Dienstags-Gedudel #95 : Reisefieber, Teil 49 – Farbwechsel

Bleiben wir noch ein wenig im Osten und lauschen wir der Liebeserklärung von Peter Fox an Berlin:

„Guten Morgen Berlin, du kannst so häßlich sein – so dreckig und grau – Du kannst so schön schrecklich sein, Deine Nächte fressen mich auf…

Für mich gleich nach dem Beitrag der nächsten Woche eine der besten Hymnen über gehasst/geliebte Städte (auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=wN6DqxICRM8).

Media Monday #542 : Tabula Rasa – eine Woche Urlaub …

… und zwar zu Hause. Vorgenommen habe ich mir nicht besonders viel, außer auf gut Glück nach Mainz zu fahren und mir die Banksy-Ausstellung anzuschauen und mir heute Abend den Thriller „Last Night in Soho“ zu gönnen. Für alle Fälle habe ich schon mal Platz zum Abpausen eines Schnittmusters und Zuschneiden von Stoff gemacht, da mir seit Wochen dieses Retro-Modell von 1950 aus der diesjährigen Juli-Burda im Kopf herum geistert.

Burda 07/2021 – https://www.saturdaynightstitch.com/wp-content/uploads/2021/05/Burda-7-2021-preview-line-drawings-18-760×1024.jpg

Stoff habe ich, allerdings nicht in dieser Farbe und mit diesem Muster. Vielleicht habe ich ja Glück und schaffe es, bis Weihnachten das edle Teil zu nähen. Und nun zu den aktuellen Lückentexten des Media Monday – meine sonntägliche Wundertüte mit Platz für Überraschungen.

Media Monday # 542

1. Manch Schauspieler*in ist ja durchaus auf gewisse Rollen abonniert wie etwa Audrey Tautou auf weibliche Charaktere, die der Amélie ähneln. Daher war es eine erfrischende Abwechslung, sie in „Wahnsinnig verliebt“ als Psychopathin zu erleben.

2. Ich finde ja, es gibt viel zu wenig Kinofilme im November, die mich interessieren. Die Mehrheit läuft im Dezember an. „The French Dispatch“ habe ich ja leider verpasst, aber worauf ich mich wirklich freue, ist „Last Night in Soho“.

3. Wenn es mal eine kreative Fehlentscheidung gegeben hat, dann sicherlich Serien, die mir gefallen haben, nach einer Staffel bereits wieder enden zu lassen.

4. Das Angebot unserer Stadtbücherei braucht sich wohl wahrlich nicht zu verstecken, schließlich habe ich dort bis jetzt immer sehr gute Lektüre und Filme gefunden, aber auch das Sortiment an CDs kann sich sehen lassen.

5. Ich würde ja wirklich gerne glauben, dass ich dieses Jahr doch noch Spaß am Plätzchenbacken finde oder frühzeitig damit anfange, aber ich ahne schon, dass ich mich damit selbst belüge.

6. Dass ich eines Tages in einen Vereinsvorstand gewählt werden würde, hätte man vor einigen Jahren wohl so auch noch nicht geahnt, schließlich habe ich mich nie für den typischen Vereinsmenschen gehalten.

7. Zuletzt habe ich den Tisch, an dem ich im Homeoffice arbeite, komplett abgeräumt, und das war bitter nötig, weil ich demnächst den Platz zum Zuschneiden von Stoff brache.

ABC-Etüden – Woche 46 & 47 – Schweine im Weltall

Vor den Adventsetüden (den Adventüden) kommt bei Christiane jetzt noch eine letzte, reguläre ABC-Etüde mit den von Erinnerungswerkstatt gespendeten Wörtern Museum, biografisch und erinnern.

Da dachte ich mir, schreibe ich eben zur Feier des Tages eine Fan-Etüde, die aber nicht den Muppets gewidmet ist.

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Schweine im Weltall

„Alles Gute für den Ruhestand!“

Was mir mein Schwesterherz da aus der Zeitung vorlas, war doch die Höhe. Soweit ich mich erinnerte, hatte ich schon öfters mit dem Gedanken gespielt, früher in Rente zu gehen, aber geplant war nichts. Sie musste mich also nicht ständig damit aufziehen.

„Nein, ich meine doch Chris Murphy. Der plant den Bau eines Dorfs für Ruheständler inclusive Kreativzentrum und INXS-Museum…“

„Bitte was?!“ Ungläubig riss ich ihr die Zeitung aus der Hand und überflog die Seite, während ich ihr nur halb zuhörte. Schweine im Weltall! Vernommen hatte ich das Gerücht schon früher, es aber für ein Luftschloss des Bandmanagers gehalten, jetzt aber davon zu lesen und die Abbildung einer Computersimulation des rostroten Gebäudes in X-Form dabei zu sehen…

„Das ideale Urlaubsziel, für dich als Hardcore-Fan“, sinnierte sie. „Und dabei kannst du dir auch gleich diese Statue für Michael Hutchence angucken.“

Huch? Ich war zwar nur für die biografische Dokumentation über den Sänger und seine Rolle im Film „Dogs in Space“ zum neuseeländisch-australischen Filmfestival trotz hoher Hotelpreise nach Berlin gereist, aber ich war niemand, der nur für ein Depeche-Mode-Konzert von Ulan Bator nach Berlin und wieder zurück flog.

Wenn jemand ein hartgesottener Fan war, dann doch wohl sie mit ihrer Story, wie sie einst Bono in Dublin getroffen und sein leeres Glas als Reliquie nach Hause geschmuggelt hatte. Außerdem wusste sie, dass da finanziell bei mir nichts ging. Mein Körper kompensierte eben 16000 Kilometer nicht mehr so schnell wie früher, und wenn es mir an einem mangelte, dann an Zeit.

Aber ich hätte es wissen müssen, dass Schwesterherz den Zeitungsartikel mal wieder nur zur Hälfte gelesen hatte, denn ihm zufolge stand das ambitionierte Projekt, das aus der Luft bestimmt der Hingucker gewesen wäre, nach dem Tod des Managers im Januar mehr als nur noch in den Sternen.

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Den in dieser 300 Wörter langen Etüde genannten Artikel gibt es nur online – darin findet sich auch eine Abbildung, wie der Künstler sich das Gebäude vorgestellt hat.

# Writing Friday 2021 :  November #1 : Only happy when it rains

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Erst am zweiten Freitag dieses Monats kann ich wieder bei elizzys #writing Friday einsteigen, und darum übe ich mich mal wieder im Kombinieren zweier Themen (die Gesamtübersicht gibt es am Ende dieses Beitrags):

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt.   

und   

Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.

Mit 204 Wörtern ist diese Übung diesmal bedeutend kürzer ausgefallen als üblich.

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Only happy when it rains

Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn sie beruhigt mich ungemein. Blendendes Weiß tut meinen Augen weh, und Schwarz stimmt mich nicht heiter. Lieber nass und kalt als heiß und trocken: Nicht umsonst liebe ich es, im Regen spazierenzugehen und dabei „I’m only happy when it rains“ *) zu singen – und nicht von ungefähr kommt es, dass alle meine Kleider grau sind. Grau in allen nur denkbaren Schattierungen. Nicht blau, nicht gelb, nicht rot… grau geht immer und passt zu allem, grau ist edel und seriös und verleiht mir eine erhabene, mystische Aura…

Ja, ja – wer’s glaubt. Man hat schon Pferde vor der Apotheke…

Da unterbrach ein Klingeln meinen Selbstbetrug (mit einem klitzekleinen Körnchen Wahrheit darin), mit dem ich mich für das nächste Vorstellungsgespräch zu wappnen versucht hatte.

Vor der Tür stand nicht die freundliche Avon-Beraterin, sondern der Mann vom Paketdienst, der mir meine aktuelle Bestellung brachte – gerade zur richtigen Zeit, denn der November hatte Einzug mit seinen regnerischen Tagen gehalten, die mit fortschreitender Zeit immer kälter und ungemütlicher wurden. Hatte es nicht gestern erst bereits im Harz geschneit? Wunderbar! Mit meinem neuen, knallroten Wollmantel auf dem Weg zum morgigen Bewerbungstermin wäre ich in der Masse schwarzer, dunkelblauer, -brauner und -grauer Michelinmännchen auf jeden Fall der Hingucker.

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*) Den Song von der Band „Garbage“ habe ich früher tatsächlich oft und gerne gehört.

Trotz Regen schön bunt – https://youtu.be/GpBFOJ3R0M4

Die Aufgaben für den November sind diesmal: 1) Dichter Nebel liegt nun bereits seit Wochen über deiner Stadt. Beschreibe die Stimmung. +++ 2) Beschreibe den Regen, als würdest du ihn das erste Mal bewusst wahrnehmen.  +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Grau ist meine Lieblingsfarbe, denn…“ beginnt. +++ 4) Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfließen: nass, kalt, Pferde, klitzeklein, rot.   +++ 5) Welche Bücher haben dich dieses Jahr am meisten berührt? Stelle sie uns kurz vor. Wenn du willst; mit Verlinkung zu deiner Rezension.

Und hier sind die Regeln dazu:  Jeden Freitag wird veröffentlicht.  +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben.  +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Die 5 Besten am Donnerstag : Serien, die in Großstädten spielen 

Ab 100.000 Einwohnern spricht man von Großstädten, und um die geht es heute bei den 5 Besten – ERGOthek: Die 5 Besten Serien, die in einer Großstadt spielen – aber um nicht in den gleichen Metropolen Sightseeing zu betreiben, wandele ich teilweise auf anderen Reiserouten:

Orphan Black: Hier verteilen sich die Schauplätze quer über den Globus: London, San Francisco, Rom, Salzburg, Helsinki, Prag, und.. und… und… Bei Hunderten von Klonen ist die Liste lang. *)

White Collar: New York – denn die Stadt, die niemals schläft, hat in „Orphan Black“gefehlt. Krimis gehen bei immer, vor allem dann, wenn die Besetzung stimmt und alle Charaktere ein super Gespann bilden.

Being Human: Mit Bristol, das über 400.000 Einwohner ihre Heimatstadt nennen, habe ich die bekannten Pfade verlassen und mit der mysteriösen WG aus Geist Annie, Werwolf Geoarge und Vampir Mitchell bei ihren Versuchen, so normal wie alle anderen zu leben, drei bzw. sechs Staffeln lang mitgefiebert.

Clique: Bleiben wir doch noch ein wenig im Vereinigten Königreich und ziehen wir weiter in die Hauptstadt Schottlands. Mehr als 500.000 Einwohner sind schon eine ordentliche Hausnummer, und lange Zeit hat sich jeder Aufenthalt dort für mich wie in einem zweiten Zuhause angefühlt. Fiese Intrigen und rätselhafte Verbrechen im Universitätsmilieu waren das Thema dieser BBC-Produktion, die ich auf ard One entdeckt und in der Mediathek an drei Abenden hintereinander weg geschaut habe.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle: Nach Amerika und Europa muss noch ein weiterer Kontinent her – im Melbourne der Zwanziger Jahre bin ich gelandet. Wie gesagt, Krimis gehen bei mir immer, und wenn sie so stilvoll zelebriert werden und mit so tollen Kostümen aufwarten können wie Downton Abbey, dann erst recht.

*) bei der Anzahl der Orphan-Black-Staffeln habe ich mich wohl so ziemlich vertan. Eine Überprüfung bei wikipedia hat ergeben, dass es nicht drei und auch nicht sieben Staffeln waren, sondern in Deutschland tatsächlich fünf. Auf DVD wurden die Staffeln folgendermaßen veröffentlicht: Staffel 1 am 30.5.2014, Staffel 2 am 22.12.2014, Staffel 3 am 18.3.2016, Staffel 4 am 6.2. 2017 und Staffel 5 am 14.2.2018

ABC-Etüden – Woche 44 & 45 – Spectaculum nocturnum

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Hach ja, nun ist mir doch noch eine Etüde eingefallen: Ein nicht ganz ernstzunehmendes Spektakel, das teils der Wirklichkeit und teils meiner Fantasie entsprungen ist – aus den von Wortverdreher gespendeten Wörtern Kürbis, kitzlig und krakeln – als Nachschlag und damit fünften Beitrag zu den ABC-Etüden auf Christianes Blog.

Viel Spaß beim Rätseln, was davon gelogen ist…

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Spectaculum nocturnum

Kehrt aus, kehrt aus, räumt leer das Haus… Legt weg die Sense und die Maus… Räumt leer die Truhen und den Keller… Sonst gibt es nichts mehr auf dem Teller.

Ratlos grübelten mein Schatz und ich über den kunstvoll angekokelten und auf antik getrimmten Fetzen Papier, auf den unsere Freunde die diesjährige Einladung zu ihrer Halloweenparty gekrakelt hatten. Was hatte sich Andrea wohl diesmal spektakuläres ausgedacht? In der Vergangenheit war so einiges dabei gewesen: das großflächige Fenstergemälde vor drei Jahren, den unter großem Getöse aus einer Kürbistorte gestiegenen Klabautermann vom letzten Jahr, und nicht zuletzt die über dem mit Spinnenweben dekorierten Garten schwebenden Himmelslaternen. Bei diesem Anblick gruselte es mich noch heute.

Hoffentlich sprang nicht wieder so eine Sensenfrau aus dem Gebüsch, um mich mit ihren spitzen Fingern zu traktieren, wo ich doch so kitzlig war. Mein Schatz hatte wahre Überzeugungsarbeit und einen Wegezoll in Form von drei Litern selbstgebrauten Met leisten müssen, um mich aus ihren Fängen zu befreien und ich hatte mich noch drei Tage später an einem exquisiten Muskelkater „erfreuen“ dürfen.

Groß und voll hing der Blutmond über dem an den Kirchhof angrenzenden Garten, in dessen vorderen Teil das schwarzgewandete Partyvolk in kleinen Grüppchen zu den mittelalterlichen Klängen irgendeiner Rockband beisammenstand. Weiter hinten, nahe bei der Friedhofsmauer, hatte man schon eine Grube ausgehoben und die Erde fein säuberlich verteilt.

Sanft wehte das Absperrband im Wind.

Plötzlich setzte die Musik aus, und mitten in die Stille hinein dröhnte Bachs Toccata in ohrenbetäubender Lautstärke. Wie das Rote Meer im Alten Testament teilte sich die Menge, als Andrea mit ihrem Gefolge nahte, um den Topf mit Kürbissuppe, der jahrelang im Keller geschlummert hatte, in einer feierlichen Prozession durch den Garten zu tragen und ihm so die letzte Ehre zu erweisen, bevor sie ihn in der feuchten Erde für immer versenkten.

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300 Wörter sind es, um genau zu sein.

Dienstags-Gedudel #94 : Reisefieber, Teil 48 – vergiss nicht, wo Du herkommst.

Not such a nice day. Es wird langsam kälter hier, und nach den drei Himmelsrichtungen Süden, Norden und Westen ist heute mal der Osten an der Reihe, aber eine Lobeshymne wird das nicht, eher beschaulich, melancholisch und sehr nachdenklich:

Silbermond liefern (auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=fTwHFo9I72U) mit diesem Stück die passende Hintergrundmusik zu diesem Tag, der dank Ideen von 1933 (vielleicht auch schon von früher) in die unrühmliche Geschichte eingegangen ist.

Media Monday #541 : nur noch eine Woche …

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… dann ist Urlaub (aber zu Hause). Fünf Tage, um Dinge zu tun, die mit der Arbeit rein gar nichts zu tun haben. Außerdem fängt bei uns der Weihnachtsmarkt an.

Und nun zu den aktuellen Lückentexten des Media Monday – meine sonntägliche Wundertüte mit Platz für Überraschungen.

Media Monday # 541

1. Selbst ein filmisches Erfolgskonzept wie der Fortsetzungsfilm/die Filmreihe kann Risse bekommen, wenn für jeden neuen Film ein anderer Regisseur verantwortlich ist. Ich kann dabei nur für mich sprechen, aber genau das ist der Grund, warum ich irgendwann mittendrin das Interesse an „Fluch der Karibik“ verloren fand oder gar bei „Harry Potter“ eingeschlafen bin. Dabei habe ich mit Sequels nicht generell ein Problem. Bei „Final Destination“ zum Beispiel waren die Macher glücklicherweise so schlau, nach dem fünften Teil es gut sein zu lassen. Im Gegensatz dazu frage ich mich aber schon, ob es wirklich notwendig ist, von „SAW“ oder „Fast & Furious“ jeweils einen neunten Film herauszubringen und beantworte die Frage für mich mich mit einem klaren „Nein“– aber so lange das Interesse daran fortbesteht, wird es womöglich auch noch einen weiteren Film in den betreffenden Serien geben.

2. Grey’s Anatomy hätte man auch besser längst beendet, schließlich sind schon alle möglichen Personenkonstellationen durch, und ob die quälend lange Episode mit der an Corona erkrankten Meredith, die im Koma liegend, all den Verstorbenen an einem nicht näher definierten Stand begegnet, das Gelbe vom Ei war, lasse ich mal dahingestellt.

3. Ich kann gar nicht glauben, wie sehr ich mich freue, dass ich mein Auto glücklich durch den TÜV bekommen habe, nachdem man mir wegen nachzubessernder Bremsen die Plakette gar nicht geben wollte. Witzigerweise hat sich ein Kunde genau das Gleiche anhören durfte wie ich – was ich mitbekommen habe, als ich die Rechnung vorgestern bezahlt habe.

4. Libuše Šafránková (7.6.1953 – 9.6.2021) wird als Schauspieler*in für mich auf ewig als Aschenbrödel in dem tschechischen Märchenfilmklassiker in Erinnerung bleiben; vielleicht weil sie in vielen Rollen vor der Kamera gestanden hat, ich davon aber gar nichts mitbekommen habe. Dabei wäre für mich z.B. „The Importance of Being Earnest“ bestimmt interessant gewesen.

Der Klassiker schlechthin – https://de.web.img3.acsta.net/r_654_368/newsv7/21/03/11/13/34/4320236.jpg

5. Ich würde mich ja immens freuen, wenn der Trend, Remakes auf Teufel komm raus zu produzieren, vor manchen Originalen Halt machen würde. Bei „Contra“ fand ich es nicht so schlimm, dass die deutsche Version einen etwas anderen Ton anzuschlagen scheint als das französische Original, aber möchte ich eine Neuauflage von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ wirklich sehen, auch wenn sie aus Skandinavien stammt und die Polarlichter auf einer Kinoleinwand vermutlich überwältigend wirken?

6. Manchmal sieht man etwas wie beispielsweise diesen Mantel und möchte ihn sofort haben, doch das kann natürlich nur was werden, wenn man nicht gerade knapp bei Kasse ist.

7. Zuletzt habe ich den Abend bei einer Freundin verbracht habe, und das war ein wenig unrund, weil wir beide tierischen Hunger hatten, aber es 90 Minuten gedauert hat, bis das bestellte Essen geliefert wurde. Kalt ist es aber bei der Irrfahrt des Auslieferers trotzdem nicht geworden.

ABC-Etüden – Woche 44 & 45 – Der Endgegner

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Wieviel man aus den von Wortverdreher gespendeten Wörtern Kürbis, kitzelig und krakeln basteln kann, hat mich selbst erstaunt – und so serviere ich heute meinen vierten und letzten Beitrag mit 300 Wörtern zu den ABC-Etüden auf Christianes Blog.

Schon als ich damals mit der Fortsetzungsgeschichte „Nach dem Regen“ anfing, war mir klar, dass Marlenes Rache für den Betrug durch ihren Mann etwas anders laufen würde. Nun haben die Röders den Salat und eine „Bombenstimmung“.

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Der Endgegner

„Aaaargh!“ die Todesschreie, die aus dem Zimmer hinter der verschlossenen Tür kamen, gefolgt von grausigen Stöhngeräuschen und ersticktem Röcheln, hallten durchs ganze Haus. Ein „Bitte nicht stören“ musste Tom nicht erst draußen hin krakeln, damit man sich fernhielt. Wenn er zockte, kam man ihm besser nicht in die Quere, außer man wollte seinen Zorn auf sich ziehen, wenn er sein Spiel vergeigte. Medi Evil: nur halb so böse? Fiese Gegner warteten auf den Held des Spiels zuhauf, und im aktuellen Level lauerte als Endgegner die Kürbisschlange.

Auf sie war Marlenes Blick gefallen, als Tom die Pausentaste gedrückt und beim Verlassen der Zockerhöhle die Tür sperrangelweit offen gelassen hatte. Die Snacks trugen sich schließlich nicht von selbst ins Spieleparadies, und seinen Besuch empfing er lieber selbst anstatt diesen Job die Mama erledigen zu lassen. Zumal von ihnen allen niemand gerade gut auf sie zu sprechen war: Einfach zu verschwinden und ohne ein Wort nach Tagen wieder aufzutauchen. Auf ihre Erklärung warteten er, Lucy und Papa bis heute noch. War die Stimmung zu Hause schon nicht berauschend gewesen, war sie jetzt richtig im Keller. Ohne seine Mutter zu beachten, zog er Lilly hinter sich her und warf die Tür ins Schloss.

Schon bald übertönte schrilles Gewieher die lauten Geräusche des Konsolenspiels. Lilly konnte sich gar nicht mehr einkriegen, so kitzlig wie sie war. Tom hatte mal so etwas erwähnt. Was auch immer da drinnen vor sich ging, gegen Lillys durchdringendes Lachen hatten die Kürbismonster keine Chance. Von denen war nichts mehr zu hören, nur lautes Gepolter, ein dumpfer Schlag. Dann war es ruhig. Zu ruhig. Was nun?

Innerlich hin- und hergerissen rang Marlene mit sich, dann beschloss sie, den beiden noch ein paar Minuten zu geben, bevor sie sich durch lautes Türklopfen bemerkbar machte, auch wenn sie dadurch zum realen Endgegner mutierte.

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Das oben beschriebene Spiel gibt es tatsächlich: „Medi Evil“ war ursprünglich ein Spiel für die Playstation 1 und erfreut sich so großer Beliebtheit, dass es nun auch auf der Playstation der neuesten Generation gespielt werden kann. Außerdem habe ich diesmal das Wort „kitzlig“ tatsächlich wörtlich genommen und nicht mehr im übertragenen Sinn.