# Writing Friday 2020 – Oktober, 41. Woche : Buchvorstellung oder das ganz reale Grauen

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy geht es diesmal um gruselige Themen; wir nähern uns Halloween. Auch mit der passenden Lektüre? Denn die Aufgabe, die ich mir als nächstes ausgesucht habe, lautet:

Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelehrt hat

Ich schicke eine Warnung vorweg, denn in jenem Buch geht es um keine erfundenen Schauermärchen, sondern um tatsächliche Ereignisse in einer Zeit des Schreckens, die oft auf zwölf Jahre deutscher Geschichte verkürzt wird, und die sich nie mehr wiederholen sollte.

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Woche 41 : Das ganz reale Grauen

Als Kind habe ich Gespenstergeschichten geliebt. Es gab nichts schöneres, als abends im kuscheligen Bett zu liegen, neben sich eine Tasse Kakao zu haben und eine wirklich gruselige Geschichte zu lesen, während draußen der Wind ums Haus heult. Doch alle erfundenen Gräuel sind nichts gegen das ganz reale Grauen.

Und dieses schildert Eugen Kogon, als Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald in seinem 1946 erschienenen Werk „Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager“ dermaßen eindringlich und beschreibt und analysiert das gesamte dahinterstehende System und dessen Vorgeschichte so ausführlich, dass ich beim Lesen inständig gebetet habe, dass wir und nachfolgende Generationen so etwas nicht noch einmal erleben müssen.

In seinem Vorwort schreibt er unter anderem: „Die deutschen Konzentrationslager waren eine Welt für sich, ein Staat für sich – eine Ordnung ohne Recht, in die der Mensch geworfen wurde, der nun mit all seinen Tugenden und Lastern – mehr Lastern als Tugenden – um die nackte Existenz und das bloße Überdauern kämpfte. Gegen die SS allein? Beileibe nicht; genauso, ja noch mehr gegen seine eigenen Mitgefangenen!“ (Quelle – https://de.wikipedia.org/wiki/Der_SS-Staat).

Das Grauen nahm bei mir vollends Gestalt an, als ich auf „Spurensuche Bremen“ auf eine Landkarte stieß, auf der es vor Punkten nur so wimmelt: Punkte, die solche Lager, Zuchthäuser und Gefängnisse symbolisieren und zeigen, wie sehr das Deutsche Reich mit ihnen geradezu übersät war – und das nur innerhalb seiner Grenzen.

Ähnliches findet sich auch auf der Internetpräsenz des Stiftung Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn – Quellenangaben folgen diesem Beitrag, den ich am 3. Oktober 2010, dem Tag der Deutschen Einheit verfasst habe.

Unsere alte, gebundene Ausgabe aus der Büchergilde Gutenberg habe ich gerade nicht zur Hand, weiß aber, dass das Buch mehrmals neu aufgelegt wurde; eines der im Handel erhältlichen Exemplare aus dem Jahr 2000 hat ca. 400 Seiten und ist unter der ISBN-10 : 3898361071 oder ISBN-13 : 978-3898361071 beim Komet-Verlag erschienen.

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geschrieben am 3. Oktober 2020, dem Tag der Deutschen Einheit. Quellenangaben: https://www.spurensuche-bremen.de/wp-content/uploads/2010/11/Olympia-19361.pdf +++ https://www.spurensuche-bremen.de/wp-content/uploads/2010/11/kz-karte-1.jpg +++ https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/konzentrationslager.html

Die Schreibthemen im Oktober sind:

1) Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelernt hat. +++ 2) Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt. +++ 5) Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

3 Kommentare zu “# Writing Friday 2020 – Oktober, 41. Woche : Buchvorstellung oder das ganz reale Grauen

  1. Ich finde es sehr gut, dass du diese Schreibaufgabe nutzt, um auf eines der größten realen Grauen der Menschheit einzugehen. Grauen kann man ganz unterschiedlich definieren und eben auch so… Auch über diese Bücher sollte gebloggt werden.
    In meiner Heimat ist dieses Thema zu jeder Jahreszeit sehr präsent. Ich bin aus unmittelbarer Nähe zu einem ehemaligen KZ (KZ Mittelbau-Dora) zum nächsten (KZ Buchenwald) gezogen, wenn man es so will. Durch die Forderung einer Straßenumbenennung ist dieses Thema (zusammen mit Kolonialismus) gerade wieder in den Zeitungen. Für Mittelbau-Dora gab es zig Außenlager, fast in jedem kleinen Dorf eines. Mir ging es ähnlich wie dir mit der Karte und den roten Punkten, ich war erschüttert, als ich davon erfahren habe. Das Grauen war damals so groß, dass es mit den Menschen in einem Bett geschlafen hat.

    Nachdenkliche Grüße
    Alina

    • Das Entsetzliche daran ist die Tatsache, dass es so viele gab und nicht nur die paar Namen, die die meisten eventuell noch im Gedächtnis haben.

      Dazu passen dann auch schon wieder die Stolpersteine, die es in jeder Stadt gibt und deren Foto ich als Symbolbild verwendet habe.

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