100 Creative Challenges # 27 : Interessantes in sonst nie besuchter Umgebung

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Heute, beim Absenden meiner Flaschenpost…

 

Nachdem ich eine Weile am Ufer des Mains zugebracht hatte, kam mir zu Bewusstsein, dass ich hier wirklich so gut wie nie hingehe. Das war in meiner Kindheit anders, denn ich wohnte in der Nähe. Doch seit Ende der Achtziger Jahre wohne ich am anderen Ende der Stadt und bin lieber im Wald oder im Taunus unterwegs. Wie konnte ich nur vergessen, wie gerne ich als Kind Zeit am Main verbracht habe?

Um es kurz zu machen: Nach einer Weile fiel meine Aufmerksamkeit auf die vielen Wasservögel, die sich völlig unbeeindruckt von meiner Driftbuddel zeigten, weil das Gefüttertwerden mit Brotresten für sie viel spannender zu sein schien. Schwäne, Stockenten, Nilgänse, Kanadagänse und ein Graureiher.

Graureiher! Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich versucht habe, einen Graureiher aus der Nähe zu fotografieren. Diesmal war dieses wunderschöne Tier so damit beschäftigt, nach im Wasser treibenden Brotkrumen zu fischen, dass ich für eine Weile unentdeckt blieb…

 

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und ich ihn in aller Seelenruhe ablichten konnte. Und so konnte ich die 27. Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ erfüllen, die da lautete: „Besuch einen Ort, zu dem du nicht normalerweise gehen würdest, und fotografiere dort etwas Interessantes in der Umgebung.“

 

 

Greifvogeltag am 3.Dezember : Auf Tuchfühlung mit dem Wüstenbussard

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Vor einigen Tagen wurde in unserer Zeitung für einen Natur Erlebnis Schnuppertag am Schneckenberg geworben: Ein Verein hatte eine Falknerin eingeladen, die mit ihren beiden Töchtern, zwei Wüstenbussarden (Harris Hawks) und einem Steinkauz angereist war. Die Mutigen unter den Besuchern durften sich als „Ansitz“ für die Bussarde zur Verfügung stellen; alle anderen schauten zu und fotografierten nach Herzenslust.

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Vierzehn Uhr, und es war jetzt schon eisig. Doch als die Falknerhandschuhe reihum weitergegeben wurden und die Bussarde Samba und Zorro von „Ansitz“ zu „Ansitz“ flogen, war alle Kälte vergessen. Es war einfach zu spannend, zumal die Vögel manchmal auch zwischendurch ein Gebüsch, ein Dach oder einen Hügel vorzogen. Dass sie sich aus dem Staub machen würden, stand nicht zu befürchten. Am Schluß landeten sie doch immer wieder da, wohin sie durch Futter gelockt wurden.

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Übrigens sollte für eine Besucherin ein Kindheitstraum wahr werden- da ließ ich ihr doch gerne den Vortritt, war ich im Mai vor zwei Jahren auf den Ronneburg schon in den Genuß eines Besuchs hinter den Kulissen einer Falknerei gekommen. Damals war ein Falkenweibchen auf meiner behandschuhten Hand gelandet – ein unbeschreibliches Gefühl; man muss es selbst erlebt haben (aber ich schweife ab).

Zu Beginn hatte die Falknerin einen Stapel Bücher zur Ansicht bzw. Auslage am Infostand mitgebracht, und ich musste grinsen, als ich sah, dass „H is for Hawk“ von Helen MacDonald zuoberst auf dem Stapel lag, hatte ich „H wie Habicht“ erst vor kurzem ausgelesen. Nicht, daß das Buch mich zu dem Besuch dieser Veranstaltung inspieriert hätte oder ich mich dazu berufen fühlen würde, in die Fußstapfen der Schriftstellerin zu treten. Nein, schon immer haben mich Vögel im Allgemeinen und Greifvögel im Besonderen fasziniert (stundenlang könnte ich den Milanen und Bussarden im Sommer bei ihrem Kreisen hoch am Himmel zusehen), aber ich würde nie so weit gehen, mich zum Falkner ausbilden zu lassen oder mir einen solchen Vogel halten zu wollen. Das überlasse ich dann doch lieber den Experten. Für mich war es ein sehr großer Zufall, dass Frau T. Ihre Bussarde nicht zur Beizjagd sondern zu Therapiezwecken abträgt und auch sogenannte „Hawk Walks“ anbietet.

 

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Und auch wenn Zorro und Samba laut Frau T. zwei „ganz Liebe“ sind, die nicht zur Jagd draußen frei fliegen, musste Steinkauz Gylfie außer Sichtweite bleiben, um nicht eventuell doch zum interessanten Jagdobjekt/Snack für die beiden Hübschen zu werden.

Im Großen und Ganzen waren es anderthalb lehrreiche und faszinierende Stunden, die mich den Alltag und die Kälte vergessen ließen, und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Veranstaltungen, jeden ersten Samstag im Monat.

Unsortierte Gedanken : kritze kratze *iek*


 

 

 

Seit Tagen erlebe ich Abend für Abend das gleiche nervtötende Theater. Kaum bin ich zu Hause und mache es mir auf dem Sofa gemütlich, egal ob ich stricken, bloggen oder fernsehen möchte – oder aber einfach nur entspannen bei einer Tasse Tee, geht es auch schon los, das Kratzen und Scharren von kleinen Krallen irgendwo im Stockwerk über mir, oberhalb der Zimmerdecke. Ab und zu auch noch Gepolter obendrein… Was kann das bloß sein? In dem Film, der in meinem Kopf abläuft, tummeln sich Mäuse oder noch größere Tiere im Zwischenboden, d.h. im Gebälk zwischen beiden Etagen. Auf dem Speicher ist nichts zu hören, und da scheint der Urheber der beunruhigenden Geräusche nicht zu hausen, denn ich habe mich heimlich hinaufgeschlichen und in die Dunkelheit hineingelauscht – aber von irgendwelchen Bewohnern herrschte Fehlanzeige.

Ein Vierbeiner im Zwischenboden wäre mein persönlicher GAU; denn hast Du erst einmal einen Waschbären im Haus, so hast Du einen „Freund“ fürs Leben. Hm. Oder so. Und darauf habe ich so gar keine Lust. Das Geräusch verfolgt mich: sowohl im Wohnzimmer als auch im Schlafgemach – vorzugsweise immer abends oder mittlerweile auch schon in den frühen Morgenstunden.

Doch gestern hatte ich eine Eingebung. Was wäre, wenn es kein Vierbeiner, sondern überwinternde Singvögel wären? Anzunehmen wäre es, denn ich habe sie im Sommer ständig gesehen – die Einschlupfluken unterm Dach; zumal ich neulich erst ein Blaumeisenpärchen gesehen habe, wie es den Eingang zum neuen Winterdomizil (da, wo im Sommer immer die Mauersegler leben) inspiziert hat. Wenn das meine Mitbewohner sind, dann muss ich mir keine Sorgen mehr machen. Nur Futter für die kleinen Kerlchen im Garten hinhängen.

Unsortierte Gedanken : der Kanzelgruß …

… als mein „Wort zum Sonntag“ – nicht zu verwechseln mit dem Kanzlergruß, also dem Gruß des Kanzlers/der Kanzlerin oder dem Gruß an den Kanzler/die Kanzlerin (je nachdem) – enthält eine Triggerwarnung für die Menschen, die evenutell mit religiösen oder spirituellen Themen nichts oder nur wenig anfangen können.


Nach diesem zugegebenermaßen etwas umständlichen Vorwort möchte ich auf die Quelle Kanzelgruß verlinken, bei der ich eine Kyrie entdeckt habe, die die Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen, in weiten Teilen widerspiegeln…

Kanzelgruß

Bildquelle: eigenes Foto / Textquelle: http://kanzelgruss.de/2014/06/08/kyrie-1132/


Wahre  Worte, denn auch ich ertappe mich oft dabei, dass mir vieles in meinem Leben wie selbstverständlich erscheint- gerade, wenn es um die Gesundheit geht. Und dann, binnen kürzester Zeit, stirbt im Urlaub an der See plötzlich und unerwartet eine Nachbarin, zu der ich zwar nie großen Kontakt hatte, aber jetzt, da sie unwiederbringlich fort ist, oder ganz einfach: nicht mehr ist, dieser Umstand ein seltsames Gefühl bei mir hinterlässt.

Und dann, kaum zwei Wochen später, stirbt eine Kusine, die ich schon seit längerem aus den Augen verloren habe, an Krebs. „Austherapiert“, m.E. ein beschönigendes Wort dafür, dass man nun nichts mehr für sie tun könne, und sie die letzten Wochen ihres noch nicht einmal 50 Jahre währenden Lebens in einem Hospiz verbringen durfte. Irgendwie war es abzusehen, aber als es dann endgültig geschah, traf es mich dann doch und fühlte sich „seltsam und irgendwie unerwartet“ an.


Wie damit umgehen und das ausdrücken, was in mir vorgeht? Ich fürchte, alles, was ich dazu denke, würde sich auf dem Papier hohl und leer anfühlen und jedes zusätzliche Wort geheuchelt klingen. Es ist nicht einfach, die eigenen Worte zu finden – mit fremden Worten wie eben diesem oben genannten Gruß fällt es mir um so vieles leichter. Dankbar sein für das, was mir so selbstverständlich scheint. Dazu bedarf es, mich bewusst hinzusetzen, beobachten und Vergangenes Revue passieren zu lassen. Und wenn ich so darüber nachdenke, so fällt mir jetzt auf, dass ich schon seit Tagen meine geliebten Mauersegler nicht mehr gesehen habe. Fast schon glaube ich, dass sie nun weg sind – fortgezogen, wie sie es jedes Jahr gegen Ende des Monats Juli tun. Womit ich zu den profanen oder kleinen Dingen des Alltags zurückkehre.

Ein letzter Gruß und Dank an dieser Stelle dafür, dass sie auch dieses Jahr wieder zu Gast bei uns waren und ich mich an ihrem Dasein, ihren Flugkünsten und dem Umstand, dass sie unter unserem Dach eine neue Generation ausbrüteten, erfreuen durfte und mir Abend für Abend das Herz aufging. Ach, hätte ich sie doch nur einmal so sehen können, wie auf diesem Bild… —– Die Fotografien dieses Künstlers, die Vögel und ihre Flugspuren zum Thema haben, faszinieren mich so, dass ich mich des öfteren auf seine Seite verirre, wenn ich mal wieder spektakuläre Aufnahmen aus der Natur sehen und dabei zur Ruhe kommen möchte.   —   Ruhe ist dieser Tage schwer zu finden, und die kommenden Wochen läuten für mich den Abschied vom Sommer ein; denn auch wenn es dem Wetter und dem Kalender nach noch Sommer ist, so hält doch schon der Herbst Einzug in mein Herz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsortierte Gedanken : For the birds – Fortsetzung

 

Besondere Erlebnisse ziehen andere nach sich. In meinem Sommerurlaub im Taunus hatte ich das Vergnügen, dem Hausrotschwanzpärchen bei der Aufzucht seines Nachwuchses zuschauen zu können und durfte zum Schluß noch einem Küken, das sich aus dem Nest nach draußen verirrt hatte, ins Nest zurückhelfen.

Als ich mich zwei Wochen später dort noch einmal sehen ließ, war das Nest leer und alle Vögel ausgeflogen. Dafür standen die Rosenbüsche in voller Blüte.

Heute morgen bot sich mir beim Hinausschauen aus dem Fenster ein rührender Anblick: eine Handvoll Jungvögel, die gerade das Fliegen lernten… an ihrem charakteristischen Wippen erkannte ich drei junge Hausrotschwänze, die aufgeregt hin und her flatterten und begleitet wurden von jungen Spatzen. Was für eine Melange! Fotos gibt es diesmal jedoch keine, da das Gewusel viel zu schnell für mein Objektiv war.

Unsortierte Gedanken : For the birds

 

 

 

 

 

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Eigentlich wollte ich über ganz andere Erlebnisse meines Urlaubs, den ich in den vergangenen zwei Wochen hatte, schreiben. Aber dann heute morgen etwas passiert, das die höhere Priorität hat:

Seit einiger Zeit brütet ein Pärchen Hausrotschwänze im Flachdach unsere Ferienhäuschens im Taunus. Während meines Urlaubs wurde das Gepiepse und Geflatter immer aufgeregter und war fast rund um die Uhr zu hören. Zu sehen waren immer nur die Eltern, die unermüdlich Futter anschleppten und die Hinterlassenschaften ihrer Kinder davontrugen. Heute morgen jedoch saß auf dem Terrassenfußboden fast direkt vor unserer Eingangstür ein winziges Küken, das sich aus dem Nest nach draußen verirrt hatte und sich nicht helfen konnte – geschweige denn, dass die Eltern das konnten, außer das Kleine außerhalb des Nests mit Futter zu versorgen. Aber das erschien mir kein haltbarer Zustand, denn das Wetter war zum Schlechteren hin umgeschlagen, und so auf dem Fußboden ist es wilden Tieren hilf- und schutzlos ausgeliefert.

Nach kurzem Nachdenken griff ich mir ein paar Gummihandschuhe und einen Prospekt, schob das Kerlchen auf die Papierunterlage, setzte es zurück unter den Dachsparren und schob es ganz vorsichtig weg von der Dachkante und zurück in Richtung Nest, in der Hoffnung, dass die Eltern es zurück ins Nest befördern würden. Beruhigt, dass ihm anscheinend wohl nichts schlimmeres geschehen war, konnte ich so die Heimreise antreten und die beiden Bilder, die ich noch kurz zuvor von ihm mit dem Handy geknipst hatte, auf meinen Rechner überspielen.

Weitere Eindrücke, die sich erst noch setzen müssen, werden in Kürze folgen; schließlich gibt es ja auch noch einen FUSSA-Termin, um den ich mich auf jeden Fall als erstes kümmern werde. So, und nun werde ich das halbgare Wetter im Freien genießen, so gut ich kann, denn drinnen halte ich es nun wirklich nicht mehr länger aus.

Mein Glotzophon und Ich : Vogelglück im Taunus

 

pics: Ein- und Ausflug der Meisen

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Gerade läuft auf BBC2 vor der neuesten Folge von „The Great British Sewing Bee“ auf BBC2 eine Naturdoku, zu der man auf flickr auch unter dem Begriff „springwatch“ unzälige Aufnahmen anschauen kann. Wie immer brilliant. Typisch BBC. Da es u.a. auch um brütende Vögel, wie Eichelhäher, Adler, Reiher und Meisen ging, muss ich nun doch noch mal den Beitrag meines geliebten Gatten re-bloggen, der heute seine Impressionen von unserem Vogelglück im Taunus niedergeschrieben hat…

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Das Wetter war am Wochenende nicht gerade berauschend, jedoch sehr unterhaltsam.

Unsere Hütte, die mitten in der Natur steht, wird wohl nicht nur von uns zeitweise bewohnt.

Nein auch unsere gefiederten Freunde machen es sich bei uns bequem. Seit gut zwei Wochen beobachten wir ein Blaumeisenpärchen, das unermüdlich Nahrung für seinen Nachwuchs heranschafft.

DSC02886In einem kurzem Moment, als die Eltern zur weiteren Nahrungsbeschaffung abgeflogen waren, habe ich die Chance genutzt, um mit meinem Handy ein Foto von den Nestbewohnern zu schießen. Und was soll ich sagen, schaut sie euch doch nur an, das sprengt doch jedes Herz.

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Und als ob das nicht genug wäre, demnächst wird es wohl noch mehr Nachwuchs bei uns geben.

Ich habe einen Hausrotschwanz dabei beobachtet, wie er ständig an der Dachschräge seitlich ein und aus flattert. Ein kurzer Blick genügte, um festzustellen: hier wird ein Nest gebaut.

Also werden wir bei unserem nächsten…

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Fundbüro : Im Reich der wilden Tiere

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An Pfingsten haben wir uns mal wieder ein verlängertes Wochenende in unserem Freizeitidyll gegönnt; allerdings war nicht nur relaxen angesagt, sondern auch Rasenmähen und das Streichen von Tür- und Fensterrahmen. Doch da Arbeit nur das halbe Leben ist, und die andere Hälfte zum Entspannen und Feiern, zogen wir los zu unserem Lieblingsplatz: einer Ansammlung von Felsen mitten im Wald. Inzwischen gibt es auch dort schon Kletterhaken, doch am Sonntag war alles ruhig, und wir hatten Zeit und Muße, nach einem geeigneten Plätzchen für ein Picknick im Sommer zu suchen.

Dabei stießen wir auf ein Vogelnest, in dem fünf Eier lagen. Von Mama & Papa war weit und breit nichts zu sehen, und so war der Fotoapparat schnell gezückt. Der Blick ins Vogelbuch verrät: Es könnte sich um ein Amselnest handeln.

Auf dem weiteren Weg kamen wir nicht nur an lauter Stellen vorbei, an denen sich Wildschweine gesuhlt hatten, sondern im frischen Morast entdeckte ich mitten auf dem Wanderweg rätselhafte Tierspuren:

Ob diese Abdrücke von kleinen Händchen eventuell zu einem Waschbären gehören? Ach, ein Fährtenleser werde ich wohl nie werden, und ich denke mir dabei „da kommt man sich vor wie die Pythonjäger auf RTL Nitro“ !

Ach ja – was Dokumentarfilme angeht: Was waren das früher noch tolle Sendungen. Egal ob Jacques Cousteau, Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann – eines unterschied ihre Sendungen von denen des „Crocodile Hunters“ Steve Irwin oder Floridas Python-Jäger: Es ging vergleichsweise ruhig zu. Teilweise zu ruhig. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, gab es in den 0er Jahren des letzten Jahrhundets eine sehenswerte Fernsehsendung namens „Im Reich der wilden Tiere“, in der Dokumentationen über Tierarten aus allen Kontinenten gezeigt wurden. Leider gibt es sie nicht mehr, und „Hund, Katze, Maus“ oder „Giraffe, Leopard & Co.“ oder so ähnlich sind für mich kein Ersatz. Wilde Tiere haben mich von jeher fasziniert, und doch muss ich nur mit offenen Augen durch Feld und Flur gehen, denn selbst im Taunus, wo wir uns oft aufhalten, kann ich immer wieder neues entdecken.

Zur Zeit brütet in unserem Nistkasten ein Kohlmeisenpärchen, und das ist ein tolles Schauspiel, ihnen dabei zuzusehen, wie sie unermüdlich Futter für ihren Nachwuchs heranschleppen und im Akkord füttern. Gut, dass sie im Nistkasten ihre Familie großziehen, so sind sie in Sicherheit vor dem Kuckuck, den ich gestern auf dem Zaunpfahl erspähen durfte. Momentan sind auch die Amseln in der Balzsaison – so konnte ich Zeuge eines aufgeregten Kampfes zweier Amselmännchen werden (alldieweil das Weibchen irgendwo im Baum hockt und das Spektaktel beobachtet – Ällabätsch).

Gelegentlich kann ich nicht nur eine Haubenmeise vorbeiflattern sehen, sondern auch die Fledermäuse, wenn es wärmer wird. Letzten Herbst waren es die Kraniche auf ihrem Weg in den Süden – und im Sommer saß mir sogar ein Kauz fast schon direkt vor der Nase. Na ja, wohl eher auf der Telefonleitung über unseren Köpfen, aber es fühlte sich trotzdem verdammt nah an und irgendwie surreal. Schon komisch, wenn sich so ein großer Vogel erhebt, um nahezu lautlos über uns hinwegzugleiten. Und wenn wir schon bei wirklich wilden Tieren sind: Ein blökender Rehbock nachts vor der Hütte ist direkt harmlos; aber einem Wildschwein über den Weg zu laufen, ist schon eine andere Hausnummer, und wenn ich daran denke, dass Nachbarn sogar schon einen Luchs in der Nähe unserer Hütten gesehen haben…

Auch Waschbären, Siebenschläfer und Marder tummeln sich rings um unser Grundstück, aber von denen sind wir bisher zum Glück verschont geblieben (auch wenn so ein ins Fenster lugender Waschbär mit seiner Gesichtsmaske echt putzig aussieht – aber hast du ihn einmal im Haus, hast du ’nen „Freund“ fürs Leben).

Zum Abschluß meiner Exkursion durch die Fauna des Hochtaunuskreises möchte ich noch ein Bild zeigen, das mein Mann letztes Jahr von einem sich sonnenden Reptil geschossen hat.

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Den kleinen Kerl hat er nach der Aufnahme natürlich sofort wieder auf die Steine gesetzt, auf denen er ihn gefunden hat.

Unsortierte Gedanken : summer is coming

 

Endlich ist es für mich Sommer, denn sie sind wieder da: unsere Mauersegler. Wie oft ich in den letzten Tagen ohne Unterlass den Himmel auf der Suche nach ihnen abgesucht und mich gefragt habe, ob sie denn je wiederkehren, weiß ich heute schon gar nicht mehr. Doch heute morgen vernahm ich beim Verlassen des Hauses ihre charakteristischen Sriii-sriii-Rufe. Da stieg doch meine Laune merklich. Und deswegen gibt’s zur Einstimmung auf den Frühsommer einige Bilder, die ich vor zwei Jahren im Mai in der Falknerei auf der Ronneburg aufgenommen habe. Zwar nicht unbedingt zu Beginn des Monats, aber immerhin.

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Beltane – irischer Sommeranfang. Wird in der Nacht zum 1. Mai gefeiert. Wie beneide ich meine Schwester, die gestern nach Irland geflogen ist – zum einen wäre ich gerne an einem keltischen Feiertag gerne in Irland oder Schottland, zum andern glaube ich, dass ihr die keltischen Feiertage egal sind bzw. sie nicht mal weiß, wann diese stattfinden. Und weil ich selbst manchmal die Tage durcheinanderbringe, schreibe ich mir jetzt einfach mal selbst dieses Erinnerungsmemo über den keltischen Jahreskreis:

Samhain – 1. November: Halloween – Beginn des keltischen Jahres

Yule – 21. Dezember: Wintersonnenwende

Imbolc – 1./2. Februar: entspricht Maria Lichtmess

Ostara – 21. März: Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

Beltane – 1. Mai: Walpurgisnacht

Litha – 21. Juni: Sommersonnenwende

Lughnasadh – 1. August: Fest der Ernte

Mabon – 23. September:  Herbst-Tagundnachtgleiche

Ein Beltanefeuer haben wir dieses Jahr nicht entzündet, aber uns nach langer, langer Zeit wieder einmal den Film „The Ring“angesehen, und zwar das Remake von 2002, das ich wegen seiner Bilder…

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Quelle   

http://dementedstuff.com/thering/cursedvideo40.jpg

&    http://dementedstuff.com/thering/ringmain.htm

… und der unterschwellig sehr bedrohlich wirkenden Musik lieber mag als das Original von 1998 aus Japan. Eigentlich ist so ein Film ja eher etwas für Halloween, aber da das Wetter der letzten Tage bei mir eher Herbst- als Frühlingsgefühle auslösten, war „The Ring“ der ideale Ausklang einer nicht so gut verlaufenden Woche.

Am Samstag kam dann endlich Besserung in Sicht, und wir grillten mit Freunden. Wir kamen ins Erzählen über vergangene Reisen, und dabei auch auf Rumänien bzw. Transsylvanien und Schloss Bran. Wie der Zufall es wollte und ohne, dass ich das Gespräch in diese Richtung gelenkt hätte, lief am selben Abend auf SAT1 der Animationsfilm „Hotel Transsylvanien“, den wir uns gestern abend ansahen. Hach, was soll ich sagen? Schon lange habe ich mich nicht mehr so prächtig amüsiert.

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Jetzt, am Ende eines langen Arbeitstages, finde ich sie nicht mehr – dabei habe ich doch heute morgen an der Haltestelle 8 von ihnen gezählt. Nun ist der Himmel leer. Vielleicht war das nur die Vorhut, und die Vögel, die bislang immer unter unserem Dach gebrütet haben, kommen erst noch.

 

For the birds : der große Vogelflugtag – Fortsetzung

Wie ich am vergangenen Montag schrieb, versammelten mein Mann, ich und einige Vogelfreunde aus Obertshausen und Weiskirchen mit einer Haushaltsleiter um acht Uhr abends auf einem freien Feld im Rodgau, um dort acht aufgepäppelte Mauersegler, die ihr Idealgewicht von 43 bis 50 Gramm erreicht hatten, in die Freiheit zu entlassen.

Einen nach dem anderen nahmen wir aus den Behältnissen, in denen sie untergebracht waren und setzten sie auf die flache Hand. Einige von ihnen konnten es gar nicht erwarten, endlich losfliegen zu dürfen. Andere zögerten noch etwas; also ließen wir ihnen so viel Zeit wie sie brauchten, damit sie sich an die Höhe gewöhnen und sich mit der Umgebung vertraut machen konnten. Frau M. nahm zwischendurch immer mal so einen Zögerlichen an sich und bracjte ihn dazu, mit den Flügeln zu schlagen. Das half ihm dann, sich beim erneuten Versuch ein Herz zu fassen und den Flug zu wagen.

Zwei von ihnen benötigten dann auch noch eine Zwischenlandung, bevor sie es beim zweiten Anlauf dann tatsächlich schafften, abzuheben. Mit „meinen“ Seglern hatte ich da mehr Glück. Zwar ließ sich Segler Nummer eins ziemlich lange Zeit; als Frau M. dann ankündigte, ihn doch wieder mitnehmen zu wollen, da sprang er mir von der Hand und startete durch – in einen Himmel voller Segler. Als ob er nur gewartet hätte, bis genügend andere Segler ihre Kreise zogen. Segler Nummer zwei dagegen brauchte nur ganz kurze Zeit – dann preschte er in der Gegenrichtung davon und schraubte sich immer höher in den Himmel.

Letztendlich haben wir von acht Seglern sieben auf den Weg gebracht;von nun an werden sie für die kommenden zwei Jahre nichts anderes machen als fliegen, ohne sich irgendwo niederzulassen. Ach ja, was mit dem achten geschah: Er war leider noch zu klein, eben noch so ein richtiges, immer hungriges Baby. Die noch sichtbaren Federspulen waren der Beweis. Frau M. erbot sich, den kleinen „Bettelfritzen“ Frau W. abzunehmen und ihn bei den anderen Tieren, die sie noch zu Hause hat, unterzubringen. Es sind ja auch nur noch einundzwanzig Stück, und mit dem achten von acht sind es jetzt zweiundzwanzig.

Alles in allem war es ein sehr berührendes Erlebnis das einen freien Tag abrundete.