# Writing Friday 2020 – Februar, 8. Woche : Als die Uhren rückwärts liefen

 

Stell Dir eine Welt vor, in der alles möglich ist. Beim #Writing Friday auf dem Blog von elizzy kann das jeder ausprobieren und seinen Gedanken Ausdruck verleihen, egal in welcher Form, und zwar zu vorgegebenen Themen, die am Ende meines Beitrags aufgeführt sind.

Nach dem Murmeltiertag (2. Februar) und dem Valentinstag (14. Februar) hebe ich heute einen eigens erfundenen Tag aus der Taufe: den Verkehrte-Welt-Tag, denn der Karneval geht in seine letzte und entscheidende Phase…

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Als die Uhren rückwärts liefen

 

Die Uhren liefen rückwärts, als der Zwerg aus dem Nebel auf mich zugeschossen kam, gleich nachdem ich das Plakat gesehen hatte:

NEU IN DER STADT – DER SKULPTURENGARTEN – 2. NOVEMBER FEIERLICHE ERÖFFNUNG.

Wow! Das ist ja schon morgen!“ hatte ich überrascht ausgerufen und meine neue Bekanntschaft aus dem Bogside fragen wollen, ob sie nicht Lust hätte, mich dort hin zu begleiten, doch plötzlich war dieser kalkweiße Winzling aus dem Nichts aufgetaucht und hatte sich mir mit einem Sprung in den Weg gestellt. Ich hatte wirklich nur kurz geblinzelt, weil ich meinen Augen kaum getraut hatte. Eine Statue aus dem Park? Eigentlich eher so eins dieser kitschigen Engelchen, wie man sie zu Tausenden in diesen Dekoläden findet – Schnickschnack, den die Welt nicht braucht. Damit kann man mich ja meilenweit jagen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann hätte ich schwören können, dass es dieser Gnom auf mich abgesehen hatte. Hey Kleiner, hatte ich noch gedacht, Halloween war gestern – Du kannst mit der Maskerade aufhören.

Maskerade? Die Erkenntnis kam leider zu spät. Jagen wollte hier nur einer, und zwar das Engelchen aus weißem Marmor. Das war kein Mensch. Aber auch keine Statue. Ich weiß nicht, was es war, aber es war hinter mir her. Und es war gnadenlos. Verschwunden war das sanfte Lächeln auf seinem Gesichtchen; als ich mir ungläubig die Augen gerieben hatte, nur für einen winzigen Moment, da hatte ich es am Hals.

Beim Anblick seiner schrecklichen Fratze wurde mir eiskalt, und ich konnte nicht mal mehr schreien. Innerhalb eines winzigen Augenblicks geschahen mehrere Dinge gleichzeitig: Während um mich herum alles vorbei raste und zu einer undeutlichen Masse Schatten in unterschiedlichen Grautönen verschwamm, flammte das Zifferblatt meiner Armbanduhr gestochen scharf in der Dunkelheit auf. Die Zeiger rannten nicht nur entgegen ihrer üblichen Richtung, sie drehten förmlich durch. Als sie mit einem Ruck stoppten, bekam das Glas des Zifferblatts einen Sprung, während sich die Zeiger ineinander verhakten. Ich wurde so heftig zu Boden gerissen, dass ich für einen Moment die Besinnung verlor. Irgendwo in der Schwärze um mich herum heulte ein Kauz.

Als ich wieder zu mir kam, war es immer noch dunkel. Nebel wallte aus dem Park, und ein Absperrband bewegte sich sanft im Wind hin und her. Viel Zeit war wohl nicht vergangen. Und doch… Aus der Ferne drangen Stimmen durch den Nebel – Stimmen, die ich kannte: Die einer Frau.. Lara? Und eine, die wie meine eigene klang. Ach nee… Die Fetzen, die ich von ihrer Unterhaltung aufschnappte, kannte ich! Stop! Irgendwas war mit einem von den drei Guinness nicht in Ordnung gewesen, oder woher kam auf einmal diese Halluzination? Oder dieses verflixte Engelchen, das auf mich losgegangen war, hatte mir irgendein Zeugs verabreicht. Mich konnte es doch unmöglich zweimal geben! Lara und ihr elender Fimmel, was Zeitreisen anging. Das war doch alles dummes Zeug! Mir war das alles viel zu abgehoben. Aber nun war es genau der eine Satz, den sie im Lauf des Abends fallengelassen hatte: Never cross your own timeline!

Das hier war ein anderes Kaliber als die absurde Drohung „Never type ‚Google‘ into Google – you might break the internet“: Die eigene Zeitlinie zu durchkreuzen führt zu fürchterlichen Folgen, sowohl für einen selbst als auch für andere. Das bedeutete, dass ich unter keinen Umständen mir selbst über den Weg laufen durfte. Niemals durfte das geschehen, und so tat ich das erstbeste, das mir in den Sinn kam: Ich robbte auf dem Bauch in Richtung Fahrbahn und kroch unter einen geparkten Van. Welch heldenhafte Tat. Eines echten Feiglings würdig. Und dennoch die einzig akzeptable Lösung zu diesem Zeitpunkt für dieses Dilemma. Mir auszumalen, was passiert wäre, wenn ich mir selbst gegenüber gestanden hätte, überstieg meine Vorstellungskraft.

Allgemein herrscht ja die Vorstellung, dass man an der Schwelle des Todes sein ganzes Leben im Zeitraffer an sich vorbeiziehen sieht, aber hier war es nicht mein Leben, das ich wie einen Film ablaufen sah, sondern ein Teil der vergangenen Stunden. Und ein Licht, in das ich gehen konnte, gab es auch nicht. Nur Dunkelheit, Nebel und diese gruselige Gestalt in Form einer Putte, die mein hinter Lara hergehendes Ich berührte, das auf der Stelle verschwand. Wie vom Donner gerührt, blieb sie stehen und schaute dem marmornen Nackedei nach, wie er kichernd im Nebel verschwand. Die Luft war rein.

Der Engel hatte keine Ahnung, dass ich ihn bei seinem Treiben beobachtet hatte und mich nun voll auf Lara konzentrierte. Sie wollte doch nicht? Nein, bitte, dachte ich, Du wirst doch nicht so blöd sein, und ihm blindlings hinterher stürzen? Sie schien zu überlegen, noch unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte, aber jederzeit bereit zum Sprung. Warte noch, stöhnte ich vor Schmerz. Die Wucht meines Aufpralls war doch stärker als ich dachte. Ächzend kroch ich unter dem Van hervor und versuchte, mich Lara bemerkbar zu machen. „Wie spät ist es?“, war das einzige, was ich noch herausbrachte, bevor sie mir das Zifferblatt ihrer Armbanduhr zeigte und im dunklen Park verschwand, um die Verfolgung desjenigen aufzunehmen, der an meiner Zeitschleife Schuld war. Und was, wenn sie scheiterte? Wenn sie ihn vergeblich in der Dunkelheit suchte? Oder noch schlimmer, wenn er sie auch noch erwischte? Nein, das musste ich unbedingt verhindern. Mühsam erhob ich mich und humpelte in den Park hinein, ohne zu wissen, was mich erwartete.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Die dritte Story über Begegnungen mit meinen Lieblings-Aliens aus der Sci-Fi-Serie „Doctor Who“, als Teil einer Kette von Ereignissen, die jetzt schon geradezu nach einer Fortsetzung schreit… Kommt Zeit, kommt Rat, und das Jahr hat noch zehn weitere Monate.

Hier nochmal die Themen für den Februar:

1) Eine rote Rose erzählt aus ihrem Alltag, berichte davon. +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Gänsehaut, Libelle, rundherum, aufgeschrieben, 5 Jahre +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Die Uhren liefen rückwärts, als…” beginnt. +++ 4) Welches Buch hat dich als Teenager (von 13 – 18) begeistert? Magst du es heute auch noch? +++ 5) Schreibe eine “Streit-Szene” – egal ob zwischen einem Paar, Geschwistern oder Freunden – wichtig ist hierbei das Üben eines Dialoges. Lasse aber Beschimpfungen aus und versuche den Konflikt am Ende zu beseitigen.

Regeln: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Media Monday # 451: Aus die Maus!

 

Der Sturm „Sabine“ hatte es in sich. Nicht nur, dass er mir ein nicht ordentlich gesichertes Fenster aufgedrückt und mir einen Einbrecher beschert hat, nee – am Tag danach musste auch noch mein Festplattenrecorder den Geist aufgeben. Nur gut, dass ich die mir wichtigen Konzerte von U2, INXS, Metallica und den Dixie Chicks noch rechtzeitig heruntergebrannt habe – jetzt habe ich ein neues Gerät, das aber noch nicht läuft. Das zu installieren, ist eine Wissenschaft für sich, aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das bald geschieht.

Jetzt aber war mir ein Contra-Dance-Workshop erst mal wichtiger. Da bekommt man Muskelkater an Stellen, die sich jetzt mit Macht wieder in Erinnerung bringen. Dennoch haben mir diese Stunden mit netten Leuten, die ich nach längerem wiedergesehen habe, sehr viel Spaß gemacht. So, jetzt noch die Lückentexte des Media Monday füllen, und die Woche kann kommen. Einen Film, auf den ich schon gespannt bin, werde ich mir am Mittwoch ansehen. „Good Omens“ ist dann für mich wohl endgültig gestorben – mehrere verpasste Folgen und zwei auf dem gecrashten Recorder sind der Grund dafür.

Media Monday # 451

1. Zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Hingabe Sy Montgomery ihre Begegnungen mit Kraken in ihrem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ beschreibt, hat mich sehr berührt, und zwar so sehr, dass ich keine Calamares mehr essen möchte.


2. Nach all den Jahren zu erfahren, dass in sämtlichen Streichfetten kaum noch das drin ist, was von früher kannte, aber dafür andere Dinge wie z.B. Palmöl, hat mich zu dem Entschluss gefasst, in Zukunft nur noch Butter statt Margarine zu kaufen, und zwar reine Butter – nicht das mit Rapsöl gestreckte Zeug, das ruckzuck weich wird, wenn man es ins normal temperierte Zimmer stellt.


3. Zu erfahren, wer der nächste James Bond wird, ist nun wirklich nichts, worauf ich sehr gespannt wäre, aber ich wette, es wird eine Überraschung werden.


4. Ohne ihr/ihm was zu wollen, aber Schauspielern ist nun nicht so die größte Stärke von Michael Hutchence gewesen, denn nachdem ich mich auf youtube durch den von vielen Fans als Kultfilm bejubelten Film „Dogs in Space“gequält hatte, habe ich mich gefragt, was der Regisseur den Zuschauern damit sagen wollte. Berufsberatung 2.0: Aber wenn es um eine Empfehlung einer alternativen Tätigkeit gegangen wäre, hätte ich ihm statt einer Schauspielerkarriere eine berufliche Laufbahn als Fernsehmoderator empfohlen, denn die Sendung über Hong Kong (Rough guide to Hong Kong), in der er Jackie Chan interviewt hat, fand ich um Längen spannender.


5. Bei Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ frage ich mich ja auch manches Mal, wer dafür eigentlich grünes Licht gegeben oder das für eine gute Idee gehalten hat, schließlich ist das eines dieser hochgelobten Meisterwerke, in denen zwei (zugegeben in wunderschönen Bildern gefilmte) Stunden lang nichts nennenswert spannendes passiert außer dass man zwei Engeln dabei zusehen kann, wie sie durch das geteilte Berlin streifen und Menschen bei deren Gedankengängen zuhören, und das zum großen Teil auch noch in Sprachen, die ich nicht verstehe. Am interessantesten fand ich noch die Gespräche zwischen Bruno Ganz und Otto Sander – und den Auftritt von Nick Cave & The Bad Seeds. Aber vielleicht bin ich auch nur eine Banausin, die das ganz große Kino nicht zu würdigen weiß.


 

6. Ein gutes Buch lese ich am liebsten ja in einem Rutsch, und wenn’s die ganze Nacht dauert.

 


7. Zuletzt habe ich an einem Workshop namens „English Contra Dance“ teilgenommen, und das war rundum gelungen, weil ich viele Leute nach langer Zeit wiedergesehen habe und das Tanzen mit ungewöhnlichen Schrittfolgen für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat.

Die 5 Besten am Donnerstag – Romantische Szenen in Serien

 

Ob es am Valentinstag liegt, dass es diesmal was fürs Herz gibt bei den 5 Besten am Donnerstag bei passionofarts (ergothek)? Heute werden die romantischsten Szenen aus Serien gesucht. Serien gibt es wie Sand am Meer, aber genau solche Szenen zu finden, war gar nicht so einfach.

 

1) Grey’s Anatomy

Der Inbegriff von Romantik ist der Heiratsantrag. Und zwar eine ganz bestimmte Art davon. In diesem Fall erhält ihn April Kepner von dem Sanitäter Matthew vor versammelter Mannschaft zu den Klängen von „500 Miles“ – in einem Flashmob auf die Spitze getrieben. Die geballte Kitschoffensive, bei der alle Register gezogen werden – an diese Folge erinnere ich mich nur zu gut, denn sie lief erst vor Kurzem auf sixx (Quelle: https://youtu.be/sg-wQp5rumI):

 

 


 

2) Poldark

Musikalische Liebeserklärung, die Zweite. Hier kommt sie von Demelza, die geradezu genötigt wird, ihren musikalischen Beitrag zur Unterhaltung der Gäste zu leisten. Doch das Lied, das sie dann singt, ist nur für einen bestimmt, da fragen sich die anderen in diesem Raum, was ihnen in ihrem Leben fehlt, und selbst der größte Unsympath wird weich (Quelle: https://youtu.be/ZgRBCIxekbI?t=33):

 

 


 

3) Doctor Who (Matt Smith)

Time can be re-written“ – davon ist Rotschopf Amy Pond fest überzeugt, nachdem der Doktor und sie Vincent van Gogh verlassen haben und mit der TARDIS in die Gegenwart zurückgekehrt sind. Zwar erfüllt sich ihre Hoffnung nicht, dass van Gogh sich nicht mit 37 Jahren das Leben genommen hat, aber dafür entdeckt sie die vermutlich schönste Liebeserklärung aller Zeiten, die die Jahrhunderte überdauert hat. Und nur wer sich das Gemälde mit den Sonnenblumen ganz genau betrachtet, kann die Widmung „For Amy“ sehen, die der Maler darauf verewigt hat (Quelle: https://youtu.be/q9HkCHjnPnU):

 

 


 

4) Doctor Who (David Tennant)

Irgendwie scheint der Doktor kein Glück mit den Frauen zu haben. Erst verliert er seine Rose, indem es sie in ein Paralleluniversum verschlägt, dann muss er im Weihnachtsspecial „Voyage of the Damned“ mit ansehen, wie es Astrid Peth (Kylie Minogue) erwischt. Auch hier gibt es für die beiden kein Happy-End, aber die Szene, wie er ihr Abbild küsst und sie anschließend für immer durch die Galaxien zu fremden Sternen reisen kann, finde ich zwar wahnsinnig traurig, aber auch so romantisch (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=V4UqVokxSko):

 

 


 

5) Being Human

Was passiert, wenn man ein Foto von einem Gefangenen in der Zelle machen möchte, aber der ein Vampir ist? Richtig: Man sieht nur eine leere Pritsche, aber nicht den Gefangenen, der auf seine Verlegung in den Hochsicherheitstrakt wartet. Dass sich in derselben Zelle auch noch ein weiblicher Geist befindet, entgeht dem knipsenden Wärter ebenfalls. Vampir Mitchell stellt sich das so einfach vor: Geist Annie könnte doch spielend leicht dem Wärter die Schlüssel zur Zelle stehlen und ihn entkommen lassen. Leider aber hat spielt dabei die bis über beide Ohren in ihn verliebte Annie nicht mit und erklärt ihm statt dessen, dass sie nicht möchte, dass er entkommt. Aber ob das wirklich eine so gute Idee ist, dass sie bei ihm für immer in einer Zelle eingesperrt bleibt? (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=-8Mpx1Yn1jA): 

 

 


 

Zweimal Szenen mit Musik, zweimal Aidan Turner, zweimal Doctor Who, zweimal Szenen mit Rothaarigen und last but not least: zwei zu Tränen rührende Episoden… doppelt genäht hält besser.

 

 

 

 

 

 

Dienstags-Gedudel #3 : zu Gast in der Welt des Sports – Teil 1

 

Kaum zu glauben, dass es schon auf Mitte Februar zugeht. Was ist aus den guten Vorsätzen geworden? Zeit, mal eine Zwischenbilanz zu ziehen. Im Rahmen der Serie „Dienstags-Gedudel“ von nellindreams bleibe ich meiner Angewohnheit treu, Bekanntes aufzuwärmen und mich der Frage „What have you done today to make you feel proud?“ anzuschließen (Heather Small – Proud, Quelle – https://www.youtube.com/watch?v=LEoxGJ79PMs):

 

 

It’s never too late to try – so die Antwort.

In diesem Fall ist es der Sport, der auch hoch im Kurs steht, wenn es um das Schmieden guter Vorsätze geht. Doch wieviel davon wird auch wirklich in die Tat umgesetzt? Olympiareif zu werden, soll bei mir nicht das Ziel sein, sondern dieses Jahr die fünf Kilometer beim Kettler-Lauf in der Disziplin „Walken“ in weniger als 45 Minuten zu schaffen.

Und da der Dienstag sowieso mein Sporttag ist, wird es demnächst mehr davon geben.

 

Media Monday # 449: The Bold Type…

 

ist entweder die Bezeichnung für einen bestimmten Schrifttyp, denn wir befinden uns im Zeitschriftenwesen (eigene Mutmaßung) oder in diesem Fall der Name einer Serie, die ich neu entdeckt habe und mir sofort ausleihen musste. Drei New Yorker Freundinnen, die bei einem Frauenmagazin arbeiten. Sieben von zehn Folgen der ersten Staffel habe ich am Wochenende gesehen und brauche erst einmal eine Pause. Die darf aber nicht zu lange dauern, denn es warten noch eine Serie und zwei Filme auf mich. Was meine Filmabende in diversen Filmtheatern betrifft, so habe ich seit Beginn des Jahres vier Filme in vier verschiedenen Kinos gesehen. Ein Erfahrungsbericht folgt am Ende des Quartals, denn garantiert werden noch einige Highlights folgen.

Jetzt geht es aber erst mal weiter mit dem Media Monday und seinen sieben Lückentexten weiter:

Media Monday # 449

1. Wenn in knapp einer Woche wieder die Oscar-Verleihung stattfindet ist das für mich erst dann interessant, wenn nicht schon wieder ein Film für massig Oscars nominiert wurde und obendrein ein Film, den ich letztes Jahr verpasst habe, die Auszeichnung bekommt, damit ich dieses Jahr eine Chance habe, ihn noch zu sehen.

2. Ungebrochen begeistert bin ich nach all der Zeit noch immer von der Musik von Depeche Mode, und jetzt bin ich in den Genuß einer Best-of-Kollektion aus DVD und CD gekommen.

3. Manche Künstler erfährt/erfahren meines Erachtens viel zu wenig Aufmerksamkeit für ihre Nebenprojekte abseits der eigentlichen Band, in der sie hauptsächlich aktiv sind.

4. Tatsächlich hat mich Film/Buch/Serie/etc. einst dazu inspiriert mir die Heimat von „Poldark“ in echt anzuschauen, und so bin ich 1999 und 2000 dort hin gereist. Und dieses Jahr ist es wieder so weit, aber diesmal in einer anderen Region von Cornwall.

5. Ansonsten schätze ich es immer sehr, wenn ein Künstler nicht nur auf einen Typ oder eine bestimmte Rolle festgelegt wird und mal etwas anderes ausprobieren möchte, denn nichts ist langweiliger als immer das Gleiche.

6. Nicht unbedingt optisch, aber dramaturgisch/inhaltlich ziemlich schlecht gealtert ist bestimmt so einiges, aber mir fällt gerade nichts passendes ein.

7. Zuletzt habe ich mal wieder einen Abstecher in die Stadtbücherei unternommen und eine Serie entdeckt, von der ich neulich schon mal gehört habe, mich aber nicht mehr erinnern konnte, wo – und das war „The Bold Type“, bei dem mich sofort ein aktuter Anfall von Binge-Watching ereilt hat, weil ich die Geschichten um drei Freundinnen, die bei einem New Yorker Frauenmagazin arbeiten, sehr witzig und mich nachdenklich stimmend zugleich fand. Geht ein bißchen in Richtung „Sex and the City“, ist aber nicht ausschließlich auf ein bestimmtes Thema fixiert.

# Writing Friday 2020 – Januar, 3. Woche : Blinder Passagier – Teil 2

 

Fünf Themen gibt es im Januar 2020 beim Schreibprojekt #Writing Friday auf dem Blog von elizzy– für jeden Freitag eines. Schöne Idee, und erneut gibt es eine Aufgabe, die ich am liebsten habe – eine Geschichte zu schreiben, in der fünf bestimmte Begriffe vorkommen soll. Bisher hat das immer funktioniert, und da ich noch eine Fortsetzung der Story vom 10. Januar geplant hatte, geht es heute mit der zweiten Aufgabe weiter: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart.

 

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Blinder Passagier – Teil 2

Die vom Abend zuvor blitzblank zurückgelassene Küche morgens um fünf in einem solchen Zustand wiederzufinden, war nicht die Art von Morgengruß, die Chris üblicherweise erwartete. Stiefelabdrücke aus getrocknetem Lehm überall, zwei benutzte Gläser, auf der Spüle und auf der Theke Tims Schlüsselbund, an dem ein silberner Pinguin baumelte: Chris hatte eindeutig einen Gast. Und zwar einen, der schon öfters bei ihm logiert und einen Schlüssel für den Bereich über der Werkstatt hatte. Für den Fall, dass er mal wieder Stress mit seiner Lady hatte. Unwillkürlich fiel Chris wieder ein, was er schon häufiger gedacht hatte: „Die einen haben’s mit Zahlen – die anderen sind eher so die Praktiker.“ Und dann gab es da noch solche, die zwar nichts richtig geregelt bekommen, aber dafür gut im Verbreiten von Chaos sind und sich beim Durchmogeln auf ihren Charme verlassen. Tim. O ja, dieses Durcheinander sah ihm ähnlich. Zu faul zum Spülen, also nehmen wir ein zweites, wenn wir mit dem ersten fertig sind? Sein bester Freund war noch nie der Ordentlichste gewesen, aber so ging das auch nicht.

Chris würde ein ernstes Wort mit ihm reden müssen. Inzwischen konnte er ja schon mal die Gläser zusammenräumen. Und noch während er sich über die Lippenstiftspuren wunderte, hörte er von oben plötzlich ein Geräusch. Bleib ganz ruhig, sagte er sich, als der erste Schreck verflogen war, das wird Tim sein. Umso besser. Jetzt, wo der feine Herr wach war, konnte er auch gleich die Küche aufräumen und sich endlich mal für die Gastfreundschaft revanchieren. Bei der Gelegenheit konnte er dann auch gleich mal erklären, von wem die Abdrücke stammten. Von Delia jedenfalls nicht, die bevorzugte dezentere Farben. Außerdem hätten sie ihre Versöhnung bestimmt nicht hier gefeiert. Dass Tim jetzt seine Eroberungen schon mit hierher brachte und für die Privatparty den teuren Scotch zum Abschuss freigab, der ein Geschenk von Delia zu seinem letzten Geburtstag gewesen war, setzte dieser Dreistigkeit die Krone auf.

Er hatte schon die Hand an der Klinke, da wurde die Tür aufgerissen. Aber vor ihm stand nicht sein Freund. Der saß in Jeans auf dem Bett und hatte die Beine lässig übereinandergeschlagen. Wenigstens ein Shirt hätte er sich anziehen können. Da bewies sein Damenbesuch mehr Anstand. Sie war nicht nur vollständig bekleidet, sondern huschte diskret an ihm vorbei aus seiner Sichtweite. Schön für sie. Er hätte schwören können, dass er sie schon einmal irgendwo gesehen hatte, aber vor Ärger kam er nicht drauf – Ärger, so schwarz wie das Tintenfass, das er jetzt am liebsten gegen die Wand dicht über Tims Kopf gefeuert hätte. Oh Mann, Tintenfässer waren nicht verfügbar, aber verdient hätte er es. Hieß es nicht, dass Freundschaft ein zartes Pflänzchen war, das gehegt und gepflegt werden wollte? Aber mit dieser Aktion hatte er nicht nur die Geduld von Chris überstrapaziert, sondern das Pflänzchen mitsamt Wurzeln aus der Erde gerissen. Heimlich und ohne vorherige Absprache einen Übernachtungsgast einzuschmuggeln, ging gar nicht, auch wenn dieser noch so hübsch war. Sein Vertrauen so zu missbrauchen! Bald schon lagen sie sich in den Haaren.

Für Tim stellte sich Chris nur unnötig an, weil dieser wegen dieser Sache jetzt so ein Riesenfass aufmachte. Ja, hätte er ihn denn nachts aus dem Schlaf klingeln sollen, weil er dringend für jemanden ein Dach über dem Kopf brauchte? – Dringend! Wenn Chris das schon hörte… ihm reichte es, dass er für seinen Kumpel der Depp vom Dienst war, und der sich anscheinend in seiner chaotischen Beziehung mit Delia ziemlich bequem eingerichtet hatte. Sollten sie sich gefälligst endlich versöhnen oder trennen – aber dieses ewige Hin und Her, das er jetzt schon seit einem Jahr miterlebte, stand ihm schon längst bis hier! Er war doch nicht die Heilsarmee! Und auch kein Obdachlosenasyl für irgendeinen wahllosen One-Night-Stand. „Krieg endlich Deinen Mist auf die Reihe!“ Fehlte nur noch, dass Tim jetzt mit dem saublöden Spruch um die Ecke kam, dass er sich langsam mal wieder einkriegen könne. Aber Fehlanzeige. Statt dessen platzte die junge Dame, die sich vor dem nahenden Gewitter in Sicherheit gebracht hatte, in die Kampfpause der beiden Streithähne hinein: „Ich sollte besser gehen.“

Ganz Deiner Meinung, dachte Chris sarkastisch, für Tim aber waren diese Worte das falsche Signal. Warum tat sie so, als sei alles ihre Schuld? Okay, den Seitensprung hatte sie absichtlich herbeigeführt, aber dass Lukas ihr das Gepäck vor die Tür gestellt und bereits für den Austausch der Schlösser gesorgt hatte, war der GAU. Nicht nur, dass sie nicht hinein konnte und sich so ihr Plan, ihm die Affäre brühwarm aufs Brot zu schmieren, in Wohlgefallen aufgelöst hatte, aber mitten in der Nacht dazustehen und nicht zu wissen, wohin… Zufälle? Gibt es nicht, und so war Tim auf die ihm einzige praktikabel erscheinende Lösung verfallen, zumal er sich an dem ganzen Debakel mitverantwortlich fühlte: Sie stand auf der Straße, und er hatte einen Zimmerschlüssel. So einfach war das. Warum Chris mitten in der Nacht unnötig behelligen? Und da der Rest ohnehin bekannt war…

Chris fragte sich zwar, seit wann sein Freund die Mitleidstour bevorzugte, ließ sich dann aber schließlich doch dazu breitschlagen, sich Tims seltsamen Vorschlag, Julia für ein paar Tage bei sich wohnen zu lassen, wenigstens anzuhören. Gut, dass Tim ab morgen die ganze Woche mit dem Laster unterwegs war und erst am Freitagabend wiederkam. Es konnte nicht schaden, wenn hier mal etwas Ruhe einkehrte, und diese Julia schien ja so ganz in Ordnung zu sein und nicht so eine aufgedrehte Tussi wie die Ladys, die sein Kumpel sonst so abschleppte. „Meinetwegen“, brummte er und ließ die beiden stehen, um sich der Harley zu widmen, die unten auf ihn wartete. Nur ein paar Tage, dann würden sie weitersehen.

(Fortsetzung folgt)

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Kommt dieser Text nur mir so lang vor? 957 Wörter sind nicht ganz so viele wie im ersten Teil. Wann der dritte Teil folgen wird, steht auf einem anderen Blatt. Die restlichen Aufgaben für den Januar geben eine sofortige Fortsetzung nicht her. Wer’s ganz genau wissen will – hier sind die restlichen Themen für den Januar:

1) Erzähle von einem Vorsatz für 2020. Wieso willst du dieses Ziel erreichen? Wie sieht dein Plan aus? +++ 2) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Geschenk, Pinguin, Tintenfass, ruhig, zart +++ 3) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieses Jahr wird fabelhaft, weil…” beginnt. +++ 4) Dein Tannenbaum möchte nicht entsorgt werden, berichte von seiner Flucht. +++ 5) Welches ist das erste Buch, das du dir im neuen Jahr gekauft hast? Stelle es kurz vor – wieso war es dieses?

Regeln gibt es auch, und zwar diese: Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte/ein Gedicht/ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Media Monday # 445: Wann ist ein Flop ein Flop?

 

 

Nachdem ich festgestellt habe, dass keiner der von mir letztes Jahr im Kino gesehenen Filme in den Flop Ten gelandet ist, dafür aber gleich zwei in den Top Ten („Amazing Grace“ und „Us“), kann ich mir jetzt ordentlich was auf meinen exzellenten Filmgeschmack einbilden *hust* und hoffe auf weitere cineastische Perlen in diesem Jahr. „Knives Out“ wäre so ein Kandiat – oder „The Aeronauts“ – aber zur Zeit genieße ich lieber ruhige Abende zu Hause. Mit dem zweiten Teil der fünften Staffel von „Vikings“ bin ich noch nicht fertig, und weil ich Kontraste liebe, folgt gleich im Anschluss daran die fünfte und letzte Staffel des Period Dramas „Poldark“ mit einer Handlung, die mit der im Buch genau null Prozent zu tun hat. Aber ich lasse mich ja gerne überraschen.

Keine Überraschung ist, dass sieben Lückentexte zum Media Monday ab 18 Uhr freigeschaltet sind – da heißt es Ran an die Tasten:

Media Monday # 445

 

1. Gute Vorsätze schön und gut, aber was meinen Medienkonsum im neuen Jahr betrifft kann es sein, dass ich diesmal zwar weniger oft ins Kino, dafür aber mehr in Konzerte gehe und mir auch mehr Serien im britischen Fernsehen anschauen werde.

2. Noch sind erst wenige Tage rum, aber manche sind schon wieder im totalen Stressmodus.

3. Den ersten Urlaubstag solltet ihr euch meines Erachtens schon einmal im Kalender anstreichen, denn was ist schöner als wenn viele freie Tage vor einem liegen.

4. Blicke ich sehnsüchtig auf die Zeit „zwischen den Jahren“ zurück hätte ich gerne wieder so ein Kracher-Konzert wie das vom 27. Dezember 2019 – besonders im Auge habe ich dabei den 11. April mit dem Doppelkonzert von Within Temptation und Evanescence in Frankfurt am Main.

5. Einen Städtetrip könnte man ja vielleicht auch mal wieder ins Auge fassen, insgeheim habe ich für mich schon Berlin eingeplant, weil ich gerne die kleinen, im September geborenen Pandas sehen möchte.

6. Top oder Flop – „Der Leuchtturm“ wird mir auf alle Fälle lange in Erinnerung bleiben, schließlich war das nicht nur mein Kinohighlight des Jahres 2019, sondern auch noch mein persönlicher Film des Jahres. Außerdem habe ich zum Geburtstag ein 216teiliges 3D-Puzzle geschenkt bekommen: Ein rot-weißer Leuchtturm, den ich in zwei Stunden fix und fertig aufgebaut hatte.

7. Zuletzt habe ich an meinem Schreibprojekt weitergetüftelt und das war wie ein Nachhausekommen zu alten Bekannten, weil mir die Personen inzwischen irgendwie ans Herz gewachsen sind, auch wenn sie vermutlich nur für mich zum Leben erwachen und nie an das Licht der Öffentlichkeit finden werden.

Same procedure as every year, James : der Jahresrückblick – Teil 2

 

und die erste Hälfte des Jahres habe ich schon hier Revue passieren lassen. Nun ist die zweite Hälfte dran.

◆◆◆◆◆◆

Juli

Im Juli regierte das Sommerloch, und selbst im Kino wollte der Funke nicht überspringen. Was hatte ich mich doch so auf den Film „Yesterday“ gefreut, dessen Werbetrailer ich im Frühjahr im Kino gesehen hatte… und dann wurde es am Ende doch nur ein Satz mit X. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich dem hochgelobten Werk nichts abgewinnen und ging mit dem frustrierenden Gefühl nach Hause, für dieses halbgare Etwas einen wirklich sehenswerten Film links liegen gelassen zu haben. Und richtig: Nachholen ließ sich die Vorstellung von „Kursk“ mit Colin Firth zu meinem großen Unmut nicht, denn als ich wieder eine Reihe freier Abende hatte, war von dem Film weit und breit nichts mehr zu sehen.

Sommerlöcher gehören eindeutig gefüllt. Deshalb deckte ich mich mit Filmen und Serien auf DVD ein: The Royals, Vikings und Broadchurch sowie der Komplettbox von „Die Tribute von Panem“ – als ich aber dann erfuhr, dass es am 14. Juli mit der fünften und letzten Staffel von „Poldarklosgehen würde, gab es für mich kein Halten mehr. Kurzes Nachrechnen: Die Folgen, die ich wegen meiner Kanadareise verpassen würde, programmierte ich kurzerhand in meinen Festplattenrecorder. Diesmal war ich fest davon überzeugt, dass mir nicht derselbe Fehler (mit den neuen Folgen die alten zu überspielen) wie im letzten Jahr passieren würde. Eine weitaus ätzendere Überraschung sollte ich nach meiner Rückkehr erleben.

Bild des Monats:

◆◆◆◆◆◆

August

Über diesen Monat muss ich nicht mehr viel schreiben – meine Reise nach Kanada war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel Spaß. Und ein kleiner, harmloser Flirt war auch noch drin. Summer in the City? Den Song konnte ich jetzt endlich sowas von nachvollziehen. Und noch eins durfte ich feststellen: Auch bei 30°C und extrem hoher Luftfeuchtigkeit kann exzessives Walken etwas ganz Wunderbares sein. Müdes Dahinschlurfen auf Flip Flops war gestern – heute geben wir ordentlich Gas und pushen den Kreislauf mal so richtig. Dann schmeckt auch das Bierchen danach, auch wenn’s ein blumig beschriebenes Craft-Beer war, das ich im Normalfall nie getrunken hätte. Binsenweisheit Nummer Zwei: Erleb‘ mal was, ohne ständiges Knipsen mit dem Smartphone. Man bekommt so viel schneller Kontakt mit seiner Umwelt und den Menschen um einen herum. Let’s get connected.

Connected hätte auch mein SAT-Receiver bleiben sollen – so aber hatte ich statt der ersehnten Poldark-Folgen nur je 60 Minuten lang ein schwarzes Bild, einmal mit einer Sendeinfo zusätzlich, dass dort jetzt die Quizshow „Pointless“ laufen würde. Was für ein schlechter Witz. This recording was indeed… Pointless.

Mein Bild des Monats habe ich als Stellvertreter für ein weiteres sonntägliches Projekt, das mir bis zum Jahresende viel Freude bereitet hat: 22 Wochen – ein Objekt, von aequitasetveritas und wortman. Jeden Sonntag gab es von mir ein Bild, auf dem ich mein Lieblingsobjekt immer wieder anders arrangiert habe.

Bild des Monats:

◆◆◆◆◆◆

September

Stell Dir vor, Du hast 30jähriges Firmenjubiläum, aber Du bist gar nicht da. Ein Tag Sonderurlaub winkt Dir trotzdem, und den könnte man doch auch für ein verlängertes Wochenende zum Wegfahren nutzen. Die Idee kam mir, als ich am Anfang des Monats ziellos durchs Internet surfte und durch ein Bild bei pinterest auf einen Twitter-Eintrag umgeleitet wurde, der verkündete, dass es am letzten Septemberwochenende in Berlin zum neunten Mal das australisch-neuseeländische Filmfestival „Down Under Berlin“ geben würde.

Das Programm las sich vielversprechend: viele Kurzfilme, Small-Budget- und Independent-Filme, von denen ich auch schon so einige in meinem Leben gesehen habe, und zum Abschluss die Filmdokumentation von Richard Loewenstein über Michael Hutchence, den 1997 verstorbenen Sänger der Band INXS. Was gab es da für mich noch groß zu überlegen? – Karte kaufen und nix wie hin. Und mit zwanzig Euro für diesen Film und die schwarze Komödie „Book Week“ am Abend davor auch noch eine für mich günstige Veranstaltung. Dass die Unterkunft dann wegen des zur selben Zeit stattfindenden Berlin-Marathons teurer wurde als gedacht, war mir dann auch wieder egal. Pandas gucken im Zoo war noch ein Programmpunkt, der aber dann daran scheiterte, dass die gerade mal vier Wochen alten Knirpse noch viel zu klein und kälteempfindlich waren, um sie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber ich habe mir vorgenommen, im kommenden Jahr noch einmal nach Berlin zu fahren, denn jetzt sind sie raus aus ihrem kuschelig-warmen Refugium hinter den Kulissen.

Das Spielfilmhighlight „Downton Abbey“ genoss ich dann in meinem Lieblings-Arthouse-Kino, dem Cinéma in Frankfurt am Main, bei einem Glas Gin Tonic. An der Stelle gebe ich gerne zu, dass ich mich darauf schon das ganze Jahr gefreut habe – diese Vorfreude toppte noch die auf die Lowenstein’sche Filmdokumentation, aber sie wurde nur noch von meiner Vorfreude auf die Kanadareise übertroffen. Drei Beweise dafür, dass Vorfreude doch immer noch die schönste Freude ist und dass „Yesterday“ wohl nur die unrühmliche Ausnahme war. 

Bild des Monats:

 

◆◆◆◆◆◆

Oktober

Ein Monat unter einem einzigen Motto – es war Zeit für den sogenannten Horrorctober. Ein Wortspiel aus Horror und October. Deshalb auch die Fettschrift in fröhlichem Schwarz. Ha ha. Ja, genau – es galt, in diesem Monat 13 Horrorfilme zu gucken, und welche das waren, entschieden wir selbst. Eingestiegen bin ich spät, aber umso rasanter habe ich dann aufgeholt, und dann waren es zum Schluss doch noch einer mehr. Hier eine kurze Auswahl dessen, was das Angebot unserer Stadtbücherei so hergab – Horror Light, wenn man so will, aber ich fand’s klasse: „Spring“, „Ghost Ship“, „Fright Night“, „10 Cloverfield Lane“, „Lights Out“, „Black Water“ und „In Fear“ – eine große Bandbreite an unterschiedlichen Spielarten: Komödie, Tierhorror, Horror mit Psychos, unheimlichen Wesen und vermeintlichen Weltuntergangshysterikern… dazwischen neben einer Low-Budget-Produktion auch zwei Filme mit Top Besetzung sowie Schauspielern, die ich in solchen Rollen niemals erwartet hätte. Colin Farrell als Vampir und David Tennant als over the top agierender Showmaster und Vampirjäger wider Willen (Fright Night), und Allen Leech (Downton Abbey) als komplett durchgeknallter Mitfahrer in dem kammerspielartigen, hochspannenden „In Fear“.

Bild des Monats:

◆◆◆◆◆◆

November

Dieser Monat gehört nicht zu meinen Favoriten. Aber wie sagte ich nochmal so schön zu meiner Schwester? Wenn der Monat schon so sch***e ist , soll wenigstens das Kalenderblatt was hermachen. Und weil das so ist, gebe ich mir beim Zusamenstellen von zwölf Bildern für den kommenden Kalender inzwischen besonders viel Mühe. Und damit der Monat gar nicht erst so wird, wie meiner Schwester gegenüber geschildert, habe ich die letzten beiden mir noch zustehenden Urlaubstage am 27. und 28. November genommen. Wobei der erste von den beiden der schönere war. Morgens einen Termin, aber nachmittags eine ausgedehnte Tour durch das riesige Main-Taunus-Zentrum, wo es außer vielen Gelegenheiten, in Sachen Weihnachtgeschenk fündig zu werden, auch kleine Buden mit Lebkuchen, Glühwein und anderen netten Dingen gab – asiatisch Essen gehen musste natürlich auch sein, um mich auf einen musikalischen Abend im Kinopolis einzustimmen, zur weltweiten und einzigen Vorstellung des von 92 auf 98 Minuten erweiterten Konzertfilms „INXS – Live Baby Live“ – die über 70.000 Besucher des Wembley-Stadions am 13.7.1991 wurden noch getoppt von dem Gratiskonzert, das Paul Simon einen Monat später vor 600.000 Zuschauern im Central Park gab.

Übrigens waren bei diesem Film weitaus weniger Besucher im Kino als bei „Depeche Mode – SPIRITS in the Forest“, den ich am 21. November im Offenbacher Cinemaxx gesehen habe, aber hat mich das gestört? Nö. Für mich war’s wie in dem nachstehenden Werbetext: „Forget about being in the crowd. The cinema experience makes you feel like you’re ON THE STAGE! Every instrument, every note, is crystal clear and right there in your face“ (https://www.triplem.com.au/story/review-cinematic-release-of-inxs-live-baby-live-is-a-masterpiece-151608) – normalerweise finde ich solche Texte fast schon peinlich, aber den hier finde ich jetzt wirklich mal erfrischend; vielleicht ist das der ganz spezielle australische Humor. Ha ha. Und der Beweis, dass Kino an dieser Stelle mehr leisten kann als Fernsehen, DVD/BluRay und alle Streamingdienste dieser Welt zusammen.

Vielleicht wäre das mal ein Tip für die übernächste Fußball-WM, wenn es draußen wieder einmal viel zu heiß ist für Public Viewing im Freien oder schlechtbelüfteten Kneipen. Ich kann ja nicht jedesmal in den kühlen Norden ausweichen, so wie 2018 bei meinem Dänemark-Urlaub während jenes Fußballgroßereignisses. Vervollständigt haben diesen Monat das Konzertquartett zum einen das folkig-rockige Weihnachtskonzert „Celtic Christmas“ von Bruce Guthro am 24. November in der Jahrhunderthalle und zum anderen das Konzert der Irischen Band Walking on Cars am 3. November in der Batschkapp, über das jetzt erst mal den Mantel des Schweigens breite, obwohl es nicht an der Band lag, sondern an den unschönen Begleitumständen.

Bild des Monats:

◆◆◆◆◆◆

Dezember

Ja, haben wir denn schon Weihnachten? Die Wartezeit bis dahin habe ich mir mit einem virtuellen Adventskalender versüßt, der aus auf youtube gefundenen Videos zu 26 Liedern aus meiner Smartphone-Playlist bestand; schön alphabetisch geordnet von „A wie Alane“ bis „Z wie Zombie“ bestand. Sogar das Q und die für mich wirklich schwierigen Buchstaben R und V waren darin enthalten, und so hatte ich jeden Tag nette Klänge, auf die ich mich schon morgens freuen konnte. Ein netter Blogger hat mir dann auch prompt noch einen Ohrwurm mit Q beschert, der sich aber nicht lange in meinen Gehörgängen gehalten hat. Da waren dann einige Buchstaben doch stärker. Trotzdem ein dickes Dankeschön an diese Aufmunterung des Tages.

Musikalisch stark geprägt war zwar der November, aber ein ganz besonderes Filmerlebnis erwartete mich am 8. Dezember mit dem Konzertfilm „Aretha Franklin – Amazing Grace“, 1972 in einer Kirche an zwei Abenden mitgeschnitten und mit Cameo-Auftritt von Mick Jagger ganz hinten im Publikum. Was für eine Power. Was für eine Stimme – nein, ich meine nicht Herrn Jagger, sondern die Queen of Soul. Der sechzehnte Film – aber nicht mein letzter, denn mit „Der Leuchtturm“ fand mein Filmjahr seinen krönenden Abschluss – und mit „We salute you“, zwei Stunden geballte Power einer seit zwei Jahren bestehenden AC/DC-Tribute-Band nicht nur der krönende Abschluss meines Konzertjahres 2019, sondern auch eine richtig tolle Möglichkeit, meinen Geburtstag zu feiern, wenn ich an diesem Tag schon arbeiten muss und nicht freibekomme.

Die verspätete Geburtstagsüberraschung bekam ich einen Tag später von der BBC serviert. Durch Zufall darauf an Weihnachten gestoßen, als ich von meiner Schwester gebeten wurde, die Setlist für ein bestimmtes Konzert nachzuschlagen. Manchmal hilft das Lesen des gesamten Artikels anstatt selektives Herausfiltern.

Das war es mit meinem Rückblick auf 2019, der jetzt doch länger ausgefallen ist und nicht nur selektiv auf einzelne/wenige Monate. Steckbriefartig gibt es nun noch eine grobe Zusammenfassung meiner rein subjektiv zusammengestellten Tops und Flops.

Bild des Monats:

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Und hier kommt sie nun, meine höchst subjektive und wahrscheinlich total unfaire Best-of- und Worst-of-Liste:

◆◆◆

Spielfilm des Jahres: „Der Leuchtturm“   —   Würdige Spielfilm-Anwärter: „Downton Abbey“, „Le Mans 66 – gegen jede Chance“, „Official Secrets“   —   Dokumentarfilm des Jahres: „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“   —   Würdige Dokumentarfilm-Anwärter: „Depeche Mode – SPIRITS in the Forest“, „Mystify : Michael Hutchence“   —   Verpasste Gelegenheiten zu Filmen, die mich bestimmt sehr beeindruckt hätten: Kursk“, „Systemsprenger“ und „Midsomar“   —   Filmenttäuschungen des Jahres: „Yesterday“ und „Once upon a Time in Hollywood“

◆◆◆

Album des Jahres auf Vinyl: „Songs of Experience“ (U2)   —   Würdige Anwärter auf „Vinyl des Jahres“: „Rockferry“ (Duffy), „Taiga“ (Zola Jesus), „The silent force“ (Within Temptation) und „Born to die – the Paradise Edition“ (Lana del Rey)  —   Vinyl-Oldies des Jahres: „The Swing“ (INXS), „Gold“ (ABBA), „Greatest Hits“ (Queen) und „The unforgettable Fire“ (U2)   —   Enttäuschende Alben des Jahres: „High as hope“ (Florence and the Machine), „Mystify : a musical journey with…“ (Michael Hutchence)

◆◆◆

Konzert des Jahres: We Salute You   —   Konzertflop des Jahres: Walking on Cars   —   Musikvideo des Jahres: „Adore you“ (Harry Styles) — Konzertüberraschung des Jahres: Dixie Chicks, April 2016 – DCXMMXVI World Tour (ausgestrahlt auf 3SAT am 31.12.2019)

◆◆◆

Filme des Jahres auf DVD/im Fernsehen: „Three Summers“, „Hidden Figures“, „Mrs Mallory und der Duft von Curry“, und „Fast Girls“   —   DVD-Flops des Jahres: „Katakomben“, „Ein Goldfisch an der Angel“, „ES“ und „Kinder des Zorns“   —   Bestes Binge-Watching-Erlebnis: „Stirb Langsam“ (Teil 1 bis 4)   —   Weihnachtsfilm des Jahres auf DVD nach der Christmette: „Angels‘ Share – ein Schluck für die Engel“

◆◆◆

Fernsehserien des Jahres im Fernsehen/auf DVD: „Vikings“, „Lucifer“, „9-1-1 Notruf LA“ und „Younger“   —   Serienflops des Jahres: „Charmed“ und „Legacies“   —   Verpasste Serien: „Game of Thrones“ (Staffel 8) und einzelne Folgen von „Poldark“

◆◆◆

Überraschungen des Jahres: Dass ich am 31.12.2019 die fünften Staffel von „Poldark“ im Laden entdeckt habe – und das Silvesterprogramm auf 3SAT mit „Pop Around the Clock“ im Allgemeinen, und davon die Konzerte von The Cure, Metallica, Pink Floyd, Paul Simon und den Dixie Chicks im Einzelnen – bei letzteren fand ich schon allein das Transparent mit der Aufschrift „I postponed my wedding to be here“ mitten im Publikum zum Brüllen. Und diese Frauen sind richtig klasse und rocken das Haus. „Nothing compares 2 U“ die Coverversion mit dem Prince-Logo auf dem purpurnen Vorhang im Hintergrund der Bühne – vorgetragen von einer Sängerin, die mich stark an Pink erinnert.

Mediale Enttäuschungen des Jahres: Die verstümmelte bzw. stark gekürzte Fassung des ursprünglich 92 Minuten langen INXS-Konzerts von 1991 auszustrahlen, auf BBC 2 am 28.12.2019 (57 Minuten) und auf 3SAT am Neujahrsmorgen (74 Minuten). Außerdem das völlig wirre Durcheinandersenden von alten und neuen Dr-Who-Folgen auf ard one. Sowie die wenig hilfreiche Geheimhaltungstaktik mancher Sender, was geplante Serien- und Filmstarts angeht. „Coming Soon“ ist im Juni eine Frechheit, wenn der Film, um den es geht, erst am Jahresende im Spätprogramm läuft.

Enttäuschungen des Jahres im realen Leben: Mein Unvermögen, meine Lieblingsserie aufzunehmen und die Entdeckung, dass es immer schwieriger wird, DVD-Rohlinge zu kaufen. Dann, dass zwei meiner liebsten Kollegen gekündigt haben und jetzt auch noch mein Auto am Tag nach meinem Geburtstag sein Leben ausgehaucht hat.

Entdeckung des Jahres: Dass ich eine Miniserie von aufeinander aufbauenden Kurzgeschichten schreiben konnte und ahne, dass da noch mehr kommen könnte. Der Osten Kanadas und dass ich mich beim Ausgehen pudelwohl gefühlt habe. Das Double-Feature-Bonusprogramm der BBC2 („Mystify : Michael Hutchence“ & „INXS – Live Baby Live“) als verspätetes Birthday Present, rein zufällig beim Surfen gefunden – und weil’s so schön war, auch noch gleich ein ganz besonderes Filmhighlight in der Originalversion – der australische Spielfilm „Three Summers“, den ich so gut fand, dass ich ihn mir gleich auch noch auf einen DVD-Rohling gezogen habe.

◆◆◆

Das war er – mein Jahresrückblick. Ich bin gespannt, was das Jahr so bringt – angefangen hat es schon mal gut. Der Bus war pünktlich. Happy New Year.

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 24

 

 

 

Den bunten Abend eröffnet heute das ZDF-Fernsehballett. Ach nein, doch nicht, was Sie zu sehen bekommen, verehrtes Publikum, ist der Sonnenschein aus Australien, mit güldenem Haar, so golden wie ein Weihnachtsengel. Oder das Christkind. Ach ja, damals, als wir alle den Film „Grease“ so liebten, aber nicht nur wegen Olivia Newton-John. An deren Hit „Physical“ hatte unsere Sportlehrerin einen Narren gefressen und triezte uns damit beim Aerobic. Ich habe es gehasst.

Aber da ich ja nun ein Lied mit X brauchte, kam

Xanadu“

als Neuzugang in meine Playlist. Unterstützt vom Electric Light Orchestra, das ich Ende der 70er Jahre bzw. Anfang der 80er Jahre im Gegensatz zu meinen Mitschülern sensationell fand, entführt Frau Newton-John uns in ein Land, in dem alles so herrlich bunt ist, dass die Stimmung viel besser zu Silvester als zu Weihnachten gepasst hätte – https://www.youtube.com/watch?v=cLi8fTlDEag    

 

 

So süß wie eine Tüte Karamellbonbons („Sahne Du“ hat mein Papa immer verstanden, wenn Ireen Sheer die deutsche Schlagerfassung sang). Aber wie gesagt: „Merry X-Mas“ – Fröhliche Weihnachten, und wenigstens gibt es heute mal nichts Trauriges. Das wird auch am 1. Weihnachtsfeiertag mit dem Y so bleiben.