12 magische Mottos 2017 – November : Street Art

Zum vorletzten Mal in diesem Jahr gibt es bei paleica ein magisches Motto zum Fotografieren – und zwar:

Street Art

Dachte ich zunächst daran, Straßenkunst oder -künstler zu fotografieren, so wie bei meiner Berlinreise im Oktober 2011, als ich der East Side Gallery einen Besuch abstattete, so brachte mich folgendes Zitat auf paleicas Blog auf eine ganz andere Idee:

Wie immer müsst ihr das Thema nicht aus derselben Perspektive angehen wie ich. Es muss auch keine Straße sein. Es geht nur darum, dass ihr etwas entdeckt, an dem die anderen vorbeigehen. Erlaubt ist aber natürlich auch, das Thema im ganz klassischen Sinne umzusetzen.“

 

Beim Abriß des manroland-Werkes zwecks Neubau des Senefelderquartiers in Offenbach bin ich im September 2013 mit der Kamera losgezogen und habe alles im Bild festgehalten, was mich interessierte, bevor es weg war.

Nov 04 - manroland

 

Auch die Dinge, die anderen eventuell egal sind, weil sie sie für uninteressant halten, wie zum Beispiel ein Wandbild, auf dem Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithografie, dargestellt wird. Nach diesem ist das neue Wohngebiet benannt, das sinnigerweise an die Senefelderstraße angrenzt. In einer weiteren, an dieses Wohngebiet angrenzenden Straße befindet sich ein Gebäudekomplex, in dem früher Schuhe hergestellt wurden.

Zufall oder nicht – bei der Durchsicht der Galerie meiner „Abriß“-Fotos, die eigentlich in die Rubrik „Bevor sie ganz verschwunden sind“ gehören, bin ich auf drei Bilder gestoßen, die ich in Bezug zueinander gesetzt habe: „Hans Sachs“ – „Schuh“ – „Kirchturm“.

 

 

 
Über den Schuhmachermeister Hans Sachs findet man bei Wikipedia folgenden Eintrag: Von den Kompositionen des Hans Sachs blieb vor allem die Silberweise, erschienen in der Zwickauer Handschrift, in Erinnerung. Teile daraus werden auch in den Chorälen ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘ und ‚Ein feste Burg ist unser Gott‘ zitiert.“   ————   Der Kirchturm, der hier so schön aus der Ferne zu sehen ist, gehört zur evangelischen Lutherkirche, deren Fassade von dem Spruch „Ein feste Burg ist unser Gott“ geschmückt wird.

Aber mir kamen auch Motive vor die Linse, die mit dem abzureißenden Objekt nichts zu tun haben, aber wahrscheinlich von keinem außer mir bemerkt werden. Zum Beispiel Isolatoren. Man findet sie nicht nur an Weidezäunen oder Strommasten auf dem Land, sondern auch in der Stadt – in diesem Fall an einer Hauswand.

Nov 05 - Isolator

Wenn ich Plakate sehe, die mir gefallen – schwupp, schon hab‘ ich sie aufgenommen. Jedes Jahr gibt es die Tage der Industriekultur Rhein-Main, und letztes Jahr waren es die Zahnräder, die mir ins Auge sprangen (auch wenn ich es nicht geschafft habe, mir auch nur einen einzigen Programmpunkt anzusehen).

Nov 07 - Plakat

Nov 06 - Plakat

 

 

Und die Tür war das, was von abgerissenen Wohnhäusern eines anderen Gebäudekomplexes, der nicht mehr zu retten war, übrig blieb. Warum fasziniert mich dieses Thema so? – Eine mögliche Erklärung könnte folgende sein: Für kurze Zeit legt so ein Abriß das Innenleben von Gebäuden frei und gewährt Einblicke, die man vorher so nicht hatte und später nie wieder zu sehen bekommt – sie festzuhalten, verdeutlicht, wie vergänglich der Augenblick (und damit die Gegenwart) ist.

 

Nov 08 -Milchhof
Straßen auf dem Land können mich ab und zu sogar noch überraschen, auch wenn ich sie bestimmt schon hundertmal entlanggefahren bin. Jedenfalls habe ich in all den Jahren, in denen ich an meinen freien Wochenenden in den Taunus gefahren bin, noch nie an dieser Stelle eine Schafherde grasen sehen. Diese Augenweide erspähte ich an einem Donnerstag um die Mittagszeit.

 

Nov 09 - Schafe
Nov 10 - Schafe

Und zum Schluss gibt’s eines der Bilder, die ich zum Beitragsbild umfunktioniert habe – eine Wohnhausfassade, die sich in einem roten Auto spiegelte; das Ergebnis gleicht fast schon einem abstrakten Gemälde.

Nov 11 - Spiegelung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich durch diese Form von „street art“ das Motiv der Vergänglichkeit als roter Faden zieht. Was beim Abriß von mir festgehalten wurde, existiert schon ein paar Jahren nicht mehr, was genauso für die Strom- oder anderen Leitungen gilt, für die die Isolatoren einst gedacht waren, und mit großer Wahrscheinlichkeit ist auch die Schafherde schon bald zur nächsten Weidefläche weitergezogen (und der Autolack spiegelt ganz andere Dinge wieder – nur nicht das).

 

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12tel Blick : November – schon lichten sich die Kronen …

 

 


 

… und irgend etwas ist anders als sonst. Was es ist, wird sich aber erst nach der Aufnahme meines Monatsmotivs offenbaren:

 


 

12tel Blick Nov 1

12tel Blick Nov 2


 

 

Einen Teil meines Resturlaubs jetzt schon zu nehmen, war eine gute Entscheidung, denn der Tag war viel zu schön, um ihn drinnen zu verbringen. Nicht nur, dass es für den 2. November ungewöhnlich warm war, die viele Sonne ließ mich eher an den nächsten Frühling als an den in Kürze bevorstehenden Winter denken. Am Tag meiner Hochzeit vor 16 Jahren war es zwar genauso sonnig, aber schon so kalt gewesen, dass im Park vor dem Standesamt eine hauchdünne Schneedecke auf dem Rasen lag.

Und letztes Jahr war ich um diese Zeit in Schottland, daher kann ich nicht beurteilen, wie es hier gewesen war. Und so nutzte ich ihn für einen kurzen Ausflug in den Taunus, um eine gute Freundin und „meine“ Bäume zu besuchen, und zu einem abschließenden Abstecher zum Friedwald, wo man im Winter einen herrlichen Blick hinüber zum Golfclub und bei guter Sicht bis in den Westerwald schauen kann. Im Sommer sind die Bäume am Wegrand so dicht belaubt, dass ich mich auf dem Hügel wie in einem Hain oder wie auf einer abgeschnittenen Lichtung fühle.

So viel der langen Vorrede. Von weiter oben sah mein Motiv mit der Baumgruppe nicht besonders spektakulär aus:

 


12tel Blick Nov 3


 

Nachdem ich aber die Aufnahme „im Kasten“ hatte, wusste ich, was mir von Anfang an so seltsam vorgekommen und daran schuld war, dass sich in die Perspektive eine Verschiebung eingeschlichen hatte:

 


12tel Blick Nov 4


 

Jemand hatte das gesamte Areal eingezäunt, so dass ich diesmal nicht näher als sonst an die Bäume herangehen konnte. Vermutlich ist dieser Zaun dort nur vorübergehend, um den Platz für die Schafherde zu reservieren, die am selben Tag noch am Ortsrand auf der anderen Seite des Hügels weidete und wahrscheinlich bald weiterziehen wird.

 


SAM_7881


 

Beim nächsten Besuch werde ich es wohl herausfinden. Bis dahin, wie auch schon beim letzten Mal, noch eine Zusammenfassung der bis jetzt gesammelten Eindrücke:

 

 

Bis zum nächsten Mal.

 

12tel Blick : Oktober 2017

 


 

Wie schnell die Zeit doch vergeht – schon wieder ist ein Monat vorbei, in dem ich mein Lieblingsmotiv für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker ablichten konnte.

 

12tel Blick Oktober 1

12tel Blick Oktober 1a

 

Einen Tag nach dem Septemberbild ist meine Aufnahme für den Oktober entstanden, aber nicht ganz so früh am Tag. Die Schatten waren schon länger, und die Kühe schienen die Sonne sehr zu genießen.

Irgendwie muss ich geahnt haben, dass ich an den anderen Tagen nicht mehr dazu kommen würde.

Zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung der bis jetzt gesammelten Eindrücke:

 

 

Magische Mottos : Oktober 2017

 


 

Und wieder wird der Oktober nicht golden, sondern geheimnisvoll, und zwar bei den Magischen Mottos auf paleicas blog . Ins Land der dunklen Türme bin ich zwar noch nicht gereist, aber zumindest schon dort hin, wo im Herbst die Nebel wallen und es im Oktober schon um drei Uhr mittags zu dunkeln beginnt …

 

10 Oktober entry

… in welcher Stadt dieses einladende Tor wohl sein mag? Die düstere Skyline gehört zu …

10 Oktober Stadt

Edinburgh !


 

Oft verbergen Schlösser Geheimnisse. Magier wie z.B. der große Houdini benutzen auch gerne Schlösser wie diese:

SONY DSC

gesehen habe ich es in an der Elbe (in Hitzacker)


 

Mysteriös oder gar mystisch, auch wenn man es kaum glauben mag, angesichts der Touristenströme, die sich dort im Sommer entlangwälzen, kann es im Teutoburger Wald sein… … Fundort: Externsteine (wo es einige Meter abseits von ihnen im Wald noch mehr heidnische Spuren zu entdecken gab). Waren hier vielleicht Druiden am Werk?

10 Oktober Labyrinth


 

Das gleiche habe ich mich im Taunus auch gefragt… 

10 Oktober Holz

… Fundort beim Spaziergang im Wald in der Nähe dieser Sehenswürdigkeit:

 

10 Oktober Klippen 2

10 Oktober Klippen 1

den Eschbacher Klippen.


 

PS:

Ohne es zu merken, habe ich geheimnisvolle Bilder von Orten ausgesucht, die mit einem E anfangen. Und darum gibt es zum Abschluss ein Foto von einem Souvenir, das ich mir in den 90er Jahren in Irland gekauft habe: ein Siebdruck von einem keltisch verschnörkelten Buchstaben, den der Künstler „the letter e“ getauft hat. Wie der Künstler heißt, der dieses Unikat geschaffen hat, wird für immer ein Geheimnis für mich bleiben.

 

10 Oktober Letter E

 

 

12tel Blick : September 2017

 

Heute, am 30. September 2017, bin ich zu meiner Exkursion in den Taunus aufgebrochen und habe mir beim Fotografieren für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker nasse Füße geholt. Es war noch früh am Morgen, und die Nebel hatten sich schon gelichtet. Nur der grasbewachsene Feldweg, auf dem ich zu den drei Bäumen gelange, war noch nass von Tau.


 

12tel Blick September 1

12tel Blick September 3

 


Es war so diesig, dass der Kirchturm im Hintergrund nur noch zu erahnen war, aber so eine Morgenlandschaft hat auch ihren Reiz. Gut, dass es nicht geregnet hat. Zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung der bis jetzt gesammelten Eindrücke:

 

 

 

 

Magische Mottos 2017 – September : Farbkleckse – oder die Kunst des Vergänglichen

 


Farbkleckse“ lautet das „Magische Motto“ für den Monat September auf dem Blog von paleica.


 

Nachdem ich im Sommer alte Bilder extern abgespeichert hatte, befindet sich in meinem momentanen Archiv nur noch ein Teil meiner Sammlung. Bei meiner Auswahl musste ich mich daher auf das Wenige, das noch übrig geblieben ist, beschränken und habe noch ein paar Aufnahmen von heute hinzugefügt. Charakteristisch ist eine monochrome Umgebung (Winterlandschaft o.ä.), und mittendrin – Peng! – ein farbiges Objekt. Das kann zum Beispiel ein Ball sein, der nach dem Spielen mit dem Hund auf dem Rasen vergessen wurde und über Nacht einen Pelz aus Rauhreif bekam. Weitere Beispiele:

Zapfen an einem Baum, den es längst nicht mehr gibt – Dekolaternen, die wir ebenfalls draußen vergaßen und die dann nachts von einem Wintersturm in kleine Fetzen gerissen wurden – ein grüner Wasserhahn, braunes Herbstlaub an einer Skulptur (beides auf dem Frankfurter Hauptfriedhof) – anderes, freischwebendes Herbstlaub – Graffiti in Rot auf einer inzwischen nicht mehr existierenden Fensterscheibe.

 

September 02September 03September 04September 06September 05September 10September 07

 

Und zum Schluß noch die „Nichtfarben“ Schwarz und Weiß:

eine mit schwarzer Farbe per Airbrush auf eine weiße Wand gesprühte Figur – ein Spruch in weißer Farbe auf einem Gebäude, das längst eine neue Fassade bekommen hat – die Lettern LK, die auf einen Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg hinweisen.

 

September 17

September 08

September 11

 

Wenn ich mir meine Galerie so anschaue, fällt mir auf, dass all diese Farbkleckse mehr oder weniger vergänglich sind.

Die Zapfen sind zwar jedes Jahr wiedergekommen, aber nachdem der Baum gefällt wurde, war auch damit Schluss. Aufgesprühte Bilder und Schriftzüge kann man nicht nur durch Einsatz chemischer Mittel entfernen, manchmal fallen sie auch Schmierfinken zum Opfer; und ab und zu wird so ein Gebäude einfach nur abgerissen oder umgebaut.

Im Fall des Luftschutzkellers bleibt der Schriftzug zwar vermutlich auch in Zukunft noch bestehen, aber die Kellerräume dürften ihre ursprüngliche Bestimmung verloren haben und den Mietern im Haus als Lagermöglichkeit dienen. Was als Erinnerung bleibt, sind diese Momentaufnahmen.

 

 

 

12tel Blick : August 2017

 


 

Wieder ist ein Monat vorbei – Zeit für meinen zweiten Beitrag zu dem Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker. Das läuft schon eine Weile, und nun bin auch ich dabei – von Juli 2017 bis Juni 2018, weil ein Einstieg jederzeit möglich ist.

Mein Motiv, eine bestimmte Baumgruppe im Taunus, hat für mich eine persönliche Bedeutung. Diesmal zeigen die Blätter die charaktistische Färbung, wenn ein Gewitter bevorsteht. Und wenn es gewittert, dann aber richtig! Das letzte war vor einigen Wochen und hatte es in sich. Beinahe im Sekundentakt kamen ein oder gar zwei Blitze, gefolgt von permanentem Donnern und Hagel im Wechsel; sogar die Luft roch elektrisch. Da konnte ich mich nur noch im Bett verkriechen und dem Geprassel lauschen.

 


 

12tel Blick August 1

12tel Blick August 2


Diesmal war die Färbung der Blätter in dem fahlen Nachmittagslicht trügerisch, denn außer ein paar Regentropfen und einem vagen Donnergrollen in der Ferne tat sich nichts. Zum Glück. So wurde es dann doch noch ein friedlicher Nachmittag. Und weil ich diesen Monat dort nicht mehr hinkomme, warte ich mit der Veröffentlichung auch nicht bis zum 30. oder 31. August, sondern zeige die Bilder schon jetzt.


 

 

Zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung der bis jetzt gesammelten Eindrücke:


 

Dann bis zum nächsten Mal irgendwann im September.

Magische Mottos 2017 – August : Wildnis


 

Wildnis“ lautet das „Magische Motto“ für den Monat August auf dem Blog von paleicaein Thema, das mir zunächst schwierig erschien, weil meine Gedanken dabei in die Ferne schweiften. Das „wildeste“, das ich z.B. in Bayern fotografiert habe, war ein Feuersalamander, der meinen Weg kreuzte (leider völlig verwischt und kaum zu erkennen) und ein paar Hochlandrinder, durch deren Weide mein Wanderweg führte. Doch so kompliziert muss es gar nicht sein – laut Paleica kann man Wildnis auch in der Stadt finden.

Vielleicht ist es ja wirklich so, dass einem das Offensichtliche kaum auffällt, aber manchmal taucht die Wildnis auch da unversehens aus ihrem „Versteck“ aus, wo man sie gar nicht vermuten würde. Wenn ich allein schon an das verfallene Haus auf dem zugewucherten Grundstück denke, an dem ich jeden Morgen vorbeifahre… Aber möchte ich eine solche Bauruine tatsächlich verewigen? Wesentlich interessanter finde ich da schon das durch den Asphalt brechende Gras, das ich beim Warten auf eine Freundin entdeckt habe; oder die heimische Vogelwelt; oder die „Blumenwiese“ auf dem Grünstreifen inmitten einer mehrspurigen Durchgangsstraße.  Doch jetzt genug geschwafelt, jetzt geht’s zu den Bildern des Monats August.

 


August 01

August 02

August 03

August 04

August 06

August 07

August 08


 

Des Rätsels Lösung – hier offenbart sich diese wunderbare Wildnis:

August 05 - an der Straße

 

Und ganz zum Schluß noch mein Asphaltdschungel:

 

 

Wie auch im letzten Monat – es war mir ein Fest.