# Writing Friday – September, 37. Woche

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dies sind die Schreibthemen für den September

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” beginnt.   +++   2) Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht.   +++   3) Clarissa ist 18 Jahre alt und lebt im Jahr 2119 in einer Untergrundorganisation in London. Gegen was setzt sie sich mit den anderen Mitglieder ein?   +++  4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Zaubertrank, entdeckt, Bergkette, verborgen, Sternenhimmel   +++  5) Erzähle von einem Wolfsrudel, welcher Wolf wärst du? Was wäre deine Aufgabe im Rudel?

Zwergen, Elfen, Wölfe, Dornröschen… Ein märchenhafter Monat erwartet uns. Heute widme ich mich dem ersten Schreibthema auf der Liste.

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Der Monster-Mash

Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das, obwohl sie sich fest vorgenommen hatte, niemals in so ein dämliches Kostüm zu schlüpfen. Jetzt saß Lea im Studio und ließ sich von der Maskenbildnerin für ihre Rolle in dem neuesten Werbespot für ein Möbelhaus schminken. Das also kommt dabei heraus, wenn man eine aus Jux eingegangene Wette verliert und sich um eine solche Rolle bewirbt, dachte sie und seufzte tief. „Selbsthilfegruppe für verzweifelte Träume“ – wie passend. Ihre Freunde würden sich totlachen, wenn sie das kurze Filmchen im Fernsehen sehen würden, allen voran Finn, der auf dem Wave-Gotik-Treffen in einem T-Shirt mit dem Spruch „Elben haben doofe Ohren“ herumgelaufen war. Aber vielleicht ging der Kelch ja doch noch an ihr vorbei, denn schließlich war er es, der ständig tönte, Netflix sei das neue Fernsehen. Aber wer konnte schon wissen, ob der Spot nicht auch dort lief. Finn war ja so ein Witzbold – nur gut, dass aus ihm und Sally nichts geworden und diese jetzt mit Michael zusammen war. Jemand musste Finn mit seinen dämlichen Sprüchen Kontra geben und ihn nicht anschmachten wie Sally, womöglich noch mit so großen braunen Augen wie das Schaf auf dem Stuhl neben ihr sie hatte.

Was für eine unangenehme Wärme hier im Studio herrschte – kein Wunder, dass die Kleine in dem Schäfchenkostüm immer wieder einnickte, denn für das Mädchen gab es außer zu warten nichts zu tun, weil es seinen Text längst draufhatte. „Hey Schäfchen, bleib wach“, zischte sie, „oder ich hol mir das Monster zur Unterstützung.“ Das wirkte. Mit einem Mal war Schäfchen hellwach. Hexe, Held und Astronaut waren auch schon da. Nur noch fünf Minuten.

Alle waren hochkonzentriert bei der Sache gewesen, und doch hatten sie mehrere Anläufe gebraucht. Jetzt waren außer Lea nur noch die Dame, die die Hexe gespielt hatte und das lila Monster im Studio. Lea hätte zu gerne gewusst, warum der lila Kollege nicht auch einfach aus seinem Kostüm geschlüpft und nach Hause gegangen war. Aber eigentlich konnte es ihr auch egal sein. Im Gegensatz zu den beiden konnte sie nicht einfach ihr Kostüm ausziehen und einfach verschwinden. Aber abschminken konnte sie sich wenigstens schon mal, wenn sich von dem Stab hier keiner blicken ließ. Mein Gott, das war ja komplizierter als beim Film, dachte sie. Mit Sicherheit würde sie nie in dieser Branche arbeiten; dieser eine Ausflug in die Filmwelt sollte ihr erster und letzter bleiben, das nahm sie sich fest vor, während sie die künstlichen Wimpern ablegte und ihr Gesicht mit einem Schwämmchen bearbeitete. Das dauerte am Ende dann doch länger als erwartet, aber dann war auch das geschafft, und sie konnte das Studio verlassen, nachdem Carl, der Verantwortliche für die Kostüme, das dünne Fähnchen von einem Elfenkleid wieder in Empfang genommen hatte.

Sie hatte kaum die Straßenecke erreicht, als ihr auffiel, dass es in ihrer Tasche nicht klapperte wie sonst. Der Schlüsselbund! Er musste ihr im Studio abhanden gekommen sein, und wenn sie sich noch beeilte, würde jemand sie vielleicht noch ins Studio hinein lassen. Jetzt aber schnell und…. Rrrrums! Peng. Schepper. – fand sie sich auf dem Boden wieder. Sterne, Punkte und lila Flusen tanzten vor Leas Augen, und sie tastete vorsichtig ihre Stirn ab. Das würde eine fette Beule geben. Dem Pechvogel mit den lila Flusen an seiner Fleecejacke, in den sie blindlings hineingerannt war, ging es nicht viel besser. Stöhnend hielt er sich den schmerzenden Schädel. „Verdammt, was….“ , fluchte er. Mehr bekam Lea von der Tirade, die er vom Stapel ließ, nicht mehr mit. Diese Stimme, sie kam ihr so wahnsinnig bekannt vor. Kneif mich einer, sonst glaub ich’s nicht, erstarrte sie augenblicklich, und als sie dann endlich nichts mehr unscharf sah, wusste sie, dass sie sich nicht getäuscht hatte: Finn. Der mit dem Elben-haben-doofe-Ohren-Shirt. Und er hatte in dem Monsterkostüm gesteckt.

Noch wusste sie nicht, wie sie seine Geheimnistuerei einordnen sollte, aber eins wusste sie mit Bestimmtheit: Er würde sie jedenfalls nicht wegen ihrer Elfenrolle in dem Werbespot vor versammelter Mannschaft aufziehen. Nach diesem Auftritt jedenfalls nicht mehr.

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Mal sehen, welche Märchenfigur ich als nächstes reaktiviere.

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22 Wochen – 1 Objekt: Woche #5

 

Mein Tagebuch ist zusammen mit mir für das Fotoprojekt „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von aequitasetveritas und wortman auf Reisen gegangen. In diesen zwei Wochen sind allein schon davon so viele Bilder entstanden, dass es bis zum Jahresende reichen würde, aber damit es nicht so langweilig wird, beschränke ich mich bei meiner Auswahl auf ein Minimum. Und in chronologischer Reihenfolge werden sie auch nicht erscheinen.

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Nach dem Sonnenbad vor der Skyline von Toronto folgt jetzt der Aufenthalt an einem schattigen Plätzchen: dem Innenhof des Hotels in Downtown Toronto, in dem ich insgesamt fünf Nächte verbracht habe (zwei am Anfang und drei am Ende der Reise). Außer ein Bierchen zu trinken, konnte man dort auch sehr entspannt frühstücken – nur nicht am Tag der Abreise, denn da hat es wie aus Eimern geschüttet.

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Und nun – zum Schluss – worum es bei dem Projekt geht und der Zeitplan:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!

 

 

Serienmittwoch bei Corly # 160 : Top Ten der Filmmusik

 

Bei Corlys Serienmittwoch wird nach den Top Ten unserer Lieblingsmusik aus Filmen gesucht.

So breit gefächert wie meine Filmauswahl, ist auch die von mir ausgesuchte Musik. Da ist alles dabei: Von Hip Hop, Wave und Rock, bis hin zu klassischer Musik – wild gemischt mit Blockbustern und Independent Movies. Eine bestimmte Reihenfolge habe ich nicht, denn ich habe die Filme und die dazu gehörende Musik notiert, wie sie mir eingefallen sind.

 

1) Der Herr der Ringe : Enya – May it be (https://www.youtube.com/watch?v=i7MLT4MmAK8) – mein All Time Favourite der Fantasy-Filme:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2) Pretty in Pink : Echo & The Bunnymen – Bring on the Dancing Horses (htps://www.youtube.com/watch?v=V_bJf3foa5I) – Den Film fand ich in den 80er Jahren sowas von romantisch, und Echo & The Bunnymen waren ohnehin eine meiner Lieblingsbands:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3) Donnie Darko : Gary Jules – Mad World (https://www.youtube.com/watch?v=4N3N1MlvVc4) – auch dieser Film ist einer meiner Liebsten, und die Coverversion toppt für mich das Original von Tears for Fears um Längen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4) Fame, der Weg zum Ruhm : I sing the body electric (https://youtu.be/tG-wl2qqD7Y) – noch ein Schätzchen aus den 80er Jahren, das ich letztes Jahr wiederentdeckt habe:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5) Dangerous Minds : Coolio – Gangsta’s Paradise (https://www.youtube.com/watch?v=fPO76Jlnz6c) – ein ganz anderes Genre, aber der Film hat mich damals schwer beeindruckt, und das, wo ich mit Hip Hop oder R’n’B nichts am Hut habe:

 

 

 

 

 

 

 

 

6) The Hunger Games : Jennifer Lawrence – The hanging tree (https://www.youtube.com/watch?v=r-Oi43EsQNU) – ein Song mit Gänsehautfaktor:

 

 

 

 

 

 

 

7) Monster : Journey – Don’t stop believing (https://www.youtube.com/watch?v=rMUk-6cBjko) – im Film wird das Lied gespielt, als die Mörderin Eileen Wuornos (Charlize Theron) und ihre Geliebte (Christina Ricci) in der Rollerdisco Rollerskates fahren. „What you need“ von INXS wäre auch noch eine Option gewesen, aber dieser Klassiker von Journey war genau das, was mein Beitrag gebraucht hat:

 

 

 

 

 

8) X-Men 2 : Conjure One – Center of the sun (https://www.youtube.com/watch?v=7anlKIFvwYA) – im Film dudelt das im Hintergrund laufende Radio dieses Lied, das sich auf dem Album „Conjure One“ von „Conjure One“ befindet – ein Album, das ich zur Zeit rauf und runter höre, denn es hat tolle Gastsänger und -sängerinnen (z.B. Sinéad O’Connor) zu bieten und klingt so schön orientalisch:

 

 

 

9) A Star is born : Lady Gaga & Bradley Cooper – Shallow (https://www.youtube.com/watch?v=bo_efYhYU2A) – von den bisher genannten Stücken mein absoluter Favorit, genau wie der Film, den ich letztes Jahr gesehen habe, als er frisch in die Kinos gekommen war:

 

 

10) Brassed off : Rodrigo’s Concierto d’Aranjuez (https://www.youtube.com/watch?v=zo8hIc7DpuE) – ein klassisches Stück , gespielt von einer Bergarbeiter-Brass-Band in dem britischen Bergarbeiter-Drama „Brassed Off – mit Pauken und Trompeten“; in den Hauptrollen Ewan McGregor und Tara Fitzgerald:

 

 

Einfach war es für mich nicht, auf zehn Filme überhaupt zu kommen. Denn es sollten Filme sein, die ich auch gesehen habe. Sogenannte Honorable Mentions gibt es deshalb diesmal nicht.

 

 

Media Monday # 397 : Faulenzen ist toll

 

Um elf Uhr aufstehen auch. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht, weil ich dachte, dann hätte ich nichts mehr vom Tag. Aber wie ging noch mal der Spruch: Gib nicht deinem Leben mehr Stunden, sondern deinen Stunden mehr Leben. Das Stöbern in über hundert Jahre alten Fotos, die in einer Zigarrenkiste seit Jahren schlummern, war so eine Beschäftigung, die mir persönlich viel gebracht hat. – Jetzt aber zum heutigen Media Monday mit sieben Lückentexten – kurz und schmerzlos:

Media Monday # 397

1. Was dieser ganze Medienkonsum so mit sich bringt: Ich merke mal wieder, dass ich nichts verpasst habe, weil ich weder ein Twitter- oder Facebook-Account habe noch Streamingdienst-Abonnentin bin. Und dass ich im Moment WhatsApp nicht installieren kann, macht mich auch nicht sonderlich traurig.

 

2. Wiederholungssichtungen von Filmen und/oder Serien können manchmal richtig süchtig machen. Das erlebe ich momentan mit der sechsten Staffel von „American Horror Story“; vor einiger Zeit habe ich sie als Video on Demand gekauft, aber leider ohne Synchronisation, sondern nur mit Untertiteln. Dann habe ich mir die DVD gekauft und schaue sie jetzt. Und jetzt merke ich, dass sie um so viel besser ist, als ich sie in Erinnerung hatte.

 

3. Oscar-Kandidaten und andere Film-Preise schön und gut, aber welcher Film wirklich mal mehr Aufmerksamkeit verdient hätte muss ich leider passen, da ich in den letzten Jahren fast kaum noch ins Kino gegangen bin und jetzt so langsam wieder damit anfange.

 

4. Ich bin ja durchaus mit einer gesunden Skepsis an die Serie „Lucifer“ herangegangen, doch die Idee, dass der Teufel einen längeren Urlaub in der Stadt der Engel macht, fand ich besser umgesetzt, als ich erwartet hatte. Aber das liegt nicht an dem Hauptdarsteller, sondern eher an der Geschichte zwischen Chloe und ihrem Ex-Mann; meiner Meinung nach werden die Nebenrollen oft unterbewertet. Und auch die Musikauswahl mit Songs wie „Knocking on Heaven’s Door“ (Quelle: https://youtu.be/dCfK0MSefCQ?t=2) oder „Devil Inside“ fand ich gelungen.

 

5. „Der Sohn des Donnergottes“ von Arto Paasilinna ist auch so eine Lektüre, die ich so schnell nicht vergessen werde, denn wie der Sohn des finnischen Oberhauptes der Götter, Ukko Obergott, mit einem unscheinbaren Bauern und Antiquitätenhändlers die Körper tauscht und in neuer Gestalt für Verwirrung sorgt, ist einfach nur köstlich.

 

6. Was mich in der vergangenen Woche im Internet am meisten beschäftigt hat waren unzählige Spielrunden der Mah-Jongg-Variation „Goth Nexus“ auf www.orkus.de – die Online-Ausgabe des Musikmagazin für Gothics, das ich zu Beginn des Jahrtausends regelmäßig gelesen habe.

 

7. Zuletzt habe ich abgesehen vom Sortieren geerbter Familienfotos, die mir mein Mann hinterlassen hat – mir einen Kinoabend gegönnt und den Film „Plötzlich Familie“ mit Mark Wahlberg und Rose Byrne gesehen, und das war in diesem Jahr schon der zweite Film, der mir gut gefallen hat, weil der Film bei aller Komik auch ergreifende Momente bereithält.

Soundtrack of my life : Media Monday # 390 reloaded

 

Wer an dieser Stelle mit dem x-ten Beitrag zum Thema „meine Lieblingsband“ oder „die tollsten Musikvideos“ gerechnet hat, liegt leider falsch – denn zuerst muss ich den dritten Lückentext des „Media Monday“ vom 17. Dezember korrigieren. Da habe ich nämlich folgendes geschrieben:

 


3. „Pop around the clock“ auf 3Sat an Silvester könnte noch eines der späten Highlights des Jahres werden, denn da gibt es jede Menge Konzerte, die ich mir aufnehmen möchte, z.B. U2, Evanescence und Guns’n’Roses.


 

Mein spätes Highlight habe ich gestern Abend in der Jahrhunderthalle in Frankfurt Höchst gefunden;  Dort trat die niederländische Metalband Within Temptation mit Beyond the Black aus Mannheim als Vorgruppe auf. Within Temptation gibt es seit 1996, und von ihnen besitze ich die ersten beiden Alben. Beyond the Black, die 2014 gegründet wurden, kannte ich noch nicht. Beiden Bands gemeinsam ist, dass ich keine von ihnen je live erlebt habe. Seit gestern bin ich schlauer. Und begeistert. Endlich mal ein Konzert, bei dem auch der Supporting Act frenetisch gefeiert wurde und von dem Zugaben gefordert wurden. In der Hinsicht gab’s von meiner Seite erst mal nichts zu meckern.

 

01 BtB

 

Doch das Highlight waren und bleiben für mich Within Temptation. Was für eine grandiose Show. Stücke von ihren ersten Alben waren in der Minderzahl vertreten. Die anderen Songs, von denen ich bisher noch keinen kannte, schickten mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt von euphorisch bis melancholisch. Die Krönung schlechthin waren die beiden Akustikversionen; so konnte sich auch der Letzte in der Halle davon überzeugen, welch grandiose Stimme Sharon den Adel hat. Eine Stimme, die mühelos mehrere Oktaven umfasst.

 

03 WT

 

Auch optisch war die Show der Hammer: Außer den üblichen Lichteffekten gab es jede Menge Filmsequenzen, die die Lieder eindrucksvoll untermalten – grafisch auf hohem Niveau. Zur finalen Zugabe wurde die Sängerin, die sich extra dafür umgezogen hatte und nun ein elfenhaftes, bodenlanges grünes Kleid trug, an Schnüren in luftige Höhen gezogen und schwebte wie ein Engel über der Bühne.

 

02 WT

 

Normalerweise schieße ich keine Fotos bei Konzerten, weil die Bilder sowieso nichts werden und ich mich ganz auf die Musik und die Künstler konzentrieren möchte, aber hier habe ich dann doch ein paar Eindrücke festgehalten, auch wenn die Qualität der Bilder zu wünschen übrig lässt. Bessere Bilder gibt es hier und hier mit Konzertbericht und Setlist .

Wie ich dort erfahren habe, muss ich aber noch warten, bis das neue Album erhältlich ist… Macht aber nichts. Der Abend war ein würdiger Vorgeschmack, und jetzt habe ich etwas, auf das ich mich 2019 freuen kann.

 

Media Monday # 386 : Film & Kunst = Filmkunst

 

Zwei Serien und drei Spielfilme – mein Ausleihritual in der Stadtbücherei. Diesmal habe ich die Ausleihe der zweiten und dritten Staffel von „White Collar“ verlängern lassen und mir die Filme „Badlands“, „Loving Vincent“ und „The Runaways“ ausgeliehen, und diesmal war – im Gegensatz zum letzten Mal – kein Flop dabei.

Besonders beeindruckt hat mich „Loving Vincent“, dessen Produktion mehrere Jahre gedauert hat. Aber nicht allein, weil ich trotz Umwandlung der Realfilmaufnahmen in Ölgemälde die Schauspieler Saoirse Ronan, Eleanor Tomlinson und Aidan Turner *) auf Anhieb erkannt habe, Wahrscheinlich hat man die Schauspieler danach ausgewählt, wie sehr sie den Personen auf den Gemälden van Goghs ähneln.

01 Eleanor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02 Aidan

 

 

 

 

 

 

 

 

Chris O’Dowd (bekannt aus der Comedyserie „The IT-Crowd“) habe ich jedoch nicht erkannt, was aber eher an der maskenbildnerischen Leistung lag. Stimmig war für mich auch die musikalische Untermalung des Films mit dem von Lianne LaHavas gesungenen „Starry Starry Night“, das im Original von Don McLean stammt, als Filmabschluss. Die eigentliche Überraschung für mich aber war, dass genau dieses Lied auch in dem Film „The Runaways“ gleich zweimal auftaucht. Keine Überraschung wird dagegen sein, dass ich auch diesmal wieder die sieben Lückentexte des Media Monday auf Wulfs Blog „medienjournal“ am Sonntagabend ausgefüllt habe:

 

Media Monday # 386

 

1. Wenn Charaktere für ein anderes Medium adaptiert werden (beispielsweise Bücher zu Fernsehserien) kann das funktionieren, muss es aber nicht. Mir fällt nur grade kein Beispiel ein.

 

2. Der November ist auch schon wieder halb rum, doch dafür habe ich auch schon das erste Weihnachtsgeschenk für eine sehr gute Freundin; und das, wo ich noch überhaupt keine Lust auf Weihnachten habe.

 

3. Das meiste aus dem Genre „Fantasy“ oder „Mystery“ geht ja regelmäßig vollends an der Realität vorbei, doch ab und zu ist das genau das, was ich haben möchte – die Realität ist oft deprimierend genug, da brauche ich das nicht auch noch in Filmen oder Büchern.

 

4. Zu kritisieren, dass es bei Filmen nichts Neues, Interessantes oder Überraschendes mehr gibt, weil die Kinos mit Superheldengedöns oder Remakes geflutet werden, trifft es nicht immer. Als aktuelles Beispiel muss ich an das aus tausenden von Ölgemälden animierte Filmkunstwerk „Loving Vincent“ denken: Zuerst als Spielfilm gedreht, wurde jedes der 65000 Bilder einzeln auf Leinwand projiziert und dann von mehr als 100 Künstlern im Stil von Vincent van Gogh nachgemalt und dann im Rotoskopverfahren in einen Animationsfilm verwandelt. So werden Vincent van Goghs Gemälde lebendig. An manchen Stellen für meinen Geschmack vielleicht viel zu lebendig. Gerade in den Momenten, wo alles stillstehen sollte, vibrieren die Farben und Pinselstriche und erinnern mich an den gleichen Effekt im Video zu „Take on me“ von a-ha, Video, das in der gleichen Technik aufgenommen worden ist.

 

 

 

 

5. Eine der besten Nachrichten für mich ist, dass 2019 ein Downton-Abbey-Film ins Kino kommen soll, denn die Charaktere einmal auf der Leinwand zu erleben, stelle ich mir sehr reizvoll vor.

 

6. Ich mag es ja überhaupt nicht, wenn in Büchern jedes Detail bis ins Kleinste ausgewalzt wird und dadurch der Inhalt auf Hunderte von Seiten aufgebläht wird. Außerdem finde ich es eher für mein Lesevergnügen hinderlich, wenn zu viele Personen auftauchen, die dann auch ähnliche Namen tragen, weshalb ich die Romane „Der erste Kreis der Hölle“ von Alexander Solschenizyn und „Salzstädte“ von Abdalrachman Munif jeweils im ersten Drittel abgebrochen habe. Gefühlte 50 Charaktere verwirren mich nur.

 

7. Zuletzt habe ich mir den Musikfilm „The Runaways“ über die gleichnamige Band der 70er Jahre auf DVD angesehen, und das war ein Biopic, bei dem meine Lautsprecherboxen beweisen konnten, wozu sie fähig sind, weil ich Joan Jetts Gesang und Lita Fords Gitarrenspiel unmöglich auf Zimmerlautstärke hören kann. Das muss richtig krachen, und das hat es dann auch bei Joan Jett & The Blackhearts, als es mit den Runaways vorbei war. Bleibt als Schlusswort dann nur noch der Dialog am Ende des Films zwischen Joan und Tammy, einem Groupie.

Tammy: „Bowie is‘ Bowie. Der braucht keine Band.“ – Joan: „Das war meine Band. Ich war es, die die Songs geschrieben hat.“ -Tammy: „Aber die Leute erinnern sich immer an den Sänger.“


 

08 living room

 

 

*) Eleanor Tomlinson und Aidan Turner stehen seit 2015 für die Period-Drama-Serie „Poldark“ gemeinsam vor der Kamera und sind dort ein Paar, in „Loving Vincent“ haben sie nichts miteinander zu tun. Er spielt einen Bootsverleiher, sie dagegen die Wirtstochter Adeline Ravoux und hat damit den weitaus größeren Part.

 

**) Quelle des Videos (https://youtu.be/djV11Xbc914) gefunden auf Youtube.

 

 

 

 

Soundtrack of my life : Musikvideos, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind – Teil 4

 

 

 

Mit dem vierten und letzten Artikel endet meine Serie über Musikvideos, die für mich mal was anderes sind.

In Teil 1 ging es ums Geschichtenerzählen, in Teil 2 um interessante Aufnahmetechniken und in Teil 3 um düstere, morbide Filme. Den Abschluss bilden Videos von weiblichen Künstlerinnen, die mit akrobatischen Choreografien glänzen und wenig dabei anhaben, aber auf ästhetische Weise. Ich nenne diese Kategorie

 

4) Akrobatische Meisterleistungen, die nicht ganz jugendfrei sind.

 

Sex sells ? Das muss jeder selbst beurteilen, und darum gibt es ab hier Bilder mit leicht anzüglichem Inhalt.

 

Die relativ harmlose Variante, auch wenn mit den Herren darin nicht gerade nett umgegangen wird, stammt von Gabriela Cilmi, aber sie singt ja auch über sich selbst, dass an ihr gar nichts niedlich ist. Da bekommt das Wort Kabelbinder gleich eine ganz neue Bedeutung – The world’s a better place when it’s upside down:

 

Gabriela Cilmi – Sweet about me



 

Die verschärfte Version von Uli Steins Pinguinpyramide gibt es bei Kylie Minogue, hier darf gestrippt und geknutscht werden, obwohl man strenggenommen nicht viel sieht, ästhetisch umgesetzt in schwarz-weißen Outfits mit dem Schwerpunkt auf Weiß – ich bewundere die schwindelerregende Höhe der Pyramide zwischen Wolkenkratzern, von deren Spitze Kylie eine weiße Taube fliegen lässt:

Kylie Minogue – All the lovers



 

Die Botschaft in Lady Gagas Song „Born this way“ finde ich zwar super, aber das Video in Kurzfilmlänge (7:19) war mir dann doch eine Spur zu heiß. Außerdem glänzt das Video eher durch ausgefallene Kostüme und Make-up als durch Cirque-de-Soleil-Feeling. Wer trozdem einen Blick riskieren möchte – bitte sehr, der Klick führt dort auf direktem Wege hin.

Tänzerisch auf fast schon akrobatischem Niveau dagegen bewegt sich Pink mit Partner. Über die zunächst unterschwellige, aber immer offensichtlicher zutage tretende Gewalt in einer ungesunden Beziehung sage ich ab jetzt lieber nichts mehr:

Pink – Try



 

 

Natürlich hätte ich noch stundenlang so weiter machen, aber weitere sinnvolle Kategorien waren gerade vergriffen, und die immer gleichen Lieblingsbands zu präsentieren, wird für andere auch irgendwann langweilig. Eine mögliche Fortsetzung ist unter Umständen nicht ausgeschlossen, die Frage ist nur: wann.