Media Monday # 519: Kurz und Knapp

Urlaub. Endlich. Trotzdem nehme ich mir noch die Zeit für den 519. Media Monday und auch dazu, dem lieben Wulf zu seiner Verlobung zu gratulieren und ihm die Daumen zu drücken, dass er das Aufgeben des Rauchens noch lange durchhält – wer sich fragt, was das Bild über diesem Beitrag soll, kann sich unter Punkt 7) informieren:

Media Monday # 519

1. Allgegenwärtige Klischees in Liebesfilmen könnte ich ja mal als Inspirationsquelle für ein neues „Bullshit Bingo“ heranziehen. Wobei ich nichts gegen Liebesfilme haben – das beste Beispiel war für mich im Mai der Film „Three Summers“, wo sich die anfängliche Abneigung der beiden Hauptcharaktere über drei Jahre hinweg tatsächlich in Liebe wandelt.

2. Gewisse Freiheiten, was die Interpretation von Büchern betrifft, toleriere ich, wenn am Ende dabei ein stimmiger Film dabei herauskommt, für den sich die Verantwortlichen nicht gegenüber dem Verfasser der literarischen Vorlage in Grund und Boden schämen müssen.

3. Es hat ja mit der Realität nicht viel zu tun, wenn ich das Thema „Corona“ in meinen eigenen Kurzgeschichten komplett außen vor lasse. Darum habe ich den Fortsetzungsroman „Nach dem Regen“ zur coronafreien Zone ausgerufen.

4. Ich kann es wirklich langsam nicht mehr sehen, wenn man mir kitschige WhatsApp-Nachrichten schickt. Ich weiß, die bunten Bildchen und Filmchen sind lieb gemeint. Aber trotzdem!

5. Eine der Serien, die bereits nach einer Staffel wieder abgesetzt wurden, ist „The Living and the Dead“ mit Colin Morgan in der Hauptrolle. Dabei hatte die Mysteryserie mit unheimlichen Botschaften aus der Zukunft durchaus großes Potential, und ich hätte mir von einer zweiten Staffel eine Auflösung des etwas konfusen Endes der ersten Staffel gewünscht. Leider ist nichts draus geworden..

6. Die Wiedervereinigung meiner 2012 aufgelösten Lieblingsband wäre eine gangbare Option, wenn ausnahmslos alle von ihnen noch in der Lage wären zu spielen; aber mit einem verstorbenen Sänger, der auch noch die meisten Texte geschrieben hat und einem Gitarristen, der bei einem Bootsunfall einen Finger verloren hat und die Riffs nicht mehr greifen kann, ist das wohl ein unerfüllbarer Traum.

7. Zuletzt habe ich endlich eins meiner vielen Vorhaben in die Tat umgesetzt, und das war das Zusammenfassen von zwanzig meiner beim #writing friday und den ABC-Etüden entstandenen Kurzgeschichten, die bisher nur bunt verstreut auf meinem Blog zu finden waren, weil ich a) die Geschichte gerne weiterspinnen möchte und b) ich die einzelnen Kapitel endlich unter einem Hut hätte. Und damit das Kind einen griffigen Namen bekommt, habe ich es „Verschlungene Pfade“ genannt.

Die 5 Besten am Donnerstag : Hot’n’Cold

die Rockabilly-Coverversion zur Überschrift – gefunden auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=CpWAl8C0H0A

Aus der Kälte in die Wärme: Filme, die an warmen Orten spielen, werden heute bei den Besten am Donnerstag gesucht. Da heißt es gut aufpassen – bevor die immergleichen Verdächtigen in den Top Five landen… Was bei meiner Suche, die teilweise in eine andere Richtung geht, herausgekommen ist, zeigt die folgende Aufstellung ohne Wertung:

1 – Three Summers: Und es war Sommer. Wie der Name schon verrät, stehen hier drei Sommer im Fokus: drei Jahre in Folge – bei einem Folkfestival – irgendwo in Westaustralien. Ich wette, diesen Film kennt hierzulande kein Schwein; entdeckt habe ich ihn in einem der vergangenen Winter im Spätprogramm der BBC und ihn auf gut Glück aufgenommen. Wenn mich das Fernweh packt, greife ich zu dieser etwas anderen romantischen Komödie mit interessanter Nebenhandlung.

Willkommen beim Westival – gefunden auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=T8HoGzFwiko

2 – Midsommar: Ach ja, die Mittsommernacht in Schweden, irgendwo auf dem Lande – doch die Idylle trügt: Dies hier ist nicht Bullerbü und auch nicht Lönneberga, sondern eine abgelegen lebende Gemeinschaft, die blutigen Ritualen frönt. Meine Entdeckung im vergangenen Jahr.

Alle 90 Jahre vollzieht man ein blutiges Ritual – gefunden auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=1Vnghdsjmd0

3 – Casablanca: Der schwarz-weiße Klassiker mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in den Hauptrollen.

play it again, auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=BkL9l7qovsE

4 – The Peanut Butter Falcon: Das etwas andere Roadmovie mit Shia LaBeouf als Kleinkriminellem und Zak Gottsagen als Junge mit Down-Syndrom, auf einem Trip durch Florida – mit dem Ziel, eine Wrestlinglegende zu treffen.

Fast wie bei Mark Twain – gefunden auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=UNl9RqjLCwc

5 – Burlesque: Von wegen „warm ist es meist draußen“: In diesem Nachtclub steppt der Bär, und die Tänzerinnen auf der Bühne heizen dem Publikum ordentlich ein – doch erst mit Christina Aguilera kommt richtig Schwung in die ohnehin schon dampfende Bude.

Welcome to the show, auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=wrW0hJOE8AA

That’s it – heute morgen hatte ich noch „sunshine in my pocket„, jetzt leide ich eher an einem Fall von „melting in the sun„- „Vom Winde verweht wäre noch ein passender Kandidat gewesen, aber da zerfließe ich schon beim Gedanken an ins Korsett geschnürte Scarlett O’Hara in der Schwüle Georgias.

Media Monday # 518: Neue Mitbewohner

Die Einsamkeit hat ein Ende, denn ich habe neue Mitbewohner. Wenn auch nur auf kurze Zeit. Am angestammten, von ihnen okkupierten Plätzchen unterm Dach sind Mauersegler eingezogen und füttern nun fleißig ihren krakeelenden Nachwuchs. Das konnte ich am Samstag von meinem Lieblingsplatz, der Hängematte, aus in aller Seelenruhe beobachten.

Und nun zum 518. Media Monday, der meine letzte Arbeitswoche vor dem Urlaub einläutet. Dann kann ich mich draußen den lieben langen Tag in der Hängematte fläzen und Musik hören, bis der Arzt kommt. Oder das böse Obi-Hörnchen. Oder das Gemecker, dass ich mich wieder mal zu viel mit den üblichen Verdächtigen beschäftige.

Media Monday # 518

1. Little darling, it’s been a long cold lonely winter: Wo wir uns langsam dem Sommer nähern, steht auch schon mein Urlaub vor der Tür, der zum stundenlangen Verweilen im Garten einlädt. Und auch dazu, meine Schreibprojekte in Gang zu bringen.

Frisch wie am ersten Tag und immer wieder gut, gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=KQetemT1sWc

2. Was ich mir nicht hätte vorstellen können, ist jetzt passiert: Ich habe beschlossen, mir einen Blu-Ray-Player zu kaufen, wo ich doch bislang außer „The Day after Tomorrow“ keine Blu Rays besaß. Tja, falsch gedacht – seitdem ich die Sonderedition des INXS-Albums „Kick“ anläßlich dessen 30. Jubiläums habe, würde ich gerne jetzt auch den Teil der Box sehen, der mir bislang entgangen ist.

der ewige Dauerbrenner, nicht auf EuroSport sondern auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=7AEwszNkmJU

Einen DVD-Spieler wollte ich mir sowieso zulegen, nachdem mein alter den Geist aufgegeben hat, damit ich mit einer Freundin zusammen die Filme „Kursk“ und „Ballon“ sehen kann.

3. Won’t you lay me down in the tall grass and let me do my stuff? Warum ich noch immer nicht in die Puschen gekommen bin und die Reifen meines Fahrrads aufgepumpt habe? Weil ich ’ne faule Socke bin, die zur Zeit lieber die kleinen grauen Zellen trainiert als die Bein- oder Armmuskeln. Lachmuskeln dagegen haben (fast) immer Konjunktur.

Einfach mal abschalten, auch die Nachrichten – mit Hilfe von youtube – https://www.youtube.com/watch?v=p6Fdm3-dnr0

4. Just keep walking! Meine Abneigung gegen Überdigitalisierung und den Gedanken, mir von einem Gerät meine Freizeitgestaltung diktieren zu lassen, erklärt vielleicht, weshalb ich mich bisher einer Fitness-Uhr erfolgreich entzogen habe. Bisher konnte mir auch noch niemand erklären, warum es denn gleich zehntausend Schritte sein sollen, die man angeblich jeden Tag gehen sollte. Kommt das vielleicht daher, dass man den Spruch von den nach dem Essen zu tuenden tausend Schritten steigern wollte?

Einfach nur laufen… auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=KOeK3C8v7mg

5. Come Mister tally man, tally me banana! Und dass ich beizeiten wohl auch mal von fett-, salz- und zuckerhaltigen Snacks auf frisches Obst umsteige, muss mir kein Fitnessprogramm sagen, sondern der Wunsch kam bei mir von ganz allein.

Kauft Obst, Leute – von youtube – https://www.youtube.com/watch?v=6Tou8-Cz8is

6. Shut up and dance with me? Dass unser Verein in diesem Jahr nochmal das Tanzbein schwingt, ist allerdings eher unwahrscheinlich, denn ich fürchte, dass die Turnhalle wegen Corona noch bis zum Jahresende zu bleiben wird. Und virtuell mit Hilfe von Microsoft Teams schottisch zu tanzen, hapert bei mir am Equipment.

Klappe halten und tanzen! auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=6JCLY0Rlx6Q

7. Zuletzt habe ich das Juniprogramm für meine Rubrik „Cinema-Scope“ geplant, und das war ein bisher noch nicht dagewesenes Thema, weil ich mich diesmal nicht auf reine Unterhaltung verlegt, sondern auf das sogenannte „Bildungsfernsehen“. Terra X, National Geographic & Co. … mit Filmen über die Antike versuche ich, mich für ein neues Schreibprojekt in die richtige Stimmung zu versetzen. Walk like an Egyptian!

Geh’n wie ein Ägypter, auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=4nuhja7y4TM

Damit ist der musikalische und weitgespannte Regenbogen auch schon an seinem Ende angekommen – it’s the soundtrack of my life.

Dienstags-Gedudel #70 : Reisefieber, Teil 24 – Meditation

Omm. Und nun bitte alle mal tief durchatmen… wir nehmen die Route nach Westen, bevor es nach Süden weitergeht. Denn wenn ich schon Asien besuche, komme ich an Indien nicht vorbei.

Zu dem Subkontinent wäre meiner Mutter bestenfalls noch „Kalkutta liegt am Ganges“ eingefallen, an dieser Stelle können heute dagegen INXS bei mir punkten mit dem Indian Song.

das Bild ist alt, das Lied ist jünger – gefunden auf youtube:
https://youtu.be/mhgvLpevE0Y?list=RDMM&t=0

Das Lied klingt wie eine Kombination aus dem Intro „Questions“ und „Not enough time“ und wurde mir rein zufällig in meine Abo-Liste auf Youtube gespült. Und zufällig passt heute auch zur Abwechslung mal das Beitragsbild zur Band.

Vielleicht sollte ich nach Ende der Weltreise eine Lieder mit indisch angehauchten Songs zusammenstellen.

Media Monday # 517: für die Langschläfer

Für die Langschläfer habe ich heute zur Abwechslung mal einen sehr frühen Beitrag im Gepäck, denn ich darf mich im Home Office vergnügen. Pfingsten habe ich ja bisher immer mit dem Wave-Gotik-Treffen verbunden, dank Corona ist’s auch damit in diesem Jahr erneut Essig. Tja, dumm gelaufen – jetzt könnte ich, aber wenn’s nicht geht…

Da bastele ich mir selber eins zusammen, auch wenn die auf dem Bildschirm genossenen Konzerte nicht wirklich Anklang bei der sogenannten Schwarzen Szene finden. And now for something completely different, zur Hauptattraktion an diesem Montag nämlich, denn der Media Monday geht in die 517. Runde. Let’s work:

Media Monday # 517

1. Manchmal landen ja durchaus unverhofft und unerwartet Filme/Serien im Streaming- oder VOD-Angebot und ich komme sogar in den Genuss, wenn auch anders als geplant – im konkreten Fall war es eine Miniserie auf Youtube über die Band INXS mit Luke Arnold (Black Sails) als Leadsänger.

2. Wenn mich die – nun schon geraume Zeit anhaltende – Schließung der Kinos eines gelehrt hat, dann dass auch solche Meldungen mit Überraschungen verbunden sein können – wir werden sehen, ob das in Frankfurt am Main ansässige und sehr plüschige „Eldorado“-Filmtheater demnächst zu den Arthouse-Kinos zählen wird.

3. Erstaunlich, was sich nicht alles ändert, wenn man mal nicht aufpasst, wie zum Beispiel meine Schusseligkeit beim Lesen mancher Angebote, bei denen in mir der Haben-Will-Reflex einsetzt.

4. Manches Best-of-Album wirkt ja auch ein wenig so, als wäre es reine Geldmacherei, indem man es ohne nenenswerte Unterschiede öfters auf den Markt bringt. That don’t impress me much!

5. Vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und dem sich langsam bessernden Wetter haben meine Freundin und ich eine Radtour ins Auge gefasst.

6. Man könnte ja meinen, es würde einen Unterschied machen, ob man Filme in der Originalversion sehen kann – indes, manchmal bin ich über die Synchronisation doch froh, wenn sie es schafft, akustische Mängel der Originalversion wie z.B. die Dialoge übertönende Hintergrundgeräusche auszugleichen. Untertitel wären eine Alternative, wenn sie denn Sinn ergeben und nicht voller Fehler stecken, indem sie z.B. aus „Black Sails“ (schwarze Segel) „Black Sales“ (schwarze Verkäufe) machen.

7. Zuletzt habe ich meine Rubrik „Cinema Scope“ vorgezogen und das war vermutlich für einige verwunderlich, weil der Mai noch nicht vorbei und es für einen Rückblick normalerweise zu früh ist. Der wahre Grund dafür ist, dass ich jetzt schon in den Juni starten möchte.

Cinema-Scope 2021 im Mai : der musikalische Monat

Da es einen Tanz in den Mai heuer wieder nicht gab, zieht dieser Monat andere Saiten auf. Auslöser waren diverse Beiträge zu den ABC-Etüden, von denen sich einige mit einem Konzertbesuch beschäftigen. Deshalb sollte nicht nur der Konzertfilm „Aretha Franklin – Amazing Grace“, den ich im Dezember 2019 gesehen habe, eine zweite Chance bekommen, sondern noch andere Shows einen festen Platz bei meinen DVD-Abenden im Mai.

Gut, dass es mir zu dumm war, eine alte VHS-Kassette mit „Ein Amerikaner in Paris“ zurückzuspulen – denn so kam ich in den Genuss eines ganz anderen Werks, das neben der zweiten Staffel von „This is us – das ist Leben“ und den folgenden Kandidaten meine Abende versüßt hat:

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INXS – Never tear us apart + This is us (Staffel 2) + Bruce Springsteen in concert + Björk – Volumen + Three Summers + Ein leichtes Mädchen + Crododile Dundee 1 & 2 + Beverly Hills Cop 3 + Kompendium + Aretha Franklin – Amazing Grace + The Rocky Horror Picture Show + Repo! The Genetic Opera + INXS: Mystify

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INXS – Never tear us apart: Wenn man vom Teufel spricht… Kaum schwärmt mir meine Schwester in epischer Breite von der Serie „Black Sails“ vor und verkündet, deren Hauptdarsteller Luke Arnold sähe dem Leadsänger der Band INXS verblüffend ähnlich, taucht auch schon diese australische zweiteilige Miniserie von 2014 in meiner Vorschlagsliste auf Youtube auf – in knapp drei Stunden im Schweinsgalopp durch zwanzig Jahre Bandgeschichte, bei der die zur Untermalung von Szenen dienenden Songs zeitlich nicht immer so ganz passen (Teil Eins und Teil Zwei haben jeweils eine Länge von knapp 90 Minuten). Auf die Untertitel konnte ich verzichten und bin nach zwei Sessions erneut zu der Erkenntnis gelangt, dass man von Biopics halten kann, was man will – wenn man aber irgendwann den Eindruck bekommt, man sähe die dargestellten Personen, die man aus zahlreichen Videos in Erinnerung hat, tatsächlich vor sich, haben die Verantwortlichen vielleicht doch etwas richtig gemacht. Unfreiwillige Komik stellt sich ein, wenn Adam Ant zur Lachnummer gerät, wenn er wie ein Irrer an die Garderobentür seiner Vorband hämmert, weil diese ihm nicht nur die Show, sondern auch die Groupies gestohlen hat. My stars! Nebensächlich war für mich übrigens auch, dass Mr. Arnold so wie Taron Egerton in „Rocketman“ selbst gesungen hat – insofern war seine Besetzung nicht die schlechteste Wahl. Irgendwie war es am Ende des Films seltsam, die echte Band dann doch noch zu sehen – denn damit hatte ich nicht gerechnet.

This is us (Staffel 2): Gesungen wird hier im Verhältnis zur ersten Staffel viel – nicht umsonst hat Rebecca in einer Band gesungen, und nun strebt ihre Tochter Kate ebenfalls nach einer Gesangskarriere. Musikalisches Vorbild: Alanis Morisette. Bisher kannte ich nur einen kleinen Teil dieser großartigen Serie, die ich erst entdeckt habe, als sixx die dritte Staffel gezeigt hat. Nun konnte ich diese Bildungslücke schließen – mit Begeisterung. Mosaikartig setzt sich das Bild zusammen, und bei scheinbar unwichtigen Details heißt es gut aufpassen! Denn erst dadurch stellt sich der Aha-Effekt ein, wenn man versteht, wie es zu jener Tragödie kommen konnte, durch die ein liebgewonnener Mensch aus dem Leben gerissen wird. Besonders gut gefallen hat mir das Beleuchten eines einzigen Tages inclusive Rückblenden auf einen bestimmten anderen Tag aus drei verschiedenen Blickwinkeln – nämlich denen von Kevin, Kate und Randall – deren Tag an verschiedenen Orten mit derselben Fernsehshow am frühen Morgen beginnt. Und Alanis Morisette (Kate Pearsons liebste Sängerin) mit Bruce Springsteen (das Idol ihres Vaters) zu vergleichen, hat was – ich mag nämlich beide.

Bruce Springsteen in concert: Wenn der Abend mit einer Polonaise endet, hatten alle Beteiligten ihren Spaß – in diesem Fall der von MTV präsentierte Auftritt von Bruce Springsteen und der E-Street-Band am 11.11.1992 mit 16 mitreißenden Titeln wie „Atlantic City“, „Thunder Road“ oder „Glory Days“ – wer die DVD angeschleppt hat? Keine Ahnung, aber nun gehört sie mir.

Richy Guitar (1984): Wenn die Eltern nerven und man im staubtrockenen Job eine Maske tragen muss… Richard Schrader (Farin Urlaub) hat es wirklich nicht leicht. Der Durchbruch mit seiner Band lässt auf sich warten, die Gläubiger sitzen ihn im Genick, und mit Freundin Anja gibt es fast noch mehr Stress als mit dem Saxophonisten – worunter auch die Bandkollegen (Bela B Felsenheimer / Sahnie) leiden müssen, und ein illegaler Auftritt irgendwo auf der Autobahn gerät zum Reinfall. Kann der neue Job als Roadie bei Nena die Pechsträhne beenden? Nena mit „Irgendwie irgendwo irgendwann“ – Yay! Lange ist es her, dass ich die sogenannte „Jugendsünde“ der Ärzte gesehen habe. Zu den Schauspielkünsten der Darsteller sage ich mal nichts – dennoch habe ich mich blendend amüsiert. A propos Kultfilm, zu denen „Richy Guitar“ angeblich zählen soll… aus dem anvisierten Abend mit „Dogs in Space“ *) von 1986, den ich vor Jahren mal auf Youtube gesehen habe, ist leider nichts geworden, weil inzwischen weder auf Youtube noch sonstwo auf DVD oder VHS verfügbar ist, außer auf mir unbekannten Streamingportalen – und von denen lasse ich besser mal die Finger. „Schweine im Weltall!“ kann ich da nur sagen.

Björk – Volumen (1998): Die Musik der isländischen Ausnahmekünstlerin fand ich schon immer sehr eigenwillig und faszinierend – die Videos zu ihren schönsten Songs sind es nicht minder. „Army of me“, „Isobel“, „Bachelorette“, „Big Time Sensuality“ und noch viele mehr sind in dieser Kollektion aus insgesamt 14 Titeln enthalten, surreal und phantasievoll in Bilder umgesetzt von Regisseuren wie Michel Gondry, Sophie Muller oder Danny Cannon. Das ist für mich nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch für die Augen.

Three Summers (2017): Ich war schon auf unterschiedlichen Festivals, aber noch nicht auf so einem – beim „Westival“, einem Folkfestival irgendwo in Westaustralien treffen nicht nur unterschiedliche Kulturen aufeinander, sondern auch jede Menge Vorurteile. Davon kann die junge Keevey (Rebecca Breeds, bekannt aus „Pretty Little Liars“ und „The Originals“), die in der Irish-Folk-Band ihres Vaters fleißig den Violinenbogen schwingt, ein Lied singen. In den Augen des von sich sehr überzeugten thereminspielenden Techno-Folk-Funk-Künstlers Roland, dargestellt von Robert Sheehan (The Umbrella Academy) besitzt die ein riesiges musikalisches Talent und sollte unbedingt versuchen, einen Platz am Konservatorium zu ergattern. Er liebt sie, und sie liebt ihn, doch leider ist der gute Roland auch unglaublich festgefahren in seinen Ansichten, und da er davon überzeugt ist, dass eine Folkband wie die ihre zu 90% Mist ist, wird’s erst man nichts mit der romantischen Beziehung. Es braucht noch zwei weitere Jahre, bis die Geschichte wieder ins Lot kommt und auch die Personen in den Nebenhandlungen ihren Horizont erweitern und ihre Ansichten ändern. Andere mögen die romantische Komödie unter der Regie von Ben Elton (Black Adder) für keine großen Wurf halten, für mich zählt „Three Summers“ in der Originalversion inzwischen zu meinen Lieblingsfilmen, und nicht nur wegen der Musik.

Ein leichtes Mädchen (2019): Eigentlich hatte ich diesen Filmabend für den Juni geplant, aber ich hatte Lust, das selbstauferlegte Schema zu durchbrechen. In dem französischen Spielfilm mit mir unbekannten Darstellern steht eines Tages im Juni aus heiterem Himmel Sofia, die Kusine der gerade sechzehn gewordenen und noch sehr kindlichen Naïma, vor der Tür. Die beiden Mädchen verstehen sich auf Anhieb, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Naïma von der großen Liebe träumt, sucht die den Luxus liebende Sofia den schnellen Kick und lässt sich folglich gerne von wohlhabenden und teilweise auch deutlich älteren Männern aushalten. Gefühle sind für sie bei ihren Affären scheinbar nie mit im Spiel; als sie aber von ihrem letzten Liebhaber auf hinterhältige Weise abserviert wird, indem er sie beschuldigt, einen wertvollen Sextanten entwendet zu haben, lässt sie dieses fiese Ende scheinbar kalt, doch die Fassade hat bereits zu bröckeln begonnen. Und am Ende verschwindet Sofia so plötzlich, wie sie aufgetaucht war. Ein wenig langatmig fand ich diesen Film, zu dem die Regisseurin von einem Zeitungsartikel inspiriert worden war, schon stellenweise – doch die luftig leichten Bilder von der Côte d’Azur und die Filmmusik, die ich in dieser Zusammenstellung auch noch nicht gehört habe, konnten mich über die ein oder andere Länge hinweg trösten.

Crododile Dundee 1 & 2 (1986 & 1988): Mit diesen beiden „typischen Feiertagsfilmen“ konnte ich eine Bildungslücke schließen, aber darüber habe ich mich schon neulich beim „Media Monday“ ausgelassen. Mit Musik hat der erste von den beiden nur so viel zu tun, dass er einen netten Soundtrack hat, zu dem INXS einen Song beigesteuert haben und der Sänger damals einige Dollars in die Produktion investiert hat, ohne zu wissen, dass sich das Werk zu einem Kassenschlager erster Güte entwickeln würde. Im Endeffekt hat dieser Filmnachmittag an Christi Himmelfahrt dazu geführt, dass ich mir die 30-Jahres-Jubiläumsedition des Albums „KICK“ bestellt habe (allerdings ohne im Moment die Möglichkeit zu haben, die darin enthaltene Blu Ray abspielen zu können). Das „Glück“ ist mit den Dummen.

Beverly Hills Cop 3 (1994): Keep the Peace! Nur weil die Lieblngsband einen Song beisteuert, muss das nicht genaus ein Kracher sein wie „Crocodile Dundee“ – das von Eddie Murphy bei der Verfolgungsjagd gleich zu Beginn des Films zu Schrott gefahrene Auto hatte Symbolcharakter für den ganzen Film. Die einzigen Highlights in dieser lahmen Kiste waren die nur spärlich vorhandene Musik und Nebendarsteller Bronson Pinchot, den ich auch schon in „Der Club der Teufelinnen“ zum Brüllen gefunden habe. Leider konnte der Rest dieses Zufallsfunds auf Kabel eins nicht zünden, denn ich bin noch während des Films eingeschlafen.

der not so geniale Film, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=h5GXjtR71_s

Kompendium: Ein Konzert von Wolfsheim, das 1999 während ihrer „Spectators“-Tournee aufgezeichnet worden ist sowie diverse Videoclips zu ihren größten Erfolgen, beinhaltet diese DVD. Schade, dass sich Wolfsheim 2005 aufgelöst hat. Schade fand ich aber auch bei diesem musikalischen Ausflug, dass zwar die Bildqualität keine Wünsche offen ließ und das Bühnenbild mit den plätschernden Wasserfontänen ein Traum war, akustisch das Ereignis für mich aber leider einer Geduldsprobe gleichkam – bei dem Test, wie leidensfähig ich bin, muss ich mir selbst so einige Punkte in der B-Note abziehen, denn leider klang Peter Heppners dermaßen schief, dass ich mich fragte, wer hier wirklich etwas an den Ohren hat: das Publikum, ich oder der Sänger… I was not amused.

Aretha Franklin – Amazing Grace: Mein Wunschkandidat aus den Leftovers. Umgekehrt zu dem badengegangenen Abend mit Wolfsheim verhält es sich bei diesem Werk, das ich schon 2019 im Kino bewundern durfte: Der Sound ist überwältigend, doch die Bildqualität bewegt sich mehr auf besserem VHS-Nivau, was mir aber den Genuss nicht verleiden konnte – denn ich kann eine gute Soundanlage mein eigen nennen. Ein echtes Erlebnis. So machen Konzertfilme wirklich Spaß – Aretha Franklin und ein Gospelchor erfreuten in den Siebziger Jahren ihr Publikum an zwei Abenden, die unter der Regie von Sidney Pollack live mitgeschnitten wurden. Sogar Mick Jagger, der sich unter die im Gotteshaus Anwesenden.

The Rocky Horror Picture Show (1975): Let’s do the time warp again! Diesen Film habe ich so oft gesehen, dass ich die Lieder fast schon auswendig kann. Und trotzdem wird mir dieses Musical niemals langweilig werden. Hier führt eine Reifenpanne während eines nächstlichen Gewitters ein biederes Pärchen (Susan Sarandon/Barry Boswick) auf das Anwesen des exzentrischen Frank’n’Furters (Tim Curry), und das Unheil nimmt seinen Lauf, als der sadistisch veranlagte Bedienstete Riff Raff (Richard O’Brien) ihnen die Tür öffnet. Was die beiden nicht wissen: in dem schlossartigen Gemäuer findet ein Kongress statt, auf dem der (größen)wahnsinnige „Wissenschaftler“ den Anwesenden seine Schöpfung präsentieren wird – Rocky, ein künstlich geschaffener Mensch… Dass der den motorradfahrenden Eddie verkörpernde Meatloaf eine tolle Stimme hat, wusste ich schon vorher – doch wirklich überrascht haben mich Mr. Currys Gesangskünste. Kultfilm Nummer Zwei.

Repo! The Genetic Opera (2008): Singe, wem Gesang gegeben. In diesem Fall Sarah Brightman, Anthony Head, Terrance Zdunich, Alexa Vega und – man glaubt es kaum – Paris Hilton, in einer filmgewordenen Gothic-Rock-Oper, unter der Regie von Darren Lynn Bousman (SAW). Den Film hatte mein Mann vor Jahren aus dem Nachtprogramm des Satellitensenders „Horror Channel“ aufgenommen. Im Jahr 2056 sind Schönheits-OPs, der Handel mit abhängigmachenden Schmerzmitteln und Organtransplantationen auf Kredit für GeneCo ein einträgliches Geschäft. Aber wehe, man kann die Raten nicht mehr zahlen – dann kommen die Repo Men (Repo = Repossession), um sich die „gespendeten“ Organe wiederzuholen, was sich auf die Gesundheit des gesuchten Leistungsempfängers aus nachvollziehbaren Gründen nicht gerade positiv auswirkt (um es mal vorsichtig auszudrücken).

Sarah Brightman & Alexa Vega, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=HN1mkVTI3hU

Das gesamte Werk mit 38 Gesangsnummern, in dem Grabräuber ihr Unwesen treiben, ist dermaßen düster, morbide und blutig und noch eine Schippe heftiger als „Sweeney Todd“, das ich schon als ziemlich schaurig und gesanglich als teilweise grenzwertig empfand – und damit für den Pfíngstsamstag für mich äußerst passend; denn gäbe es Corona nicht, fände an diesem Wochenende in Leipzig das Wave-Gotik-Treffen statt. Kultfilm Nummer Drei und die in meinen Augen völlig unterbewertete Überraschung – irgendjemand war so verwegen, ihn mit der Rocky Horror Picture Show zu vergleichen, was ich aber für überzogen halte. Dennoch: Top!

Es lebe der Zentralfriedhof (2005): Wer sich jetzt fragt, was diese ORF-Produktion über den Wiener Zentralfriedhof mit Musik zu tun hat und an das gleichnamige Lied von Wolfgang Ambros denkt, ist schon auf der richtigen Spur. Das Lied wird zu Beginn und am Ende des 50minütigen Films über die Geschichte des altehrwürdigen Gottesackers und die auf ihm lebende vielfältige Tierwelt gespielt – außerdem liegen hier Mozart, Schubert und Beethoven begraben, und ihre Gräber ziehen jährlich etliche Touristen an. Spannend und lehrreich bis zur letzten Minute und anlässlich des wiederholt ausgefallenen Wave-Gotik-Treffens für mich die passende Wahl für den Pfingstsonntag.

INXS: Mystify (2008): „Have an Australian on the Bill, and you’ll get a real summer show“… Verehrtes Publikum, wundern Sie sich bei dem Namen der Band nicht über die Jahreszahl dieser DVD, die ich für kleines Geld erstanden habe: Hier handelt es sich nämlich um zwei ältere Mitschnitte für den Rockpalast. Als Hauptattraktion ein Konzert vom 21. Juni 1997 auf der Loreley, und als Bonusmaterial ein Ausschnitt aus einem Auftritt vom 8. Mai 1984 in den Hamburger Markthallen, Jahre vor dem europaweiten Durchbruch. Das Wetter muss scheußlich gewesen sein an diesem Abend, als INXS als vorletzte Band vor den Simple Minds ihr buntgemischtes Set spielten: verregnet und unterkühlt. Der Schlagzeuger trommelte in Handschuhen, während sich das in quietschbunte Funktionsjacken gehüllte Publikum schon ordentlich bewegen musste, um sich nicht den Allerwertesten abzufrieren. Es brauchte sechs Songs, bevor ich nicht mehr den Eindruck von einer kaum wahrnehmbaren Verbindung zwischen den einzelnen Bandmitgliedern hatte. Was bei den Herrschaften, und besonders bei ihrem Frontmann, an diesem Abend quer gesessen hat, ließ sich auch im wiederholten Durchlauf dieses mitgefilmten Konzerts von mir nicht herausfinden. Ich schiebe es auf die dann doch noch durchbrechende Sonne, dass die Laune sich bei allen Beteiligten stetig hob und am Schluss mit einem Geburtstagsgruß für den Bassisten endete. Mein Fazit: Schade, dass ich nicht dabei gewesen bin. Und noch ein Fall für die Rubrik „Unnützes Filmwissen“: Der Song „Don’t Lose Your Head“ wurde als Promo-Song für den Film „Face Off“ mit John Travolta und Nicolas Cage aufgenommen.

Musik bis zum Abwinken, darunter so einiges in der Originalversion, auch die sogenannten Kultfilme… das war er, mein musikalischer Monat Mai (auch wenn er noch nicht vorbei ist – aber in der letzten Woche möchte ich eine neue Serie anfangen, die dann in den Juni überlappen wird).

*) Rubrik „unnützes Filmwissen“: Für „Dogs in Space“ hatte Regisseur „Richard Loewenstein“ Michael Hutchence für die Hauptrolle verpflichtet. Über das Resultat breite ich lieber den Mantel des Schweigens.

Media Monday # 516: kurze Wochen, die es in sich haben

Im Mai häufen sich die kurzen Wochen – Feiertagen sei Dank. Für mich hat sich der als „Vatertag“ bekannte Donnerstag „Christi Himmelfahrt“ eher wie ein Sonntag angefühlt, nur ohne den Media Monday.

An diesem vergangenen Feiertag konnte ich dann endlich mal wieder eine weitere Bildungslücke schließen, indem ich mir die Kassenschlager „Crocodile Dundee“ und „Crocodile Dundee 2“ hintereinander angesehen habe. Ein mit Werbung gespickter Fernsehsender hat es möglich gemacht. Die Bildqualität war verblüffend gut – und auch wenn die französische Flagge im Bild für mich neu war – dafür kam mir die Musik erstaunlich bekannt vor, weshalb ich sogleich recherchiert habe:

Ein ganzer Film in sechs Minuten, gefunden auf youtube –
https://www.youtube.com/watch?v=T9n1YTPwRRQ

Ist ja eigentlich logisch: Wenn ich als Sänger Geld in den Film investiere, dann soll die Musik meiner Band auch im Hintergrund auftauchen – dass sich das Projekt allerdings anders als gedacht entwickelt hat, hätte sich damals auch niemand träumen lassen. 47,7 Millionen Dollar (oder so) im Heimatland an den Kinokassen sprechen eine deutliche Sprache. So, genug vorab geschwätzt – nun kommen auch schon die sieben neuesten Lückentexte:

Media Monday # 516

1. Die Zeiträume zwischen Kinopremiere und Heimkinoauswertung habe ich schon gar nicht mehr im Blick – irgendwie ist mir hier der Überblick verloren gegangen.

2. Was mich mittlerweile wirklich schlaucht und fuchst, ist die Umstellung des Südwestfunks auf HD, denn jetzt bleibt sonntagabends der Bildschirm schwarz, und ich darf mir „Die Fallers“ in der Mediathek übers Handy angucken. Aber ich muss zurückrudern – es schlaucht mich zwar nicht, aber es fuchst mich.

3. Ich bin ja schon froh, dass ich immerhin eine umfangreiche DVD-Sammlung mein eigen nennen kann. Das passt zwar nicht zur zweiten Frage, aber who cares.

4. Es gibt tatsächlich etwas, dem ich entgegenfiebere, und das ist die Wiedereröffnung der Schirn – hoffentlich noch vor dem 29. August, denn bis zu diesem Termin wurde die Ausstellung „Magnetic North“ verlängert.

5. „Bridgerton“ ist ja auch so ein Phänomen, das ich komplett verpasst habe, obwohl ich mir sicher bin, dass mir diese Serie gefallen würde. Dafür bin ich jetzt an die erste Staffel von „Black Sails“ gekommen, der ich mich demnächst ausführlich widmen werde.

6. Wenn wieder jemand kritisiert, dass beispielsweise zu viel Regen die freien Wochenende verhunzt, dem halte ich entgegen, dass ich nie genug Regen haben kann. Wenn es erst mal aufhört, riecht es so frisch – und das Grün wirkt viel üppiger. PS: Sonne macht albern? Regen offensichtlich auch, denn sonst wäre nicht so ein Prolog wie der obige zustande gekommen. Meine Laune kann er jedenfalls nicht trüben.

7. Zuletzt habe ich mich an neuen ABC-Etüden versucht und ein neues Schreibprojekt zum Thema „Zeitreisen“ vorbereitet, und das war mit einer Menge Planung verbunden, weil ich nicht nur Logiklöcher vermeiden, sondern auch dem Werk ein ansprechendes, selbstgestaltetes Layout verpassen möchte.

Projekt ABC – I wie Inuksuk

Inuk – was? Und warum nicht INXS?

Wer bei Inuksuk an die Inuit (Eskimos) denkt, liegt nahe dran. Laut wikipedia verstehen die Inuit darunter „einen Gegenstand, der anstelle eines Menschen Aufgaben übernehmen kann“.

Diesen Inuksuk, der heute das I beimProjekt ABC“ *) von Wortman symbolisiert, habe ich im August 2019 bei Schietwetter in dem Park gegenüber unseres Hotels in Québec City entdeckt. Kaum zu glauben, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme Hochsommer war und in Ostkanada beinahe Tropenklima geherrscht hat.

Einen Gegenstand, der für meinen Mann und mich Aufgaben übernommen hätte… so einen hätten wir oft gebrauchen können, aber nun weiß ich auch, warum wir in der Schweiz und in Schottland so gerne herumliegende Steine aufeinander getürmt haben.

Eine Tafel zu Füßen des Inuksuk erklärt übrigens, weshalb man ihn dort errichtet hat …

… links auf französisch, das ich nur rudimentär beherrsche – rechts in der Schriftsprache der Inuit, die auf Außenstehende wie mich wie Hieroglyphen wirken.

Im selben Eintrag bei Wikipedia steht übrigens auch, dass ein Inuksuk nicht nur die Flagge des Nunavut-Territoriums ziert, sondern auch den Olympischen Winterspielen von 2010 in Vancouver als Logo gedient hat.

Eine sehr nette Mitreisende, die ich während meiner Busrundreise durch den Osten Kanadas kennenlernen durfte, hatte übrigens für die Medaillenverleihung bei eben jenen Olympischen Spielen Karten gewonnen und durfte sich an der Show erfreuen, bei der u.a. auch die (2012 aufgelöste) Band aufgetreten ist, die ich verehre und die ebenfalls mit einem I anfängt.

Und somit schließt sich der Kreis.

*) Wortman und aequitasetveritas teilen in diesem Jahr die Mitmachaktionen im 14tägigen Wechsel unter sich auf: „Momentaufnahmen“ und „Projekt ABC“ – hier symbolisiert ein Foto jeden Buchstaben des Alphabets (ohne Ä, Ö und Ü).

Media Monday # 512: Puzzel dir einen.

Ist das Wetter während meines ersten Urlaubs in diesem Jahr auch bescheiden, gibt es noch genügend Möglichkeiten, mir die Zeit zu vertreiben. Selbst die Schirn, die jetzt „überraschenderweise“ doch noch nicht ihre Pforten öffnet, kommt mit diesem Vorschlag um die Ecke:

Yay! Tolle Wurst, wenn das 1000teilige Mordillo-Puzzle fertig ist und das nach einer Vorlage angefertigte 500teilige Puzzle mit dem Starporträt (Punkt 2) als Motiv noch nicht da ist.

Die Lösung: ich kauf mir ein Escape-Room-Spiel mit vier 88teiligen Puzzles darin – da wird aus dem Einweg- ein Mehrwegspiel, denn die vier Bildchen aus dem einsamen Leuchtturm kann ich auch später ein weiteres Mal zusammensetzen, wenn ich komplett vergessen habe, wie die Motive ausgesehen haben.

Zusammengesetzt habe ich auch in diesem Urlaub wieder die sieben Lückentexte des Media Monday – ein steter Quell der Freude und Spannung.

Media Monday # 512

1. Worauf ich mich allabendlich freuen kann: Es ist jetzt abends länger hell.

2. Auch wenn er schon lange nicht mehr unter den Lebenden weilt, Michael Hutchence vermag es noch immer, bei mir einen Pawlowschen Fangirl-Reflex auszulösen. Ein Gutschein für ein 500teiliges Puzzle hat dazu geführt, dass ich mir als Vorlage ein Porträtfoto von 1987 ausgesucht habe – auch wenn ich mich für diese haarige Aufgabe hinterher vermutlich selber in den Allerwertesten treten werde.

3. Der „Erfolgsdruck“, etwas Sinnvolles mit der persönlichen Freizeit anzustellen, führt dazu, dass ich gar nichts mache und mich hinterher frage, ob es das wirklich schon gewesen ist.

4. Ein Projekt, dem ich mich schon lange mal widmen wollte, ist das Bündeln meiner ABC-Etüden und diversen Beiträge zum #writing friday, in denen dieselben Personen vorkommen, zu einem Sammelband und das Ordnen in eine sinnvolle chronologische Reihenfolge. Das fühlt sich ein wenig wie Puzzeln an und ist wahrscheinlich ein Fass ohne Boden.

5. In Film und Fernsehen eine früher gelebte Realität vorgeführt zu bekommen, seien es enges Beisammensein, innige Umarmungen oder einfach Menschenmassen, gibt mir ein merkwürdiges und mittlerweile auch nostalgisches Gefühl, aber das lässt sich noch locker auf die Spitze treiben mit Konzertmitschnitten aus den 80er und 90er Jahren – vorzugsweise solchen, bei denen sich 70.000 Leute im Wembleystadion gedrängt haben. Live Baby Live!

6. Spaghetti mit Tomatensoße ist für mich eines der besten Mittel gegen Hunger, und wenn’s mehrmal in der Woche ist. Hilft vielleicht nicht in jeder Situation, z.B. wenn man im Hotel um zwei Uhr nachts mit Jet Lag wach wird und es Frühstück erst ab halb sieben gibt, aber zu Hause habe ich immer einen Notvorrat da.

7. Zuletzt habe ich entdeckt, dass man bei einem Escape-Room-Spiel tatsächlich noch etwas neues lernen kann (vorausgesetzt man hat das richtige Spiel), und das war eine ideale Möglichkeit, mich mit meiner Freundin über unsere Erlebnisse bei diversen Flügen und Schiffsreisen auszutauschen, weil in diesem Spiel der Schauplatz des Spiels ein Flugzeug in Not war, dessen Pilot und Co-Pilot unserer Hilfe bedurften. Jetzt weiß ich endlich, wo Churchill liegt und welche Bedeutung der dortige Flughafen hat.

Dienstags-Gedudel #62 : Reisefieber, Teil 16 – Die vertonte Busreise mit blindem Passagier *)

From St. Kilda to Kings Cross – nein, wir fliegen nicht von Sydney nach London, sondern fahren mit dem Bus von Sydney (33°51’S 151°12’O) nach Melbourne (37°48’S 144°57’O)

Quer über’n Kontinent, gefunden auf youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=AV1FW_FCjx8

From St. Kilda to Kings Cross is 13 hours on a bus… das erinnert mich fatal an meine eigene Busreise in den 90er Jahren: von Edinburgh nach Frankfurt am Main mit Umstieg in London, Stau auf dem Weg zur Fähre und Panne plus zweieinhalbstündiger Zwangspause in Aachen, die alles in allem 36 Stunden gedauert hat. Was für ein Horrortrip. Da ist dieser hier weitaus softer.

*) der blinde Passagier (INXS – „Girl on fire“) hat sich wegen der Textzeile in den nun doch nicht stattfindenden Trip von Sydney nach London hineingemogelt.