Dienstags-Gedudel #9 : Wiederholungstäter

 

Ein Wort vorab: „Gedudel“ ist nicht herabwürdigend gemeint, sondern eine Aktion bei nellindreams, bei der ich gerne mitmache, um all jenen Klängen Raum zu geben, a) die sonst eher selten bei mir zu hören sind, b) mit denen ich die Grenzen meines musikalischen Universums auslosten bzw. meinen Horizont erweitern möchte oder c) die bei mir bekannten Bands nicht ganz so bekannt sind und damit auch schon wieder in die Kategorie a) fallen. Eine vierte Kategorie d) könnte lauten: Songs, die zwar nicht zu denen zählen, die ich üblicherweise höre, aber mir durch ein originelles Video aufgefallen sind. Die Kategorie c) beschäftigt sich heute mit einem Frage- und Antwort-Spiel.

Frage: Was passiert, wenn die Optik von „Matrix“, „Underworld“ und „The Crow“ mit meiner Lieblingsband kollidiert?  —   Antwort: Es entsteht ein Ohrwurm, der mich seit 2019 verfolgt. Wenn man Ohrwürmer ignoriert, werden sie schlimmer, und wenn man versucht, sie ins Archiv zu verbannen, profilieren sie sich als Wiederholungstäter.

Also gibt es nur eins, damit sie nicht weiter „nerven“: Man zerrt sie ins Licht der Öffentlichkeit, auf die Gefahr hin, dass Anwesende dies merkwürdig finden und einen für komplett meschugge erklären Aber damit kann ich leben.

 

Das Gedudel der Woche stammt diesmal von INXS (von wem auch sonst nach dieser Einleitung, ha ha) mit „The Strangest Party (These are the times)“ – https://www.youtube.com/watch?v=jnvM7bBVkto&feature=youtu.be

 

 

 

„Broken Strings“ : Chapter 1 – Work and Travel I

 

 

Keep calm and drink this …“ – der Typ neben mir auf dem Sofa redete auf mich ein, aber ich verstand nicht, was er sagte.

Ich sah mich immer noch auf dem dreckigen Boden und über dem Mann knien, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden gegangen war und nun keinen Mucks mehr von sich gab. Mir wurde siedend heiß, denn so eine Situation hatte ich gerade erst erlebt. Electric fencing! Die Tücken des Stroms, die auf einen lauern, wenn man zu dritt einen defekten Elektrozaun wieder in Ordnung bringen soll. Dabei hatte man uns doch eingeschärft, was wir machen sollten, für den Fall, dass es mal einen von uns erwischen sollte.

Nun lag unser Kollege am Boden und rührte sich nicht. Wie paralysiert hatten wir auf ihn hinunter gestarrt und wertvolle Sekunden verstreichen lassen. Meinem Kollegen war zwar dann doch noch eingefallen, was in einem solchen Fall zu tun war, aber dieser Stromschlag war dann doch zu heftig gewesen, und der Junge, den es erwischt hatte, war nicht wieder zu sich gekommen. Er hatte das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Manche Erlebnisse wird man nie los. Im Gegensatz zu den damit verbundenen Jobs. Gestorben war Robbie nicht, wie ich später erfuhr, aber dass sie statt Jack und mir trotz der irreparablen Schäden lieber dem Zaunhersteller die Schuld gaben, tröstete mich auch nicht. Und nun hier, in dieser Bar… Dabei hatte der Mann nicht die geringste Ähnlichkeit mit meinem jungen Kollegen von damals. Allerdings war „damals“ ein dehnbarer Begriff.

Mark, so hieß der Typ neben mir auf dem Sofa, hielt mir einen Becher mit Kaffee unter die Nase – normalerweise mein Lebenselixier, aber ich fühlte mich wie tot. So tot wie der Mann, dem ich trotz aller Wiederbelebungsversuche doch nicht hatte helfen können; dass ich diesen Alptraum ein zweites Mal erleben würde, damit hatte ich nicht gerechnet, und vermutlich auch außer mir niemand sonst.

… bevor du auch noch umkippst…“

So langsam begann das Getränk, seine Wirkung zu entfalten. Das war wirklich sehr aufmerksam von ihm, und vermutlich sollte ich ihm für seine Fürsorglichkeit danken; dennoch konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, und mich fröstelte, trotz der Decke, die er um meine Schulter gelegt hatte. Weiß der Geier, aus welchem Kellerloch er das Ding hervorgeholt hatte, denn es roch muffig und kratzte obendrein wie Hulle … Decke? Was zum… ! Mein Tunnelblick ging in Richtung Tresen, der einige Meter entfernt war und an dem ständig Leute vorbeiliefen. Der Haken unter der Theke: leer. Abgeräumt. Das gleiche Bild unter dem Barhocker, wo ich meine Schuhe abgestreift hatte, weil mir die Füße nach der vielen Lauferei und wegen der Wärme in dem Laden hier entsetzlich gequalmt hatten… nichts. Gähnende Leere. Bei der letztendlich missglückten Rettungsaktion hatte ich sie nicht vermisst.

Wer auch immer sie geklaut hatte, um die Schuhe ging es mir noch nicht mal – aber in der Jacke war mein letztes Geld gewesen. Wenigstens hatte ich den Schlüssel zu meinem Hostel noch, weil ich so clever gewesen war, ihn in den Taschen meiner Jeans zu verstauen, da wo ich auch ein paar vereinzelte Scheine und Münzen aufbewahrte. Die würden vielleicht gerade noch reichen, meine Drinks hier zu bezahlen, und das Zimmer. Aber morgen früh wäre dann Schluss mit lustig. Ich hätte längst weg sein sollen, doch das ging nicht mehr, denn wohin ich auch blickte, überall war Securitypersonal. Ob sie hofften, den Feigling, der den Tumult ausgenutzt hatte, um mich zu bestehlen, doch noch zu kriegen? Die Polizei war längst fort; man hatte meine Personalien aufgenommen, und das war’s dann auch schon. Den Diebstahl hatte ich erst hinterher bemerkt.

Inzwischen hatte auch Mark mitbekommen, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich mache nur ungern aus meinem Herzen eine Mördergrube, außerdem war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich nichts mehr zu verlieren hatte, also konnte ich ihm auch genauso gut erzählen, was passiert war. Aber was gab es da schon groß zu berichten? Fasse dich kurz, war das Motto meiner Eltern gewesen, die es wiederum von meiner Oma hatten, und in meinem Fall bedeutete das: Mich schamlos zu beklauen, war der Dank dafür, dass ich mich da unten auf dem Boden abgemüht hatte, und dann auch noch völlig umsonst. Was Mark genau wie alle anderen bestimmt schon längst mitbekommen hatte. Wie alle anderen? Tatsächlich gab es jemanden, der während der ganzen Aktion nicht dabei gewesen war. Nein, nicht der Dieb, der bestimmt längst über alle Berge war, sondern jemand, den Mark genauer zu kennen schien.

„Hey, Mitchell“, rief er ihm zu, als der die Treppe herunterkam, „komm doch kurz rüber und mach dich mal nützlich.“

‚So slide over here and give me a moment‘, das hätte man auch netter sagen können; aber der rustikale Tonfall schien dem anderen nichts auszumachen. Völlig entspannt kam er auf uns zu; der ihn umgebenden Wolke nach zu urteilen, hatte er gerade eine längere Zigarettenpause hinter sich. Na prima, wenn ich Mark richtig verstanden hatte, sollte sich sein Best Buddy um mich kümmern, weil er dringend telefonieren musste. Was Mitchell dabei sollte, war mir schleierhaft – eigentlich war ich inzwischen so weit, dass ich auch genauso gut meine Drinks bezahlen und ohne großes Aufsehen verschwinden konnte.

Einen günstigeren Moment als diesen würde ich nicht mehr erwischen: Mark hatte ihn zur Seite genommen, um ihn über die Situation ins Bild zu setzen. Mist – zu spät, jetzt starrten mich beide an. Mark drückte Mitchell ein Glas in die Hand, zeigte in meine Richtung und schickte seinen Freund zurück zu mir. Prompt ließ der sich auf den freigewordenen Platz neben mir auf dem Sofa fallen und reichte das Glas mit der bernsteinfarbenen Flüssigkeit an mich weiter. Mißtrauisch schnüffelte ich daran. Ginger Ale war das nicht. Yo, klar – macht mich nur betrunken; füllt mich ruhig bis zum Filmriss ab, vielleicht vergesse ich dann schneller…

# Writing Friday 2020 – März, 11. Woche : Der Unsichtbare

 

Frühlingsanfang! Der 21. März ist morgen, und da bietet sich auch gleich das richtige der fünf Schreibaufgaben des #Writing Friday auf dem Blog von elizzy:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang.

Frühlingsgedichte und -geschichten gibt es wie Sand am Meer, und in vielen schwelgen ihre Schöpfer in detaillierten Beschreibungen der Farben und der Landschaften. Schön für die, die noch über alle ihre Sinne verfügen, doch wenn der des Sehens fehlt, was dann?

 

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Der Unsichtbare

Du kannst ihn nicht sehen, und doch ist er da. Erfasse ihn auf andere Weise.

Hörst Du den Frühling, wenn er naht? Schon morgens schallt es durch die Straßen, das monotone Gezirpe der früh erwachenden Rotkehlchen, in das die Amseln mit ihren kunstvollen und melodischen Gesängen später einstimmen.

Kannst Du ihn spüren, den Frühling, durch Deine innere Uhr? Sie zeigt Dir an, dass die Gesänge der Vögel mit jedem Tag ein wenig früher beginnen.

Öffnest auch Du, wie ich, das Fenster, um ihnen zu lauschen? Dann kannst Du ihn riechen – diesen ganz eigenen, nur schwer zu beschreibenden Duft: nicht mehr der des Winters mit dem Rauch brennender Holzscheite oder fallendem Schnee – und auch noch nicht der des Sommers mit seinen abertausenden Blüten. Es ist der zarte Hauch von frisch aus dem Schlaf erwachtem Grün, das im Winter nur geruht hat. Könnte es sprechen, würde es sagen: „Wir sind nicht tot, wir haben nur geruht, um mit neuen Kräften auszutreiben“.

Vielleicht kannst Du ihn auch schmecken, wenn ich das Gericht aus frischen Kräutern zubereite, das wir schon als Kinder liebten.

Es gibt andere Arten, ihn zu erfassen – auch wenn Du ihn nicht siehst, so ist er doch da.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

 

Die Schreibthemen im März:

1) Beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Banane, Zahnlücke, kitzeln, Frühlingsbrise, bunt +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt. +++ 4) Erzähle aus der Sicht deines Balkons / deiner Terrasse. Wie sieht es da aktuell aus? Was könnte in den nächsten paar Tagen dort geschehen? +++ 5) Versuche “Sie war glücklich” in einer Szene zu beschreiben, ohne die Wörter “Glück” oder “glücklich” zu gebrauchen.

 

Und hier nochmal die Regeln:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Media Monday # 454 : Ein Wochenende zum Wohlfühlen

 

 

 

Das Ende einer stressigen Woche. In Darmstadt winkte das Jugendstilbad. Schwimmen und Saunieren in historischen Mauern. Trotz scheinbar an jeder Ecke lauernden Coronavirus‘ war der Zustrom an Sauna- und Wellnesswilligen ungebrochen; so mein Eindruck. Sie kamen nur etwas später aus den Startlöchern. Na ja, es kann ja nicht jeder so eine Frühaufsteherin wie ich sein, die an einem Samstagmorgen um sieben Uhr aus den Federn kriecht (nach nur sieben Stunden Schlaf).

Den entspannten Sonntag, an dem ich mir ein brauchbares Ende für eine Fortsetzungsgeschichte überlegt habe, beschließt nun der Media Monday, bei dem es auch heute wieder sieben Lückentexte zum Ausfüllen gibt:

Media Monday # 454

1. Kommen Fragen auf zu meinem Lieblings-Musikgenre, kommt mir ja immer als erstes alles, was ich nicht mag, in den Sinn, denn inzwischen gibt es bei mir so ein breites Spektrum, von dem ich bislang selbst noch nicht wusste, wie breitgefächert mein Geschmack ist, auch wenn manche Bands immer noch lieber als andere höre.

2. Von den Serien meiner Kindheit wird mir Catweazle immer unvergessen bleiben, schließlich ist für mich sein Staunen über das moderne Leben mit Elektrizität und sein Ausruf „Elektrik-Trick“ legendär.

3. Durch den Schleier der Nostalgie betrachtet erschien mir das Leben in Schottland im Allgemeinen und in den Hochhäusern der Altstadt von Edinburgh im Besonderen immer faszinierend, doch verschiedene Aufenthalte in britischen Häusern mit feuchten Wänden und der Besuch einer Ausstellung in Edinburgh haben mich kuriert und vom Gegenteil überzeugt. Heute ist es nicht mehr mein Traum, dort hin auszuwandern.

4. Meine Mutter ist nach all den Jahren noch immer zuverlässig darin, mir/mich mit ihrem Elefantengedächtnis zu überraschen.

5. In der Rückschau betrachtet war es vielleicht sogar gut, dass ich manche Entscheidungen nicht getroffen habe.

6. Das Smartphone öfters mal in der Tasche zu behaltenn oder auf dem Tisch liegenzulassen, ohne ständig draufzuschauen, versuche ich ja auch immer Freunden und Familie nahezubringen, einfach weil ich es schöner finde, wenn man bei gemeinsamen Aktivitäten und Gesprächen die ungeteilte Aufmerksamkeit hat. Außerdem sollte niemand der Sklave seines Telefons sein.

7. Zuletzt habe ich mit mir gerungen, ob ich am Wochenende abends ins Kino gehen soll, und das war für mich keine einfache Entscheidung, weil eigentlich der Samstagabend wie geschaffen dafür ist, ich aber nach mehreren Saunagängen dann doch lieber früh zu Bett gegangen bin und den Sonntag lieber für andere Aktivitäten nutzen wollte. Bleibt für mich noch der Dienstag oder Mittwoch zur Auswahl übrig.

Die 5 Besten am Donnerstag – Die schönsten Tierfilme

 

 

Nach romantischen Szenen gibt es wieder etwas Neues bei den 5 Besten am Donnerstag bei passionofarts – und zwar die besten Tierfilme. By the way: Dieses Thema zu verfolgen, fand ich um einiges einfacher und spannender als romantische Szenen zu finden.. Eigentlich hätte ich ja hier fast nur Disney-Filme aufzählen können, aber die Filmwelt hat so vieles mehr zu bieten, und darum ist bei mir ein kunterbunter Mix aus Spiel-, Trick- und Dokumentarfilm herausgekommen. Wie immer ohne Wertung und diesmal ohne Bilder und Trailer.

 

1) Amy und die Wildgänse (1996)

Die 14jährige Amy findet ein verwaistes Vogelnest und brütet in einer Schublade 16 Kanadagänse aus. Die Küken werden dadurch auf das Mädchen geprägt, und so muss sie als frischgebackene Gänsemutter ihre neue Familie großziehen. Ein Ranger will den Tieren vorschriftsgemäß die Flügel stutzen, doch mit dieser Tierquälerei ist er bei Amy an der falschen Adresse. Statt dessen beschließt sie, selbst das Fliegen eines Ultraleichtflugzeugs zu lernen und so ihren Schützlingen das Fliegen beizubringen. Dem amerikanischen Spielfilm liegt eine wahre Begebenheit zu Grunde.

 

2) Ein Schweinchen namens Babe (1995)

Ferkel Babe hat große Pläne: Es möchte Schafe hüten, und bis es dazu endlich kommt, muss der kleine Babe so einige Turbulenzen durchstehen. Diesen australisch-amerikanischen Film fand ich herzerwärmend, auch wenn nicht alle Tiere darin echt waren.

 

3) Findet Nemo (2003)

Clownfisch Marlin hat seinen Sohn Nemo verloren und muss ihn wiederfinden. Begleitet wird er von der vergesslichen Dorie, einem Doktorfisch. Die Zeit drängt, denn Nemo wurde gefangen und nach Sydney gebracht, wo er zum Geschenk für das Mädchen Darla werden soll, die als Fischmörderin berüchtigt ist.

 

4) Hennen Rennen (2000)

Noch ein Animationsfilm, aber diesmal sind die Tiere nicht am Computer entstanden, sondern aus Knetmasse, die per Stop-Motion-Verfahren animiert wurden. Das Markenzeichen der britischen Aardman-Studios, die für sämtliche Abenteuer von Wallace & Gromit berühmt geworden sind. Der Film handelt von Legehennen, die aus einer Hühnerfarm, die Ähnlichkeit mit einem Gefangenenlager hat, ausbrechen wollen. Bisher waren alle Versuche zum Scheitern verurteilt, und als die Besitzerin der Farm, die gierige Mrs. Tweedy, eine Hühnerpastetenmaschine bestellt, wird die Lage verzweifelt. Ausgerechnet in den flugunfähigen Hahn Rocky, der durch einen Zufall auf das Gelände der Farm geraten ist, setzen die Hennen ihre Hoffnung – und unter Anleitung des Veteranen Fowler, der als junger Hahn das Maskottchen der Royal Air Force war, bauen die Hühner gemeinsam ein Flugzeug, mit dem sie den Zaun überwinden wollen.

 

5) Heimweh

Wem der Titel nichts sagt: Der amerikanische Spielfilm von 1943 mit Elizabeth Taylor ist die bekannteste der vielen Filme mit der Langhaarcollie-Hündin Lassie in der vierbeinigen Hauptrolle.

 

Was es noch hätte werden können:

Die Geschichte vom weinenden Kamel (ist kein reiner Tierfilm), Serengeti darf nicht sterben (der Oldie unter den Dokumentarfilmen), Ratatouille (Jeder kann kochen! Auch Ratten), Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (ein kleines Meisterwerk von Aardman) und Bambi (der Disney-Klassiker von 1942).

Media Monday # 453 : Very British

 

 

Zuerst ein Lichtbildervortrag über Cornwall am letzten Wochenende, an diesem Wochenende bzw. Freitag (der für mich auch dazu zählt) ein Kinobesuch – für einen Film, der mich begeistert hat. Mir war nach etwas leichtem, lustigem oder absurdem, und da bot sich die Gangsterkomödie „The Gentlemen“ von Guy Ritchie an. Tatort England, aber Sil hatten die im Film auftauchenden „Gentlemen“ keinen:

Ich käme nie auf die Idee, einen sündteuren Glenfarclas von 1974 auf Eis und dann auch noch aus einem Tumbler (Becherglas) zu trinken. Edlen Scotch/Single Malt genießt man am besten wie einen guten Cognac – aus dem entsprechenden, bauchigen Glas. Jetzt aber genug gelästert – beschäftigen wir uns lieber mit dem Media Monday, bei dem es auch heute wieder sieben Lückentexte zum Ausfüllen gibt, von denen nur die ersten sechs variieren:

Media Monday # 453

1. In meiner Kindheit/Jugend haben mir ja Filme/Serien ein völlig falsches Bild davon vermittelt, wie der Alltag von Fernfahrern aussieht. Am Brotausliefern unter Zeitdruck finde ich nun wirklich nichts spannendes oder abenteuerliches. Davon haben mich die Erzählungen meines Mannes später restlos überzeugt.

2. Auch ist es ja gang und gäbe, Charaktere eines bestimmten Alters mit deutlich jüngeren/älteren Schauspieler*innen zu besetzen, wobei ich finde, dass die Diskrepanz zwischen dem Alter der Rolle und dem tatsächlichen Alter der darstellenden Person nicht zu groß sein sollte, sonst wird’s unglaubwürdig. Unfair finde ich es allemal.

3. Dass „Parasite“ bei der Oscarverleihung nicht leer ausgegangen ist, ist eine mehr als freudige Entwicklung in Anbetracht der Tatsache, dass in den Jahren zuvor etliche Filme mit Auszeichnungen nur so überhäuft wurden, dass mich das nur noch gelangweilt hat. Bitte, wozu muss man einen Film mit 8 Oscars auszeichnen?

4. Früher wäre mir ja nie in den Sinn gekommen, mich mal ein wenig näher mit bestimmten Musikrichtungen zu befassen, doch das Silvesterprogramm von 3Sat (ein Konzert von den Dixie Chicks) und das Spezialprogramm meines Lieblingskinos (eine Opernaufführung als Live-Übertragung aus London) haben es mir leicht gemacht, meine Meinung zu ändern.

5. Robert Pattinson ist ein – meines Erachtens – noch immer viel zu wenig beachtetes Talent, schließlich hat er mich mit seiner Rolle in „Der Leuchtturm“ sehr beeindruckt, und seit ich am Freitag den Trailer zu „Tenet“ gesehen habe, in dem er auch mitspielt, überlege ich, ob ich mir dieses von vielen Bloggern erwartete Werk von Christopher Nolan vielleicht doch anschaue.

6. Was ich lange vernachlässigt habe – und mich auch darüber ärgere – ist unser Garten. Aber so schlimm wie bei Familie Flodder sieht es dort noch nicht aus.

7. Zuletzt habe ich mit der zweiten Staffel von „Nashville“ angefangen, und das war Entspannung und Spannung zugleich, weil die Musik auf mich entspannend wirkt und ich es spannend finde, welche Leichen dort noch aus dem Keller auftauchen.

Dienstags-Gedudel #5 : Broken Strings

 

 

Weil ich gerade erst ein Best-of-Album von Nelly Furtado wiedergefunden habe, das jetzt öfters höre, erschien mir „Broken Strings“ im Duett mit James Morrison passender als das, was ich ursprünglich geplant hatte. Statt sportlichen Betätigungen auf dem Wasser gibt es heute ein Duett von Nelly Furtado und James Morrison – Broken Strings – https://www.youtube.com/watch?v=26PAgklYYvo:

 

 

Der Wassersport darf darum noch etwas warten. Wer nah am Wasser gebaut hat, darf trotzdem alle Schleusen öffnen, der reinigende Effekt ist nicht zu unterschätzen.

# Writing Friday 2020 – Februar, 8. Woche : Als die Uhren rückwärts liefen

 

Stell Dir eine Welt vor, in der alles möglich ist. Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy kann das jeder ausprobieren und seinen Gedanken Ausdruck verleihen, egal in welcher Form, und zwar zu vorgegebenen Themen, die am Ende meines Beitrags aufgeführt sind.

Nach dem Murmeltiertag (2. Februar) und dem Valentinstag (14. Februar) hebe ich heute einen eigens erfundenen Tag aus der Taufe: den Verkehrte-Welt-Tag, denn der Karneval geht in seine letzte und entscheidende Phase…

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Als die Uhren rückwärts liefen

 

Die Uhren liefen rückwärts, als der Zwerg aus dem Nebel auf mich zugeschossen kam, gleich nachdem ich das Plakat gesehen hatte:

NEU IN DER STADT – DER SKULPTURENGARTEN – 2. NOVEMBER FEIERLICHE ERÖFFNUNG.

Wow! Das ist ja schon morgen!“ hatte ich überrascht ausgerufen und meine neue Bekanntschaft aus dem Bogside fragen wollen, ob sie nicht Lust hätte, mich dort hin zu begleiten, doch plötzlich war dieser kalkweiße Winzling aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich mir mit einem Sprung in den Weg gestellt. Ich hatte wirklich nur kurz geblinzelt, weil ich meinen Augen kaum getraut hatte. Eine Statue aus dem Park? Eigentlich eher so eins dieser kitschigen Engelchen, wie man sie zu Tausenden in diesen Dekoläden findet – Schnickschnack, den die Welt nicht braucht. Damit kann man mich ja meilenweit jagen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann hätte ich schwören können, dass es dieser Gnom auf mich abgesehen hatte. Hey Kleiner, hatte ich noch gedacht, Halloween war gestern – Du kannst mit der Maskerade aufhören.

Maskerade? Die Erkenntnis kam leider zu spät. Jagen wollte hier nur einer, und zwar das Engelchen aus weißem Marmor. Das war kein Mensch. Aber auch keine Statue. Ich weiß nicht, was es war, aber es war hinter mir her. Und es war gnadenlos. Verschwunden war das sanfte Lächeln auf seinem Gesichtchen; als ich mir ungläubig die Augen gerieben hatte, nur für einen winzigen Moment, da hatte ich es am Hals.

Beim Anblick seiner schrecklichen Fratze wurde mir eiskalt, und ich konnte nicht mal mehr schreien. Innerhalb eines winzigen Augenblicks geschahen mehrere Dinge gleichzeitig: Während um mich herum alles vorbei raste und zu einer undeutlichen Masse Schatten in unterschiedlichen Grautönen verschwamm, flammte das Zifferblatt meiner Armbanduhr gestochen scharf in der Dunkelheit auf. Die Zeiger rannten nicht nur entgegen ihrer üblichen Richtung, sie drehten förmlich durch. Als sie mit einem Ruck stoppten, bekam das Glas des Zifferblatts einen Sprung, während sich die Zeiger ineinander verhakten. Ich wurde so heftig zu Boden gerissen, dass ich für einen Moment die Besinnung verlor. Irgendwo in der Schwärze um mich herum heulte ein Kauz.

Als ich wieder zu mir kam, war es immer noch dunkel. Nebel wallte aus dem Park, und ein Absperrband bewegte sich sanft im Wind hin und her. Viel Zeit war wohl nicht vergangen. Und doch… Aus der Ferne drangen Stimmen durch den Nebel – Stimmen, die ich kannte: Die einer Frau.. Lara? Und eine, die wie meine eigene klang. Ach nee… Die Fetzen, die ich von ihrer Unterhaltung aufschnappte, kannte ich! Stop! Irgendwas war mit einem von den drei Guinness nicht in Ordnung gewesen, oder woher kam auf einmal diese Halluzination? Oder dieses verflixte Engelchen, das auf mich losgegangen war, hatte mir irgendein Zeugs verabreicht. Mich konnte es doch unmöglich zweimal geben! Lara und ihr elender Fimmel, was Zeitreisen anging. Das war doch alles dummes Zeug! Mir war das alles viel zu abgehoben. Aber nun war es genau der eine Satz, den sie im Lauf des Abends fallengelassen hatte: Never cross your own timeline!

Das hier war ein anderes Kaliber als die absurde Drohung „Never type ‚Google‘ into Google – you might break the internet“: Die eigene Zeitlinie zu durchkreuzen führt zu fürchterlichen Folgen, sowohl für einen selbst als auch für andere. Das bedeutete, dass ich unter keinen Umständen mir selbst über den Weg laufen durfte. Niemals durfte das geschehen, und so tat ich das erstbeste, das mir in den Sinn kam: Ich robbte auf dem Bauch in Richtung Fahrbahn und kroch unter einen geparkten Van. Welch heldenhafte Tat. Eines echten Feiglings würdig. Und dennoch die einzig akzeptable Lösung zu diesem Zeitpunkt für dieses Dilemma. Mir auszumalen, was passiert wäre, wenn ich mir selbst gegenüber gestanden hätte, überstieg meine Vorstellungskraft.

Allgemein herrscht ja die Vorstellung, dass man an der Schwelle des Todes sein ganzes Leben im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht, aber hier war es nicht mein Leben, das ich wie einen Film ablaufen sah, sondern ein Teil der vergangenen Stunden. Und ein Licht, in das ich gehen konnte, gab es auch nicht. Nur Dunkelheit, Nebel und diese gruselige Gestalt in Form einer Putte, die mein hinter Lara hergehendes Ich berührte, das auf der Stelle verschwand. Wie vom Donner gerührt, blieb sie stehen und schaute dem marmornen Nackedei nach, wie er kichernd im Nebel verschwand. Die Luft war rein.

Der Engel hatte keine Ahnung, dass ich ihn bei seinem Treiben beobachtet hatte und mich nun voll auf Lara konzentrierte. Sie wollte doch nicht? Nein, bitte, dachte ich, Du wirst doch nicht so blöd sein, und ihm blindlings hinterher stürzen? Sie schien zu überlegen, noch unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte, aber jederzeit bereit zum Sprung. Warte noch, stöhnte ich vor Schmerz. Die Wucht meines Aufpralls war doch stärker als ich dachte. Ächzend kroch ich unter dem Van hervor und versuchte, mich Lara bemerkbar zu machen. „Wie spät ist es?“, war das einzige, was ich noch herausbrachte, bevor sie mir das Zifferblatt ihrer Armbanduhr zeigte und im dunklen Park verschwand, um die Verfolgung desjenigen aufzunehmen, der an meiner Zeitschleife Schuld war. Und was, wenn sie scheiterte? Wenn sie ihn vergeblich in der Dunkelheit suchte? Oder noch schlimmer, wenn er sie auch noch erwischte? Nein, das musste ich unbedingt verhindern. Mühsam erhob ich mich und humpelte in den Park hinein, ohne zu wissen, was mich erwartete.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die dritte Story über Begegnungen mit meinen Lieblings-Aliens aus der Sci-Fi-Serie „Doctor Who“, als Teil einer Kette von Ereignissen, die jetzt schon geradezu nach einer Fortsetzung schreit… Kommt Zeit, kommt Rat, und das Jahr hat noch zehn weitere Monate.

Hier nochmal die Themen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Media Monday # 451: Aus die Maus!

 

Der Sturm „Sabine“ hatte es in sich. Nicht nur, dass er mir ein nicht ordentlich gesichertes Fenster aufgedrückt und mir einen Einbrecher beschert hat, nee – am Tag danach musste auch noch mein Festplattenrecorder den Geist aufgeben. Nur gut, dass ich die mir wichtigen Konzerte von U2, INXS, Metallica und den Dixie Chicks noch rechtzeitig heruntergebrannt habe – jetzt habe ich ein neues Gerät, das aber noch nicht läuft. Das zu installieren, ist eine Wissenschaft für sich, aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das bald geschieht.

Jetzt aber war mir ein Contra-Dance-Workshop erst mal wichtiger. Da bekommt man Muskelkater an Stellen, die sich jetzt mit Macht wieder in Erinnerung bringen. Dennoch haben mir diese Stunden mit netten Leuten, die ich nach längerem wiedergesehen habe, sehr viel Spaß gemacht. So, jetzt noch die Lückentexte des Media Monday füllen, und die Woche kann kommen. Einen Film, auf den ich schon gespannt bin, werde ich mir am Mittwoch ansehen. „Good Omens“ ist dann für mich wohl endgültig gestorben – mehrere verpasste Folgen und zwei auf dem gecrashten Recorder sind der Grund dafür.

Media Monday # 451

1. Zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Hingabe Sy Montgomery ihre Begegnungen mit Kraken in ihrem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ beschreibt, hat mich sehr berührt, und zwar so sehr, dass ich keine Calamares mehr essen möchte.


2. Nach all den Jahren zu erfahren, dass in sämtlichen Streichfetten kaum noch das drin ist, was von früher kannte, aber dafür andere Dinge wie z.B. Palmöl, hat mich zu dem Entschluss gefasst, in Zukunft nur noch Butter statt Margarine zu kaufen, und zwar reine Butter – nicht das mit Rapsöl gestreckte Zeug, das ruckzuck weich wird, wenn man es ins normal temperierte Zimmer stellt.


3. Zu erfahren, wer der nächste James Bond wird, ist nun wirklich nichts, worauf ich sehr gespannt wäre, aber ich wette, es wird eine Überraschung werden.


4. Ohne ihr/ihm was zu wollen, aber Schauspielern ist nun nicht so die größte Stärke von Michael Hutchence gewesen, denn nachdem ich mich auf youtube durch den von vielen Fans als Kultfilm bejubelten Film „Dogs in Space“gequält hatte, habe ich mich gefragt, was der Regisseur den Zuschauern damit sagen wollte. Berufsberatung 2.0: Aber wenn es um eine Empfehlung einer alternativen Tätigkeit gegangen wäre, hätte ich ihm statt einer Schauspielerkarriere eine berufliche Laufbahn als Fernsehmoderator empfohlen, denn die Sendung über Hong Kong (Rough guide to Hong Kong), in der er Jackie Chan interviewt hat, fand ich um Längen spannender.


5. Bei Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ frage ich mich ja auch manches Mal, wer dafür eigentlich grünes Licht gegeben oder das für eine gute Idee gehalten hat, schließlich ist das eines dieser hochgelobten Meisterwerke, in denen zwei (zugegeben in wunderschönen Bildern gefilmte) Stunden lang nichts nennenswert spannendes passiert außer dass man zwei Engeln dabei zusehen kann, wie sie durch das geteilte Berlin streifen und Menschen bei deren Gedankengängen zuhören, und das zum großen Teil auch noch in Sprachen, die ich nicht verstehe. Am interessantesten fand ich noch die Gespräche zwischen Bruno Ganz und Otto Sander – und den Auftritt von Nick Cave & The Bad Seeds. Aber vielleicht bin ich auch nur eine Banausin, die das ganz große Kino nicht zu würdigen weiß.


 

6. Ein gutes Buch lese ich am liebsten ja in einem Rutsch, und wenn’s die ganze Nacht dauert.

 


7. Zuletzt habe ich an einem Workshop namens „English Contra Dance“ teilgenommen, und das war rundum gelungen, weil ich viele Leute nach langer Zeit wiedergesehen habe und das Tanzen mit ungewöhnlichen Schrittfolgen für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat.