ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 3: Das Resümee

In den Kommentaren zu meinem letzten Beitrag zu den ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) – mit den von Werner Kastens gespendeten Wörtern Prophezeiung, anständig und verkrümeln bin ich gefragt worden, ob ich eine Fortsetzung plane.

Et voilà – hier ist sie. Etüde 1 mit dem Titel „Der Ausflug“ machte den Auftakt zu einem erfundenen Reiseerlebnis – gefolgt von Etüde 2 zum Stichwort Filmriss. Nun sitzen sie und schau’n und schau’n – der Autorin ist nicht sehr zu trau‘n.

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Das Resümee

Von Burgern und Cocktails im „Paradise“ geduscht, hatte ich wie ein Schwein ausgesehen und hätte mich vor Scham am liebsten in den Erdboden verkrümelt. Stunden später saß ich im Frotteebademantel mit Bini auf dem Balkon, das Fitneßstudio gegenüber im Blick, und nippte an einer Sprite. Prozente waren für den Rest des Tages tabu – und egal, was der Spaß mich kosten würde: Heute würde ich unser Zimmer nicht mehr verlassen.

„Gut, dass Du Bekanntschaft mit dem Inhalt des Portemonnaies gemacht hast und nicht mit der Motorhaube eines Geldtransporters – nach dieser  Glückskeksprophezeiung„, meinte Bini trocken.

„Tageshoroskop bitte!“

„Glückskeks oder Zeitungsgeschreibsel… ist doch eh alles das Gleiche“, erwiderte meine Freundin. „Mich wundert nur, dass Du Dir über so einen Blödsinn Gedanken machst.“

Gedanken machen… so hätte ich mein Resümee nicht bezeichnet, aber etwas positives musste es an diesem vermurksten Tag doch geben. War ich mir doch nach dem Reinfall mit Luca sicher: Ein anständiges Date hätte anders ausgesehen. Andererseits war so ein Geldregen nicht zu verachten, vor allem weil bei diesem Malheur eine hübsche Sonderprägung in meiner Jackentasche gelandet war, ein Fund, den ich niemandem gemeldet hatte, auch meiner Freundin nicht. Die hätte mich dafür bestimmt in den Senkel gestellt. Bei Diebstahl verstand sie keinen Spaß. Spaß: das Stichwort. Anstatt mich zu bemuttern, sollte sie lieber ausgehen. Alleine zu bleiben würde mir nichts ausmachen. Schließlich brauchte ich keine Bespaßung – schon, weil die Dröhnung allein auf mein Konto ging.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, holte ich mir eine Packung Erdnüsse und lehnte mich zurück, mit freier Sicht auf das Laufband, auf dem nun ein schnuckeliger Typ trainierte, gegen den Luca einpacken konnte. Was für eine Verschwendung, seufzte ich. Wo hatte ich nur meine Augen gehabt? Aber was nicht war, konnte noch werden. Schließlich war noch nicht aller Tage Abend.

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Und auch bei diesem Teil der Geschichte sind es wieder genau 300 Wörter geworden.

9 Kommentare zu “ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 3: Das Resümee

  1. Ein knackiger Athlet, eine Münze mit Sonderprägung: hört sich verlockend an. Aber meist sind Letztere nicht so viel Wert, wie in den Annoncen vorgegaukelt wird. Also mal abwarten, ob das nicht doch zwei zusätzliche Enttäuschungen werden. Könnte mir gut vorstellen, dass der schnuckelige Typ der Sohn des Kellners ist und bei einem Treffen zufällig die ihm bekannte Münze wieder erkennt?

  2. Pingback: ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 4: Der Zonk | Blaupause7

  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 40.41.21 | Wortspende von umgeBUCHt | Irgendwas ist immer

  4. Pingback: ABC-Etüden – Woche 40 & 41 – Etüde 2: Zielsetzung für Fortgeschrittene | Blaupause7

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