Me Made Mittwoch – „Sewing by the sea-Spezialedition“


sewing by the sea


 

 

Am heutigen Mittwoch bin ich seit längerem auch wieder mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei, wo bereits um 8 Uhr morgens an die 40 Nähbloggerinnen mit ihren wunderbaren Kreationen zu sehen waren. Am Start bin ich mit einem Kleid, das ich bei Sewing by the sea, organisiert von mamamachtsachen genäht habe. Vier Tage im schönen Noer, in der Eckernförder Bucht, an denen wir zwei volle Tage zum ungestörten Nähen hatten und somit mehr als nur einen Nähplan verwirklichen konnten, gaben mir trotzdem Zeit genug, am Strand spazierenzugehen. Nun aber zurück zum Kleid.

 

Kleid mit Gürtel 1

 

Der Schnitt ist aus der Februar-Burda von 2014 und super-simpel zu nähen; das einzige Manko daran ist, dass er groß ausfällt: Beim ersten Versuch, den ich auf meinem Blog (Grau ist das neue Schwarz) gezeigt habe, musste ich auf jeder Seite 2,5 cm wegnehmen, außer bei den Ärmeln, die ich nach der Änderung merkwürdigerweise problemlos einsetzen konnte. An Stelle des edel schimmernden, grauen Möbelstoffs aus 100% Kunstfaser habe ich einen Baumwollstoff verwendet, denn ich in einer Ausgabe der Zeitschrift „fashion style“ entdeckt habe und der bei einer Modenschau der Designerin Stella Jean zu sehen gewesen ist. Da die Mauersegler schon eine Weile da sind, ist für mich bereits Sommer, auch wenn sich das erst jetzt an den Temperaturen zeigt. Vielleicht ist es ja auch schon zu warm für ein Kleid mit langen Ärmeln, aber ich finde die Schwalben darauf so hübsch und die Farben so toll, da musste ich bei der 20%-Rabatt-Aktion letztes Jahr einfach zugreifen.

Für das Originalmodell ist übrigens kein Gürtel vorgesehen, aber ich habe trotzdem einen genäht, um das Kleid unterschiedlich tragen zu können; und mit Gürtel finde ich das aus blauem Schwalbenstoff um Längen cooler (das graue Kleid aus Möbelstoff dagegen mag ich lieber ohne Gürtel). Hier nochmal der Vergleich:

 

Version a) mit Gürtel – diesmal auf der Rückseite  

Kleid mit Gürtel 2

– und Version b) ohne Gürtel.

Kleid ohne Gürtel

 

Sewing by the Sea, Teil 1 — Up Reisen gohn …

 

ist ein Schwank, den man bei Grimms Kinder- und Hausmärchen finden kann. Aber im Gegensatz zu dem armen Kerl, der überall nur Dresche kriegt, weil er stets das Falsche sagt, ist mir nichts passiert – aber dafür ist meine Nähmaschine KO gegangen, und das bereits bei der Anreise. Ich war nämlich auf dem Weg zu „Sewing by the Sea“, ein privater Nähtreff mit ca. 26 Personen, der in Noer (eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde) stattfand, und jede brachte ihre Nähmaschine mit. An der aufgestellten Pinnwand konnten wir die bei der Vorstellungsrunde präsentierten geplanten Projekte nochmal genauer betrachten:

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Das KO für meine Bernina sah so aus, dass mir die Maschine von einem Koffer rutschte, als ich die Tür zum Abteil öffnen wollte, und kopfüber zu Boden stürzte. Ob das mit einer antiken Maschine auch passiert wäre? 

Ich bin da noch unschlüssig. Aber zum Glück hatten manche sogar zwei Nähmaschinen dabei, und so konnte ich auf der geliehenen W6 meiner Nachbarin doch noch meine Pläne verwirklichen und die kaputte Bernina im Schrank lassen. Deshalb geht an dieser Stelle mein Dank an meine Sitznachbarin, die mir mit ihrer Leihgabe die Veranstaltung gerettet hat, denn sonst hätte ich nur stricken oder mein Handnähprojekt fertigstellen können.

Wie bei allen Nähtreffen dieser Art zuvor auch, sollten wir bereits fertig zugeschnittene Teile mitbringen, denn das Platzangebot war begrenzt. Aus den für den AnNäherung Süd (Oktober 2016) vorbereiteten Projekten wählte ich die folgenden beiden aus:

a) einen Rock aus schwarzer Baumwolle und b) ein gestricktes Schultercape, an das ich ein Kunstfell nähen wollte

Alles hatte vorbereitet und transportbereit auf meinem Nähtisch im Keller gestanden, bis dann die persönliche Katastrophe über mich hereinbrach und ich an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnte. Lange Zeit lagen die Sachen beseitegräumt und unangetastet im Regal, weil ich mich zum Nähen einfach nicht aufraffen konnte. Nun bekomme ich aber so langsam wieder Lust dazu, und das erste, was ich dieses Jahr wieder nach Anleitung genäht habe, war ein geradegeschnittenes, knielanges Kleid mit Raglanärmeln und eckigem Halsausschnitt aus der Februar-Burda von 2014. Das dann aber gleich zweimal – und jetzt zum dritten Mal. Eine weise Entscheidung, denn diese Teile nahmen nicht viel Platz im Rollkoffer in Anspruch. Weil ich nämlich beabsichtigte, mit dem Zug anzureisen, schied der voluminöse Mantel, den ich bei der AnNäherung Süd fertignähen wollte, von vornherein aus.

Donnerstag, Freitag, Samstag und den Sonntagvormittag Zeit zum Nähen:

Klingt auf den ersten Blick im Vergleich zur AnNäherung in Bielefeld und der AnNäherung Süd in Würzburg nach unglaublich viel Zeit; kann aber, je nachdem, was man vorhat, zusammenschnurren wie ein Kaschmirpulli bei 60° C in der Waschmaschine oder sich dehnen wie Kaugummi. Einige von uns hatten mehr als drei Projekte dabei, während sich andere auf die Umsetzung nur weniger Pläne beschränkten, darunter ich. Nur zwei Teile zum Nähen auf der Maschine mitzunehmen und den Rest von Hand zu erledigen, war die cleverere Strategie, denn nachdem es zunächst mit dem Kleid so gut gelaufen war, jagte bei dem Rock ein Mißgeschick das nächste.

Das Kleid hatte ich schon am Freitagmittag fertig, dann ging’s ans Nähen des Rocks, und bevor ich den Reißverschluss einsetzte, war auch alles gut. Dann musste ich den Reißverschluss wieder rausnehmen, und da zerriß ich mir beim Trennen zuerst Stoff und Reißverschluss. Bis ich beides geflickt hatte, ging haufenweise Zeit ins Land. Als dann im zweiten Versuch der Reißverschluss richtig saß, passierte der GAU beim Kürzen des Reißverschlusses. Da ich den Metallclip am Ende nicht gesichert hatte, rutschte der mitsamt dem Zipper davon, und ich durfte die Zähnchen mühsam von unten her wieder von Hand in den Zipper einfädeln, was auch nochmal mindestens eine Stunde dauerte. Dann aber saß das Teil so, wie es sollte, und ich sicherte das Ende mit pinkem Garn, damit ich in Zukunft sehen kann, wie weit ich den schwarzen Zipper nach unten ziehen darf. Wenn dann noch die geschrotteten Stellen mit schwarzer Textilfarbe übertüncht sind, kann man von dem Schaden kaum noch etwas sehen.

Und auch wenn ich hinterher festgestellt habe, dass bei dem am Samstagnachmittag fertig gewordenen Rock die Taschen etwas zu tief sitzen und ich dies vielleicht nochmal ändern darf, bin ich mit dem Rock trotzdem zu 90% zufrieden. Er sitzt nämlich richtig gut. Andere taten sich da wesentlich leichter als ich, und so richtig toll fand ich den Mantel, genäht nach einem Schnittmuster aus einer Zeitschrift aus den Zwanziger Jahren:

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Seine Anfertigung hat zwar ein Jahr gedauert, aber dafür ist der nun das ganz spezielle Highlight – genau wie das selbstgenähte Hochzeitskleid einer anderen Teilnehmerin, die unter anderem auch die Spitze eines Taufkleids verarbeitet hat. Bei solch anspruchsvollen Aufgaben kann ich wahrscheinlich nicht mithalten, aber Hauptsache, Nähen macht Spaß – und den habe ich mir trotz unbrauchbar gewordener Nähmaschine nicht verderben lassen.

Und weil mir auf der langen Heimreise gestern wegen des hohen Gewichts meiner Maschine der Arm immer länger geworden ist, habe ich mir heute eine Lösung für dieses auf Reisen entstehende Problem einfallen lassen: In dem Laden, in dem meine Bernina nun repariert wird, habe ich mir eine Maschine ausgesucht, die nicht nur kleiner, sondern auch nur noch halb so schwer ist. Die werde ich heute abend gründlich ausprobieren.

Was es noch zu sagen gäbe über Noer, das wird in einem separaten Beitrag geschehen. Jetzt aber nochmal mein Dank an Alexandra, die das Ganze so toll organisiert hat und auf ihrem Blog mamamachtsachen uns Gelegenheit gibt, unsere Erfahrungen dort zu versammeln. Mal sehen, wie viele dort ihre Berichte hochladen.

100 Creative Challenges # 100 : DIY

100 – Finde im Internet eine DIY-Anleitung, die du tatsächlich machen wirst. (Pinterest oder Craftgawker können dir weiterhelfen.)


Nachdem ich heute zum zweiten Mal ein Kleid nach dem burdastyle-Schnittmuster #113 aus der Februarausgabe von 2014 genäht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich diesen Schnitt bestimmt nicht zum letzten Mal verwendet habe. Doch bis es soweit ist, möchte ich das Schnittmuster anders aufbewahren als sonst üblich. Bisher habe ich die Schnittmuster mit dem dazugehörenden Nähjournal in einer Plastikhülle aufbewahrt und diese in einem Aktenordner abgeheftet – leider auf Dauer eine ziemlich sperrige Angelegenheit.

Inzwischen bin ich auf eine genial einfache Aufbewahrungsidee gekommen, die an verschiedenen Stellen im Internet erwähnt wird: die Papprolle, die das Innenleben von einer Küchenrolle bildet, dient als eine Art „Zeitungsrolle“ für das zusammengerollte Schnittmuster.

Das habe ich heute ausprobiert, denn zufällig hängt in unserer Küche seit Tagen schon eine solche Papprolle im Küchenrollenhalter, ohne gegen eine neue Küchenrolle ausgewechselt worden zu sein. Diese Papprolle habe ich mit einem Rest Geschenkpapier beklebt und mit Edding daraufgeschrieben, welches Schnittmuster die Rolle in Zukunft beherbergen soll.

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Und damit habe ich eine Do-it-Yourself-Anleitung im Internet gefunden, die ich auch tatsächlich gemacht habe, womit dann auch die 100. Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ erfüllt ist, auch wenn ich sie weder bei Pinterest oder Craftgawker gefunden habe.

Into the blue : mein erster MMM dieses Jahr in blauem Pulli


 

Ist es schon so lange her, dass ich beim MeMadeMittwoch mitgemacht habe? Das ändere ich mit der aktuellen Ausgabe. Ich finde es immer wieder spannend, was andere mit Stoff und Maschine sowie Nadel und Faden zustande bringen. Im letzten Jahr war ich lieber bei den „12 letters of handmade fashion“ dabei, und dabei sollte es auch bleiben; familiäre Gründe machten es mir unmöglich, an der AnNäherung Süd in Würzburg und der AnNäherung in Bielefeld teilzunehmen – lediglich die NähNerd-Klassenfahrt nach Berlin nahm ich noch mit, um den Kopf freizubekommen. Aber zwei Trauerfälle innerhalb von fünf Monaten stecke ich dann doch nicht so einfach weg. Aber, es soll jetzt niemand erschreckt werden oder sich komisch fühlen. Es wird schon. Mit der Zeit.

 

So seltsam es auch klingt, aber Stricken war mir in gewisser Weise ein Trost und eine Hilfe. Und so kommt es, dass den Auftakt beim MMM mein neuer Frühjahrspulli macht, den ich in den letzten Wochen aus einem Garn mit Vorgeschichte gestrickt habe. Vielleicht komme ich demnächst nochmal auf diese Vorgeschichte zurück. Jetzt aber zu dem Corpus Delicti in Blau.

 

Das „Lovewool“-Magazin von Rico Design, das ich im Zeitschriftenregal bei REWE gefunden habe, ordnet dieses Top dem Schwierigkeitsgrad „leicht“ zu. Die beiden Bilder oben sind aus dem Heft abfotografiert. Nach einem Bündchen im Rippenmuster folgt das Grundmuster, dessen Musterrapport sich über jeweils 8 Maschen und 8 Reihen erstreckt:

 

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Reihe 1: nur rechte Maschen

Reihe 2: nur linke Maschen

Reihe 3: 2 linke, 6 rechte Maschen

Reihe 4: 2 rechte, 6 linke Maschen

Reihe 5: nur rechte Maschen

Reihe 6: nur linke Maschen

Reihe 7: 4 rechte, 2 linke, 2 rechte Maschen

Reihe 8: 2 linke, 2 rechte, 4 linke Maschen

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Außer an der Schulterpartie musste ich hier Maschen weder zu- noch abnehmen – die Form des Tops ist einfach nur quadratisch. Auf die Bündchen, die an die Armausschnitte angestrickt werden sollten, habe ich jedoch nach dem fünften erfolglosen Versuch aufgegeben und trage das Top jetzt „ärmellos“. Und noch einen Unterschied zur Vorlage habe ich gefunden: Auf dem Foto im Heft sah das Muster wie geflochten aus; tatsächlich hat das Top jetzt eine Struktur mit lauter plastischen Quadraten. Außerdem habe ich mit zwei Fäden zusammen gestrickt.

 

01 Modell 3

Garn Nr.1 ist ein sogenanntes Schmeichelgarn von YaKuSi (50% Yakwolle & 50% Seide) in Pflaumenblau.  Garn Nr.2 ist in verschiedenen Grautönen melierte Wolle von Ito aus Japan. Dadurch wirkt der „lila“ Farbton des Pullis zwar nicht mehr ganz so intensiv, aber dafür hat er jetzt auch eine streifenweise Melierung, was man auf meinem Tragefoto für den MMM eventuell nicht so gut sehen kann.

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Kombiniert habe ich den Pulli mit gekaufter Kleidung; die Schuhe sind von tamaris, der Rock von Gracy Q und der Gürtel hat ursprünglich zu einem petrolblauen Satinkleid gehört, das ich längst ausrangiert habe, weil es mir zu klein geworden ist.

 

 

# 12 colours of handmade fashion im Januar : Grün

 


 

Nach dem Projekt „12 letters of handmade fashion“ hat Selmin auf ihrem Blog tweedandgreet die „12 colours of handmade fashion“ ins Leben gerufen. Jeweils ab dem 27. eines Monats kann man etwas Selbstgemachtes in der am Monatsersten vorgegebenen Farbe präsentieren, und den Anfang macht die Farbe

Grün.

Ursprünglich hatte ich vor, meinen angefangenen pastellgrünen Wollwalkmantel fertig zu nähen, doch dann habe ich beim Ausmisten ein Kleid aus 100% Viskose in Größe 34 gefunden, das ich mir vor Jahren zu einem stolzen Preis gekauft habe. Da ich aber inzwischen bei Größe 38/40 angekommen bin, war es ein Wunder, dass mir das Oberteil noch passt. Ja, ja, das Oberteil. Aber der Rock? No way!

 

01-jan-vorarbeit

 

Das Kleid deswegen aber wegzuwerfen, kommt für mich gar nicht in die Tüte, deshalb ist es geradezu prädestiniert als Kandidat für die „12 colours…“ im Januar. Im ersten Schritt habe ich eine der beiden Seitennähte bis dahin aufgetrennt, wo der Tunnelzug anfängt, und anschließend das Rockteil entlang des Tunnelzugs abgeschnitten. Zum Schluß habe ich auch noch die andere Seitennaht des abgeschnittenen Rockteils sowie alle umgenähten Säume aufgetrennt und so zwei Stoffbahnen erhalten. Diese habe ich gebügelt und auf eine einheitliche Größe zugeschnitten, um ein neues Rockteil daraus zu nähen, dessen Fadenlauf nicht längs, sondern quer verläuft.

 

 

Verzogen hat sich nichts, das hat das Anheften des auf diese Weise erstellten „Loops“ ergeben. Den Loop habe ich vorne und hinten in kleine Falten gelegt und am Oberteil festgenäht. Zum Schluss musste nur noch der Saum umgenäht werden. Et voilà: Fertig ist ein neues Kleid fürs Frühjahr:

 

MMM am 22.2.17 : „Grau ist das neue Schwarz“ …


 

 

… und wird von mir am MeMadeMittwoch vom 22.2.2017 präsentiert:

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Leider konnte ich die technische Zeichnung des Modells nicht in meinen Beitrag einbauen, und zum Abfotografieren der zugeschnittenen Teile (Vorderteil, Rückenteil, Ärmel) hat die Zeit nicht mehr gereicht. Nun aber – voilà:  Mein neues Kleid, das ich am 22. Februar zum ersten Mal im Büro trage:

 

 


 

Und: Stylische Säcke sind das neue Retro, denn Taillierungen sind überbewertet. Oder so.


 

Im Schaufenster des Stoffladens, den ich ab und zu gerne zum Stöbern besuche, habe ich ein Etuikleid aus einem grauen Webstoff gesehen, das ich mir unbedingt nähen wollte. Der Stoff war schnell gekauft und kostete acht Euro pro Meter. Nur mit dem Schnitt gab es ein Problem: Er war nicht zu bekommen, obwohl das „Nähpaket“ ja bei der Schaufensterpuppe lag. Aber es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss, und außerdem habe ich stapelweise Schnittmusterhefte. Nach intensiver Durchsicht meines Zeitschriftenstapels blieben zwei Modelle übrig, zwischen denen ich die endgültige Wahl traf:

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1) „burda-style Nähkurs für Einsteiger“: kragenloses Etuikleid mit kurzen Ärmeln

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2) „burda-style 2/2014“: Minikleid mit langen Raglanärmeln und eckigem Halsausschnitt


 

 

Beide Kleider kamen dem Kleid aus dem Schaufenster schon ziemlich nahe: Beim rosa Etuikleid war es der strukturierte Stoff auf der Abbildung, der es in meine engere Auswahl beförderte, beim gestreiften Minikleid dagegen die Raglanärmel. Beide Kleider sind leicht ausgestellt und lassen sich daher nach meiner Einschätzung leicht über den Kopf ziehen; nicht umsonst sind Reißverschlüsse nicht vorgesehen. Genauso wenig wie Taschen in der Seitennaht, aber es gibt ja schließlich nichts, was man nicht ändern kann. Noch fiel mir die Wahl schwer, aber am Schluss gab die jeweilige Stoffempfehlung den Ausschlag:  1) Der „burda-style Nähkurs für Einsteiger“ empfiehlt dehnbare, blickdichte Wirkspitze, feine Strickstoffe oder Jersey /// 2) Im Nähjournal der „burda-style 2/2014“ stehen Baumwoll-Canvas oder Kleiderstoffe mit etwas Stand zur Wahl.

Damit hatte ich den passenden Kandidaten ermittelt: das Modell Nr. 113 aus Heft Nr. 2/2014 , auch wenn ich keinen Baumwoll-Canvas, sondern ein Kunstfasergewebe gekauft hatte. Laut „Stoff4you.de-Stofflexikon“ handelt es sich bei Baumwoll-Canvas um „ein festes und steifes Gewebe“, was auf dem Foto in der Burda nicht auf Anhieb zu erkennen war. Beim Zuschneiden merkte ich dann auch recht schnell, dass der Stoff nicht nur ziemlich stark auszufransen begann, sondern dass mir die anhand der im Heft abgedruckten Größentabelle ermittelte Größe 40 viel zu groß war.

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Irgendwo hatte ich gelesen, dass der Schnitt ziemlich groß ausfällt; das kann ich leider bestätigen, denn ich musste die Seitennähte noch einmal auftrennen und rechts und links je zweieinhalb Zentimeter wegschneiden. Dann passten zu meiner Verblüffung auch plötzlich die Ärmel in die vorgesehene „Rundung“, obwohl ich an den Ärmeln nichts mehr ändern musste.

Entgegen der Nähanleitung habe ich auf ein Futter verzichtet. Zum einen sollte das Kunstfasermodell noch genügend Luft durchlassen und das Gefühl, in eine Plastikplane eingewickelt zu sein, vermieden werden; zum anderen trägt sich der Stoff äußerst angenehm auf der Haut.

 

 

# 12 letters of handmade fashion im Dezember : L wie Lieblingsstoff oder „Lady-Crawley-Gedächtniskleid“


Mei, hat das wieder lange gedauert… „Ja, ist denn schon Weihnachten?“ –  Nein, aber der letzte Monat des Jahres, und damit auch der letzte Buchstabe bei 12 Letters of handmade fashionauf dem Blog von tweedandgreet ist es diesmal das

 

                  buchstabe-l

geworden.

Zu diesem Buchstaben ist mir zunächst nichts vernünftiges eingefallen. Lila wäre eine Option gewesen, aber schon wieder einen Schal stricken? Nicht nur deshalb muss der angefangene Schal erst mal in den Winterschlaf – natürlich gibt es dafür noch andere Gründe, aber über die möchte ich erst einmal schweigen. Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt.

Als nächstes hatte ich lebensverlängernde Maßnahmen für meinen Lieblingspulli im Sinn, aber da dieser Einfall nur traurige Erinnerungen heraufbeschwören würde, habe ich beschlossen, als Ablenkung über meine Vorliebe für klassische Stoffmuster zu schreiben. Es sind Muster, die mir zwar gut gefallen, aber an sie habe ich mich bisher noch nicht herangetraut (warum auch immer), wie z.B. Fischgrät-, Paisley- oder Pepitamuster. Ein anderes Muster, von dem mein Mann einmal gesagt hat, er bekäme davon Augenkrebs, ist Hahnentritt. Über dieses habe ich einen Link zu einer Seite gefunden, auf der der Unterschied zwischen Pepita, Vichy und Hahnentritt ausführlich erklärt wird. Unter anderem steht dort: Lady Gaga erschien 2011 bei einer US-Fernsehshow von Kopf bis Fuß im Hahnentritt-, bzw. Vichy-Look von Salvatore Ferragamo“.


 

Lady Gaga? Really? Are you kidding me? Aber… warum eigentlich nicht? Ein Lady-Gaga-Gedächtniskleid? Wäre zumindest ein L (*ggg*). Aber jetzt mal Spaß beiseite. Bevor es im Text weitergeht, der das gute Stück beschreibt, kommen hier die Bilder, die ich von mir in diesem Kleid geschossen habe:

 

 

Ich stelle fest: Mit Lady Gaga hat das Kleid gar nichts zu tun, ich hätte es vor dem Tragen bügeln sollen, und nicht nur auf dem Fernsehbildschirm, sondern auch auf dem Bild fängt der Stoff zu flimmern an. Trotz dieser unschönen Eigenschaft mag ich Hahnentritt – für mich steht dieses Muster neben Fischgrät und Pepita für die 50er oder meinetwegen auch noch 60er Jahre, an deren Mode ich als Teenager einen Narren gefressen hatte. Und vielleicht ist auch daran etwas dran:

In Zeiten von gesellschaftlichen Umbrüchen und Krisen sehnen sich Menschen nach Tradition und Sicherheit.“

Zur Zeit befinde ich mich in einer – insofern würde auch das passen. Wie lange ich diesen Stoff (schön stretchig und den kälteren Temperaturen angemessen) schon besitze, weiß ich gar nicht mehr. Auch was er gekostet hat, ist mir komplett entfallen – nur dass ich ihn mir in meinem Lieblingsstoffladen habe aufschwätzen lassen, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Aber warum habe ich so lange gebraucht, bis ich ihn für ein winterliches Projekt ausgewählt habe?

Vielleicht waren es die Abneigung meines Mannes gegen dieses Muster und seine Worte über „Augenkrebs“. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass ich so viel anderen Stoff verarbeitet habe, dass dieser in Vergessenheit geraten ist. Nun aber habe ich mich wieder an ihn erinnert und für ein Kleid nach einem Schnitt von 2013 ausgewählt: das Modell 116 aus der August-Ausgabe:

 

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(Bildquelle: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/564x/bd/20/e0/bd20e00a9acb0173138fbce226705471.jpg)

Burda nennt die Serie „Downton Abbey“ als Inspirationsquelle. Welche Lady möchte ich sein? Lady Mary, Lady Edith oder Lady Sybil?


 

An diesem Modell habe ich mich schon einmal versucht und ein Probekleid aus weißem Baumwollstoff genäht, das ich dann in der Shibori-Technik blau-weiß gebatikt habe, aber das war lange, bevor ich mir habe zeigen lassen, wie man einen Schnitt an die eigene Figur anpasst. Nun, das der Grundschnitt geändert worden ist, habe ich das Kleid erneut zugeschnitten und beim Zusammennähen der Teile festgestellt, dass ich Vorder- und Rückenteil im Stoffbruch zugeschnitten habe, anstatt dafür jeweils zwei Teile mit Mittelnaht zuzuschneiden. Auch der Halsausschnitt ist nun nicht mehr v-förmig, sondern rund, weshalb ich auch die Besätze abwandeln musste. Die größte Änderung betrifft den Reißverschluss, den ich dank der Dehnbarkeit des Stoffes nun nicht mehr benötige. Guter Entschluss – Zeit gespart.


 

PS: Auf diesem Blog habe ich zudem gelesen, dass es neben Hahnentritt auch Hennentritt gibt und beide Muster nach ihrer Größe unterschieden werden: „Das Muster dieses Dior-Oberteils heißt Hennentritt, ‚Pied-de-poule‘, weil es ein kleines Muster ist.“ und „In der größeren Version dieses wunderbaren Mantels wird das Muster zum uns bekannten Hahnentritt, ‚Pied-de-coq‘.“ Nach dieser Logik hätte der Stoff, den ich für mein aktuelles Kleid gewählt habe, die Bezeichnung „Kükentritt“ verdient; schließlich ist das Muster so winzig, dass der Stoff vor jeder Kamera zu flimmern anfängt (was meine Tragefotos bewiesen haben).

MeMadeMittwoch : Stoff aus Berlin für ein bereits bewährtes Modell


Schon seit langem ist für mich der Mittwoch etwas besonderes, denn er ist die Chance für mich, beim MeMadeMittwoch selbstgenähte Kleidungsstücke einem größeren Kreis zu zeigen, wenn mir danach ist. Manchmal ist es ein Klassiker, der sich für mich schon ausgiebig bewährt hat; manchmal aber auch brandneues, das ich noch nie getragen habe – je nach Lust und Laune. Schon morgens nach der ersten Tasse Kaffee sitze ich dann vor meinem Laptop und verpasse dem Beitrag, der sich um mein selbstgemachtes Kleidungsstück dreht, den letzten Schliff und fiebere dem Moment entgegen, in dem der Startschuss zum Verlinken fällt.

Diesmal aber befinde ich im Salatschneckenmodus, weil ich weder gestern Abend noch heute Morgen Lust verspürte, ein Foto von meinem neuesten Kleidungsstück zu schießen und nehme gerne in Kauf, an der 80. Stelle zu landen.

Dabei ist es im Grunde so einfach: Von der auf dem Maybachufermarkt bei der „NähNerd-Klassenfahrt“ gekauften blauen Viskose, die mit kleinen Ballerinas bedruckt ist, habe ich mir die Bluse „Pam“ aus einer älteren Ausgabe des Magazins „La Maison Victor“ genäht (meine zweite „Pam“, by the way). Da mir das erste Modell noch immer passt, musste ich am Schnitt nichts mehr ändern, weshalb ich am Samstagnachmittag die einzelnen Teile zuschneiden und am Sonntag innerhalb mehrerer Stunden zusammennähen konnte. Die Säume habe ich, wie immer, von Hand mit Blindstich genäht – eine Arbeit, die mir mittlerweile leicht von der Hand geht. Und da es im Fernsehen den unterhaltsamen Film „Julie und Julia“ mit Meryl Streep und Amy Adams gab, war die Sache innerhalb kürzester Zeit erledigt.

 

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Auch wenn die Farben auf den Bildern etwas unnatürlich wirken: Im Prinzip bin ich mit dem Modell zufrieden; lediglich das Verstürzen der Blende/des Belegs am vorderen Halsausschnitt stellt mich immer wieder vor ein Rätsel; irgendwie scheint der Beleg auf der Innenseite des V-förmigen Ausschnitts an dessen Spitze zu viel Stoff zu haben, so dass ich mich am Ende mit Abschneiden der überschüssigen Stoffmasse behelfen muss. Mir scheint, die ideale Lösung will anscheinend erst noch gefunden werden, aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg – immerhin bin ich schon so weit, dass ich den Beleg nur noch mit einigen lockeren Stichen im Schulterbereich fixiere und ihn nicht mehr, wie bei meiner ersten „Pam“, nach innen schlage und mit Blindstich festhefte.

„NähNerd-Klassenfahrt“ nach Berlin : 11. bis 13. November

stare
Freche Stare, die sich an snackende Caféhausgäste heranpirschen, gibt es nicht nur an der Strandpromenade von Edinburghs Vorort Portobello, sondern auch in Berlin, und zwar überall da, wo an Kiosken geknuspert wird.


Als ich irgendwann dieses Jahr erfahren habe, dass es im November ein Treffen mit Workshops in Berlin geben würde, das den spaßigen Titel „NähNerd-Klassenfahrt“ tragen sollte, stand für mich fest, dass ich mir dieses Ereignis auf keinen Fall entgehen lassen wollte: Übernachtung in einer Gründerzeitvilla im Landhausviertel, Workshops zum Thema Alabama Chanin, Oberteilanpassung o.ä., und dann noch Museums- und Maybachufermarktbesuch, orientalisch Essen gehen…

villa

Schließlich ist es nun schon wieder fünf Jahre her, dass ich zum letzten Mal in Berlin war, und damals hatte ich tagsüber ein umfangreiches Sightseeingprogramm, während Stoffkaufen eher einen niedrigeren Stellenwert hatte (dazu war ich lediglich in einem einzigen Geschäft in Berlin-Mitte gewesen).


Die Nähmaschine darf zu Hause bleiben

Denn die mussten wir nicht mitschleppen; dafür aber einiges an Material für die Workshops, denn schließlich wollte ich schon immer mal wissen, wie ich ein schlechtsitzendes Oberteil so anpassen kann, damit es endlich so sitzt, wie ich es haben will, und wie man Säume mit elastischen Stichen einfasst. Alles passte in mein Rollköfferchen, in dem ich noch extra Platz für Spontankäufe gelassen hatte.

Am Freitag kam dann die Stunde der Entscheidung, als wir uns alle vor dem Eiscafé im Hauptbahnhof trafen: Fahre ich mit einem Teil der Gruppe zum Maybachufermarkt (da war ich in meinem ganzen Leben noch nicht)? Oder doch lieber mit zu Hüco-Stoffe? (auch da war ich noch nie). Da ich bestimmte Vorstellungen hatte und ich ein arges Gedränge auf dem Markt befürchtete, schloß ich mich der „Hüco“-Gruppe an… um schließlich doch auf dem Markt zu landen. War das toll! Und zu Kaffee und Kuchen schafften wir es auch noch.

Die ideale Stärkung für den Schnittanpassungs-Workshop, den die Dozentin, Regine Hielscher-Gotenbach (Lehrbeauftragte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee) leitete und sich während der dreistündigen Dauer wirklich ausgiebig Zeit für jede von uns sieben Teilnehmerinnen nahm. Herzlichen Dank dafür. Es war wahnsinnig schön, aber auch überaus anstrengend. Den Abend beschloß ich irgendwann in the middle of the night…

Kunst & Kultur : von Rokoko bis Balenciaga

um verkatert aufzuwachen. Rotwein macht’s möglich. Aber es gibt so Tage, da muß man durch solche Phasen durch. Weil mich der Besuch des Kunstgewerbemuseums reizte und dadurch der ganze Vormittag frei war, fuhren wir spontan ein zweites Mal zum Maybachufermarkt, der mir im Sonnenlicht des frühen Vormittags ein Déjà-vu bescherte. Vor sechs Jahren waren Andy und ich in Amsterdam gewesen und waren stundenlang über den Flohmarkt an den Grachten gebummelt. Zwar gab es auf dem Neuköllner Markt am Landwehrkanal keine Hotdogs, Oliebollen oder Frikandeln, aber dafür leckere Trockenfrüchte, direkt aus Südostasien importierte Gewürze und orientalische Heißgetränke.

Und natürlich das, wofür viele von uns eigentlich hergekommen waren: nach schönen Stoffen suchen; und ich gebe zu, obwohl ich eigentlich nichts kaufen wollte, landeten am Schluss doch noch eine blaue, mit Ballerinas bedruckte Viskose und zwei Meter Jersey in weiß und türkis in meiner Einkaufstüte. Irgendwie war ich von der Idee besessen, dass ich für den Handnähworkshop am nächsten Tag noch Baumwolljersey zum Üben brauchte; was natürlich dummes Zeug war, denn Antje würde uns jede Menge Jerseyreste zur Verfügung stellen.

In der Zwischenzeit bekam der andere Teil unserer Gruppe eine Führung bei Spoonflower inclusive Workshop zum Thema Digitaldruck. Klingt interessant, aber mich interessierte der Teil des Kunstgewerbemuseums, der sich mit Mode vom Barock bis zu den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigt, viel brennender.

Ich kann mich natürlich irren, aber ich glaube, mit diesem Modell war das Kapitel über Cristobál Balenciaga in der 50er-Jahre-Vintage-Ausgabe der Burda bebildert.


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In dem just an diesem Nachmittag neueröffneten Atelier, das sich dort auf Dauer befinden wird, kann man verschiedene Schnitte abpausen (inclusive eines schrägen zugeschnittenen Abendleids von Madeleine Vionnet) und einen Reifrock und eine Turnüre anprobieren – ein seltsames Gefühl.

reifrock


Überwältigt von so vielen einzigartigen Eindrücken, hatte ich beim Kragenworkshop, bei dem ich unangemeldete Zuschauerin war, so meine Schwierigkeiten, das Gezeigte aufzunehmen, geschweige denn zu verarbeiten, während bei mir der Hunger mit Nachdruck anklopfte.

mokka

Um acht Uhr abends saßen wir dann aber an einer langen Tafel im Osmanya in Moabit und durften orientalische Köstlichkeiten genießen. Ich hatte ein Menü mit Grillteller, dazu zwischendurch einen Minztee, und zum Abschluß bzw. zum Abrunden des Desserts, einen Mokka. Länger wurde die Nach danach nicht – dank ausgiebigen, angeregten Klönens, begleitet von einem Gläschen Prosecco.


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Hier wären wir gerne eingekehrt, aber die einzigen freien Plätze befanden sich in der Raucherecke, und da wollten wir nun wirklich nicht sitzen.

Von der Ankerklause am Maybachufermarkt zum Anker auf Jersey

Bei dem Workshop „Handnähprojekt im Stil von Alabama Chanin“ zeigten uns die Bloggerinnen Nahtzugabe und Machenstattkaufen einige Techniken, mit denen man T-Shirts und andere Kleidungsstücke aus Jersey aufpeppen/upcyceln bzw. kleine Fehler verschwinden lassen kann… Reverse Appliqué heißt das Zauberwort, also das Gegenteil von Applikationen: Grob gesagt, werden zwei Lagen Jersey von Hand aufeinandergesteppt und anschließend aus der oberen Lage ein Ornament ausgeschnitten, so dass die untere Lage zum Vorschein kommt. Während ich mit Hilfe einer Schablone einen Totenkopf auf den Stoff übertragen hatte, arbeiteten bereits die beiden Teilnehmerinnen rechts und links von mir jeweils an einem Anker.

Irgendwie hatte ich aber bereits kurz nach dem Aufwachen zu Kränkeln begonnen, und so hielt sich meine Aufnahmefähigkeit doch so ziemlich in Grenzen. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem – alles war super organisiert, und trotz einiger Momente, in denen mich die Melancholie überwältigte, habe ich das lange Wochenende doch sehr genossen. Vielen Dank an mamamachtsachen, die die Nähnerd-Klassenfahrt auf die Beine gestellt und uns mit diesem Treffen eine tolle Zeit beschert hat…. und weil’s da jetzt ein Linktool für unsere Fotos gibt, häng‘ ich mich dort jetzt dran.


PS zum Thema „Tolle Zeit“: Bei der kommenden AnNäherung in Bielefeld kann ich diesmal leider nicht dabei sein, und auch was aus der AnNäherung Süd in Würzburg wird, steht noch in den Sternen – aber bei „Sewing by the Sea“ an der Ostsee wäre ich gerne dabei.

 

 

Ja, mach‘ nur einen Plan und sei ein großes Licht …

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Auf ihrem Blog hat siebenhundertsachen einen Herbst-Plan-Along ausgerufen, dessen Linktool noch bis morgen geöffnet ist und den ich gerne auszugsweise zitieren möchte:

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¶¶¶ Heute wollen wir unsere kreativen Herbstpläne präsentieren. Was wollen wir in diesem Herbst so werkeln? Berichtet uns allen davon, auf dass wir mit Flow und Motivation in den kreativen Herbst starten. Erlaubt sind alle Pläne für Kreativprojekte: nähen, stricken, häkeln, spinnen, weben, drucken, basteln, Origami, laubsägen, filzen, und was auch immer euch noch einfällt. Wichtig ist jedoch, dass ihr einen richtigen Plan habt, nicht nur eine grobe Ideensammlung ohne konkrete Umsetzungsideen, dass ihr dazu innerhalb der kommenden Woche einen Post veröffentlicht und dass sich diese Pläne auch tatsächlich auf die nächsten 2-3 Monate beziehen und nicht auf die nächsten 10 Jahre oder so. Das i-Tüpfelchen wäre natürlich, wenn ihr etwas für euch ganz neues ausprobiert, aber das ist kein Muss! ¶¶¶

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Na, da bin ich doch gerne mit von der Partie – schon alleine, um mit dem handschriftlichen Geschmiere in meiner Kladde Schluß zu machen (die Kladde werde ich natürlich trotzdem beibehalten, aber so zwischendurch mal eine Aufstellung zu bloggen, kann auch nicht schaden). Hier kommen meine Pläne:

Erstens – Die AnNäherung Süd, auf der ich einen Rock für die #12 letters of handmade fashion nähen möchte

Zweitens – Einen Schal für meinen Mann stricken

Drittens – Jackenschnittkurs an der Schule für Mode.Grafik.Design

Viertens – Ein Fotoalbum für die Dame basteln, die wir dieses Jahr noch in Schottland besuchen werden

Fünftens – Schnittanpassungs-Workshop in Berlin, daraus resultierend eine vernünftige Schnittanpassung, um endlich das Kleid, das ich meiner Schwester zum Geburtstag versprochen hatte, auch zu nähen. Das Probemodell hat nämlich nirgendwo gepaßt. Sowas von nicht.

Sechstens – wenn die Zeit noch reicht, als Weihnachtsgeschenk ein warmes Nachthemd für meine Mutter nähen.

und falls ich im kommenden Jahr noch Lust dazu habe, eine etwas abgedrehte Idee mit Scrabble-Buchstaben verfolgen, das ist aber nur so ein vager Gedanke, der mir seit letztem Monat durchs Hirn geistert… aber vor allem eins: Keep cool and relax. Vieles davon habe ich auch schon begonnen. Bevor ich wieder ins endlose Sülzen abdrifte, kommen hier noch ein paar Anmerkungen en détail zu den einzelnen Punkten auf meiner Liste:

Erstens – Über den Rock, den ich auf der AnNäherung Süd für die #12 letters of handmade fashion nähen möchte, habe ich gestern einen Beitrag verzapft. Heute habe ich mich den Vorbereitungen gewidmet, indem ich den Stoff gebügelt, Vorder- und Rückseite zugeschnitten und Einlage auf den Bund gebügelt habe. Nun fehlt mir nur noch ein 22 cm langer, nahtverdeckter Reißverschluss in schwarz, und der Spaß kann beginnen. Was freu‘ ich mich schon drauf, das kann mir jeder glauben.

Zweitens – Mit dem Schal für meinen Mann habe ich schon begonnen. Gefühlte 15 cm habe ich hinter mir – ein Meter fünfzig liegen noch vor mir. Ein Meter fünfzig in pflaumenblauem Garn (50% Seide / 50% Yak), durchzogen mit einem dünnen graumelierten Wollgarn aus Japan, mit dem sinnigen Namen „Shades of Grey“. Stricken findet auf meinem Weg zur Arbeit in der S-Bahn und auf dem Nachhauseweg statt.

Drittens – Der Jackenschnittkurs an der Schule für Mode.Grafik.Design sollte gestern und heute stattfinden, fällt aber wegen Krankheit zweier Teilnehmer aus und ist auf Ende November verschoben worden. Auch hierfür lagert mein Material schon im Keller. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich lernen, wie man passende Jackenschnitte anfertigt und abwandeln kann.

Viertens – Das Fotoalbum soll mit Bildern von mir und meinem Mann auf der Ronneburg und in der dortigen Falknerei sowie von mit Fotos von Eulen bestückt werden, die ich 2013 mit ihr zusammen in Schottland fotografiert habe. Alles, was ich dazu brauche, besorge ich in den nächsten Tagen: USB-Stick zum Speichern und Ausdrucken der Bilder im Drogeriemarkt, sowie Fotoalbum und Kleber. Dekozeugs, das nicht aufträgt, ware auch fein. Muss aber nicht.

Fünftens – Einer der Workshops in Berlin, auf die ich mich freue, befasst sich mit der Anpassung von Oberteilschnitten. Den Schnitt und das Kleid habe ich, es muss nur noch aus dem Funds herausgesucht werden.

Sechstens – Die Idee, meiner Mutter ein Flanellnachthemd zu nähen, habe ich schon seit einem Jahr im Kopf, aber nirgends schriftlich fixiert. Da habe ich hiermit nachgeholt. Fehlt nur noch der Flanell. Eventuell zu besorgen auf dem vielgerühmten Maybachufermarkt.

Ich glaube, das war’s. Und jetzt zu meiner Idee mit den Scrabble-Steinchen.

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Im Dezember endet #12 letters of handmade fashion. Aber da das Alphabet insgesamt 26 Buchstaben hat, bleiben noch 14 übrig, die bis Anfang Dezember nicht gezogen worden sind. Daher habe ich mir überlegt, im kommenden Jahr an jedem Monatsersten blind einen von diesen 14 Buchstaben (Ä, Ö und Ü ausgenommen) zu ziehen, der dann mein Buchstabe für den laufenden Monat wird und zu dem ich mir dann ein passedes Kleidungsstück oder Accessoire fertige. Das wäre dann mein persönliches Spin-off zu #12 letters of … – das auch nicht mit dem offiziellen Logo verziert werden wird.

Und eines wollte ich an dieser Stelle gerne noch loswerden: Irgendwie treffen solche Mitmachaktionen immer genau dann ein, wenn ich mit dem entsprechenden Projekt schon begonnen habe; Aktionen wie diese rennen also bei mir stets offene Türen ein, und ich muss höllisch aufpassen, dass ich mir damit nicht zu viel aufhalse, sonst habe ich zum Jahresende hin einen randvollen Terminkalender, dessen ich nicht mehr Herr zu werden drohe. Doch noch habe ich genügend Luft nach oben.

Nächste Woche gibt es auf siebenhundertsachens Blog dann auch schon ein Treffen für die Materialplanung inklusive Bestandsaufnahme und einer Einkaufsliste für unsere Projekte – bis dahin klinke ich mich ein bei dem Rest der Truppe, bevor das Linktool geschlossen wird.