22 Wochen – 1 Objekt: Woche #7

 

Mein Tagebuch ist zusammen mit mir für das Fotoprojekt „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von aequitasetveritas und wortman nach Toronto gereist. Im Royal Ontario Museum gab es eine Sonderausstellung mit dem Titel „It’s alive“, in der die von dem Metallica-Gitarristen  Kirk Hammett gesammelten Hororfilmplakate und einige Filmkostüme noch bis Januar zu sehen sind.

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Hier darf sich mein Objekt an der Eintrittskarte festklammern, obwohl die Exponate am Ende gar nicht so furchteinflößend gewesen sind. Vermutlich waren es die vielen Saurierskelette im ersten Stock des Museums, die bei ihm für Respekt gesorgt haben.

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Und nun – zum Schluss – genaueres zu dem Projekt:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!

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„the final countdown“ – meine beiden Verlängerungstage

 

Die Rundreise lag nun hinter mir – bis zu meinem Abflug blieben mir noch zwei ganze Tage in

Toronto

der Stadt, von der ich zwar einiges gesehen hatte, aber nicht das, was ich mir insgeheim vorgenommen hatte. Dazu gehörten nicht nur ein Museumsbesuch und eine Fahrt zu den Toronto Islands, sondern auch der Versuch, an Karten für eine Show zu gelangen.

 

Andere waren spontan mehr für Baseball zu haben, da die Blue Jays ein großes Spiel hatten (wofür auch kräftig die Werbetrommel gerührt wurde) – aber mit Sportveranstaltungen kann man mich jagen. Lieber laufe ich selbst, als anderen dabei zuzusehen, wie sie einem Ball, Ei oder Puck nachjagen, sei es Fußball, Baseball, Rugby oder Hockey, von Basketball ganz zu schweigen.

Was Basketball betrifft, gab es am Freitag lange Schlangen vor einem Laden, der die neuesten Air-Jordan-Sneakers feilbot. Die Massen an Leuten mit Campingstühlchen, die von Polizisten und Security bewacht wurden, erinnerten mich an den Hype, wenn ein neues i-phone auf den Markt kommt und jeder als erster so ein Teil haben will.

 

The Monster Mash

Rette sich, wer kann! So lautete der Untertitel der Sonderausstellung „It’s alive“ im Royal Ontario Museum. Von solchen Ausstellungen erfahre ich grundsätzlich erst vor Ort, und in diesem Fall verbarg sich dahinter eine Wanderausstellung mit dem vollen Titel „Classic Horror and Sci-Fi Art from the Kirk Hammett Collection : July 13, 2019 – January 5, 2020“ – die Exponate bestanden aus alten Horrorfilmplakaten und Filmkostümen, die der Gitarrist von Metallica seit Jahren sammelt.

 

Dass sich in der Sammlung auch speziell gestaltete Gitarren befanden, war für mich das Tüpfelchen auf dem I.

Gut, dass ich von meinem ursprünglichen Plan abgewichen bin, das Museum nur wegen der asiatischen Kunst und dessen futuristischer Archtitektur zu besuchen.

Besser gesagt, ist das Museum ein alter Bau mit atemberaubenden Details im Foyer, und nur die Fassade des Anbaus ist modern und verzichtet auf vertikale und horizontale Linien.

 

 

Und weil’s so schön war, schlug ich dem Regen im Bata Shoe Museum ein Schnippchen, die ideale Ergänzung zu „It’s alive“, denn hier konnte ich die zweifarbigen Schuhe von Bela Lugosi bewundern (auch ein Star des Horrorfilms) –

 

– und die Stiefel von Elton John.

Diamonds are a girl’s best friends & Some like it hot

Nach so viel Kultur nahm ich mein Lauf- bzw. Walktraining wieder auf. Im Takt der Musik immer schön vorbei an den hochpreisigen Designerläden in der Bloor Street und den CN-Tower zum x-ten Mal erneut im Blick, walkte ich zur Abwechslung mal eine andere Straße zum Hafen hinunter, um mich nach den Abfahrtszeiten der Wassertaxis zu erkundigen. Lange ausdehnen wollte ich meinen Aufenthalt am nächsten Tag auf einer der Toronto Islands auch nicht, denn das Musical in dem wunderschönen „Elgin & Winter Gardens“-Theater wollte ich auf keinen Fall verpassen. Vorher vielleicht noch ein Bierchen im Distillery District… volles Programm.

 

Kaffee, schwarz, ohne Milch, ohne Zucker, und ohne künstliche Aromen – egal ob im Pappbecher oder nicht – und heiße Musik auf den Ohren, so lässt sich der Nachmittag aushalten. Der Meinung schien auch derjenige zu sein, der in mir die perfekte Begleitung für sein Night Clubbing gefunden zu haben schien und sich gleich meine Handynummer notieren wollte. Well, well, not so quick: Manchmal trügt der Schein, und das Object of Interest hat kein weitergehendes Interesse an einer Fortführung dieses nicht eingetretenen Dates, poor guy., auch wenn Du noch so charmant bist. Aber er nahm’s sportlich und mit Humor. Vielleicht ist ja woanders noch Luft nach oben.

 

Islands in the stream : just like the old times

Wo es allerdings keine Luft mehr nach oben gab, war mein Smartphone – das signalisierte mir, nachdem ich auf der Centre Island einen nach Futter tauchenden Schwan vor der Skyline von Toronto fotografiert hatte, dass nun der Speicher voll sei. Dumm gelaufen, denn öffnen ließen sich die Dateien auch nicht mehr.

Na gut, den Rest des Tages gab es halt kein Geknipse mehr. Auch gut, erleben wir die verbleibende Zeit wieder so wie früher, als ich noch nicht das Bedürfnis hatte, alles und jeden zu fotografieren, und vom Destillery District, wo es auch sehr gutes Bier gab, hatte ich nun schon Bilder in Hülle und Fülle.

 

The show must go on: Elgin & Winter Gardens

Daher habe ich auch keine Innenaufnahmen von diesem über hundert Jahre alten Theater, das einen noch immer funktionstüchtigen und von Hand betriebenen Aufzug aus dem Jahr 1913 besitzt – mit Gittertüren, die man von innen zuziehen kann, wie man sie aus alten französischen Filmen kennt.

Angeschaut habe ich mir das kanadische Musical „Come from away“, das auch schon am Broadway aufgeführt worden ist. Die Show war zwar am Donnerstagabend bereits ausverkauft, aber für die Aufführung am Freitagabend gab es noch vereinzelt Karten. Da habe ich doch gerne zugegriffen, auch wenn 75 Dollar nicht das Schnäppchen des Tages waren. Ganz weit vorne zu sitzen und dann eine Show zu genießen, bei der nicht nur die Darsteller durchweg briliant gespielt haben, sondern die Musik mit Einflüssen aus Folk und Country auch noch meinen Geschmack traf, war mir jeden Cent wert.

Come from away“ hat die Geschichte des kleinen neufundländischen Örtchens Gander zum Thema, das nach dem 11. September 2001 plötzlich 7000 gestrandeten Passagieren, deren Flüge umgeleitet wurden, Unterkunft und Verpflegung gewähren sollte. Auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe, weil doch ziemlich schnell gesprochen wurde, hat mich die Aufführung mitgerissen, und am Ende gab es Standing Ovations für das gesamte Ensemble, auch für die Musiker, die man die ganze Zeit über gar nicht sehen konnte.

Not enough time : Move on

Wie gerne wäre ich noch länger geblieben, trotz einiger kleiner Pannen wie dem steckengebliebenen Aufzug oder der versehentlich vom Hotel deaktivierten Schlüsselkarte fürs Zimmer. Auch das im Hilton in diesem einen Turm nicht existierende Zimmer oder die Orientierungshilfen im 20. Stock des Chelsea Hotels, die mich an die Dr.-Who-Folge „Götterspeise“ (Praise him) denken ließen, gehören zu den Episoden, die ich mit Humor genommen habe.

 

 

Aber irgendwann muss ja jeder einmal nach Hause, und bekanntlich soll man gehen, wenn es am schönsten ist. Wie wahr, denn am Tag der Abreise goss es wie aus Eimern.

Kein schöner Abschied, aber einer der den Flug nach Hause erträglicher machte. Bei dem ich übrigens in der vordersten Reihe der Economy Class sitzen und mit viel Beinfreiheit das Bordprogramm genießen durfte. „Crazy Rich Asians“ zu gucken und dabei dem Kabinenpersonal zuzusehen, wie es den beiden Klassen im vorderen Bereich Champagner und ausgewählte Leckereien serviert, hat seinen ganz eigenen Charme. Mir hat der französische Rotwein aus der Plastikflasche auch gemundet und kam genauso sicher an wie der Rest um mich herum.   

 


PS: Als ich meine Reiseberichte endlich alle komplett hatte, ist mir aufgefallen, dass diese zwei Wochen doch sehr musikalisch geprägt waren. Doch das ist eine ganz andere Story, die in eine andere Kategorie gehört.

 

 

 

„Der Osten Kanadas“ – Tag 9 und 10

 

Wir kamen der Natur auf die Spur, denn auf der vorletzten Teilstrecke

Ottawa – Midland – Niagara Falls

fuhren wir durch den Algonquin National Park. Der Wanderweg entpuppte sich als ein gut begehbarer Spazierpfad durch das Logging Museum, das sich der Geschichte der Holzfäller widmet. Besonders gut gefallen hat mir der See, auf dem sich gelbe und weiße Seerosen ausbreiteten. Zwar nicht ganz so üppig, wie in Dänemark oder im Taunus, aber dafür kündigte sich bereits der Indian Summer mit vereinzelten Laubverfärbungen an.

 

 

Die Mittagspause verbrachte ich lieber die ganze Zeit über an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Wald. Besser dort als in der rummeligen Picknick Area.

I am searching …

nach dem Besonderen, das es in Midland zu sehen geben sollte. Ja, okay, die Wandmalereien und das Hafengebiet dieses kleinen Städtchens waren sehr hübsch, aber da unser Hotel am anderen Ende der Stadt direkt am Highway lag, hatte ich nach diesem anstrengenden Tag kein Verlangen mehr danach, viele Kilometer zu laufen. Ich wollte nicht mal mehr das Hotel verlassen, und da hatte ich nun den Salat. In der Lobby hatte ich große Chipstüten gesehen, aber als ich vor dem Regal stand, erschien mir der Griff nach einem Mikrowellengericht sinnvoller. Eine nette Hotelangestellte gab mir statt dessen den Flyer eines Pizzalieferdienstes, den ich dann auch prompt mitnahm. „Ice Age“ in der Originalversion ohne Untertitel zu gucken und dabei eine leckere Pizza zu verspeisen, die bis vor die Zimmertür geliefert wird, hat definitiv was. Das einzig seltsame war, dass YTV denselben Film gleich danach nochmal gezeigt hat.

Das Frühstück gab es in der ehemaligen Missionsstation Sainte-Marie among the Hurons, die wir vor unserer Weiterfahrt nach Niagara Falls besichtigt haben.

 

Pretty Vegas

Warum bis nach Las Vegas fahren, wenn es Niagara Falls gibt. Wer allerdings mit dem Gedanken spielt, über die große Brücke zu spazieren, um einen Abstecher in die USA zu unternehmen, sollte gültige Papiere dabeihaben, sonst heißt es am Ende „Houston, wir haben ein Problem“. Neben einer Fahrt mit Hornblower Cruises zum Fuß der kanadischen Horseshoe Falls stand auf meinem Programm noch eine Fahrt auf den Skylon Tower hinauf eine Runde mit dem Sky Wheel, einem Riesenrad, das bis zwei Uhr morgens fährt.

 

 

Mittlerweile kannte ich das Programm in- und auswendig und hörte nur noch mit halbem Ohr hin, als plötzlich der Name „Hard Rock Café“ fiel.

 

Moment mal – hatte ich nicht vor meinem Urlaub noch dessen Seite im Internet besucht und den Informationen dort entnommen, dass das letzte in Kanada 2017 geschlossen wurde und es eines an den Niagarafällen geben würde, aber auf der amerikanischen Seite? Aber da war es tatsächlich. Damit war mein Programm um einen Punkt reicher, und meine Reisekasse um einige Dollar ärmer, denn ich es gab zu Hause zwei Leute, denen ich T-Shirts von dort mitbringen sollte. Wenigstens wiegen die Dinger nicht viel, und wo zwei neue Shirts im Koffer Platz haben, da kommt es auch auf ein drittes (für mich) nicht mehr an. Außerdem kann es nie schaden, ein frisches Shirt in Reserve zu haben, zumal bei Temperaturen um die 30°C und sengender Sonne.

 

Crash Boom Bang

Der Ausblick vom Skylon Tower und vom Riesenrad waren wirklich beeindruckend, schon allein wegen des Sonnenuntergangs und weil der Vollmond hoch über den Wasserfällen stand. Leider fing das Feuerwerk genau in dem Moment an, als ich aus dem Riesenrad stieg und mir einen Weg durch die Masse bahnte. Viel gesehen habe ich davon nichts, aber wenn ich meinen Mitreisenden glauben darf, war das Feuerwerk in Ottawa um einiges größer. Dafür war das Angebot an Süßwaren hier unschlagbar. Wenigstens ein Trost für mich – aber auf mich wartete noch der Besuch des Hard Rock Cafés.

Mister Brightside

Am Abend stand auf der kleinen Bühne draußen vor der Bar noch ein Musiker mit Gitarre, der gar nicht mal so übel aufspielte, aber die junge Sängerin mit Gitarre, die ich am Nachmittag hatte erleben dürfen, war dann doch mehr nach meinem Geschmack gewesen.

 

Richtig interessant fand ich jedoch nicht das Angebot an Merchandising-Artikeln, sondern die Gitarrenkollektion im Café selbst. Signierte Gitarren von Garbage, Lenny Kravitz, ZZ Top, Ozzy Osbourne, dem Tennisspieler John McEnroe und vielen anderen – und zwischendrin verschiedene goldene Schallplatten… besser gjng es nicht. Außer vielleicht noch der Mini Walk of Fame, mit Sternen für die Eagles, John Lennon und Rod Stewart.

 

 

Wie lange der Weg ins Hotel dann noch werden kann, bekam ich am eigenen Leib zu spüren. Wenn das nächste WC noch weit ist und die Ampeln im Schneckentempo arbeiten, ist man froh über jede Alternative – in meinem Fall war’s die Cocktailbar, wo ich noch einen letzten Absacker bestellte, bevor ich mir an der letzten Ampel vorm Hotel zu den Klängen der Originalversion von „Mister Brightside“ einen Wolf wartete.

 

 

Kleiner Nachtrag zu diesem erlebnisreichen Tag:

Den Wolf habe ich mir auch im Hilton gelaufen, da ich zuerst den Aufzug in den falschen von drei Türmen genommen habe. Und ordentlich nass geworden sind wir auf dem Niagarafluss schließlich doch, da konnten auch die verliehenen Regenponchos in schickem Pink nicht viel ausrichten. Mein Smartphone lag wasserdicht verpackt in seiner Tupperbox im Rucksack, der wundersamerweise trocken blieb. Aber zu einem Foto von mir vor den Fällen bin ich am nächsten Tag dann doch noch gekommen.                  

 


Endspurt: Als letztes warteten noch Niagara on the Lake und Toronto auf uns.

ABC Photography : X wie Xenon

 

Die Edelgase, auch inerte Gase oder Inertgase bilden eine Gruppe im Periodensystem der Elemente, die sieben Elemente umfasst: Helium, Neon, Argon, Krypton, Radon, Oganesson und Xenon. Daher lautet mein heutiger Beitrag zumneuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert:

X wie Xenon

Xenon sorgt für Beleuchtung im Straßenverkehr. Ob Kunstobjekte ebenfalls von Xenon zum Strahlen gebracht werden – Tatort Luminale 2016 -, weiß ich nicht, aber ich zeige sie hier trotzdem:

 

 

Das ganze gibt es auch in warmen Farben:

 

 

Vorstellbar wäre es. Moderne Scheinwerfer werden ja auch mit Hilfe von Xenon zum Leuchten gebracht.

Mittendrin Mittwoch : 1Q84

 

Letztes Jahr habe ich das Lesen neu entdeckt und interessiere mich nun verstärkt für Romane, die vor längerem Bestseller gewesen sind. Das ist die Gelegenheit für mich, beim sogenannten Mittendrin Mittwoch auf elizzys Blog mitzumachen. Und darum geht’s beim Mittendrin Mittwoch:

 

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Beim Mittendrin Mittwoch geht es um Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese. Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern in denen ich gerade mittendrin feststecke. Dabei lautet die Aufgabe: In welchem Buch liest du? – Wie sehen deine nächsten Zeilen aus? – Lass mir gerne den Link zu deinem Beitrag da.

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Zur Zeit stecke ich mitten im ersten Teil der Trilogie1Q84von Haruki Murakami, mit über 1000 Seiten ein richtig dicker Wälzer:

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Und wenn in einem Roman etwas vorkommt, das die Leser noch nie gesehen haben, brauchen sie in der Regel eine möglichst detaillierte und anschauliche Schilderung. Was man auslassen kann oder sogar muss, sind Beschreibungen von Dingen, die jeder kennt.

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Diesen hilfreichen Tip für das Schreiben von Geschichten habe ich auf Seite 308 gefunden. Zwei Drittel des Buches (Band 1&2, erschienen bei Dumont, ISBN 978-3-8321-9587-8) habe ich noch vor mir, und wenn es so flüssig voran geht mit dieser Geschichte von Personen, die sich 1984 plötzlich in einer Parallelwelt wiederfinden, dann habe ich gute Chancen, das Werk bald ausgelesen zu haben.

ABC Photography : W wie Whiskywanderung

 

Das Projekt ABC“ von wortman neigt sich langsam dem Ende zu – nur noch sieben Beiträge, der Countdown läuft. Eine Warnung vorab: Mein Beitrag zum Buchstaben W soll weder Schleichwerbung sein noch zum maßlosen Alkoholkonsum aufrufen – auch wenn es darin um Whisky geht, nämlich

W wie Whiskywanderung

Eine Whiskywanderung ist eine Wanderung durch eine reizvolle Landschaft, bei der an sechs Haltepunkten Whisky verkostet wird. Böse Zungen behaupten, hier handele es sich um ein als Wanderung getarntes Whiskytasting; aber so oder so hat mir diese Veranstaltung, an der mein Mann und ich vor Jahren teilgenommen haben, so gut gefallen, dass ich gegen eine Wiederholung nichts gehabt hätte. Inzwischen bieten unterschiedliche Veranstalter so eine Tour an, leider nicht in meiner Nähe.

Und weil damals auch niemand von uns auf die Idee gekommen war, bei unserer Wanderung zu fotografieren, gibt es heute von mir nachgestellte Bilder. Und für die Verkostung habe ich mir eine ganze Woche Zeit gelassen. Gut Ding will schließlich Weile haben.

 

Die Wanderung

Wanderungen beginnen meistens an einem Wanderparkplatz oder einer Tafel.

 

 

Unsere Wanderung führte uns durch den Odenwald, und verkostet wurden sechs schottische Whiskys, alles Single Malts, davon auch ein oder zwei in Faßstärke. Welche das waren, weiß ich jetzt auch nicht mehr – deshalb habe ich meine persönliche Kollektion mit meinen Favoriten zusammengestellt.

Die Getränke

 

Aberlour – Speyside (Schottland) – „ich bin klein und gemein“ – Ich bin der „wee dram“, das kleine Schlückchen, das es in sich hat.

 

Faßstärke mit 57,1% – da muss man vorsichtig sein oder man beginnt gleich mit der handelsüblichen Stärke von 40% oder 43%, je nachdem, welche Flasche man erwischt. Das Wasser stammt aus Quellen am Ben Rinnes. Das brachte mich überhaupt erst auf die Idee, einen weiteren Speyside-Whisky in meine Verkostung mit aufzunehmen, deshalb stehen sie auch beieinander, als Beispiel für den Größenvergleich:

 

Benrinnes – Speyside – das Wasser kommt nicht vom Ben Rinnes, und das Malz dafür von Elgin und ist leicht getorft. Damit steigern wir uns nun in den Aromen, denn bei einer Verkostung hat es keinen Sinn mit geschmacklichen Bomben anzufangen, die milderen Whiskys wie diesen keine Chance geben. 26 Jahre alt : 1982, da war die Welt noch in Ordnung.  Allerdings hatte ich da von Whisky noch keine Ahnung. 2009 sah das schon anders aus. Da erblickte dieses Schätzchen mit 57.4% das Licht der Welt und wurde im letzten Jahr meines. Jetzt habe ich die Flasche entkorkt und das Aroma von Rosinen und Holz genossen und mich an der schokoladenbraunen Farbe erfreut. Wenn der Sprit erst mal verflogen ist, schmeckt der Whisky angenehm weich und erinnert mich an meinen Lieblingsrum.

Bushmills, The Steamship Collection – Antrim (Nordirland) – ein eher lieblicher Whiskey, der mir bei einem Whiskytasting im Taunus in einer sehr dekorativen Flasche präsentiert wurde, und mit meiner Vorliebe für schönes Design musste ich den einer genaueren Prüfung unterziehen. Zur Abwechslung mal ein florales, vanilliges Aroma. Die leichtere Variante des folgenden Whiskeys

 

Connemara – County Louth (Republik Irland) – der Rauchige mit der Toffeenote my favourite Irish Whiskey, besonders geeignet, um den Zuckerguss für einen Butterkuchen mit Mandeln zu aromatisieren. Laut Wikipedia bezieht sich der Name des Countys auf den keltischen Gott Lugh. Ich mag an diesem Whisky besonders das sahnige Aroma, das mich an Karamellbonbons erinnert.

 

Caol Ila, Elements of Islay – Islay: Diese schottische Insel ist bekannt für ihre durchweg torfigen Whiskys. Der schmeckt ziemlich torfig, aber nicht ganz so extrem wie die Editionen von Ardbeg oder gar der berühmt-berüchtigte Octomore, bei dem ich das Gefühl hatte, in Gartenerde zu beißen. Die Destillerie hat vor Jahren schon auf Computerbetrieb umgestellt, weshalb der Moderator eines Fernsehbeitrags darüber sich bemüßigt fühlte, den Whisky als seelenloses Massenprodukt zu bezeichnen. Tja, was mach ich nur? Er schmeckt mir halt – und diese Sonderausgabe sowieso, wie der Pegel zeigt. Das Design ist für mich sowieso der Hit – eine Elemententafel mit dem Kürzel für die Destillerie.

 

Highland Park, Valkyrie – Orkney Islands (Schottland). Hier herrschten einst die Wikinger. Daher wundert es mich gar nicht, dass diese Destillerie eine limitierte Valhalla-Collection herausgebracht hat, die den Gottheiten Thor, Loki, Freya und Odin gewidmet ist. Die Odin-Edition habe ich nicht mehr bekommen, aber als die Valkyrie auf den Markt kam, die noch dazu im Vergleich erschwinglich war, habe ich sofort zugegriffen. Der Probeschluck war sehr gehaltvoll. Salz-und-Pfeffer-Noten bei moderaten 45,9% Alkoholgehalt Noch ein Kriterium für mich und gegen Faßstärken wie den zuerst gekosteten Aberlour; wenn dann noch der Flaschen- und Verpackungsdesigner Wikinger ist und seinen Stammbaum bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen kann, ist das ein nur zu passender Kandidat für das W, genauso wie die Übersetzung von Valkyrie: Walküre.

 

 

Am Ende heißt es dann nicht nur „The Angels‘ Share“ sondern „Schlaf wie ein Engel“ – aber wie immer, gilt auch hier das Motto „Don’t drink and drive“. Mein Weg führt dann nur noch am Regal vorbei mit einem Blick auf die Besonderheiten, die heute außen vor bleiben mussten: Bowmore (mit dem Teufels-Dreizack), Balblair (mit Autogramm vom Master Blender) und …

Talisker (von der Isle of Skye).

 

Goodnight Scotland & Ireland.

 

 

Das Werk zum Wort 21/52 : Raum

 

Woche 21 des ProjektsDas Werk zum Wort“ von Stepnwolf 31 weitere sollen folgen.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Ein weites Feld ist das neue Thema

Raum

– denn den Begriff kann man nämlich unterschiedlich interpretieren. Entweder wörtlich, als ein anderes Wort für Zimmer bzw. einen physischen Ort innerhalb eines Gebäudes – oder für einen öffentlichen Ort im Freien: große, freie Plätze, Parkanlagen, der Straßenverkehr. Oder sinnbildlich für einen unsichtbaren Bereich, wie in „gebt mir Raum zum Atmen“ oder „da müsste Raum sein für Erinnerungen“… da fällt mir auf Anhieb so vieles ein: Lieder („Room for the memories“, „Empty Rooms“), Filme („Room with a view“, „Panic Room“), Malerei (die Interieurs von Vilhelm Hammershøi, 1854-1916), Literatur (Michael Ende „Der Korridor des Borromeo Colmi“)…

oder eben die Fernsehserie, die ich nun schon seit Jahren mit großer Begeisterung verfolge: Dr. Who, besser gesagt die TARDIS, die darin eine wichtige Rolle spielt (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/TARDIS1.jpg):

 

 

TARDIS steht für Time And Relative Dimensions In Space, und sie ist mehr als nur eine „Zeitmaschine“, obwohl man mit ihr durch Zeit und Raum reisen kann. Sie ist ein echtes Lebewesen, das innen größer ist als außen – oder von außen kleiner als von innen, je nachdem, wie man es betrachtet – hier hat jemand probiert, ob es funktionert (Quelle: https://youtu.be/dUBxHd3bMhg). Do-it-yourself vom Feinsten:

 

 

 

Wenn es technisch machbar wäre, Gebäude so zu entwerfen, dass sie von innen größer sind als von außen, wäre das eine große Hilfe zur Lösung des Wohnungsproblems. Eine Idee, die schon Michael Ende hatte. Aber Doctor Who und seine Tardis dürfte eher einem größeren Publikum ein Begriff sein.

Das nächste Wort: Zeit

Mittendrin Mittwoch # 159

2018 habe ich das Lesen neu entdeckt und interessiere mich seit kurzem verstärkt für Romane, die vor längerem Bestseller gewesen sind. Dadurch habe ich auch wieder Lust bekommen, beim sogenannten Mittendrin Mittwoch auf elizzys Blog mitzumachen.

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Und darum geht’s beim Mittendrin Mittwoch: Beim Mittendrin Mittwoch geht es um Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese. Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern in denen ich gerade mittendrin feststecke. Dabei lautet die Aufgabe: In welchem Buch liest du? – Wie sehen deine nächsten Zeilen aus? – Lass mir gerne den Link zu deinem Beitrag da.

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In Frank Mc Courts biografischem Roman Die Asche meiner Mutter bin ich nun tatsächlich auf Seite 268 von 508 mittendrin und gebe meine Momentaufnahme der Seite 268 mit folgenden Worten wieder:

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Nachts liege ich im Bett und denke an Tom Brown und seine Abenteuer auf der Schule in Rugby und an all die Figuren bei P.G. Wodehouse. Ich kann vom rotlippigen Wirtstöchterlein und vom Wegelagerer träumen, und dieKrankenschwesern und Nonnen können nichts dagegen machen. Es ist wunderbar, wenn man weiß, daß die Welt sich nicht in das einmischen kann, was man innen im Kopf hat.“

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Ich finde, ein schöneres Plädoyer für das Lesen und Reisen in eigenen Fantasiewelten kann es nicht geben. Auch wenn die Kindheit, die der Schriftsteller in den dreißiger und vierziger Jahren erlebt hat, sehr hart gewesen ist: „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt (ISBN 3-630-86945-9), 1996 erschienen bei Luchterhand.

ABC Photography : T wie Theremin

 

Musikalisch ist der neueste Beitrag zum „neuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, denn jetzt heißt es:

T wie Theremin

 

Dieses elektronische Instrument wurde in den 20er Jahren von dem Russen Lew Termen erfunden.

 

Das Instrument wird berührungslos gespielt: Durch seine Körperbewegungen beeinflußt der Spieler ein elektromagnetisches Feld und steuert dadurch Tonhöhe und Lautstärke.

 

Wer ein Hörbeispiel haben möchte, wird am Ende meines Beitrags fündig.

 

 

Ich hatte das Vergnügen, im Museum für Angewandte Kunst ein solches Instrument auszuprobieren. Als Besucher wird man per Schild dazu aufgefordert. Da geht man eigentlich wegen etwas anderem ins Museum und entdeckt das Motiv für den aktuellen Buchstaben durch Zufall. Super. Also habe ich nicht nur das Foto gemacht, sondern mein Glück an dem Instrument versucht.

Einfach ist das nicht. Bei mir kamen nur gruselige Töne dabei heraus und nicht so schöne wie bei Jean-Michel Jarre, in der Festhalle in Frankfurt – und ausgerechnet davon habe ich kein Foto mehr. Dafür aber ein Beispiel gefunden, wie sich das anhört, wenn Profis zu Werke gehen – in diesem Fall Celia Sheen mit der Titelmelodie von „Midsomer Murders“ (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=YTZK9FNgK74), auch bekannt als „Inspector Barnaby“:

 

 

ABC Photography : O wie Offenbach

 

 

O wie schön ist Offenbach mit seinen Hausfassaden und Parks. Die letzte Urlaubswoche habe ich genutzt, um Ansichten meiner Stadt in Wort und Bild festzuhalten. War ja auch schönes Wetter. Herausgekommen ist der neueste Beitrag zum „neuen/alten Projekt ABC“ von wortman, das seit dem 6. Januar 2019 existiert, denn jetzt ist das O dran:

O wie Offenbach

Da, wo jetzt noch die Buchstaben auf den „Offenbach Hills“ thronen, wird bald etwas neues gebaut. Ich habe mich bei meiner Fototour auf zwei Rädern auf historische Fassaden konzentriert, die teilweise noch dem Jugendstil zugeordnet werden, wie zum Beispiel

das sogenannte Pfauenhaus

Es ist nicht schwer zu erraten, warum man es so genannt hat – eine der wenigen guterhaltenen Jugendstilfassaden in Offenbach, wenn nicht sogar die schönste. Die nächsten Aufnahmen zeigen den ehemaligen Schlachthof, der zu einem Hotel umgebaut worden ist, allerdings kein Jugendstil:

Klinkerbauten aus der Gründerzeit …

mit Sternzeichen an der Balkonunterseite

 

Historische Badegelegenheiten

Die Ruine des Metzlerschen Badetempels wurde vor dem Verfall gerettet und komplett restauriert. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn der Investor hat noch einen Neubau hinzugefügt, der gar nicht mal so übel aussieht, aber den ich nicht aufs Bild bekommen habe. Dagegen wurde ein anderer, neuzeitlicher Badetempel komplett entkernt und an die denkmalgeschützte Schwimmhalle ein Hotel gebaut

– wo früher viele Offenbacher planschten, können jetzt Hotelgäste ihre Cocktails schlürfen und den Blick in den Büsingpark genießen:

weitere Parkimpressionen

Der Dreieichpark mit einem Pavillon, in dem im Sommer Platzkonzerte aufgeführt werden, während man dabei auf dem Rasen picknicken kann:

Die Betonbauten sind bereits 140 Jahre alt und waren ein Hingucker bei der Hessischen Landesgewerbeausstellung von 1879. Wie man sieht, liegen Offenbach und Frankfurt mitten auf dem Weg. A propos Beton: Da im 2. Weltkrieg ein großer Teil der Offenbacher Innenstadt zerstört wurde, ist die Innenstadt seitdem eine Sinfonie in Beton.

 

Offenbach in Beton, äh, in Zahlen

Okay, dieser Pegelstandsanzeiger ist für den Brutalismus nicht repräsentativ, aber er zeigt, wie hoch der Main bei Hochwasser gestanden hat

Im Jahr 1682 zum Beispiel, da war der Pegel so hoch wie ich groß bin, nämlich 168 Zentimeter. Den Fluss sieht man auf diesem Bild, aufgenommen vom Maindamm, eine Art Deich, der mit eisernen Toren verschlossen werden kann, sobald Hochwasser droht.

 

Das architektonische „Highlight“, auf dessen Dach sich dieses meteorologische Objekt befindet, habe ich Euch erspart – aber das Anemometer liefert einen ersten Hinweis auf die nächste Offenbacher Attraktion…

den Wetterpark

wegen des Deutschen Wetterdienstes, der in meiner Heimatstadt seinen Sitz hat.

 

 

Das könnte theoretisch das letzte Bild von dieser Exkursion sein, aber eines hätte ich dann doch noch:

 

Eine wunderschöne Glasfront, der ich bald einen gesonderten Beitrag widmen werde  – und damit beende ich meinen Ausflug und wünsche allen einen schönen Sonntag.