ABC -Etüden – Wochen 41 & 42 : Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna

Geocaching ist bestimmt spannend. Ausprobiert habe ich es jedoch noch nicht, aber auf dem Mond war ich auch noch nie.

Die Wortspende von Werner Kastens für Christianes aktuelle Etüde – Landvermesser – undankbar – aussetzen – hat mich über ganz andere Möglichkeiten nachdenken lassen.

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Aus dem Tagebuch von Irina Pawlowna

Bald geht es los mit unserem Programm. Mit dem Mare Ingenii fangen wir an, und wir sind so vieles. Landvermesser, Kartografen, Geologen, Logistiker, Sammler, Weltraumreiniger…

Mit Emma und Dean haben wir zwei besonders engagierte Geologen dabei, die voll auf ihre Aufgabe fokussiert sind, dass sie von dem Rest von uns dasselbe erwarten.

Ich will ja nicht undankbar sein, aber wir arbeiten, um zu leben, und etwas Unterhaltung hat noch keinem geschadet. Da ist mein Tape von Pink Floyd mit „The dark side of the moon“ für den Moment, wenn wir die Sonden auf der von der Erde abgewandten Seite aussetzen, doch die perfekte Wahl, oder etwa nicht?

Bald nähern wir uns der dunklen Seite des Mondes – ich bin schon sehr gespannt, ob alles so wird, wie wir es geplant haben.

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131 Wörter für den etwas anderen Weltraumspaziergang. Ich hätte nicht übel Lust, mehrere Etüden und andere Texte miteinander zu verknüpfen.

Mein Kinojahr 2020 : Der Horrorctober – 1/2

Bei dieser Aktion war ich letztes Jahr mit einer breit gefächerten Auswahl dabei – von Komödie über Tierhorror bis hin zum Geisterschiff. Dieses Jahr besteht meine Liste, bis auf zwei, aus 14 Filmen, die sich schon länger in meinem DVD-Regal befinden.

Aus dem September ist noch eine Leih-DVD übrig geblieben – ein Film, den man auch dem Science-Fiction-Genre zuordnen kann; dem Genre, dem ich im September den Vorzug gegeben hatte. Wegen des nahenden Abgabetermins habe ich ihn mir als erstes angesehen, und rein zufällig ist er auch der erste im Alphabet.

Und weil es sonst wieder einmal zu lang würde und ich nicht bis zum Ende des Monats warten möchte, splitte ich auch dieses Jahr meinen Beitrag in zwei Teile zu je sieben Filmen.

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+ Alien + Behind the mask + Carrie + DellaMorte DellAmore + Der Unsichtbare + Die Addams Family in verrückter Tradition + Die Vögel +

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(Teil 2 folgt am 23.10.20)

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Alien (1979): Der von Ridley Scott inszenierte Horrortrip im Weltall schlechthin. Der Raumfrachter Nostromo folgt einem vermeintlichen Notsignal und birgt auf einem fremden Planeten ein Ei, in dem etwas heranwächst. An Bord der Nostromo wird das außerirdische Wesen zur Bedrohung, und es beginnt eine nervenaufreibende Suche nach dem entkommenen Parasiten und ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod. Die von H.R. Giger geschaffenen Kulissen sind legendär, und für Sigourney Weaver war es der Durchbruch in ihrer Filmkarriere.

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Behind the mask (2006): Die Corona-Maske ist mit dem Titel zu diesem Spektakel nicht gemeint, sondern die Maske des sympathischen jungen Mannes, hinter der sich ein Serienmörder verbirgt. Leslie Vernon lebt ein wenig zurückgezogen, pflegt ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn, dem „im Ruhestand befindlichen“ Mörder Eugene und dessen Frau und eifert seinen großen Vorbildern Jason Vorhees, Michael Myers und Freddie Krueger nach – so sehr, dass er drei Studenten beauftragt, ihn mit der Kamera bei den Vorbereitungen für seinen großen Tag zu begleiten, an dem er eine eigens ausgesuchte Gruppe Teenager ins Jenseits befördern möchte. Alles läuft bestens, bis die drei Journalisten in spe merken, dass sie bei dem grausamen Spiel plötzlich nicht mehr nur dabei sind, sondern mittendrin. Makabres, im Stil einer Fake-Dokumention gedrehtes Spektakel mit Robert Englund als Psychiater. Ich fand den Streifen mit seinem trockenen Humor sehr unterhaltsam.

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Carrie (2013): Neuverfilmung des Klassikers von 1974, mit Julianne Moore als religiöse Fanatikerin, die ihre Tochter Carrie weltfremd erzieht und unterdrückt. Als das in der Schule gemobbte und verschüchterte Mädchen ihre telekinetischen Fähigkeiten entdeckt und sie auf dem Abschlussball eine weitere Demütigung erleiden muss, startet Carrie einen blutigen Rachefeldzug mit tödlichem Ausgang. Viel neues gab es in diesem Remake nicht, denn die angebliche Neuinterpretation ist ein Aufguss im Verhältnis 1:1, nur ohne die Ausdruckskraft von Sissy Spacek, die die Carrie in der Originalversion äußerst beeindruckend gespielt hat.

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DellaMorte DellAmore (1994): Andere Titel „Cemetary Man“ oder „Zombie Graveyard“ – da weiß man, was man hat. Wohnt man am Friedhof, hat man die ruhigsten Nachbarn der Welt, außer sie kommen nach einer Woche als Zombies aus ihren Gräbern. Dann muss der Totengräber Francesco DellaMorte (Rupert Everett) sie erschießen. Dessen ansonsten ereignisarmes Leben ändert sich, als er mit einer jungen Witwe eine Affäre anfängt, die beiden sich aber dummerweise als Ort für ihr amouröses Beisammensein das Grab ihres verstorbenen Mannes aussuchen. Der erscheint als Zombie, und der Liebsten bleibt vor Schreck das Herz stehen. Als auch sie nach sieben Tagen wiederkehrt, tötet Francesco den Zombie, muss dann aber leider feststellen, dass diese in jener Nacht nur scheintot bei ihrer Rückkehr quicklebendig war. Man hätte aus diesem B-Movie auch einen Kurzfilm machen können. Statt dessen war für mich die Story nach 45 Minuten auserzählt, während die restlichen 47 Minuten aus einer Aneinanderreihung sinnloser Szenen und Dialoge bestanden, so dass ich das Werk lieber „Friedhof der Bekloppten“ genannt hätte.

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Der Unsichtbare (2020): Remake eines Films von 1933 und Adaption eines Romans von H.G.Wells. Regie führte der Drehbuchautor von „SAW“. Cecilia ist vor ihrem gewalttätigen Freund untergetaucht. Nachdem dieser sich umgebracht und ihr sein Vermögen hinterlassen hat, beginnt der Terror, und Cecilia beginnt sich zu fragen, ob ihr Ex wirklich tot ist und wie sie beweisen kann, dass sie von einem Unsichtbaren verfolgt wird, der es nicht nur auf sie, sondern auf die Menschen abgesehen hat, die ihr nahestehen. Den Film wollte ich dieses Jahr im Kino sehen, kam aber wegen Corona nicht mehr dazu. Als die DVD in den Handel kam, habe ich sofort zugegriffen. Für einen Fernseh- bzw. DVD-Abend eine gute Wahl, aber im Kino hätte mir wahrscheinlich die perfekt abgestimmte Musik die Haare zu Berge stehen lassen – die machte für mich einen großen Teil des Grusels aus. Und eins weiß ich jetzt ganz sicher: Feuerlöscher retten Leben.

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Die Addams Family in verrückter Tradition (1993): Wenn die lieben Kinderlein den Nachwuchs loswerden wollen und die Eltern damit überfordern, engagieren diese ein Kindermädchen – in diesem Fall ist die durchtriebene Debbie (Joan Cusack) jedoch eine ohne Erfolg gesuchte Serienmörderin, die es auf reiche Junggesellen abgesehen hat, um diese nach der Hochzeitsnacht zu töten. Jetzt ist sie hinter Onkel Fester her, doch Töchterchen Wednesday (Christina Ricci) kommt der „Schwarzen Witwe“ schon bald auf die Schliche. Blöd für Debbie, die prompt die Eltern Gomez (Raul Julia) und Morticia Addams (Anjelica Huston) dazu überredet, die Kinder in ein Sommercamp für privilegierte Jugendliche zu schicken, um freie Bahn zu haben. Ihr Plan, den frischgebackenen Ehemann umgehend zu beseitigen, hat nur einen Haken: die Kinder, die zunächst jedoch erst mal das Feriencamp ordentlich aufmischen. Morbide und liebenswerte Komödie mit Cynthia Nixon (Sex and the City) und Tony Shalhoub (Monk) in winzigen Nebenrollen mit meinem persönlichen Highlight: Wednesday, wie sie im Feriencamp zarte Bande mit einem der Außenseiter knüpft und als Pocahontas dem Theaterstück eine bitterböse und ungeplante Wendung gibt.

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Die Vögel (1963): Tierhorror vom Meister der Spannung, Sir Alfred Hitchcock. Wenn unsere sonst so friedlichen gefiederten Freunde sich zusammenscharen und zum Angriff übergehen, dann ist das Ende nah. Krähen, Möwen, selbst harmlose Spatzen werden zum Schrecken, dem man nicht entkommen kann, denn sie sind überall und terrorisieren nicht nur den beschaulichen Küstenort Bodega Bay, sondern auch Santa Rosa und… Spinnt man den Gedanken weiter und zieht man in Betracht, dass die Zahl dieser geflügelten Spezies weltweit die der Menschen übertrifft, könnte man nach dem apokalyptischen Bild der letzten Szene leicht auf den Gedanken kommen, dass es nirgendwo mehr sicher sein wird – auch nicht in San Francisco. Legendär ist für mich die Szene, in der Melanie Daniels (Tippi Hedren) auf das Ende der Schulstunde wartet und sich auf dem Gerüst hinter ihr eine Krähe nach der anderen einfindet, in nahezu vollkommener Stille. Schauder!

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Das waren die ersten sieben – die nächsten sieben folgen demnächst; eigentlich wollte ich die Beschreibungen so knapp wie möglich halten, aber das war gar nicht so einfach. Dennoch halte ich es, wie bereits am 30. September angekündigt: Beim Horrorctober schalte ich einen Gang zurück. Übrigens habe ich die Filme nicht nur in alphabetischer Reihenfolge sortiert, sondern mir auch genau nach ihr angeschaut.