ABC-Etüden 2022 – Wochen 3&4 : Etüde 4 – Grün ist die Hoffnung

Mit meinem vierten Beitrag zu Christianes ABC-Etüden – aus den von Stachelbeermond gespendeten Wörtern (Wackelpudding, unverdrossen und knistern) wird es heute musikalisch.

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Grün ist die Hoffnung

„Was knistert dort bei Wind und Wetter? Es sind vom Kopfsalat die Blätter… Möchten Sie uns konsultieren, so müssen Sie sich nicht genieren. Ab acht können Sie uns erreichen. Falls nicht, sprechen Sie nach dem Zeichen. Tröööt!“

Genervt lasse ich den Hörer fallen. Anrufbeantwortersprüche waren mir schon immer suspekt, vor allem jene der gewollt witzigen Sorte. Flapsige Sprüche oder holprige Reime verschlagen mir grundsätzlich die Sprache. Reiß dich zusammen, ermahne ich mich selbst, nicht so feige zu sein, denn schließlich geht es bei diesem Anruf um die Wurst. Oder besser um die Knolle, schließlich möchte ich einen der begehrten Plätze beim legendären Gemüseorchester ergattern. Und da geht’s vegetarisch zu.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, traute ich meinen Ohren nicht: handgemachte Musik aus Gemüse, dessen Vergänglichkeit die Musiker nicht daran hindert, unverdrossen aus Gurken oder Möhren stets neue Instrumente zu schnitzen und dabei klangliche Abweichungen in Kauf zu nehmen, denn die Natur produziert nun mal keine Klone.  

Aufgeregt wähle ich wieder und wieder die Nummer mit der Wiener Vorwahl. Endlich, nach dem gefühlt zehnten Mal geht einer dran und hört sich meinen vorfabrizierten Spruch an, mit dem ich um einen Termin zum Vorspielen ersuche. Und tatsächlich kann ich mein Glück kaum fassen, als ich sie mich doch wahrhaftig einladen und mich bitten, zur Teilnahme an dem Klangexperiment eine großes Becken Wackelpudding,  aus geeister Gurkensuppe und Agar Agar zubereitet, mitzubringen, um die Perkussionisten beim Einspielen der Raps-Sodie No.5 zu unterstützen.

Am besten fange ich schon mal mit Kochen und Üben an, damit ich mich beim Produzieren der blubbernden Geräusche zwischen Maiskörnergerassel und Salatblätterrauschen nicht allzu blöd anstelle.

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267 Wörter für eine Bewerbung beim Wiener Gemüseorchester, dessen Schaffen man hier auf youtube bewundern kann.

Dienstags-Gedudel #105 : Reisefieber, Teil 59 – In Memoriam

Geschrieben wurde das Lied in den 70er Jahren und beschäftigt sich mit einem Mann, der während der Hungersnot Getreide stiehlt, um seine Familie zu retten und zur Strafe nach Australien deportiert wird.

Gesungen haben es unter anderem die Dubliners und die Dropkick Murphys – außerdem wird es gerne von irischen Fans bei Fußball- und Rugbyspielen gesungen. In dieser Fassung heißt der Interpret Paddy Reilly (gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=Zr1rzSSMsac).