ABC -Etüden – Woche 23 & 24 : Etüde 1 – Im Mondenschein

Kaum zu glauben, dass das Jahr so weit vorangeschritten ist und bald die Etüdensommerpause naht – gerade noch rechtzeitig vor meinem Sommerurlaub erscheint nun die aktuelle reguläre Etüde auf Christianes Blog mit den von nellindreams gespendeten Worten Picknickdecke, verwegen und recherchieren.

Ich bin schon sehr gespannt, welche Arten von Picknick bei dieser Ausgabe zusammenkommen – meines ist nicht ganz von dieser Welt.

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Im Mondenschein

Er hatte lange recherchiert und die Hausordnung gründlich studiert. Gefunden hatte er nichts, was seinem kühnen Plan zuwiderlief. Zwölf Wochen Reha, ohne seiner Liebsten nahe sein zu können… dem Schicksal, das ihm so grausam mitzuspielen versucht hatte, musste man doch ein Schnippchen schlagen können.

Geradezu verwegen waren sie sich bei der Idee vorgekommen, die Liebste heimlich nachts in sein Klinikzimmer heimlich einzuschmuggeln und über Nacht dazubehalten. Was machte es da schon, dass sein Einzelbett für zwei Personen im Grunde viel zu schmal war – der Intimität war dieser Umstand nicht abträglich, womöglich sogar für die Romantik eher förderlich, und das Hinausschleichen am nächsten Morgen würde sogar noch den Reiz des Verbotenen erhöhen, auch wenn es womöglich nicht einmal ausdrücklich verboten war.

Außer Rotwein hatte sie nichts im Picknickkorb mitgebracht.

Nun saßen sie eng aneinandergekuschelt auf der Holzbank am Waldrand anstatt auf einer kratzigen Picknickdecke und beobachteten den aufgehenden Vollmond über den Tannenwipfeln. Der Barbera entfaltete sein schweres und verführerisches Bukett, und irgendwo in der Ferne heulte leise ein Kauz. „Auf uns“, stießen sie gemeinsam mit den Kristallgläsern an und sahen einander tief in die Augen, „und dass man uns nicht erwischen möge“.

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192 Wörter habe ich für diese neue Etüde vor der Sommerpause gebraucht.

Media Monday # 519: Kurz und Knapp

Urlaub. Endlich. Trotzdem nehme ich mir noch die Zeit für den 519. Media Monday und auch dazu, dem lieben Wulf zu seiner Verlobung zu gratulieren und ihm die Daumen zu drücken, dass er das Aufgeben des Rauchens noch lange durchhält – wer sich fragt, was das Bild über diesem Beitrag soll, kann sich unter Punkt 7) informieren:

Media Monday # 519

1. Allgegenwärtige Klischees in Liebesfilmen könnte ich ja mal als Inspirationsquelle für ein neues „Bullshit Bingo“ heranziehen. Wobei ich nichts gegen Liebesfilme haben – das beste Beispiel war für mich im Mai der Film „Three Summers“, wo sich die anfängliche Abneigung der beiden Hauptcharaktere über drei Jahre hinweg tatsächlich in Liebe wandelt.

2. Gewisse Freiheiten, was die Interpretation von Büchern betrifft, toleriere ich, wenn am Ende dabei ein stimmiger Film dabei herauskommt, für den sich die Verantwortlichen nicht gegenüber dem Verfasser der literarischen Vorlage in Grund und Boden schämen müssen.

3. Es hat ja mit der Realität nicht viel zu tun, wenn ich das Thema „Corona“ in meinen eigenen Kurzgeschichten komplett außen vor lasse. Darum habe ich den Fortsetzungsroman „Nach dem Regen“ zur coronafreien Zone ausgerufen.

4. Ich kann es wirklich langsam nicht mehr sehen, wenn man mir kitschige WhatsApp-Nachrichten schickt. Ich weiß, die bunten Bildchen und Filmchen sind lieb gemeint. Aber trotzdem!

5. Eine der Serien, die bereits nach einer Staffel wieder abgesetzt wurden, ist „The Living and the Dead“ mit Colin Morgan in der Hauptrolle. Dabei hatte die Mysteryserie mit unheimlichen Botschaften aus der Zukunft durchaus großes Potential, und ich hätte mir von einer zweiten Staffel eine Auflösung des etwas konfusen Endes der ersten Staffel gewünscht. Leider ist nichts draus geworden..

6. Die Wiedervereinigung meiner 2012 aufgelösten Lieblingsband wäre eine gangbare Option, wenn ausnahmslos alle von ihnen noch in der Lage wären zu spielen; aber mit einem verstorbenen Sänger, der auch noch die meisten Texte geschrieben hat und einem Gitarristen, der bei einem Bootsunfall einen Finger verloren hat und die Riffs nicht mehr greifen kann, ist das wohl ein unerfüllbarer Traum.

7. Zuletzt habe ich endlich eins meiner vielen Vorhaben in die Tat umgesetzt, und das war das Zusammenfassen von zwanzig meiner beim #writing friday und den ABC-Etüden entstandenen Kurzgeschichten, die bisher nur bunt verstreut auf meinem Blog zu finden waren, weil ich a) die Geschichte gerne weiterspinnen möchte und b) ich die einzelnen Kapitel endlich unter einem Hut hätte. Und damit das Kind einen griffigen Namen bekommt, habe ich es „Verschlungene Pfade“ genannt.