ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 4: Der Zonk

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Meine Fortsetzungsgeschichte im Rahmen der ABC-Etüden (auf dem Blog von Christiane) – mit den von Werner Kastens gespendeten Wörtern Prophezeiung, anständig und verkrümeln geht in eine weitere Runde.

Nach Etüde 1 mit dem Titel „Der Ausflug“, Etüde 2 zum Stichwort Filmriss und Etüde 3 „Das Resümee“ folgt nun Etüde 4 mit dem Titel „Der Zonk“. Wer wissen möchte, was ein Zonk ist, kann sich hier (auf Wikipedia) über diesen unerfreulichen Trostpreis schlau machen.

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Der Zonk

Auf dem Zimmer bleiben? Von wegen.

Kaum war die Tüte mit den Erdnüssen leer und der knackige Sportler vom Laufband verschwunden, hatte ich auch schon den guten Vorsatz über Bord geworfen. Dazu brauchte es keine Prophezeiung – wer mich gut genug kannte, der wusste, dass mich im Urlaub nichts länger als nötig im Hotel halten würde: Der Abend war noch jung, und mit etwas Glück gab’s unten im Ristorante noch einen Platz für mich.

Gedacht – getan. Kurz darauf saß ich, strategisch günstig mit Blick auf den Eingang des Fitneßstudios, an einem Zweiertisch und genoss einen edlen Tropfen aus der Region Niagara. Diesen Punkt konnte ich nun auch von meiner Löffelliste abhaken: Fünfzig Dinge, die ich schon immer tun wollte, zu denen auch ein anständiger Urlaubsflirt gehörte. Mit meinem Partner in Crime für den vergurkten Kinonachmittag hatte ich geglaubt, den idealen Kandidaten gefunden zu haben. Leider zu früh gefreut! Da hatte ich mir vielleicht ein Herzchen angelacht. Aber mit etwas Glück würde mir die Zielperson vom Laufband über den Weg stolpern.

And the lucky winner is… Da ging die besagte Tür auf, und ich zwinkerte dem Studiobesucher zu, der prompt mein Lächeln erwiderte und sich anschickte, die Fahrbahn in meine Richtung zu überqueren. War der Tag also doch noch nicht verloren… Das hatte ich aber auch nur gedacht – wie aus dem Nichts flötete mir eine nur zu bekannte Stimme ins Ohr: „Na, wen haben wir denn da?“ Luca? Na toll. Warum konnte er sich nicht einfach verkrümeln? Aber da hatte ich leider ganz schlechte Karten. Mit einem rhetorisch gemeinten „Du hast doch nichts dagegen, oder…“ schwang er sich auf den freien Stuhl und breitete sich ungeniert aus.

Schönes Schlamassel: Innerhalb weniger Sekunden war der vermeintliche Hauptgewinn zum Zonk mutiert.

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290 Wörter für den aktuellen Teil der Geschichte, die ich wahrscheinlich mit der nächsten Etüde fortsetzen werde.

6 Kommentare zu “ABC-Etüden – Woche 38 & 39 – Etüde 4: Der Zonk

  1. Da will man endlich mal ein wenig leichtsinnig sein und schon macht das Leben einem einen Strich dadurch. Schade. Aber Kaffeesatzlesen oder Kartenlegen hätte sicher auch nicht weiter geholfen.

  2. O je. Tja, noch dazu ist Luca ja ein Mitglied der Reisegruppe … Da hat dein Protagonisten-Ich echt das Türchen mit dem Zonk erwischt. Es sei denn, dir würde noch irgendein genialer Dreh einfallen 😁👍
    Herzliche Frühabendgrüße 😁☁️🌳🍃☕🍪👍

  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 40.41.21 | Wortspende von umgeBUCHt | Irgendwas ist immer

  4. Pingback: ABC-Etüden – Woche 40 & 41 – Etüde 2: Zielsetzung für Fortgeschrittene | Blaupause7

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