Cinema-Scope 2021 im Januar : Von gestern – 8 x Nostalgie auf DVD (mit Zufällen)

Drama, Baby! – Neues Spiel, neues Glück – eine neue Chance für all jene, die letztes Jahr leider draußen bleiben mussten (aus meinem DVD-Player). Das war der ursprüngliche Plan. Diese zwölf „Leftovers“ sind für dieses Jahr fest eingeplant:

Aretha Franklin – Amazing Grace / Ballon / Big Little Lies, Staffel 2 / Bombshell – das Ende des Schweigens / Der Hobbit – die Schlacht der fünf Heere / Die perfekte Kandidatin / Ein leichtes Mädchen / Kursk / Love Story / Snowpiercer / The favourite – Intrigen und Irrsinn / Waltz with Bashir

Elf Filme und eine Serie aus völlig unterschiedlichen Genres – für jeden Monat eine DVD; welche davon es in den Januar geschafft hat, zeigt der Monatsrückblick auf Filme und Serien, die entweder schon älter sind, in einer vergangenen Epoche spielen oder sonstwie nostalgisch angehaucht sind. Und deshalb ist das Beitragsbild ebenso nostalgisch angehaucht.

Ausgelost hat der Zufallsgenerator übrigens:

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+++ Love Story +++ Die neue Zeit +++ A very English scandal +++ Mitten ins Herz – ein Song für Dich +++ Road to your heart +++ 303 +++ Im Rausch der Sterne +++ La Boum – die Fete – Eltern unerwünscht +++

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Tatü Tata! Screenshot aus „A very English scandal“ – da zittern all die Verbrecher, die nicht ganz so helle sind.

Love Story (1970): Ryan O’Neal und Ali MacGraw in einer tragischen Liebesgeschichte – Oliver Barrett IV ist Sprössling einer schwerreichen, erzkonservativen Familie, Jennifer Cavilleri die aus einfachen Verhältnissen stammende Tochter italienischer Einwanderer. Gemeinsam gegen alle Widerstände beißen sie sich durch. Alles könnte so schön sein, bis bei der jungen Frau eine unheilbare, nicht näher bezeichnete Krankheit festgestellt wird und dem Paar nur noch kurze Zeit bleibt. Der Film war nicht nur ein Kassenschlager in den frühen Siebziger Jahren, sondern O’Neal & MacGraw waren für lange Zeit das Traumpaar schlechthin. Für böse Zungen mag „Love Story“ eine sentimentale Schnulze sein, mich hat die ein oder andere Szene eiskalt erwischt und zu Tränen gerührt. Und wirklich beeindruckend war für mich, wie unverblümt Jennifer beim Flirten Gas gibt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, und die selbstgestaltete Hochzeit ohne übertriebenen Schnickschnack dürfte so manchen Hochzeitsplaner die Stirn runzeln lassen; und angesichts des Fehlens jeglicher geistlichen Komponente könnten sich religiöse Menschen gegebenenfalls brüskiert fühlen.

Die neue Zeit (2019): Sechsteilige Miniserie, an deren Produktion die öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und arte beteiligt war. Erzählt wird in Rückblenden aus der Sicht von Walter Gropius (August Diehl) die Geschichte des Bauhauses in Weimar (später Dessau) und der Studentin Dörte Helm (Anna-Maria Mühe). Im Gegensatz zu „Babylon Berlin“, das im Berlin der späten Zwanziger Jahre angesiedelt ist, fand ich diese Serie richtig spannend und auch in technischer Hinsicht spannend umgesetzt, auch wenn sich die letzten beiden Folgen fühlbar in die Länge zogen.

A very English scandal (2018): Hugh Grant als Jeremy Thorpe, von 1967 bis 1976 Vorsitzender der Liberal Party, dem eine Verschwörung zum Verhängnis wird. Das Drehbuch für die auf dem gleichnamigen Roman von John Preston basierende Serie schrieb Russell T. Davies – Regie führte Stephen Frears. In der dreiteiligen Miniserie der BBC. In den insgesamt drei Folgen, einer kurzweiligen Mischung aus Drama und schwarzer Komödie wird detailliert geschildert, wie Mr. Thorpe plant, seinen ehemaligen, deutlich jüngeren Liebhaber Norman Scott (Ben Whishaw) umzubringen, da dieser zunehmend unbequem für ihn und seine politische Laufbahn wird. Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren zwar nicht mehr grundsätzlich illegal, aber auch nicht gerade einer Karriere förderlich, und schon gar nicht, wenn man Parteivorsitzender werden möchte. Blöd nur für Herrn Thorpe, dass er sich bei seinem Plan mit den nicht gerade Hellsten zusammentut. Interessante Details am Rande: In der Serie befürwortet Thorpe den Anschluss Großbritanniens an die EU. Und Eve Myles, die ich auch schon in Torchwood bewundern durfte, hat hier eine kleine Nebenrolle als Freundin Norman Scotts, die dann aber leider kein schönes Ende erlebt.

Mitten ins Herz – ein Song für Dich (2007): Hugh Grant, die zweite. Diesmal wieder in einer romantischen Komödie. Alex Fletcher, der seit den 80er Jahren keinen nennenswerten Hit mehr landen konnte und kurz vor einer Art Comeback steht, trifft auf Sophie Fisher (Drew Barrymore), die nur seine Pflanzen gießen wollte. Durch eine vorlaute Bemerkung landet sie unversehens in der Rolle der Texterin für einen Song, den Alex für den exzentrischen Star Cora Corman (Haley Bennett) schreiben will. Mir war schon zu Beginn klar, wie der Hase laufen wird – aber nicht, wieviel Spaß ich beim Anschauen tatsächlich hatte. Schuld daran waren die Songs und ihre Interpreten, bei denen ich gerätselt habe, wer für sie als Inspirationsquelle gedient haben könnte. Wham! für Alex und seine Band PoP! in den den 80 Jahren – und Shakira für Cora Corman? Ich habe den ganzen Film über mitgerätselt.

Road to your heart (2014): Und noch etwas fürs Herz – hier dachte ich bei diesem Titel tatsächlich für einen Moment, es handele sich um einen Liebesfilm; doch ich bekam ein echtes Roadmovie zu sehen, bei dem ich das „to your heart“ irgendwann für mich anders interpretiert habe. Der Weg ist das Ziel: Der ausschließlich vom Profit angetriebene Basson van Rendsburg soll in spätestens fünf Tagen bei der Beerdigung seines Vaters erscheinen, andernfalls wird er nicht CEO im Familienunternehmen. Fliegen darf er nicht (und will es auch nicht), und den direkten Weg zu nehmen, ist auch nicht drin, den der Verstorbene hat sich für seinen Sohn eine Art Schnitzeljagd oder Autorallye ausgedacht, bei der er zwangsläufig mit Menschen in Kontakt kommen wird, die anders ticken als er.

Dass dieser Film nicht mal bei Wikipedia bekannt ist, könnte vielleicht daran liegen, dass er aus einem Land stammt, das bei mir bis jetzt in filmischer Hinsicht ein eher untergeordnetes Dasein gefristet hat (abgesehen von „District 9“): Südafrika. Noch dazu mit Songs in Afrikaans. Da hatte ich beim Lesen der öfters im Bild auftauchenden Bucket List und bei den Songs in dieser Sprache teilweise echte Verständnisprobleme.

303 (2018): Noch ein Roadmovie, diesmal liefert ein Wohnmobil (Hymer+Mercedes 303) die Portion Nostalgie – gesteuert wird es von der 24jährigen Studentin Jule, die damit auf dem Weg zu ihrem Freund ist, von dem sie ein Kind erwartet. Unterwegs nimmt sie den per Anhalter reisenden gleichaltrigen Studenten Jan zunächst nur bis nach Köln mit, der von dort aus mit dem Bus nach Spanien weiterfahren möchte, um endlich seinen leiblichen Vater kennenzulernen. Die Zeit vergeht wie im Flug, und weil sie beide für ihr Leben gern über Gott und die Welt diskutieren, setzen sie die Fahrt dann doch gemeinsam fort – und was zunächst als reine Fahrgemeinschaft gedacht war, entwickelt sich während der mehr als 500 Kilometer schon bald zu mehr.

Im Rausch der Sterne (2015): Kochen wie früher? Nicht, wenn man sich einen dritten Michelin-Stern erkochen möchte so wie Adam Jones (Bradley Cooper), der nach einem Komplettabsturz in London gelandet ist, um nochmal neu durchzustarten. Was ich zu sehen bekam, waren zwar toll gefilmte und ästhetische Bilder sowie einen Eindruck, wie der Arbeitsalltag in den gehobenen Küchen vermutlich ist – aber so richtig erwärmen konnte ich mich für dieses halbgare Drama nicht wirklich, meine Begeisterung köchelte hier eher auf Sparflamme. Was mir vor allem wehtat, war die unglaubliche Verschwendung von Lebensmitteln seitens des cholerischen Chefkochs: Der Teller ist nicht perfekt? Weg damit! Ich weiß, es ist „nur ein Film“, aber trotzdem.

La Boum – die Fete – Eltern unerwünscht (1980): Der Kultfilm meiner Generation. Leider hatte ich nie das Vergnügen und konnte jetzt endlich nach 40 Jahren eine Bildungslücke schließen. Sorgen und Nöte von 13jährigen Teenagern. Zwar findet die 13jährige Vic (Sophie Marceau) nach dem Umzug in die französische Hauptstadt schnell Freunde und auf einer Party die erste Liebe, aber auch schon bald ebenso großen Liebeskummer, denn der Liebste hat anscheinend noch ein weiteres Eisen im Feuer. Zwar findet sie Trost und Beistand bei ihrer lebenserfahrenen Urgroßmutter Poupette – die wahre Katastrophe ist jedoch bereits im Anrollen: Die Ehe der Eltern steht auf dem Spiel, als Mama herausfindet, dass Papa (Claude Brasseur) schon seit einiger Zeit eine Affäre mit einer Parfümverkäuferin hat und sich Mama ihrerseits mit dem Englischlehrer (Bernard Giraudeu) tröstet. Relativ schnell hat sich am Ende übrigens auch Vic getröstet, die sich zwar mit Mathieu wieder versöhnt, aber sich dann Hals über Kopf auf einer Party in einen anderen verliebt.

Ich habe mich bei dem Film prächtig amüsiert, was nicht zuletzt auch an der Uroma lag, die einen waghalsigen Fahrstil pflegt. In diesem DVD-Doppelpack ist auch „La Boum 2 – die Fete geht weiter“ enthalten, aber den nicht ganz so erfolgreichen Nachfolger habe ich mir für den Februar aufgespart.

Mein Fazit: Mein Film des Monats war „303“ – zur Gurke des Monats küre ich „Im Rausch der Sterne“

3 Kommentare zu “Cinema-Scope 2021 im Januar : Von gestern – 8 x Nostalgie auf DVD (mit Zufällen)

  1. Mitten ins Herz liebe ich. Ich amüsiere mich jedes Mal köstlich wie herrlich uneitel Hugh Grant ist (beweist er ja immer wieder) und wie er den ehemaligen Popstar verkörpert. Allein das „alte“ Video seiner Achtzigerjahre-Gruppe!! 😀
    La Boume war damals natürlich ein großes Ding und der Soundtrack ist mir noch heute im Ohr. Wird ja auch oft genug gespielt, also zumindest „Dreams are my reality“ 😉 .
    Beim Hobbit bin ich leider nach Teil 1 ausgestiegen und ich habe nicht vor, das zu ändern. Zu langgezogen und langatmig erschien mir der erste Film.
    Love Story habe ich bisher ein Mal gesehen und auch nur, weil er als Klassiker gilt, bei dem einen Mal wird es wohl bleiben. Mir war er viel zu kitschig und den Hype, den er ausgelöst hat, lässt sich für mich heute nicht mehr nachvollziehen.
    Ballon gefiel mir überraschend gut, auch wenn man merkt, dass Michael Herbig sich sehr an den internationalen Markt heranschmeißen wollte. Gut, dass muss ja nichts Negatives sein, in diesem Fall funktionierte es sehr gut.

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