ABC -Etüden – Wochen 47 & 48 : Das Urteil

Nachschub für die letzte November-Etüde auf Christianes Blog – für die aktuelle stammt die Wortspende (Quelle – griesgrämig – stöbern) von Ulli Gaus und dem Blog „Café Weltenall“, bevor es mit den Adventüden losgeht.

Auf die bin ich schon sehr gespannt. Mit meiner Etüde liefere ich den Hintergrund zu „Aurora Australis – Ordnung muss sein“ (Etüde der Wochen 39 & 40):

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Das Urteil

Alle Zeugen waren gehört worden, die Anwälte hatten ihre Plädoyers gesprochen, jetzt war es Zeit für Richter Quentin und seinen Auftritt. Als Vorsitzender am Jugendgericht hatte er schon zu viele Wiederholungstäter erlebt. Griesgrämig nahm er noch einen Schluck von seinem inzwischen kalten Kaffee. Alles Punks – er kannte doch seine Schweinchen am Gang! Auf die Handvoll Sprayer, die er gleich ihrer gerechten Strafe zuführen würde, hatte er sich schon ganz besonders „gefreut“.

Schmierfinken waren das und Tagediebe – außer Langeweile hatten die keine größeren Probleme. Sie waren das beste Beispiel für das, was er seit Jahren predigte: „Nichtstun ist die Quelle allen Übels.“ Aber wer badete es aus? Die Gerichte waren überlastet, und er musste Überstunden machen, um sich durch die Akten der fünf Angeklagten zu wühlen und in den Gesetzbüchern zu stöbern. Er würde schon noch den richtigen Paragraphen finden, um endlich durchzugreifen und ein Exempel zu statuieren.

Da saßen sie nebeneinander aufgereiht, wie Perlen auf einer Schnur. Mit dreien von ihnen hatte er schon mehrmals das „Vergnügen“ gehabt, die bekamen jetzt für das sinnlose Besprühen von Regierungseigentum die Quittung. Der vierte war Ersttäter, blieb aber verstockt.

Der für ihn vorgesehene Denkzettel fiel nicht ganz so hart aus wie für die drei Bürschchen, von denen der Älteste gerade zwanzig geworden war. Nur bei dem Mädchen musste er Gnade walten lassen. Sie hatte Schmiere gestanden, aber bisher noch nichts auf dem Kerbholz. Aber sie zeigte sich einsichtig und schien ihre Missetat ehrlich zu bereuen. Vielleicht bestand ja doch noch Hoffnung.

Noch einmal kurz durchschnaufen, dann räusperte sich Quentin und verkündete das Strafmaß: Einhundertfünfzig Sozialstunden, abzuleisten in einer Einrichtung der Regierung, dem Raumfrachter Aurora Australis.

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274 Wörter – nicht immer muss es ein ganzer Roman sein.

30-Days TV Series Challenge: Tag 16

Was schaue ich mir an, wenn es mir nicht gut geht? Eigentlich wollte ich auf die heutige Frage in der Serienchallenge von aequitasetveritas schon mit „Lesen“ oder „Trash-Fernsehen“ antworten, aber da muss es mir schon richtig dreckig gehen. Beide Antworten passen, wenn ich gelangweilt oder leicht verschnupft bin.

An der Stelle werfe ich mal „North & South“ ins Rennen um den Seelentröster Nummer Eins und Stellvertreter für das Genre „Kostümdrama“.

Als die Coronakrise losging und ich ziemlich down war, habe ich mir diesen Vierteiler eingeworfen und die Realität komplett ausgeblendet. Downton Abbey oder Call the Midwife erschienen mir ob ihrer Länge eher weniger geeignet, aber ich schließe nicht aus, dass ich mir im neuen Jahr eine Wiederholung gönne.

Die kompletten Fragen sind hier zu finden.

Media Monday # 490 : Mein persönliches Jubiläum…

… denn es ist mein 200. Media Monday, in den ich heute auch ohne große Vorrede einsteige.

Media Monday # 490

1. Wenn es etwas gibt, das mich jüngst begeistert hat, dann das Gefühl, wieder in eine bestimmte Kleidergröße hineinzupassen und außerdem noch ein Kompliment zu bekommen.

2. Insbesondere sonntags schätze ich es ja mittlerweile sehr, dem Geläut der Glocken bei einer Tasse Kaffee im Bett zu lauschen.

3. Das Anschauen meiner Urlaubsfotos aus dem letzten Jahr hat mich jüngst dazu inspiriert, die schönsten Bilder für einen Kalender für 2021 zusammenzustellen.

4. Könnte ich nur mehr Dinge selbst reparieren, hätte ich längst wieder eine funktionierende Geschirrspülmaschine und einen Gefrierschrank, der wieder läuft.

5. Eigentlich wäre es schön, wenn in den verbleibenden anderthalb Monaten des Jahres nochmal bessere Nachrichten und nicht nur Hiobsbotschaften hier ankämen.

6. Mein Lieblingsplatz daheim ist mein Bett; und manchmal verbringe ich den ganzen Tag darin.

7. Zuletzt habe ich auf SWR eine Sendung über die Elblandschaften gesehen, und das war zauberhaft, weil ich all die Plätze wiedergesehen habe, an denen ich bisher schon gewesen bin.