Unsortierte Gedanken : some special moments… as I’m not sleeping – oder: Schnipsel eines Jahresrückblicks

 

Das Gefühl hatte ich schon bei meinem letzten Aufenthalt in

Toronto

 

Ohne dass es geplant war, wurde meine Reise zunehmend musikalisch geprägt, was sich in den Zwischentiteln meiner einzelnen Reiseberichte niedergeschlagen hat *).

Das fing schon damit an, dass ich zum Walken ständig mit Musik aus meinem mp3-Player auf dem Smartphone unterwegs war und dass ich beim abendlichen Ausgehen und in meinen Walkpausen andächtig den Straßenmusikern in Toronto und Ottawa gelauscht habe, egal ob es sich um Coverversionen von PMJ und Bruno Mars oder um einen Dudelsackspieler in kompletter Montur handelte.

Musikalische Begleitung mit französischem Gesang hatten wir in der Sucrerie de la Montagne sowie eine Fotoausstellung in der National Gallery in Ottawa, untermalt mit Pop-Musik von Tim Buckley („Pleasant Street“).

 

 

Live-Gesang mit akustischer Gitarrenbegleitung gab es im Hard Rock Café zu hören: Some things you just can’t download.

 

 

Dort konnte ich eine eindrucksvolle Gitarrensammlung bewundern, genau wie die sehr kleine Sammlung im Royal Ontario Museum, während die Lücke an Sammlerstücken im Bata Shoe Museum mit den Stiefeln von Elton John geschlossen wurde.

 

 

Nicht zu vergessen das Schild, das auf den legendären Blue Note Club, ein paar Schritte von meinem Hotel in Downtown Toronto, hinweist und das ich erst am letzten Tag entdeckt habe. Den Club gab es von 1959 bis 1969 und sowohl Stevie Wonder als auch die Supremes sind hier aufgetreten.

 

*) Die berühmt-berüchtigte Playlist

Viele wattpad-Autoren haben sie – ich hatte sie bisher noch nicht: Die Playlist. Ich vermute ja stark, dass es sich bei den Songs auf solchen Listen entweder um die absoluten Lieblingslieder der Autoren handelt oder sie diese Songs beim Schreiben ihrer Geschichten gehört haben. Nicht alle Songs, die als Zwischentitel für meine Reiseberichte herhalten mussten, sind meine Lieblingssongs; sie sind mir beim Schreiben des jeweiligen Berichts, passend zum entsprechenden Thema eingefallen. Das wenigste habe ich davon auf meinem mp3-player – in diesem Sinne „Move on“, in alphabetischer Reihenfolge von A bis Z:

Auld Lang Syne : traditional

Crash Boom Bang : Roxette

Creep : Radiohead / PMJ

Diamonds are a girl’s best friends : Marilyn Monroe

Goldfinger : Shirley Bassey

Hangover : Taio Cruz

Ich war noch niemals in New York : Udo Jürgens

Islands in the stream : Dolly Parton & Kenny Rogers

Just a little bit longer : Maurice Williams & the Zodiacs

Just keep walking : INXS

Mister Brightside : Amy MacDonald / The Killers

Move on : ABBA

Not enough time : INXS

Pretty Vegas : INXS

San Francisco : Scott McKenzie / Petula Clark

Searching : INXS

Shine : INXS

Singing in the rain : Gene Kelly

Some like it hot : The Power Station

The Monster Mash : Bobby Pickett

There is a light : U2

The show must go on : Queen

Waterfalls : TLC

You lift me up: Thompson Twins

 

 

Es gibt einen Song, der auf dieser Liste nicht auftaucht, der aber das ausdrückt, was ich bei dieser Reise empfunden habe: „The Lights of Home“ von U2, vom Album „Songs of Experience“. Das Album „Songs of Innocence“ besitze ich nicht.

 

Es hatte bestimmt einen Sinn, dass ich dieses Jahr hier und nirgendwo sonst war.

Mein Kinojahr 2019 : ein Rückblick auf meinen persönlichen Rekordversuch

 

Schon letztes Jahr zeichnete sich dieser Trend bei mir ab: Ich gehe wieder öfter ins Kino als in den Jahren zuvor – und den Anfang nahm dieser Trend 2018 in meinem Sommerurlaub, als ich mich spontan für einen Kinobesuch entschied und in „Ocean’s Eight“ landete. Dank des Werbeprogramms vorab wusste ich, welche Filme noch alle ins Kino kommen würden, und so folgten noch im gleichen Jahr „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Eine Kettenreaktion war in Gang gesetzt, denn jeder Kinobesuch lieferte mir neue Trailer, die mich neugierig auf mehr machten, und so weiter und so fort.

Dieses Jahr steigerte ich diese Quote noch, weil mein Wunsch, mehr und mehr Filme auf einer vernünftigen Leinwand und mit vernünftigem Sound zu sehen, nicht nur durch Artikel in Filmzeitschriften, sondern auch durch Werbung auf pinterest und youtube angefacht wurde. Und so kam am Ende ein bunt gemischtes Repertoire heraus, das nur wenige Flops aufweist und durch ein paar ganz besondere Highlights glänzen kann. Bei einigen Filmen hätte es auch nicht geschadet, auf das Erscheinen der DVD zu warten, aber manchmal möchte ich einfach nur raus aus meinen vier Wänden und mich unter Leute mischen, dann darf es auch gern mal leichte und lockere Unterhaltung sein.

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Manhattan Queen – Januar – Komödie mit Jennifer Lopez und Milo Ventimiglia. Karriere machen mit gefälschtem Lebenslauf und gefaktem Profil in sozialen Medien – dass das nicht lange gutgeht, kann man schon zu Beginn ahnen. Nette Unterhaltung für zwischendurch und für mich ganz okay, weil mir an diesem Januarabend langweilig war.

Plötzlich Familie – Februar – Komödie mit Rose Byrne und Mark Wahlberg. Darauf war ich dank der Werbetrailer vor „Manhattan Queen“ aufmerksam geworden, und wurde nicht enttäuscht. Den Film um ein als Paar, das statt einem Kind plötzlich drei Geschwister in Pflege nimmt und diese später adoptieren möchte, fand ich herzerwärmend und sehr gelungen.

Green Book – eine besondere Freundschaft – mein erstes Highlight in diesem Winter/Frühjahr: der schwarze Konzertpianist Don Shirley (Mahershala Ali) und sein weißer Fahrer Tony Vallelonga (Viggo Mortensen) begeben sich in den 1962 auf eine Konzertreise durch die Südstaaten der USA und müssen ihre Reise mit dem „Negro Motorist Green Book“ planen, das all die Etablissements aufführt, die auch schwarze Kunden akzeptieren: Unterkünfte, Restaurants, Tankstellen…

Wir – Nach Komödien und Drama stand mir im März der Sinn nach einem Horrorfilm. Dass es mich allerdings noch lange nach dem Ende des Films um mysteriöse und mordende Doppelgänger in roten Overalls weitergruseln würde, hatte ich vorher nicht ahnen können. Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/f4/5a/20/f45a205a73a128678d66a8eedd9ad2d2.jpg

 

… Vier Filme zu Beginn des Jahres – da war noch Luft nach oben, aber erst im Juli ging es weiter. Für einige Monate herrschte Sendepause …

Yesterday – was hatte ich mich auf den Sommer und auf diese Musikkomödie gefreut… leider fand ich den Trailer interessanter als den Film, von dem viele begeistert waren. Mich störte, dass die Musik der Beatles zu kurz kam, die Handlung nur langsam an Tempo gewann, um immer wieder ausgebremst zu werden… hinzu kam derselbe, ständig neu aufgewärmte Witz mit dem Nichtfinden diverser Begriffe bei Google oder Wikipedia, und am Schluss lief das Ganze dann auf eine Liebesgeschichte hinaus. Schade, dass ich wegen dieser Zeitverschwendung einen anderen Film verpasst habe, der bestimmt spannender gewesen wäre. Blöderweise lief „Kursk“ mit Colin Firth dann nur noch irgendwo in der Pampa zu einer für mich unmöglichen Uhrzeit, so dass ich dieses Werk leider verpasst habe.

Once upon a time in Hollywood – diesmal hörte ich auf meine Freundin, die mit der Idee kam, sich den neuesten Tarantino-Film anzusehen. Ich kannte bisher nur Kill Bill und war nur zu gerne bereit, mich von dem zweieinhalbstündigen Werk überraschen zu lassen. Was ich vorher darüber gelesen hatte, klang auch interessant. Aber am Ende ertappte ich mich dann dabei, wie ich während der ersten zwei Stunden öfters auf die Uhr schaute, um dann von dem sinnlos übertriebenen Gemetzel in der letzten halben Stunde abgeschreckt zu werden. Dass zweieinhalb Stunden auch unterhaltsamer und vor allem mit einer interssanten Handlung gefüllt werden können, sollte ich im November erfahren. Für mich war auch dieser Abend leider ein Fall für die Tonne.

Downton Abbey – Als Fan der Serie „Downton Abbey“ schlug mein Herz höher, als ich letztes Jahr erfuhr, dass es in 2019 tatsächlich einen Film geben sollte. Als das Veröffentlichungsdatum feststand, gab es kein Halten mehr. Ich verbrachte zwei vergnügliche Stunden im Kino und erfreute mich an den wunderschönen Kostümen und Kulissen und an einer romantischen Geschichte, bei der ich förmlich dahinschmolz, und ich verkündete, dass es nach diesem Highlight jeder nachfolgende Film schwer haben würde, „Downton Abbey“ den Rang als besten Film des Jahres abzulaufen. Filmplakat – https://i.pinimg.com/564x/8d/b7/89/8db7898386c0b17115314f89cee7fe82.jpg

Book Week dies war nicht meine erste Wahl gewesen, als ich mir Karten für Vorstellung im Rahmen des australisch-neuseeländischen Filmfestivals „Down Under Berlin“ bestellte, sondern der Abschlussfilm. Beim Studieren des Programms aber traf der Text über diese rabenschwarze Komödie in der Originalversion ohne Untertitel einen Nerv bei mir: Ein nicht sonderlich beliebter Englischlehrer durchlebt eine Woche voller persönlicher Katastrophen, bevor sein neuer Roman veröffentlicht werden soll und bekommt von einer Schülerin Konkurrenz.

Mystify : Michael Hutchence – die Filmdokumentation von Richard Loewenstein, die bisher immer nur auf Filmfestivals gelaufen und von der BBC mitproduziert worden ist, darauf hatte ich ja schon seit Juni gewartet. Rein zufällig erfuhr ich dann, dass diese der Abschlussfilm von „Down Under Berlin“ werden würde, und so sicherte ich mir ein Ticket für den 29.9.2019. Ganz schön viele Neunen. Vor dem Film gab es ein von der australischen Botschaft gestiftetes Büffett (mit Fingerfood und Wein) und eine Ansprache ans Publikum. Zu gefühlten 80% beinhaltete die Filmdokumentation nichts, das ich nicht schon vorher aus unzähligen Youtube-Clips entnehmen konnte – aber die vielen Aufnahmen aus Privatarchiven und diverse Informationen, die neu für mich waren ergaben schließlich ein stimmiges und rundes Gesamtbild über einen Menschen, der als Künstler wahrgenommen und nicht auf sein Äußeres reduziert werden wollte. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/ed/e0/c0/ede0c019d9734e64df1609b12517b8bf.jpg

 

M C Escher – Reise in die Unendlichkeit – Wahrnehmungsänderung, die Zweite.und Filmbiografie die Dritte: Der niederländische Zeichner entgegnete einst, dass er kein Künstler, sondern Mathematiker sei, als ihm Graham Nash (Crosby, Stills,Nash & Young) seine Bewunderung aussprach – laut Interview in dieser Dokumentation, die aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen des Meisters der optischen Täuschung zusammengestellt wurde. Dass dabei die Grafiken geradezu lebendig werden, empfand ich als faszinierenden Nebeneffekt, der einer Kinobesucherin einen Ausruf des Entzückens entlockte. „Wie süß ist das denn?!“ – eine gezeichnete Eidechse krabbelt aus dem Papier und quer über die Leinwand. Ich gebe es nur ungern zu, aber diese Dokumentation war für mich noch besser und interessanter als die über den Sänger von INXS. Toppen können diese beiden exzellenten Biografien nur noch „Loving Vincent“ über Vincent van Gogh und der Film mit Salma Hayek über Frida Kahlo. Aber da diese schon älter sind… Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/6d/c0/ad/6dc0ad1ac04a956e349c05eb8c531307.jpg

Nurejew The White Crow – und noch ein Biopic. Diesmal unter der Regie von Ralph Fiennes, als zweistündiges Epos, das sich um das mehrwöchige Gastspiel des Sankt Petersburger Kirow-Balletts und dessen Startänzer Rudolf Nurejew im Paris der 60er Jahre dreht. Sich frei zu bewegen, ist nahezu unmöglich, denn der KGB ist dem Tänzer permanent auf den Fersen, und am Ende ergreift er schließlich doch noch auf dem Flughafen die Gelegenheit, um politisches Asyl zu erbitten. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber mir fehlte erstens insgesamt die Spannung und zweitens war der Film für meinen Geschmack mit zu vielen Rückblenden auf die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen durchsetzt. Ein gutes Beispiel, bei dem ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen möchte.

Depeche Mode : SPIRITS in the forest – Auf der Suche nach einem Kino, das das INXS-Konzert von 1991 (das ich auf DVD habe) zeigen würde, stieß ich unter „Events“ in der Programmvorschau des Cinemaxx auf diesen Film von Anton Corbijn, der auch schon die Biografie „Control“ über die Band Joy Division gedreht hat sowie unzählige Musikvideos für verschiedene Bands, u.a. auch für U2. „SPIRITS in the forest“ verknüpft Ausschnitte aus dem Depeche-Mode-Konzert im Juli 2018 auf der Berliner Waldbühne mit den Lebensgeschichten von sechs ausgewählten Fans aus verschiedenen Ländern. Zwei der vier Kinovorstellungen waren ruckzuck ausgebucht, was ich durchaus nachvollziehen kann, hat doch die Band, die ich immer noch sehr gerne höre, weltweit eine riesige Fangemeinde. Beinahe noch interessanter als das, was man vom Konzert zu sehen bekam, fand ich die den Film begleitenden Geschichten der sechs Fans.

Le Mans 66 – gegen jede Chance – mein zweites persönliches Spielfilmhighlight dieses Jahr. 1966 gewann Ford zum ersten Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schlug Ferrari haushoch aus dem Feld. Den von Carroll Shelby (Matt Damon) konstruierten Shelby GT 40 fuhr Ken Miles (Christian Bale), und er ist es auch, den der Ford-Marketingchef vom ersten Augenblick an nicht ausstehen kann. Da ist die Schikane schon vorprogrammiert, auch wenn es vorrangig um den Kampf zwischen Ford und Ferrari geht. Das zwaren mal zweieinhalb Stunden, die für mich fast wie im Flug vergingen. Poster: https://i.pinimg.com/474x/95/af/08/95af088da0ef62b1854dc1600f0bbe01.jpg

INXS : Live Baby Live – und noch ein Konzertfilm. Diesmal ging es wirklich nur um das Konzert ohne Riesenschnickschnack auf der Bühne, an dem ich mich schon letztes Jahr auf DVD erfreuen konnte: INXS live im Wembleystadion am 13. Juli 1991. Gefilmt von 17 Kameras – davon eine im Helikopter: Ausverkaufter Veranstaltungsort, Riesenstimmung, genialer Sound. Auf die restaurierte, digitalisierte und um einen Song ergänzte Fassung hatte ich mich schon seit ein paar Wochen gefreut, und dank youtube wusste ich, dass es diese Sondervorführung nur ein einziges Mal, aber dafür in allen möglichen Kinos geben würde. Im Cinemaxx lief der Film zwar nicht, sondern im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum, aber der Ausflug war für mich ein voller Erfolg. Erst Weihnachtseinkäufe erledigen, dann etwas leckeres Essen, und zum Schluss noch Spitzenunterhaltung mit dem Liveauftritt meiner Lieblingsband genießen – so ein Erlebnis hätte ich gerne öfters. Ausschnitt (The Stairs): https://youtu.be/N8CIBNJB2FM

 

Official Secrets – Start 21. November 2019: Davon hatte ich in einer Filmzeitschrift gelesen; es geht um die britische Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun (Keira Knightley), die zur Whistleblowerin wird, als sie ein NSA-Memo an den Journalisten Martin Bright (Matt Smith) durchsickern lässt. Demnach wollten die USA Großbritannien dazu bringen, Druck auf einige unschlüssige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auszuüben, damit diese für einen Krieg gegen den Irak stimmen. Als sie sich dann zu dem bekennt, was sie getan hat, gehen der Spießrutenlauf und die Schikanen erst richtig los. Mich hatte nicht nur das Thema gereizt, sondern auch die Besetzung, wie Ralph Fiennes, Indira Varma oder Jack Farthing und Matt Smith in den Nebenrollen – und natürlich Keira Knightley in der Hauptrolle. Für mich war „Official Secrets“ hochspannend und emotional berührend und daher für mich neben „Downton Abbey“ und „Le Mans 66…“ mit der beste Film dieses Jahres. Filmplakat: https://i.pinimg.com/474x/c8/e3/ae/c8e3ae285268aaff4fc8777ced1c109e.jpg

Amazing Grace – Aretha Franklin 1972 in concert – in einem Diskussionsforum über Filme aus TV und Kino wurde mir erzählt, Ms. Franklin hätte zu diesem Film nie ihre Zustimmung gegeben. Ich habe mich gefragt, warum sie gegen die Veröffentlichung gerichtlich vorgegangen ist, da sie ihn ja schließlich mitproduziert hat. Abgesegnet wurde das Projekt wohl erst nach ihrem Tod durch ihre Familie. Dass der von Sidney Pollack gedrehte Film erst nach 47 Jahren veröffentlicht worden ist, wird im Vorspann mit technischen Schwierigkeiten erklärt, und näher möchte ich darauf nicht eingehen. Gezeigt werden zwei Abende, an denen sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und Reverend James Cleveland ein Gospelkonzert gab, um es dort vor Ort auf Schallplatte aufzunehmen. Ist allein schon Aretha Franklins Auftritt beeindruckend, so steigert sich das Ganze noch bei der Ansprache ihres Vaters an die Kirchenbesucher, bei der man merkt, wie stolz er auf seine Tochter war und die Anwesenheit jener Gospelsängerin, die prägend für Aretha Franklin war: Clara Ward, die den Ehrenplatz in der ersten Reihe neben Aretha Franklins Vater, dem Reverend C. L. Franklin, einnehmen darf. Unter den Besuchern des Konzerts befand sich übrigens auch Mick Jagger, dessen unerwartetes Auftauchen unter den Konzertbesuchern für Heiterkeit sorgte. Für einen Sonntagmorgen und für ein so altes Konzert, das nur am Anfang auf sehr grobkörnigem Filmmaterial aufgenommen worden ist, waren erstaunlich viele Leute im Kino. Für mich war’s wieder wie 2017, als ich am 1. Weihnachtsfeiertag in einer Kirche ein Gospelkonzert besucht habe. Ein unvergessliches Erlebnis. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/14/29/b2/1429b28d049c12473fb0b001753cf88a.jpg

 

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Sechzehn Filme in einem einzigen Jahr, das dürfte mein persönlicher Rekord sein; so oft war ich selbst in den 80er und 90er Jahren nicht im Kino. Und wenn ich jetzt noch die Filme im Bordprogramm von Air Canada mitzähle (Crazy Rich Asians & Three Billboards Outside Ebbing Missouri), komme ich auf 18 Stück. Noch zweimal ins Kino, dann bin ich bei 20. Schön wärs! Denn das Dumme daran ist: Es läuft nichts, was mich außer dem Thriller „Der Leuchtturm“ mit Robert Pattinson und Willem Defoe noch groß interessieren würde. Trailer: https://youtu.be/X6fw9VbVJSQ

„CATS“ gefällt mir schon als Musical nicht (wegen Story und Musik), und mit Star Wars kann man mich jagen. Und sonst? Das Remake von „West Side Story“ ist ja leider erst für Dezember 2020 geplant, die Literaturverfilmung „Emma“ für Februar 2020 – bleibt noch die Übertragung von „Fidelio“ aus dem Royal Opera House, aber da wird es auch erst März. Und wann die Pavarotti-Biografie und die Lieteraturverfilmung „Little Women“ erscheinen, konnte ich auch noch nicht herausfinden. Vermutlich wird es Januar. Für mich ist deshalb diese Kinojahr beendet. Möge 2020 genauso interessant und bunt gemischt werden.

22 Wochen, 1 Objekt: Woche #18 – der Countdown läuft

Nach der 18. Woche des Fotoprojekts „22 Wochen – 1 Objekt“ von wortman und  aequitasetveritas sind es nur noch vier Sonntage, an denen wir unser ausgesuchtes Objekt fotografisch in Szene setzen können, in welchem Zusammenhang auch immer. Gestartet hat es am 4. August und endet am 29. Dezember.

Zum 1. Advent hatte ich etwas Lichterglanz geplant, aber heute stand mir der Sinn nach einem vorgezogenen Rückblick auf „mein Filmjahr“, den man lesen kann, aber nicht muss, denn ein weiterer Rückblick auf 2019 wird vermutlich noch folgen. Vorerst aber der aktuelle Stand nach dem letzten Kinobesuch, für den ich online eine Karte für den für mich optimalen Sitzplatz gebucht habe.

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denn so oft wie in diesem Jahr war ich schon lange nicht mehr im Kino. Und es war alles dabei: Kömödien, Horrorfilme, Period Dramas, Biografien, Konzertfilme, Filme mit Überlänge, Filme in der Originalversion ohne Untertitel…

1) Manhattan Queen +++ 2) Plötzlich Familie +++ 3) The Green Book +++ 4) Us +++ 5) Yesterday +++ 6) Once upon a time in Hollywood +++ 7) Downton Abbey +++ 8) Book Week +++ 9) Mystify : Michael Hutchence +++ 10) M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit +++ 11) Nurejew – The White Crow +++ 12) Depeche Mode – SPIRITS in the forest +++ 13) Le Mans 66 – Gegen jede Chance +++ 14) INXS – Live Baby Live

Damit komme ich auf insgesamt 14 Filme, die beiden Spielfilme im Bordprogramm von Air Canada noch nicht mitgezählt.. Was ich noch so alles geplant hatte bzw. habe, lasse ich mal besser weg, am Ende erfüllen sich die Wünsche ja doch nicht, so wie bei „Kursk“ und „Blinded by the Light“. Ob ich noch in den Genuß des Remakes von „West Side Story“ und von „Official Secrets“ komme? Das Ticket für die Sondervorstellung am 8. Dezember im Kinopolis habe ich schon: „Amazing Grace (Aretha Franklin, 1972 live in Concert“

Konzerterlebnisse XXL : „Live Baby Live“ – Wembley 1991

 

Wenn man dem Drummer und dem Keyboarder auf die Finger schauen kann, der Frontmann dekorativ in Szene gesetzt wird und man sieht, wie im Hintergrund Kameraleute herumwuseln, dann war nicht nur eine Kamera zugegen, sondern viele – frei nach dem Motto „VHS: von vorne, von hinten und von der Seite“, erweitert um Aufnahmen aus der Frosch- und aus der Vogelperspektive.

In so einem Fall kann man davon ausgehen, dass all jene in den Genuß der Filmaufnahmen kommen sollen, die nicht das Vergnügen hatten, beim Konzert dabeigewesen zu sein. DVD sei Dank. Eine sinnvolle Sache auch für all jene, die beim Konzert von ihrer Lieblingsband nicht viel zu sehen bekamen außer sechs kleinen Männchen. Ein Umstand, den ich leider viel zu oft erlebt habe. Rühmliche Ausnahmen waren kleine Hallenkonzerte oder Festivalkonzerte, die am Nachmittag vor maximal 300 Leuten stattfanden. Aber mehr als 70.000 dicht aneinandergedrängte Fans im Wembleystadion sind dann schon wieder eine ganz andere Hausnummer.

Natürlich kann eine DVD keinen echten Konzertabend ersetzen, vor allem schon allein deswegen, weil es zu Hause oft an einem vernünftigen Bildschirm und einer leistungsfähigen Soundanlage mangelt. Aber auch, wenn letztere vorhanden ist, danken es einem Haustiere und Nachbarn, wenn man den Lautstärkeregler und die Bässe nicht bis zum Anschlag hochdreht. Was war ich deshalb aus dem Häuschen, als ich davon hörte, dass genau dieses Konzert, von dem ich die DVD seit letztem Jahr habe, jetzt noch einmal in einer restaurierten und um einen Song erweiterten Fassung ausschließlich am 27. November in allen möglichen Kinos gezeigt werden sollte (Quelle: https://youtu.be/8R6VHy_HaBg)

 

 

Auch auf die Gefahr hin, dass im Kino viele Plätze frei bleiben würden, im Gegensatz zu Depeche Mode, bei denen die wenigen Vorstellungen ruckzuck ausgebucht waren. Fairerweise muss ich sagen, dass Depeche Mode immer noch auf Tournee gehen, Alben aufnehmen und vor allem eine riesige internationale Fangemeinde jeden Alters haben. Da ist alles dabei – von Anfang zwanzig bis Mitte fünfzig. Im Fall von INXS gibt es erstens die Band seit 2012 nicht mehr, und die übriggebliebenen Fans werden auch nicht unbedingt jünger und gleichzeitig gefühlt immer weniger. Wenn’s hochkommt, waren vielleicht 10% des Kinos an besagtem Abend ausgelastet, aber wir paar Leute hatten merklich unseren Spaß.

Zeitweilig hatte ich das Gefühl, dass sich das Gesehene auf der Kinoleinwand doch ziemlich von dem auf dem Fernsehmonitor bei meiner letzten DVD-Session unterschied, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass mir beim Kinobesuch viel mehr Details aufgefallen sind als beim Mitgrooven im Wohnzimmer. Dafür gab es aber auch keine Rahmen- oder Nebenhandlung wie bei „SPIRITS in the forest“, sondern die Show, bei der ich einen Eindruck bekam, was für eine ausgelassene Stimmung im Publikum herrschte. Da steht niemand einfach nur so da, um zu filmen oder zu fotografieren – tja, diese Möglichkeit gab es 1991 nämlich noch nicht.

Gab es in dem Filmporträt „Mystify : Michael Hutchence“ nur wenige Ausschnitte aus allen möglichen Auftritten zu sehen, weil die Charakterstudie des Sängers im Vordergrund stand, konnte ich hier endlich die gesamte Show pur und ungefiltert und vor allem in Großaufnahme genießen. Die zweiundzwanzig Songs, von denen einer auf der DVD fehlt, stammen von den beiden am kommerziell erfolgreichsten Alben „KICK“ und „X“, ergänzt um drei ältere Stücke aus den frühen 80er Jahren. Bestimmt geht einigen mein Retrofimmel und meine Schwärmerei inzwischen schon auf den Keks, aber irgendwo muss ich mit meiner Freude ja hin – und wenn nicht hier, wo dann? It’s a small world but it’s mine… mit erweiterungsfähigem Horizont.

Für den Fall, dass mir’s vielleicht keiner glaubt: Auch wenn ich INXS sogar eine eigene Kategorie gewidmet habe, bin ich nicht nur auf diese eine Band festgelegt, oder gar auf eine einzige Musikrichtung. Und manchmal steht mir der Sinn nach Durcheinander – das hat mir meine diesjährige Auswahl von Musik, Serien und Filmen sehr deutlich vor Augen geführt. Die Playlist auf dem mp3-Player meines Smartphones ist der beste Beweis dafür. Dazu gibt es demnächst noch ein paar gesonderte Beitrge sowie einen Extrabeitrag im Stil eines Rückblicks auf das vergangene Jahr, und das ist ja noch nicht zu Ende. Und weil ich Gefallen an dieser Art von Kinounterhaltung gefunden habe, steht demnächst noch ein besonderes Erlebnis vor der Tür: Aretha Franklin mit James Cleveland und dem Southern California Community Choir – gefilmt 1972 und bisher noch nie veröffentlicht. Damit es noch weihnachtlicher wird (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gkKOIQwTiKE)

 

 

Lassen Sie die Taschentücher zu Hause, bringen Sie gleich ein Handtuch mit!“ – Das sagt doch schon alles und mir, dass ich dort genau richtig bin.

 

 

 

 

 

 

Alle Jahre wieder …

 

 

fällt der Startschuss für die Weihnachtszeit schon im Herbst. Die Weihnachtsmärkte werden schon im November eröffnet, und die Werbetrommeln für die neuesten CDs mit Weihnachtsklassikern unterschiedlicher Musiker werden fleißig gerührt. Da war die Ankündigung der Jahrhunderthalle, dass am 24. November der kanadische Sänger Bruce Guthro ein Gastspiel geben würde, eine tolle Nachricht, aber das Motto seiner Tournee durch Deutschland und Dänemark keine Überraschung.

Dieses lautete „Celtic Christmas“, und das Programm sollte laut Ankündigung aus englischen Weihnachtsliedern, irischen Klassikern, Songs aus seiner Heimat und Stücken von Runrig (der Band, für die er nach dem Weggang von Donnie Munro der Sänger war) bestehen. Das klang nach vielversprechenden zwei Stunden – in einer Halle mit einer guten Akustik und ohne Gedrängel, denn es gab keine Stehplätze. Ich hatte einen leicht erhöhten Platz mit erstklassiger Sicht auf die Bühne.

 

Have yourself a merry little Christmas?

Eigentlich hatte ich die Karte ja nicht wegen der englischen Weihnachtslieder oder den angekündigten Songs von Runrig gekauft, sondern weil ich auf sein eigenes Material gespannt war. Ich lasse mich nämlich gern überraschen und mag es eher nicht so gerne, wenn ein Sänger mit einer fantastischen Stimme und hervorragenden eigenen Songs auf die Stimme der Band reduziert wird, für die er 20 Jahre lang gesungen hat, und erwarte daher auch kein Runrig-Konzert, wie das folgende, das 2003 live auf Stirling Castle aufgenommen wurde (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ouHH7GVrkTg);

 

 

 

Es war deshalb auch keine Überraschung für mich, dass während der zwei Stunden drei Lieder dieser Band gespielt wurden: „This time of year“, „Hearts of olden glory“ und „Rocket to the moon“. Wer die Band nicht kennt, dem sagen diese Titel nichts; ich verbinde mit den Songs die Zeit, in der Runrig noch einen anderen Sänger hatte, wie hier in diesem Video von Donnie Munros Abschiedskonzert 1997 (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=g7cId63P65E):

 

 

Jetzt aber genug von Runrig. Hier geht es ja schließlich um Bruce Guthro und seine Begleitmusiker, die aus Irland, England und Dänemark stammen. Richtig schön fand ich, dass ihn sein Sohn und seine Tochter begleiteten: Dylan an der Gitarre und Jodi als Sängerin, die auf der Bühne ihre eigenen Lieder vorstellen durfte, was ich sehr schön fand. Schön fand ich auch, dass die Musiker nicht erst gegen Ende dem Publikum vorgestellt wurden, sondern schon am Anfang des Konzerts. So erfuhr ich auch, dass einer der Musiker schon in England das Musical „Come from away“ musikalisch unterstützt hat – das Musical, an dem ich mich schon in Toronto dieses Jahr erfreuen durfte. So ein Zufall aber auch.

 

Lichterglanz und Schneegestöber?

Eins muss ich sagen: Die Bühnenshow war wirklich stimmungsvoll. Irish Folk, gemischt mit Blues und Gospel, wenn ich das Stichwort „englische Weihnachtslieder“ fällt, muss ich vorwiegend an Christmas Carols denken, mit denen kleine Gesangsgruppen von Haustür zu Haustür ziehen, ähnlich wie bei uns die Sternsinger. Lieder wie „Jingle Bells“, „Let it snow“ oder „Little Drummer Boy“ gehören für mich eher nicht dazu. „Go tell it from a Mountain“ dann schon eher. Gemalte Landschaften im Stil von Thomas Kinkade zaubern mir zwar auch keine weihnachtliche Stimmung herbei, aber wenn die Aufnahmen kanadischer Landschaften überwiegen, dann nehme ich auch kitschige Einsprengsel in Kauf.. Richtig stimmungsvoll wurde es übrigens nach der Pause, als alle sieben um ein Lagerfeuer saßen, um im trauten Kreis Geschichten zu erzählen und ein Akustikset zu spielen. Meinen persönlichen Gänsehautmoment hatte ich, als Bruce mit seinen Kindern den Elvis-Klassiker „Can’t help falling in love“ mit sparsamer Instrumentierung vortrug.

 

Let it snow!

Vor dem Zugabenteil sollte es noch einmal so richtig weihnachtlich werden, und zwar mit dem Anstimmen von „Stille Nacht“ durch das gesamte Publikum. Blöd nur, dass meine Stimme versagte und ich es für „Stille Nacht“ dann doch etwas zu früh fand. Dieses Lied singe ich nämlich am Liebsten an Heiligabend in der Christmette um 22 Uhr; in einer Konzerthalle mit zeitweilig grenzwertiger Beleuchtung eher nicht so gerne.

Was die Beleuchtung angeht, so fragte ich mich des öfteren wirklich, warum die für die Lichttechnik Verantwortlichen nicht die Finger von der Deckenbeleuchtung lassen konnten. Das Geblinke an der Decke, das die Halle in ein kaltes Zwielicht tauchte, das ich ungefähr so gemütlich wie im Wartesaal einer Bahnhofshalle fand, war mein Stimmmungskiller Nummer Eins.

Dicht gefolgt von Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone, vor allem dann, wenn jemand meint, die Aufnahme würde mit Blitz besonders gut. Liebe Leute, das tut es nicht! Und aus dem Augenwinkel geblendet zu werden, finde ich auch nicht besonders prickelnd. Aber zum Glück hielt sich dieses Ärgernis sehr in Grenzen und ich hatte noch genügend Spaß an diesem Abend, der mit Schneegestöber auf der Bühne endete.

Niagara : Wenn nicht nur der männliche Hauptcharakter getäuscht wird


Zu Recherchezwecken habe ich mir heute den Film „Niagara“ von Henry Hathaway aus dem Jahr 1953 ausgeliehen. In den Hauptrollen Joseph Cotten als George Loomis und Marilyn Monroe als seine Frau Rose. Warum sie sich in ein Ferienresort eingemietet haben, obwohl Mr. Loomis angeblich die Niagarafälle nicht ausstehen kann, erschließt sich nicht, ist auch nicht von Belang. Recht schnell wird nämlich klar, dass es hier um Betrug geht und um Mord an George. Geplant hat das Verbrechen Rose, und ausführen soll es ihr Liebhaber, mit dem sie sich heimlich an den Niagarafällen trifft.

0519 vom tower 2

Angeschmiert ist aber nicht nur der eifersüchtige Ehemann, sondern das Publikum. Oder bin ich die einzige, der gewisse Logikfehler auffallen? Dabei bin ich keine, die gezielt nach Filmfehlern sucht. Wenn sie mir dagegen von selbst ins Auge springen, werde ich natürlich neugierig, ob es da vielleicht nicht noch mehr Unstimmigkeiten gibt. Meistens tauchen solche Fehler im weiteren Verlauf des Films auf – bei „Niagara“ fängt die Täuschung schon in der Anfangssequenz an, als Mr. Cotten am Fuße der Bridal Veil Falls ziellos umherstreift. Eigentlich müsste er pitschnass von seiner Wanderung in den frühen Morgenstunden zurückkehren, statt dessen betritt er knochentrocken sein Zimmer, in dem seine Frau friedlich vor sich hinschlummert. Selbst die Frisur sitzt perfekt. Respekt! Mir haben nur wenige Minuten auf der kanadischen Seite gereicht, um mir ein Handtuch zum Trocknen der Haare zu wünschen. Und dass es im Film um fünf Uhr morgens schon taghell ist, fiel mir erst im Nachhinein auf. Aber diesen Effekt konnte ich schon 2018 in „Poldark“ bewundern. Geändert hat sich nichts.

A propos „tiefer Schlummer“: Dass in Hollywoodfilmen die weiblichen Charaktere wie aus dem Ei gepellt, also perfekt frisiert und geschminkt, in jeder Lebenslage zu sehen sind, ist ja nichts neues. Die Haare werden beim Duschen mit einer Badekappe geschützt, aber das Make-up ist nach der Dusche noch immer makellos, und nicht nur da, sondern auch beim Rauchen im Bett (was man nicht tun sollte) glänzen Marilyn Monroes Lippen in einem satten Rotton. Aber wenigstens drückt sie die Zigarette ganz vorbildlich im Aschenbecher aus, bevor sie sich schlafend stellt, weil ihr Mann heimkehrt. Denn er soll ja denken, dass sie noch immer tief und fest schläft. Come on: Are you kidding me? Wenn jemand kurz zuvor eine geraucht hat, dann riecht man das, ob Raucher oder nicht. Oder haben Raucher unempfindliche Nasen, die den Geruch gar nicht mehr wahrnehmen? Fragen über Fragen…

Damit man mich nicht falsch versteht: „Niagara“ ist für mich ein wirklich spannender Film mit einem hohen Wiedererkennungswert, was den Ort Niagara Falls auf der kanadischen Seite angeht, und einer Marilyn Monroe in einer mal ganz anderen Rolle, nämlich der der skrupellosen und manipulativen Femme Fatale. Interessanterweise wurde die Rolle der Polly Cutler mit Jean Peters besetzt, die bereits zwei Jahre zuvor in dem Film „Die Piratenkönigin“ selbst eine berechnende und rachsüchtige Frauenrolle spielte, nämlich die der Anne Providence, die ein Piratenschiff kommandiert. Diesen Film habe ich noch am selben Abend gesehen und habe mich über den überraschenden Zufall, gleich zwei Filme mit Jean Peters erwischt zu haben, königlich amüsiert. Das kommt davon, wenn einem Wurst ist, welche Darsteller in winziger Schrift auf der DVD-Hülle aufgeführt sind und man darauf verzichtet, im Internet nach Besetzungsliste und Kritiken zu suchen. Und Joseph Cotten? Der gab 1943 in dem Hitchcock-Thriller „Im Schatten des Zweifels“ den Serienmörder, dem seine „Lieblingsnichte“ Charlie (Teresa Wright) auf die Schliche kommt. An den Stil der Hitchcock-Filme erinnert mich so manche Szene in „Niagara“ dank extralanger Einstellungen im Glockenturm oder auf der menschenleeren Straße.

Menschenleere Straßen und die Tatsache, dass die Hauptpersonen immer genau da einen Parkplatz finden, wo sie ihn brauchen, sind m.E. auch so eine Spezialität Hollywoods. In diesem Fall weist nur herumliegender Abfall auf der Straße darauf hin, dass Niagra Falls kein idyllisches, verschlafenes Nest ist, sondern ein kleines Las Vegas mit Vergnügungspark, Casinos und Remmidemmi.

Achtung: Der Film wurde in Technicolor gedreht und nicht in Schwarzweiß, wie der Trailer suggeriert (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=dCQB4qRYVEQ – okay, „the High Water Mark in Suspense“ ist angesichts des Hochwassers in Venedig jetzt nicht gerade der sensibelste Slogan, aber das konnte man in den 50er Jahren nun wirklich nicht ahnen):   

Liebe Leute – DAS ist Technicolor (ich wollte, heutiges Fillmmaterial hätte eine solch brilliante Qualität (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=aDIvP2nyb2E)…

und damals zerbröselten Schallplatten noch, wenn man sie grob behandelte und nicht nett zu ihnen war. Alles in allem, war es ein vergnüglicher Filmabend mit Klassikern, die ich schon lange einmal wiedersehen wollte.

Wenn Dir alle sagen, dass sie den November furchtbar finden,

 

dann ist es Zeit für Dich, ihn Dir zu verschönern. Wie sagte ich noch neulich zu meiner Schwester? „Wenn der Monat schon sch**** ist, dann soll wenigstens das Kalenderbild was hermachen.“ Warum auf dieser Stufe stehenbleiben? Klar, es wird deutlich früher dunkel als sonst, aber auch das geht vorüber. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass dieser Monat so viele Konzert- und Kinobesuche für mich bereit hält, wie schon lange nicht mehr.

Den Anfang hat das Konzert der irischen Band „Walking on Cars“ am Sonntag, den 3. November gemacht; ich habe zwar nur die Hälfte davon mitbekommen, aber die war dafür richtig gut, und die Band spielte die Lieder, die mir von ihrem Album „Colours“ am besten gefallen.

Noch ein Konzert erwartet mich am Sonntag, den 24. November, aber diesmal habe ich einen Sitzplatz und laufe nicht Gefahr, in der Masse eng zusammenstehender Besucher erdrückt zu werden. Bruce Guthro, der ehemalige Sänger der schottischen Folk-Rock-Band Runrig, die sich letztes Jahr aufgelöst hat, kommt im Rahmen seiner Celtic-Christmas-Tournee in die Jahrhunderthalle in Höchst. Auf das Programm, laut Ankündigung eine „Mischung aus Songs seiner kanadischen Heimat, Irischen Klassikern und einer Reihe berühmter englischer Weihnachtslieder“ besteht, bin ich schon sehr gespannt (Quelle: https://www.adticket.de/images/event/b/xbruce_guthro_2019.jpg.pagespeed.ic.5HFBTJiXVO.jpg).

 

Außerdem muss ich feststellen, dass immer mehr Kinos versuchen, mit sogenannten Events zu punkten. Schon letztes Jahr hatte das Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum mit bestimmten Sondervorstellungen mit dem Schwerpunkt auf Klassik und Ballett geworben – dieses Jahr hat das Cinéma in Frankfurt am Main eine ähnliche Idee gehabt. In der Reihe „Royal Opera House“ werden zu bestimmten Terminen Opern- und Ballettinszenierungen live aus dem Londoner Royal Opera House direkt in den größten Saal des Kinos übertragen, und ich habe dann auch sofort Tickets für die Oper „Fidelio“ als Geschenk für meine beste Freundin erworben. Leider ist die Aufführung erst im nächsten März, aber manchmal muss man schnell sein und darf nicht lange überlegen.

Zugreifen, bevor alles weg ist, war dann auch meine Devise für den Film „SPIRITS in the Forest“, gedreht von Anton Corbijn, der am 21. und 24. November im Cinemaxx gezeigt wird, jeweils in zwei Vorstellungen an einem Abend: Depeche Mode 2017/2018 live in Concert, und zwar zum Abschluss ihrer „Global Spirits“-Tour auf der Berliner Waldbühne – ergänzt um zusätzliches Filmmaterial. Da von Anton Corbijn auch das Musikporträt „Control“ über die Band Joy Division stammt, kann ich mir vorstellen, dass „SPIRITS“ keine Enttäuschung werden wird, was vermutlich all jene auch denken, die dafür gesorgt haben, dass 20-Uhr-Vorstellung bereits so gut wie ausgebucht ist. Übrigens hatte ich erst einmal die Chance, die Band live zu sehen. Das war in den Neunziger Jahren, und danach gab es entweder keine Tickets mehr oder sie waren zu teuer. Vielleicht ist ein Konzert im Kino zu erleben, nicht dasselbe, aber dafür habe ich kein Gedränge, dessen ich mich erwehren muss (Quelle: https://cdn.cinemaxx.de/-/media/images/cinemaxx/cinemaxxposter/26631-100901577cxxposter1-posterjpg.jpg)      

 

Das gleiche gilt für ein Special-Event, das mich als Fan ganz besonders freut. Mehr Achtziger Jahre geht nicht? Irrtum: Wir liefen die Neunziger gleich mit, denn der bereits auf DVD veröffentlichte Mitschnitt des INXS-Konzerts vom 13. Juli 1991 im Londoner Wembleystadion ist jetzt nochmal extra für eine einzige Kinovorstellung am 27.11.2019 restauriert worden, dafür dann aber gleich quer durch die ganze Republik und rund um die ganze Welt (ab dem 14. November in Australien und Neuseeland, ab dem 9. Dezember in Nord- und Südamerika und ab dem 27. November international / Bildquelle: https://trailer.kinopolis.de/assets/4b5cde32/lblonesheetcineventsde.jpg)

Wow! Was für ein Aufwand für einen einzigen Abend. Ich habe zwar keine Ahnung, was „4K“ bedeutet, aber wenn die Bild- und Tonqualität wirklich so brilliant sind, wie das Kinopolis auf seiner Homepage damit wirbt, dann kann ich mich auf ein „very special concert event“ freuen. Da ich die Band nie live gesehen habe, wäre das für mich dann eine Verbesserung gegenüber der Option „DVD“, denn gegen eine riesige Kinoleinwand kommt mein Fernsehbildschirm oder Laptopmonitor  dann doch nicht an, und die Boxen kann ich zu Hause auch nicht so aufdrehen, wie ich gerne möchte. Ich bin mal gespannt, wie viele Besucher sich außer mir noch einfinden werden; bis jetzt sind jedenfalls noch nicht viele Reservierungen eingegangen.

Und ich Dussel habe im Sommer noch gedacht, mit der Filmdoku von Richard Lowenstein über den Sänger der Band wäre es das schon gewesen. Wie man sich irren kann…

 

22 Wochen, 1 Objekt: Woche #11 – Versammlung Down Under

 

Die 11. Woche des Fotoprojekts „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von wortman und aequitasetveritas ist da. Diesmal habe ich es mit Souvenirs Down Under garniert. Als Mitbringsel aus Berlin. Inclusive der Kinokarte für „Book Week“. Sehr kreativ ist das zwar nicht, aber hat für mich Erinnerungswert. Mein Schienbein in allen Regenbogenfarben erinnert mich täglich daran – mit einer Prellung, die noch vom Vortag stammt, ist man vielleicht nicht ganz so gut zu Fuß, aber lasse ich mich durch so eine Panne aufhalten? Und im Kino zu sitzen, ist dem Heilungsprozess ja nicht abträglich.

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Und nun – zum Schluss – genaueres zu dem Projekt:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!

Media Monday # 431 : Die Berlin-Edition

 

Pünktlich zum Wochenbeginn habe ich einen Tag Sonderurlaub eingetragen und diesen für die Heimreise genutzt, denn ich war am Wochenende in Berlin, und zwar hier – ein gesonderter Reisebericht mit Fotos wird in Kürze folgen… (https://i.pinimg.com/564x/d1/a3/9d/d1a39dfd325f581e270096bc6c2e748d.jpg)

Doch jetzt gibt’s erst mal wieder den Media Monday:

Media Monday # 431

1. Für viele steht ja der Oktober – Stichwort: Horrorctober – ganz im Zeichen von Horrorfilmen – ich finde die Idee dahinter an sich nicht schlecht, aber eine Liste mit 13 Filmen abzuarbeiten, kann ich mir im Moment für mich nicht vorstellen. Vielleicht im nächsten Jahr.

2. Besonders gefallen hat mir ja am vergangenen Monat dass ich es nach zwei Fehlgriffen davor doch noch geschafft habe, zwei Filme zu sehen, die mir sehr am Herzen lagen – den einen am vergangenen  Mittwoch zu Hause und den anderen gestern Abend in Berlin.

3. Wobei ich es gern noch geschafft hätte mir in Berlin noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit anzusehen. Leider haben dies gleich mehrere Faktoren verhindert: 1) das regnerische Wetter, bei dem mir Fotos nicht so gut gelingen, 2) meine Prellung, die ich seit Freitag mit mir herumschleppe und 3) die unglaublichen Menschenmassen, zwischen die ich geraten bin.

4. Nun, da sich langsam die „Sommer, Sonne, draußen“-Zeit dem Ende neigt, freue ich mich auf den Geruch, der in der Luft hängt, weil meine Nachbarn mit Holz heizen und auf das bunte Laub, das an den Bäumen prangt. Einen Vorgeschmack habe ich im Berliner Zoo auf der Suche nach den kleinen Pandas bekommen.

5. Langes Warten nervt mich ja oft weit mehr, als es eigentlich sollte, aber mit dem richtigen Unterhaltungsprogramm (Bücher, Musik, Sudokus) lässt es sich besser ertragen.

6. Was ich mir für das letzte Quartal in diesem Jahr mal vornehmen könnte wäre, gewisse Bereiche des Hauses zu entrümpeln, zum Beispiel den Keller.

7. Zuletzt habe ich ein Wochenende in Berlin gegönnt, und das war bei der Ankunft ein Schock für mich, weil ich keine Ahnung hatte, dass es wegen des Berlin-Marathons so voll und teuer war. Aber ich habe das beste daraus gemacht und mein Programm mit kleinen Änderungen durchgezogen.

Und der Sonntagabend war nicht nur, was den Film anging, so gut wie ich gedacht hatte, sondern weil es auch noch leckeres Essen und Wein gab, gesponsert von der australischen Botschaft. Ein Kompliment an den Caterer, auf dessen Konto diese riesigen und superleckeren Frikadellen gehen.

 

 

22 Wochen – 1 Objekt: Woche #7

 

Mein Tagebuch ist zusammen mit mir für das Fotoprojekt „22 Wochen – 1 Objekt“ (siehe unten) von aequitasetveritas und wortman nach Toronto gereist. Im Royal Ontario Museum gab es eine Sonderausstellung mit dem Titel „It’s alive“, in der die von dem Metallica-Gitarristen  Kirk Hammett gesammelten Hororfilmplakate und einige Filmkostüme noch bis Januar zu sehen sind.

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Hier darf sich mein Objekt an der Eintrittskarte festklammern, obwohl die Exponate am Ende gar nicht so furchteinflößend gewesen sind. Vermutlich waren es die vielen Saurierskelette im ersten Stock des Museums, die bei ihm für Respekt gesorgt haben.

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Und nun – zum Schluss – genaueres zu dem Projekt:

Worum geht es bei diesem Projekt?
Ein von euch ausgesuchtes Objekt wird 22 Wochen lang in den unterschiedlichsten Kontexten fotografisch in Szene gesetzt – eurem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt: euer Handy oder das Haustier, der Schreibtisch im Büro, euer Lieblingsbaum, ein Spielzeug aus der Kindheit. Was, wie, wo etc. ist jedem freigestellt.

Zeitplan?
Das Projekt startete am 4. August mit der Präsentation eures Objektes und endet am letzten Sonntag bzw. in der letzten Woche des Jahres (29. Dezember bzw. KW01). Ihr habt jeweils eine Woche Zeit, euch eine Idee für euer Objekt einfallen zu lassen und es mit dem Handy oder der Kamera „einzufangen“; ihr müsst also nicht gleich am jeweiligen Sonntag einen Beitrag online stellen. Voraus planen dürft ihr natürlich auch. ? Falls ihr heute erst zu uns stoßt: Herzlich willkommen! Und falls euch mal nichts einfällt: auch kein Problem. Es soll ja Spaß machen!