Die 5 Besten am Donnerstag : Meine Top-Five-Serien aus 2020 – aus jedem Dorf ein Köter

Nach unseren liebsten fünf Filmen sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nun nach den fünf Serien, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Mich hat ja ungemein erstaunt, dass mir zu der im letzten Jahr laufenden Serienchallenge jede Menge Serien eingefallen sind, obwohl ich dachte, ich sei gar nicht so ein Serienjunkie.

Eine gute Soundanlage und ein großer Bildschirm in zwei bis drei Metern Entfernung liefern mir dabei das richtige Maß an Entspannung. Der richtige Abstand ist ja so wichtig (noch ein Punkt, der bei mir gegen das Streamen am Laptop spricht). Sei’s drum. Weitere Worte spare ich mir an der Stelle, denn nun geht es schon los mit meinen Top Five ohne Wertung:

Das Westernepos : Hell on Wheels

Der transkontinentale Eisenbahnbau und (neben dem Wettrennen der Central Pacific Railroad und der Union Pacific Railroad) die damit verbundenen Konflikte zwischen allen möglichen Bevölkerungsgruppen eines zu großen Teilen noch unerschlossenen Landes – in fünf Staffeln spannend in Szene gesetzt. Fehlen darin darf keinesfalls auch das Einzelschicksal, nämlich das des konföderierten Soldaten Cullen Bohannon, der auf der Jagd nach den Mördern seiner Frau bei der Union Pacific Railroad landet. What a man! Entdeckt habe ich dieses Epos, das im kanadischen Alberta und nicht im Studio gedreht wurde, als komplette Serie in unserer Stadtbücherei und war bereits nach der ersten Folge so begeistert, dass ich mir die fünf Staffeln am Stück angesehen habe (allerdings nicht mehr als drei Folgen pro Abend). Und das, obwohl ich mit Western bisher nur wenig am Hut hatte. Schade nur, dass manche Handlungsstränge auf halber Strecke im Sande verlaufen sind.

Der Intrigantenstadel : Nashville

Let’s face the music and dance. Die Leute mit den Hüten sind überall – und wenn selbst Stars anderer Musikgenres wie Steven Tyler (Aerosmith) und Christina Aguilera kleine Gastauftritte im Zentrum der Countrymusik haben, dann hat die Serie wohl doch mehr Fans, als ich dachte. Erfreulich – denn Sie sehen mich begeistert. Nicht nur dass das ganze Spektrum an menschlichen Schicksalsschlägen abgedeckt wird, sondern es wird auch an überraschenden Wendungen und fiesen Cliffhangern nicht gespart – wobei die Musik das Sahnehäubchen on top ist. What a sound!

Auf der dunklen Seite der Macht : Atlanta Medical

Wer in diesem Krankenhaus auf der Suche nach Unterhaltung fürs Herz mit amourösen Verwicklungen im Fokus ist, hat schon lange vorher den falschen Highway genommen und ist nach Atlanta statt nach Seattle abgebogen und hat obendrein noch die falsche Tür genommen, um auf der schmutzigen Seite des Gesundheitswesens zu landen. What the ****! Statt edel, hilfreich und gut und stets um das Wohl der Patienten besorgt zu sein, zählen als wahre Werte Profit, Rentabilität und lukrative Behandlungsmethoden. Und damit die Bösen sich nicht all zu sicher fühlen, brauchte es den Whistleblower, der ihnen immer öfters kräftig dazwischenfunkt.

Das Spin-Off als Crossover : Station 19

Hierzulande kennt man den Ableger von Grey’s Anatomy als „Seattle Firefighters – die jungen Helden“ und darf sich an packenden Einsätzen der Feuerwehr von Seattle und deren regelmäßigem Zusammentreffen mit der Belegschaft von „Grey’s Anatomy“ erfreuen. Wer mit wem – dieses Serienrezept findet hier oft auch seine Anwendung. Whatever!

Der Dauerbrenner : Call the Midwife

Dass Fernsehen bilden kann, beweist die in die wievielte auch immer Staffel gehende britische Serie, in deren Mittelpunkt die im Nonnatus House im Londoner Stadtteil Poplar zusammenlebenden Nonnen und Hebammen stehen. What a mixture! Angefangen hat die Handlung der sich die ungebrochen großer Beliebtheit erfreuenden Serie kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nun befinden wir uns mitten in den Sechziger Jahren, und die darin behandelten Themen sind vielfältig. Zeitgeschichte und medizinische Entwicklungen wie oft sehr zu Herzen gehende menschliche Schicksale… ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll – aber dass ich wieder jeden Sonntagabend einschalten um auf BBC One mitzufiebern, weiss ich jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche.