ABC -Etüden – Wochen 43 & 44 : Die Konfrontation

Der Oktober steht im Zeichen von Horror, Grusel und mysteriösen Geschichten – so auch mein Beitrag für Christianes aktuelle Etüde. Die Wortspende dazu stammt von mutigerleben und setzt sich zusammen aus den folgenden Worten: Schmutzfink + fabelhaft + mopsen.

Und weil es heute mysteriös wird, habe ich meine eigene Illustration entworfen.

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Die Konfrontation

„Du bist wieder dort gewesen.“

Traurig sah er sie an. Sie musste nichts sagen – die Spuren ihrer nassen Füße von der Haustür bis zum Kamin, vor dem sie sich aufwärmte, sprachen Bände. Das Kleid mehrfach eingerissen und voller Seetang, Arme und Beine voller Abschürfungen: mit dem Dreck im Haar glich seine Jo einem Schmutzfink, doch selbst der Schlamm in ihrem Gesicht konnte ihre Schönheit nicht schmälern.

Inzwischen konnte sie ihre monatlichen Ausflüge nicht mehr verbergen. Immer bei Vollmond zog es Jo hinunter an den Strand, hin zu den anderen, die so waren wie sie. Herausgefunden hatte Aidan es nur durch Zufall, als er eines Nachts wachgeworden war und den Platz neben sich im Bett leer vorgefunden hatte. Heimlich war er ihr beim nächsten Mal nachgeschlichen und hatte sich in einem Alptraum gewähnt. Der Anblick hatte ihn trotz der lauen Sommernacht frösteln lassen: Reglos saßen sie da, zu Dutzenden, dem Meer zugewandt, schauten in die Ferne über Stunden, taten nichts… als ob sie auf etwas warteten.

„Selkies: Fabelhafte Wesen, aus dem Meer geboren“, las er in einem Buch über nordische Sagen und Mythen aus der Bücherei, „und wenn die Sehnsucht nach dem Meer übermächtig wird und sie sich ihr verstecktes Fell wieder überstreifen, kehren sie für immer in ihrer wahren Gestalt in ihre wahre Heimat zurück – als Seehund.“

Für immer.

Diese beiden Worte genügten, und Aidan fragte sich, was ihn davon abhielt, ihr wo auch immer vergrabenes Fell zu mopsen und zu verbrennen – dann konnte sich Jo nicht mehr zurückverwandeln und würde für immer bei ihm bleiben.

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261 Wörter für einen Ausflug in die Welt der Sagen und Mythen, passend zum Oktober.

Media Monday # 486 : And the winner is…

… me.

Und zwar Platz 5: Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Womit ich auch nicht gerechnet habe, ist die Änderung meiner Filmliste für den Horrorctober. Aber nachdem mich einer der von mir ausgesuchten Filme extrem gelangweilt hat, obwohl viele ihn für ein Meisterwerk halten, habe ich unserer Stadtbücherei einen Besuch abgestattet und mich mit einer Handvoll Filme eingedeckt, die mich mehr reizen.

Auch der Media Monday übt immer noch seinen Reiz auf mich aus – die Vorfreude auf sieben Lückentexte stellt sich bei mir schon wie ein pawlowscher Reflex ein, und deshalb bedanke ich mich bei seinem Erfinder für diese hübsche Aktion und freue mich auf das 500. Jubiläum in 14 Wochen.

Media Monday # 486

1. Um einfach auch mal wieder etwas richtig Schönes erzählen zu können, wollte ich an dieser Stelle loswerden, dass ich bei einem Wettbewerb den fünften Platz belegt habe..

2. Wenn ich mal die Zeit finde, einen Brief zu schreiben, fällt mir nichts ein.

3. Meine Lieblingsmusik ist nun alles andere als noch taufrisch, aber für mich immer noch nicht totzukriegen.

4. Es gibt düstere, anstrengende, fordernde, entspannende, witzige, anrührende Geschichten und noch einiges mehr. Mir persönlich ist zur Zeit eher nach was fürs Herz. Dabei ist der Horrorctober noch gar nicht vorbei. A propos Horrorfilme: Der wahre Horror wird meist in ganz anderen Filmen thematisiert. Aktuelles Beispiel für einen Film, den ich gerade erst gesehen habe: ‚71. Thema des Films: Der Terror in Nordirland und wer alles darin involviert ist.

5. Der Umstand, dass viele Messen dieses Jahr nicht oder nur digital stattfinden, wie etwa jüngst die Frankfurter Buchmesse oder auch nächste Woche die SPIEL Messe Essen, klingt wenig verheißungsvoll.

6. Wenn sich alles und jedes jetzt so langsam bei den fallenden Temperaturen wieder einzuigeln beginnt, wird es Zeit, den Kleiderschrank umzukrempeln. Vielleicht kann ich mich ja dieses Jahr dazu aufraffen, mich von bestimmten Dingen zu trennen.

7. Zuletzt habe ich versucht, eine Horrorgeschichte für den #writing friday zu schreiben, und das war ein unerwartet steiniges Unterfangen, weil ich zuerst nur eine vage Idee hatte, die ich dann jedoch zugunsten einer viel zündenderen verworfen habe, um am Ende festzustellen, dass die Story mal wieder sehr lang zu werden droht.