ABC -Etüden – Woche 20 & 21 : Etüde 2 – A star is born

Die von Bernd und seinem Blog redskiesoverparadise gespendeten Wörter für Christianes ABC-Etüden lauten: Baracke – lau – widerfahren.

Kakteen gedeihen in der Wüste – und manchmal macht Sonne albern.

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A star is born

Wenn einem so viel Gutes widerfährt… Blendend gelaunt kochte Cole in der Baracke neben dem Hangar Kaffee. Noch war es ein lauer Morgen, doch bald schon würden die Temperaturen ins Unterträgliche steigen. Was war er doch für ein Glückspilz! Endlich machte sich sein Job in der Einöde bezahlt.

Für die üblichen Frachtmaschinen war hier Sperrgebiet, denn heute drehte sich alles um eine historische Douglas DC-3, organisiert von einem Filmteam. Die Stars waren Cole egal, doch dieser Extrajob wurde gut bezahlt. Dafür lohnte sich die Plackerei, und dank der vielen Extrascheinchen konnte er woanders neu anfangen, bevor er in diesem Wüstenkaff versauerte.

Zufrieden begutachtete er den Drehort: Die in der Sonne glänzenden Harleys standen ordentlich aufgereiht am Rand des Rollfelds – nun mussten nur noch die Stars eintrudeln. Wegen der Hitze war der Käse hoffentlich schnell gegessen.

Wie sehr er sich doch irren sollte.

Der Maschine entstieg das schönste Wesen, das er je gesehen hatte. Ihre langen Haare wehten im Wind, und sie zwinkerte ihm schelmisch zu. Cole verschluckte sich beinahe an seinem Bier und rutschte mit über sein glühendes Gesicht gezogenem Cowboyhut noch tiefer in den durchgesessenen Campingstuhl. Seine Verlegenheit bekam glücklicherweise niemand mit. Ihm war, als ob sich die benzingetränkte Luft jeden Moment entzünden konnte. Nur ein winziger Funke würde genügen.

Am besten hielt er sich im Hintergrund und so weit wie möglich von der heißen Sängerin fern. Der lag die von den Kameras eingefangene Menge zu Füßen. Faszinierend, wie lammfromm die sonst so gefährlich aussehenden Biker auf einmal waren. Er konnte nicht anders – er musste sich die Show aus der Nähe ansehen, und in der nächsten Drehpause mischte er sich unters Volk.

Damit, dass die brünette Schönheit sich jedoch ausgerechnet ihn herausgreifen und ihn vor laufender Kamera aufs heftigste anflirten würde, hatte er jedoch nicht gerechnet.

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299 Wörter für diese aufgeheizte Momentaufnahme – da brennt nicht nur die Luft. Sondern auch so manche Sicherung einfach durch. Dumm nur für den jungen Mann, dass er für seinen unfreiwilligen Anteil an diesem Video nicht gesondert entlohnt worden ist.

PS: Der Fairness halber muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass der letzte Satz über diesem Update meiner Fantasie entsprungen ist, im Gegensatz zu dem Video, das für meine Etüde Pate gestanden hat und das Werner Kastens netterweise in den Kommentaren zu dieser Etüde verlinkt hat.

The Corrs „Breathless“ – gefunden auf youtube: https://youtu.be/vzerbXFwGCE?t=0

ABC -Etüden – Woche 20 & 21 : Etüde 1 – Bella Italia

Die von Bernd und seinem Blog redskiesoverparadise gespendeten Wörter für Christianes ABC-Etüden lauten: Baracke – lau – widerfahren.

Was sich daraus wohl zaubern lässt?

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Bella Italia

„Was, in dieser Baracke sollen wir wohnen?“

Papa war fassungslos. Was hatte Erwin da denn bloß für eine Unterkunft an Land gezogen? So ein Pech konnte auch nur uns widerfahren: Die ganze Nacht waren wir durchefahren, hatten uns auf serpentinenreichen Landstraßen durch die Schweiz gequält, um die Maut zu sparen, und nun standen wir an einem lauen Sommerabend vor einem verwahrlosten Palazzo Prozzo auf einer Bergkuppe hoch über der italienischen Riviera. Den Urlaub mit Putzen zu beginnen, nach über fünfzehn Stunden Fahrt, kam für ihn einem Alptraum gleich, und Mama wollte gleich wieder fahren.

Bella Italia: Das Wetter war schön, aber die Laune im Keller. Kein Wunder, wenn man fünfzehn Anrufe brauchte, bis man endlich den Vermieter erreichte. Der konnte unser Problem gar nicht verstehen. Das feudale Anwesen war doch imposant und bot eine fantastische Aussicht, bei klarer Sicht sogar fast bis nach San Remo.

Was interessierte mich San Remo?! Alles was ich wollte, war ein Bett: Ich hätte auch das staubige unter der Treppe mit der muffigen Bettwäsche genommen, dass wir für den Weg zum Strand jedesmal das Auto gebraucht hätten, war mir in diesem Augenblick gleich. Genauso wie die meterhohe Glasfront, die wohl seit Jahren keinen Putzlappen mehr gesehen hatte. Onkel Karl und Tante Waltraud waren genauso angefressen wie Erwin, Liselotte und unseren Eltern – und meiner Schwester war es egal. Mit sieben zu eins war ich also überstimmt und musste mich wieder in unseren alten Opel setzen, mit dem es schließlich in unsere neue Unterkunft für den Rest der Ferien ging, aufgetrieben in letzter Minute, und unsere einzige Lösung mitten in der Hauptsaison: einen Bungalow für fünf Personen, zu Fuß nur eine halbe Stunde vom Strand entfernt – und mit netten, kontaktfreudigen Nachbarn.

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287 Wörter für eine Erinnerung an meinen ersten Italienurlaub während der Fußball-WM.

Projekt ABC – J wie Judaspfennig

Ich habe einen Neophyten im Garten. Eine eingewanderte Pflanze, die sich laut wikipedia im Status „auf dem Weg zur Einbürgerung“ befindet. Anscheinend habe ich dieses vermehrungsfreudige Zierpflänzchen schon länger in dem Teil des Gartens, den ich meistens erst beim Rasenmähen aufsuche.

Vielleicht sollte ich öfters Rasenmähen – dann würde ich bestimmt noch mehr entdecken.

So aber bleibt es vorerst bei dem Judaspfennig (auch einjähriges Silberblatt – Lunaria annua – genannt), das heute den Platz des Buchstabens J im fotografischen ABC von wortman einnimmt.

Bei dieser Aktion symbolisiert alle 14 Tage ein Foto den entsprechenden Buchstaben des Alphabets, ohne die Umlage Ä, Ö und Ü.