ABC -Etüden – Woche 1 & 2 : Kurz & Knackig – Etüde 02

Die ersten ABC-Etüden auf Christianes Blog in diesem Jahr sind diesmal für mich nicht nur kreativitätsfördernd, sondern mit den von Ludwig Zeidler gespendeten drei Wörtern Zetermordio — weichmütig — backen eine echte Herausforderung, zu der mir auf halber Strecke noch eine zweite eingefallen ist, mit der ich alle meine bisher erschienenen Etüden unterbiete…

… denn mit 33 Wörtern ist sie wahrscheinlich meine bisher kürzeste.

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Kurz & knackig

Samstagnachmittags, wenn sie bei Enie wieder backen, bleibt mein Glotzophon aus, denn ich bin momentan zu weichmütig, um das Programm auf den ganzen Zetermordio-Sendern zu ertragen. Dann doch lieber einen Roman mit Happy-End.

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Die Sendung „Das Große Backen“ mit Enie van de Mejklokjes läuft samstags auf sixx, ein Sender, den ich sehr oft einschalte, im Gegensatz zu den von einer ehemaligen Kollegin als „Krawallsender“ bezeichneten Privatkanälen.

# Writing Friday 2021 – Januar, 2. Woche : Fang mich, wenn du kannst

Winterliche Themen beim #Writing Friday von elizzy – wie bei Aufgabe vier:

Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze beginnt.

Dass ich gerne mal für eine Überraschung bin und das Thema anders anpacke, haben vielleicht einige schon öfters erfahren. Diesmal wollte ich eine echte Räuberpistole schreiben, um Material für eine längere Storyline zu bekommen. Herausgekommen ist dabei diese Geschichte:

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Fang mich, wenn du kannst

Drei, zwei, eins – go: Den Wagen verlassen, die Filiale am Ende der Fußgängerzone stürmen, alle Anwesenden in Schach halten, während zwei Mann sich um das Ausräumen von Kasse und Tresor kümmerten – der durchdachte Plan hatte so herrlich einfach geklungen, doch nun war sich Jeff nicht mehr so sicher, ob auch wirklich alles glattgehen würde. So aufgeregt wie Gary an seiner Wollmütze herumnestelte und Josh vor Nervosität beinahe die Munition fallenließ, bezweifelte er es. Vielleicht hätten sie die Rollen tauschen und lieber Josh ans Steuer lassen sollen, aber andererseits war niemandem geholfen, wenn sie die Flucht vergeigten, egal ob mit oder ohne Kohle.

„Reißt Euch gefälligst zusammen“, knurrte Connor genervt. „An dem Plan wird nichts mehr geändert!“

Wenn Connor unter Strom stand, war er immer so: gereizt und unausstehlich. Erst, wenn sich abzeichnete, dass man sie auch diesmal nicht schnappen würde, war mit Besserung seiner Laune zu rechnen. Mutter, der Mann mit dem Koks ist da? Wo sich andere vorher noch schnell eine Line aus allerfeinstem kolumbianischem Schnee ziehen oder ein paar Pillen zur Beruhigung einwerfen würden, verzichtete er lieber. Einen klaren Kopf bewahren, nannte er es – „kristallklar“, um seine Worte exakt wiederzugeben, „so klar wie unser Plan“ – der Plan, den sie jetzt eins zu eins durchziehen würden. Ihr Plan, nach dem sich niemand darum scheren würde, dass Jeff den Motor laufen ließ, wenn zweihundert Meter weiter die Musik spielte.

Nervös trommelte Jeff mit den Fingern auf dem Lenkrad. Verdammt, was dauerte denn da so lange? Die Minuten zogen sich wie Kaugummi in die Länge. Wenn bloß Connor mal nicht durchdrehte oder sich einer von ihnen zu früh die Skimaske übers Gesicht gezogen hatte. Wie lange waren sie jetzt schon da drinnen? Sechs Minuten? Acht? Oder elf? Das Warten war das schlimmste. Da. Jetzt. Endlich tat sich etwas – im Rückspiegel hasteten drei schwarze Schatten auf ihn zu. Die Türen flogen auf, und Jeff gab Gas. Bloß weg von hier und ab durch die Mitte. „Drück auf die Tube“, keuchte Connor, während die anderen beiden auffallend still waren. Mit durchgetretenem Gaspedal schoss der Ford die Hauptstraße hinunter. „Fünfzigtausend für jeden – nicht schlecht“, gab Josh von sich, als er wieder zu Atem kam. Zweihunderttausend Dollar: Die Erkenntnis sickerte nur langsam bei Jeff durch, der inzwischen den Tatort weit genug hinter sich gelassen hatte und sein Glück kaum fassen konnte.

Kaum fassen konnte ihr Glück auch die Patrouille, die Zeuge wurde, wie ein schwarzer Ford mit einem Panzerfahrzeug von SecurI-Trans kollidierte.

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Die Schreibthemen im Januar sind: 1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.