Jubiläums-Edition – der Etüden-Spin-Off : fünfter Akt 3/4

Das Ende ist nah – das „Was bisher geschah“ gibt es auch hier wieder für Späteinsteiger:

Erster Akt – Eine unerwartete Reise: Der hauptsächlich in hoffnungslosen Fällen ermittelnde Schrödinger wird in Zwangsurlaub geschickt und reist an die Ostsee. +++ Zweiter Akt 1/2 – Bali sehen und sterben: Schrödinger meldet sich bei einer Sternenwanderung an. +++ Zweiter Akt 2/2 – Bali sehen und sterben: Er erfährt, dass der Mann der Caféhausbesitzerin an einem Herzinfarkt gestorben ist, und dann wird bei der Sternenwanderung ein weiterer Toter gefunden. +++ Dritter Akt 1/2 – Geschlossene Gesellschaft: Kommissarin Maren Fuchs, bisher nur für eher leichte Delikte zuständig, wird zur Unterstützung der Ermittlungen abkommandiert. +++ Dritter Akt 2/2 – Geschlossene Gesellschaft: Maren Fuchs verhört Schrödinger und Giulia Millefiore. +++ Vierter Akt 1/3 – Der Engel, der ein Teufel war: Schrödinger und Giulia beschließen, auf eigene Faust im Stil von Miss Marple und Mr. Stringer Detektiv zu spielen. Derweil erregen seltsame Himmelsphänomene das Aufsehen der Medien. +++ Vierter Akt 2/3 – Der Engel, der ein Teufel war: Beim Trauercafé kommt Giulia Millefiore hinter eine Ungereimtheit. Mit Folgen. +++ Vierter Akt 3/3 – Der Engel, der ein Teufel war; Die Ermittlungen machen erste Fortschritte. +++ Fünfter Akt 1/4 – Matjesgeschwader: Die Spur wird immer verzweigter und lässt die Hintergründe für den Todesfall am Strand erahnen. +++ Fünfter Akt 2/4 – Matjesgeschwader: Ein Verbrechen kommt selten allein.

Doch bevor ich zum Finale komme, wird es nochmal richtig mysteriös.

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Auf Eis gelegt – fünfter Akt : Matjesgeschwader (Teil 3)

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Was für ein Tag!

Maren hatte nur noch einen Wunsch: Zuerst ein heißes Bad, danach noch einen Tee, und dann ab ins Bett. Wäre nicht die Millefiore mit ihrem Gezeter über ihr zerstörtes Gewächshaus gewesen, sie hätte es einen Erfolg auf ganzer Linie nennen können.

Gestärkt durch exzellente Matjesbrötchen, hatte sie mit Feddersen den erneuten Gang zu Gabriels Haus angetreten, doch im Gegensatz zu ihrem Herumstochern in den verkokelten Fragmenten des Erpresserbriefs hatten sie diesmal genau gewusst, wo sie die Schlinge zuziehen mussten. Übertriebene Härte war nicht nötig gewesen, denn so schnell wie Mattes Gabriel eingeknickt war, schien er sie schon erwartet zu haben. Es war jedoch seine gesamte Erscheinung, die Maren schockiert hatte. Das zerknitterte Hemd offenbar schon länger nicht mehr gewechselt, die Augen blutunterlaufen und eine Schnapsfahne vor sich her tragend, so hatte er ihnen die Tür geöffnet. Wie wenig wir einander doch kennen, hatte sie gedacht, denn so hatte sie den Juniorchef nicht in Erinnerung gehabt. Nicht nur er hatte einen verwahrlosten Eindruck gemacht, auch das Haus befand sich in einem ähnlich desolaten Zustand.

„Das habe ich nicht gewollt“, hatte er vor sich hin gestammelt, „obwohl er es verdient hatte.“

Doch bevor er mit der Sprache herausrücken konnte, hatte plötzlich sein Vater im Wohnzimmer gestanden und das bevorstehende Geständnis verhindert, indem er auf einem Anwalt beharrte. Sie hatten schon schwarz gesehen, dann aber selbst erkannt, dass es in diesem Zustand zwecklos war und ihn trotzdem mitgenommen, damit er in der Ausnüchterungszelle erst einmal seinen Rausch ausschlafen konnte.

Der in der Zwischenzeit in Alarmbereitschaft versetzte Anwalt hatte just in dem Augenblick auf der Matte gestanden, als Gabriel Stunden später wieder vernehmungsfähig gewesen war. Mit Argusaugen von seinem Anwalt bewacht, war es ihnen dann Stück für Stück gelungen, die Wahrheit im Laufe des mehr als holprigen Verhörs aus Gabriel herauszukitzeln.

Seit der Sache mit dem Erpresserbrief, den er bekanntlich nicht geschrieben hatte, war sein Misstrauen gegenüber Silvia gewachsen, hatte aber nicht glauben wollen, was Gabriel senior ihr unterstellte. Sie und Brück? Niemals. Nicht, nachdem Brück vorhatte, an Otto & Co. zu verkaufen. Seine dämlichen Werbespots konnte er inzwischen auch nur mit genügend Küstennebel ertragen, schließlich war ja immer irgendwas, und wenn er erst einmal einen gewissen Pegel hatte… Natürlich immer nur so viel, dass keiner was merkte.

„Ach, hätte ich mir an dem Abend doch nur die Lichter komplett ausgeschossen…“

Ja, hätte hätte… Hinterher ist das Gejammer groß, führte Maren seine Selbstvorwürfe in Gedanken fort. Mit einem gewissen Pegel ging alles leichter? Mit einem gewissen Pegel hätte er erst gar nicht versucht, Brück am Strand zur Rede zu stellen, oder besser gesagt, den Mann, den er für Harry Brück gehalten hatte. Hätte er sich mal besser bis zur Besinnungslosigkeit volllaufen lassen, dann hätte ihn der Seidenschal Silvias in der Hand des Widersachers nicht rot sehen und zum Stativ greifen lassen. Hinterher ist das Geflenne groß. Das habe ich nicht gewollt? Maren glaubte es ihm gerne. Genauso, wie sie ihm das auf den Schock folgende schlechte Gewissen abnahm, als er seinen Irrtum erkannt hatte, sowie den Versuch, die im Affekt begangene Bluttat zu vertuschen.

Mit dem Geständnis hätte alles in Butter sein können. Hätte, hätte? Irgendwas war immer? Um die Millefiore würden sie sich morgen kümmern. Jetzt noch schnell den Anrufbeantworter abgehört, und dann ab in die Wanne. Als ihr eine leider nur allzu gut bekannte Stimme aus dem Lautsprecher entgegen schallte, hoffte sie, dass es sich bei dem Anrufer, von dem sie am liebsten nie wieder etwas gehört oder gesehen hatte, nur um eine Sinnestäuschung handelte. Ein Blick auf das Display, und sie ließ entsetzt ihre Teetasse fallen. Ihr rot blinkender Anrufbeantworter war voll mit Nachrichten.

35 Anrufe in Abwesenheit, und alle waren sie von Miguel Andrés.

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„So, Frau Millefiore, jetzt nochmal ganz langsam und zum Mitschreiben“, versuchte Sönke Feddersen, der sein Feierabendbierchen und seinen holländischen Sahnematjes in unbestimmbare Ferne entschwinden sah, die aufgebrachte Floristin zu beruhigen.

Ein demoliertes Gewächshaus, dessen Scheiben von einem Unbekannten zertrümmert worden waren – und dabei waren die auch besonders bruchsicherem Spezialglas und dementsprechend teuer (O-Ton Giulia Millefiore) – und ein von Marmorbrocken übersäter Boden. Die zarten Pflänzchen waren komplett hinüber. Reichte es denn nicht, dass ihr geliebter Roberto nicht mehr unter den Lebenden weilte? Jetzt würde es zur Beisetzung nicht einmal Blumen geben…

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Gin aus der Flasche anstatt aus dem Reagenzglas: Seit Roberto Millefiores Mörder hinter Schloss und Riegel saß, stand niemandem mehr in Bali der Sinn nach Küstennebel. Wie gut, dass sie die beiden Toten nun endlich zur letzten Ruhe betten konnten.

Mit leichter Schlagseite und bei Giulia untergehakt, denn er hatte sich erboten, die schwarzgekleidete Floristin bis nach Hause zu geleiten, verabschiedete sich Schrödinger von denen, die dem Landvermesser die letzte Ehre erwiesen hatten. Ein halbes Stündchen hatte Giulia gerade noch durchgehalten, dann war es auch ihr zu viel geworden. Die anderen konnten auch ohne sie weiter auf sein Wohl trinken. Sie beachtete weder den aufziehenden Nebel noch die über den Himmel flackernden Lichter in Pastell, sondern wollte nur noch auf dem kürzesten Weg nach Hause.

Der kürzeste Weg? Schrödinger konnte kaum fassen, dass sie den Friedhof überqueren wollte.  Mit der Urne in der Tasche, bereit für die für Neujahr geplante Überführung nach Italien und Beisetzung für den Dreikönigstag, durchschritt Giulia das schmiedeeiserne Portal, von dem aus es nicht mehr weit war. Gleich hatten sie das rostige Türchen auf der anderen Seite erreicht, da nahm ihnen ein Schatten die Sicht.

Brück. Ausgerechnet der!

Sein Anblick, wie er im Torbogen stand, war für Giulia unerträglich. Gift und Galle spuckend, ging sie fauchend vor Wut auf ihn los, um auf den Mann, der für sie an allem schuld war, blindlings einzuschlagen. Dieser Teufel! Wäre er nicht gewesen, Roberto wäre jetzt immer noch am Leben und würde sich bester Gesundheit erfreuen. Ihr Schrei war mörderisch.

Von Brücks jähem Auftauchen überrascht, reagierte Schrödinger auf Giulias Losreißen eine Sekunde zu spät. Die berühmte Schrecksekunde genügte, dass Schrödinger das sah, was Giulia in ihrer blinden Hysterie nicht wahrnahm: Während sie die Krallen ausfuhr wie ein Panther auf der Jagd, fächerten sich hinter dem von Giulias Angriff überrumpelten Geschäftsmann monströse Schwingen auf und ragten schwarz und gigantisch in den fahlgelben Himmel.

Es waren dieselben Schwingen, die Schrödinger vor kurzem noch für eine Halluzination gehalten hatte und denen er einen seiner schlimmsten Alpträume zu verdanken hatte.

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1046 Wörter – kurz vor Toresschluss… Fortsetzung folgt.

Jubiläums-Edition – der Etüden-Spin-Off : fünfter Akt 2/4

Kurz vor der Ziellinie, gibt es auch hier erneut ein „Was bisher geschah“ für Späteinsteiger:

Erster Akt – Eine unerwartete Reise: Der hauptsächlich in hoffnungslosen Fällen ermittelnde Schrödinger wird in Zwangsurlaub geschickt und reist an die Ostsee. +++ Zweiter Akt 1/2 – Bali sehen und sterben: Schrödinger meldet sich bei einer Sternenwanderung an. +++ Zweiter Akt 2/2 – Bali sehen und sterben: Er erfährt, dass der Mann der Caféhausbesitzerin an einem Herzinfarkt gestorben ist, und dann wird bei der Sternenwanderung ein weiterer Toter gefunden. +++ Dritter Akt 1/2 – Geschlossene Gesellschaft: Kommissarin Maren Fuchs, bisher nur für eher leichte Delikte zuständig, wird zur Unterstützung der Ermittlungen abkommandiert. +++ Dritter Akt 2/2 – Geschlossene Gesellschaft: Maren Fuchs verhört Schrödinger und Giulia Millefiore. +++ Vierter Akt 1/3 – Der Engel, der ein Teufel war: Schrödinger und Giulia beschließen, auf eigene Faust im Stil von Miss Marple und Mr. Stringer Detektiv zu spielen. Derweil erregen seltsame Himmelsphänomene das Aufsehen der Medien. +++ Vierter Akt 2/3 – Der Engel, der ein Teufel war: Beim Trauercafé kommt Giulia Millefiore hinter eine Ungereimtheit. Mit Folgen. +++ Vierter Akt 3/3 – Der Engel, der ein Teufel war: Die Ermittlungen machen erste Fortschritte. +++ Fünfter Akt 1/4 – Matjesgeschwader: Die Spur wird immer verzweigter und lässt die Hintergründe für den Todesfall am Strand erahnen.

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Auf Eis gelegt – fünfter Akt : Matjesgeschwader (Teil 2)

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Berge von Matjes und Kartoffelsalat…

Nachdem sie Erwin zu Grabe getragen hatten, waren die Trauernden zum Leichenschmaus in die Buddelkiste eingekehrt. Bei Erwins Leibspeise und verdauungsförderndem Küstennebel hingen sie ihren Erinnerungen an den Verblichenen nach. Der Matjes wollte kein Ende nehmen, und die Kartoffelberge wuchsen in den Himmel.

Im Gegensatz zu den anderen verspürte Schrödinger den Drang, davonzulaufen. Vom vielen Küstennebel war ihm längst wirr, und er erhob sich, nach seinem Mantel greifend, um Luft zu schnappen. Die milden Temperaturen bekamen ihm gar nicht. Beißende Kälte wäre ihm jetzt so viel lieber gewesen anstatt dieses Hochs, das für eine unangenehme Feuchte sorgte. Seltsam, im Nebel zu wandern. Da konnte man schon mal auf verstörende Gedanken kommen. Vom Kirchhof her zogen die Schwaden durch das offenstehende Tor und waberten über den Dorfplatz. Das wie Opale schimmernde Abendlicht machte es nicht besser. Beim Anblick der beiden das Tor flankierenden Marmorengel wurde ihm mit zunehmender Nebeldichte mulmiger zumute, und er fühlte sich wie in einen Horrorfilm hineinversetzt.

The Fog: Nebel des Grauens. Nur dass das Grauen nicht von der offenen See herkam, sondern vom Friedhof. Begleitet von einem hässlichen Knirschen von Marmor auf Kies, setzte sich die Figur in Bewegung und hielt geradewegs auf ihn zu. Zum Weglaufen zu spät, hätte er es auch gar nicht gekonnt. Zu stark war der Bann, unter dem er stand. Keines vernünftigen Gedankens mehr fähig, hoffte er, dass es schnell vorüberging und schloss die Augen, um den grauenhaften Anblick nicht länger ertragen zum müssen. Vollkommene Schwärze, gleich war es soweit. In darkness let me dwell…

Und nun, Freunde der Nacht – pünktlich zur unheiligen Stunde – lassen wir es krachen mit The Darkness und ihrem Hit ‚One way ticket‘, und gleich im Anschluss…

Schweißgebadet schreckte Schrödinger hoch.

… Disturbed mit ‚The Sound of Silence‘. Damit ihr mal was anderes auf die Ohren bekommt als Last Christmas!

Der Radiowecker!

Wahrscheinlich war jemand beim Staubwischen an den Lautstärkeregler gekommen und hatte dafür gesorgt, dass ihm der Höllenlärm das Herz bis zum Hals schlagen ließ und er nun so richtig wach war… Wach! Erleichtert atmete er aus. Es war nur ein Traum gewesen, ein Alptraum zwar, gespeist aus seinen Hirngespinsten vom Nachhauseweg, aber doch erstaunlich real.

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„Glaub mir, wenn das noch lange so weitergegangen wäre, hätte ich dem Kerl wahrscheinlich irgendwann den Hals umgedreht“, schnaubte Maren beim Gedanken an die arrogante Selbstüberschätzung Harry Brücks. Der Kerl hielt sich selbst für den Allergrößten und merkte dabei nicht, wie wenig seine Mitmenschen ihn schätzten, und zwar nicht nur wegen der nervtötenden Werbespots, mit denen der Sender die gesamte Region beschallte. Eindeutig beruhte die Antipathie auf Gegenseitigkeit. Davon war auszugehen.

„Das hättest Du nicht. Andernfalls hätten wir jetzt ein Problem“, versuchte Sönke Feddersen, sie wieder von ihrer Palme herunterzuholen. Doch Worte allein schienen nicht zu helfen.

Mit Firma Brück zum Abfallglück“, äffte Maren die penetrante Nasalstimme aus dem Radio nach und griff nach der Thermoskanne, bevor sie die Autotür zuschlug und sich an den Birnbaum im Vorgarten der Wache lehnte. Erstaunlich, dachte sie, es muss am Kaffee liegen. Normalerweise machte so viel Koffein sie hibbelig, doch nun spürte sie, wie langsam die Ruhe bei ihr einkehrte. Nachdenklich betrachtete sie die perlmuttfarben schimmernden Wolken und die bunten Schatten, die zwischen ihnen hin und her flackerten.

Ein Himmel in Pastell, wie ungewöhnlich.

Wann hatten sie zuletzt so ein Schauspiel bewusst wahrgenommen. Es musste lange her sein, wenn überhaupt. Böse Zungen behaupteten zwar, bei dem Spektakel handelte es sich um Hexenwerk. Oder warum war das Dorfleben erst jetzt aus den Fugen geraten, da dieselben Meldungen, leicht abgewandelt natürlich, stets wiederkehrten, und das erst seit ein paar Tagen? Galaktische Lichterketten? Von wegen. Ist das Märchen noch so klein, eine muss die Hexe sein.

Aber das war typisches Altweibergewäsch, dem man am besten einen Riegel vorschob, indem man Fakten sprechen ließ. Leider war manchen Unbelehrbaren nicht zu helfen, auch nicht mit Meldungen wie diese hier, von der sie nur noch einen Teil mitbekam, als ihr Kollege ausstieg und die Autotür zuwarf.

Immer noch anhaltende und außergewöhnlich starke Aktivitäten im Fuhrmann geben den Wissenschaftlern auch weiterhin Rätsel auf.

Aktivitäten, die sich auf Bali auszuwirken schienen. So langsam wurden die Leute nervös. Das Rätsel um Erwin war zwar nun gelöst und sein Leichnam zur Beisetzung freigegeben, doch da war immer noch der nicht aufgeklärte Mord an Roberto Millefiore.

Nervös? Nein, am Durchdrehen, musste Maren ihre Meinung revidieren, als sie den aufgebrachten Pastor Wagner in den Räumen der Wache antrafen, der gekommen war, um eine Anzeige aufzugeben und sich ohne Unterlass über die Entweihung des Kirchhofs entrüstete. Unbekannte hatten sich an den Marmorengeln zu schaffen gemacht, und jetzt ragten nur noch die angerosteten Armier-Eisen wie zum Spott in die Höhe. Als ob Nowitzki nach diesem langen und mehr als durchwachsenen Tag nicht schon genug Ärger am Hals gehabt hätte.

Jetzt hatte irgendein bösartiger Schelm zwei tonnenschwere Marmorengel entwendet, ohne dass es auch nur eine Menschenseele mitbekommen hatte. Und das vor Weihnachten. O Du fröhliche? Am Appel!

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„Hier, damit Du was ordentliches in den Magen bekommst“, rief Sönke und warf Maren die Tüte mit den Fischbrötchen zu. Sönkes Schwester wusste eben, was gut war: Hm, Matjes nordische Art, frisch vom Hamburger Fischmarkt. Damit würde sich der Tag wenigstens auf eine Weise versüßen lassen, denn wenn sie an ihre unangenehme Begegnung mit Brück und dessen Tirade zurückdachte, war ihr Appetit kurz davor, zu vergehen. Bei einem Satz war sie dann doch hellhörig geworden.

Ist doch nicht mein Problem, wenn dem die Felle wegschwimmen, weil Sonnenkollektoren in Bali immer beliebter werden.

Davon, dass darin der Schlüssel zu dem Angriff auf Brück lag, es aber leider den Falschen erwischt hatte, war sie jetzt mehr denn je überzeugt. Nun mussten sie ihn nur noch finden und den Täter verhaften.

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951 Wörter, das Epos steht kurz vor seiner Vollendung, und für alle, die so schön durchgehalten haben, gibt’s bis zum nächsten Teil Musik, die dem armen Schrödinger bestimmt nicht gefallen hat.

Ganz und gar nicht weihnachtlich : https://www.youtube.com/watch?v=u9Dg-g7t2l4

The End is near… und darum: Fortsetzung folgt.

Dienstags-Gedudel #133 : Nach Farben sortiert – meine Lieblingsfarbe

Im Gegensatz zum Songtitel war letzte Woche wenigstens das Plattencover mit den charakteristischen vier Buchstaben orange. Darum ist die heutige Ausgabe meiner Lieblingsfarbe in Texten gewidmet:

Orange Crush

Der Titel bezieht sich jedoch nicht auf das gleichnamige Getränk, sondern auf das Entlaubungsmittel Agent Orange, das wegen seines exzessiven Einsatzes durch die US-Army während des Vietnamkriegs unrühmliche Bekanntheit erlangt hat.

Sinfonie in Schwarz-Weiß (mal wieder) – https://youtu.be/_mSmOcmk7uQ?t=0
 

Es stammt von dem REM-Album „Green“ aus dem Jahr 1988. Deshalb auch die ganzen militärischen Anspielungen in Bild und Ton. Kuriosum am Rande: Ich glaube, in dem Film „Grüne Tomaten“ hängt ein Werbeplakat für das Getränk am verlassenen Bahnhof, an dem Evelyn die verstörte Izzy einsammelt.

Schon wieder grün? Von wegen, das kann noch dauern.