Fotoprojekt 2022 : Herbst beschreiben

„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt…“ – bei dem Fotoprojekt von wortman bin ich doch gerne dabei. Zum Thema „den Herbst beschreiben“ muss ich nicht erst bis zum nächsten Sonntag warten, um mein Foto zu präsentieren:

Herbst ist, wenn die Zeit des monochromen Grüns von dannen zieht.

Herbst fängt für mich dann an, wenn die Blätter so langsam ihre Farben wechseln – wenn die Zeit des monochromen Grüns von dannen zieht – und dichte Nebel wallen.

Wattpad-Schreibchallenge „Mein Buch für Dich“: Kapitel 1

Kapitel 1 : Blog Post # 665

„Give me a festival and I’ll be your Glastonbury star
The lights are shining everyone knows who you are
Singing songs about dreams about hopes about schemes
Ooooh, they just came true“
-Amy MacDonald „Let’s start a band“-

Hey Guys… let’s go. Diesmal mit einem kurzen Lebenszeichen, bevor’s richtig losgeht. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie aufgeregt wir sind. Stonehenge, Dartmoor, Cornwall, Glastonbury. Vier Wochen Freiheit und Abenteuer. Zu siebt im Bulli – und dann das Highlight: Glastonbury Festival! Das wird ganz groß, Leute! Die Stimmung könnte nicht besser sein…

„Nicht euer Ernst“, platzt Finn so plötzlich ins Zelt, dass Fiona vor Schreck beinahe ihr Laptop fallen lässt. „Draußen ist das schönste Wetter, und ihr hängt hier drinnen ab? Genug gedaddelt jetzt!“

Klappe, sonst Beule!

Mein Schwesterherz sichert ihr Status-Update auf unserem Blog und klappt das Gerät zu, dann zeigt sie dem Kumpel von Jo den Stinkefinger, steht dann aber augenverdrehend auf und krabbelt aus dem Zelt. Bei aller Liebe, aber manchmal bin ich froh, fünf Minuten für mich alleine zu haben. Unzertrennlich unterwegs? Es heißt zwar, Zwillinge hält ein unsichtbares Band zusammen wie Pech und Schwefel, aber deswegen müssen wir noch lange nicht rund um die Uhr zusammenkleben, auch wenn der Untertitel unseres Blogs was anderes sagt. Gespannt, was Fiona geschrieben hat, klappe ich den Laptop wieder auf und falle fast von der Luftmatratze. Die Stimmung könnte nicht besser sein? In Wahrheit ist sie schon jetzt im Keller.

Kein Wunder, wenn es nach fast sechs Stunden Fahrt auf der Fähre nicht wirklich voran geht und Flo von den vielen Staus genervt ist. Aber wir mussten ja unbedingt die Nachtfähre nehmen und mitten in der Rush Hour auf der M27 landen. Dazu Lillys ständiges Gejammer, sie müsste ganz dringend. Auf dem Motorway waren wenigstens noch Raststätten. Jetzt hocken wir hier mitten in der Pampa, irgendwo zwischen Ringwood und Stonehenge.

„Downtown! Yay… komm, lass uns hier ‘nen Platz zum Campen suchen.“ Was Finn eigentlich als Witz gemeint hatte, weil sich ja angeblich Fotos von diesem Kaff auf unserem Reiseblog so wahnsinnig toll machen würden, kam bei dem Rest der Truppe so gut an, dass sie spontan bei einem Farmer anklopften, der uns ein Eckchen für die Nacht überlassen hat. Zelten für eine Nacht, bevor es morgen früh weitergeht – nach Stonehenge… so habe ich mir das nicht vorgestellt.

Die Krönung aber ist Ellie mit ihrer miesen Laune. Ein Traum! Dabei hat alles so schön angefangen, mit Karten für DAS Festival zum Abi, als Geschenk von unseren Eltern für uns sieben: Fiona und ich, unser glückliches Pärchen Flo und Lilly (im Moment nicht ganz so glücklich), Ellie, und schließlich Marcus und sein Kumpel Finn. Schon vor zwei Jahren wollten wir los – wir sieben gegen den Rest der  Welt. Ha ha – das blöde Sch***-Corona hat dabei keiner von uns auf dem Schirm gehabt.

Als dann für dieses Jahr das grüne Licht vom Veranstalter kam, gab es kein Halten mehr. Und dann noch das Line-Up! Ellie hatte sich vor Freude gar nicht mehr eingekriegt, hatte laut „Billie Eilish“ gejubelt und die Sektkorken knallen lassen. Jetzt noch ein Meet & Greet, und alles war gut. Hatte sie aber auch nur gedacht. Endlich sieht sie ihre Chance gekommen, Marcus näherzukommen, für den sie schon so lange schwärmt – und dann dieser Unfall: Man sollte sich halt nicht mit einem besonders riskanten Move in die Halfpipe stürzen, wenn man sein Skateboard nicht voll im Griff hat.

„Klugscheißer“, hatte der für Wochen ausgeknockte Marcus gebrummt und das Ticket seinem älteren Bruder Jo überlassen. Nur zu verständlich bei dem, was der Spaß gekostet hatte. Eine echte Win-Win-Situation für die beiden Jungs, doch leider nicht für Ellie.

„O Shit“, hatte Fiona geseufzt, „vier Wochen Regenwetter – das kann ja heiter werden.“

Fiona…  war da nicht was?  überlege ich und lege den Laptop weg. Bilder bearbeiten und hochladen kann ich morgen immer noch. So verführerisch, wie es nach Kaffee duftet, hocken die anderen bestimmt schon alle zusammen und versuchen, sich in der Sonne zu entspannen. Als ich  mich dem Bus nähere, kommt mir Jo entgegen. „Die reden sich die Köpfe heiß. Läuft ja heute mal wieder wie geschnitten Brot.“

Lass mich raten: Ellie! Wahrscheinlich versucht Finn wieder mal, sie aufzumuntern, mit einem Besuch von Stonehenge zum Beispiel.

„Stonehenge… wie romantisch!“ höre ich sie auch schon mosern, mit einem Flunsch von hier bis sonstwohin.

Bingo! Ich hätte es wissen müssen. Mit seinem Vorschlag stößt Finn bei ihr auf taube Ohren. Dabei war der Steinkreis sogar ihre eigene Idee. „Echt jetzt? Vor dem Eingang stapeln sich die Busse, an der Kasse drängen sich die Leute und im Hintergrund rauscht der Verkehr übern Highway.“

Auf dem Highway ist die Hölle los? Man kann’s auch übertreiben. Obwohl Ellie ja eigentlich Recht hat: Abgesehen von dem horrenden Eintrittspreis, sieht man auf den vielen „mystisch“ angehauchten Bildern nie, was tatsächlich Sache ist: Die A303, die direkt daran vorbeiführt. Wirklich… total mystisch. Dabei weiß doch jeder, dass die Steine nur deshalb genau so dastehen, weil einer sie im letzten Jahrhundert festzementiert hat. Also nix mit „Druiden brachten sie hierher und stellten sie nach einem geheimnisvollen Plan im Kreis auf“.

Als ich mein Wissen ungefragt breit trete, rollt die Hälfte meiner Freunde mit den Augen –  „O Mann, Feli – Du und Deine Weisheiten vom letzten Diavortrag“ –  und ich ahne es bereits: Meine Idee, statt dessen in das vierundzwanzig Meilen weiter nördlich gelegene Avebury zu fahren, kommt gar nicht gut an.

„Aber warum nicht? Da ist wenigstens der Eintritt frei, und du kannst die Steine sogar anfassen.“

Die Woge der Begeisterung, ich spüre sie schon – den Strand verlassen. Auf den „Riesenumweg“ hat keiner Bock. Und nun?

Es ist schließlich Jo, der mit einem Flyer in der Hand zurückkommt. Werbung für irgendeinen Club in der Nähe von Glastonbury. Club Merlin presents: The Time Warp. Na, wenn das nichts ist. Einfach mal wieder die Nacht durchtanzen, als Vorglühen fürs große Festival sozusagen. Wenn Ellie da nicht auf andere Gedanken kommt, dann weiß ich auch nicht weiter. Aber es scheint, als hätte sich zur Abwechslung endlich mal die Stimme der Vernunft durchgesetzt.

Noch eine Nacht in Downton, und dann heißt es: Ab nach Glastonbury und nix wie hin. Club Merlin – die kommende Nacht wird unvergesslich.

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Die Vorlage zum 1. Kapitel: befreundete Gruppe von Jugendlichen (mind. 5, max. 9 Leute) plant einen Discobesuch und geht hin. In der Gruppe: mind. 1 Pärchen, 1 Person der/die heimlich in ein anderes Gruppenmitglied verknallt ist, Zwillinge, Rest ist frei.

Unsortierte Gedanken : heute vor …

Heute (25. September) vor … Jahren: Als erstes gesehen habe ich dieses Thema bei wortman, der es von Rina hat, welche sich wiederum auf den Originalbeitrag von Herba bezieht. Mal zu schauen, was man an jenem Tag im letzten Jahr, im Jahr davor, und so weiter auf seinem Blog veröffentlicht hat, hat mich gereizt, es jetzt auch einmal zu probieren. Schon allein zu sehen, wie sich der Schwerpunkt meiner Themen seit 2013 verändert hat.

25. September 2013 : nichts

Vielleicht hätte ich noch hinzufügen sollen „so wie im ganzen September 2013 nichts“ oder besser „seit Gründung im August dieses Jahres für den Rest des ganzen Jahres nichts mehr“. Denn richtig los ging es mit den Beiträgen erst im Januar des Folgejahres.

25. September 2014 : wieder nichts.

Auch hier blieb es auffallend ruhig.

25. September 2015 : und noch einmal heißt es „nichts“.

Das wird hier ja langsam zur Gewohnheit hier.

25. September 2016 : Wintermantel-Sew-Along „Die Inspiration/en“

Mein Kreativbeitrag drehte sich um mein damaliges Lieblingshobby, das Nähen. Einige Bloggerinnen nahmen an einem Projekt teil, bei dem alle gemeinsam bzw. jede für sich versuchten, nach einem Zeitplan ein bestimmtes Kleidungsstück zu nähen (in diesem Fall ein Wintermantel) und die Ergebnisse an den lange vorher bekanntgegebenen Stichtagen zu präsentieren.

Als ich 2018 wegen der Datenschutzgrundverordnung mein Blog zwecks Bearbeitung in den Privatmodus umschaltete und im September dann endlich wieder öffentlich für alle sichtbar wurde, musste ich feststellen, dass die meisten teilnehmenden Blogs nicht mehr weiterbetrieben wurden, weil ihre Bloggerinnen zu Instagram umgezogen waren. Da war dann für mich auch das Mitmachen in dieser „Näh/Blogger-Community“ gestorben und Challenges in diesem Bereich sinnlos geworden. Und der Mantel? Der ist leider halbfertig in den Untiefen diverser Umzugskisten verschwunden und bisher nicht wieder aufgetaucht.

25. September 2017 und 2018: erneute Fehlanzeige

An diesen Tagen (wer hätte es geahnt?) schon wieder nichts. Warum musste ich mir auch dieses Datum für meinen Rückblick aussuchen, wenn ich an anderen Tagen wesentlich aktiver war?

25. September 2019 : Serienmittwoch bei Corly „Der erste Eindruck, der falsch war“

Und heute mal ein Beitrag zur 193. Episode des Serienmittwochs auf dem Blog von Corly, in dem ich mich mit meinen Erwartungen an bestimmte Serien beschäftigte – und damit, wie diese schließlich erfüllt wurden. Mit drei positiven und einem negativen Ergebnis.

25. September 2020 : Writing Friday „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“

So ganz kreativ war das nicht. Normalerweise habe ich bis letztes Jahr noch beim #writing Friday der Bloggerin elizzy wild drauflos fabuliert und einige meiner Geschichten miteinander zu einer eigenen kleinen Welt verwoben. Bei diesem Beitrag handelte es sich jedoch um das Vorstellen eines Buchs, das an den Herbst erinnert oder im Herbst spielt. Ich präsentierte in diesem Beitrag den Roman „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ von Ray Bradbury, in dem es um einen schaurigen Jahrmarkt geht, auf dem zur Halloweenzeit mysteriöse Dinge vor sich gehen. Dummerweise ist es dem Buch wie mit meinem Mantel gegangen – ich habe nach der Hälfte aufgehört, weiterzulesen, weil mir andere Dinge wichtiger waren. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, damit weiterzumachen.

25. September 2021 : ABC-Etüde „Das Resümee“

Diesmal war ich aber wirklich kreativ, und im Gegensatz zu den Näh-Aktionen oder dem #writing Friday, bin ich hier dauerhaft und konstant dabei. Denn das Ziel, aus drei vorgegebenen Wörtern einen höchstens 300 Wörter langen Text zu kreieren, übt immer noch einen sehr hohen Reiz auf mich aus. Hier waren die Wörter Prophezeiung, anständig und verkrümeln vorgegeben die Vorgabe, und ich habe daraus eine erfundene Urlaubsanekdote in genau 300 Wörtern gemacht.

25. September 2022 : dieser Beitrag und noch eine ABC-Etüde

Die Etüde war nicht geplant. Aber bei dem Thema konnte ich meinen Schnabel nicht halten, auch wenn ich ihn mir wahrscheinlich schon längst verbrannt habe.

ABC-Etüden 2022 – Wochen 38 & 39 – Etüde 4 – Der Dialog

Am liebsten hätte ich ja die erste der drei Illustrationen aus der letzten Runde genommen, aber das geht ja nun nicht.

Deshalb gibt‘s für die aktuelle Runde (hier, bei Christiane) eine eigene, die zu meinem aktuellen Ärgernis passt. Ich hätte lieber über angenehmere Themen geschrieben, aber was raus muss, muss raus. Bevor ich noch platze – denn bei manchen Zeitgenossen frage ich mich, was in ihren Köpfen vorgeht oder ob sie mit Absicht das ignorieren, was sich jenseits ihres Tellerrands abspielt und vor welchen Karren sie sich mit ihren Aktionen spannen lassen.

Ohne die echten Namen der beteiligten Personen und Vereinigungen zu nennen, habe ich einen Dialog um die von nellindreams gespendeten Wörter Regentonne, sensibel und schwanken herum gestrickt. Das Gespräch (in zwei Farben wegen der besseren Lesbarkeit) mag frei erfunden sein, der Anlass ist es leider nicht.

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Der Dialog

„Hast du schon gehört?“

„Was?“

„Der Jay ist jetzt zu den Impfgegnern und Maskenverweigerern übergelaufen.“

„Huch? Wo hast du das denn her?“

„Hier steht’s s schwarz auf weiß: Marsch auf die Hauptstadt. Tretet ein, freut euch, kommt alle. Jay, seines Zeichens Trommler bei Musiklegende *Extra-Large* ruft auf Social Media dazu auf, sich den Souveränen Bürgern anzuschließen, um die Massenimpfung von Kindern zu verhindern und ein klares Zeichen zu setzen. Seine Worte: ‚Wir haben Speis und Trank, und wir haben *Extra-Large*!‘ Der Veranstalter erwartet Tausende von Demonstranten.“

„*Extra-Large*? Tolle Wurst! Doch wohl eher aus der Konserve. Sag mal, geht’s noch? Das sind ja reichsbürgerähnliche Zustände. Das hätte ich dem Jay niemals zugetraut. Ist dem eigentlich klar, mit wem er sich da verbrüdert und dass er andere anstiftet?“

„Vielleicht ist es ihm ja egal.“

„Das wäre nun aber wirklich fatal. Was sagen denn seine Bandkollegen dazu? Das würde mich mal interessieren?“

„Ich glaube nicht, dass die das gutheißen. Wo der eine sogar noch öffentlich verkündet hat, er hätte sich impfen lassen.“

„Aber mal was anderes. Muss dieses Revolverblatt die Gilmore-Girls zitieren? The Guardian. Die sind ja noch unsensibler als unsere Krawallzeitung. Das kannst du doch in die Tonne kloppen!“

„Dann aber in die Regentonne! Misch Tapetenkleister drunter, und heraus kommt sogar noch etwas Kreatives. Aber apropos… Kreativen Output haben *Extra-Large* doch seit Jahren nicht mehr geliefert. Was machst Du eigentlich mit den ganzen CDs von denen? Wegschmeißen?“

„Oh Gott, da sagst du was. Ich stehe kurz davor. Aber dann denke ich: Die Aufnahmen sind uralt, und damals konnte niemand wissen, dass es ’22 so eskalieren würde. Außerdem können seine Kollegen nun wirklich nichts dafür. Aber ganz ehrlich? Ich schwanke noch. Und so lange wandern die Scheiben erst mal nach ganz hinten ins Regal.“

„Aus den Augen, aus dem Sinn?“

„So in etwa.“

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300 Wörter für den Rant der Woche, auf den ich garantiert nochmal zurück komme. In welcher Form auch immer.