Unsortierte Gedanken/Soundtrack of my life: Sky full of stars? – Stage full of candles!

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Wie schrieb ich neulich noch so schön als Kommentar zu den schlechtesten Filmremakes? Der einzige Vorteil von solchen Neuauflagen ist, dass man unbedingt das um Längen bessere Original sehen möchte (nicht genau mit diesen Worten, aber sinngemäß).  Jetzt lege ich noch eine Schippe drauf und erweitere um Konzertabende. Auslöser für diesen Beitrag ist ein Candlelight-Konzert, vom Veranstalter als „Candlelight Hommage an Coldplay“ deklariert, direkt nach einer „Candlelight Hommage an Ludovico Einaudi“.

Meiner Freundin sagte der Name des 1955 geborenen Pianisten und Komponisten nichts, aber bei Coldplay klingelte was. „Die größten Hits“ der britischen Band? Fix You“, „Trouble“, „Don’t Panic“ und zum Abschluss „Sky Full of Stars“ – kennt man alles, findet man gut, also nichts wie hin.

Vielleicht hätten wir es lassen sollen, denn schon der Erwerb der Karten war ein unerwarteter Hürdenlauf: Kauf nur online möglich statt an den üblichen Vorverkaufsstellen, bezahlen konnte man nur mit Kreditkarte oder Paypal (blöd, wenn man nichts davon hat), und dann muss (!) man zum Abschluss auch noch die App des Veranstalters auf sein Mobiltelefon laden… Barrierefrei hatte ich anders in Erinnerung. Wer nix sieht, hat dann eben Pech gehabt.

Aber da einen echten Skorpion nichts so schnell aufhalten kann, kaufte sie zwei Tickets für den Bereich, der hervorragende Sicht versprach, und tatsächlich hatte man auch nicht zu viel versprochen, was die Atmosphäre und das besondere Ambiente anging. Sky full of stars?

Das Original – https://youtu.be/VPRjCeoBqrI?list=RDEMuf6htoZivPnz-ZIwGU0dDA

Nein, aber dafür Stage full of candles…

the power of LED

Und dann ging es auch schon los, mit Clocks, und schon nach wenigen Takten wusste ich, was die Glocke schlagen würde: Da kann man den Pianisten noch so sehr als in der süddeutschen Jazzszene gefragten Musiker mit Diplom anpreisen – wenn selbst laienhaften Ohren wie den meinen nicht entgeht, dass fast kein Stück dabei ist, bei dem der Künstler nicht daneben greift, dann frage ich mich, ob es an mangelnder Vorbereitung oder extremem Lampenfieber liegt.

Sich ein- oder zweimal zu verspielen, kann passieren, obwohl es das nicht sollte, aber bei fast jedem der im Programm genannten Stücke?

— Clocks — Don’t Panic — Speed of Sound — Trouble — Fix You — Paradise — In My Place — Adventure of a Lifetime — Yellow — Warning Sign — The Scientist — Sky Full of Stars — So stand es im Programm…

So stand es im Programm, aber so fühlte es sich nicht an. Und daran hatte auch nicht das Navi schuld, das sich im Block neben mir plötzlich einschaltete und in voller Lautstärke die nächste Etappe ansagte. Den Applaus spendete ich dann mehr aus Höflichkeit, schon weil ich an diesem Abend die Erfahrung machen durfte, dass sich Dissonanzen für mich schmerzhafter anfühlen als die Stellen, an denen Chris Martin ins Falsett wechselt (eine Tonart, die ich nur wohldosiert genießen kann, wie zum Beispiel wie in „Lift me up“, von Bruce Springsteen). Wie gesagt, kann man da von mir Standing Ovations nicht von mir erwarten, und es gab auch keine.

Die Fünf-Sterne-Bewertungen auf der Seite des Unternehmens, das diese Reihe veranstaltet, kann ich nicht nachvollziehen, denn so schnell wie an diesem Abend hat noch kein Publikum den Saal verlassen. Da möchte ich nicht wissen, wie es bei der Hommage an Einaudi ausgesehen hat. Aber wie auch immer, nach dieser grenzwertigen Erfahrung weiß ich jetzt, dass meine Ohren trotz häufigen Hörens lauter Musik immer noch hervorragend funktionieren, außerdem hätte ich jetzt spontan Lust auf ein Konzert von Coldplay, wenn mir der denn Preis von über 200 Euro für eine Eintrittskarte nicht zu hoch wäre. Oder vielleicht doch Bruce Springsteen? Kostet vermutlich genauso viel, hält aber länger.

Self-Statements – The importance of being asked

20 Questions – https://bettebookshop.files.wordpress.com/2021/05/photo-1557318041-1ce374d55ebf-1.jpg

Und wieder habe ich ihn bei Bette Davis left the Bookshop entdeckt – den Fragebogen (nicht nur) zum Thema „Neues ausprobieren“, den Gina aus der Schublade gezogen hat, diesmal mit 20 Fragen, die ich diesmal von unten nach oben beantwortet habe. Eine Frage jedoch bleibt: Warum entdecke ich so etwas immer als Letzte?

1. Gehst du nach dem Schema “Kenn ich nicht, ess ich nicht” oder probierst du gerne auch mal neues aus?

Das kommt auf die Stimmung, in der ich gerade bin. Es gibt Tage, da bleibe ich lieber bei Vertrautem – wenn ich aber in Entdeckerlaune bin, dann bin ich durchaus bereit, etwas zu riskieren. Es dürfte aber nichts drin sein, gegen das ich allergisch bin. So risikofreudig bin ich dann doch nicht. Wenn solche Zutaten fehlen – bitte gerne. Nur zu. Wie zum Beispiel, als in einem Lokal, das ich öfters besucht habe, Papayasalat mit gerösteten Heuschrecken auf der Speisekarte stand, aber das Experiment daran scheiterte, dass sie gerade keine Papayas da hatten. Oder mein Besuch eines Dunkelrestaurants in Berlin. Da konnte ich nicht einmal sehen, was es zu essen gab.

2. Welche Schauspieler*in magst du gerne, auch wenn er/sie/div keine sonderlichen, schauspielerischen Talente aufweisen kann?

Viele fallen mir da jetzt nicht gerade ein. Sandra Bullock wäre da eventuell eine Kandidatin.

3. Wie sähe ein erfolgreiches Date für dich aus?

Das ist eine gute Frage, die ich mir schon oft gestellt habe, da ich so viele Dates in meinem Leben noch nicht hatte. Es sollte von Leichtigkeit erfüllt sein und in einer Umgebung stattfinden, in der ich mich wohlfühle. Und vor allem sollte es so verlaufen, dass ich auch hinterher noch den Wunsch habe, mich mit der betreffenden Person erneut zu treffen.  

4. Welches war das schlimmste Date, das du je hattest?

Den Abend, an dem das Schweigen am Tisch den größten Raum einnahm und jeder der Beteiligten hoffte, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, bevor das große Gähnen einsetzt. Die Krönung war der Schlußsatz: „Ich ruf Dich dann an.“ Ich glaube, dem betreffenden Herren war in dem Moment klar, dass er darauf vergeblich warten würde.

5. Offenbare dich jetzt, hier: Was ist dein Secret Talent?

Mich dumm zu stellen und ein Pokerface aufzusetzen (Mist! Jetzt habe ich einen Ohrwurm).

6. Hast du als Kind für jemanden geschwärmt? Wenn ja, für wen?

Für Hollywoodschauspieler aus vergangenen Jahrzehnten, wie zum Beispiel Gregory Peck oder James Stewart. Echte Gentlemen eben.

7. Würdest du lieber mit Han Solo ins Weltall fliegen oder mit Indiana Jones auf ein Abenteuer gehen?

Weder noch: Mit dem Doktor (dem Time Lord aus Doctor Who) würde ich am allerliebsten durch Raum und Zeit reisen, denn da warten jede Menge Abenteuer.

8. Würdest du lieber weise sterben oder dumm Leben?

Achtung: Jetzt wird’s wirr. Ich sage zwar öfters mal „O, bitte lasst mich nicht dumm sterben“, und mir wäre wichtiger, dass ich lieber zufrieden oder ohne etwas zu bereuen sterben würde als weise. Doch lebte ich dumm, würde ich vermutlich gar nicht so weit denken. Von daher ist mir die erste Variante vermutlich dann doch lieber.

9. Welche berühmte Persönlichkeit hat dich überrascht, indem sie bewies, dass sie auch fabelhaft schauspielern kann?

„Fabelhaft“ wäre vielleicht etwas dick aufgetragen, aber von Lady Gagas Schauspieltalent bin ich nicht erst seit „A Star is born“ oder „House of Gucci“ überzeugt – auch in der „Hotel“-Staffel von „American Horror Story“ fand ich sie beeindruckend. Als männliches Gegenstück fällt mir jetzt nur noch (ja, schlagt mich!) Harry Styles mit seinem kurzen Auftritt in „Dunkirk“ ein. Über einen anderen Herrn in seinen Minirollen breite ich dagegen lieber den Mantel des Schweigens.

10. Welches war das interessanteste Theaterstück, das du je gesehen hast?

Wie es hieß, weiß ich heute leider nicht mehr, weil es zu lange her ist. Aber das Interessante daran war, dass sich die erste Reihe des sehr überschaubaren Publikums tatsächlich auf der Bühne befand und ich das Gefühl hatte, dass wir Teil des Stücks waren.

11. Genießt du die Natur?

Sehr gerne sogar.

12. Fährst du dieses Jahr in den Urlaub? Wenn ja, wohin?

Geplant sind noch ein paar Tage in Amsterdam. Da war ich zwar vor ungefähr zehn Jahren schon mal für ein verlängertes Wochenende, aber das war im November – und der eine Tag in diesem Frühling war mir einfach zu kurz.

13. Was reizt dich am Reisen besonders?

Wenn es um bekannte Städte geht, selbst herauszufinden, in welchen Ecken ich mich besonders wohlfühle, bei denen es sich meistens um die handelt, die nicht in Reiseführern oder in Social Media breitgetreten bzw. von der Reiseleitung als besonders sehenswert angepriesen werden. Als Beispiel fällt mir Québec City ein: Abends ist der größte Teil unserer Reisegruppe sofort in die Altstadt aufgebrochen, während mich es in die entgegengesetzte Richtung zog, in eine Straße mit besonders schönen Lampen, die in der Dunkelheit stimmungsvoll leuchteten.

14. Hast du schon einmal surfen ausprobiert? Wenn nein, würdest du es gerne mal probieren?

Außer im Internet noch nicht. Aber ich habe in den 1980er Jahren einmal versucht, Skateboard zu fahren. Das hat fünf Meter gehalten, dann brach der Versuch durch einen Sturz kläglich ab – und ich mir dabei den Arm, und das kurz vor einer lang ersehnten Reise. So ein Mist. Aber was das Surfen angeht: Da ich keine Wasserratte bin, möchte ich es auch nicht lernen. Da erscheint mir Schnorcheln interessanter.

15. Welche ist deine Lieblingsserie und warum?

Eine? Mehrere! Aktuell fällt mir Doctor Who ein, weil ich gerade zwei alte Folgen mit Christopher Eccleston (als neunter Doktor) wiedergesehen habe. Die Idee, mit einem Raumschiff, dass von außen kleiner ist als von innen, auf Reisen durch Raum und Zeit zu gehen, erscheint mir äußerst faszinierend. Außerdem mag ich den noch nicht auf Hochglanz polierten, leicht trashigen Charme der älteren Staffeln, bevor auch hier der Perfektionierungswahn zum Zug kam.

16. Was ist für dich in einer Freundschaft das Wichtigste?

Dass man sich auf einander verlassen kann und am gleichen Strang zieht, wenn’s drauf ankommt, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist.

17. Wann hast du zuletzt etwas zu Ende gebracht, auf das Sie stolz warst?

Für den Open Novella Contest auf Wattpad habe ich eine Erzählung von 37000 Wörtern Länge zu dem folgenden Thema geschrieben: „Du läufst in der Bibliothek deinem Lieblings-Promi über den Weg und bist überrascht, denn aus Interviews weißt du, dass er es hasst, Bücher zu lesen und niemals einen Fuß in eine Bücherei setzen würde“. Herausgekommen ist dabei eine Dr.-Who-Fanfiction, aber in die Endrunde bin ich damit leider nicht gekommen.

18. Denkst du, dass Architektur auch Kunst ist?

Ja, durchaus, wenn ich an die Kirche „La Sagrada Família“ in Barcelona, das Guggenheim Museum in New York oder die Oper von Sydney denke. Okay, das sind jetzt keine Alltagsbauten, sondern eher religiöse Bauten oder Musentempel. Wo ich teilweise Bauklötze gestaunt habe, waren verschiedene Gebäude in Amsterdam und Toronto.

19. Möchtest du jemandem aus deiner Vergangenheit noch etwas sagen?

Da fällt mir niemand ein.

20. Gibt es eine Sache in der du erfolgreich bist und das auch intensiv wahr nimmst? Wenn ja, welche?

Bei dem Intensiven Wahrnehmen bin ich noch immer am Überlegen, was damit wohl gemeint sein könnte, aber wenn es eine Sache gibt, die mir mit den Jahren immer besser gelingt, ist das Anfertigen von Kleidung. Und da kann ich Erfolg oder Misserfolg am eigenen Leib sogar recht schnell spüren. Inzwischen ist auch das Schreiben hinzu gekommen. Da zeigt sich der Erfolg an den entsprechenden Kommentaren und der „Gefällt mir“-Reaktionen in Form von „Likes“, Sternchen oder ähnlichem. Was ich mit fortschreitendem Alter aber auch immer besser kann, ist gewisse Leute gepflegt zu ignorieren oder sie mir im Geiste den Buckel runter rutschen zu lassen.

So, das war es für heute. Ist spät geworden.

Das Überraschungspaket der Woche.

Muhaha. Mit diesem Foto wäre ich bei wortmans Fotoprojekt P10 in der vierten Woche richtig gewesen. Überraschung! Let’s party…

Originalwortlaut von den Veranstaltern der Tournee:

Due to the ongoing restrictions related to the COVID-19 pandemic and the uncertainty whether local authorities will be able to provide a safe environment in which our European fans can enjoy these shows, Evanescence and Within Temptation have had to postpone their highly anticipated co-headline ‘Worlds Collide’ Tour multiple times now. We are confident that the tour will finally take place this Fall and really look forward to seeing you all there! All tickets, including Meet & Greet packages and VIP upgrade tickets will remain valid for the new dates.

… und die Verschiebung der Worlds Collide Tour von Evanescence & Within Temptation geht in eine weitere Runde. Nach dem ursprünglichen Termin (11.4.2020) und dem 1. Ersatztermin (26.9.2021) hatten wir schon auf den neuen Ersatztermin (13.4.2022) gehofft. Aber nein: Wir haben einen neuen Ersatztermin: nicht das Schnapszahldatum 22.11.22, sondern einen Tag später: den 23. November 2022.

Tusch!

Unsortierte Gedanken : Self-Statements – The importance of being asked

Ich sortiere diesen Fragebogen unter „unsortierte Gedanken“ ein, eigentlich ein Widerspruch in sich… diesmal sind es 20 Fragen mit 20 Antworten, und zwar zum Thema Horror (gefunden bei Bette Davis left the Bookshop) ursprünglich stammt er diesmal von Treevenge und Gina:

Hier geht’s los:

1. Welcher war der erste Horrorfilm, den du im Kino gesehen hast? – Ich glaube, das war „Cat People“, aber doll fand ich ihn damals nicht. Und jetzt habe ich keine Erinnerung mehr an den Inhalt, außer dass Nastassja Kinski mitgespielt hat.

2. Welche war die erste Horrorserie, die du geschaut hast? – American Horror Story, aber alle Staffeln durcheinander.

3. Zelebrierst du Halloween und wenn ja, wie? – Nicht so wirklich, und dieses Jahr ist mir nicht nach Feiern zumute.

4. Welchen Horrorfilm hast du zuletzt abgebrochen? – „Scream“ – aber nicht weil er so schlecht war, sondern weil es schon so spät war – meine Schwester und ich haben ihn dann gestern zu Ende geschaut.

5. Welcher Horrorfilm ist in deinen Augen der schlechteste? – Da gibt es so viele Streifen, dass ich mich gar nicht entscheiden kann. Ist es „Texas Chainsaw Massacre“, die x-te Fortsetzung von „SAW“ oder das absolut unnötige Remake von „Nightmare on Elm Street“? Oder gar ein ganz anderer Kandidat? Ich bin da unentschlossen.

6. Welcher Horrorfilm-Klassiker hat deiner Meinung nach, diesen Titel nicht verdient? – Bestimmt mache ich mich unbeliebt, wenn ich mich für „Scream“ entscheide. Ich finde ihn bis auf die Jump-Scares und wegen der Massen von Kunstblut an den für Horrorfilme so typischen blutigen Stellen eher lustig und überzogen als zum Fürchten. Zudem für einen Klassiker nicht alt genug – denn Klassiker fangen bei mir in den Achtziger Jahren an. Unter Klassiker würde ich eher „Der Exorzist“ oder „Rosemary’s Baby“ einsortieren.

7. Gibt es einen Horrorfilm, den du jedes Jahr schaust? – Nein, aber dafür andere Filme, wenn sie mal wieder im Fernsehen laufen. Stünde allerdings die „Final Destination“-Filmreihe auf dem Programm, sähe die Sache vermutlich anders aus.

8. Wärst du lieber eine Hexe/ein Hexer, ein Werwolf/eine Werwölfin oder ein Vampir/eine Vampirin? – Ich glaube, ein Werwesen – aber kein Werwolf, sondern ein Selkie. Seehunde sind ja so anmutig und elegant in ihren Bewegungen im Wasser.

9. Welches Horrorfilm-Set ist für dich das coolste? – Das Haus aus „Rose Red“ (Stephen Kings Haus der Verdammnis), das sich selbst umbaut, anbaut und vergrößert. Den Baumeister hat es schon lange in den Wahnsinn getrieben, und so mancher Gang, der einst war, ist längst im Nirgendwo verschwunden.

10. In welchem Horrorfilm wärst du gerne dabei gewesen? – In „Final Destination“, aber nicht als eine der vom Tod Heimgesuchten.

11. Bist du ein „Final Girl“ oder doch eher der, der Holz holt und nicht mehr wieder kommt? – Da stelle ich mir die Gegenfrage: Was macht der, der das Holz holt, und wohin entschwindet er? Ich könnte mir gut vorstellen, mich zwischendurch vom Acker zu machen und Beistand zu organisieren. Zum Beispiel einen Exorzisten oder – wie in Fright Night (mein Nachbar, der Vampir) – jemanden, der sich mit der Bekämpfung von Vampiren auskennt.

12. Fährst du mit 4 Teenagern (die natürlich deine Freunde sind) in den Wald? – Muss es der Wald sein? Ginge auch eine abgelegene Insel? Oder ein Campingtrip aufs platte Land?

13. Magst du Horror-Film-Parodien? Wenn ja, welche ist deiner Meinung nach die beste? – Da schließe ich mich Bette Davis left the Bookshop an und küre die im Fake-Documentary-Stil gedrehte Komödie 5 Zimmer, Küche, Sarg zur besten Parodie. Die ganzen Scary-Movie-Filme dagegen mag ich gar nicht.

14. „Scream“ bekommt einen weiteren Teil: findest du es gut oder hat es sich auch mal ausgeschrieen? – Der erste von den Scream-Filmen reicht mir, glaube ich.

15. Deine neue Nachbarin erzählt dir, dass in deinem Haus jemand brutal gestorben sei: glaubst du ihr? – Ich denke schon. Aber Auswirkungen auf mein Leben wird diese Neuigkeit vermutlich nicht haben.

16. Über dir sind Schritte zu hören, obwohl über dir niemand wohnt. Was tust du jetzt? – Mich fragen, ob es Vögel, Nagetiere oder gar ein Waschbär sein könnte, der da über mir randaliert. Und dann Lärm schlagen – funktioniert aber nicht immer. Genauso wenig wie lautes und extra schräges Singen. Vielleicht lässt sich das nervige Wesen über meinem Kopf auch mit dröhnendem Techno oder heftiger Heavy-Metal-Musik vertreiben.

17. In welchem Horrorszenario möchtest du niemals gefangen sein? – Eindeutig in dem von SAW. Eingesperrt zu sein wie in Cube, ist ja schon schlimm genug, aber mich selbst verstümmeln zu müssen, um überhaupt den Hauch einer Chance aufs Entkommen zu haben – und dann vielleicht auch noch dabei gefilmt zu werden, wie in Hostel? No way.

18. Du bist gefangen und wirst jeden Moment sterben, außer es kommt jemand und rettet dich. Das ist der Hauptcharakter aus der letzten Serie, die du geschaut hast. Bist du verloren? – Ich glaube, jetzt bin ich so richtig gekniffen, denn je nachdem welchen Piraten oder gar Piratin aus Black Sails mir das Schicksal zugeteilt hat, stünden meine Chancen so fifty-fifty.

19. Würdest du dich um schuldenfrei zu werden auf ein Spiel einlassen, bei dem du dein Leben verlieren könntest? – Nein, nicht mal wenn es sich um so einen Irrgarten wie in Escape Room handelt. Oder so ein Spiel wie in „Nerve“ – Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen? Die Aussicht, um mein Leben kämpfen zu müssen, während draußen in der weiten Welt des Internet oder Darknet gelangweilte Individuen Wetten abschließen, wer das Rennen macht, klingt wie ein Tritt in den Allerwertesten, und ich würde mich wie verhöhnt fühlen.

20. Jemand ist in deinem Haus: Wer ist es und wie wirst du dich verteidigen? – Bei ungebetenen Gästen irdischer Art gibt es eigentlich nur eines: mich verstecken und die Polizei holen. Halten sich allerdings Zombies, Aliens oder andere übersinnliche Gestalten, hätte ich massive Probleme, da mir genau in so einer Situation kein probates Mittel einfallen würde.

Jetzt bin ich mal gespannt, wer zu diesem gruseligen Thema auch seine Gedanken beisteuern möchte – mitmachen können jedenfalls alle, die Lust dazu haben.

Self-Statements : The importance of being asked *)

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*) diesen Titel habe ich schon öfters bei Bette Davis left the bookshop gelesen, und diesmal ist sogar ein Fragebogen darunter zu finden, der mich spontan zum Mitmachen animiert hat – den Fragebogen zum Thema Horror. Der stammt von den Verfassern Static und Der Dude von Nebenan – und präsentiert wurden die Fragen von Gina. 18 Fragen – 18 teilweise längere Antworten… Hier sind sie auch schon:

1. Bist du ein Fan von Oktober und Halloween?

Schon allein wegen der buntgefärbten Wälder und dem Geruch brennenden Holzes (meine Nachbarn heizen damit) mag ich den Herbst. Als Kind habe ich die Laternenumzüge zu St. Martin geliebt, und ein besonders liebgewonnenes Spektakel ist für mich der Anblick der Zugvögel, die sich in wärmere Gegenden aufmachen – allen voran die Kraniche. Leider aber habe ich im Oktober zwei mir nahestehende Menschen verloren. Das klingt jetzt zunächst nicht sehr schön – andererseits hat meine beste Freundin Ende Oktober Geburtstag, und das ist dann wieder etwas, worauf ich mich freue. Bei Halloween bin ich allerdings raus… private Halloweenfeiern fand ich immer sehr lustig, auch wenn eine damalige Freundin ihren Garten und das ganze Haus stilecht dekoriert hat. Unvergesslich bleibt für mich der Moment, als sie nach einer Prozession (ihr Grundstück grenzte an den Friedhof) in einer abgelegenen Ecke des Gartens einen Behälter mit Kürbissuppe feierlich zu Grabe trugen. Diese Suppe konnte man nämlich niemandem mehr anbieten. Und sicherlich werde ich auch dieses Jahr wieder ein paar Süßigkeiten zu Hause bunkern, für den Fall, dass ein paar verkleidete Kinder durch unsere Straße ziehen. Nur wollte in den letzten Jahren niemand bei uns klingeln. Dabei ist dieser Tag doch wie geschaffen dafür, das Fastnachtskostüm noch einmal anzuziehen.

2. Hast du „Rituale“ denen du in dieser Zeit nachgehst?

Das einzige Ritual, das ich pflege, ist ein Besuch im Friedwald an „unserem“ Baum.

3. Klassische Horrorfilme oder was läuft in dieser Zeit in deinem Videodrome?

Auch dieses Jahr mache ich wieder mit beim „Horrorctober“ und versuche, bis Halloween 13 Horrorfilme zu sehen – hinzu kommt dann noch das Fantasy-Filmfest in Frankfurt am Main… vielleicht schaffe ich es diesmal, ein Ticket dafür zu ergattern.

4. Hattest du in der Zeit um Halloween ein Ereignis in deinem Leben, welches eine bleibende Erinnerung hinterlassen hat?

Alles hält sich die Waage: Unter dem ersten Punkt habe ich es schon erwähnt – der Todestag meines Vaters fällt auf den 29. Oktober – an diesem Tag hat aber auch meine beste Freundin Geburtstag, und die war bei meiner Hochzeit Trauzeugin. Der zweite Trauzeuge, ein Bruder meines Mannes, hat an diesem Tag ebenfalls Geburtstag – und geheiratet habe ich am 2. November – alles Ereignisse rund um Halloween (zwei Tage davor und zwei Tage danach).

5. „Süßes oder Saures“? Was gibt es an deiner Haustür? Und wie stehst du zu dieser Tradition?

Etwas Süßes, falls welche klingeln. Das Dumme ist nur: Hat man zu wenig daheim, gehen spätere Klingelgeister leer aus – kommt aber niemand, kann man bis zum Jahresende Süßkram mümmeln. Und der steht mir dann irgendwann bis sonstwohin.

6. Faszinieren dich eher Menschliche/Menschenähnliche oder eher Dämonische/Geisterhafte Wesen in Horrorfilmen? Oder vielleicht auch komplett andere Kreaturen?

Es ist der nicht benennbare Schrecken und die bedrohliche Atmosphäre, bei der ich es förmlich genieße, dass mir dabei ganz anders wird. Starke Schwarz-Weiß-Kontraste haben dabei einen nicht ganz unerheblichen Anteil.

7. Zeig anderen deine Top 5 Horrorikonen. Welche sind deine?

Nosferatu – Willard – Ring – Fright Night – Sleepy Hollow… Es gibt so viele gute Horrorfilme, und bestimmt noch bessere als die, die ich gerade genannt habe – mir fallen nur gerade keine anderen ein.

8. Mit welcher „Waffe“ aus deinem Haushalt ziehst Du in den Kampf gegen „Die Nacht der lebenden Toten“?

Mit Konservendosen und -gläsern, deren Inhalt das Verfallsdatum schon lange hinter sich gelassen haben. Das gibt eine feine Schweinerei, wenn das Obst und das Gemüse durch die Gegend fliegt – und die Zombies sind für einen Moment abgelenkt, weil sei mit Futtern beschäftigt sind.

9. Dunkelheit, Geräusche, Schatten….. wovor hattest du als Kind am meisten Angst?

Vor der Angst, verlassen zu werden – also nichts von dem, was man in Horrorfilmen oft als Angstauslöser präsentiert bekommt.

10. Was ist für Dich der „wahre“ Horror?

Menschliche Grausamkeit, die sich durch die gesamte Geschichte zieht – auf die Spitze getrieben in Deutschland zwischen 1933 und 1945 – und symbolisiert durch die Stolpersteine, von denen einige in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Bürgersteig zu finden sind.

11. Siehst Du immer nach, wenn Du ein seltsames Geräusch aus einem dunklen Winkel deiner Wohnung hörst?

Früher habe ich das tatsächlich getan; beim letzten Mal jedoch habe ich nichts auffälliges wahrgenommen und die Bescherung tatsächlich erst am nächsten Morgen gesehen: Aus einem leeren Terrarium ist die gläserne Schiebetür komplett vorwärts aus der Schiene gefallen und auf dem Fußboden zerschellt. Alle Scherben sind jedoch an der Stelle liegengeblieben, an der die Scheibe aufgeschlagen war – anstatt wild durchs ganze Zimmer zu fliegen. Das fand ich wirklich gruselig.

12. Hast du ein Faible für „Urbane Legenden“ und wie stehst du zu diesen? Fakt oder Fiktion?

Dass sie tatsächlich passiert sein sollen, halte ich für unwahrscheinlich, aber sie würden einen prima Stoff für Gruselfilme abgeben.

13. Welcher Horror/Gruselfilm ist der älteste, den du gesehen hast, wenn du nicht zwischenzeitlich von Agent J „geblitzdingst“ wurdest?

„Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ von 1922 – der ist dieses Jahr 99 Jahre alt, und gesehen habe ich ihn in einem Theater mit Orchesterbegleitung.

14. Mal angenommen du würdest einen schönen B-Movie Horrorfilm gedreht haben und müsstest dem einen schön trashigen Titel verpassen. Wie würde deiner heißen?

Invasion der Tanzmäuse.

15. Was würdest du tun wenn du spontan zu einer Halloween Feier eingeladen wirst? Gehst du stylisch im Kostüm (wenn ja welches) oder gehst du schlicht und einfach als du selbst?

Irgendwo habe ich noch einen Hexenhut herumliegen. Mit etwas Fantasie würde ich mir auf die Schnelle ein Hexenkostüm zusammenbasteln.

16. Clowns! Horror oder Lachnummer?

Clowns sind mir relativ egal. Im Zirkus fand ich alles andere um Längen interessanter, und ich war froh, wenn ihre Auftritte vorbei waren.

17. „Lost Places“ dafür begeistern sich ja viele und inzwischen gibt es ja sogar Touren. Bist du interessiert oder kennst du interessante Orte in deiner Gegend?

Ein paar hundert Meter von meinem Wohnhaus entfernt stand auf einem Privatgrundstück eine verfallene Villa, die auf mich eine ungeheure Faszination ausgeübt hat, weil sie für niemanden zugänglich war und ich nicht einmal von Google Earth vernünftige Bilder von ihr aus der Vogelperspektive geliefert bekam. Inzwischen ist das Gebäude vermutlich längst abgerissen – nachgeschaut habe ich nicht.

18. Welches Filmmonster hat den ikonischsten Look? Oder hat für dich was ganz spezielles.

Ich glaube, den höchsten Wiedererkennungswert hat Freddy Krueger aus „Nightmare on Elm Street“, obwohl ich den Film im Original nie gesehen habe, sondern ein grottenschlechtes Remake. Etwas spezielles an sich hat die in „The Ring“ aus dem Brunnen steigende Samara mit ihren abgehackt wirkenden Bewegungen – allerdings möchte ich nicht in der Haut derer stecken, die Zeuge werden, wie sie aus dem Fernsehmonitor heraus- und ins Wohnzimmer hineinkommt, um ihre paralysierten Opfer ins Jenseits zu befördern.

Momentaufnahmen #15 : was mich glücklich macht

Momentaufnahmen – ein Projekt von aequitasetveritas, bei dem wir unsere Gedanken zu bestimmten Momenten in unseren Leben festhalten… Momentaufnahmen könnte ich bei mir auch unter dem Stichwort „Unsortierte Gedanken“ zusammenfassen, und Tagebuch habe ich schon lange nicht mehr geschrieben (eigentlich sollte mein Blog ja eines sein, aber so wie es ist, gleicht es eher einem Gemischtwarenladen mit einem Köter aus jedem Dorf).

Fünf Dinge, die mich glücklich machen – was könnte wohl auf meiner Liste stehen?

Ein Geschwindigkeitsrausch kann Glücksgefühle auslösen – so flüchtig sind sie aber auch.

Ein Happy End, sei es in Büchern oder bei Filmen:

Wie der Zufall es will, habe ich gerade gestern auf wattpad einer meiner Lieblingsautorinnen einen abschließenden Kommentar zu ihrem spannenden Roman hinterlassen.

Yay! Ob realistisch oder nicht - die beiden haben sich und damit endlich ihr Happy End gefunden und mich damit gleich mit glücklich gemacht.

Wenn ich in der Handlung aufgehe und mir die Charaktere so ans Herz wachsen, dass ich mit ihnen mitfiebere und sie real zu werden scheinen, freue ich mich, wenn ihre Geschichte zu einem guten Ende findet.

Wenn ich eine Aufgabe erfolgreich meistern konnte.

Und damit meine ich nicht nur berufliche Angelegenheiten. Ein Rätsel, Sudoku oder Puzzle zu lösen, nachdem ich Stunden darüber gebrütet habe, kann auf mich so unglaublich befreiend wirken. Dazu zähle ich auch die Erleuchtung, wenn mir plötzlich klar wird, um wen es sich bei einer mir bekannt vorkommenden Person handelt, deren Name mir nicht einfallen wollte.

Das Wiederfinden verloren geglaubter Dinge oder Personen.

Da sucht man sich verzweifelt einen Wolf, und dann – genau dann, wenn man es nicht mehr für möglich gehalten hat – weiß man plötzlich, wo sich das Objekt des Verlangens befindet. So ging es mir neulich mit dem Buch, in dem ich meine Erinnerungen an meine Reise mit dem Englisch-Leistungskurs nach Schottland festgehalten habe. September 1986 – geschrieben mit Füller in dunkelroter Tinte und gestochen scharfer Handschrift (die heute ganz anders aussieht), garniert mit Fotos, Ticket und Landkarten.

Noch schöner ist es für mich, wenn ich wieder mit Menschen in Kontakt trete, die scheinbar aus meinem Leben verschwunden sind. Unterschiedliche Lebenswege treiben Menschen in verschiedene Richtungen. Die einen treibt es für immer fort – andere kehren für eine Weile zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück. Die Frage ist nur, für wie lange.

Besondere Momente auf besonderen Reisen.

Das kann die Situation sein, in der man über sich hinauswächst, wie zum Beispiel das Weiterwandern im strömenden Regen, wenn man weiß, dass alles Jammern nichts hilft und man keine andere Wahl hat, als jetzt genau diese sechs Meilen bis zum nächsten Städtchen durchzuziehen, weil Stillstand zu nichts führen würde als zu Unterkühlung. Oder ein Naturschauspiel der besonderen Art erleben zu dürfen, wie in einem der vergangenen Sommer, als mein Mann und ich gemeinsam den Nachthimmel beobachteten und unzählige Sternschnuppen beobachteten. Zu den besonderen Augenblicken zählt für mich auf jeden Fall auch das Erleben eines Sonnenaufgangs am Meer oder das Erreichen eines Berggipfels, wenn sich ein grandioses Panorama vor mir ausbreitet und ich Weite und Freiheit spüren kann.

Was hier auf keinen Fall fehlen darf, sind die Begegnungen mit mir unbekannten Menschen, wenn die sich daraus ergebenden Gespräche über einfachen Smalltalk hinaus und unter die Oberfläche gehen. 2019 hatte ich so eine Unterhaltung an der Bar meines Hotels in Montréal mit einer jungen Frau aus Alberta (Kanada). Irgendwann waren wir an dem Punkt, an dem es darum ging, wie wichtig es ist, Träume wahr werden zu lassen, sobald und solange man es kann, da man nie weiß, wie schnell es vorbei sein kann – und man später nicht bereuen muss, bestimmte Dinge nicht getan zu haben.

Musik, für die ich mich begeistere: Musik, die mein Herz berührt.

Sei es eine Stimme, die Glücksgefühle in mir auslöst, oder rein instrumentale Klänge, die sich wortwörtlich beruhigend auf meine Herzfrequenz auswirken… Bei manchen Stimmen schlägt mein Herz von ganz allein schneller, und dann kann es geschehen, dass ich mich hier darüber auslasse. Und dummerweise merke ich gerade, dass Worte nur unzureichend das wiedergeben, was in mir gerade vorgeht.

Momentaufnahmen 4/26 – Überzeugungen hinterfragen

Alle 14 Tage blitzen sie auf, die Momentaufnahmen – als Mitmachaktion ins Leben gerufen von aequitasetveritas – die vierte Frage beschäftigt sich hiermit:

Gibt es etwas oder jemanden, der deine Überzeugungen hinterfragt bzw. herausfordert?

Es gab tatsächlich mal jemanden, der nicht nur komplett anderer Meinung zu einem Thema war als ich, sondern mir auch noch das Gefühl vermittelt hatte, ich hätte nicht mehr alle Latten am Zaun. Der Kontakt besteht so gut wie gar nicht mehr.

Allerdings kann ich das auch selbst ganz gut: Meine eigenen Überzeugungen von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand stellen und mir die Frage zu stellen, ob ich das jetzt immer noch genauso sehe – manchmal mit überraschendem Ergebnis.

Momentaufnahmen 3/26 – Alltagsoasen

Alle 14 Tage blitzen sie auf, die Momentaufnahmen – als Mitmachaktion ins Leben gerufen von aequitasetveritas – heute geht es um die folgende Frage:

Was ist gerade deine Alltagsoase? Was hilft dir, innerlich (wieder) zur Ruhe zu kommen?

Zur Ruhe zu kommen, wenn es so einfach wäre. Zählen Wochenenden noch zum Alltag? Ich definiere Alltag als die Zeit abseits des Urlaubs, die wie geschaffen scheint für kleine Fluchten. Ein Hoch auf den Eskapismus? Flucht insofern, dass mir mittlerweile nicht der Sinn steht nach Nachrichten über die x-ten Hochrechnungen, Statistiken und Inzidenzen, seitdem das Virus auch in meiner Familie zugeschlagen hat. Es zerrt an den Nerven, und nun gilt es, Dinge zu tun, die mich auf andere Gedanken bringen, um nicht so langsam aber sicher durchzudrehen.

Zu diesen Dingen gehören für mich die Tasse Tee am Abend, bei der ich spüren kann, wie die Lebensgeister zurückkehren, mich abends beim Tanzen im Zimmer auszupowern, wenn es nötig ist und nicht zuletzt das Schreiben meiner „unsortierten Gedanken“, die spätestens dann wohlgeordnet sind, wenn ich sie mit anderen teilen möchte. An manchen Tagen möchte ich mich dagegen einfach nur noch berieseln lassen – meine Couch, auf der ich auch so manches spannende oder zu Herzen gehende Buch verschlungen habe, ist geradezu prädestiniert dafür. Film- und Serienabende gönne ich mir dagegen lieber im Bett.

Eskapismus oder Selbstreflexion? Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem Satz „Writing is Therapy“ (Schreiben ist Therapie), und damit meine ich nicht die Texte, die allein meiner Fantasie entsprungen sind, sondern das, was entsteht, wenn mir Realität und Erinnerungen dazwischen grätschen. Planbarkeit sieht anders aus, aber warum nicht, wenn sich durch den Mix aus Fiktion und Biografischem unerwünschte Zustände im Vorfeld verhindern lassen. Schreiben als Kataharsis – oder besser gesagt, als Mittel der Verarbeitung heikler Themen, die mir auf der Seele liegen – hätte ich es doch nur viel früher entdeckt. Mir wäre einiges erspart geblieben.

Aktualisierung vom 1. Februar 2021:

Aber wenn Hiobsbotschaften wie eine Bombe nächtens am Telefon einschlagen und mich das Gehörte wie ein Güterzug überrollt, hilf auch alles Tagebuchschreiben und Bloggen nichts. Es dürfte trotz einiger lange vorgeschriebener Beiträge etwas ruhiger hier werden. Meine Alltagsoasen sind landunter.

Momentaufnahmen 2/26 – vom Scheitern

Alle 14 Tage blitzen sie auf, die Momentaufnahmen – als Mitmachaktion ins Leben gerufen von aequitasetveritas – den Auftakt bildete unsere Einstellung gegenüber Vorsätzen fürs neue Jahr halten, nun geht es um die folgende Frage:

Wie gehst du mit Scheitern um – deinem eigenen und dem von anderen?

Beinahe wäre ich zeitlich an dieser Aufgabe gescheitert – aber Spaß beiseite:

Dass das Leben nicht immer wie gewünscht läuft, wer kennt das nicht? Vielleicht ist ja etwas dran an den Sätzen „Das menschliche Schicksal erfüllt sich im Scheitern“ und „Das Recht auf ein gescheitertes Leben ist unantastbar“ aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Doch worin besteht der Unterschied zwischen Misserfolg und Scheitern?

Das Scheitern anderer nimmt mich nur dann mit, wenn es sich bei der Person um jemand mir Nahestehendes oder eine von mir bewunderte Person handelt und es diese derart aus den Angeln hebt, dass sie sie sich dazu entschließt, ihr Leben zu beenden. Traurig, aber wahr. Und deshalb bezieht sich der übrige Text nun wirklich auch nur noch auf mich.

Hätte man mich 2015 gefragt, wo ich mich fünf Jahre später sehe, wäre ich im Leben nicht darauf gekommen, dass ich bereits im folgenden Jahr meinen Lebensweg alleine fortsetzen würde. An diesem Verlust war aber nicht das Scheitern, sondern das Schicksal schuld – und mit diesem habe ich auch eine Zeitlang gehadert. Trotz meines Wunschs, die Zeit zurückdrehen zu können, erkannte ich bald, dass ich auf lange Sicht damit nirgends hinkomme, und auch nicht mit dem Versuch, schmerzhafte Erlebnisse zu verdrängen oder mir selbst die Frage zu stellen, wo ich mich in fünf Jahren sehe.

Ach ja, diese Frage, auf die ich am liebsten antworten würde: „Wer nix plant, kann nicht enttäuscht werden.“ – doch es steckt mehr dahinter. Erstens kann sich das ganze Leben mit einem Schlag ändern. Zweitens ist das Leben viel zu kurz, um sich in ursprünglich vermeintlich wichtige Pläne zu verbeißen. Wie sieht es aus, wenn sich die eigenen Prioritäten unmerklich ändern? Kann man es wirklich als Scheitern bezeichnen, wenn sich das ursprünglich angestrebte Ziel nicht erreichen lässt?

2012 hatte ich im Kleinen so ein Erlebnis. Nach ausführlicher Vorbereitung einer mehrtägigen Wanderung entlang eines Teilstücks des Jakobswegs (alleine und Ende Februar), kam unterwegs alles anders. Während ich durch verschneite Auen und eisige Wälder wanderte, dachte ich: „Pfeif drauf. Brich es ab. Der Weg ist das Ziel.“ Welch abgedroschene Weisheit, doch in diesem speziellen Fall war es einfach nicht mein Weg, das Ziel auf Biegen und Brechen erreichen zu wollen.

Im Großen fällt mir nur das ein oder andere Erlebnis im Verlauf meines Berufslebens ein, bei dem ich mich teilweise gefragt habe, wie es dazu bloß kommen konnte. Allerdings ist Aufgeben auch keine Option; und mich entmutigen zu lassen, noch weniger – so schlau bin ich inzwischen auch schon geworden. Never give up. Und wer weiß, vielleicht hat vermeintliches Scheitern ja auch etwas Gutes und es tun sich Möglichkeiten auf, an die man vorher nie gedacht hätte.

Momentaufnahmen 1/26 – die Vorsätze fürs neue Jahr

Happy New Year! Auch wenn 2021 jetzt nicht mehr so neu ist und diesen Spruch einige gar nicht mehr hören möchten…

Und deshalb starte ich nun auch sofort durch in die nächsten Projekte, die mich zum Mitmachen verlockt haben. Zu den beiden Schreibprojekten, die mich schon seit längerem begeistern (#writing friday und ABC-Etüden) kommen nun noch die von aequitasetveritas ausgerufenen 26 „Momentaufnahmen“ hinzu: Zu 26 Fragen aus dem Tagebuch können sich alle, die diese Aktion reizt, ihre eigenen Gedanken dazu machen und diese unter dem Stichwort „Momentaufnahmen“ hier virtuell festhalten.

Nach der groben Zusammenfassung „in a nutshell“, worum es bei dieser Aktion geht, kommt nun auch schon die erste Frage:

Wagst du es vor dem Hintergrund der Erfahrungen von 2020 noch, für das neue Jahr Pläne zu schmieden, gute Vorsätze aufzustellen?

Wie praktisch, dass ich diesem Thema mit der ersten Aufgabe bei elizzys #writing friday bereits am 1. Januar vorgegriffen habe, denn dabei ging es um das Fassen von sogenannten Nicht-Vorsätzen, also Dingen, die man nicht bzw. nicht mehr tun möchte. Die möchte ich zwar nicht mehr recyceln, aber um ein paar weitgeführende Gedanken und die passende Musik ergänzen.

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Die erweiterte Neujahrsansprache

Woher kommt die Neigung, Dinge aufzuschieben?

Lange habe ich mit mir gerungen, mich immer wieder selbst in den Allerwertesten getreten und versucht, den inneren Schweinehund auf die Beine zu scheuchen und im Feuer unterm Hintern zu machen. Wie das im Einzelnen ausgegangen ist, möchte ich lieber nicht vertiefen, aber Fakt ist, dass das schlechte Gewissen in diesem Punkt mein ständiger Begleiter war. Doch damit ist jetzt Schluss. Aber nicht mit der Prokrastination – falls ihr das geglaubt hat, seid ihr einer falschen Fährte gefolgt – sondern mit dem schlechten Gewissen. Denn so wie ich jetzt öfter meinen Nicht-Geburtstag feiere, habe ich als Nicht-Vorsatz entschieden, Prokrastination nicht mehr grundsätzlich als etwas Schlechtes zu betrachten.

Warum soll ich mich deshalb nur unnötig belasten? Denn wo kein schlechtes Gewissen, da auch kein Stress. Das war jetzt weder grammati(kali)sch korrektes Deutsch, sondern hatte auch noch ganz schön viele „Nicht“s in sich, und obendrein im scheinbaren Widerspruch zu meinen nicht nur im letzten Jahr gemachten Erfahrungen in Bezug auf das Aufschieben von Lebensträumen und vor langer Zeit geschmiedeten Plänen, zumindest was das Reisen oder persönliche Rituale angeht. „Kein Zurück“ von Wolfsheim war mein Motto – dem Song, demzufolge irgendwann auch ein Traum zu lange her ist.

… Dein Leben dreht sich nur im Kreis, so voll von weggeworf’ner Zeit. Deine Träume schiebst Du endlos vor Dir her.

Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute, wann denn dann? Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her …


Das Lied von Wolfsheim (gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=UjsvyeBWNQQ) ist schon älter – eine Pandemie hatte niemand auf dem Radar.

Aber selbst diese Erkenntnis hatte ich nicht über Nacht oder gar pünktlich zu Silvester, sondern sie war Teil einer Entwicklung, die sich schon viel früher abzeichnete; denn sonst wäre ich wohl kaum 2018 zu meiner eigenen kleinen „Weltreise“ aufgebrochen oder hätte gar letztes Jahr den Sprung bzw. Flug über den „Großen Teich“ gewagt, der stellvertretend für das steht, was ich „weise Voraussicht“ nenne.

In weiser Voraussicht habe ich 2019 nach dem Eintreffen einer Glücksbotschaft den Plan mit der Traumreise sofort durchgezogen, anstatt fünf Jahre damit zu warten. „Was weiß denn ich, was in fünf Jahren ist?“ – diese Frage aus einem Telefonat mit Freundinnen im Januar 2019 habe ich jetzt noch im Gedächtnis. Allerdings dachte ich dabei eher daran, dass ich nicht jünger werde und vielleicht 2024 nicht mehr so fit wie jetzt durch die Gegend turne. Die Eingebung war zwar richtig – aber fünf Jahre?

Ein Jahr trifft’s eher. Denn wer von uns hätte denn 2019 geahnt, dass bereits im nächsten Jahr ein unbekanntes Virus um die Ecke kommen würde, das nicht nur vielen das Leben kostete, sondern das Leben der anderen auf vielen Ebenen tiefgreifend veränderte oder gar lahmlegte? In dieser Hinsicht war ich froh, dass ich das getan habe, was andere als Fassen guter Vorsätze bezeichnen. Für mich rangiert diese Episode mit meiner Reise nach Kanada unter „Nicht lang schnacken“: Warum soll ich umständlich einen Vorsatz fassen, wenn ich statt dessen gleich loslegen kann? Wie gesagt, „A little less conversation, a little more action“ – denn dieser Meinung war auch schon Elvis (auch wenn der Sinn dahinter vermutlich ein anderer war).

gefunden auf youtube – https://www.youtube.com/watch?v=WWVMXLSS1cA

Dagegen sind nicht geputzte Fenster oder die Staubschicht auf den Schränken der reinste Pipifax – mich von dem durch mein ewiges Aufschieben verursachten schlechten Gewissen zu befreien, ist doch ein super Vorsatz bzw. Nicht-Vorsatz für 2021. Lasst mich Prokrastination in „kreative Ruhepause“ umbenennen, und schon wird alles leichter. Was ich außerdem nicht bzw. nicht mehr haben will, ist:

Corona (worauf ich nur bedingt Einfluss habe) — mein Chaos im Wohnzimmer (weshalb ich mit dem Aufräumen schon vor Weihnachten angefangen habe) — mein Leben vorwiegend im Schlafzimmer stattfinden zu lassen (auch wenn dort jetzt ein neuer, noch schönerer Kalender als der vom letzten Jahr hängt und zum Verweilen einlädt) — mich zu früh von Sachen trennen, die mit angenehmen Erinnerungen verbunden sind (weshalb ein bestimmter Kalender von 2010 dieses Jahr zu neuen Ehren kommt) — und zuletzt noch, ganz wichtig: das Weiterschlummern von eingeschlafenen Kontakten.

In diesem Sinne bin ich jetzt schon gespannt, was daraus in den nächsten Monaten werden wird. Vielleicht kommen ja noch ein paar neue hinzu.

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Die Momentaufnahmen wurden von aequitasetveritas ins Leben gerufen und rangieren bei mir auch unter der Kategorie „unsortierte Gedanken“