12tel Blick : April – andere Perspektive, Schatten als kleines Extra

 

Einmal im Monat fotografiere ich meine Lieblingsbäume für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker. Diesmal habe ich den Ostermontag für einen Ausflug in den Taunus gewählt, denn endlich gab es mal wieder Sonnenschein und ein wenig Wärme.

Sonnenlicht sorgt für interessante Schatten:

10 - 12tel Blick 1

10 - 12tel Blick 2

Interessant fand ich aber auch, dass hoch über mir gleich fünf Raubvögel kreisten. Einen davon habe ich „erwischt“:

10 - 12tel Blick Vogel 1

10 - 12tel Blick Vogel 2

 

Und wie immer am Schluss: Die Gesamtansicht dessen, was bisher geschah…

 

 

 

12tel Blick : März – diesmal wieder mit Kirchturm


 

 

Einmal im Monat fotografiere ich meine Lieblingsbäume für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker. Bei der Motivauswahl hatte ich jedoch nicht daran gedacht, dass der Weg vom Parkplatz zu Fuß über die Felder gerade im Winter oder bei Mistwetter kein Spaziergang ist. Im März habe ich aber eine bessere Parkmöglichkeit für mein Auto gefunden – und von diesem neuen Platz aus ist der Weg zu Fuß weniger beschwerlich. Man wird ja schließlich nicht jünger.

09 - 12tel Blick Mar 1

 

09 - 12tel Blick Mar 2

 

Ein Perspektivwechsel ist manchmal das, was man braucht, um seinem Leben neuen Input zu verleihen, und im Moment bekomme ich mehr Input, als mir guttut. Da ist es doch irgendwie tröstlich, einen ruhenden Pol gefunden zu haben, an den ich in unregelmäßigen Abständen zurückkommen kann.

Und wie immer am Schluss: Die Gesamtansicht dessen, was bisher geschah…

 

Media Monday # 349 : die verspätete Urlaubsausgabe

 

02 Schlafkorb

 


 

Eins meiner liebgewonnenen Rituale ist das Ausfüllen des Fragebogens zum Media Monday (auf Wulfs Blog medienjournal) – mit sieben Lückentexten zum Ausfüllen; da ich aber vom 27. Februar bis heute an der Ostsee Urlaub gemacht habe, komme ich diesmal mit enormer Verspätung hinterher – passend zur Jahreszeit sind meine Antworten diesmal fett in eisblau gedruckt:

 

Media Monday # 349

 

1. Dem Gefühl nach hat die Karriere von Leonardo di Caprio in den letzten Jahren einen regelrechten Steilflug hingelegt, denn nachdem ich dachte, dass es sich mit seiner Rolle in „Titanic“ um einen weiteren hochgehypten Teenieschwarm handelt, hat er mich mit seinen Rollen in „The Beach“, „Inception“ und „Blood Diamond“ vom Gegenteil überzeugt. Allein mit „Shutter Island“ konnte ich mich nicht so richtig anfreunden, aber das lag nicht an Leo, sondern an der Story, der ich so gar nicht folgen konnte, weil ich sie zu verwirrend fand.

 

2. „The Butterfly Effect“ ist in meinen Augen eine echte Genre-Perle, immerhin wird hier das Thema „Zeitreise“ mal erfrischend anders behandelt.

 

3. Bei diesen eisigen Temperaturen war meine Woche in der Lübecker Bucht ein echt cooles Erlebnis. Ein eingefrorenes Meer habe ich nämlich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen, und schon allein für diesen Anblick habe ich Minus sieben Grad und Windstärke neun gerne in Kauf genommen.

 
01 Scharbeutz

04 Möwen

 

 

4. Dass sich Cameron Diaz für so einen Mist wie „Kopf über Wasser“ hergegeben hat, ist wahrscheinlich der Auftakt zu einer ganzen Serie grottenschlechter Filme mit ihr – von „Drei Engel für Charlie“mal abgesehen.

 

5. Am liebsten lese ich ja [bezogen auf Zeit und Ort] Krimis, die in der entsprechenden Gegend spielen. Zuletzt habe ich „Friesische Rache“ gelesen, und obwohl der auf Borkum spielt, während ich an einer ganz anderen Küste war, tat dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

 

6. Von all den Filmen, die es hierzulande nicht einmal ins Kino schaffen, fällt mir auf Anhieb nur „Donnie Darko“ ein.

 

7. Zuletzt habe ich die frühlingshaften Temperaturen in Scharbeutz und Timmendorfer Strand genossen, und das war faszinierend, weil so der Anblick sich bewegender eingefrorener und mit Eisschollen gekrönter Wellen noch viel eindrucksvoller war.

 

03 Scharbeutz

12tel Blick : Februar – grün-weiße Sinfonie


 

 

Einmal im Monat fotografiere ich meine Lieblingsbäume für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker. Leider hatte ich bei der Motivauswahl nicht bedacht, dass ich dazu jedesmal eine Anfahrt von 45 bis 60 Minuten habe und dann auch noch das Wetter mitspielen muss. Doch heute hatte ich Glück: Die Böden waren weder spiegelglatt noch aufgeweicht, sondern gut begehbar.

 

08 - 12tel Blick Feb 1

08 - 12tel Blick Feb 2

 

Und während es auf einer Seite alles noch schön grün war, hatte sich auf der anderen Seite ein Schneeteppich ausgebreitet, auf dem sich interessante Schattenspiele abzeichneten.

 

08 - 12tel Blick Feb Panorama

08 - 12tel Blick Feb Hochsitz

 

Schließlich gibt es an dieser Stelle von mir noch die Gesamtansicht dessen, was bisher geschah…

 

12tel Blick : Januar

Frozen – das war das Lied, das zuletzt im Radio lief, bevor ich mein Auto auf dem Parkplatz abstellte, um zu meinen Bäumen zu wandern, die ich einmal im Monat für das Langzeitprojekt „12tel Blick“ von Tabea Heinicker fotografiere.

 

07 - 12tel Blick Jan 1

07 - 12tel Blick Jan 2

 

Schnee mag ich ja normalerweise gar nicht. Zumindest nicht in der Stadt, und auch hier draußen ist viel Schnee oft gleichbedeutend mit nicht geräumten Straßen. Schon einmal sind mein Mann und ich an Silvester mit dem Auto rückwärts bergab gerutscht und im ansonsten leeren Bachbett hängengeblieben. Aber das ist Jahre her.

07 - 12tel Blick Jan Hagebutten

 

Auch in dem Jahr, als wir an meinem Geburtstag abends ins Kino fahren wollten, um den Film „Der Hobbit“ zu sehen und statt dessen so eingeschneit wurden, dass wir nur noch zum Gasthaus im nächsten Ort zu Fuß über die zugefrorenen Wege stapften…

 

07 - 12tel Blick Jan Ferne

 

Diesmal hatte ich Glück, und der Feldweg war trotz Schnee gut begehbar, und die Landschaft hatte ihren ganz eigenen Zauber. Auf einem Feld am Hang gegenüber konnte ich äsende Rehe beobachten, die dort ganz ungestört der Nahrungsaufnahme nachgingen.

 

07 - 12tel Blick Jan Bambi

 

Zu guter Letzt noch – bevor es zur Januargalerie auf Tabea Heinickers Blog geht – „was bisher geschah“:

 

 

 

 

 

12tel Blick : Dezember – Kahlköpfe

 

 

 

Und wieder habe ich es nicht geschafft, den Punkt zu finden, von dem aus ich die Fotos der Monate Juli bis November 2017 für das von Tabea Heinicker ins Leben gerufene Langzeitprojekt „12tel Blick“ aufgenommen habe. Warum ich nicht an die übliche Stelle zurückgekehrt bin? Der Grund dafür war die unter Wasser stehende Wiese, die mehr einer Moorlandschaft glich.

 

12tel Blick Dez 1

12tel Blick Dez 2

 

Die Kirchturmspitze war sonst immer links zu sehen, jetzt kann man sie mehr in der Mitte erahnen. Dafür graste auf der Weide im Hintergrund eine Herde Schafe.

 

12tel Blick Dez Schafe

 

Jeden Monat eine Aufnahme vom selben Motiv, um die Veränderung festzuhalten: Damit habe ich im Juli dieses Jahres begonnen; nicht immer waren die Aufnahmebedingungen so, wie ich sie mir gewünscht habe. Mal sehen, was der Januar bringt. Zum Schluss noch die Gesamtübersicht des bisher veröffentlichten Werks:

 

12 magische Mottos 2017 – Dezember : „meine Weihnachtszeit“

 

 

Im Dezember zeigen wir bei den „Magischen Mottos 2017“ etwas, das für uns in unseren Herzen Weihnachtszeit bedeutet. Das Motto lautet

 

Meine Weihnachtszeit

 

Weil ich weiß, wie stressig die letzten Wochen des Jahres werden können, nehme ich mir seit ein paar Jahren schon zu Beginn des Dezembers eine kleine Auszeit, in der ich einen Saunatag einplane und all das tue, worauf ich Lust habe. Dieses Jahr zählt dazu: Plätzchenbacken, ein Museumsbesuch, mein Weihnachtskleid nähen und den Weihnachtsmarkt in meiner Heimatstadt schon am frühen Nachmittag zu besuchen. Schneefegen ist dann weniger prickelnd, sorgt aber manchmal für fotogene Motive:

 

12 MM 01 Blatt

 

Keine Lust habe ich dagegen auf eine volle Kirche zur Christmette an Heiligabend, deshalb gehe ich auch dieses Jahr – wie schon im letzten und vorletzten – zur Roratemesse, frühmorgens um 6:30 Uhr in der Werktagskapelle in der Kirche in unserem Stadtviertel, mit anschließendem Frühstück im Pfarrhaus. Diese besinnliche Stunde bei Kerzenlicht noch vor Beginn des Tagewerks mit Gesang im kleinen Kreis fand ich schon auf dem Gymnasium schön, die von einem Religion unterrichtenden Pfarrer organisiert wurde. Viele haben daran nicht teilgenommen, denn die meisten zogen es vor, nicht ganz so früh aufzustehen.

 

12 MM 03 Lichterbaum

 

Angesichts des Deko-Overkills, der mir Tag für Tag begegnet, habe ich es zwar zu Beginn der Adventszeit vorgezogen, mein Zimmer zur dekorationsfreien Zone zu erklären, dennoch konnte ich nicht umhin, am 4. Dezember Kirschzweige von unserem Baum im Garten in eine Vase zu stellen, auf dass sie zum Heiligen Abend blühen mögen. Außerdem kommt irgendwann im Dezember der Moment, in dem ich mir ein paar Windlichter auf die Fensterbank oder ein winziges Adventsgesteck auf den Couchtisch stelle.

 

12 MM 06 Deko

12 MM 05 Schmuck

 

Das ist dann auch der Augenblick, in dem mir klar wird, dass ich es schon wieder versäumt habe, rechtzeitig ein paar Plätzchen zu backen; da ist es auch schon vorgekommen, dass ich die Plätzchen am 1. Weihnachtsfeiertag gebacken habe und wir zum Kaffeetrinken noch ofenwarmes Gebäck genießen durften. Allerdings sah das selten so schön aus wie diese beiden Engel:

 

12 MM 02 Plätzchen Engel

 

Aber was wäre Weihnachten ohne die ein oder andere Sache, die schiefgehen kann? Ob es der um Nachmittag des 24. Dezembers immer noch nicht aufgestellte Baum ist, die Ente, die wir wegen zu späten Auftauens erst um vier Uhr nachmittags essen konnten, oder die Bedienungsanleitung zu der geschenkten Kamera, die am Tag nach der Bescherung auf Nimmerwiedersehen verschwand… irgendwas ist immer. In diesem Sinne: Genießen wir doch lieber die freien Tage anstatt uns über solche Kleinigkeiten zu ärgern.

Und darum wünsche ich paleica und allen, die sich durch die 12 Magischen Mottos dieses Jahr haben inspirieren lassen, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Wechsel ins neue Jahr.

 

 

12 magische Mottos 2017 – November : Street Art

Zum vorletzten Mal in diesem Jahr gibt es bei paleica ein magisches Motto zum Fotografieren – und zwar:

Street Art

Dachte ich zunächst daran, Straßenkunst oder -künstler zu fotografieren, so wie bei meiner Berlinreise im Oktober 2011, als ich der East Side Gallery einen Besuch abstattete, so brachte mich folgendes Zitat auf paleicas Blog auf eine ganz andere Idee:

Wie immer müsst ihr das Thema nicht aus derselben Perspektive angehen wie ich. Es muss auch keine Straße sein. Es geht nur darum, dass ihr etwas entdeckt, an dem die anderen vorbeigehen. Erlaubt ist aber natürlich auch, das Thema im ganz klassischen Sinne umzusetzen.“

 

Beim Abriß des manroland-Werkes zwecks Neubau des Senefelderquartiers in Offenbach bin ich im September 2013 mit der Kamera losgezogen und habe alles im Bild festgehalten, was mich interessierte, bevor es weg war.

Nov 04 - manroland

 

Auch die Dinge, die anderen eventuell egal sind, weil sie sie für uninteressant halten, wie zum Beispiel ein Wandbild, auf dem Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithografie, dargestellt wird. Nach diesem ist das neue Wohngebiet benannt, das sinnigerweise an die Senefelderstraße angrenzt. In einer weiteren, an dieses Wohngebiet angrenzenden Straße befindet sich ein Gebäudekomplex, in dem früher Schuhe hergestellt wurden.

Zufall oder nicht – bei der Durchsicht der Galerie meiner „Abriß“-Fotos, die eigentlich in die Rubrik „Bevor sie ganz verschwunden sind“ gehören, bin ich auf drei Bilder gestoßen, die ich in Bezug zueinander gesetzt habe: „Hans Sachs“ – „Schuh“ – „Kirchturm“.

 

 

 
Über den Schuhmachermeister Hans Sachs findet man bei Wikipedia folgenden Eintrag: Von den Kompositionen des Hans Sachs blieb vor allem die Silberweise, erschienen in der Zwickauer Handschrift, in Erinnerung. Teile daraus werden auch in den Chorälen ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘ und ‚Ein feste Burg ist unser Gott‘ zitiert.“   ————   Der Kirchturm, der hier so schön aus der Ferne zu sehen ist, gehört zur evangelischen Lutherkirche, deren Fassade von dem Spruch „Ein feste Burg ist unser Gott“ geschmückt wird.

Aber mir kamen auch Motive vor die Linse, die mit dem abzureißenden Objekt nichts zu tun haben, aber wahrscheinlich von keinem außer mir bemerkt werden. Zum Beispiel Isolatoren. Man findet sie nicht nur an Weidezäunen oder Strommasten auf dem Land, sondern auch in der Stadt – in diesem Fall an einer Hauswand.

Nov 05 - Isolator

Wenn ich Plakate sehe, die mir gefallen – schwupp, schon hab‘ ich sie aufgenommen. Jedes Jahr gibt es die Tage der Industriekultur Rhein-Main, und letztes Jahr waren es die Zahnräder, die mir ins Auge sprangen (auch wenn ich es nicht geschafft habe, mir auch nur einen einzigen Programmpunkt anzusehen).

Nov 07 - Plakat

Nov 06 - Plakat

 

 

Und die Tür war das, was von abgerissenen Wohnhäusern eines anderen Gebäudekomplexes, der nicht mehr zu retten war, übrig blieb. Warum fasziniert mich dieses Thema so? – Eine mögliche Erklärung könnte folgende sein: Für kurze Zeit legt so ein Abriß das Innenleben von Gebäuden frei und gewährt Einblicke, die man vorher so nicht hatte und später nie wieder zu sehen bekommt – sie festzuhalten, verdeutlicht, wie vergänglich der Augenblick (und damit die Gegenwart) ist.

 

Nov 08 -Milchhof
Straßen auf dem Land können mich ab und zu sogar noch überraschen, auch wenn ich sie bestimmt schon hundertmal entlanggefahren bin. Jedenfalls habe ich in all den Jahren, in denen ich an meinen freien Wochenenden in den Taunus gefahren bin, noch nie an dieser Stelle eine Schafherde grasen sehen. Diese Augenweide erspähte ich an einem Donnerstag um die Mittagszeit.

 

Nov 09 - Schafe
Nov 10 - Schafe

Und zum Schluss gibt’s eines der Bilder, die ich zum Beitragsbild umfunktioniert habe – eine Wohnhausfassade, die sich in einem roten Auto spiegelte; das Ergebnis gleicht fast schon einem abstrakten Gemälde.

Nov 11 - Spiegelung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich durch diese Form von „street art“ das Motiv der Vergänglichkeit als roter Faden zieht. Was beim Abriß von mir festgehalten wurde, existiert schon ein paar Jahren nicht mehr, was genauso für die Strom- oder anderen Leitungen gilt, für die die Isolatoren einst gedacht waren, und mit großer Wahrscheinlichkeit ist auch die Schafherde schon bald zur nächsten Weidefläche weitergezogen (und der Autolack spiegelt ganz andere Dinge wieder – nur nicht das).