderen Planeten um die Erde kreisen. Seit der Antike in Stein gemeißelt, drohte Ungemach, wenn man davon abwich, denn da verstand die Kirche keinen Spaß. Diese Erfahrung musste auch Galileo Galilei machen, der von der katholischen Kirche verurteilt wurde. Sie konnten nicht verhindern, dass sich das heliozentrische Weltbild, in dem die Planeten um die Sonne kreisen, nach und nach durchsetzte. Am 31. Oktober 1992 wurde Herr Galilei dann von Papst Johannes Paul II rehabilitiert (Quelle: http://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/speeches/1992/october/documents/hf_jp-ii_spe_19921031_accademia-scienze.html), aber da war er schon seit Jahrhunderten tot, und seine Erkenntnis schon lange in Wissenschaft und Allgemeinbildung fest verankert.

Internationale Raumstation ISS: Eine Zeitlang konnten wir die sogar von unserem Garten aus sehen, aber permanent da drin leben und arbeiten möchte ich nicht – da bekommt das Wort Home Office doch gleich eine ganz andere Bedeutung. Die aktuelle Besatzung wird sich vorerst zwar keine Gedanken über Corona machen müssen, aber rund um die Uhr einen Gehörschutz tragen zu müssen, stelle ich mir auch nicht so lustig vor. Und ob ich es so prickelnd finde, permanenter Strahlung ausgesetzt zu sein oder Gefahr zu laufen, von einem Sonnenwind erwischt zu werden… dann doch lieber hier unten bleiben und mir die Sterne von der Erde aus anschauen.

Jungfrau: Die hellsten Sterne dieses zweitgrößten Sternbildes, am Himmel „angesiedelt“ zwischen Löwe und Waage (wie im Horoskop), sollen angeblich eine liegende Person darstellen. Ein Schelm, der Unanständiges dabei denkt.

Kassiopeia: Dieses sehr auffällige Sternbild in W-Form, das man bei uns das ganze Jahr über bewundern kann, wird in anderen Sprachen auch mit einem C geschrieben.

Leoniden: Warum ich diesen Strom von Sternschnuppen noch immer mit den Perseiden (Laurentiustränen) verwechsele, ist ein bisher ungelöstes Rätsel. Hätten die Leoniden nämlich etwas mit dem Sternbild des Löwen zu tun, würde man sie nicht erst im November sehen, sondern bereits im August. Aber dieses Jahr werde ich beide beobachten, das habe ich mir vorgenommen. Kurzinfo zum Bild – Leonid Meteor Storm 1833 – painting by Edmund Weiß – E. Weiß: ““Bilderatlas der Sternenwelt““ (1888) * “’Description:“‘ Leonid Meteor Strom, as seen over North America in the night of November 12./13., 1833. * Copyright expired (book printed in 1888, author died in 1917) {{PD-Old}} – das sieht fast aus wie bei den Niagarafällen:

M4: In England ist das eine Autobahn mit mautpflichtigem Teilstück (Expressway) – im Weltraum ist das ein Kugelsternhaufen – eine Ansammlung von unzähligen Sternen, die auf Fotografien eindrucksvoll wirken. Ich hatte als Kind ein Buch über Sterne und Planeten, in denen einige Kugelsternhaufen abgebildet waren – in rot und blau. Ich war fasziniert.

Nächtliche Beobachtungen mit bloßem Auge: In Ballungszentren wegen der vielen Lichtquellen extrem schwierig; besser ist der dran, der sein Glück auf dem Land versucht. Ein gutes Fernglas kann unterstützend wirken, ideal wäre jedoch ein Teleskop. Bonne chance.

Orion: Dieses Sternbild ist so markant – ich würde es jederzeit und überall wiedererkennen… auch auf der Südhalbkugel; in Papua-Neuguinea zum Beispiel gelten seine Gürtelsterne als Kanuinsassen.

Pferdekopfnebel: Mit dem bloßen Auge ist er nicht sichtbar – dazu braucht es schon ein Teleskop, um den wie einen Pferdekopf geformten Emissionsnebel in seiner vollen Schönheit bewundern zu können.

Quasar *): Abgeleitet von dem englischen Begriff „quasi-stellar radio source“, ist damit der Kern einer aktiven Galaxie gemeint – oft befinden sich dort Schwarze Löcher, eine Briefmarke der Deutschen Post aus der „Astrophysik“-Serie trägt die Bezeichnung „Schwarzes Loch / Quasar“.

Roter Planet: Umgangssprachliche Bezeichnung für unseren nächsten Nachbarn, den Mars. Erforscht wird er jedenfalls schon fleißig, und vor einiger Zeit wurden Leute im Radio befragt, ob sie sich denn vorstellen könnten, an einer Expedition zum Mars ohne Rückfahrkarte teilzunehmen. Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Erinnern kann ich mich an keine – ich wäre zum damaligen Zeitpunkt womöglich mitgeflogen, wenn man mich gefragt hätte. Heute sähe meine Antwort vermutlich anders aus. Auch wenn die Vorstellung aus unzähligen Science-Fiction-Büchern und -Filmen bestimmt hochgradig spannend und faszinierend ist, in absehbarer Zeit wird es zu einer Bewohnbarmachung des Mars vermutlich nicht kommen (PS: Ein Internet-Joke über Leben auf dem Mars gibt es auch schon.)

Schwarzes Loch: Wer dort hineingezogen wird, ist verloren. Ein Entkommen ist unmöglich, aber was genau passiert, wenn man hineingerät, möchte ich so genau dann lieber doch nicht wissen. Die einen sagen so, die anderen so, aber das Ende wird kein gutes sein, und vielleicht ist einem das Schicksal vorher schon gnädig. Das ist die zweite hässliche Seite der Raumfahrt – Gefahren überall.

Teleskop: Lange Zeit stand es unbenutzt in einer Ecke, doch jetzt wird es wieder zum Einsatz kommen, wenn ich in meinem nächsten Urlaub den nächtlichen Himmel nach Sternen, Planeten und Meteoren absuchen möchte.

Uranus *): Der andere Eisriese in unserem Sonnensystem. Als siebter Planet mit 1,9 Millarden Kilometern Entfernung von der Sonne, wälzt sich dieser blassblaue Koloss auf seiner Umlaufbahn um die Sonne und braucht dafür rund 84 Jahre. Wenn ich das richtig verstanden habe, dauert dann ein Polartag 42 Jahre, denn nach jedem halben Umlauf ist einmal die Nord- bzw. Südhalbkugel der Sonne zugewandt. Dafür rotiert er schneller um die eigene Achse als die Erde. Aber das fällt bei der Länge eines Uranusjahres auch nicht groß ins Gewicht. Viel spannender fände ich die Frage, ob man denn darauf leben könnte, wenn man das wollte. So schön der Anblick von 27 Monden auch sein mag, aber leider, leider muss ich jetzt alle Neugierigen (und mich selbst) enttäuschen. Schon allein wegen der langen Polartage bzw. -nächte. Und die Atmosphäre soll auch nicht unbedingt so gesund sein. Hauptsächlich Methan. Wohlfühltemperaturen sehen auch anders aus, bei mehr als zweihundert Grad unter Null könnte man hier so einiges an Lebensmittel frisch halten, aber für wen? Starke Winde wären jetzt auch nicht mein Fall – gegen die waren Orkan Kyrill und Hurrikan Katrina laue Lüftchen.

Venus: Lange Zeit wusste ich nicht, welchen Stern ich da allabendlich bewundere, der vor meinem bloßen Auge so hell erstrahlt und die Ähnlichkeit von drei Punkten auf einem Haufen hat, bis mir eine Freundin erklärt hat, um welchen Himmelskörper es sich tatsächlich handelt.

Weltraum, der: Unendliche Weiten… Spielplatz für Science Fiction und Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen. Forschung und Spekulation; Astronomie und Astrologie… die menschliche Vorstellungskraft ist vielfältig.

X-ray Dim Isolated Neutron Stars (XDINS) *): befindet sich ein massereicher Stern in seiner Entwicklung im Endstadium, spricht man von einem Neutronenstern; ein XDIN ist zwischen 100.000 und 1.000.000 Jahren alt und befindet sich in der sogenannten Abkühlungsphase.

Yed Prior *): Nein, das ist nicht der Oberste der Yedi-Ritter, sondern der Eigenname eines Sterns im Sternbild „Schlangenträger“, wo er mit Yed Posterior einen sogenannten Doppelstern bildet: Vordere Hand und Nachfolgende Hand. Alternativ fällt mir zum Ypsilon noch die im Dunkeln leuchtende Sternkarte aus dem Yps-Heft ein, die ich als Kind geschenkt bekommen und über meinem Bett aufgehängt habe – damit ich auch nachts in die Sterne gucken konnte, wenn der Schlaf nicht kommen wollte.

Zenit: Nicht nur die Sonne kann an diesem höchsten Punkt (meist gegen Mittag) stehen, sondern auch andere Himmelskörper wie z.B. die Kassiopeia. Wenn die Laurentiustränen fallen, ist genau diese Zeit die beste zur Beobachtung – nachts, zwischen zwei und vier Uhr. Im Erdkundeunterricht habe ich gelernt, dass am Äquator die Sonne stets zur gleichen Zeit im Zenit steht, so wie sie auch stets zur gleichen Zeit auf und unter geht.

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Gereimt hat sich heute nichts.

Aber dafür hat dieser Ausflug in den Orbit und darüber hinaus vielleicht bei dem/der ein oder anderen für Abkühlung gesorgt. Ich habe jedenfalls sehr darauf geachtet, der Sonne nicht zu nahe zu kommen, denn davon hatten wir jetzt reichlich. Mit Sternchen markierte Begriffe werden hier nochmal genauer erklärt: EisriesenQuasarUranusXDINSYed Prior .

11 Kommentare zu “Das Alphabet | Etüdensommerpausenintermezzo III-2020 – I see stars

  1. BOAH! 😉 Sehr, sehr gerne gelesen – ich ärgere mich gerade, dass ich auf die Idee nicht gekommen bin, ich recke nämlich auch gerne meinen Kopf gen Nachthimmel … Übrigens, was das Sterne-Identifizieren angeht: Kennst du Stellarium? Das ist ein hoch angesehenes, freies Astronomieprogramm; Infos und Download unter stellarium.org … 😉 Hervorragend geeignet, um nachts raus- und wieder reinzurennen und zu gucken, WAS zum Donner man da gerade gesichtet hat.
    Vielen herzlichen Dank – deine ist die Variante, die ich mir ursprünglich vorgestellt hatte, obwohl ich die anderen durchaus auch zu schätzen weiß.
    Liebe Grüße
    Christiane, vor Hitze schon ansatzweise flüssig 😉

  2. Toll. Ich bin auch so ein kleiner Weltall-Fan und lese dazu recht viel bzw schaue YouTube Videos von „Urknall Weltall und das Leben“.
    Beim Delta-Quadrant hat mein Trekkie-Herz einen Hüpfer gemacht. 😇

    • Freut mich, dass es Dir gefallen hat. Ich werde mich im Urlaub mal verstärkt um den Blick in die Sterne kümmern also, natürlich rein astronomisch, mit Astrologie hab ich es nicht so.

  3. Richtig gerne gelesen, ich guck‘ auch so gerne Sterne.
    Mein Sohn hat so eine App, wie von dir beschrieben und die ist wirklich gut. Er ist gerade nicht da, bei Interesse frag‘ ich ihn mal wie sie heißt.
    Er war trotzdem beeindruckt von meinem Bestimmungsbuch, wo man sich immer erst vergewissern muss auf welchem Breitengrad, zu welcher Uhrzeit und Jahreszeit man sich befindet.
    Die App hat dann die Sachen gelöst bei denen ich mir NIE sicher war 😉

  4. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 37.38.20 | Wortspende von Ludwig Zeidler | Irgendwas ist immer

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