Das Werk zum Wort 12/52 : Verlangen

 

Woche 12 des Projekts „Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf – 40 weitere sollen folgen; nur werde ich nicht bei allen dabei sein.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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All you got is this moment, The twenty-first century’s yesterday (…) I need you tonight
‚Cause I’m not sleeping“ *): 
Das war in den 80er Jahren, und hätte man mir diese Aufgabe vor 32 Jahren gestellt, hätte ich mich ohne zu zögern für diesen Clip entschieden. Aber so aufregend ich das immer noch finde und das der am häufigsten gespielte Song in meiner Playlist auf dem Smartphone ist – es gibt immer noch ein Werk, das weiter geht und zu dem aktuellen Wort

 

Verlangen

 

noch besser passt. Und so habe ich einer Künstlerin den Vorzug gegeben, an der ich mich nicht satthören kann und die immer wieder für eine Überraschung gut ist: Florence Welch (Kopf von Florence & The Machine) mit „Howl“ **):

 

 

 

 

Ist es pure Leidenschaft, das Verlangen nach dem Einen, um den alle Sinne kreisen? Oder das Werwolfthema neu interpretiert (obwohl das auch auf Vampire zutrifft)? – Vielleicht sogar beides zusammen. Aber in diesem Fall sind es nicht die Bilder, sondern der Text, der es in sich hat:

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If you could only see the beast you’ve made of me
I held it in but now it seems you’ve set it running free
Screaming in the dark, I howl when we’re apart

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Now there’s no holding back, I’m making an attack
My blood is singing with your voice, I want to pour it out
The saints can’t help me now, the ropes have been unbound
I hunt for you with bloodied feet across the hallow’ed ground

Like some child possessed, the beast howls in my veins

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Be careful of the curse that falls on young lovers
Starts so soft and sweet and turns them to hunters

A man who’s pure of heart and says his prayers by night
May still become a wolf when the autumn moon is bright

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Das Video ist zwar nicht das offizielle zu dem Song, sondern ein Zusammenschnitt aus anderen Clips – leider scheint kein offizielles Video zu existieren, darum dieses Mash-Up.

 

Das nächste Wort: Mutter

 


Video-Quellen: *) Need you tonight (INXS) – https://youtu.be/w-rv2BQa2OU?t=1    &    **) Howl (Florence & The Machine) – https://www.youtube.com/watch?v=DtXc9h2nki8

 

 

 

 

 

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Media Monday # 402: ein stürmisches Wochenende

 

Was gibt es schöneres, als dem kreischenden Wind, der den Bambus peitscht, zuzuhören und sich dabei zu fühlen wie an Silvester, wenn es überall im Viertel knallt? Faulenzen, lesen, knackige Musik hören und die sieben Lückentexte des Media Monday ausfüllen. Oder gleich die nächsten Beiträge für das fotografische ABC oder Das Werk zum Wort vorzubereiten, wenn die Themen genau die meinen sind: Der Buchstabe K und das Telefon.

 

Media Monday # 402

 

1. Helen Mirren ist ja auch mehr als vorteilhaft gealtert und in letzter Zeit noch deutlich attraktiver/charismatischer/interessanter, besonders, wenn sie in Filmen mitspielt, die das Genre „Agentenfilm“ auf die Schippe nehmen wie in RED (Retired Extremely Dangerous).

 

2. Mit ein paar Tagen Auszeit würde ich mich wohl mal endlich dem Besuch von guten Freunden, die ich länger nicht mehr gesehen habe, widmen, schließlich sind sie jetzt umgezogen, und ich bin gespannt, wie sie sich in ihrer neuen Heimat eingelebt haben.

 

3. Das Beste auf/an langen Zugfahrten ist ja dass man ganz viel Zeit zum Lesen und Musikhören hat.

 

4. Der oder die mitunter sympathischste(n) Buch-Protagonist(en) ist für mich immer noch Käpt’n Blaubär, obwohl ich inzwischen so viele Bücher gelesen habe, dass mir mit Sicherheit noch mehr einfallen – was vom Genre abhängt. Bei Fantasyromanen wäre es dann Delilah d’Artigo, die Werkatze aus „Schwestern des Mondes“ und bei Krimis Miss Marple.

 

5. Die Entwicklung, dass man mittlerweile auch „große Kinostars“ in Serienproduktionen bestaunen darf finde ich gar nicht so übel, weil ich so oft gar nicht ins Kino gehe und so eher eine Chance habe, den ein oder anderen, den ich gerne sehe, auch mal auf dem Bildschirm zu sehen. Außerdem gibt das den Schauspielern mehr Zeit für die Darstellung einer charakterlichen Entwicklung ihrer Serienrolle, sofern vom Drehbuch vorgesehen.

 

6. Dass sich immer noch so viele junge Mädchen und Frauen auf eine Chance bei Germany’s Next Topmodel hoffen, wird auch eine Begeisterung bleiben, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, denn nach der x-ten Staffel müssten die meisten doch verstanden haben, dass viele hier einfach nur als Quotenfutter vorgeführt werden.

 

7. Zuletzt habe ich unsere städtische Bücherei besucht, und das war längst überfällig, weil ich mein Ausweis verlängert werden musste. Dabei habe ich eine Neuerung entdeckt: Erziehungsratgeber sind nun in der Kinderbibliothek, CDs dagegen praktischerweise in der Erwachsenenbibliothek. Und weil’s so schön war, bin ich bei Stöbern auch gleich fündig geworden: „Switch“ von INXS (von 2005), das mich stellenweise an den Sound von Garbage erinnert und „Strut“ von Lenny Kravitz (von 2014). In zwei Wochen werde ich wissen, ob ich mir die Alben für die eigene Sammlung zulegen werde.

 

 

 

Das Werk zum Wort 9/52 : Trauer

 

Triggerwarnung: Dieser Beitrag dreht sich um die Themen Tod und Trauer, wie man der Überschrift entnehmen kann – in meinem Fall betrifft es mich persönlich. Daher bitte ich schon jetzt die um Verzeihung, die damit nicht gut umgehen können.

 

Nach diesem Vorwort komme ich nun zur Woche 9 des Projekts „Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf – 43 weitere sollen folgen; nur werde ich nicht bei allen dabei sein.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Wenn mich das Thema der letzten Woche schon herausgefordert hat, so tut es das heutige noch etwas mehr, denn es geht mich persönlich an:

Trauer

Irgend jemand hat mal geschrieben „Je älter man wird, desto näher kommen die Einschläge“. Daran mag etwas sein, aber wenn man wie ich mit Mitte Zwanzig damit konfrontiert wird und die Trauer nicht zulässt oder sie gar verdrängt, dann rächt sich das Jahre später umso mehr. Einen der beiden nächsten Angehörigen, der die wichtigste Person in meinem Leben gewesen ist, durch Suizid zu verlieren, ist etwas, das ich niemandem wünsche. Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen und die zwölf Jahre zu spät gekommene Erkenntnis, dass es seine ureigenste Entscheidung war, von der ihn niemand hätte abhalten können… all das kommt auch Jahre später, von Zeit zu Zeit wieder hoch, und das ist etwas, das ich wohl niemals werde ablegen können.

Vierundzwanzig Jahre später dann den geliebten Partner (von dem ich gedacht hatte, dass ich mit ihm alt werde würde) durch einen Herzinfarkt zu verlieren, dieser schwarze Tag liegt nun auch schon etwas mehr als zwei Jahre zurück. Und auch wenn ich letztes Jahr gemerkt habe, wie die Freude am Leben bei mir nach und nach wieder zurückkehrt, wo wird mich diese Trauer auf lange Sicht vermutlich nicht verlassen. Nur werde ich diesmal den Fehler, sie zu unterdrücken, nicht mehr machen.

Letztes Jahr am 7. Oktober, genau einen Tag nach seinem Todestag kam wie aus dem Nichts dieses Brett. Da surfte ich ziellos auf youtube herum und landete bei einem Video, das aus Szenen des Films „Die Frau des Zeitreisenden“ besteht (Quelle: https://youtu.be/sDJ1HKxih2k)

 

 

 

 

 

Die Musik taucht vermutlich an keiner Stelle in dem Film auf, und ich frage mich, warum derjenige, der das Video hochgeladen hat, diesen Song (geschrieben von Andrew Farriss und Desmond Child) aud dem Jahr 2005 ausgewählt hat.

Der folgende Auszug aus dem Text symbolisiert das, was ich in der ersten Zeit nach Andys Tod empfunden habe. Warum noch an morgen denken? Die Welt soll aufhören, sich zu drehen, was sie natürlich nicht tut.

 

Here I am, lost in the ashes of time, but who wants tomorrow?
In between the longing to hold you again
I’m caught in your shadow, I’m losing control
My mind drifts away, we only have today

 

Auch wenn in dem Film er nicht wirklich stirbt, sondern in der Zeit hin und her geschickt wird, so fühlt es sich für sie vermutlich jedesmal wie erneutes Sterben und wie ein Abschied für immer an.

 

„As I let you go I will find my way“


In meinem Fall fällt mir das Loslassen, noch immer nicht leicht. Und wann es soweit ist, kann ich nicht sagen.

 

Das nächste Wort ist „Theater“

Unsortierte Gedanken : Das war definitiv nicht mein Jahr …

 

 

 

zumindest nicht die zweite Hälfte davon. Ganz für die Tonne war es nicht. Aber auch nicht zum uneingeschränkten Jubeln. Irgendwas ist ja immer, das ist eine allseits bekannte Binsenweisheit. Und deshalb möchte ich an dieser Stelle all jenen danken, die trotz meines Gejammers nicht ihr Interesse an meinen Texten verloren haben. Was im Januar 2014 (abgesehen von zwei Testbeiträgen im August 2013) als Nähblog mit Tendenz zum Gemischtwarenladen begann, ist vier Jahre später bei Musik, Fotografie und Medien unterschiedlicher Art angekommen.

Und schon bin ich mitten drin, in einem weiteren Jahresrückblick. Dabei war das so nicht von mir geplant. Aber jetzt bin ich schon mitten drin im Countdown des Jahres.

 

Change keeps us moving on“

Was sich 2017 abzuzeichnen begann, hat sich 2018 fortgesetzt. Pläne, die sich in Luft auflösten, durchsetzt mit kleinen und mittleren Katastrophen. Das fing schon im letzten Dezember an, als ich den Abend in der Notaufnahme zusammen mit meiner Mutter verbringen durfte, weil sie gestürzt war. So wollte ich meinen Geburtstag nicht feiern. Der Kommentar meiner Mutter dazu: „Wir haben Deinen Geburtstag schon mal gemeinsam im Krankenhaus verbracht.“ Großes Fragezeichen! „ – na, als ich Dich zur Welt gebracht habe.“ Ich wünschte, ich hätte manchmal ihren Humor. Zu allem Übel kam dann am selben Tag dann auch noch meine Schwester ebenfalls ins Krankenhaus, weil sie in der Küche ausgerutscht war und sich einen Halswirbel gebrochen hatte. Silvester fand für einige von uns dann nicht auf der geplanten Party statt, sondern zu Hause bzw. im Krankenhaus. Aber es gab auch schöne Momente und ein paar kleine Erfolgserlebnisse für mich…

Januar

Eine Fotoexkursion mit Rehen im Schnee und das Nähen von Knopflöchern stellten die Highlights dieses doch eher ereignisarmen Monats dar. Dafür soll dieses Foto stehen:

 

 

Was das Nähen angeht, so war ich dieses Jahr nicht sehr produktiv, denn genäht habe ich übers Jahr verteilt so wenig, dass ich die wenigen tragbaren Kleidungsstücke an einer Hand abzählen kann: Bluse, Kleid, Rock, Jogginghose, Kleid.

Februar & März

Ende Februar bzw. Anfang März versuchte ich während eines verlängerten Nähwochenendes an der Ostsee, einen Blouson (oder Bomberjacke) zu nähen, was aber gründlich mißlang. Ein falscher Stoff und ein für mich unvorteilhafter Schnitt machten es möglich. So wurde dieses verhunzte Stück, das von Anfang an unter keinem guten Stern stand, ein Teil für die Tonne. Dass mir ein gefütterter Bleistiftrock (Pencil Skirt) besonders gut gelang, stimmte mich dann wieder versöhnlich mit meinen verloren geglaubten Fähigkeiten im Nähen.

 

Trotzdem sind genau diese Rubriken zu kurz gekommen, auch wenn ich dann im Oktober nochmal bei einem anderen verlängerten Nähwochenende in Würzburg war. Zwar ist das hier kein Reiseblog, aber was ich bei meinen Reisen dieses Jahr erlebt habe, ergäbe genug Stoff, um ein solches zu füllen.

Der März war dann der Monat, in dem ich eine Überraschung erlebte, als ich aufräumte. Ich wusste zwar, dass ich so einiges an Schallplatten von Pink Floyd, Jean-Michel Jarre und Barclay James Harvest geerbt habe. Dass dabei U2-Alben auftauchten, die auch ich bereits besitze, war mir neu. Dabei kamen auch Schallplatten zum Vorschein, von denen ich wusste, dass ich sie seit über 30 Jahren habe. Aber wie oft hatte ich die gehört? In den 80er Jahren andauernd, danach nie wieder.

Jetzt bekamen sie eine zweite Chance, die sich zur Sucht auswuchs, was sich seitdem in zahlreichen meiner Blogbeiträge niederschlägt, und zwar in der Rubrik „Soundtrack of my life“, die ich ursprünglich mit einer ganz anderen Absicht entworfen hatte.

 

Auch die nächsten beiden Monate kann ich mangels Masse in einem Punkt zusammenfassen.

 

April & Mai

Der große Knall kam wegen der allseits geliebten gefürchteten DSGVO. Wie so viele andere war ich auf die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung schlecht bzw. gar nicht vorbereitet. Aber das Bloggen deswegen einstellen? Das Patentrezept hieß in meinem Fall: Erst mal bis zum 24. Mai weiter wie bisher, dann auf Eis gelegt durch Umstellen von „öffentlich“ auf „privat“ und im Hintergrund an allen wichtigen Punkten feilen. Nebenher buchte ich dann noch sämtliche Unterkünfte meines für Juni geplanten zweiwöchigen Urlaubs, der unter dem Motto „Weltreise“ stand.

Juni

Stichwort „Weltreise 2018“: In zwei Wochen kreuz und quer über den Erdball. Das geht nicht? Oh doch – wenn die Stationen „Texas“, „Kamerun“, „Bali“, „Kalifornien“ und „Brasilien“ allesamt in Deutschland liegen, mit der Südsee die dänische Südsee gemeint ist und man dem Dorf „Welt“ einen Besuch abstattet. Diese zwei Wochen waren die beste Zeit des ganzen Jahres, denn so frei, leicht und unbeschwert habe ich mich zuletzt im Sommer 2008 gefühlt, als mein Mann und ich damals mit dem eigenen Auto vier Wochen lang kreuz und quer durch Schottland und England gereist sind. Dieses Gefühl konnte selbst der Zusammenstoß meines japanischen Kleinwagens mit einem Land Rover nicht trüben, denn fahrtüchtig war mein Auto danach ja noch. Nur ein wenig zerbeult.

 

 

Auf meiner Fahrt nach Dänemark hatte ich insofern etwas Pech, dass die Klappe meines Kofferraums nicht vernünftig geschlossen war und ich deshalb auf der Fahrt einen Teil meines Gepäcks verlor: eine Jacke und meine Kameratasche mit kompletter Ausrüstung.

Dass die ohnehin schon leicht lädierte Kamera, das Ladegerät und die Akkus weg waren, konnte ich verschmerzen, aber dass die kompletten Aufnahmen der letzten vier Tage futsch waren, weil ich die unterwegs nicht sichern konnte (ich hatte mein Laptop nicht dabei), das war schon ärgerlich. Da gab’s nur eins: einige Motive auf dem Rückweg nochmal mit dem Smartphone knipsen. Dank meines Smartphones konnte ich dann noch so manch schönen Moment festhalten und auf meinem pinterest-Board ablegen. Und manche Erlebnisse waren dadurch sogar noch besser. Manchmal kann Verlust auch Gewinn bedeuten. Das sehe ich inzwischen ganz nüchtern und kühl.  A propos kühl… etwas kühl war es hier, während zu Hause sich alle die Seele aus dem Leib schwitzten:

 

 

… meanwhile in the Sahara or the Australian outback….. … which is not true. This was a bad joke: The picture was taken on a real cold, rainy, and windy day on the beach of a Danish island – driving sand from the side puts you in danger to lose orientation“. Bei der Insel handelt es sich übrigens um die südlichste Nordseeinsel Dänemarks: Rømø.

Wieder zurück in der Heimat, gönnte ich mir einen Kinobesuch, bei dem ich mich blendend amüsiert habe: Ocean’s Eight.

Juli

Oldtimer-Treffen in Usingen. Was für ein Highlight. Was für eine Show. Und wie schön, die Gelegenheit zu bekommen, als Beifahrerin in einem Oldtimer meiner Wahl zu sitzen und entweder gemütlich zu cruisen (Marlin von 1975) oder richtig Gas zu geben (Jaguar von 1994). Es war super Wetter – blauer Himmel und 30°C. Wer kann da schon Nein zum Cabriofahren sagen?

 

 

Anscheinend eine ganze Menge Leute, denn ich war an diesem Nachmittag die einzige, die sich überhaupt in ein Cabrio gesetzt hat. Die anderen zogen lieber eine Fahrt im geschlossenen Chevy vor.

August & September

Der Sommer drehte nochmal so richtig auf, da hatten alle meine Kollegen während ihres Urlaubs was davon. Mir hat die Hitze jegliche Energie geraubt, aber Blogs lesen und entdecken geht immer. Und deshalb war bei mir dann auch neu im Kühlregal: Blogs, denen ich folgte. Mit jedem neu abonnierten Blog rutscht der eine, dessen Name an dieser Stelle irrelevant ist, immer weiter nach unten und wird, wenn es so weitergeht, aus dem Blickfeld verschwunden sein. Aus den Augen – aber nicht aus dem Sinn. Dafür habe ich den Programmpunkt „in memoriam“, ein Ort des stillen Gedenkens. Gewidmet all jenen, die mir fehlen.

 

 

Mors certa, hora incerta. Ein Thema, das viele gerne meiden. Ich habe ihm deshalb bewusst mit der Aufnahme meiner inzwischen auch verschwundenen Zillo-Tasse ein Denkmal gesetzt. Die elegante Überleitung zu einer Aktion, bei der ich im September mitgemacht habe: 15 Tage – 15 Tassen. Zu der Zeit lag zwar mein Blog noch still, aber ich verlinkte in meinen Kommentaren die auf meinem pinterest-Board gesammelten Fotos meiner Tassen. Was mir beim Betrachten der Tassenfotos der anderen Teilnehmer auffiel: Es waren einige Fan-Tassen dabei, z.B. Game of Thrones, wenn ich mich recht entsinne. Abgesehen von einer geerbten Werner-Tasse konnte ich mit nichts dergleichen punkten. Weder zählt eine Londoner U-Bahn-Tasse noch die bereits genannte Zillo-Tasse dazu. Viel wichtiger aber als diese Kopfnuss war für mich die Frage, was ich mir bei dem Nähwochenende namens „AnNäherung Süd“ in Würzburg nähen wollte.

 

 

Da ich lieber mit kleinem Gepäck reise, hatte ich nur Ausrüstung und Material für zwei Projekte dabei: ein Kleid aus Jersey und eine Jogginghose. Als das Kleid fertig war, gab es als Kontrastprogramm einen Spaziergang in der Sonne und ein leckeres Eis. Eigentlich ein perfekter Ausklang, wenn das Unglück nicht schon bald seinen Lauf genommen hätte…

Oktober & November

denn ich musste innerhalb von fünfzehn Minuten eine Entscheidung treffen, die mit zu den schwersten in meinem Leben gehört. Beim Röntgen meiner kranken Kornnatter stellte sich heraus, dass sich mehrere Rückenwirbel durch eine Geschwulst bereits aufgelöst hatten und die Wirbelsäule so zerstört war, dass auch eine Operation nichts bewirkt hätte. Die einzige Alternative, die ich noch hatte: Einschläfern. Und das drei Wochen, nachdem bereits ein anderes meiner Reptilien an Altersschwäche gestorben war. Innerhalb so kurzer Zeit gleich zwei Haustiere nacheinander zu verlieren, gehört zu den Erfahrungen, die ich nie wieder machen möchte.

 

Anfang Oktober jährte sich der Todestag meines Mannes zum zweiten Mal und fiel diesmal auf einen Samstag. Genau der richtige Tag, um einen schon seit der Tassenaktion vom September wachsenden Plan in die Tat umzusetzen: Ich brauche eine neue Tasse, weil ich meinen Morgenkaffee nicht mehr länger aus der Tasse trinken möchte, die einst Andy gehört hat.

Hunderte von Fotos habe ich zu diesem Zweck gesichtet und mich dann für eins entschieden, das nicht nur den Lieblingsstar zeigt, sondern auch das richtige Format hat und durch einen neutralen Hintergrund besticht. Nur fotografieren lassen möchte sich das Biest nicht. Wie gesagt, irgendwas ist immer.

November war auch der Monat, in dem nicht nur meine Mutter in die Notaufnahme musste, sondern auch meine Freundin operiert wurde. Dass am Ende sechs Wochen daraus werden würde, hätte ich ja nie gedacht. Trotz dieses ganzen Bangens habe ich es an zwei Samstagen geschafft, ins Kino zu gehen. Zum einen A Star is born – und dann Bohemian Rhapsody. Auf den habe ich mich schon seit dem Sommer gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Dezember

Dezember war der Monat der nervigen Mails und Meldungen aus sozialen Netzwerken. Ich weiß ja, wie sehr manche ihre Weihnachtsdekorationen lieben, aber auf hartnäckige Kitschoffensiven reagiere ich mit Flucht. Mit Vorliebe an den von mir bevorzugten Glühweinstand und dann an meinem Geburtstag abends ins Kino, in den Film Mary Poppins‘ Rückkehr – ein Sequel mit dem zeitlich größten Abstand zum Originalfilm aus den Sechziger Jahren. Und für mich ein weiterer Film, für den sich der Kinobesuch gelohnt hat. Die Lieder blieben bei mir zwar nicht im Gedächtnis haften, aber mit seinem leicht antiquierten Charme alter Disney-Filme verschaffte er mir 130 Minuten Kurzweil und eine Überraschung in Form von Colin Firth als echter Fiese Möpp (= Fiesling).

Das Wort zum Sonntag

Antiquierten Charme hat es auch, „offline“ ein Tagebuch zu schreiben: Mit Kugelschreiber auf Papier, in ein extra zu diesem Zweck gekauftes Büchlein. Damit habe ich im Sommerurlaub während meiner Blogpause angefangen, jeden Tag ein paar Seiten darin geschrieben und nach dem Urlaub nur noch sporadisch damit weitergemacht. Es war eine interessante Erfahrung für mich.

Genau wie die Tatsache, dass man bestimmte Momente nicht wiederholen kann, wie das folgende Experiment zeigt: 1999 war ich eine Woche in Cornwall unterwegs, wo ich im Auto ein Best-of-Album von ABBA in Dauerschleife laufen ließ. ABBA „Gold“ als Musikkassette, denn der Mietwagen – ein älteres Modell – war nicht mit einem CD-Player ausgestattet, dafür aber mit einem Tape Deck. Dieses Jahr ergatterte ich das Album auf CD und hielt es für eine gute Idee, dieses Erlebnis zu wiederholen und die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Wie man sich vielleicht denken kann, funktionierte das überhaupt nicht. Genau zwei oder drei Mal habe ich die ABBA-CD laufen lassen, dann wechselte ich wieder zurück zu meinen von zu Hause mitgebrachten CDs und landete schließlich bei einem Greatest-Hits-Album von INXS, das dafür in Dauerschleife lief. Mal sehen, an welcher Musik ich bei der nächsten größeren Rundreise mit dem Auto einen Narren gefressen haben werde.

Und noch eine Entdeckung musste ich nach meiner Blogpause machen: Die meisten Nähbloggerinnen sind inzwischen auf Instagram unterwegs und bloggen nicht mehr. Ich dagegen blogge wieder, aber nicht mehr vorrangig übers Nähen, sondern über Fotografie, Bücher, Musik, Filme und Serien sowie ab und zu auch über Ausstellungen und Reisen.

Filme, mit denen ich eine Bildungslücke geschlossen habe: „Monster“, „The Breakfast Club“, „Kevin allein zu Haus“, „Kevin allein in New York“ und „Alien“ – Was für mich nächstes Jahr noch so kommt? Vermutlich ein Biopic über Elton John und der Downton-Abbey-Film. Da lautet „Abwarten und Tee trinken“ die Devise.

Ja, mach nur einen Plan“

Dieses Lied sang einst Bertolt Brecht. Es handelt von der Unzulänglichkeit des menschlichen Planens. Meine Freundin und ich wollten aus unterschiedlichen Gründen auch gerade für dieses Silvester nichts planen, aber Pläne für 2019 kann ich doch trotzdem schmieden. Sie möchte eine Reise nach Südafrika machen. Und ich? Spiele mit dem Gedanken an einen zweiwöchigen Urlaub im Osten Kanadas, nachdem ich gemerkt habe, dass drei Wochen Urlaub für Australien nicht reichen und ich außerdem lange Flüge hasse wie die Pest.

Mehr nähen wollte ich auch, an dem am 6. Januar beginnenden Fotoprojekt „ABC“ teilnehmen und mich auf eine literarische Reise der anderen Art begeben. Aber diese Reise unternehme ich alleine und behalte meine Erlebnisse für mich. Denn es gibt Dinge, die ich gerne rein privat und unausgesprochen lassen möchte.

Allen anderen wünsche ich einen entspannten Start in das neue Jahr und dass das Glück nicht nur auf Stippvisite hereinschneien möge.

 

(Moving) Picture of the day : The stairs

  … storey to storey, building to building, street to street – we pass each other on the stairs…   One of my favourite songs of the 80s/90s came to my mind when I walked on by a sculpture in … Weiterlesen

Media Monday # 387 : Bands that don’t exist anymore

 

 

Samstage sind inzwischen für mich die Wochentage, die so richtig ins Geld gehen. Wenn ich zum Beispiel einen ganz tollen Mantelim Vintagestil sehe, den ich trotz seines hohen Preises unbedingt haben möchte. Auch diesmal habe ich ganz gezielt um den Black Friday einen Bogen gemacht, aber trotzdem habe ich ein echtes Schnäppchen gemacht, und zwar in unserer Stadtbücherei. Da gab es ein Flohmarktexemplar des Buchs „Maximum Rock’n’Roll“ von Murray Engleheart und Arnaud Duireux über die Band AC/DC. Als ob ich nicht schon genug Bücher hätte! Aber eben noch keine Biografie.

A propos Biografie, diesem Genre bin ich im Moment sehr zugeneigt, und ich musste beim Schmökern in diesem Riesenwälzer feststellen, dass so langsam nach und nach die Bands verschwinden, die ich noch nie live gesehen habe und dazu auch nie wieder die Chance haben werde, denn entweder haben sie sich aufgelöst oder ihre Mitglieder leben nicht mehr. Queen, AC/DC, INXS, Runrig… Wobei ich hoffe, dass wenigstens Runrig sich zu einer Wiedervereingungs- oder Hello-Again-Tournee zusammenfinden werden.

Wenn’s um Zusammenfinden geht, so finden sich auch diesmal bestimmt wieder viele ein, um bei Wulfs Mitmachaktion „Media Monday“ mit sieben Lückentexten auf seinem Blog „medienjournal“ dabei zu sein.

 

Media Monday # 387

 

1. Irgendwie hat das Aufnehmen zum Zweck der dauerhaften Konservierung meiner Lieblingsserie „Doctor Who“ gehörig für mich an Reiz verloren, da die BBC ständig die Sendezeiten zu Gunsten der nachfolgenden Tanzsendung „Strictly Come Dancing“ ändert und ich mit dem Herausschneiden der überflüssigen Teile kaum hinterherkomme.

 

2. Nachdem der Black Friday nun hinter uns liegt: Ich für meinen Teil war zwar am Samstag einkaufen, aber habe nicht nach irgendwelchen Rabatten gesucht oder nur deswegen etwas gekauft, weil es angeblich billig ist; das wahre Schnäppchen lauerte in der Stadtbücherei auf mich: die Flohmarkausgabe eines 500-Seiten-Wälzers über AC/DC, zum Preis von 50 Cent. Bei mir sah der „Black Friday“ so aus, dass ich schwarz angezogen war.

 

3. Rami Malek hätte es nicht besser treffen können, als für die Rolle des Freddie Mercury besetzt zu werden, denn nach einer gewissen Zeit hatte ich nicht mehr dass Gefühl, dass ich einen Schauspieler auf der Leinwand sehe, sondern die Person, die er verkörpert. Das galt aber auch für die restlichen Musiker von Queen.

 

4. Mir war ja bis vor kurzem nicht klar, dass Eleanor Tomlinson und Aidan Turner bereits vor der BBC-Fernsehserie „Poldark“ zusammen vor der Kamera gestanden haben, nämlich in dem grandiosen Animationsfilm „Loving Vincent“. Da haben sie jedoch keine gemeinsamen Auftritte und auch sonst nichts miteinander zu tun. Das Lustige an diesem Lückentext ist, dass ich letzte Woche unter dem selben Punkt bereits viel über den Film „Loving Vincent“ geschrieben habe.

 

5. Die ein oder andere Filmbiografie von Bands oder Solomusikern hat mir ja bereits einige kurzweilige Stunden beschert, wobei auch ich mich in die Gruppe derer einreihen kann, die von „Bohemian Rhapsody“ vollends begeistert sind, auch wenn ich früher nie Queen-Fan war.

 

6. Wenn nächste Woche schon der 1. Advent ins Haus steht, merke ich, wie schnell das Jahr doch langsam zu Ende geht.

 

7. Zuletzt habe ich mir beim Lesen der AC/DC-Biografie überlegt, ich könnte ja im Internet mal nach weiteren Informationen über die Originalbesetzung stöbern, und das war keine schlechte Idee, weil ich auf diese Weise ein Blog entdeckt habe, auf dem man zu Musik, Film und anderen Themen viel Interessantes finden kann, u.a. auch einen Beitrag über die kroatische Band Gruhak, die richtig tolle Rock’n’Roll-Coverversionen im Repertoire hatte, wie z.B. „Love me two times“ von den Doors oder „Over the hills and far away“ von Led Zeppelin. Leider werde ich auch diese Gruppe nie live erleben können, weil ihr Sänger dieses Jahr im Alter von 40 Jahren gestorben ist.

Media Monday # 381 : mit musikalischem Ausklang einer anstrengenden Woche und dem persönlichen Super-GAU

 

Den Abend bei einer DVD-Session mit einer Folge von „Orange is the new Black“ und dem Live-Mitschnitt eines Konzerts der Lieblingsband bei einem Glas Wein ausklingen lassen… klingt nach einem gelungenen Abschluss einer nicht so gelungenen Woche – wird aber um Punkt 18 Uhr unterbrochen mit dem Ausfüllen von sieben neuen Lückentexten der Aktion „Media Monday“ auf Wulfs Blog medienjournal

Dann noch kurz was essen gehen in meinem Stammlokal, die erste Folge der neuen Doctor-Who-Staffel mit Jodie Whittaker als neuem Doctor gucken, und dann den Konzertabend beenden, indem ich die „Live Baby Live“-DVD mit dem INXS-Konzert von Juli 1991 im Wembley-Stadion ab da weiterschaue, wo ich sie zuletzt angehalten habe:

Warum kann die TARDIS nicht auch mal bei mir landen, und ich steuere sie dann genau dort hin, mitten in die erste Reihe, um dieses Hammerkonzert live erleben zu können? – So, genug geträumt – hier kommen die sieben Lückentexte vom aktuellen Media Monday:

Media Monday # 381

 

1. Wenn ich schon den Ausruf „Waaas? Das kennst du nicht?“ höre, zucke ich zunächst innerlich mit den Schultern und denke mir „muss ich das kennen?“ – aber dann lasse ich Nachsicht walten, denn ich kenne und liebe dafür Dinge oder Personen, die anderen unbekannt sind. Nur zu gut kann ich es inzwischen nachfühlen, wenn mir andere das Objekt ihrer Begeisterung gerne nahebringen möchten – denn es geht mir ja teilweise ähnlich; nur habe ich oft Skrupel, zu oft über diese Leidenschaft zu berichten, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass endlose Lobeshymnen auf die Umwelt oft ermüdend wirken.

 

2. Was ich vor 2018 nicht für möglich gehalten hätte: dass ich einen ziemlich gravierenden Stilwechsel durchlaufen und meine Liebe zum Selbernähen wiederkommen würde, ich aber leider auch innerhalb von vier Wochen gleich zwei meiner geliebten Haustiere verlieren und sich mein musikalischer Horizont in Richtung anderer Arten des Metal erweitern würde. Mein Dank geht an die Bloggerin, durch die ich die schwedische Death-Metal-Band Arch Enemy entdeckt habe.

 

3. Dass die neue Staffel von Doctor Who jetzt auf einmal Sonntagabends zu einer krummen Uhrzeit (19: 55 Uhr) startet, zeugt nicht eben davon, dass sich die Verantwortlichen bei BBC1 wirklich Gedanken gemacht haben, denn sonst hätte man es beim Samstagabend belassen können. Da frage ich mich schon, welchen Stellenwert diese Kultserie generell noch hat und ob ich mir jetzt Sorgen machen muss, dass sich eine meiner Lieblingsserien auf dem absteigenden Ast befinden könnte?

 

4. Womit man mich mittlerweile echt jagen kann ist das x-te Angebot einer „neuen“ Best-of-oder Greatest-Hits-CD meiner Lieblingsband oder wenn mir wieder jemand Netflix & Co schmackhaft machen will. Sich auf ein Abo einzulassen, war gestern – heute gönne ich mir lieber eine Konzert-DVD oder kaufe mir die Staffel einer mir unbekannten Serie als Video-Download.

 

5. Lady Gaga ist mir erst mit „A Star is born“ so richtig ans Herz gewachsen, wobei meiner Meinung nach Bradley Cooper, von dem ich bisher noch gar nichts kannte, sie locker an die Wand gespielt hat. Deswegen hat mich sein Schicksal im Film auch so mitgenommen.

 

6. Wenn ich mal etwas überschüssige Zeit und Energie hätte, würde ich mit ein paar Freunden bei einem Pub-Quiz mitmachen – ein tolles Pub mit einer beeindruckenden Auswahl an Whiskys habe ich vor meinem Kinobesuch entdeckt.

 

7. Zuletzt habe ich eines meiner nun leeren Terrarien bei musikalischer Begleitung durch die LP zum Musical „Chess“ grundgereinigt, und das war nun endlich mal fällig , weil die Kleine, die dort einziehen soll, in ihrer alten Behausung inzwischen zu wenig Platz hat. Und weil mit Musik alles besser geht, habe ich mich für ein Werk entschieden, das ich schon länger nicht mehr gehört habe, aber das bei mir wieder Erinnerungen an unsere Klassenfahrt mit der Berufsschulklasse nach London geweckt hat. Dazu passt, dass am späten Abend Benny Andersson im ZDF bei der Sendung „Opus Klassik 2018“ für sein Piano-Album einen Preis für Klassik ohne Grenzen verliehen bekommen hat. Wirklich sehr schön.

Unsortierte Gedanken : (nicht mehr alle) Tassen im Schrank

 


Halte beim Whisky Maß und genieß ihn nicht in Massen,

drum benutze ich ein Glas und trink ihn nicht aus Tassen *).


 

 

Als ich bei der Aktion „15 Tage, 15 Tassen“ mitmachte, fand ich heraus, dass drei meiner fotografierten Schätzchen spurlos verschwunden sind. Und zur Krönung habe ich dann auch noch versehentlich meine orange „Espressionisten“-Tasse geschrottet. Trinken kann man jetzt nicht mehr aus ihr, also dient sie jetzt als Behälter für Schlüssel; da ich sie aus Jux meine „Orange is the new Black“-Tasse getauft habe, kommt mir ihre neue Funktion nun vor wie pure Ironie. Und auch wenn wir viel zu viele Tassen im Haus haben (mitgezählt habe ich nicht die Becher meiner Schwester): So wollte ich meine Bestände nicht reduzieren.

Was mir diese Aktion noch gezeigt hat: Im Gegensatz zu anderen besitze ich keine Fan-Tasse. Die verschwundene Tasse, die ich 1999 anlässlich der Sonnenfinsternis in Stuttgart gekauft habe, zählt für mich nicht dazu. Warum nicht den Tip, mir eine Tasse, mit dem Motiv meiner Wahl bedrucken zu lassen, in die Tat umsetzen? Zumal ich meinen Morgenkaffee seit zwei Jahren aus der Tasse meines verstorbenen Mannes getrunken habe und ich seit einiger Zeit merke, dass ich mich damit nicht mehr wohl fühle. „The time is now“ – für etwas neues. Und darum habe ich mich hingesetzt und versucht, eine Auswahl aus ungefähr hundert Bildern mit Sprüchen, Landschaften oder Stars zu treffen. Einfach war das nicht, denn die meisten Fotos haben das falsche Format oder haben einen unruhigen Hintergrund.

Am Ende habe ich mich dann für eine Aufnahme meines Lieblingssängers entschieden; die habe ich zum Schluss noch mit rechts und links angesetzten Balken in einer zum dunklen Hintergrund passenden Farbe verbreitert und die Balken mit dem Auszug aus einem seiner bekanntesten Songtexte beschriftet: Damit nach dem Aufwachen mein Blick auf ein freundliches Gesicht fällt und nicht auf die geerbte Tasse mit dem Eselchen. Das bekommt nun einen Ehrenplatz in der Küche und darf von den anderen Familienmitgliedern bewundert werden.

 


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Und weil ich schon dabei war, habe ich auch gleich eine Tasse als Geschenk für meine beste Freundin bedrucken lassen; allerdings ist das keine Fan-Tasse geworden, denn sie zeigt eine Aufnahme von ihr mit einem Uhu auf dem Arm, als wir zusammen hinter die Kulissen einer Falknereivorführung schauen durften. Die Tasse soll ein Behältnis für einen Gutschein werden: entweder für einen gemeinsamen Kinobesuch oder – was ich für passender halte – eine Einladung in die Fasanerie. Bis zur nächsten „Besinnlichen Abendwanderung mit Lagerfeuer“ wird sie zwar noch nicht fit sein, weil sie zur Zeit einen Spezialschuh trägt, nachdem sie ihr den Gips abgenommen haben, aber wenn sie weiterhin solche Fortschritte macht wie jetzt, wird der frühestmöglichen Veranstaltung in 2019 kaum etwas im Wege stehen. Schließlich heißt es ja auch nicht umsonst „neues Spiel, neues Glück“.


 

*) Die Tasse vor der Whiskeyflasche abzustellen, war reiner Zufall, aber führte zur Inspiration zu diesem Kurzgedicht. Die einzige Variante, Whiskey aus einer Tasse zu trinken, wäre in Form eines Irish Coffee, aber den Versuch, ihn selbst zu mixen, werde ich so schnell nicht wiederholen (außerdem schmeckt er mir aus einem bauchigen Glas besser), und die Tasse bleibt weiterhin dem Genuß von Kaffee vorbehalten.