Cinema-Scope 2021 : 50 shades of cinema – mein Jahresrückblick

Coronajahr 2.0 – im Gegensatz zu 2020 waren in diesem Jahr ab Juli auf einmal wieder Kinobesuche möglich. Da ich mich zwei Wochen vorher habe impfen lassen, wollte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen und freute mich bei meinem ersten Kinobesuch im Sommer schon auf den für September angekündigten Bond-Film (der dann auch prompt mein persönlicher Abschluss für jenen Monat wurde). Welcher Film mich aber dann statt dessen umgehauen hat und welche Filme noch zu meinen persönlichen Highlights wurden, halte ich in diesem Rückblick fest.

Für jeden Monat ein Thema: Was sich im Jahr zuvor durch den September (Sci-Fi), Oktober (Horrorfilme) und November (Noir) bereits sachte angedeutet hat, fand hier die Fortsetzung, wobei einige Mottos ziemlich zusammenkonstruiert wirken. Ob ich das jedoch 2022 auch wieder in dieser Form durchziehe, weiß ich jetzt noch nicht.

Januar : Von gestern – fünf Filme fürs Herz

Hier war Nostalgie angesagt: Entweder bei den Charakteren, die sich auf einen Roadtrip in einem alten VW-Bus begeben oder die vermeintlich gute alte Zeit erneut aufleben lassen wollen – und manchmal war die Handlung gleich ganz in der Vergangenheit angesiedelt. Meine Favoriten waren die Filme „303“, „Mitten ins Herz – ein Song für Dich“, „Road to your heart“ und „Love Story“ sowie der Dreiteiler „A very English scandal“.

Februar : Die feine Gesellschaft – drei völlig unterschiedliche Charaktere

Das Motto schien mir hier schon sehr weit hergeholt, aber sei’s drum. Ich habe mir den Schuh ausgesucht, jetzt muss ich ihn auch tragen. Und so lauten meine Highlights hier „A United Kingdom“, „Systemfehler – wenn Inge tanzt“ und „Nicht auflegen!“

März : Wenn man sich mit den Falschen anlegt – drei Filme mit Konfliktpotenzial

Hier war der Stress vorprogrammiert. Bei den einen war Krawall Programm, bei anderen drohte der Knatsch innerhalb der Familie und mit der besten Freundin, und am englischen Königshof zu leben, war auch kein Spaziergang. Der Mix aus gekauften, mitgebrachten und ausgeliehenen DVDs hat mir besonders bei diesen Filmen gefallen: „Fight Club“, „Kick it like Beckham“ und „The favourite – Intrigen und Irrsinn“.

April : Aus jedem Dorf ein Köter – drei völlig unterschiedliche Kandidaten

In Ermangelung eines vernünftigen Mottos hatte mein Programm Filme aus unterschiedlichen Genres – am Ende machten Produktionen, die in der Sowjetunion spielen, das Rennen: „Wächter der Nacht“ & „Wächter des Tages“ und die Miniserie „Chernobyl“

Mai : der musikalische Monat – drei Werke mit Rhythmus

Hier war größtenteils Musik drin, ob Gothic-Rock-Oper oder Musicalverfilmung… auch ein Film, in dem ein erfundenes Musikfestival am anderen Ende der Welt im Zentrum stand, war mit dabei. Hier hätte ich auch „Wiedersehen macht Freude“ sagen können, denn „Repo! The Genetic Opera“, „Three Summers“ und „The Rocky Horror Picture Show“ habe ich nicht zum ersten Mal gesehen.

Juni : der Monat mit dem Sommerloch – einer geht (doch) noch

„König Fußball“ regierte die Medien und das Fernsehprogramm, und ich gönnte mir eine Auszeit. Der Juni war mein Urlaubsmonat, und so war das einzige, was ich mir über die ZDF-Mediathek anschaute, die Dokumentation „Schwarze Adler“ über den alltäglichen Rassismus im Fußball.

Juli : Menschen mit einer Mission – drei Überraschungsheldinnen

Stecken Sie sich hohe Ziele. Greifen Sie nach den Sternen. Egal ob Superheldin oder Ärztin, die eigentlich nur kranken Menschen helfen möchte… und nicht zuletzt die Mutter, die die Untätigkeit der Polizei nicht mehr ertragen kann. Mit „Die perfekte Kandidatin“, „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ und „Black Widow“ als erstem Film, den ich im Kino gesehen habe standen meine Lieblinge im Juli fest.

August : An Action! – sechsmal geballte Power

Alles, was knallt. Sowohl auf DVD, im Fernsehen oder im Kino… „Lethal Weapon 1“ & „Lethal Weapon 3“, „Snowpiercer“, „Escape Room 2 – No way out“, „12 Monkeys“ und „Face/Off – Im Körper des Feindes“ – da hatte ich noch lange etwas davon.

September : Alles mit S – drei sehenswerte Filme

Nicht die Titel trugen das S in sich, sondern die Stichworte, unter denen ich meine Eindrücke am Ende des Septembers zusammengefasst habe. „The Shape of Water“ und „Fisherman’s Friends“ waren dabei Geheimtips, die mir von mehreren Seiten an Herz gelegt worden waren, und ganz besonders war ich von „Dune, Part One“ beeindruckt. Diese Neuverfilmung hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen, und ich bin froh, dass ich gleich nach Erscheinen ins Kino gegangen bin.

Oktober : Horrorctober – sechsmal Schaudern

Nimm eine Box mit 33 Filmen und wähle 13 davon im Losverfahren aus. Ist halt nur blöd, wenn sich darin nicht nur einige Gurken befinden, sondern andere gar nicht erst vom Gerät abgespielt werden können – schlecht für meine Methode, aber gut für die Filme, die ich mir an deren Stelle angesehen habe. „Slugs“ und „Willard“ als Kandidaten aus dem Genre „Tierhorror“ und „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ waren für mich tatsächlich echte Meilensteine des Horrorfilms (wenn auch aus der Konserve), die auf dem Fantasy Filmfest mit „Lamb“ und „Gunpowder Milkshake“ ihre Fortsetzung fanden, aber die wahre Überraschung hielt tatsächlich ein Privatsender mit „The Pool“ aus Thailand für mich parat.

November : Wiedersehen macht Freude – drei die mir am Herzen lagen

Okay, hier habe ich ein wenig geschummelt, denn „Last Night in Soho“ war tatsächlich ein brandneuer Kinofilm (für den im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt worden war), auch „Lunchbox“ war für mich komplett neu (aber über das in dem indischen Film gezeigte Verteilersystem für in Büros gelieferte Mittagessen hatte ich vor längerem eine Dokumentation gesehen). In die Kategorie „Wiederholungstäter“ fallen daher nur der Anime „Das wandelnde Schloss“ und der Spielfilm „Dogs in Space“ in der australischen Originalversion ohne Untertitel.

Dezember : History Lessons – viermal Nachhilfe in Geschichte

Hier konnte ich wirklich noch etwas lernen. Zum Beispiel wie es der japanischen Bevölkerung nach dem verlorenen Krieg unter russischer Besatzung erging in „Giovannis Insel“, wie brandgefährlich es war, aus der DDR zu fliehen in „Ballon“ und dass manche Spione durch ihr hohes Alter einer Verurteilung entgehen konnten in „Geheimnis eines Lebens“. Den idealen Weihnachtsfilm dagegen lieferte die bezaubernde Literaturverfilmung „Betty und ihre Schwestern“ von 1994.

Und sonst so?

Nicht zum Monatsmotto passten die im Oktober erschienenen deutschen Produktionen „Fly“ und „Contra“ – aber ich fand sie so gut, dass ich sie hier nochmals erwähnen wollte. Und um die 50 vollzumachen, nenne ich als sogenannte „Honorable Mentions“ noch folgende Produktionen:

1) den britischen Animationsfilm „Stickman“ (eine an Weihnachten laufende BBC-Produktion für Kinder) +++ 2) die französische Miniserie „Stalk“ (mit zehn Folgen à 20 Minuten) +++ 3) „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (das tschechisch-deutsche Original von 1973) +++ 4) „Drei Männer im Schnee“ (passend zur Jahreszeit) +++ 5) „Crocodile Dundee – ein Krokodil zum Küssen“ (als letzter Film des Jahres).

Das waren 50 Top-Filme und Serien, von denen einige für mich eine echte Entdeckung darstellten. Dabei war mein Pensum wesentlich höher, aber auf Verrisse der „Gurken“ habe ich an dieser Stelle bewusst verzichtet, um mir die angenehme Stimmung nicht zu verderben und um mich zu darüber hinweg zu trösten, dass der Film, auf den ich mich im Dezember am meisten gefreut habe, in den Februar verschoben wurde. Was aber auch bedeutet, dass damit auch schon wieder eins der ersten Ziele für 2022 feststeht.

Dienstags-Gedudel #102 : Reisefieber, Teil 56 – Keltische Klänge als verspäteter Neujahrsgruß

Bleiben wir beim Fahren über Gewässer, halten wir einen Moment inne und genießen wir die Ruhe der irischen Inseln

Der besinnliche Beitrag zum ersten Dienstag in diesem Jahr kommt von Loreena McKennit und „Skellig“ – gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=nupEbgwxSTk