Serienmittwoch #71 : Piep, Piep, Ritchie!

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Diese Woche hat corly bei ihrem Serienmittwoch mal wieder für mich eine interessante Frage, die ich gerne beantworten möchte:

Welche Serie habt ihr zuletzt für euch entdeckt und wieso gefällt sie euch so?

Ich mach’s kurz: American Horror Story.

Wie lange ich schon im Technikmarkt an dem DVD-Regal, in dem diese Serie angeboten wird, vorbeigeschlichen bin, weiß ich schon gar nicht mehr. Mir gefiel allem die Covergestaltung der dritten und der fünften Staffel, aber ich wollte mir nicht noch eine Fortsetzungsreihe ins Regal stellen, bei der ich am Ende nur den Auftakt mag, aber alle folgenden Staffeln nicht mehr. Bis ich dann erfuhr, dass die einzelnen Staffeln nicht aufeinander aufbauen, sondern auch sehr gut unabhängig voneinander funktionieren, weil es sogenannte Anthologien – in sich abgeschlossende Geschichten sind (wenn auch mit teilweise denselben Darstellern). Jede Anthologie ist einem speziellen Motiv gewidmet, mit dem sich so viele Horrorfilme bisher beschäftigt haben: ein Haus, in dem es spukt (1.Staffel), eine Irrenanstalt (2.Staffel), ein Hexenzirkel (3.Staffel), und so weiter, und so fort.

Das erleichterte mir die Entscheidung, bei den ersten beiden Staffeln zuzugreifen, denn sie gab es auch noch günstiger. So, und nun habe ich es tatsächlich geschafft, mir Staffel Eins und Zwei in den letzten Tagen nacheinander anzuschauen, ohne in der Nacht von Alpträumen heimgesucht zu werden. Ja, wenn es sich um intelligent gemachten Grusel handelt, der nicht extrem blutig sein muss, und die erzählte Geschichte nicht zu dicht an der Realität bleibt, dann kann ich durchaus wunderbar nach so einem Film schlafen.

Ein weiterer Pluspunkt sind die Schauspieler, allen voran Jessica Lange, die zwar in beiden Staffeln einen ähnlichen Rollentyp spielt, aber da gerade z.B. Evan Peters in Staffel Eins als der Böse und in Staffel Zwei als der Gute besetzt wurde, weiß ich bei regelmäßig wiederkehrenden Darstellern nicht, was mich erwartet – was die Spannung zusätzlich erhöht. Und weil ich die ersten beiden Staffeln schon so spannend fand, habe ich mir gleich die beiden nächsten geholt, wobei ich die dritte erst mal übersprungen und gleich mit der vierten (Freak Show) angefangen habe. Und siehe da: Es gibt doch Querverweise zu den beiden Vorgängern, taucht doch eine Insassin der Irrenanstalt inmitten der „Freaks“ (die man aber besser so nicht nennen sollte) auf. Bis jetzt habe ich den Kauf der DVDs nicht bereut, denn hier habe ich seit langem mal wieder interessanten Stoff zum Gruseln gefunden. Und ohne zu spoilern, möchte ich eine Warnung aussprechen: Nicht umsonst sind einzelne Staffeln erst ab 18 Jahre freigegeben, und wer eine tiefsitzende Angst vor Clowns hat, sollte vor „Freak Show“ erst recht die Finger lassen – dagegen ist Clown Pennywise aus „ES“ ein Anfänger

.

 

100 Creative Challenges – Aufgabe 07 „Sonderedition in Grün“


 

Alternativtitel „Nacht der Museen 2017, Teil II : Was passiert, wenn man spontan kreativ sein will“

 

Bei der Nacht der Museen verbrachte ich dieses Jahr drei Stunden im Haus der Stadtgeschichte und im Klingspormuseum (Museum für Buch- und Schriftkunst). Während dieses Besuchs machte ich spontan bei einem Monotypie-Workshop mit und hatte beim Anblick der grünen Farbe die Eingebung, eine weitere Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ auszuprobieren:

 

07 – Erschaffe ein visuelles Werk, das nur in Grüntönen gehalten ist.

Eigentlich klingt es so einfach: Eine Glasplatte mit etwas Linolschnittfarbe bestreichen, mit einem Pinsel oder anderen Hilfsmittel Muster hineinkratzen oder anderweitig aufbringen, Papierbogen auflegen, mit einer kleinenWalze festrollern und am Schluss das Papier abziehen -that’s it! Aber es dauert eine Weile, bis man das Gefühl dafür hat, wieviel Farbe genug ist – und so sahen dann meine ersten Bilder aus, die dann auch entsprechend Zeit zum Trocknen benötigten. Was auf der Platte hängenblieb, reichte dann für einen weiteren Druck, der allerdings blasser ausfiel als der erste, aber ich hatte auf der Walze noch genügend Farbe für eine neue Runde. Und dies ist meine erste Ausbeute…

100 CC 07 - inspired by Ton Schulten

und das der blasser ausgefallene Druck, bei dem das Blau vom Anfang durchkam:

100 CC 07 - Zweitdruck

 


Beim Verteilen der Farben auf der Platte fühlte ich mich in manchen Momenten an die Kunst von Ton Schulten erinnert. Das wäre der Moment gewesen, ein Blatt Papier aufzulegen und diese Farbexplosion abzudrucken – aber einmal zu viel gewalzt, und schon war er vorbei. Vielleicht war es auch gut so, denn es war noch zu wenig Grün darin gewesen. Irgendwann war dann auch die grüne Farbe meiner Reichweite entschwunden, und als noch andere Farben zu dem Gelb, Blau und Grün hinzukamen, hatte ich irgendwann einen unerwünschten Mischmasch in Pastell auf der Platte. Da half nur noch Übertünchen mit Rot. Aber das Ergebnis möchte ich hier nicht mehr präsentieren.

Nacht der Museen 2017, Teil I : Was passiert, wenn man einen Plan hat.

 

Nacht der Museen 2017


Auch in diesem Jahr fand wieder Anfang Mai die Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach am Main statt, und die Frankfurter Neue Presse sagte Zehntausende Besucher voraus. Wie viele es tatsächlich waren und wie dicht das Gedränge wurde, kann ich nicht sagen, weil ich beschlossen hatte, mich auf ein Museum in Offenbach zu konzentrieren – ein Plan, der schon letztes Jahr sehr gut funktioniert hatte; im Ledermuseum war ich in den Genuß einer Hausführung gekommen und hatte Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit mit Leder zuschauen können, und dafür musste ich weder Schlangestehen noch mir die halbe Nacht um die Ohren schlagen.

Diesmal hatte ich mich für das Klingspormuseum entschieden; nicht nur die aktuelle Ausstellung, sondern auch das Rahmenprogramm mit Chansons, Can-Can-Tanz und kulinarischen Leckereien (Mini-Quiches & Wein) machten mich neugierig.

Nacht der Museen Klingspormuseum


Dass auch das Haus der Stadtgeschichte auf der anderen Straßenseite, direkt gegenüber, das Thema „Lithographie“ im Programm hatte, erfuhr ich erst vor Ort. Mein persönliches Highlight des Abends war jedoch die Einladung, bei einem Monotypie-Workshop mitzumachen, die ich begeistert annahm, zumal die Kursleiterin einen Satz alter Herrenhemden dabei hatte, mit der die Teilnehmer ihre schicke Kleidung vor Farbflecken schützen konnten.


Und dann konnten wir auch schon loslegen mit unseren Monotypien: Eine Glasplatte mit etwas Linolschnittfarbe bestreichen, mit einem Pinsel oder anderen Hilfsmittel Muster hineinkratzen oder anderweitig aufbringen, Papierbogen auflegen, mit einer kleinen Walze festrollern und am Schluss das Papier abziehen -that’s it! Und das gab mir spontan den Gedanken ein, eine Monotypie in Grün zu machen, um eine der Aufgaben aus Hotarus „100 Creative Challenges“ in Angriff zu nehmen.

Doch das gibt einen separaten Beitrag. Jetzt widme ich mich erst mal dem Rest des Abends, während die Bilder vor sich hin trockneten.

Nachdem ich mir die Lithografien von Pablo Picasso, Marc Chagall, Antoni Clavé, Käthe Kollwitz und anderen berühmten Künstlern ausgiebig angeschaut und den Auftritt der Tanzgruppe bewundert hatte, begab ich mich ins Haus der Stadtgeschichte, wo ich nicht nur vorzügliche Häppchen und einen leckeren Cocktail konsten durfte, sondern auch bei einer Führung einen Einblick in den mir weniger geläufigen Teil der Geschichte meiner Heimatstadt und der umliegenden Gemeinden bekam. Noch ein Abstecher in die Porträt- und Landschaftsmalerei vergangener Zeiten und ein paar Besuchern beim Flippern auf dem berühmten „Tommy“-Flipper (I’m the pinball wizard) zugeschaut, bevor es zur Druckvorführung an einer Stangenpresse aus Alois Senefelders Zeiten ging. Für Interessierte habe ich hier einen Link zum Deutschen Museum in München.

Leider habe ich vom im Programmheft angekündigten Mangaworkshop und der Fotoaktion zum Verkleiden und Fotografieren nichts mitbekommen, aber dafür weiß ich jetzt, was es mit dem Offenbacher Schweinekrieg und mit dem Grenzgraben zwischen Frankfurt und Offenbach auf sich hat. Aber so schön ich den Abend auch fand: Nach drei Stunden waren meine Füße platt, und ich trat dem Heimweg an, vorbei an der illuminierten Fassade des Museums (die hätte durchaus auch einen Platz bei der Luminale im nächsten Jahr verdient) …

NdM Illumination

… und einem historischen Bus, der seine Runden durch das Offenbacher Nordend drehte. Von dem habe ich aber leider keine Fotos. Aber dafür von einem funktionstüchtigen „Buchomat“, in den man ein Fünfmarkstück einwirft und dann die Klappe seiner Wahl öffnet, um das gewünschte Buch zu erhalten. Ausprobiert habe ich ihn aber nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Media Monday #304 : Zum Welttag des Buchs

 

Dass heute Welttag des Buches ist, war mir bisher unbekannt. Dabei bin ich doch so eine Leseratte. Aber dank Wulfs Blog „medienjournal“ konnte ich auch diese Wissenslücke schließen und freue mich nun extra darauf, den Lückentext rund ums Buch auszufüllen.

Media Monday #304

1. Der Welttag des Buches ist ein weiterer Welttag, den ich noch gar nicht kannte .

2. Bücher zu verschenken mache ich inzwischen nur noch, wenn sie sich jemand von mir explizit wünscht .

3. Lesen ist für mich wie ein Ausflug in eine andere Welt .

4. Am liebsten lese ich Bücher in Papierform (nicht als E-Books) mit einer abgeschlossenen Handlung: Von Fortsetzungsromanen lasse ich inzwischen die Finger, auch wenn es einige, sehr gute gibt, die durchweg die Spannung halten können. Und wenn es um Spannung geht, lese ich am liebsten Krimis im Stil von Agatha Christie, in denen zwar auch Morde vorkommen, die aber nicht blutrünstig sind. Ein weiteres Genre, das ich liebe, ist Fantasy. Doch darüber zu schreiben, würde jetzt zu weit führen. .

5. Das Buch „Die Camerons“ von Robert Crichton hat mich noch lange nach seiner Verfilmung immer wieder aufs neue in seinen Bann gezogen, weil es von dem harten Leben schottischer Bergleute handelt und auf faszinierende Weise erzählt, welche Anstrengungen und Entbehrungen die Familie Cameron auf sich nimmt, um ein besseres Leben zu erlangen. Ob es so authentisch wirkt, weil die Großeltern des Schriftstellers selbst vom Bergbau lebten?

6. Und weil ja auch Welttag des Bieres heute ist: Bier mag ich am liebsten frisch gezapft und als Begleiter zu einer herzhaften Mahlzeit, aber nicht in Massen, sondern in Maßen .

7. Zuletzt habe ich „Zigeunermärchen“ aus dem Insel-Verlag gelesen, und das war hochinteressant, vergnüglich und spannend, weil ich bei jeder Geschichte am Rätseln war, welche Elemente daraus sich bei Grimms Märchen oder den Märchen aus 1001 Nacht wiederfinden .

#PMJ : „Postmodern Juke Box“ – das Original : besser als die Originale selbst


 

Wer sich bei dieser scheinbar abstrusen Überschrift fragt, was das denn soll, dem sei gesagt: Ich war am 5. April in der Jahrhunderthalle in Höchst, bei einem Konzertabend von „Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox“, auch PMJ abgekürzt. Mir war diese amerikanische Musikgruppe mit ca. 70 Mitgliedern, die in kleinen Gruppen wechselnder Besetzung gleichzeitig auf Tournee geht, bislang nicht bekannt – ein Umstand, den eine Musikkolumne in der Onlineversion der Süddeutschen Zeitung geändert hat.

In dem Artikel mit der griffigen Überschrift „So will jeder Song klingen, wenn er mal groß ist“, heißt es unter anderem: „Mit der Postmodern Jukebox spielt Bradlee die Charts der letzten Jahrzehnte rauf und runter – in Jazz-Versionen. Inzwischen sind acht Alben veröffentlicht, vor ein paar Wochen hat Bradlee die Marke von einer halben Milliarde Klicks auf Youtube geknackt. Und auf Spotify hören ihm auch schon 400.000 Fans zu. Und was haben sie alle? Recht haben sie. Völlig recht.“

Ich hatte vorab schon ein paar Videos von ihnen auf youtube gesehen und war begeistert, aber damit hatte es sich auch schon. Durch Zufall erfuhr ich, dass es noch Tickets gab; also holte ich mir flugs eins und freute mich auf die Veranstaltung, völlig ohne Ahnung, welche Charthits im Swingstil den Konzertbesuchern dargeboten werden würden. Die Combo spielte tatsächlich volle zwei Stunden (inclusive Zugaben) durch, und stellenweise hatte ich wirklich Schwierigkeiten, die Originalvorlagen zu erkennen, und trotzdem gefielen mir die Neuinterpretationen um Längen besser. Zu denen gehören u.a.:

Bad Romance“ von Lady Gaga

Radioactive“ von den Imagine Dragons

Mr.Brightside“ von Amy MacDonald

All about that Bass“ von Meghan Traynor

Grenade“ von Bruno Mars

Shake it off“ und „Blank Space“ von Taylor Swift

Mmmbop“ von Hanson

Creep“ von Radiohead

Von denen war „Creep“ mein persönliches Highlight mit Gänsehauteffekt, besonders gelungen fand ich die Doo-Wop-Version von „Mmmbop“: welcome to the fifties.; und ich fand mein persönliches Vorurteil mal wieder bestätigt, dass eine gelungene Neuinterpretation selbst das merkwürdigste Original noch verbessern kann. Ein Original ist für mich übrigens jemand, der durch seine einprägsame Erscheinung oder Art aus der Masse heraussticht und dadurch bekannt *), wenn nicht gar berühmt wird. In dieser Hinsicht betrachte ich PMJ tatsächlich als Originale… deren Versionen mir, wie schon zur Genüge erwähnt, besser gefallen als die Originalsongs.

Was für mich den Reiz von PMJ ausmacht, ist nicht nur die Musik und der Gesang, sondern auch die Darbietung von Akrobatik-, Beatbox- und Steptanzeinlagen. Sollte die Gruppe nächstes Jahr wieder nach Frankfurt kommen, bin ich auf jeden Fall mit von der Partie. Zwar gehöre ich nicht zu den Hunderttausenden, die sich Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox per Spotify streamen oder auf youtube die Videos anklicken, aber seit diesem Konzert haben sie mit mir einen weiteren Fan hinzugewonnen.


 

 

*) PS: Ein echtes Original meiner Heimatstadt war Karl Winterkorn (1880-1939), der in Sachsenhäuser Apfelweinlokalen Zündhölzer feilbot und Streichholzkarlchen genannt wurde, als seine Anwort auf die Frage, was er denn von Beruf sei, „Holzhändler“ lautete. Ein Denkmal des nur 1,30 m großen und korpulenten Männleins mit den Schwefelhölzchen steht am südlichen Rand des Wilhelmsplatzes, wo dreimal in der Woche der Wochenmarkt stattfindet.

 

12 Magische Mottos 2017 – März : Bewegung


Kurzes Update: Anscheinend sind die Bilder in den Collagen zu klein, daher gibt es die Bilder nun einzeln nochmal in groß zu sehen.

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und die Discokugel

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und die Modenschau

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Das „magische Motto“ des Monats März auf dem Blog von paleica ist diesmal die Bewegung. Ein Thema mit vielen Möglichkeiten, und ein reizvolles obendrein, denn irgendwann habe ich beim Betrachten der bei Fotoexkursionen geschossenen Bilder festgestellt, dass Fotos, auf denen sich bewegende Personen verwischt oder unscharf aussehen, teilweise viel reizvoller auf mich wirken als die, auf denen die Bewegung eingefroren zu sein scheint.

 

Tatsächlich schien das früher ein echtes Qualitätsmerkmal gewesen zu sein, mit denen Hersteller von Kameras oder Blitzgeräten geworben haben; und je weiter die Technik fortschritt, desto kürzer waren die wählbaren Belichtungszeiten, die man bei Spiegelreflexkameras von Hand einstellen konnte: 1/1000 sec., 1/3000 sec., etc. – aber: Brauche ich das? Brauche ich wirklich „gestochen scharfe“ Aufnahmen?

 

2012 hatte ich die Gelegenheit, mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera bei der Luminale mit Blenden und Belichtungszeiten zu experimentieren. Während andere mit Stativen und riesigen Objektiven hantierten und sich mit ihrer Ausrüstung ’nen Wolf zu schleppen schienen, hatte ich nichts dabei außer einem antiquierten Handy und meiner Digitalkamera. Zusätzliches Objektiv? Fehlanzeige. Was ich ausprobieren wollte, war das Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten von Hand. In einem Fotokurs hatte ich einst gelernt, dass freihändiges Fotografieren mit längeren Belichtungszeiten als 1/50 sec. zu verwackelten Resultaten führt. Aber das ist schon lange her, und damals konnte man noch nicht das löschen, was einem mißfiel. Was hatte ich also zu verlieren außer ein, zwei Stunden Zeit am Abend? Allerdings hatte ich die Rechnung ohne den Vorführeffekt gemacht.

 

Der Vorführeffekt

 

Wer kennt das nicht? – Da bemüht man sich, alles richtig zu machen, und dann geht alles schief; stolz wie Bolle möchte man die Fotos zeigen, und dann stürzt der Rechner ab… Oder man hat gerade das Motiv seiner Träume gefunden und hat schon den Finger am Auslöser, und genau in diesem Moment latschen Leute durchs Bild. Natürlich ist es diesen Leuten auch völlig egal, dass ihr Auftauchen fehl am Platz ist, und sie ignorieren einen auch komplett. Nun, in diesem Fall war es genau anders herum: Ich hatte es mir in einer Ecke gemütlich gemacht, die Belichtung an der Kamera auf 4 Sekunden eingestellt und harrte nun der Besuchermenge, deren Bewegungen im Raum rund um das gut ausgeleuchtete Kunstwerk ich festhalten wollte, in der Hoffnung, dass man von mir keine Notiz nehmen würde. Aber es war wie verhext: Ausgerechnet jetzt wollte ja niemand vor meiner Kamera vorbeilaufen, aus Angst, unbeabsichtigt ins Bild zu geraten. Wahrscheinlich hat mich die Mehrheit für plemplem gehalten, als ich ihnen sagte, sie sollten sich gar nicht um mich kümmern und dass es in Ordnung sei, wenn sie den Raum durchquerten (denn genau das hatte ich ja beabsichtigt). Am Ende sind dann doch Bilder herausgekommen, wie ich sie mir in etwa vorgestellt hatte:

 

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Aber nicht nur Bewegung von Menschen wollte ich festhalten. Einige Kunstwerke befassten sich genau damit: Bewegung von Objekten; egal, ob es ein Newtonsches Pendel aus leuchtenden Glühbirnen, ein hochgezogenes und fallengelassenes Tuch oder eine lichtreflektierende Discokugel war- auch diese Art von Bewegung habe ich mit der Kamera festgehalten, teilweise mit absurd langen Belichtungszeiten von einer halben oder einer Achtelsekunde, was einen schönen Verwischungsgrad hervorrief:

 

 

Zuletzt noch ein paar Momentaufnahmen einer Modenschau, die ich mit meinem Handy festgehalten habe. Diese Modenschau zum Thema „Leuchtstoff Catwalk“ von der Schule für Mode Grafik Design findet traditionell immer am Samstag vor der offiziellen Eröffnung der Luminale statt. Für mich sind die vorgeführten Kleidungsstücke mehr Kunst als Mode, und im Alltag würde wahrscheinlich niemand, den ich kenne, Tops, Hosen oder Röcke aus aneinandergenähten ausrangierten CDs, goldener Folie, neonfarbenem Tüll oder Netzstoff, der mit unzähligen LEDs bestückt ist, tragen. Man würde damit auffallen wie ein Alien. Aber darauf will ich auch gar nicht hinaus, sondern auf das am häufigsten vorkommende Element: neonfarbene Materialien, die von Schwarzlicht beleuchtet werden. Und davon wurde so einiges von den Mannequins präsentiert.

 

Wer schon einmal versucht hat, in einer von Schwarzlicht „erhellten“ Umgebung zu fotografieren, weiß vermutlich, welche Tücken dabei lauern. Verwischte Motive sind hier an der Tagesordnung, und weiße Kleidung an im Bild auftauchenden Zuschauern sind auch nicht gerade der Brüller. Trotzdem habe ich eine kleine Sammlung von einigermaßen brauchbaren Bildern zusammenbekommen, die ich in einer weiteren Collage zusammengefaßt habe.

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Eine meiner Aufnahmen hat es sogar damals in die Fotogalerie der Frankfurter Rundschau geschafft, obwohl sie von professioneller oder meisterhafter Qualität weit entfernt war. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich nicht weiter ausführen möchte. 

 

Die Flasche und ihr Inhalt.

Jo-ho-ho, und ’ne Buddel voll Rum. Nein, liebe Leser und Leserinnen, diesen Beitrag habe ich heute beim Stöbern gefunden, nachdem ich mich gerade von einem Flyer über eine Flaschenpostausstellung im Museum für Kommunikation (Frankfurt/M) getrennt habe. Die Ausstellung war letztes Jahr, daher brauche ich den Flyer nicht mehr.

Aber mich juckt es seit geraumer Zeit in den Fingern, auch mal eine Flaschenpost zu verfassen und in den Main zu werfen, in der Hoffnung, dass sie von dort in den Rhein fließen und dann stromabwärts in die Nordsee gelangen möge. Vielleicht nach Ijmuiden – dort, wo wir 2008 so glücklich waren…

flaschenpost_mrn2016

„Ich wusste, dass du mal so etwas machen würdest“, meinte meine Flaschenpost- und Bloggerkollegin Ina, als sie von diesem Projekt erfuhr. Mit „so etwas“ war eine Wanderflaschenpost gemeint. Kannte sie mich aus meinen bisherigen Aktivitäten schon so gut oder hatte ich mal irgendetwas davon verlauten lassen? Keine Anhnung.

bugelverschluss Heutzutage schon selten: Schnappverschluss mit Keramikstopfen

Wie auch immer, die Idee war mir gekommen, als ich bei den Haushaltswaren im Supermarkt eine klare 350 ml Flasche mit Schnappverschuss entdeckte. Weil der Stopfen des Schnappverschlusses aus Keramik war, griff ich sofort zu. Eine goldrichtige Entscheidung, denn schon bei der nächsten Lieferung wenige Tage später waren die Stopfen aus weißem Kunststoff. Und Plastik ist nun mal gegen die Ehre der Flaschenpostlerzunft: anfällig gegen Seewasser, UV-Strahlung oder sonst einen Zahn der Zeit, zerbröselt das Zeug irgendwann und belastet als Microplastik die Umwelt. Außerdem beißt sich das mit meinem nostalgischen Stilempfinden.

Ein Bügelverschluss lässt sich…

Ursprünglichen Post anzeigen 772 weitere Wörter

Media Monday #291

 

Nach längerer Abwesenheit hatte ich heute mal wieder Lust, beim Media Monday mitzumachen. Den Lückentext habe ich mit oranger Kursivschrift gefüllt.


 

1. “LaLaLand“ ist in meinen Augen vielfach überschätzt, schließlich stehe ich Lobhudeleien skeptisch gegenüber. Vor allem, wenn es sich um ein Film-Musical handelt; und für mich gibt es nur wenige Musickalfilme, die meinen Geschmack treffen. Da müssen die Darsteller schon sehr gut singen können, und in diesem Fall tut der Gesang meinen Ohren weh.

2. Wohingegen ich keinen blassen Schimmer habe, wer bitte gerne langsam ins Rampenlicht hinüberwechseln dürfte, immerhin gibt es so viele gute „kleine“ Filme oder nicht ganz so bekannte Darsteller, da fällt mir eine Auswahl schwer .

3. Miss Marple wurde bereits von mehreren DarstellerInnen verkörpert, doch am überzeugendsten war bisher sicherlich für mich Joan Hickson, weil sie der Romanfigur am ähnlichsten ist – obwohl ich die Filme mit Margaret Rutherford einfach nur genial finde, auch wenn Agatha Christie die Art, wie sie ihre Krimiheldin verkörpert, nicht sonderlich gut fand.

4. Damit ich mich so richtig grusele, muss nicht literweise Blut fließen oder pausenlos gemetzelt werden, aber Beleuchtung und unterschwellig bedrohlich wirkende Musik können viel zu einem Gefühl des Grausens beitragen.

5. Wenn es darum geht, opulenten Luxus und den Lifestyle der High Society zu inszenieren, hat “Downton Abbey“ die Nase ganz weit vorn, denn gerade in den 20er Jahren wurde m.E. Dekadenz ein letztes Mal so richtig auf die Spitze getrieben.

6. Dystopische und/oder endzeitliche Geschichten deprimieren mich inzwischen. Dabei habe ich mich so darauf gefreut, „Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1 und 2“ zu sehen; aber nach dem 1.Teil konnte ich einfach nicht mehr.

7. Zuletzt habe ich “Call the Midwife, Staffel 6“ gesehen und das war seltsam, weil mir Staffel vier und fünf noch fehlen. Ich hole gerade die dritte Staffel auf deutsch nach, während die sechste und aktuelle Staffel auf BBC One in der Originalsprache läuft.


 

Das war’s mal wieder für den Beginn der Woche. Wie immer bin ich selbst ganz überrascht, was mir zu den einzelnen Punkten jedesmal einfällt.

100 Creative Challenges # 56 : Blautöne

Ich weiß ja nicht, wie lange es schon her ist, aber vor einigen Jahren habe ich an der Volkshochschule einen Acrylmalkurs belegt. Deshalb ist mein heutiges „visuelles Werk“ der Aufgabe Nr. 56 im Rahmen der „100 Creative Challenges“ von hotaru gewidmet:

Erschaffe ein visuelles Werk, das in Blautönen gehalten ist.“


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Ein Acrylbild, das vorwiegend in Blautönen gehalten ist. Als Vorlage diente eine Fotografie von Brillen, die in einer Tageszeitung abgedruckt war. Leider – oder vielleicht doch eher zum Glück? – konnte ich hinterher zwischen der Vorlage und dem Ergebnis meiner künstlerischen Tätigkeit kaum noch eine Ähnlichkeit erkennen. In Ermangelung an Möglichkeiten zum Aufhängen habe ich das Bild in ein Regalfach gestellt.

Wenn ich es mir genau betrachte, kann ich neben viel Weiß auch Rot- und Gelbtöne entdecken. Auf dem Gemälde dominieren für mich die blaugetönten Brillengläser – dass Rot und Gelb anscheinend genauso präsent sind, offenbart nur das Foto. Dennoch wollte ich dieses Bild nicht im Zusammenhang mit der Aufgabe Nr. 25 (Erschaffe ein visuelles Werk, das in Rottönen gehalten ist.) veröffentlichen.

 

 

52 Schlüsselwörter – Filme im Dezember: Treppe

 


 


 

Und weiter geht die Suche nach passenden Filmen zu den Schlüsselwörtern Treppe, Gericht, Kälte und Feuerwerk auf dem Blog von Hotaru. Nachdem mich die Kälte cineastisch in das zaristische Russland verschlagen hat, reise ich weiter in die Ukraine und verweile auf einer Freitreppe aus dem 19. Jahrhundert mit 192 Stufen, näher definiert durch die drei Zusatzfragen:

1. Was für eine Treppe ist es? — die „Richelieu-Treppe“ in Odessa
2. Wer befindet sich darauf? — die aufständischen Massen
3. Was ist das Besondere an dieser Treppe? — Sie zeichnet sich laut Wikipedia „durch in ihrer nach oben verjüngenden Bauweise durch die beabsichtigte perspektivische Verzerrung aus“.

 

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(Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Potemkinstairs.jpg)


 

In dem 1925 von Sergej M. Eisenstein gedrehten Stummfilm Panzerkreuzer Potiemkin kommt es zuerst zu einer Meuterei auf dem besagten, im Hafen von Odessa liegenden Schiff wegen mangelhafter Verpflegung, die dann auf die Hafenstadt übergreift und auf der „berühmtesten Treppe der Welt“ eskaliert, als die Armee des Zaren auf die unbewaffnete Bevölkerung schießt. Vor vier Jahren habe ich unter dem Titel „Der erste Gammelfleischskandal der Filmgeschichte“ einen Erfahrungsbericht auf ciao.de geschrieben, nachdem mein Mann und ich den Film als von Orchestermusik untermalter Aufführung im Theater hatten genießen dürfen, und noch heute erinnere ich mich an die Szene, in der ein Kinderwagen die Treppe hinunterrollt.

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Welch großes Drama! Da kann auch Scarlett O’Haras Sturz von der Freitreppe in der Empfangshalle von Tara im Film „Vom Winde verweht“ nicht mithalten… und deshalb habe ich dem Stummfilm aus den Zwanziger Jahren den Vorzug vor Gruselfilmen wie „Die Wendeltreppe“ oder „Bis das Blut gefriert“ gegeben.