Momentaufnahmen #14 : auch mal wieder

Jetzt, nachdem der größte Stress hinter mir liegt, möchte ich mich wieder mehr den Momentaufnahmen widmen, die es alle 14 Tage bei aequitasetveritas gibt – während es für andere bereits die vierzehnte dieser Art ist, formuliere ich meine insgesamt dritte.

Heute gilt es, der Frage „Wenn du irgendwo auf dieser Welt leben könntest – eine Zeit lang oder auch für immer –, wo wäre das?“ nachzuspüren. Good-bye Deutschland? Vermutlich eher nicht, denn dazu ist mir meine stille Zuflucht: inzwischen viel zu sehr ans Herz gewachsen. Ein umzäuntes Grundstück (am Rande eines Naturschutzgebiets), auf der sich eine Hütte befindet.

Bei ihr handelt sich um ein sogenanntes „mobile home“ aus den 50er oder 60er Jahren, das der Vorbesitzer komplett mit Holz verkleidet und mit einem Dach inclusive Dachpappe versehen hat. Von uns wurde es nach dem Erwerb nicht nur von innen gedämmt und mit Elektrik und neuen Fußböden ausgestattet – nein, weil wir schon mal dabei waren, wurde der Innenraum neu aufgeteilt und um einen Anbau erweitert, in dem sich unsere Küche befindet.

Der Blick aus dem Fenster auf meine Rosen ist unbezahlbar.
Oh, wie schön ist es im Taunus – hier kann ich schalten und walten, wie ich will (aber: das hier ist nicht mein Grundstück).
Auch im Winter ist es hier ein Traum.
Am Rande eines Naturschutzgebiets

Dank der brillianten Idee, das von mir gepachtete Idyll gleich ganz zu kaufen, konnte ich meine letzten Urlaube in Zeiten von Corona dort ganz entspannt genießen. Was Strom angeht, bin ich autark, und das Wasser hole ich mir in Kanistern von einer Zapfstelle. Bis auf das klitzekleine Problem mit dem Internet könnte ich mir vorstellen, hier sogar eine Weile leben zu können.

Doch nicht nur meine Urlaube, sondern auch die Wochenenden verbringe ich hier ausgesprochen gerne – mein absoluter Traum: Freitagabends nach der Arbeit aufbrechen, im Ort ein leckeres Abendessen genießen und dann den Alltag bis Sonntagabend ausblenden.

Fragte man mich dagegen, wohin ich gerne auswandern würde, wenn mich hier nichts mehr hält, so müsste ich eine Weile überlegen – denn vor dem BREXIT hätte ich noch „Schottland“ gerufen, ohne mit der Wimper zu zucken. Seit 2019 tendiere ich jedoch eher zu Kanada – zumal nun keines der beiden Länder zu der EU gehört und ich schon für normale Reisen einen Pass benötige.