# Writing Friday 2021 – April, 16. Woche : Die Drohne

In letzter Zeit habe ich ein wenig den #Writing Friday von elizzy vernachlässigt, weil ich nicht wusste, wo mir der Kopf stand. Doch in diesem Monat hoffe ich auf neue Inspiration, indem ich mal wieder zwei Aufgaben miteinander kombiniere.

3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: kaputt, Freizeit, Honigbrot, kunterbunt, wütend

Gut Ding will Weile haben – in diesem Fall habe ich fast drei Wochen gebraucht.

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Die Drohne

„Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie … rkrrrsdkdkrrrrrr!“

Der Rest von Pascals Gemaule ging in dem Heulen und Knattern in fünf Metern Höhe unter, während der Achtjährige wütend mit dem Fuß aufstampfte. Seufzend nahm Andy seinem kleinen Bruder die Steuerung für die Drohne aus der Hand, bevor noch ein Unglück geschah. So unkontrolliert, wie sie zischend und fauchend über ihren Köpfen durch die Luft taumelte, war es nur eine Frage der Zeit, bis das schweineteure Teil abstürzte. Mit der Jagd auf Aliens, bei der Andy den wagemutigen Captain des Raumschiffs Pegasus unterstützen sollte, war es für heute vorbei, denn „der Captain“ war außer sich und konnte sich gar nicht mehr einkriegen.

Babysitten in seiner Freizeit, die er weiß Gott hätte spannender verbringen können, war so viel einfacher gewesen, als Pascal in seiner Malbuchphase noch eine kunterbunte Kritzelei nach der anderen produziert hatte. Warum konnte der Knirps nicht Fußball spielen wie die anderen Nachbarskinder auch? Statt dessen hatte er jetzt diesen Weltraumfimmel, doch um ihm dabei zu helfen, hatte Andy die Drohne nicht angeschafft. Aber so oder so war sie nun hinüber und für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr zu gebrauchen. Was für ein riesengroßer Mist. Dabei war beim Ausprobieren im Laden noch alles in Ordnung gewesen.

„Ultraleise, leicht zu handhaben und kombinierbar mit einer hochauflösenden Kamera“, so hatte der Verkäufer die Vorzüge dieses Wunderwerks allerneuester Technik angepriesen, und im Geiste hatte sich Andy schon die Hände gerieben. Mochte der Preis für es auch noch so hoch sein, für seine Zwecke war es perfekt. Und nun war dieses blöde Ding kaputt? Das durfte doch alles nicht wahr sein. Was für eine Blamage! Irgendwie zog er dieses Jahr das Unglück förmlich an, fast so wie ein Marmeladen- oder Honigbrot, wenn es einem aus der Hand fiel und dann mit der klebrigen Seite auf dem Fußboden landete.

Eigentlich hatte seine Pechsträhne erst mit diesem unseligen Wochenende am See angefangen, als er so kurz davor gewesen war, endlich Lucy näherzukommen, ihn aber dann der Mut verlassen hatte. Kommt Zeit, kommt Rat?

Nicht, wenn lästige Konkurrenz in Gestalt eines Möchtegern-Easy-Riders auf seiner Suzuki auftaucht.

Und auch nicht, wenn wegen eines einzigen Idioten Hunderte von Leuten am Ort des Geschehens einfallen und die Polizei ausrücken muss, um die aus dem Ruder gelaufene Party zu sprengen.

Und erst recht nicht, wenn das dazu führt, dass er sich den Kontakt zu seinem bisher besten Kumpel erst einmal abschminken darf.

Und nun ging statt ihm dieser Motorradfuzzi bei den Röders ein und aus. Genau wie Tom traute Andy ihm nicht über den Weg, und wenn er nur an ihn dachte, dann stieg ihm die Galle.

Auf die Idee mit der Drohne war er erst durch einen Zeitungsbericht über angepöbelte Rettungskräfte gekommen: Gestochen scharfe Bilder, geschossen von einer Kamera an einer Drohne, hatten eindrucksvoll die Zustände am Einsatzort dokumentiert und in Andy einen Plan reifen lassen. Eigentlich hatte er vorgehabt, seinen Rivalen so lange zu beobachten, bis er ihn bei einem Fehltritt erwischte und er Andy mit den Beweisfotos versorgen konnte. Doch daraus würde nun ja wohl nichts werden.

Kommt Zeit, kommt Rat? Vielleicht war an dem Sprichwort ja doch etwas dran.

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Ob er die geheime Observation noch fortsetzen kann oder seine Karriere als Nachwuchs-James-Bond mit diesem Absturz ein jähes Ende gefunden hat, bleibt ungewiss. Diese Momentaufnahme ist Teil eines längerwährenden Projekts mit dem Titel „Nach dem Regen“:

Die Schreibthemen im April sind: 1) Das etwas andere Spielbrett – Du landest als kleine Spielfigur auf dem Spielbrett deiner Wahl (Monopoly, Mensch ärgere dich nicht etc.) erzähle uns von diesem Abenteuer. +++ 2) Juno und ihre Familie sind in eine neue Stadt gezogen – sie muss heute das erste Mal in den Kindergarten. Berichte von diesem besonderen Tag. +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Dieses Ufo lässt sich nicht so leicht steuern wie…” beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: kaputt, Freizeit, Honigbrot, kunterbunt, wütend +++ 5) Wenn du jetzt sofort auswandern könntest, wohin würde es dich ziehen? Wie würde dein Leben dort aussehen? Wärst du glücklicher?

Und hier sind die Regeln dazu: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

3 Kommentare zu “# Writing Friday 2021 – April, 16. Woche : Die Drohne

  1. Pingback: ABC -Etüden – Woche 16 & 17 : Etüde 3 – Die Reklamation, Teil 2 | Blaupause7

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