Serienmittwoch bei Corly # 204 : meine Filmhighlights 2019

 

„Tretet ein, freut euch, kommt alle!“ – mit diesem Zitat aus „Gilmore Girls“ läute ich den Mittwoch ein, denn heute gibt es bei Corly im Serienmittwoch einen Rückblick über unsere diesjährigen Filmhighlights. Super Idee! Über mein Filmjahr – den Rückblick auf 2019 – habe ich neulich schon berichtet, da Corly auch ältere Filme genannt hat, kann ich meine Liste noch um einige erweitern. Damit es nicht nur bei dreien bleibt:

 


 

1 – „Downton Abbey“

Ich fange mit dem Film an, von dem ich nach dem Sehen allen, die es hören oder nicht hören wollte, sagte, danach hätten es andere Filme schwer, diesen noch zu toppen. Darauf hatte ich mich schon seit seiner Ankündigung gefreut – und das war mir bereits 2018 bekannt. Manchmal lohnt sich das Warten. Dass Anna einen so heimtückischen Plan entwickeln würde, hätte ich nie gedacht – aber was tut man nicht, um die Ehre des Hauses zu wahren. Und auch die Liebesromanze zwischen Tom Branson und der Erbin, die zu Unrecht von Lady Violet der Erbschleicherei bezichtigt wird, ging mir zu Herzen. Ein richtig schöner Abend fürs Herz und für die Augen. Hach ja, ich liebe Period Dramas.


 

2 – „Rocketman“

Die musicalartige Biografie über Elton John habe ich zwar nicht im Kino gesehen, aber ich war eine der ersten Leser der Stadtbibiliothek, die sich diese DVD ausleihen durften. So war ich verschont von Kratzern und anderen Macken und konnte diese eindrucksvolle Werk, das mir sogar noch besser als „Bohemian Rhapsody“ gefallen hat, ohne Aussetzer genießen.


 

3 – „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“

Autorennen halten viele ja nicht für sonderlich spannend, und von diversen Formel-Eins-Rennen habe ich nur die ersten und letzten paar Runden durchgehalten. Bei diesem Film ging es aber um mehr: das Wettrennen zwischen Ford und Ferrari, bei dem die Italiener am Ende die kürzeren zogen. Mit welchen Tricks da Carroll Shelby und sein Team in Le Mans nicht nur dem Konkurrenzteam eine lange Nase drehten, sondern auch dem arroganten Marketingchef von Ford, das sorgte bei mir für kurzweilige Unterhaltung und ließen in den Hintergrund treten, dass der Film 153 Minuten lang ist.


 

4 – „Official Secrets“

Als Whistleblower gelangte Edward Snowden zu weltweiter Bekanntheit. Das Drama „Official Secrets“ dreht sich um die Whistleblowerin Katharine Gun, die als Mitarbeiterin des britischen Geheimdienste ein streng geheimes NSA-Memo über eine Aktivistin an einen Journalisten weiterleitete und eher nicht so feine Absichten der USA auffliegen ließ. Ihre Motivation: einen aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Krieg gegen den Irak zu verhindern. Die Folgen: Ein Jahr übelster Schikane und Beinahe-Abschiebung ihres Ehemanns, bis überhaupt Anklage erhoben wurde. Das hochkarätig besetzte Drama hat mich restlos begeistert.


 

5 – „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“

Was wurde dieser Film in den Himmel gelobt. Zu Recht! Mit enormer Verspätung habe ich ihn mir im Bordprogramm von Air Canada auf meinem Flug nach Toronto angesehen und begab mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Drama um eine Mutter, die endlich den Mord an ihrer Tochter aufgeklärt haben möchte, zerrte gewaltig an meinen Nerven, hatte aber auch einiges an humorvollen Szenen zu bieten.


 

6 – „Niagara“

Ein wahrer Film Noir aus den Fünfziger Jahren mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle als Femme Fatale, die ein Mordkomplott schmiedet, das sich jedoch anders entwickelt als geplant. Da ich dieses Jahr selbst die Niagarafälle besucht habe, war dieser Film für mich mit besonderen Erinnerungen verknüpft.


 

7 – „Aretha Franklin – Amazing Grace“

Noch ein Film mit Erinnerungswert. 2017 habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag ein Gospelkonzert besucht, und genau daran erinnerte mich das 1972 an zwei Abenden von Sidney Pollack gefilmte Konzert mit dem Southern California Gospel Choir und Aretha Franklin, der Queen of Soul. Zwei Stunden lang Musik vom Allerfeinsten mit mitreißenden Stimmen und einer ergreifenden Rede des Reverend C. L. Franklin, dem Vater von Aretha Franklin.


 

8 – „INXS : Live Baby Live“

Die Retrophase nimmt kein Ende. Diesmal führte mich die Zeitreise ins Jahr 1991, als meine Lieblingsband ein Konzert im Wembleystadion gab, das weder durch eine aufwendige Bühnenshow oder zusätzliche Backgroundsängerinnen noch durch eine Extraeinlage mit Konzertflügel glänzte. Dafür aber gerieten über siebzigtausend Fans im Stadion aus dem Häuschen und sorgten dafür, dass ich hinterher so richtig neidisch war. Und dabei war das nur die Version auf DVD. Im Kino ließ sich das Ergebnis noch steigern: Top Bild und Spitzensound – da hatte ich irgendwann nicht mehr das Gefühl, Teil des Publikums zu sein, sondern mich selbst auf der Bühne zu befinden.


 

9 – „Die Katze auf dem heißen Blechdach“

A propos „auf der Bühne stehen“ – Tennessee Williams‘ Bühnenstücke erfreuten sich nicht nur bei meinem Englischlehrer großer Beliebtheit, sondern auch bei den Regisseuren Hollywoods. „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ spielte 1958 zwar die Ausgaben bald wieder ein und war trotz mehrerer Tabuthemen wie z.B. Alkoholabhängigkeit und Unfruchtbarkeit einer der Publikumsmagneten der 50er Jahre – dennoch gewann das Drama mit Elizabeth Taylor als Maggie und Paul Newman als Brick keinen einzigen der sechs Oscars, für die er nominiert war. Ich hatte dieses Jahr noch einmal das Vergnügen, als ich die DVD in unserer Stadtbibiliothek entdeckte.


10 – „Hidden Figures“

Drei hochintelligente Frauen und ihre beinahe gar nicht in Gang gekommenen Karrieren in der NASA – dieser Film war ein weiteres Werk, das mich dieses Jahr nachhaltig beeindruckt hat, was nicht zuletzt auch an der Spitzenbesetzung gelegen hat.


Am Ende sind doch noch zehn Filme zusammengekommen. Auf das Abbilden der Filmplakate habe ich diesmal verzichtet. Davon hatte ich schon genügend in meinem Rückblick auf mein Filmjahr.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 11

 

 

In den letzten Jahren habe ich jede Reise mit einem bestimmten Album verknüpft. War es 1999 ABBA mit „Gold“, das ich in Cornwall in Dauerschleife gehört habe, und dieses Jahr „Songs of Experience“ von U2, so hatte ich während meiner selbstzusammengestellten Reise durch Norddeutschland und Dänemark eine Best-of-CD von INXS als musikalische Untermalung für lange Autofahrten. Wachmacher Nr.2 – oder Krachmacher? Wenn man das Gitarrenriff der ersten Takte als Weckruf ins Handy einprogrammiert hat, dann steht man morgens senkrecht im Bett !

 

Kiss the Dirt (Falling down a mountain)“

 

lautet der bisher längste Titel, der in seiner Sperrigkeit noch nicht ganz heranreicht an „Der Engländer, der auf einen Hügel hinaufstieg und von einem Berg herunter kam“ oder „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – mit dem zweiten habe ich auch gleich wieder den Bogen zu Skandinavien zurückgeschlagen. Was hat jetzt dieses Video mit Dänemark zu tun? Im Prinzip nichts, aber der weitläufige und kilometerbreite Strand von Rømø erinnerte mich sofort an die Umgebung, in der das Video gedreht worden ist – https://www.youtube.com/watch?v=4Q8L0-36hTM

 

 

auch wenn es auf der dänischen Insel nicht annähernd so heiß wird wie im australischen Outback. Wem das schon alt vorkommt, kann sich schon auf morgen freuen, denn dann geht es mit dem L noch ein paar Jahre zurück.

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 10

 

 

Change keeps us moving on“, lautete mein Motto für das fast schon vergangene Jahr. Veränderungen im Job – Veränderungen in den Gewohnheiten, und vor allem ein Urlaubsziel auf deer Landkarte, das in völligem Kontrast zu meinen bisherigen Vorlieben stehen sollte: Australien zog gegenüber Kanada den Kürzeren. Und weil mich die Reise in eine französischsprachige Gegend führen würde, suchte ich mir einen Chanson aus, um mein eingerostetes Schulfranzösisch aufzupolieren:

Je veux“

 

von Zaz. Allons ensemble découvrir ma liberté. Oubliez donc vos clichés – https://www.youtube.com/watch?v=0TFNGRYMz1U

 

 

Den Text zu verstehen, hat mir keine Schwierigkeiten bereitet, und obwohl dieses Lied nicht zu dem Album gehört, das ich im Geiste mit meiner Kanadareise verknüpft habe, soll es symbolisch für die Neuentdeckung meiner persönlichen Freiheit stehen, wenn auch nur für einen gewissen Zeitraum. Noch eine aus der Reihe getanzte Urlaubserinnerung liefert morgen das K.

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 9

 

 

Der erste Wachmacher der Woche kommt aus den Niederlanden. Sharon den Adel kenne ich vorwiegend als Frontfrau der Symphonic-Metal-Band „Within Temptation“. Dass sie auch weniger hohe Töne anschlagen kann, die auch immer noch hoch genug sind, stellt sie zusammen mit dem Trance-DJ Armin van Buuren unter Beweis. Und damit bin ich auch schon bei der sogenannten Extended Version des Lieds, das ich immer dann ansteuere, wenn ich in sportlichem Tempo loslaufen will:

In and out of love“

Und Bewegung soll ja bekanntlich bei Kälte helfen. Bloß nicht stehenbleiben – sonst droht das Festfrieren an Ort und Stelle. In meinem diesjährigen Kanadaurlaub war dieser Song jedenfalls der ganz große Renner, auch bei 30°C und gefühlten 80% Luftfeuchtigkeit – https://www.youtube.com/watch?v=syHSXQAQTrI                 

 

 

Womit ich mich noch auf Kanada vorbereitet habe, offenbart das J.

 

Mein Kinojahr 2019 : ein Rückblick auf meinen persönlichen Rekordversuch

 

Schon letztes Jahr zeichnete sich dieser Trend bei mir ab: Ich gehe wieder öfter ins Kino als in den Jahren zuvor – und den Anfang nahm dieser Trend 2018 in meinem Sommerurlaub, als ich mich spontan für einen Kinobesuch entschied und in „Ocean’s Eight“ landete. Dank des Werbeprogramms vorab wusste ich, welche Filme noch alle ins Kino kommen würden, und so folgten noch im gleichen Jahr „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“. Eine Kettenreaktion war in Gang gesetzt, denn jeder Kinobesuch lieferte mir neue Trailer, die mich neugierig auf mehr machten, und so weiter und so fort.

Dieses Jahr steigerte ich diese Quote noch, weil mein Wunsch, mehr und mehr Filme auf einer vernünftigen Leinwand und mit vernünftigem Sound zu sehen, nicht nur durch Artikel in Filmzeitschriften, sondern auch durch Werbung auf pinterest und youtube angefacht wurde. Und so kam am Ende ein bunt gemischtes Repertoire heraus, das nur wenige Flops aufweist und durch ein paar ganz besondere Highlights glänzen kann. Bei einigen Filmen hätte es auch nicht geschadet, auf das Erscheinen der DVD zu warten, aber manchmal möchte ich einfach nur raus aus meinen vier Wänden und mich unter Leute mischen, dann darf es auch gern mal leichte und lockere Unterhaltung sein.

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Manhattan Queen – Januar – Komödie mit Jennifer Lopez und Milo Ventimiglia. Karriere machen mit gefälschtem Lebenslauf und gefaktem Profil in sozialen Medien – dass das nicht lange gutgeht, kann man schon zu Beginn ahnen. Nette Unterhaltung für zwischendurch und für mich ganz okay, weil mir an diesem Januarabend langweilig war.

Plötzlich Familie – Februar – Komödie mit Rose Byrne und Mark Wahlberg. Darauf war ich dank der Werbetrailer vor „Manhattan Queen“ aufmerksam geworden, und wurde nicht enttäuscht. Den Film um ein als Paar, das statt einem Kind plötzlich drei Geschwister in Pflege nimmt und diese später adoptieren möchte, fand ich herzerwärmend und sehr gelungen.

Green Book – eine besondere Freundschaft – mein erstes Highlight in diesem Winter/Frühjahr: der schwarze Konzertpianist Don Shirley (Mahershala Ali) und sein weißer Fahrer Tony Vallelonga (Viggo Mortensen) begeben sich in den 1962 auf eine Konzertreise durch die Südstaaten der USA und müssen ihre Reise mit dem „Negro Motorist Green Book“ planen, das all die Etablissements aufführt, die auch schwarze Kunden akzeptieren: Unterkünfte, Restaurants, Tankstellen…

Wir – Nach Komödien und Drama stand mir im März der Sinn nach einem Horrorfilm. Dass es mich allerdings noch lange nach dem Ende des Films um mysteriöse und mordende Doppelgänger in roten Overalls weitergruseln würde, hatte ich vorher nicht ahnen können. Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/f4/5a/20/f45a205a73a128678d66a8eedd9ad2d2.jpg

 

… Vier Filme zu Beginn des Jahres – da war noch Luft nach oben, aber erst im Juli ging es weiter. Für einige Monate herrschte Sendepause …

Yesterday – was hatte ich mich auf den Sommer und auf diese Musikkomödie gefreut… leider fand ich den Trailer interessanter als den Film, von dem viele begeistert waren. Mich störte, dass die Musik der Beatles zu kurz kam, die Handlung nur langsam an Tempo gewann, um immer wieder ausgebremst zu werden… hinzu kam derselbe, ständig neu aufgewärmte Witz mit dem Nichtfinden diverser Begriffe bei Google oder Wikipedia, und am Schluss lief das Ganze dann auf eine Liebesgeschichte hinaus. Schade, dass ich wegen dieser Zeitverschwendung einen anderen Film verpasst habe, der bestimmt spannender gewesen wäre. Blöderweise lief „Kursk“ mit Colin Firth dann nur noch irgendwo in der Pampa zu einer für mich unmöglichen Uhrzeit, so dass ich dieses Werk leider verpasst habe.

Once upon a time in Hollywood – diesmal hörte ich auf meine Freundin, die mit der Idee kam, sich den neuesten Tarantino-Film anzusehen. Ich kannte bisher nur Kill Bill und war nur zu gerne bereit, mich von dem zweieinhalbstündigen Werk überraschen zu lassen. Was ich vorher darüber gelesen hatte, klang auch interessant. Aber am Ende ertappte ich mich dann dabei, wie ich während der ersten zwei Stunden öfters auf die Uhr schaute, um dann von dem sinnlos übertriebenen Gemetzel in der letzten halben Stunde abgeschreckt zu werden. Dass zweieinhalb Stunden auch unterhaltsamer und vor allem mit einer interssanten Handlung gefüllt werden können, sollte ich im November erfahren. Für mich war auch dieser Abend leider ein Fall für die Tonne.

Downton Abbey – Als Fan der Serie „Downton Abbey“ schlug mein Herz höher, als ich letztes Jahr erfuhr, dass es in 2019 tatsächlich einen Film geben sollte. Als das Veröffentlichungsdatum feststand, gab es kein Halten mehr. Ich verbrachte zwei vergnügliche Stunden im Kino und erfreute mich an den wunderschönen Kostümen und Kulissen und an einer romantischen Geschichte, bei der ich förmlich dahinschmolz, und ich verkündete, dass es nach diesem Highlight jeder nachfolgende Film schwer haben würde, „Downton Abbey“ den Rang als besten Film des Jahres abzulaufen. Filmplakat – https://i.pinimg.com/564x/8d/b7/89/8db7898386c0b17115314f89cee7fe82.jpg

Book Week dies war nicht meine erste Wahl gewesen, als ich mir Karten für Vorstellung im Rahmen des australisch-neuseeländischen Filmfestivals „Down Under Berlin“ bestellte, sondern der Abschlussfilm. Beim Studieren des Programms aber traf der Text über diese rabenschwarze Komödie in der Originalversion ohne Untertitel einen Nerv bei mir: Ein nicht sonderlich beliebter Englischlehrer durchlebt eine Woche voller persönlicher Katastrophen, bevor sein neuer Roman veröffentlicht werden soll und bekommt von einer Schülerin Konkurrenz.

Mystify : Michael Hutchence – die Filmdokumentation von Richard Loewenstein, die bisher immer nur auf Filmfestivals gelaufen und von der BBC mitproduziert worden ist, darauf hatte ich ja schon seit Juni gewartet. Rein zufällig erfuhr ich dann, dass diese der Abschlussfilm von „Down Under Berlin“ werden würde, und so sicherte ich mir ein Ticket für den 29.9.2019. Ganz schön viele Neunen. Vor dem Film gab es ein von der australischen Botschaft gestiftetes Büffett (mit Fingerfood und Wein) und eine Ansprache ans Publikum. Zu gefühlten 80% beinhaltete die Filmdokumentation nichts, das ich nicht schon vorher aus unzähligen Youtube-Clips entnehmen konnte – aber die vielen Aufnahmen aus Privatarchiven und diverse Informationen, die neu für mich waren ergaben schließlich ein stimmiges und rundes Gesamtbild über einen Menschen, der als Künstler wahrgenommen und nicht auf sein Äußeres reduziert werden wollte. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/ed/e0/c0/ede0c019d9734e64df1609b12517b8bf.jpg

 

M C Escher – Reise in die Unendlichkeit – Wahrnehmungsänderung, die Zweite.und Filmbiografie die Dritte: Der niederländische Zeichner entgegnete einst, dass er kein Künstler, sondern Mathematiker sei, als ihm Graham Nash (Crosby, Stills,Nash & Young) seine Bewunderung aussprach – laut Interview in dieser Dokumentation, die aus unzähligen Briefen und Tagebucheinträgen des Meisters der optischen Täuschung zusammengestellt wurde. Dass dabei die Grafiken geradezu lebendig werden, empfand ich als faszinierenden Nebeneffekt, der einer Kinobesucherin einen Ausruf des Entzückens entlockte. „Wie süß ist das denn?!“ – eine gezeichnete Eidechse krabbelt aus dem Papier und quer über die Leinwand. Ich gebe es nur ungern zu, aber diese Dokumentation war für mich noch besser und interessanter als die über den Sänger von INXS. Toppen können diese beiden exzellenten Biografien nur noch „Loving Vincent“ über Vincent van Gogh und der Film mit Salma Hayek über Frida Kahlo. Aber da diese schon älter sind… Filmplakat: https://i.pinimg.com/564x/6d/c0/ad/6dc0ad1ac04a956e349c05eb8c531307.jpg

Nurejew The White Crow – und noch ein Biopic. Diesmal unter der Regie von Ralph Fiennes, als zweistündiges Epos, das sich um das mehrwöchige Gastspiel des Sankt Petersburger Kirow-Balletts und dessen Startänzer Rudolf Nurejew im Paris der 60er Jahre dreht. Sich frei zu bewegen, ist nahezu unmöglich, denn der KGB ist dem Tänzer permanent auf den Fersen, und am Ende ergreift er schließlich doch noch auf dem Flughafen die Gelegenheit, um politisches Asyl zu erbitten. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber mir fehlte erstens insgesamt die Spannung und zweitens war der Film für meinen Geschmack mit zu vielen Rückblenden auf die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen durchsetzt. Ein gutes Beispiel, bei dem ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen möchte.

Depeche Mode : SPIRITS in the forest – Auf der Suche nach einem Kino, das das INXS-Konzert von 1991 (das ich auf DVD habe) zeigen würde, stieß ich unter „Events“ in der Programmvorschau des Cinemaxx auf diesen Film von Anton Corbijn, der auch schon die Biografie „Control“ über die Band Joy Division gedreht hat sowie unzählige Musikvideos für verschiedene Bands, u.a. auch für U2. „SPIRITS in the forest“ verknüpft Ausschnitte aus dem Depeche-Mode-Konzert im Juli 2018 auf der Berliner Waldbühne mit den Lebensgeschichten von sechs ausgewählten Fans aus verschiedenen Ländern. Zwei der vier Kinovorstellungen waren ruckzuck ausgebucht, was ich durchaus nachvollziehen kann, hat doch die Band, die ich immer noch sehr gerne höre, weltweit eine riesige Fangemeinde. Beinahe noch interessanter als das, was man vom Konzert zu sehen bekam, fand ich die den Film begleitenden Geschichten der sechs Fans.

Le Mans 66 – gegen jede Chance – mein zweites persönliches Spielfilmhighlight dieses Jahr. 1966 gewann Ford zum ersten Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schlug Ferrari haushoch aus dem Feld. Den von Carroll Shelby (Matt Damon) konstruierten Shelby GT 40 fuhr Ken Miles (Christian Bale), und er ist es auch, den der Ford-Marketingchef vom ersten Augenblick an nicht ausstehen kann. Da ist die Schikane schon vorprogrammiert, auch wenn es vorrangig um den Kampf zwischen Ford und Ferrari geht. Das zwaren mal zweieinhalb Stunden, die für mich fast wie im Flug vergingen. Poster: https://i.pinimg.com/474x/95/af/08/95af088da0ef62b1854dc1600f0bbe01.jpg

INXS : Live Baby Live – und noch ein Konzertfilm. Diesmal ging es wirklich nur um das Konzert ohne Riesenschnickschnack auf der Bühne, an dem ich mich schon letztes Jahr auf DVD erfreuen konnte: INXS live im Wembleystadion am 13. Juli 1991. Gefilmt von 17 Kameras – davon eine im Helikopter: Ausverkaufter Veranstaltungsort, Riesenstimmung, genialer Sound. Auf die restaurierte, digitalisierte und um einen Song ergänzte Fassung hatte ich mich schon seit ein paar Wochen gefreut, und dank youtube wusste ich, dass es diese Sondervorführung nur ein einziges Mal, aber dafür in allen möglichen Kinos geben würde. Im Cinemaxx lief der Film zwar nicht, sondern im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum, aber der Ausflug war für mich ein voller Erfolg. Erst Weihnachtseinkäufe erledigen, dann etwas leckeres Essen, und zum Schluss noch Spitzenunterhaltung mit dem Liveauftritt meiner Lieblingsband genießen – so ein Erlebnis hätte ich gerne öfters. Ausschnitt (The Stairs): https://youtu.be/N8CIBNJB2FM

 

Official Secrets – Start 21. November 2019: Davon hatte ich in einer Filmzeitschrift gelesen; es geht um die britische Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun (Keira Knightley), die zur Whistleblowerin wird, als sie ein NSA-Memo an den Journalisten Martin Bright (Matt Smith) durchsickern lässt. Demnach wollten die USA Großbritannien dazu bringen, Druck auf einige unschlüssige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auszuüben, damit diese für einen Krieg gegen den Irak stimmen. Als sie sich dann zu dem bekennt, was sie getan hat, gehen der Spießrutenlauf und die Schikanen erst richtig los. Mich hatte nicht nur das Thema gereizt, sondern auch die Besetzung, wie Ralph Fiennes, Indira Varma oder Jack Farthing und Matt Smith in den Nebenrollen – und natürlich Keira Knightley in der Hauptrolle. Für mich war „Official Secrets“ hochspannend und emotional berührend und daher für mich neben „Downton Abbey“ und „Le Mans 66…“ mit der beste Film dieses Jahres. Filmplakat: https://i.pinimg.com/474x/c8/e3/ae/c8e3ae285268aaff4fc8777ced1c109e.jpg

Amazing Grace – Aretha Franklin 1972 in concert – in einem Diskussionsforum über Filme aus TV und Kino wurde mir erzählt, Ms. Franklin hätte zu diesem Film nie ihre Zustimmung gegeben. Ich habe mich gefragt, warum sie gegen die Veröffentlichung gerichtlich vorgegangen ist, da sie ihn ja schließlich mitproduziert hat. Abgesegnet wurde das Projekt wohl erst nach ihrem Tod durch ihre Familie. Dass der von Sidney Pollack gedrehte Film erst nach 47 Jahren veröffentlicht worden ist, wird im Vorspann mit technischen Schwierigkeiten erklärt, und näher möchte ich darauf nicht eingehen. Gezeigt werden zwei Abende, an denen sie zusammen mit dem Southern California Community Choir und Reverend James Cleveland ein Gospelkonzert gab, um es dort vor Ort auf Schallplatte aufzunehmen. Ist allein schon Aretha Franklins Auftritt beeindruckend, so steigert sich das Ganze noch bei der Ansprache ihres Vaters an die Kirchenbesucher, bei der man merkt, wie stolz er auf seine Tochter war und die Anwesenheit jener Gospelsängerin, die prägend für Aretha Franklin war: Clara Ward, die den Ehrenplatz in der ersten Reihe neben Aretha Franklins Vater, dem Reverend C. L. Franklin, einnehmen darf. Unter den Besuchern des Konzerts befand sich übrigens auch Mick Jagger, dessen unerwartetes Auftauchen unter den Konzertbesuchern für Heiterkeit sorgte. Für einen Sonntagmorgen und für ein so altes Konzert, das nur am Anfang auf sehr grobkörnigem Filmmaterial aufgenommen worden ist, waren erstaunlich viele Leute im Kino. Für mich war’s wieder wie 2017, als ich am 1. Weihnachtsfeiertag in einer Kirche ein Gospelkonzert besucht habe. Ein unvergessliches Erlebnis. Plakat: https://i.pinimg.com/564x/14/29/b2/1429b28d049c12473fb0b001753cf88a.jpg

 

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Sechzehn Filme in einem einzigen Jahr, das dürfte mein persönlicher Rekord sein; so oft war ich selbst in den 80er und 90er Jahren nicht im Kino. Und wenn ich jetzt noch die Filme im Bordprogramm von Air Canada mitzähle (Crazy Rich Asians & Three Billboards Outside Ebbing Missouri), komme ich auf 18 Stück. Noch zweimal ins Kino, dann bin ich bei 20. Schön wärs! Denn das Dumme daran ist: Es läuft nichts, was mich außer dem Thriller „Der Leuchtturm“ mit Robert Pattinson und Willem Defoe noch groß interessieren würde. Trailer: https://youtu.be/X6fw9VbVJSQ

„CATS“ gefällt mir schon als Musical nicht (wegen Story und Musik), und mit Star Wars kann man mich jagen. Und sonst? Das Remake von „West Side Story“ ist ja leider erst für Dezember 2020 geplant, die Literaturverfilmung „Emma“ für Februar 2020 – bleibt noch die Übertragung von „Fidelio“ aus dem Royal Opera House, aber da wird es auch erst März. Und wann die Pavarotti-Biografie und die Lieteraturverfilmung „Little Woman“ erscheinen, konnte ich auch noch nicht herausfinden. Vermutlich wird es Januar. Für mich ist deshalb diese Kinojahr beendet. Möge 2020 genauso interessant und bunt gemischt werden.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 8

 

 

 

Keine Playlist ohne Coverversion. In diesem Fall stammt das Original von den Nine Inch Nails, und das Cover mit dem Titel

Hurt“

von Johnny Cash. Der zählt für mich zu den ganz Großen. Ich glaube, über ihn muss ich nicht viele Worte verlieren, jetzt kommt sein großer Auftritt: https://youtu.be/8AHCfZTRGiI?t=0     

 

 

Für den morgigen Tag habe ich mit dem I einen echten Wachmacher geplant. Damit die Woche einen guten Anfang nimmt.

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 7

 

 

 

Große Preisfrage: An welches Drama erinnert die Optik dieses Videos? Die junge Dame, die hier mit Inbrunst ihren Song

Guilty“

schmettert, habe ich bei einer Open-Air-Festivalzusammenfassung auf dem britischen Sender BBC entdeckt, und weil ich sie so toll finde, wird Paloma Faith ein weiteres Mal in dieser kunterbunten Songparade auftauchen. Rot ist einfach eine Farbe mit Signalwirkung – https://youtu.be/yDFu4iCpTo8 –             

 

 

– und nach dem großen Drama werde ich den 2. Advent mit dem H etwas ruhiger angehen lassen.

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 6

 

 

Wer meine musikalischen Vorlieben kennt, hat sicher schon damit gerechnet, dass ich früher oder später damit ankomme, aber das E war schon vergeben. Und auch wenn erst am 12. Dezember Vollmond ist, huldige ich ihm jetzt schon mit

Full Moon Dirty Hearts“

von dem gleichnamigen Album der Band INXS. Von den Megasellern der 80er Jahre war das zwar schon ein gutes Stück entfernt, aber klingt für mich um Längen interessanter als das, was sich wie warme Semmeln verkauft hat. Außerdem hatte ich noch kein Duett in meiner Sammlung – in diesem Fall steuert Chrissie Hynde den weiblichen Gesangs-Part bei – https://youtu.be/RDZqgVTG504

 

 

Disketten sind so 90er – und der Film dazu passt besser zum Sommer, aber was kann man schon gegen Sonne haben, wenn die Tage immer kürzer werden? A propos „kürzer“: Nach dem Kurzfilm von heute gibt’s morgen mit dem G das ganz große Kino.

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 5

 

 

Gegensätze ziehen sich an. Oder wirkend anziehend auf mich. Wenn man den Song nicht kennt, könnte man beim Titel 

 

Enjoy the Silence“

 

an Entspannungsmusik denken: Das Gegenteil ist der Fall. Schon das Original ist der Kracher, aber die Coverversion der italienischen Gothic-Metal-Formation Lacuna Coil ist nochmal eine andere Hausnummer. Depeche-Mode-Fans werden es eher weniger prickelnd finden, mir ist das Wurst, denn diese Band fand ich live den Hammer, egal ob in der Halle oder Open Air –  https://youtu.be/Lx58hXh4pVA

 

 

Wer beim E an einen anderen Song gedacht hat, darf sich morgen vom F in Kurzfilmlänge überraschen lassen.

 

 

Mein singender, klingender Adventskalender : Türchen Nr. 4

 

 

Früher bin ich Dienstags immer Tanzen gegangen. Da passt ein Song, bei dem das Tempo stark anzieht und der mir im Alltag Inspiration beim kreativen Schreiben ist. Florence & The Machine gehören mittlerweile zu meinen Lieblingskünstlern. Ich glaube, inzwischen gehört

 

Delilah“

zu den am häufigsten abgespielten Liedern auf meinem Smartphone – https://www.youtube.com/watch?v=zZr5Tid3Qw4

 

 

Mit dem E morgen kann man Schwerhörige aufwecken oder Leute erschrecken.