ABC-Etüden 2022 – Wochen 18 & 19 – Etüde 5 – das Spielzeug

Gehen wir heute mal weg von der Museumsgeschichte und ihrer Fortsetzung, denn mir ist eine Begebenheit aus meinem Leben eingefallen, für die die von Myriade gespendeten Wörter Giraffe, mondsüchtig und suchen wie maßgeschneidert sind. Die aktuelle Etüdenrunde findet ihr hier, auf Christianes Blog.

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Das Spielzeug

„Du-huu, Schatziiiii…“

Oh, wie ich ihn kannte und liebte: Wenn mein Herzblatt diese Tonart anschlug, war es Zeit fürs Bett, und so, wie die Zeiger der Uhr ihr graziöses Ballett vollführten, war dieser Punkt schon lange überschritten.

„… wenn Du so weitermachst, wirst Du noch ganz mondsüchtig.“

Ganz unrecht hatte er damit nicht. Wer war auch so gestört, bis spät in die Puppen am Rechner zu kleben, bis die Augen viereckig wurden? Aber schließlich wurde unser Patenkind nur einmal ein Jahr alt, und da scheute ich keine Anstrengung, im Internet nach dem idealen Spielzeug für den Kleinen zu suchen.

Mitternacht, die Geisterstunde nahte. Doch der einzige, der durch unsere Wohnung geisterte, war der Patenonkel, der das Spielzeugbeschaffungsdrama meiner Meinung nach viel zu leicht nahm.

„Du willst ein pädagogisch wertvolles Spielzeug? Schön. Aber bis zum neunundzwanzigsten sind es noch ein paar Tage hin.“

Ganze zwei Tage, um genau zu sein.

„Ja-haa. Ich weiß… Zwei sind immer ein Paar“, kam es dann auch prompt von mir zurück.

Nicht besonders geistreich, aber der späten Stunde geschuldet. Wenn’s denn sein musste, seufzte ich und wollte schon den Rechner hinunterfahren, da sah ich sie: eine kleine Giraffe mit dem klangvollen Namen Sophie, aus 100% Naturkautschuk, mit Lebensmittelfarbe bemalt und hergestellt in Frankreich. Laut Hersteller ideal für zahnende Babys, weil sie nach Herzenslust darauf herumkauen konnten, außer sie waren allergisch gegen das Material. Aber so viel ich wusste, war der kleine Felix das nicht. Und quietschen konnte das Wundertierchen auch noch.

Yippieh! Der Tag war gerettet. Gleich morgen würden wir den nächsten Spielzeugladen heimsuchen und so eine Sophie ergattern, in der Hoffnung, dass das Gequietsche des Gummitierchens die Mama des Säuglings nicht in den Wahnsinn trieb.

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280 Wörter für einen leicht abgewandelten Schwank aus meinem Leben… als wir händeringend nach einem Geschenk für einen Einjährigen suchten und tatsächlich mit dieser kleinen Giraffe fündig wurden.

Media Monday #567 : Was neues

Urlaub zu Hause hat schon so seine Vorteile. Ich habe endlich einen Termin für einen neuen Personalausweis ergattern können, der mir passt. Außerdem konnte ich mir endlich die Filme anschauen, die schon lange auf meiner To-Watch-Liste standen. Die Rede ist von Downton Abbey 2 und The Northman. Mehr dazu gibt’s von mir demnächst unter „Cinema-Scope“. Auch nett ist, wenn einem die Schwester berichtet, sie habe sich auf ZDF Info einige Kurzfilme über Musiklegenden angeschaut, die alle liefen, während ich im Home Office ein Team-Meeting hatte. Macht nichts, die Mediathek hat sie alle im Angebot: John Denver, Michael Hutchence, Amy Winehouse, Janis Joplin… und alle noch verfügbar bis 2024. Da war klar, was ich am Nachmittag meines ersten Urlaubstags angeschaut habe.

Genug in Erinnerungen geschwelgt, schauen wir uns jetzt lieber die neuen sieben Lückentexte des Media Monday an:

Media Monday # 567

1. Von all den aberwitzigen Ideen, die Film- und/oder Serien-Macher*innen so haben können, ist mir die Serie „Pushing Daisies“ nachdrücklich im Gedächtnis haften geblieben.

2. Es ist schon erstaunlich, wie sehr für mich persönlich dann Sommer ist, wenn endlich (!) meine geliebten Mauersegler wieder da sind, so wie pünktlich zum ersten Wochenende im Mai. Und tatsächlich ist in den nächsten Tagen mit steigenden Temperaturen zu rechnen.

3. Schon vieles, bei dem ich mich frage, was der ganze Aufriss soll hat das Internet und die Fangemeinde in Aufruhr gesetzt und für einen Bohei gesorgt, dass ich direkt froh bin, dass ich davon nichts mitbekommen habe.

4. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn sich plötzlich ein Verlag für mein Schreibtalent interessierte… ich glaube, ich wäre im ersten Augenblick fassungslos und fühlte mich geehrt. Aber andererseits: Bei den vielen Schreibblockaden und der Unzuverlässigkeit, mit der mich die Muse heimsucht, käme ich in echte Bedrängnis, wenn ich auch noch bis zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchbare Ergebnisse abliefern möchte. Ich glaube, das wäre der Tod für meine nur sporadisch vorhandene Kreativität.

5. Selber zu schneidern ist ja auch eine ziemlich großartige Freizeitbeschäftigung, schließlich liebe ich es, wenn (m)ein Plan gelingt und ich am Ende etwas vorzeigbares in den Händen halte, auch wenn sich zwischendurch mal wieder Hürden in Form von nicht funktionierender Maschine oder unerklärlichem Materialschwund auftun, wie aktuell hier:

6. Faszinierend, wenn ich mir so anschaue, wie es früher kein Schwein gestört hat, nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein. Deshalb gibt es an dieser Stelle die dazu passenden Klänge, die nun auch schon wieder 30 Jahre alt sind.

ding dong, oder nicht? – https://www.youtube.com/watch?v=u3v2A5urhmM

7. Zuletzt habe ich spontan am Sonntagmittag ein italienisches Restaurant aufgesucht und das war eine gute Entscheidung, weil ich mich dort von dem Höllenverkehr unterwegs vernünftig erholen und etwas für mein leibliches Wohl tun konnte – und das, obwohl ich nicht reserviert hatte. Glück muss man haben. Den Heimweg habe ich danach ganz entspannt angetreten. Ob dieses Gewimmel auf der Straße, schlimmer als zur Rush Hour an einem Werktag wohl etwas mit dem Muttertag zu tun hatte? Ein Tag, der für mich inzwischen schon zu Weihnachten 2.0 mutiert ist, was den Stressfaktor in bezug auf sich gegenseitigem Anzicken angeht? Das unentspannte Mutter-Tochter-Gespann am Nachbartisch sprach jedenfalls Bände.