Cinema-Scope 2021 im April : Aus jedem Dorf ein Köter

So skurril wie die auf der DVD-Fassung von „Fight Club“ entdeckte Warnung Tyler Durdens ist die Zusammenstellung von Filmen für den April.

Nicht jede Warnung sollte man ernst oder gar wörtlich nehmen.

Das Raten, welcher „Leftover“ aus dem letzten Jahr im April eine neue Chance bekommen hat, ist vertagt – neun übriggebliebenen Filmen und der zweiten Staffel der Serie „Big Little Lies“ habe ich nichts gesehen. Dafür aber wieder jede Menge Leihgaben, wenn auch nicht ganz so viele wie früher. Schreiben und Puzzeln hat mich mehr fasziniert.

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Die Freibadclique + The Lobster + This is us (Staffel 1) + Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor + Wächter des Tages – Dnevoi Dozor + Nashville (Staffel 5) + Chernobyl

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Die Freibadclique (2017): Bisher konnten sie ihrem Schicksal, von der Wehrmacht eingezogen zu werden, erfolgreich entgehen und die Sommernachmittage im Freibad vertrödeln, doch dann wird auf den „Führer“ ein Attentat verübt, und mit der „Freiwilligkeit“ ist es vorbei – ab an die Westfront. Und als sich die Überlebenden nach dem Krieg wiedersehen, erkennen sie nicht nur einander kaum wieder, sondern finden sich auf unterschiedlichen Seiten wieder.

The Lobster (2015): Stell Dir vor, Du bist plötzlich wieder Single und hast nur 45 Tage Zeit einen Partner zu finden, der auch noch genau wie Du gestrickt sein muss, andernfalls verwandelt man sich in ein Tier Deiner Wahl. Reizende Aussichten, wenn sich in dieser Dystopie mit Colin Farrell, Rachel Weisz, Olivia Colman und anderen Stars herausstellt, dass man auch als Einzelgänger in der Wildnis leben kann – dieses Leben dort aber auch besonderen Regeln unterworfen ist. Was sich beim Vorabdurchlesen bei Wikipedia ziemlich kurios und verwirrend anhörte, entpuppte sich im Nachhinein als gar nicht so übel. Von dem Regisseur, der auch „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ grandios auf die Leinwand gebracht hat.

This is us – Das ist Leben (Staffel 1): Ein filmisches Puzzle über eine besondere Patchworkfamilie – von dem ich bisher nur die zweite Staffel kannte. Jetzt habe ich die erste entdeckt und verstehe endlich die Zusammenhänge (wer mit wem und warum) – Drillinge sollten es werden, doch dann stirbt das Jüngste bei der Geburt. Rein zufällig wurde am selben Tag ein Baby vor einer Feuerwache abgelegt, und so adoptieren Jack und Rebecca den Kleinen, den sie Randall nennen, nach dem Dichter Dudley Randall. Diese Staffel kannte ich noch nicht, denn zum ersten Mal bin ich mit dieser herausragenden Familienserie auf dem Sender sixx, irgendwo in der Mitte der zweiten Staffel.

Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor (2004): Vampire mal anders… in dieser russischen Action/Fantasy-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sergei Lukjanenko geht es um den ewigen Kampf zwischen Licht und Finsternis und den Versuch der sogenannten Wächter, das Gleichgewicht zu wahren sowie für Menschen die Wahl, sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden – rasant geschnitten, ist der Film für mich visuell und akustisch ein Highlight. Die Idee, dass man Vampire nur anhand ihres Spiegelbilds in einem ansonsten scheinbar leeren Raum wahrnehmen kann, war für mich eine erfrischende Abwechslung.

Wächter des Tages – Dnevoi Dozor (2006): Der Nachfolger zu „Wächter der Nacht“. Klar, wenn wir schon vom Gleichgewicht reden, dann sollte auch die andere Seite beleuchtet werden. Denn während die Wächter der Nacht dem Licht bzw. der hellen Seite angehören, stehen die Wächter des Tages für die Finsternis bzw. Nacht. Macht Sinn. Leider hatte der 140 Minuten dauernde Film stellenweise ziemliche Längen, doch der grandiose Showdown im nächtlichen Moskau war das Ausharren wert.

Nashville (Staffel 5): Im Gegensatz zur letzten Staffel gab es hier diesmal keinen fiesen Cliffhanger, dafür aber mal wieder jede Menge Konflikte, deren Auflösung sich schwieriger als gedacht gestaltete.

Chernobyl: Nicht unerwähnt lassen wollte ich die preisgekrönte HBO-Miniserie, die viele bereits per Streaming gesehen haben, ich aber erst jetzt auf Pro7 – passend zum 35. Jahrestag des Reaktordesasters in Tschernobyl (26. April 1986). Zugunsten jener drei Abende auf dem Fernsehsender habe ich auf noch mehr DVD-Leihgaben verzichtet und habe es nicht bereut.

2 Kommentare zu “Cinema-Scope 2021 im April : Aus jedem Dorf ein Köter

  1. Kann mich erinnern, „Die Freibadclique“ damals im Fernsehen gesehen zu haben und wie ich mich geärgert habe, dass die Abmischung damals sehr schlecht war und man zwar die laute Musik nicht aber die leiseren Stimmen gehört hat. Hoffentlich war das auf der DVD besser austariert.

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