# Writing Friday 2020 – Oktober, 44. Woche : Area 51 – Teil zwei

Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy geht es diesmal um schaurige Themen. Serienmörder, Vampire, Poltergeister… alles ist möglich. Morgen ist Halloween, und deshalb folgt heute der zweite Teil von „Area 51“

Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiß; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Wohnen und arbeiten unter einem Dach? Der Alptraum geht weiter – als Fortsetzung des ersten Teils und zum Abschluss des Horrorctobers.

Deshalb an dieser Stelle eine Warnung – es wird blutig und grausig. Ein wahres Gemetzel. Schließlich steht „Serienmörder“ auf der Verpackung, da darf der Inhalt kein Taschendieb sein.

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Area 51 – Teil zwei

Zwei Wochen waren nun vergangen, und Sophie gefiel gar nicht, wie elend ihre Schwester aussah. Ob es daran lag, dass die Stelle immer noch ausgeschrieben war und Jo jederzeit mit ihrer Kündigung rechnen musste? Diese Unsicherheit musste ein scheußliches Gefühl sein. Schon deshalb hatte Sophie ein schlechtes Gewissen; schließlich hatte Jo durch sie von dem Job erfahren und sich beworben. Sophie konnte ja nicht ahnen, dass es an dem Alptraum lag, der Jo immer zur gleichen Zeit und nach demselben Muster heimsuchte. Stets begann es mit derselben Abfolge von Geräuschen: dem Schlag, dem Schaben, dem Klirren…

Jo stand im Schlachthaus und sah Rinder, Hühner und Schweine reihenweise an sich vorbeiziehen. Schon bald würde man sie fachmännisch zerlegen, doch sie verwandelten sich in etwas anderes. Eines von ihnen, plötzlich scheinbar wieder lebendig geworden, sah sie unvermittelt an und öffnete seine Schnauze. Gleich würde es zu ihr sprechen. Vom Grauen überwältigt, schnellte sie kerzengerade in die Höhe, schwer atmend und schweißgebadet. 3:43 Uhr – die roten Ziffern leuchteten ihr aus der Dunkelheit entgegen, wie in den anderen Nächten. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Ein paar Tage später sah sie in den Kellerräumen das Schwein aus ihrem Traum deutlich vor sich, zwar nur kurz, doch der Geruch des Blutes hing umso länger in der Luft. Fluchtartig verließ sie den finsteren Gang.

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Sophie war ratlos. Warum stand die bereits vergebene Stelle immer noch in den Annoncen? Bei ihrem Ressortleiter kam Sophie nicht weiter. Entweder hatte hier jemand gründlich Mist gebaut und das Ganze war ein Versehen, oder es steckte mehr dahinter. Doch da Phil sich in Schweigen hüllte, entschied Sophie, heimlich zu recherchieren. Sobald alle gegangen waren, begab sie sich ins Archiv, wo eine Menge ältere Ausgaben der Vancouver Sun darauf warteten, von ihr durchsucht zu werden. Mit dem Anzeigenteil war Sophie schnell durch. Die Stelle war nie lange besetzt gewesen und immer wieder neu ausgeschrieben worden, bis irgendwann jemand beschlossen haben musste, die Anzeige dauerhaft stehen zu lassen.

Jo war also weder die erste noch die letzte, und wenn das so weiterging… Sophie weigerte sich, diesen Gedanken weiter zu denken. Sie wusste nur eins, so übernächtigt und ausgelaugt wie sie Jo zuletzt erlebt hatte, war der Zusammenbruch unausweichlich. Das konnte sie unmöglich zulassen. Energisch griff sie nach dem Stapel Zeitungen, um ihn wieder ins Archiv zurückzubringen – etwas zu energisch. Fluchend bückte sich Sophie, um die Blätter aufzusammeln. Eines der Exemplare war auseinandergefallen. Die riesigen Lettern, die ihr entgegen sprangen, ließen ihr die feinen Härchen im Nacken zu Berge stehen, und in ihrem Magen zog sich alles zusammen.

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Es lauerte nicht nur im Kellergeschoss, sondern wartete überall. Vor den Räumen, in denen das Blockeis gelagert wurde, hatte Jo zwar zum ersten Mal die Geräusche gehört und die grausige Erscheinung gehabt, doch sie konnte nicht nur das Blut riechen. Inzwischen sah sie es auch, und seine Spur wurde mit jedem Tag länger. Bis nach draußen zog sie sich inzwischen, und ein Ende war nicht abzusehen. Wenn sie daran dachte, dass hier vor ein paar Wochen noch ausgelassen gefeiert worden war, wurde ihr ganz anders. Am liebsten wäre sie auf dem Absatz umgekehrt und hätte die Augen vor dem, was auf sie wartete, verschlossen. Doch solange es nicht bekam, was es wollte, würde sie keine Ruhe finden. Nein, sie musste der Spur folgen.

Der Schatten an der Wand des denkmalgeschützten Wasserturms kam aus dem Nichts. Die geisterhafte Gestalt mit dem Eispickel, bereit zum Zuschlagen, und die Schritte hinter ihr ließen Jo das Blut in den Adern gefrieren. In Panik fuhr sie herum, doch es war niemand zu sehen. Sie war allein. Wieder einmal, und natürlich konnte sie niemandem davon erzählen. Man würde sie für verrückt erklären – dass ihre Sinne ihr so mitspielten, konnte doch nur bedeuten, dass sie langsam den Verstand verlor. Doch jetzt war damit Schluss. Diese Sinnestäuschung war definitiv die letzte gewesen. Gleich morgen früh würde sie David Harper die Kündigung auf den Tisch werfen.

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Vor ihrer Wohnungstür sah sie Sophie nervös auf und ab gehen. Dass Jo das reinste Nervenbündel war, hatte anscheinend auf ihre Schwester abgefärbt. Kaum in der Wohnung, kam sie auch schon zur Sache und drückte Jo die Kopie eines alten Zeitungsartikels in die Hand.

22. November 1994: Nach Wochen wurde heute in der Strafsache „Der Staat gegen Robert H“ der Angeklagte für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Angesichts der erdrückenden Beweislast war der mutmaßliche Serientäter schließlich zusammengebrochen. Am Ende des spektakulären Prozesses um den Ice Killler von Vancouver hatte H. gestanden, siebzehn Menschen mit einem Eispickel erschlagen und anschließend zerlegt zu haben. Obwohl man davon ausgeht, dass er noch mehr Morde begangen hat, konnte man ihm diese nicht nachweisen. Ihre Leichen hat man nie gefunden.

Jo wurde kreidebleich, als Sophie weitere Kopien aus ihrer Tasche hervor zog; Kopien von Artikeln, die das ganze Ausmaß der Taten schilderten, die der Verurteilte begangen hatte – hier unten, im Eishaus. Doch im Gegensatz zu dem Verfasser der Artikel, der genau wie die Polizei im Dunkeln tappte, was den Verbleib der mutmaßlichen Opfer anging, wusste Jo mit erschreckender Klarheit, wo sie sie finden würden.

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Weiß, so weiß… Sophie stellte das Glas zurück auf den Nachttisch und strich ihrer Schwester über ihr Haar, nachdem diese eingeschlafen war. Für Sophie grenzte es an ein Wunder, dass Jo nicht komplett durchgedreht war. Wie um sich zu vergewissern, dass der Spuk nun wirklich ein Ende hatte, holte sie den ausgeschnittenen Artikel aus ihrer Hosentasche, den sie seit ein paar Tagen mit sich herumtrug, ohne dass Jo davon etwas merkte.

22. November 2019. Genau 25 Jahre nach der Verurteilung des Serienmörders Robert H. hat man heute mit der Obduktion der Gebeine begonnen, die man nach einem anonymen Hinweis vor zwei Tagen in einer großangelegten Aktion in einem Massengrab unter dem historischen Wasserturm des Schlachthofs „Area 51“ von Downtown Eastside entdeckt hat. Sollte es sich bei diesem aufsehenerregenden Fund tatsächlich um die Überreste der Personen handeln, die seit den Neunziger Jahren spurlos verschwunden sind, würde sich die Zahl der Opfer des Ice Killers auf sechsundzwanzig erhöhen.

Wie Jo dieses Pandämonium überstanden hatte, war für Sophie immer noch ein Rätsel, aber sie war dankbar, daß Jo wenigstens durchschlief, auch wenn sie das Erlebte wohl nie vergessen würde. Ihr Haar, über Nacht so weiß geworden wie die bisher noch nicht identifizierten Knochen, würde sie noch lange, wenn nicht gar für immer, daran erinnern.

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Das war es im Oktober. Vielleicht sollte ich weniger Sendungen wie CSI, Criminal Intent oder SVU gucken. Mal sehen, was der November bringt.

Die Schreibthemen im Oktober sind: 1) Stelle uns ein Buch vor, das dich das Grauen gelernt hat. +++ 2) Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie? +++ 3) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock +++ 4) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und…” beginnt. +++ 5) Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss; In diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

4 Kommentare zu “# Writing Friday 2020 – Oktober, 44. Woche : Area 51 – Teil zwei

  1. Serienmörder sind immer ein tollrs Thema, weil es uns so schwer fällt ihr handeln nachzuvollziehen. Hautnah so etwas zu sehen, ist doppelt gruselig. Auf jeden Fall eine sehr spannende Geschichte.

  2. Pingback: # Writing Friday 2021 :  Oktober #2 : Mitgefangen, mitgehangen | Blaupause7

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