Horrorctober 2021 : „Meilensteine des Horrorfilms“, Teil 3

Fünf Kandidaten für die verbleibenden beiden Wochen im Oktober – das müsste doch zu schaffen sein. Zur Auswahl sind übrig geblieben:

Tanz der toten Seelen + Dan Curtis‘ Dr. Jekyll & Mr. Hyde + Genie des Bösen (1932) + Folter (1968) + Der Hund von Baskerville

Aber ich wäre nicht für eine Überraschung gut, wenn ich nicht spontan beschlossen hätte, von diesem Schema abzuweichen und mir just for fun einen Horrorfilm im Fernsehen anzuschauen, und zwar einen, den ich noch nicht kannte, und darin wird ganz schön viel geschrien. Den Auftakt zum schaurigen Stelldichein bildet aber ein ganz anderer, mit einer erstaunlich gefassten und tatkräftigen Scream Queen.

An RKO Picture – https://i.pinimg.com/564x/0c/dc/a5/0cdca595cf6c8150ce7da5747fb88591.jpg

Und heute im Sonderangebot:

Graf Zaroff – Genie des Bösen: Schiffbruch mit Folgen. Fühlen sich die Überlebenden zunächst noch gut aufgehoben bei Graf Zaroff (Leslie Banks), der ihnen Obdach und Nahrung gibt, so müssen sie bald feststellen, dass der russische Aristokrat mit Leidenschaft für die Jagd sie nur aufgepäppelt hat, um sie anschließend mit drei Stunden Vorsprung quer über die Insel zu jagen. Überlebt hat das bisher niemand, bis ihm „das Schicksal“ den Großwildjäger Robert Rainsford (Joel McCrea) an den Strand spült. Auch er wird mit Vorsprung und mit der ebenfalls schiffbrüchigen Eve Trowbridge (Fay Wray) in den Dschungel entlassen, doch dann entpuppt sich das vermeintlich gefährlichste „Wild“ als zäher als gedacht. Hui, ein Schwarzweißfilm von RKO Pictures in erstaunlich guter Bild- und Tonqualität, mit der Scream Queen aus „King Kong“ höchstpersönlich sowie einer mal nicht heruntergeleiert wirkenden Synchronisation: Der Kurzfilm zum Vorglühen hatte nur 59 Minuten Länge, aber war dafür bis zur letzten Minute spannend.

A propos Schreien…

Scream: Wer kennt sie nicht, die Kombination aus bodenlanger schwarzer Kutte mit Kapuze und schreckenerregender weißer Maske mit grotesk verzerrten „Gesichts“zügen, in der ein psychopatischer Killer Jagd auf seine Opfer macht? Ein Jahr zuvor hat es die Mutter der Schülerin Sidney (Neve Campbell) erwischt – nun ist Sidney selbst an der Reihe. Zuvor aber müssen noch Mitschülerin Casey (Drew Barrymore) und ihr Freund Steve sowie der Schuldirektor dran glauben. Natürlich dürfen in diesem Spektaktel von 1996 keinesfalls die sensationslüsterne Klatschreporterin, der nicht ganz so helle Hilfssheriff und diverse, ebenfalls nicht so ganz intelligenten Schüler fehlen. Zu meiner Überraschung muss ich abschließend zugeben, dass mir dieser nicht im Plan stehende Film von Wes Craven gut gefallen hat – obwohl ich ihn nicht zum Fürchten, sondern eher lustig fand (von den gegen Ende gehäuften Jump Scares mal abgesehen). Und was die Maske angeht – die war anscheinend von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ inspiriert – wer’s nicht glaubt, bitte schön:

Folter: Hatten wir nicht neulich erst eine Kammer des Schreckens (nämlich die von Edgar Wallace, und nicht die von Harry Potter)? Wie auch immer, in dieser Folterkammer werden weibliche Opfer in Todesangst versetzt, denn diese Essenz ist für ein von Geologen entdecktes Wesen, bei dem es sich angeblich um kristalline Intelligenz handelt, überlebenswichtig. Doch bald schon kann sich das clevere Kerlchen selbst sein Futter suchen und muss nicht mehr warten, bis die Wissenschaftler es füttern. Schlimmer noch – dank seiner überragenden Geistesschärfe baut es sich seine eigene Energieversorgung auf und schickt sich an, zuerst die Gedanken der Menschen in nächster Nähe zu manipulieren, um anschließend die Weltherrschaft anzustreben. Klingt absurd und nach einer Mischung aus James Bond 007 und Science-Fiction? Bei diesen mexikanischen Billigproduktionen muss man auf alles gefasst sein – in den Verleih gelangten sie jedenfalls erst nach Boris Karloffs Tod.

Invasion der Aliens: Moment mal – wollte ich den nicht schon vor zwei Wochen gucken, und erwähnte ich da schon, dass die Packung falsch beschriftet war? In dieser Box ist so einiges schiefgelaufen, denn dieses krude 90-Minuten-Spektakel von 1971 befindet sich auf einer anderen DVD; abgesehen von der dünnen Handlung wurden hier Schauspieler und Kulissen aus „Folter“ mitverwendet, und auch hier stehen mal wieder Wissenschaftler im Mittelpunkt. Allerdings hundert Jahre früher, und hier sind es keine lebendigen Felsen, die die Gedanken der Menschen kontrollieren, sondern Aliens, die gleich den gesamten Körper übernehmen – und alles nur, weil man die Radioaktivität entdeckt hat und somit eine Bedrohung fürs gesamte Universum darstellt. Beim letzten Satz, den der Außerirdische loslässt, als er in seine fliegende Untertasse steigt, konnte ich allerdings nicht mehr an mich halten: „Wehe, wenn Menschen jemals auf die Idee kommen, die Atomkraft zu nutzen – dann kommen wir zurück“. Vielen Dank für den Brüller des Tages. Oder was man in den Siebziger Jahren halt so dachte. Eingetreten ist dieses Szenario bisher noch nicht. Sollte so ein Fred vom Jupiter eines Tages vor meiner Tür stehen, weiß ich jedenfalls, was zu tun ist.

An dieser Stelle lasse ich die Rückschau für die dritte Woche enden und gebe als Vorschau bekannt, dass es mit den beiden ausgelosten Filmen „Tanz der toten Seelen“ (1962) und „Der Hund von Baskerville“ (1983) nichts werden wird, weil die DVD beschädigt ist.

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