Magische Mottos 2017 : Mai – „Auf der Straße“


 

 

Auf der Straße“ lautet das „Magische Motto“ für den Monat Mai auf dem Blog von paleica, und auf der Straße kann man so alles mögliche finden.

Die Straße gleitet fort und fort…“ – dieses Zitat aus „Der Herr der Ringe“ hatte ich als allererstes im Kopf, als ich mich vor die neue Aufgabe für den Monat Mai gestellt sah. Sofort war sie wieder da, die Erinnerung an denFebruar 2012, als ich einfach mal ausprobieren wollte, ob ich eine mehrtägige Wanderung entlang der Route des Jakobswegs von Fulda nach Frankfurt durchhalten würde. Um es kurz zu machen: Das Beitragsbild mit dem Monatstitel „Magische Momente…“ ist auf jener Wanderung entstanden, und ich musste zwischendurch pausieren, weil ich mir bei einem Sturz auf Glatteis eine formidable Prellung zugezogen hatte. Was ich daraus gelernt habe: Im Winter ist die Landschaft im Winter zwar wunderschön, aber im Sommer wandert sich’s besser.

Gewandert bin ich mit meinem Mann auch oft im Odenwald, wo wir den Kaiserturm in der Nähe von Winterkasten (bei Lindenfels) als bevorzugtes Ziel auserkoren hatten. Zu dem Turm konnte man auch mit dem Auto fahren, aber die meisten gingen doch lieber zu Fuß, denn Wandern ist gesund. Ein Auto haben wir dann aber doch dort gesehen, und zwar einen Oldtimer; unsere Füße in der Spiegelung der verchromten Radkappen zu sehen, war eine kurioser Moment, den ich umgehend mit der Kamera festgehalten habe.

06 Mai Auf der Straße

 


 

Und wenn ich schon beim Thema „Füße“ bin: Nicht auf der Fahrbahn, aber auf dem Gehweg liegen zu meinen Füßen zwei Stolpersteine, die man in jeder Stadt finden kann, als Erinnerung an Menschen, die hier lebten und 1942 deportiert wurden – und nie mehr wiederkehrten.

05 Mai Stolpersteine

 


 

And now for something completely different. Als ich so in meinen Bildern von vergangenen Reisen stöberte, fiel mir auf, wie viele Flüsse und Schiffe ich fotografiert hatte. Schiffe im Hafen, auf Binnenseen, auf Flüssen, auf dem offenen Meer und auf dem Ärmelkanal. Der Ärmelkanal als Wasserstraße – eine Straße im weiteren Sinn. Es ist schon ein ganz besonderer Anblick, wirklich große Schiffe vor der niederländischen Küste kreuzen zu sehen, wie auf unserer Fährüberfahrt von Ijmuiden nach Newcastle. Aber als nicht minder beeindruckend empfand ich die Grachten von Amsterdam.

03 Mai Wasserstraße 2

04 Mai Wasserstraße 3


 

Und was sich an der Ufermauer einer solchen Gracht befindet, ist auch manchmal ganz hübsch:

02 Mai Wasserstraße 1

 

 


 

Und zum Abschluss noch eine Detailaufnahme eines alten Straßenkreuzers, den wir am Straßenrand bei einem Opel-Treffen gesehen haben:   

 

07 Mai Flosse

 

Womit ich wieder beim Thema „Oldtimer“ vom Anfang dieser Bilddokumentaion angekommen wäre und der Kreis vollendet ist.

 

100 Creative Challenges #64 : Lieblingsland … „Bonny Scotland“

Schon seit geraumer Zeit schleiche ich um die 64. Aufgabe bei den 100 Creative Challenges herum,

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64 – Hast du ein Lieblingsland? Nutze es als Inspiration für ein visuelles Werk.

dabei habe ich das visuelle Werk, um das es hier geht, jeden Tag vor Augen…


Nach unserer vierwöchigen Schottlandreise, die wir 2008 unternommen haben, galt es, an die 5000 Bilder zu sichten, die allein mein Mann aufgenommen hatte. Allein 300 Aufnahmen entfielen auf die Seehunde, die wir bei einer Bootstour zu den Klippen unterhalb von Dunvegan Castle auf der Isle of Skye bewundern durften. Von den schönsten Bildern haben wir Papierabzüge angefertigt, diese in einem Rahmen zu einer Collage arrangiert und das Werk „Bonny Scotland“ genannt. Seitdem grüßt mich dieses Tag für Tag beim Nachhausekommen.

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. Besonders bemerkenswerte Einzelaufnahmen habe ich bei pinterest hochgeladen; hier sind sie nochmal zur Erinnerung, da man auf der Totalansicht ja nicht sehr viel erkennnen kann außer der Wirkung des Gesamtkunstwerks auf den Besucher:

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Ort des Geschehens: The Isla Way bei Dufftown (Speyside)

SONY DSC     Ort des Geschehens: Leuchtturm in Cromarty (Black Isle)

 

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Ort des Geschehens: An der Straße von der Black Isle nach John O’Groats, die Ostküste hinauf.

 

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Ort des Geschehens: Strand bei Cromarty, auf der Black Isle

 

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Ort des Geschehens: Auf den Klippen, unterhalb von Dunvegan Castle (Isle of Skye)


Alle anderen Bilder schwirren auf einem Rechner oder bei photobucket herum. Dort liegen allein schon an die 1200 Bilder. Damit ich sie wiederfinde, habe ich sie mitsamt den dahinführenden Links bei pinterest gespeichert. Aber was ist mit dem Rest? Wo mein Mann sie hingetragen, ja, das weiß ich nicht zu sagen. Aber ich bin fest davon überzeugt, sie eines Tages wiederzufinden. Bis dahin erfreue ich mich an der im Treppenhaus hängenden Collage zur Erinnerung an eine unserer glücklicheren Zeiten.

 

 

 

 

Magische Mottos 2.0 – April 2017 : Kontraste


Auf dem Episodenfilm-Blog von paleica wird an jedem Monatsersten ein Motto bekanntgegeben, die es bis zum Ende des Monats fotografisch umzusetzen gilt. Auch ich war nicht untätig und habe mein Archiv durchstöbert, in dem sich Bilder mit Kontrasten unterschiedlicher Art befinden. Vier davon habe ich für die Aprilaufgabe ausgewählt:

Kontrast 1 : „Drinnen“ vs. „Draußen“ – Ort des Geschehens: Luminale 2014

MM 04 April 1 Kontrast

Normalerweise stellt man Stehlampen ins Wohnzimmer. Hier hat der Künstler drei Lampen im Freien aufgestellt. Für mich lag der Reiz des Motivs nicht nur in dem Gegensatz zwischen „drinnen“ (Wohnzimmer) und „draußen“ (am Fluß), sondern auch zwischen künstlicher Beleuchtung und echter Dunkelheit.

Kontrast 2 : „freier Fall“ vs. „fester Boden“ – Ort des Geschehens: Luminale 2016

MM 04 April 2 Kontrast

In diesem begehbaren Kunstwerk habe ich gleich zwei Kontraste entdeckt: 1) den Gegensatz zwischen Rot und Schwarz (die klassische Farbkombination zur Steigerung von dramatischen Effekten, nicht nur beim Roulette) & 2) das Gefühl, gleich ins Bodenlose zu stürzen, das ich beim Betreten des festen Bodens hatte, denn der war verspiegelt.

Kontrast 3 : „alt“ vs. „neu“ – Ort des Geschehens: Bei uns im Hof

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Noch ein Kontrast, der mir erst später aufgefallen ist: Beim Ausmisten habe ich uralte, rostige Schrauben und Ketten gefunden, die ich auf einer nagelneuen Serviette drapiert habe. Et voilà: Fertig ist der Gegensatz zwischen alt und neu.

Kontrast 4 : Komplementärkontrast Rot/Grün – Ort des Geschehens: Bayrischzell 2014

 MM 04 April 4 Kontrast

Hier bedarf es nicht vieler Worte. Ich wollte unbedingt noch einen Komplemenärkontrast ins Spiel bringen: entweder Blau/Orange, Gelb/Violett oder Rot/Grün. Meine Wahl fiel dann schließlich auf Rot/Grün.

Jetzt bin ich auf die anderen Ergebnisse gespannt.

100 Creative Challenges #83 : Spielplatz


 

Mein letzter Beitrag zu den „100 Creative Challenges“ ist schon eine Weile her, und so wie es aussieht, werde ich längst nicht bei allen Aufgaben mitmachen, so reizvoll ich sie auch finde… aber das ist ja auch nicht Voraussetzung, um dabei mitzumachen. Am liebsten erkläre ich ja Fotos zu „visuellen Werken“, auch wenn man darunter Zeichnungen, Gemälde, Aquarelle, Collagen, Filme etc. verstehen kann. Diesmal aber wime ich mich zur Abwechslung einer reinen Fotografier-Aufgabe. Sie trägt die Nr. 83 und lautet:

Geh zum nächsten Spielplatz und mach ein interessantes Foto von etwas, das du dort entdeckst. (Bitte keine fremden Kinder fotografieren.)

~~~~~~~~~~~~   Der Spielplatz, den ich jeden Tag vor meiner Nase habe, wenn ich auf meinen Bus warte, liegt idyllisch an einem Weiher, der momentan von Enten, Nil- und Kanadagänsen sowie Blässhühnern bevölkert wird. Aber nicht die haben mein Interesse geweckt, sondern die rosa blühenden Bäume. Und so habe ich mein Handy gezückt und munter drauflosfotografiert. Die Bäume waren nämlich nicht das Einzige, was ich heute festhalten wollte.   ~~~~~~~~~~~~

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So eine wunderbare Blütenpracht müsste doch betörend duften… könnte man meinen; was aber in meine Nase drang, war nicht der Duft von Frühlingsblühern, sondern von Lösungsmitteln und frischer Farbe. Eine Drehung um 270° offenbarte mir die Quelle dieses Odeurs:

Seit März gibt es hier an bestimmten Nachmittagen einen Fahrradworkshop für Kinder und Jugendliche, und in diesem speziellen Fall hatte man einen Fahrradrahmen in einen Baum gehängt und den jungen Künstler mit Spraydosen hantieren lassen. Mit stolzgeschwellter Brust erklärte mir der Bub, mit welcher Farbe außer Blau und Schwarz er seinem Drahtesel zusätzlich einen besonders coolen Look verpassen wollte.

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Schließlich gewann Silber den Vorrang, weil Gold seiner Meinung nach doch nicht so cool sei. Natürlich wollte der Kleine unbedingt mit aufs Bild, aber auch die Erlaubnis der Mama konnte mich nicht von meinem Vorhaben abbringen, nur das zerlegte, baumelnde Rad abzulichten.

Außer dem Fahrrad und den Sprayern habe ich auch noch die Rückseite des Gebäudes fotografiert, in dem anscheinend die Materialien für den Fahrradworkshop aufbewahrt werden. Das Büdchen war einst ein Kiosk, in Offenbach auch Wasserhäuschen genannt, wo ich früher immer Eis und ab und zu auch eine Zeitung gekauft habe. Seit seiner Schließung lag es lange Zeit brach, bis sich ein Stadtteilbüro seiner erbarmte und es seitdem für unterschiedliche soziale Initiativen nutzt.

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Farblich passt dieses Graffiti mit dem Kolibri dann am Ende doch wieder sehr gut zu den blühenden Bäumen. Und nun war’s für dieses Mal auch schon wieder bei den „100 Creative Challenges“. Doch dazu demnächst mehr in diesem Theater.

Was passiert, wenn man mit minimalistischem Equipment versucht, den Vollmond „einzufangen“

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Als ich sah, wie der Vollmond hinterm Haus unserer Nachbarn auf der anderen Straßenseite über dem Dach aufstieg, holte ich rasch meine Kamera, an der man nicht viel selbst einstellen kann und zu der ich kein Stativ habe. Mein Versuch, die Szenerie aus der Hand zu fotografieren, führte nur teilweise zum gewünschten Ergebnis:

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Der Schornstein, erhellt vom Mond (der Schwarz-Weiß-Effekt war nicht beabsichtigt).


 

02 mit Rauchfahne

Die Rauchfahne, sich in bläulichem Grau vom ansonsten schwarz-weißen Hintergrund abhebend.


 

 

Die anderen Fehlversuche resultierten in echt gruseligen Bildern, die hier diesmal keinen Platz finden werden, da sie eher für die „100 Creative Challenges“ geeignet wären. Schau’n wir mal, was ich damit anstelle…

12 Magische Mottos 2017 – März : Bewegung


Kurzes Update: Anscheinend sind die Bilder in den Collagen zu klein, daher gibt es die Bilder nun einzeln nochmal in groß zu sehen.

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und die Discokugel

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und die Modenschau

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Das „magische Motto“ des Monats März auf dem Blog von paleica ist diesmal die Bewegung. Ein Thema mit vielen Möglichkeiten, und ein reizvolles obendrein, denn irgendwann habe ich beim Betrachten der bei Fotoexkursionen geschossenen Bilder festgestellt, dass Fotos, auf denen sich bewegende Personen verwischt oder unscharf aussehen, teilweise viel reizvoller auf mich wirken als die, auf denen die Bewegung eingefroren zu sein scheint.

 

Tatsächlich schien das früher ein echtes Qualitätsmerkmal gewesen zu sein, mit denen Hersteller von Kameras oder Blitzgeräten geworben haben; und je weiter die Technik fortschritt, desto kürzer waren die wählbaren Belichtungszeiten, die man bei Spiegelreflexkameras von Hand einstellen konnte: 1/1000 sec., 1/3000 sec., etc. – aber: Brauche ich das? Brauche ich wirklich „gestochen scharfe“ Aufnahmen?

 

2012 hatte ich die Gelegenheit, mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera bei der Luminale mit Blenden und Belichtungszeiten zu experimentieren. Während andere mit Stativen und riesigen Objektiven hantierten und sich mit ihrer Ausrüstung ’nen Wolf zu schleppen schienen, hatte ich nichts dabei außer einem antiquierten Handy und meiner Digitalkamera. Zusätzliches Objektiv? Fehlanzeige. Was ich ausprobieren wollte, war das Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten von Hand. In einem Fotokurs hatte ich einst gelernt, dass freihändiges Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten als 1/50 sec. zu verwackelten Resultaten führt. Aber das ist schon lange her, und damals konnte man noch nicht das löschen, was einem mißfiel. Was hatte ich also zu verlieren außer ein, zwei Stunden Zeit am Abend? Allerdings hatte ich die Rechnung ohne den Vorführeffekt gemacht.

 

Der Vorführeffekt

 

Wer kennt das nicht? – Da bemüht man sich, alles richtig zu machen, und dann geht alles schief; stolz wie Bolle möchte man die Fotos zeigen, und dann stürzt der Rechner ab… Oder man hat gerade das Motiv seiner Träume gefunden und hat schon den Finger am Auslöser, und genau in diesem Moment latschen Leute durchs Bild. Natürlich ist es diesen Leuten auch völlig egal, dass ihr Auftauchen fehl am Platz ist, und sie ignorieren einen auch komplett. Nun, in diesem Fall war es genau anders herum: Ich hatte es mir in einer Ecke gemütlich gemacht, die Belichtung an der Kamera auf 4 Sekunden eingestellt und harrte nun der Besuchermenge, deren Bewegungen im Raum rund um das gut ausgeleuchtete Kunstwerk ich festhalten wollte, in der Hoffnung, dass man von mir keine Notiz nehmen würde. Aber es war wie verhext: Ausgerechnet jetzt wollte ja niemand vor meiner Kamera vorbeilaufen, aus Angst, unbeabsichtigt ins Bild zu geraten. Wahrscheinlich hat mich die Mehrheit für plemplem gehalten, als ich ihnen sagte, sie sollten sich gar nicht um mich kümmern und dass es in Ordnung sei, wenn sie den Raum durchquerten (denn genau das hatte ich ja beabsichtigt). Am Ende sind dann doch Bilder herausgekommen, wie ich sie mir in etwa vorgestellt hatte:

 

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Aber nicht nur Bewegung von Menschen wollte ich festhalten. Einige Kunstwerke befassten sich genau damit: Bewegung von Objekten; egal, ob es ein Newtonsches Pendel aus leuchtenden Glühbirnen, ein hochgezogenes und fallengelassenes Tuch oder eine lichtreflektierende Discokugel war- auch diese Art von Bewegung habe ich mit der Kamera festgehalten, teilweise mit absurd langen Belichtungszeiten von einer halben oder einer Achtelsekunde, was einen schönen Verwischungsgrad hervorrief:

 

 

Zuletzt noch ein paar Momentaufnahmen einer Modenschau, die ich mit meinem Handy festgehalten habe. Diese Modenschau zum Thema „Leuchtstoff Catwalk“ von der Schule für Mode Grafik Design findet traditionell immer am Samstag vor der offiziellen Eröffnung der Luminale statt. Für mich sind die vorgeführten Kleidungsstücke mehr Kunst als Mode, und im Alltag würde wahrscheinlich niemand, den ich kenne, Tops, Hosen oder Röcke aus aneinandergenähten ausrangierten CDs, goldener Folie, neonfarbenem Tüll oder Netzstoff, der mit unzähligen LEDs bestückt ist, tragen. Man würde damit auffallen wie ein Alien. Aber darauf will ich auch gar nicht hinaus, sondern auf das am häufigsten vorkommende Element: neonfarbene Materialien, die von Schwarzlicht beleuchtet werden. Und davon wurde so einiges von den Mannequins präsentiert.

 

Wer schon einmal versucht hat, in einer von Schwarzlicht „erhellten“ Umgebung zu fotografieren, weiß vermutlich, welche Tücken dabei lauern. Verwischte Motive sind hier an der Tagesordnung, und weiße Kleidung an im Bild auftauchenden Zuschauern sind auch nicht gerade der Brüller. Trotzdem habe ich eine kleine Sammlung von einigermaßen brauchbaren Bildern zusammenbekommen, die ich in einer weiteren Collage zusammengefaßt habe.

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Eine meiner Aufnahmen hat es sogar damals in die Fotogalerie der Frankfurter Rundschau geschafft, obwohl sie von professioneller oder meisterhafter Qualität weit entfernt war. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich nicht weiter ausführen möchte. 

 

100 Creative Challenges # 27 : Interessantes in sonst nie besuchter Umgebung

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Heute, beim Absenden meiner Flaschenpost…

 

Nachdem ich eine Weile am Ufer des Mains zugebracht hatte, kam mir zu Bewusstsein, dass ich hier wirklich so gut wie nie hingehe. Das war in meiner Kindheit anders, denn ich wohnte in der Nähe. Doch seit Ende der Achtziger Jahre wohne ich am anderen Ende der Stadt und bin lieber im Wald oder im Taunus unterwegs. Wie konnte ich nur vergessen, wie gerne ich als Kind Zeit am Main verbracht habe?

Um es kurz zu machen: Nach einer Weile fiel meine Aufmerksamkeit auf die vielen Wasservögel, die sich völlig unbeeindruckt von meiner Driftbuddel zeigten, weil das Gefüttertwerden mit Brotresten für sie viel spannender zu sein schien. Schwäne, Stockenten, Nilgänse, Kanadagänse und ein Graureiher.

Graureiher! Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich versucht habe, einen Graureiher aus der Nähe zu fotografieren. Diesmal war dieses wunderschöne Tier so damit beschäftigt, nach im Wasser treibenden Brotkrumen zu fischen, dass ich für eine Weile unentdeckt blieb…

 

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und ich ihn in aller Seelenruhe ablichten konnte. Und so konnte ich die 27. Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ erfüllen, die da lautete: „Besuch einen Ort, zu dem du nicht normalerweise gehen würdest, und fotografiere dort etwas Interessantes in der Umgebung.“

 

 

100 Creative Challenges # 38 : Kinderspielzeug

Mein visuelles Werk

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Bunte Dinge im Kaleidoskop.

 


 

Holzbauklötze, Stofftiere, Elektrische Eisenbahn im Großformat, Puzzle mit riesigen Teilen, Kinderpost, Kinderdruckerei, Spirograph, Ministeck, Lego:  Das sind die Dinge, mit denen meine Schwester und ich als Kind am liebsten gespielt haben, aber wenn ich ein Spielzeug nennen soll, nach dem Hotaru bei den „100 Creative Challenges“ in der 38. Aufgabe fragt …

 


Was hast du als Kind gerne gespielt?

Lass dich davon für ein visuelles Werk inspirieren.


dann soll das etwas sein, das ich ganz für mich alleine hatte – und dazu mussten meine Eltern noch nicht einmal in einen Spielzeugladen gehen, denn Küche und Keller waren ein wahres Füllhorn an bunten und transparenten Dingen. Denn die haben mich seit frühester Kindheit fasziniert.

Egal, ob es bunte Glasmurmeln, die rote Flüssigkeit im Inneren eines Thermometers oder der Griff eines Schraubenziehers war: Wenn die Sonne schien, liebte ich es, solche Gegenstände gegen die Lichtquelle zu halten und hindurchzuschauen. Am schönsten waren für mich kleine Einschlüsse wie Fehler im Material oder kleine Luftbläschen (so wie bei Bernstein); dann drehte ich den Gegenstand hin und her und ließ sie vor meinem Auge hin und her wandern. Als ich dann größer war und meinen ersten Fotoapparat geschenkt bekam, wollte ich unbedingt die alten Fenster aus buntem Glas fotografieren, wenn wir im Urlaub eine Kirche besichtigten. Leider gab meine Ausrüstung das nicht her, und alle Bilder wurden unscharf und an den eigentlich schwarzen Stellen grau und verwaschen, gar nicht zu reden von den stürzenden Linien. Irgendwann geriet diese Lieblingsbeschäftigung aus Kindertagen in Vergessenheit – bis ich auf einer Reise durch Norddeutschland, die ich in den Neunziger Jahren mit meiner besten Freundin unternahm, in Husum einen Spielzeugladen entdeckte, der das im Sortiment hatte, was ich als Kind nie mein Eigen nennen durfte: einen Bausatz für ein Kaleidoskop.

Der besteht aus einer Pappröhre mit zwei Abschlußringen aus Plastik, einem Spielgelprisma, einer gläsernen Kugellinse, einer Mattscheibe und einem Plastikdöschen, gefüllt mit durchsichtigem Plastikschnickschnack in Orange, Grün, Rot und Türkis. Weder hatte ich als Kind ein Kaleidoskop noch einen Bausatz für irgendetwas, also kaufte ich das Ding und hielt mich beim Zusammenbau genau an die Anleitung und änderte auch an dem Inhalt des Plastikdöschens nichts. Dabei versprach die Packung doch unendliche Variationsmöglichkeiten, inclusive der, bei der man das Plastikdöschen weglässt und die Röhre mit der Linse nach innen auf die Umgebung richtet. Allein schon diese Variante liefert haufenweise unterschiedliche Effekte. Ich habe es jetzt noch einmal, extra für diese Challenge ausprobiert. Zusammenbauen ließ sich das Kaleidoskop flott; dann ging’s ans Ausprobieren der unterschiedlichen Varianten, deren Ergebnisse ich mit dem Smartphone festgehalten habe.


Variante 1 — Prisma mit Plastikdöschen, kombiniert mit nach außen gerichteter Kugellinse – gegen das Sonnenlicht gehalten – Ergebnis: knallbunte Muster, erzeugt von den eingelegten Objekten:

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Variante 2 — Prisma ohne Plastikdöschen, kombiniert mit nach innen gerichteter Kugellinse – gegen das Fenster gehalten – Ergebnis: pastellfarbene Muster, erzeugt von den Objekten draußen:

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Variante 3 — Prisma ohne Plastikdöschen, kombiniert mit nach innen gerichteter Kugellinse – gegen das laufende Fernsehgerät gehalten – Ergebnis: häufig wechselnde Muster, erzeugt von den sich bewegenden Bildern auf dem Bildschirm:

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Ich glaube, dieses Spielzeug werde ich so bald nicht wieder jahrelang im Schrank verstauen, denn ich bin gespannt, welche Objekte ich in den kleinen Plastikbehälter noch einlegen kann und welche Bilder sich mir eröffnen, wenn ich das Kaleidoskop bei der nächsten Folge meiner Lieblingsserie auf den Bildschirm richte, zum Beispiel heute Abend bei „Call the Midwife“.