ABC -Etüden – Woche 3 & 4 – Etüde 4 : Böses Erwachen

Die Wortspende zu Christianes ABC-Etüden stammt diesmal von mir und setzt sich zusammen aus Lautsprecher, orange und erschüttern. So langsam nähere ich mich der eigentlichen Geschichte, in die ich diese Wörter einbauen wollte, denn geplant ist ein größeres Projekt, für das ich am Zusammenstellen von Material bin. Es kann daher gut sein, dass ich in den nächsten Tagen noch eine Etüde schreibe.

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Böses Erwachen

Orange brachten die letzten Sonnenstrahlen das weitläufige Areal zum Glühen, doch in Gina sah es finster aus. Noch benommen von dem Aufprall am Fuße der Felsen, der das Höllengefährt mitsamt seiner beiden Passagiere erschüttert hatte, musste sie sich zum Verhör führen lassen, getrennt von ihrem Mann. Innerlich ohrfeigte sie sich für diese Schnapsidee.

Die Fahrt mit dem raketenangetriebenen Schlitten in der Wüste Nevadas hatte sie sich als Krönung ihrer Spontanhochzeit in der kitschigen Wedding Chapel vorgestellt – statt dessen warteten nun jede Menge unbequeme Fragen auf sie und Steve, einzeln voneinander und jeder für sich. Alles zog sich in ihr zusammen, und das ohrenbetäubende Blöken der metallisch schnarrenden, verzerrt klingenden Stimme aus den vielen Lautsprechern in der Armeebasis machte es nicht besser. Denken war dabei unmöglich. Auch eine Methode, Eindringlinge und nichteingeladenen Besuch mürbe zu machen.

Die stundenlangen Befragungen ließen sie jedes Zeitgefühl verlieren, und das Eingesperrtsein in der kleinen Zelle verstärkte diesen Effekt noch. An Schlaf war kaum zu denken, und als sie Steve endlich wiedersah, fühlte sie sich um Jahre gealtert. Nicht viel Zeit blieb ihnen jetzt noch, um sich angemessen voneinander zu verabschieden.

Nicht, nachdem die beiden Delinquenten ihr Geständnis unterschrieben hatten, denn für ihren Aufenthalt in einem militärischen Sperrgebiet und den illegalen Erwerb von gestohlenem Raketentreibstoff sah das Protokoll die sofortige Überführung in den Strafvollzug vor.

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220 Wörter für die vierte Etüde unter dem Motto „Geschnappte Verbrecher und andere Pechvögel“, im Rahmen eines größeren Projekts.

# Writing Friday 2021 – Januar, 4. Woche : My Stars !

Was passt besser zu Jahresbeginn als das Verzapfen von Jahreshoroskopen? In diversen Zeitschriften ist das gang und gäbe, und nun lautet die fünfte Schreibaufgabe beim #Writing Friday von elizzy:

Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

A star was born this day (61 years ago) … der perfekte Zeitpunkt dafür. Ich bin zwar Steinbock mit Aszendent Jungfrau, aber das von mir orakelte Horoskop betrifft ein anderes Huftier, in dessen Zeichen ich 1967 geboren bin: Die Ziege (bzw. das Schaf).

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My Stars!

Gesundheit & Fitness: Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Doch Sie beißen sich durch und klettern stetig nach oben. Ihr Wille zum Durchhalten ist ihnen dabei ein wertvoller Gehilfe. Besonders in den Sommermonaten zeigt sich, dass sich geordnete Finanzen auch auf ihr Wohlbefinden auswirken. Und mit den frisch getankten Kräften starten Sie im Herbst noch einmal durch, so dass es für Sie am Ende des Jahres nichts zu meckern gibt.

Vorsicht mit den Sprunggelenken – Ihre ganz persönliche Achillesferse

Liebe & Herzensangelegenheiten: Kein Bock im Frühling? Eine Vergrößerung ihrer Herde auch kommenden Sommer noch lange nicht in Sicht? Auch wenn das Gras auf der Nachbarwiese Ihnen oft grüner erscheint, gedulden Sie sich… mit dem Kopf durch die Wand müssen Sie genauso wenig wie selbigen in den Sand stecken. Irgendwann einmal wird auch Amors Pfeil sie doch erwischen, und nicht bloß ein Pieks ins Hinterteil.

Dank Corona bleiben solche Bilder erst mal Zukunftsmusik

Beruf & Finanzen: Wo andere mit den Hufen scharren, können Sie sich gepflegt zurücklehnen und in Ruhe Pläne schmieden. Doch Vorsicht vor Neidern und missgünstigen Herdentieren – in der zweiten Jahreshälfte zieht das Tempo rasant an, und der ein oder andere Zeitgenosse legt Ihnen Steine in den Weg. Mit ihrer unnachahmlichen Art nehmen Sie ihn jedoch gekonnt auf die Hörner und können das Jahr entspannt ausklingen lassen.

Vergessen Sie niemals, wer der Boss in diesem Zirkus ist.

Urlaub & Reisen: Auf dem Land und in den Bergen fühlen sich Ziege-Geborene am wohlsten, und diese Weisheit bewahrheitet sich auch 2021 für Sie. Wo andere zittern müssen, ob sie es auch in diesem Jahr nach Westerland verschlagen wird, genießen Sie in aller Ruhe das Landleben in harmonischer Abgeschiedenheit. Sommerabende unterm Sternenhimmel bei einem Gläschen Wein sorgen für die kleine Prise Romantik und Wehmut, in der Sie gelegentlich verweilen.

was guggst du? – machen Sie es sich zu Hause gemütlich und leben Sie nach dem Motto: Bleibe im Lande und nähre dich redlich.

Ihr Motto für 2021: Change keeps us moving on / Move in the right direction / Kein Zurück / Move On

Glückskeksweisheit des Jahres: Ihre Geduld wird reichlich strapaziert, aber letztlich doch belohnt.

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Die Schreibthemen im Januar sind: 1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine Top-Five-Serien aus 2020 – aus jedem Dorf ein Köter

Nach unseren liebsten fünf Filmen sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nun nach den fünf Serien, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Mich hat ja ungemein erstaunt, dass mir zu der im letzten Jahr laufenden Serienchallenge jede Menge Serien eingefallen sind, obwohl ich dachte, ich sei gar nicht so ein Serienjunkie.

Eine gute Soundanlage und ein großer Bildschirm in zwei bis drei Metern Entfernung liefern mir dabei das richtige Maß an Entspannung. Der richtige Abstand ist ja so wichtig (noch ein Punkt, der bei mir gegen das Streamen am Laptop spricht). Sei’s drum. Weitere Worte spare ich mir an der Stelle, denn nun geht es schon los mit meinen Top Five ohne Wertung:

Das Westernepos : Hell on Wheels

Der transkontinentale Eisenbahnbau und (neben dem Wettrennen der Central Pacific Railroad und der Union Pacific Railroad) die damit verbundenen Konflikte zwischen allen möglichen Bevölkerungsgruppen eines zu großen Teilen noch unerschlossenen Landes – in fünf Staffeln spannend in Szene gesetzt. Fehlen darin darf keinesfalls auch das Einzelschicksal, nämlich das des konföderierten Soldaten Cullen Bohannon, der auf der Jagd nach den Mördern seiner Frau bei der Union Pacific Railroad landet. What a man! Entdeckt habe ich dieses Epos, das im kanadischen Alberta und nicht im Studio gedreht wurde, als komplette Serie in unserer Stadtbücherei und war bereits nach der ersten Folge so begeistert, dass ich mir die fünf Staffeln am Stück angesehen habe (allerdings nicht mehr als drei Folgen pro Abend). Und das, obwohl ich mit Western bisher nur wenig am Hut hatte. Schade nur, dass manche Handlungsstränge auf halber Strecke im Sande verlaufen sind.

Der Intrigantenstadel : Nashville

Let’s face the music and dance. Die Leute mit den Hüten sind überall – und wenn selbst Stars anderer Musikgenres wie Steven Tyler (Aerosmith) und Christina Aguilera kleine Gastauftritte im Zentrum der Countrymusik haben, dann hat die Serie wohl doch mehr Fans, als ich dachte. Erfreulich – denn Sie sehen mich begeistert. Nicht nur dass das ganze Spektrum an menschlichen Schicksalsschlägen abgedeckt wird, sondern es wird auch an überraschenden Wendungen und fiesen Cliffhangern nicht gespart – wobei die Musik das Sahnehäubchen on top ist. What a sound!

Auf der dunklen Seite der Macht : Atlanta Medical

Wer in diesem Krankenhaus auf der Suche nach Unterhaltung fürs Herz mit amourösen Verwicklungen im Fokus ist, hat schon lange vorher den falschen Highway genommen und ist nach Atlanta statt nach Seattle abgebogen und hat obendrein noch die falsche Tür genommen, um auf der schmutzigen Seite des Gesundheitswesens zu landen. What the ****! Statt edel, hilfreich und gut und stets um das Wohl der Patienten besorgt zu sein, zählen als wahre Werte Profit, Rentabilität und lukrative Behandlungsmethoden. Und damit die Bösen sich nicht all zu sicher fühlen, brauchte es den Whistleblower, der ihnen immer öfters kräftig dazwischenfunkt.

Das Spin-Off als Crossover : Station 19

Hierzulande kennt man den Ableger von Grey’s Anatomy als „Seattle Firefighters – die jungen Helden“ und darf sich an packenden Einsätzen der Feuerwehr von Seattle und deren regelmäßigem Zusammentreffen mit der Belegschaft von „Grey’s Anatomy“ erfreuen. Wer mit wem – dieses Serienrezept findet hier oft auch seine Anwendung. Whatever!

Der Dauerbrenner : Call the Midwife

Dass Fernsehen bilden kann, beweist die in die wievielte auch immer Staffel gehende britische Serie, in deren Mittelpunkt die im Nonnatus House im Londoner Stadtteil Poplar zusammenlebenden Nonnen und Hebammen stehen. What a mixture! Angefangen hat die Handlung der sich die ungebrochen großer Beliebtheit erfreuenden Serie kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nun befinden wir uns mitten in den Sechziger Jahren, und die darin behandelten Themen sind vielfältig. Zeitgeschichte und medizinische Entwicklungen wie oft sehr zu Herzen gehende menschliche Schicksale… ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll – aber dass ich wieder jeden Sonntagabend einschalten um auf BBC One mitzufiebern, weiss ich jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche.

ABC -Etüden – Woche 3 & 4 – Etüde 3 : Aufgegabelt – Etüde mit Triggerwarnung

Wie viel man aus meiner Wortspende zu Christianes ABC-Etüden (Lautsprecher, orange und erschüttern) machen kann, war mir gar nicht bewusst, als ich sie eingereicht habe.

Die Idee stammt aus meinem reichhaltigen Fundus persönlicher Erinnerungen und behandelt ein eher nicht so erfreuliches Thema und geht mit einer Triggerwarnung einher: Wer mit Beschreibungen von Verkehrsunfällen ein Problem hat, sollte diese Etüde lieber nicht lesen.

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Aufgegabelt

Ein sonniger Tag im August – schade nur, dass die Sommerferien vorbei sind – und ich radele nach Hause. Vor Freude auf das Mittagessen, das Mama täglich für meine Schwester und mich kocht, nähere ich mich der Kreuzung, an der ich nach links abbiegen muss. Da vorne wird es kniffelig: Nur ein paar Zentimeter zu weit rechts oder links, und man gerät mit dem Vorderreifen in die Straßenbahnschienen. So ein Mädchenfahrrad ist schließlich kein BMX-Rad, mit dem man über Stock und Stein… Der Rest meiner Gedanken verschwindet im Dunkel, als mich ein dumpfer Schlag von hinten erschüttert.

Als ich schließlich wieder zu mir komme, nehme ich zunächst nur die Dreizehn-Uhr-Nachrichten aus den vorderen Lautsprechern wahr, während mich Sanitäter aus dem Auto auf eine auf dem Bürgersteig ausgebreitete Decke heben. Derweil läuft die Fahrerin, die mich „auf die Hörner genommen“ hat, aufgelöst herum und stammelt „mein Auto, mein Auto“, doch ich kann nur daran denken, dass es ein Uhr mittags ist und meine Mama mit dem Essen auf mich wartet.

„Ich geh‘ dann mal. Ist ja nicht weit“, sage ich und versuche mich aufzurichten. Dass es in Wirklichkeit 750 Meter bis nach Hause sind, verdränge ich in dem Moment, und ein Sanitäter kann mich gerade noch aufhalten, bevor sie mich in den Rettungswagen schaffen.

Später werden sie sich fragen, wie mich die Fahrerin in meinem türkisen T-Shirt und gelb-orange gestreiften Shorts übersehen konnte und warum sie während der 250 Meter langen Strecke nicht gebremst hat. Schließlich war es ein sonniger Tag im August.

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Damit komme ich auf 253 Wörter, die ich um ein Nachwort ergänze. Auch wenn ich niemandem eine solche Nacht auf der Intensiv- und zwei Wochen auf der Kinderstation, mit wochenlangem Schleudertrauma danach wünsche – den Unfall habe ich ohne bleibende Langzeitschäden überstanden, und ich war damals meinen Eltern dafür dankbar, dass sie mich danach nicht in Watte gepackt und mir das Fahrradfahren verwehrt haben.

Dienstags-Gedudel #52 : Reisefieber, Teil 6 – ab in den Süden

Nein, heute dudelt nicht der Song „Ab in den Süden“, sondern die Reiseroute führt auf dem amerikanischen Kontinent in südlichere Gefilde. Von Las Vegas, über New York City, Alaska und Kanada nun also nach Kalifornien, in eine Stadt, die 1968 besungen wurde: Mendocino, mit den Koordinaten 39° 18′ N, 123° 48′ W:

Fast mein Jahrgang: Mendocino, gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=yLP15vgAgbg

Es bleibt oldielastig. Hier ist es aber nicht die deutsche Version von Michael Holm, sondern das Original, komponiert von Doug Sahm und interpretiert vom Sir Douglas Quintet.

Nie gehört? Ich auch nicht, und deshalb gibt es jetzt das auf die Ohren (und nicht den bekannten Schlager, dem Herr Holm angeblich den Spitznamen Mr. Mendocino verdankt).

Media Monday # 499 : Kryptische Ansagen …

… scheinen sich hier einzuschleichen, aber manchmal möchte ich nicht deutlicher werden, auch wenn der ein oder andere Text der Leserschaft Rätsel aufgeben wird. Vielleicht sind die Escape-Room-Spiele daran schuld, die ich seit neuestem für mich entdeckt habe und voller Rätsel stecken. Abwarten, Tee trinken und chillen… schließlich steht schon die 500. Ausgabe des Media Monday vor der Tür, da bin ich noch am Überlegen, welche Weisheiten ich zu diesem Jubiläum absondere. Nun aber husch-husch hinein ins Vergnügen.

Media Monday # 499

1. Der letzte Film, der meine Erwartungen gänzlich enttäuscht hat, fällt mir rein zufällig gar nicht ein, aber bei 131 Filmen im letzten Jahr ist das auch kein Wunder.

2. Alle meinen ja, so viel Zeit – und auch Langeweile – zu haben. Bei mir scheinen die Tage zu kurz zu sein, um alles zu schaffen, was ich gerne noch alles getan hätte.

3. Die Art und Weise, wie Kinofilme entweder ein ums andere Mal verschoben oder alternativ an Streamingdienste verkauft werden, lässt mich an deren endgültige Veröffentlichungstermine nicht so recht glauben.

4. Im Moment ist schon eine komische Zeit, um meiner Fitness auf die Sprünge zu helfen, weil ich nicht der Typ fürs Joggen bin, sondern eher fürs Schwimmen und Radfahren. Ich sehne mir länger hell bleibende Abende herbei, an denen ich radeln kann, ohne Angst haben zu müssen, übern Haufen gefahren zu werden.

5. Wäre ja mal klasse, wenn man bei manchen Aufregern einfach nur cool bleiben und abwarten könnte. Was ich mir bei dieser Antwort gedacht haben könnte, überlasse ich dagegen eurer Fantasie.

6. Im Grunde bitter, wenn man bedenkt, dass es Themen gibt, die mich beschäftigen, aber zu denen ich mich bisher nicht näher äußern wollte. Das Problem an diesem Dilemma: Wo endet die Meinungsäußerung, und wo beginnt der Shitstorm? Doch es gibt vermutlich auch für diesen Zwiespalt eine Lösung, wenn auch nur in kleinen Schritten.

7. Zuletzt habe ich unter Wahrung eines ausreichenden Abstands am Tisch ein Escape-Room-Spiel mit Karten ausprobiert, und das war an manchen Stellen echt schwierig, weil die Beschriftungen und Abbildungen auf den Karten so klein waren, dass ich eine Lupe gebraucht hätte, um wesentliche Details zu erkennen. So sind am Ende haufenweise Strafpunkte von Zusatzminuten dabei herausgekommen, und nun steht fest: Um in ein Casino einzubrechen, den Milliarden-Euro-Chip zu entwenden und erfolgreich zu flüchten, gehört nicht zu meinen Stärken – und laut Spielergebnis befinden wir uns nun auf der Flucht und sind keine Meisterinnen unseres Fachs.

ABC -Etüden – Woche 3 & 4 – Etüde 2 : Hausarrest

Die Wortspende zu Christianes ABC-Etüden stammt diesmal von mir und setzt sich zusammen aus Lautsprecher, orange und erschüttern. Die eigentliche Geschichte, in die ich diese Wörter einbauen wollte, muss noch etwas warten – daraus folgt, dass es bei nur einer Etüde in diesen beiden Wochen nicht bleiben wird, denn dazu sind es dann doch zu viele Ideen, von denen ich keine Ahnung habe, wo sie auf einmal hergekommen sind.

Kommen wir nun zu einer Begebenheit, die sich in unserem Haushalt vor einigen Jahren tatsächlich so zugetragen hat – 258 Wörter sollten genügen, um das Absurde daran zu verdeutlichen.

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Hausarrest

Du kommst hier nicht rein. Fassungslos stand die nette Dame des Pflegedienstes, die uns allmorgendlich besuchte, vor unserem Haus und bekam die Tür nicht auf, weil über Nacht die Schließanlage kaputtgegangen war. Obwohl es mir nicht gefiel, zu Hause zu bleiben und einen Handwerker zu organisieren, versuchte ich, mich davon nicht erschüttern zu lassen.

Zu meinem Glück hatte nicht nur mein Chef Verständnis für meine Misere, sondern ich fand auch noch einen Betrieb, der mich nicht auf später vertröstete, sondern mir noch gegen Mittag jemanden vorbeischicken würde. Nach dieser guten Nachricht ließ ich mir erste einmal einen extrastarken Kaffee aus meiner orangen Lieblingstasse schmecken und beschloss, mir die Wartezeit mit einer DVD zu versüßen. In dieser Hinsicht brauchte sich unsere Stadtbücherei nicht hinter diversen Streamingdiensten zu verstecken, denn ihr Film- und Serienangebot konnte sich durchaus sehen lassen.

„The animals, the animals…“

Mittlerweile konnte ich die aus dem Lautsprecher dudelnde Erkennungsmelodie von „Orange is the new black“ auswendig, doch es brauchte noch drei weitere Folgen dieser Staffel, bis ich das Groteske meiner Lage erkannte: gefangen im eigenen Haus, über die Mattscheibe flimmert eine Serie über ein amerikanisches Frauengefängnis, und dazu schwarzer Kaffee aus einer orangen Tasse… war noch mehr Ironie möglich? Oder sollte das dicke Ende erst noch kommen?

Langer Rede kurzer Sinn: Der nette Herr mit dem Werkzeugkasten musste noch zweimal vorbeikommen, aber alles in allem kam uns dieser Besuch weniger teuer zu stehen als eine komplett neue Tür, und nun sind wir besser gesichert als Fort Knox, auch wenn es bei mir nichts zu holen gibt.

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Inzwischen ist „Orange is the new black“ bei mir Geschichte, und auch besagte Tasse gibt es nicht mehr. Was es aber noch gibt: eine oder zwei weitere Etüden, wenn es mit der Inspiration so weiterläuft.

ABC -Etüden – Woche 3 & 4 – Etüde 1 : nicht ganz korrektes Haiku (aus aktuellem Anlass)

Als mich Christiane fragte, ob ich mich als Wortspenderin an den ABC-Etüden beteiligen möchte, hatte ich nicht nur eine ganz andere Geschichte im Kopf, sondern auch nicht damit gerechnet, so bald an der Reihe zu sein mit meinen Wörtern

Lautsprecher — orange — erschüttern

die mich aus aktuellem Anlass zu einer Textform inspiriert haben, die ich nur selten verwende: ein Gedicht, in diesem Fall ein Haiku. Traditionell besteht diese japanische Lyrikform aus drei Zeilen und insgesamt 17 Silben, nach einem bestimmten Schema.

Ausufernde Beschreibungen haben da keinen Platz, also musste ich abstrahieren; nicht ganz korrekt mag so manch eine/r den Inhalt finden – tatsächlich habe ich in erster Linie dabei an die Aufteilung der Silben (5-6-6 anstatt 7-5-7) gedacht.

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nicht ganz korrektes Haiku

Schreihals in orange

hetzt auf per Lautsprecher.

Die Welt wird erschüttert.

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Mit dieser Momentaufnahme eines Ereignisses, das mich neulich fassungslos vor dem Fernseher zurückgelassen hat, konnte ich meinen bisherigen Rekord in Bezug auf die Kürze diesmal sogar noch unterbieten, und bei elf Wörtern muss ich auch keines der gespendeten Wörter extra hervorheben.

# Writing Friday 2021 – Januar, 3. Woche : Nur die Sonne war Zeuge

Winterliche Themen beim #Writing Friday von elizzy – wie bei Aufgabe drei:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt.

Des einen Freud‘ ist des anderen Leid (oder war es umgekehrt?) – oder anders gefragt: Wann wird’s mal wieder endlich Winter? Ich fürchte, für den Helden meiner Geschichte stehen die Chancen äußerst schlecht…

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Nur die Sonne war Zeuge

Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass es nicht dabei bleiben würde, denn der Wetterbericht hatte steigende Temperaturen angekündigt. Schon als der erste der vielen Spaziergänger, die an meinem Hügel vorbeikamen, darüber jammerte, dass das mit dem richtigen Winter wohl auch dieses Jahr wieder ein Witz bleiben würde, schwante mir übles. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die zwanzig Zentimeter Neuschnee schon alles gewesen sein sollten.

Statt einheitlichem Grau hoch über meinem Tal und starken Windböen huschen nun leider weiße Wattewölkchen am zunehmend blauer werdenden Himmel den Bergen entgegen, und ein laues Lüftchen umweht meine Nase. Die Anzahl der Menschen, die diesen sonnigen Neujahrsmorgen nutzen, um sich die Beine nach dem unfreiwilligen Drinnenbleiben in der klaren, frischen Luft zu vertreten, steigt mit jeder Stunde, die dieser Morgen voranschreitet. Schön, dass sie sich über den fehlenden Gestank von Schwefel und abgebrannten Böllern freuen, zumal es in der Silvesternacht so herrlich ruhig war, aber leider macht Sonne sie nicht nur albern, sondern heizt mir gefährlich ein und läßt mich sprichwörtlich zerfließen.

Nicht mehr lange, und es wird nur noch eine Pfütze daran erinnern, dass hier für kurze Zeit ein kleiner Schneemann gestanden hat: erbaut am Silvestermorgen, standhaft geblieben bis zum nächsten Tag und dann für immer leise und schmerzlos dahingegangen, mit der Sonne als einzigem Zeugen. Und niemand wird sich daran erinnern.

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Die Schreibthemen im Januar sind:

1) Anders als sonst, möchte ich dieses Jahr keine Vorsätze von euch sondern “Nicht Vorsätze“! – Also was möchtet ihr dieses Jahr nicht (mehr) tun oder erleben? Welche Vorsätze legt ihr auf Eis? Oder auch; welche schlechten Gewohnheiten streicht ihr aus eurem Leben? +++ 2) Vorfreude: Auf welche neuen Bücher freut ihr euch dieses Jahr besonders? Stellt eure Highlights vor. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Bitterkalt fing dieser Tag an und ich hatte die Befürchtung, dass…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lass folgende Wörter mit einfliessen: Schnee, herrlich, kristallklar, aufgeregt, Wollmütze +++ 5) Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Und hier sind die Regeln dazu:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die 5 Besten am Donnerstag : Meine Top Five – Filme aus 2020 – chronologisch *) sortiert

Manchmal ist es doch gut, monatliche Rückblicke zu schreiben – denn jetzt sucht Gina bei den Besten am Donnerstag nach den fünf Filmen, die uns im letzten Jahr am besten gefallen haben. Klar, dass das auch ältere Filme sein können, denn Corona hat mir als Gurke des Jahres den Kinospaß komplett verhagelt, und mein Ergebnis bezieht sich daher auf meinen DVD-Konsum.

Aus 131 Filmen fünf auszuwählen, klingt auf Anhieb schwierig. Aber nicht, wenn man so clever war, die beeindruckendsten im jeweiligen Monat entsprechend zu kennzeichnen. *) In der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe, kommen hier …

Jojo Rabbit

Der Februar bescherte mir ein ganz besonders Filmerlebnis. Ein wunderschönes Kino, das ich noch nicht kannte, und dann ergatterte ich ausgerechnet noch das letzte Ticket für eine proppenvolle Vorstellung – kein Wunder, denn die Geschichte des zehnjährigen Hitlerjungen Jojo Betzler, der den Führer zum imaginären Freund hat und der eines Tages entdeckt, dass seine Mutter (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen versteckt, fand ich schon im Trailer herzerwärmend und absurd zugleich. Ein Gefühl, dem auch viele andere folgten und an diesem Abend nicht enttäuscht worden sind.

The Breakfast Club

Der Klassiker aus den Achtziger Jahren über fünf Schüler, die samstags nachsitzen müssen und im Verlauf der Strafaktion erkennen, dass sie alle gegen Vorurteile kämpfen und mit persönlichem Druck klarkommen müssen. Ein Film, den ich immer wieder gerne sehe, weil auch die Besetzung für mich Top war: Ally Sheedy als die Seltsame (irgendwo zwischen Goth und Emo), Judd Nelson als der Rebell, Molly Ringwald als die „Prinzessin“ … allerdings bezweifle ich, dass die an diesem Tag gewonnene Erkenntnis den Härtetest im nahenden Alltag besteht.

Alles steht kopf

Diese Reise ins Gehirn einer 12jährigen hat es in sich. In der Kommandozentrale bricht das Chaos aus, als durch ein Missgeschick Kummer und Freude in den Tiefen des Unterbewusstseins verschwinden und die Kollegen Ekel, Angst und Wut nun auf sich allein gestellt sind. Für die Verschollenen gerät der Rückweg zum Wettlauf gegen die Zeit – für mich einer der besten Animationsfilme, das auf DVD noch durch nette Extras ergänzt wird. Zum Brüllen fand ich auch die kleinen Sequenzen im Abspann, die zeigen, was im Hirn von Hund und Katz vor sich geht.

The Artist

Die Filmindustrie im Umbruch: Der Stummfilm wird vom Tonfilm abgelöst und bedeutet für so manche Stars der Zwanziger Jahre das Aus. So auch für den alternden Star George Dujardin, der einen Misserfolg nach dem anderen erlebt, und als er ganz unten ist, hat die zum Superstar aufgestiegene Komparsin Peppy, die in ihn verliebt ist, die zündende Idee. Der Film ist erst ein paar Jahre als, aber wirkt wie ein Stummfilm aus den „Goldenen Zwanzigern“. Für mich einer der besten dieses seltsamen Jahres.

Die Taschendiebin

Was mich an diesem spannenden Werk fasziniert hat, war nicht nur die Kulisse im Südostasien der 30er Jahre, sondern die Wendungen, die mich mit offenem Mund vorm Fernseher zurückließen.

Falls hier jemand „Parasite“ oder „Midsommar“ vermisst hat, so sind diese genauso knapp an den Top Five vorbeigeschrammt wie „Midnight in Paris“ und „The Peanut Butter Falcon“, und zwar aus verschiedenen Gründen. Hier hätte es eine Top Ten gebraucht