Me Made Mittwoch

 

Mein aktuelles Lieblingsteil ist die Jogginghose, die ich hier schon einmal vorgestellt habe. Und die trage ich seitdem fast jeden Abend, so auch beim aktuellen MeMadeMittwoch, der an jedem ersten Mittwoch in Monat stattfindet – dazu geht es hier lang...

 

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Media Monday # 382 : noch so eine verkorkste Woche …

aber es kann nur noch besser werden.

Kaum habe ich eine ätzende Woche hinter mir, darf ich bis in die frühen Morgenstunden in der Notaufnahme sitzen und hoffen, dass meine Mutter ihren aktuellen Sturz einigermaßen heil überstanden hat. Um viertel nach eins kam dann die Entwarnung: außer ein paar Prellungen und einer Platzwunde am Kopf hat sie sich nichts getan. Was für ein Glück! Um so geräderter war ich am folgenden Morgen, nach gerade mal vier Stunden Schlaf. Das Defizit habe ich inzwischen wieder ausgeglichen und mir zum Abschluss eine Nähsession gegönnt. Dazu aber später/demnächst mehr.

Lieber beschäftige ich mich mit den sieben neuen Lückentexten des „Media Monday“ auf Wulfs Blog medienjournal here they are:

Media Monday # 382

 

1. Am kommenden Wochenende ist wieder die Messe SPIEL in Essen und das Mekka für alle Brett-, Gesellschafts-, Karten-, Rollenspieler usw. öffnet wieder seine Pforten. Ich für meinen Teil habe durch eine Kleinanzeige in unserer Zeitung eine Gruppe gefunden, die noch Mitspieler für Canasta sucht. Ich war dann am Mittwoch da und habe drei Stunden lang mitgespielt. Hat Spaß gemacht, aber ich habe nicht jede Woche Zeit.

 

2. Als Vinylplatten die Musik von meinen bevorzugten Solokünstlern und Bands zu hören, ist und bleibt für mich unerreicht, einfach weil für mein Empfinden kein anderes Medium einen so runden und warmen Klang erzeugen kann: kein mp3-Download, keine CD und auch kein Streaming. Deshalb habe ich mich gefreut, wie schon lange nicht mehr, als ich das neue Album von Loreena McKennitt als Vinyl-LP kaufen konnte, ohne umständlich im Internet danach zu suchen.

 

3. Das letzte Mal so richtig geärgert bei einem Film, Buch, einer Serie oder sonst was habe ich mich über meine eigene Dummheit in Bezug auf Harry Potter: Da ich den fünften Band schon zum Gähnen fand, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass es danach auch mit den letzten Filmen es nichts mehr werden würde, denn bei dem sechsten Film bin ich dann auch prompt eingeschlafen, und richtig dämlich fand ich die Idee, den siebten Band in zwei Teile zu splitten. Dieses Filmsplitting scheint ja wohl Mode gewesen zu sein, denn sonst wäre nicht der dritte Band der Tribute von Panem oder der dritte Teil des Hobbits in zwei Filme zerlegt worden.

 

4. Fällt es dir leichter, ein Werk in den Himmel zu loben oder genüsslich zu verreißen? 

Früher hätte ich spontan zum Verriss geneigt, aber inzwischen lobe ich lieber ein Werk, das mir besonders am Herzen liegt, was aber die Gefahr in sich birgt, dass eventuelle Übertreibungen der Leserschaft auf die Nerven geht.

 

5. Die Absetzung der beiden Marvel-Netflix-Serien „Iron Fist“ und „Luke Cage“ habe ich nicht mitbekommen, weil ich kein Netflix habe und mich für Marvel nicht interessiere.

 

6. Gerade jetzt, wo es dann doch langsam wirklich herbstlich wird und die Temperaturen zu sinken beginnen könnte ich noch ein Weilchen länger mit T-Shirt und Sandalen herumlaufen; aber so lange es keine Minusgrade hat…

 

7. Zuletzt habe ich einen neuen Versuch, eine Jogginghose zu nähen, gestartet, und das war doch nicht so einfach wie ich dachte, weil dank der erbärmlichen Lichtverhältnisse das Einfädeln doppelt so lange wie sonst gedauert hat. Außerdem habe ich die Bündchen falsch herum angenäht, so dass die Nähte nach außen zeigten. Auch nicht schön. Erfreulich statt dessen war, dass ich die Rückkehr der Kraniche auf ihrem Flug nach Süden erleben durfte. Das Foto dazu hat eine liebe Freundin geschossen.

Blueprint of my lover : Jogginghose #106A aus Burda style 4/2017

Bei der von mamamachtsachen organisierten Veranstaltung „AnNäherung Süd“ haben etwas mehr als 30 Nähbegeisterte die Kleidungsstücke ihrer Träume genäht – vom 27. bis 29. September 2018. Genäht habe ich ein Etuikleid aus Jersey und angefangen eine Jogginghose, Modell 106A aus der Zeitschrift „Burdastyle“ vom April 2017.

 

Jogginghose des Grauens oder Clownshose de Luxe ?

 

Eigentlich war nicht der Schnitt oder die Anleitung der pure Horror, sondern der Stoff, der so ausfärbte, dass ich ständig am Händewaschen war. Nein, ich wurde nicht erkennungsdienstlich behandelt – und gut, dass ich daraus keine Bürokleidung genäht habe, denn das wäre ein ziemlicher Flop geworden.

Den Stoff habe ich schon seit Jahren, seit ich ihn bei einem Werksverkauf bei Mark Aurel in Verl gekauft habe. Seitdem lag er und lag, und ich hatte keine Idee, was ich damit anfangen konnte. Als ich das Jogginghosenmodell sah und mir in den Kopf setzte, dass so eine Hose „in edel“ bestimmt eine grandiose Bereicherung für meine Garderobe wäre, entschloss ich mich, den leicht elastischen, blauen Satin mit eingewebtem Rautenmuster dafür zu verwenden. In der Burda ist das schicke Modell nämlich auch aus Satin und wird mit Blazer, Pumps und Bluse kombiniert, soll also bürotauglich sein.



 

Das Nähen der Hose stellte mich vor keine größeren Schwierigkeiten, auch nicht das Einnähen der Reißverschlüsse an den Hosentaschen – lediglich das Einziehen des Gummibandes und das Einschlagen der Ösen war ein ziemliches, teilweise nerviges Gefummel. Da kann man eine noch so leise Maschine haben – und dann ist es mit der Ruhe vorbei, wenn der Hammer zum Einsatz kommt. Insgesamt habe ich nach meiner Rückkehr aus Würzburg noch einmal vier Stunden gebraucht, bis dieses Werk meiner stagnierenden Schneiderkunst fertig wurde.

Dem Ausfärben wollte ich durch Waschen mit Hilfe von Farbfangtüchern entgegenwirken und habe es damit leider übertrieben. Nicht umsonst soll man nur ein Tuch pro Wäsche verwenden und nicht zwei, so wie ich es getan habe. Als Ergebnis habe ich eine Hose bekommen, deren Stoff seinen Glanz und sehr viel Farbe verloren hat, so dass sie jetzt nur noch für zu Hause taugt, weil sie extrem ausgeblichen ist, wie man auf dem Beitragsfoto ganz oben sieht.



 

Außerdem ist der Stoff minimal eingelaufen, so dass mir die Hosenbeine zu kurz vorkommen. Fazit: mit dem Modell und wie es zu Nähen ist, bin ich zufrieden – meine auf diese Weise entstandene Hose betrachte ich als Probemodell, das ich in der Freizeit trage, weil es abgesehen von diesen beiden Schönheitsfehlern dennoch tragbar ist. Auch wenn die Ösen mit der durchgezogenen Kordel nun bei mir auf der Innenseite des Bündchens sitzen und nicht, wie auf dem Foto in der Burda, außen und gut sichtbar für andere.

Me Made Mittwoch : Oktober 2018 – wenn der Sommer vorbei ist …

 

und der Löwenzahn verblüht – dann gibt es Pusteblumen. Weiße Pusteblumen auf grünem Grund. Dieser einseitig bedruckten Jersey, den ich mir im Sommer in Flensburg gekauft habe, wanderte mit mir zusammen nach Würzburg zur AnNäherung Süd (organisiert von mamamachtsachen.de), um von mir in ein Kleid verwandelt zu werden. Hier ist das Ergebnis in bescheidener Aufnahmequalität, weil es schon spät war und die Fotografin nur gestern Abend verfügbar war:

 

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Vorlage war das Etuikleid Nr. 113 aus der Burda style 10/2018, das zwei Brustabnäher, Abnäher an den Ärmeln, am Rücken und an der hinteren Rockbahn hat; außerdem schräg verlaufende Falten am Hals und an der vorderen Rockbahn.

 

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Bis auf einen einzigen Halsbeleg werden Teile zur Abwechslung mal nicht im Stoffbruch zugeschnitten – die vordere Rockbahn und das vordere Oberteil werden nur einmal benötigt. Daher hält sich der Stoffverbrauch auch stark in Grenzen, weil der Stoff ja nur für die Ärmel, das hintere Oberteil, die Halsbelege und die hinteren Rockteile doppelt gelegt werden muss. Leider habe ich das nicht beachtet und zwei zusätzliche Teile, die ich nicht benötige, wieder mit nach Hause genommen.

 

Vielleicht wird ja noch ein Shirt draus. Egal. Viel spannender finde ich die Frage, wer alles noch beim memademittwoch dabei ist. Das letzte Mal war ich Anfang des Jahres hier, seitdem ist viel Zeit vergangen. Hier geht’s lang zur Galerie. Ich freu‘ mich drauf.

 

 

Meine dritte AnNäherung Süd in Würzburg

 

Kurze Triggerwarnung – bis auf Johnny Cash spiegeln die vorgeschlagenen Lieder zu jedem Abschnitt dieses denkwürdigen Wochenendes nicht meinen persönlichen Musikgeschmack wider. Ich fand lediglich die Titel so passend. Johnny Cash dagegen höre ich schon sehr gern.


 

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Be creative : travel light : enjoy

Schon zum vierten Mal fand das von mamamachtsachen.de organisierte Nähtreffen mit dem Namen „AnNäherung Süd“ in Würzburg statt (2016 habe ich ausgesetzt, deshalb ist es für mich das dritte Mal) – diesmal vom 27. bis 29. September 2018: Um die 30 Frauen treffen sich zum ungestörten Nähen, bis die Nadel glüht oder der Arzt kommt (bildlich gesprochen) und gegenseitigem Geben von hilfreichen Tips und Hilfestellungen. Einen Arzt haben wir nicht gebraucht, und im Gegensatz zu den Nadeln haben nur die Bügeleisen geglüht.

 


 


 

Bewährt, wie auch schon beim letzten Mal, hat sich für mich die Kombination aus einstündiger Fahrt mit dem ICE und Weitertransport mit dem Taxi zur Jugendherberge, weil ich ohnehin nur das Notwendigste dabei habe: also die Nähmaschine, meinen Trolley, gefüllt mit Material, den zugeschnittenen Stoffen und etwas Kleidung zum Wechseln. Zu den Vor- und Nachteilen des Bahnfahrens komme ich am Schluss. Gefahren bin ich so zeitig, dass ich es locker zum Kaffeetrinken um 15 Uhr geschafft habe. ~~~~ Musiktip : „Leichtes Gepäck“ von Silbermond

 

 

my projects : Etuikleid #113 aus Burda style 10/2018 & Jogginghose #106A aus Burda style 4/2017


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Jede hatte mindestens zwei Projekte dabei – ich jedoch nicht, denn ich brauche meistens deutlich länger als andere, auch wenn das jeweils von mir bevorzugte Modell laut Anleitung relativ flott genäht werden kann. In diesem Fall aber lag der Schwierigkeitsgrad bei drei bis vier Punkten, also eher etwas für Könner oder Fortgeschrittene, aber bestimmt nichts, was schnell von der Hand geht. Angefangen habe ich mit dem Etuikleid, bestehend aus asymmetrischen Teilen, am Freitag nach dem Abendbrot und bin am Samstagnachmittag kurz vor 15 Uhr damit fertig geworden. Den Stoff habe ich im Juni dieses Jahres in Flensburg in einem kleinen Laden gekauft: zwei Meter zartgrüner Jersey mit weißen stilisierten Pusteblumen.

 


 

 

 


 

Mit dieser Menge bin ich gerade so hingekommen, weil ich die Nahtzugaben von 1,50 cm auf 1,0 cm und die Saumzugaben von 4 cm auf 3 cm reduziert habe; sonst hätte ich die Schnitteile, von denen nur eins im Stoffbruch zugeschnitten wird, nicht untergebracht. Jedenfalls war das meine These, die ich dann vor Ort sofort revidiert habe, weil mir beim Zuschneiden doch ein Fehler passiert ist. Der bestand darin, dass ich den Stoff doppelt gelegt hatte – auch unnötigerweise bei den Teilen, die nur einmal zugeschnitten werden müssen. Dadurch hatte ich ein vorderes Oberteil und eine vordere Rockbahn doppelt, was mir noch nie passiert ist; und am Ende habe ich diese beiden Reserveteile nicht gebraucht, denn beim Nähen ist alles glattgegangen. Sämtliche Falten laufen bei mir übrigens in dieselbe Richtung, und nicht, wie auf dem Schnittbogen eingezeichnet, beim Oberteil voneinander weg. Die meiste Zeit hat übrigens nicht das Nähen beansprucht, sondern das akkurate Abstecken der acht Abnäher (2 an der hinteren Rockbahn, 4 am Oberteil und 2 an den Ärmeln) und die insgesamt vier Falten am Oberteil und der vorderen Rockbahn. Nichts sieht nämlich bescheidener aus, als Fäden, die vom Vorderteil herabhängen oder daraus hervorschauen; also ziehe ich sie von Hand auf die Rückseite, und das bedeutet Einfädeln in ein viel zu kleines Öhr. Queen of Einfädling werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr. ~~~~ Musiktip – link zu youtube : „40 shades of green“ von Johnny Cash

Bevor es mit der Hose weiterging, brauchte ich dringend eine längere Pause im Freien. Mitkommen wollte niemand, und so zog ich alleine los, um den sonnigen Nachmittag bei einer Kugel Erdnußeis zu genießen, dazu noch ein Spaziergang den Main runter und auf der anderen Seite wieder rauf, während ich meine auf dem Handy gespeicherte musikalische Neuerwerbung von 1992 hörte – da waren die Menschenmassen auf der Alten Mainbrücke fast schon wieder erträglich, auch wenn es einer der Straßenmusiker mit seinem Verstärker ordentlich krachen ließ. Weintrinken auf der Brücke unter Dauerbeschallung möchte ich dann doch lieber nicht, wenn das bedeutet, dass ich mich in eine lange Schlange vor dem Weinlokal einreihen muss. ~~~~ Musiktip : „Frische Luft“ von Wincent Weiss

 


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A propos „Einreihen“: Einreihen musste ich diesmal nichts, aber dafür Heften wie ein Meister, und zwar bei der Jogginghose mit Taschen in Hüfthöhe, die mit Reißverschlüssen geöffnet und verschlossen werden können. Verwendet habe ich aber keinen Sweatshirtstoff, sondern einen dunkelblauen Baumwollsatin mit eingewebtem Rautenmuster, den ich bei der zweiten Bielefelder AnNäherung in Verl gekauft hatte und der ausfärbt wie Sau. Von wegen Blau steht jeder Frau. Meine Hände sahen aus wie nach dem erkennungsdienstlichen Abnehmen der Fingerabdrücke.

Ob ich den gutgemeinten Rat von einer anderen Mitstreiterin, die Hose gar nicht erst anzuziehen, beherzige, weiß ich noch nicht. Falls nochmaliges Waschen unter Einsatz von Farbfangtüchern nicht hilft, dieses Problem aus der Welt zu schaffen, habe ich halt das teuerste Probemodell meines Lebens angefertigt.

Die Hose hatte ich schon für ein anderes Nähtreffen im Februar 2018 vorbereitet und zusammen mit dem restlichen Material (Ösen, Kordel, Gummiband) mit an die Ostsee geschleppt, dann aber dort doch nicht genäht. Nun bekam sie eine zweite Chance, wurde aber wieder nicht fertig, da ich mir für das Heften der Teile, die beim Zusammennähen der Hosenbeine nicht verrutschen sollen, viel Zeit nahm und damit erst kurz vor dem Mittagessen abschließen konnte. ~~~~ Musiktip : „Blueprint of my lover“ von den Rainbirds

 


 


 

this is the end : der gelungene Abschluss

 

Nach dem schnell inhalierten Mittagessen gab es den krönenden Abschluss, bei dem jede das vorführte, was sie in der kurzen Zeit genäht hatte. Das sogenannte Defilée wurde in Themen untergliedert, also zuerst die Kleider, dann die Röcke, dann die Hosen, usw. – ich war so frei, mich in meinem Kleid zu präsentieren und dann die Clownshose des Grauens mit Hilfe eines Handtuchs hochzuhalten, damit sie jeder sehen konnte, ich aber keine blauen Finger bekam. Ich mag zwar Wiederholungen, aber zwanzigmaliges Händewaschen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.


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Zu den Kleidungsstücken der anderen, die mir am besten gefielen, gehören eine schwarze Hose mit Bindegürtel nach einem russischen Schnitt, ein Kleid mit Flamingoprint und eine Jacke aus Doubleface (von außen dunkelblau – von innen braun mit Pepitamuster) mit Bindegürtel. Ich habe mit Absicht keine Namen genannt – doch wer sich wiedererkennt, darf sich gerne bei mir melden und „hier“ schreien. ~~~~ Musiktip : „Das Model“ von Kraftwerk

 

Vor- und Nachteile des Bahnfahrens.

 

Für Hin- und Rückreise im ICE habe ich für Fahrkarten der 1. Klasse im Großraumwagen 127,50 Euro bezahlt. Darin enthalten sind die Kosten für die Platzreservierung von 6,90 Euro pro Fahrt. Wenn der Preisunterschied zwischen zweiter und erster Klasse 14 Euro beträgt, lohnt es sich schon, mal über eine Reise in der 1. Klasse nachzudenken. Erstens ist das Plazangebot dort besser, wenn man mehrere kleine Gepäckstücke dabei hat, und zweitens bekommt man Speis und Trank an den Platz gebracht. Wider Erwarten war der Kaffee im Porzellanbecher sogar stark und genießbar.

Natürlich kann es immer passieren, dass bei einem Zug plötzlich die Wagen ganz anders aneinadergereiht werden und man in seinen Wagen von einem anderen Gleisabschnitt aus einsteigen darf, wenn man nicht durch den halben Zug pilgern möchte. Blöd wird’s nur dann, wenn der Zug auch noch von einem anderen Gleis abfährt und der Zustieg in den Wagen trotzdem von einem Abschnitt irgendwo in der Mitte des Gleises erfolgen soll.

Das ist mir auf der Rückreise zum Glück nicht passiert, aber 30 Minuten Verspätung sind trotzdem kein Spaß, genauso wenig wie Sauna to go in der zweiten Klasse und Gefriertruhe in der ersten. Wenigstens wusste ich dann wieder, wieso ich die einzige war, die nur im T-Shirt eingestiegen war, während alle anderen Passagiere sich in warme Jacken gehüllt hatten. Zum Glück hatte ich sie schnell aus dem Trolley gezogen. ~~~~ Musiktip : „Deutsche Bahn“ von den Wise Guys.

 


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Trotz der ein oder anderen kleinen Panne war’s ein schönes Wochenende, und ich bedanke mich ganz herzlich bei der Organisatorin dafür – sowie bei allen anderen, ohne die das Treffen kaum so viel Spaß gemacht hätte.

 

 

Me Made Mittwoch : März 2018 – lasst Blumen sprechen

 

02 Seide mit Blumen Stoffparadies

 

Moin Moin – noch ganz erfüllt von den Eindrücken der letzten Woche (ich war von Dienstag bis Dienstag in Scharbeutz, in der Lübecker Bucht), hätte ich es um ein Haar nicht geschafft, mein neuestes Schätzchen für das aktuelle Foto zum MeMadeMittwoch zu bügeln. Am aufwendigsten war das Zuschneiden, weil ich den Musterverlauf perfekt erwischen wollte – scheint mir gelungen zu sein.

7th Mar - 1

7th Mar - 2

 

Und während der Winter die Lübecker Bucht fest im Griff hatte (Reisebericht folgt noch), saß ich drinnen und nähte mir bei dem von „mamamachtsachen“ organisierten Nähwochenende „Sewing by the sea“ ein luftiges Sommerkleid aus Seide: das Modell Nr. 112 aus Burdastyle 4/2017.

Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Bluse # 111 aus dem selben Heft, aber statt der herkömmlichen Knöpfe sollte es Druckknöpfe bekommen, und einen Bindegürtel. Den Bindegürtel habe ich zwar genäht, es aber statt der Druckknöpfe bei Knöpfen zum Annähen belassen. Schließlich wollte ich jetzt endlich den Knopflochfuß verstärkt zum Einsatz bringen (was nicht immer von Erfolg gekrönt ist, aber ich bin zuversichtlich).

 

So, genug geschnackt – jetzt geht’s auch schon zur MeMadeMittwoch-Galerie mit allen Teilnehmenden.

 

 

 

 

12 Colours of Handmade Fashion – Beige : mein neuer Bleistiftrock, echt retro

 

 


 

In gefühlt jeder Ausgabe der von mir abonnierten Zeitschrift Burda ist ein Pencilskirt (Bleistiftrock). Meinen ersten habe ich 2014 oder 2015 genäht, und seitdem habe ich bei Bedarf auf das gleiche abgepauste Schnittmuster zurückgegriffen. Dass ich jetzt mal ein neues Schnittmuster abgepaust habe, liegt daran, dass in der „burdastyle“-Ausgabe 7/2017 ein Rock ohne Bund abgebildet war: Modell #109

 

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Empfohlen wird ein Seidenstoff mit leinenartiger Struktur; ein solcher befindet sich zwar nicht in meinem Bestand, dafür aber ein Stoff aus 100% Baumwolle, der wie Leinwand aussieht und mit alten Fotoapparaten bedruckt ist.

 

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Den habe ich zwar nicht bei Amazon gekauft, aber von dort stammen die folgenden Produkteigenschaften wie Breite (ca. 140 cm) oder Gewicht (200 gr / qm / 280 gr. Laufmeter); das hat man mir nämlich in dem Laden, in dem ich ihn gekauft habe, nicht verraten. Was „Leinwand L 2:1 Panama“ bedeutet, weiß ich zwar auch nicht, aber dass er bei einer Wäsche bei 40° C noch ein wenig (3% laut Amazon) einläuft, kommt ungefähr hin. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass er beim Waschen sehr stark ausfranste.

Für mich bedeutet das, die zugeschnittenen Teile vor dem Zusammennähen oder Steppen der Abnäher mit Zickzackstich zu versäubern; inzwischen empfiehlt Burda dies auch in der Anleitung, aber ich bin schon vor Jahren selbst auf diesen Trick gekommen. Auf diese Weise kann ich nämlich auch die Kanten viel exakter aufeinander stecken, denn dadurch sind sie für mich griffiger.

Auch diesmal hatte ich kaum Schwierigkeiten, die Anleitung im Nähjournal zu verstehen; das einzige, woran ich mich nicht gehalten habe, war das Zuschneiden der Belege aus Futterstoff: Die Belege habe ich aus dem Oberstoff ausgeschnitten, denn so bekommt der Rock im Taillenbereich mehr Stand, und das Futter bleibt da, wo es hingehört. A propos Futter: Diesmal ist alles so geworden wie geplant – endlich gefällt mir auch das „Innenleben“.

 

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Und während mein Werk Fortschritte annahm, kam ich spontan auf die Idee, den Rock im Rahmen des Projekts „12 colours of handmade fashion“ von tweedandgreet in der Februargalerie von 2017 zu zeigen.

 


PS: Von den geplanten neun Teilen für dieses Jahr ist dies das erste. Teil 2 (Kleid), Teil 3 (Jogginghose) und Teil 4 (Blouson) werden demnächst folgen.

Neues Jahr – neue Pläne


Mit guten Vorsätzen ist es ja in den meisten Fällen so, dass man sie im neuen Jahr schon bald gar nicht mehr verwirklicht, weshalb ich es mir abgewöhnt habe, welche zu fassen. Als ich aber neulich an meinem freien Tag diverse Behördengänge erledigt hatte, verschlug es mich in die Stadtbücherei, wo ich bei den Zeitschriften das Fach mit den Burda-Heften entdeckte. Bei einer Tasse Kaffee blätterte ich durch die Hefte, um mich inspirieren zu lassen. Zwar wird mir dank meines Abonnements die Zeitschrift jeden Monat ins Haus geliefert, aber wie das immer so ist, sprachen in diesem Moment einige Gründe dafür, mir die Hefte auszuleihen:

 

  • Für den Kauf des notwendigen Materials habe ich die Mengenangaben gleich bei mir.
  • Meine Hefte zu Hause müsste ich dank des Eichhörnchen-Syndroms erst suchen, weil ich wieder mal nicht weiß, wo ich sie hingelegt habe.
  • Leser vor mir haben die Schnittmusterbögen bereits herausgetrennt; das erspart mir das Aufbiegen der Klammern in meinen Heften.

Und so zog ich mit ein paar Filmdramen, anspruchsvoller Literatur von Tolstoi und den folgenden „burdastyle“-Ausgaben (in chronologischer Reihenfolge geordnet) wieder nach Hause:     11/2016, 3/2017, 4/2017, 7/2017. Aus dem Heft 4/2017 stammt der Schnitt der weißen Bluse , die mir so gut gelungen ist.
Und deshalb lege ich noch eins obendrauf: Ich hätte auch gerne das Kleid #112, das laut Anleitung genauso genäht wird wie die Bluse #111, nur ohne seitlichen Schlitz, dafür aber mit Druckknöpfen statt Knöpfen mit Knopflöchern – und einem Bindegürtel. Den passenden Stoff dazu habe ich bereits gewaschen und gebügelt: weiße Seide, bedruckt mit Blumen und Früchten (ca 120 x 260 cm).

 

02 Seide mit Blumen Stoffparadies

 

Knöpfe bekommt das Kleid aber trotzdem, und da ich mit dem Nähen von Knopflöchern bereits den sicheren Hafen verlassen habe, bin ich auf den Geschmack gekommen, neue Sachen, an die ich ich bisher noch nicht herangetraut habe, nun endlich auszuprobieren. Hier nun die ganze Story:

3/2017 : Pencilskirt (#109) & Palazzohose (#115)

4/2017 : Kleid (#112) & Jogginghose (#106A)

7/2017 : Bomberjacke (#104) & Top (#109)

 

Für die Palazzohose habe ich noch keinen passenden Stoff in meinem Bestand; für alles andere aber schon. Und zum Schluss noch ein paar Modelle aus dem Jahr davor:

11/2016 : Hose (#106) & Longweste (#115) & Designerkleid von Lena Hoschek – hier habe ich sogar den original Lena-Hoschek-Stoff vorrätig:

 

Lena Hoschek Bild vom 6.11.15

Die besondere Herausforderung besteht darin, mich ausschließlich aus meinem Stoffvorat zu bedienen, der in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen ist und auf einen Abbau wartet. Da ich in meiner Familie nicht die einzige bin, die man der Kategorie „Jäger und Sammler“ zuordnen kann, befinden sich in den Kisten nicht nur Stoffe, die ich mir gekauft habe, sondern auch einige Erbstücke…

 

Ich hoffe auf einen zügigen Stoffabbau.

 

MeMadeMittwoch : Jerseykleid in blau : So viele Teile …

 

… und so viele Abnäher! Sogar in den Ärmeln.

 

 

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Das hatte ich noch nie: vier im Rock, je zwei pro Ärmel und sechs im Oberteil. Hinzu kommen die vielen Nähte, denn außer beim Kragen gibt es bei diesem Kleid (burdastyle 8/2017 – Kleid 111) kein Teil, das im Stoffbruch zugeschnitten wird.

Das bedeutet: Der Rock besteht aus vier Teilen und das Oberteil aus sechs. Ein Reißverschluss sollte auch noch eingenäht werden, aber da das Kleid aus Jersey genäht wird, habe ich ihn für überflüssig gehalten.

 

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Mit diesem Meisterwerk in Jersey nehme ich zum ersten Mal in diesem Jahr (und nach längerer Abwesenheit) mal wieder am MeMadeMittwoch teil, der nur noch am ersten Mittwoch im Monat stattfindet.

Dass das Kleid jetzt nicht ganz so aussieht, wie auf den Bildern hier und hier, finde ich gar nicht schlimm, und mit meiner Entscheidung gegen den Reißverschluss habe ich richtig gelegen.

 

 

 

Selbst die Besatzteile, die Kragen und Halsausschnitt verbinden sollten (jedenfalls hatte ich das so verstanden), habe ich am Schluss wieder herausgetrennt, weil sie sich erstens nicht sauber umlegen ließen und zweitens mir das zu viel Stoff am Hals war. Der Jersey, den ich verwendet habe, ist doch ziemlich fest, und das Ergebnis ist trotzdem brauchbar.

Schließlich habe ich noch die Kragenenden übereinander genäht, weil ich es nicht mochte, wie der Kragen im Nacken auseinanderklaffte und ein schöner Steh- oder Rollkragen auch nicht zu verachten ist.

 

7th Feb - 3

 

Inzwischen habe ich das Kleid schon ein paar Mal angehabt und auch gewaschen, und ich muss sagen: Es trägt sich prima, und Fettflecken, die mir in der Kantine darauf geraten sind, konnte ein einziger Waschgang restlos entfernen. Entweder liegt’s an der Qualität des Jerseys, oder unsere Waschmaschine leistet saubere Arbeit.

Mal sehen, was die anderen Teilnehmerinnen am MeMadeMittwoch gezaubert haben – zur Galerie dort hin geht es hier lang.

Was Weißes – Bluse : „burda style“ 04/2017 #111B

Mein Nachtrag zu der 2017 gelaufenen Aktion „12 Colours of Handmade Fashion“ auf dem Blog von tweedandgreet.

 

 

Das war in zweierlei Hinsicht eine Premiere für mich:

1) Ich habe zum ersten Mal Knopflöcher genäht.

2) Und ich habe zum ersten Mal eine Anleitung von Burda komplett verstanden.

Tusch!Entweder war letzteres in der Aprilausgabe aus dem letzten Jahr ein wirkliches Novum und der Text wurde von jemand Neuem formuliert – oder mir hat geholfen, dass ich die Anleitung kopiert und jeden getanen Schritt auf der Kopie mit einem Textmarker durchgestrichen habe.

Was dabei herausgekommen ist? Die Bluse 111 aus burda style 4/2017: Eine Bluse aus naturweißer Seide mit Fältchen im Schulterbereich, Mandarinkragen (kleiner Stehkragen) und einer Knopfleiste mit Knopflöchern für sechs Knöpfe. Beschrieben wird sie bei burda folgendermaßen:


So couturig – die Bluse aus semitransparentem Organza. Mandarinkragen, Manschetten sowie Knopfleiste sind aus feinem Baumwolljacquard. Wer es lieber blickdicht mag, kann das Vorderteil entweder doppeln – oder statt mit Transparenz mit Color-Blocking spielen. Styling-Tipp: Besonders edel sieht das sexy Teil zu einem Bleistiftrock aus.“


 

Und so sieht das Ergebnis aus:  

 

 

 

 

 

Hilfreich war sicherlich auch das Üben mit dem Knopflochfuß an einem Probestück aus einem Rest des Blusenstoffs, dennoch sind mir zwei Knopflöcher nicht ganz so gut gelungen wie der Rest:

 

Knopfleiste

 

Das eine sitzt nicht mittig, und beim zweiten war mittendrin die Spule mit dem Unterfaden leer, so dass ich einen Teil des Knopflochs mit der Hand nähen musste. Ideal war das zwar nicht, aber am Ende war ich froh, diese Schwierigkeit doch noch gemeistert zu haben.